[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erfassung von Prozessparametern bei der
Herstellung von Holzwerkstoffprodukten, insbesondere Holzwerkstoffplatten, die unter
Aufbringung von Druck- und Wärmezufuhr heißverpresst werden.
[0002] Holzwerkstoffprodukte, beispielsweise OSB-Platten, Spanplatten, MDF- oder HDF-Platten
können auf unterschiedliche Arten und Weisen hergestellt werden, neben einer Kurztaktpresse
können kontinuierliche Pressverfahren mit beheizten Pressbändern vorgesehen sein,
um die mit Adhäsionsmitteln, wie Leim, Klebstoff oder Harzen versehenen Strands, Späne
oder Fasern zu Holzwerkstoffprodukten, insbesondere Holzwerkstoffplatten, zu verpressen.
Sowohl die Kurztaktpressen als auch die sogenannten Kontipresen verdichten den Späne-
oder Faserkuchen bzw. die gestreuten Fasern, Späne oder Strands und aktivieren durch
die beheizten Pressplatten oder Pressbänder die Adhäsionsmittel, so dass die Strands,
Späne oder Fasern eine dauerhafte Bindung aneinander eingehen.
[0003] Der Herstellvorgang solcher Holzwerkstoffprodukte ist einer Vielzahl von Parametern
unterworfen, beispielsweise der Streudichte, Feuchtigkeit des Ausgangsmaterials, Beleimungsfaktor
oder Gleichmäßigkeit des Streuverhaltens bzw. der Orientierung der Ausgangswerkstoffe,
so dass für eine optimale Durchführung des Heißpressens von Holzwerkstoffen zur Erzeugung
von Holzwerkstoffprodukten die Kenntnis von Prozessparametern, wie Temperatur, Druck
und Feuchtigkeit, innerhalb der Holzwerkstoffprodukte wichtig ist. Insbesondere ist
es wichtig, dass während des Prozessvorganges, insbesondere bei kontinuierlichen Prozessabläufen,
die Daten vorhanden sind, um regelnd eingreifen zu können.
[0004] Eine Möglichkeit zur Überprüfung der Prozessparameter besteht in der Überprüfung
des fertigen Produktes unmittelbar am Ausgang der Presse. Bei kontinuierlichen Fertigungsverfahren
müssten dazu Proben sehr aufwendig entnommen werden. Ebenfalls ist dadurch keine Kenntnis
der Parameter während des Pressvorganges zu erhalten.
[0005] Weiterhin wurde vorgeschlagen, Messgeräte in das zu verpressende Material einzulegen
und zu verpressen, wobei diese Messgeräte drahtgebunden sind und an einer Auswerteeinheit
angeschlossen werden. Diese Messgeräte sind sehr groß und können nicht im laufenden
Herstellprozess eingesetzt werden, ohne diesen zu unterbrechen. Weiterhin müssen diese
Messgeräte nach dem Pressen der Holzwerkstoffprodukte wieder entnommen werden, wodurch
die Holzwerkstoffprodukte nicht mehr verwendbar sind. Die Entnahme der Messgeräte
ist aufwendig und zerstört in der Regel das Holzwerkstoffprodukt. Darüber hinaus muss
der Produktionsprozess zur Entnahme des Messgerätes unterbrochen werden.
[0006] Die
US 2005/053684 A1 beschreibt ein Spritzgießvorrichtung, bei der vor dem Spritzgießvorgang ein Transponder
in die Form eingebracht wird, der Daten des Spritzgießvorganges an eine Auswerteeinrichtung
übermittelt. Der Transponder verbleibt nach dem Einbringen in dem Endprodukt.
[0007] Die
WO 2008/034948 A1 betrifft eine Holzplatte aus mehreren miteinander verklebten Schichten, zwischen
denen eine RFID-Einheit angeordnet ist. Die RFID-Einheit kann einen Sensor aufweisen.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, mit dem
während der Produktion des Holzwerkstoffproduktes relevante Prozessparameter ermittelt
und zur Regelung des Herstellverfahrens bereitgestellt werden können. Erfindungsgemäß
wird diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung von Prozessparametern bei der Herstellung
von Holzwerkstoffprodukten, insbesondere von Holzwerkstoffplatten, die unter Aufbringung
von Druck und Wärmezufuhr heißverpresst werden, sieht vor, dass in dem laufenden Herstellvorgang
zumindest eine Messeinrichtung zur Erfassung von Druck, Temperatur und/oder Feuchtigkeit
in das unverpresste Ausgangsmaterial eingebracht wird und in dem Endprodukt verbleibt
und dass die gemessenen Prozessparameter drahtlos ausgelesen werden. Durch das vorliegende
Verfahren kann vollständig auf das Entfernen der einmal eingebrachten Messeinrichtungen
verzichtet werden. Lediglich relativ kleine Messeinrichtungen oder Messgeräte müssen
in die Platte eingebracht werden, was nur einen minimalen Eingriff in den Produktionsprozess
bedingt. Die Messgeräte sind aufgrund der verfügbaren Methoden der Mikroelektronik
und Mikromechanik dergestalt miniaturisiert, dass sie einerseits ohne Beeinträchtigung
der Produktqualität in dem Produkt belassen werden können und andererseits der in
ausreichender Menge preisgünstig verfügbar sind, so dass keine Entnahme der Messgeräte
aus den fertigen Produkten aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich ist.
[0010] Die Messeinrichtung kann die Prozessparameter speichern, so dass über einen zeitlichen
Verlauf hinweg eine Veränderung der Prozessparameter verfolgt werden kann. Die Messeinrichtung
ist dabei so ausgestaltet, dass die Prozessparameter über den gesamten Heißpressvorgang
erfasst und gegebenenfalls gespeichert werden, wobei der gesamte Heißpressvorgang
mit dem Aufstreuen beginnt und auch das Abkühlen der fertigen Produkte beinhalten
kann.
[0011] Die Messeinrichtung kann mit einer Sendeeinrichtung versehen sein, so dass nach der
Messung der Prozessparameter diese aktiv gesendet werden können. Alternativ dazu kann
die Messeinrichtung als ein "Transducer" ausgebildet sein, so dass die gemessenen
und gegebenenfalls gespeicherten Prozessparameter auf Anfrage übermittelt werden.
[0012] Um ein präzises Zeitfenster zum Erfassen der Prozessparameter bereitstellen zu können,
ist vorgesehen, dass die Messeinrichtung vor dem Heißpressvorgang aktiviert wird,
so dass ein Startpunkt für die Auswertung der Prozessparameter definiert wird. Ebenfalls
kann vorgesehen sein, dass eine Deaktivierung der Messeinrichtung zu einem gewünschten,
festgelegten Zeitpunkt oder Prozessstadium erfolgt.
[0013] Das Holzwerkstoffprodukt, insbesondere die Holzwerkstoffplatte, das aus heißverpressten
Holzwerkstoffen hergestellt ist, sieht vor, dass eine Messeinrichtung in dem Holzwerkstoffprodukt
eingebracht ist, wobei die Messeinrichtung die Prozessparameter an eine externe Ausleseinheit
drahtlos übermittelt. Die Messeinrichtung kann als "Transducer" ausgebildet oder mit
einer aktiven, selbständig sendenden Sendeeinheit ausgestattet sein, um die Prozessparameter
bzw. Messdaten, die während des Heißpressvorganges ermittelt wurden, an eine externe
Ausleseeinheit zu übermitteln. Die Messeinrichtung kann die Prozessparameter speichern,
so dass keine unmittelbare Übermittlung der Daten an die Auswerte- bzw. Ausleseeinheit
erfolgen muss.
[0014] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der beigefügten Figuren
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1 -
- eine Messeinrichtung auf einer Schicht beleimter Späne oder Fasern;
- Figur 2 -
- eine eingebettete Messeinrichtung bei der Aktivierung;
- Figur 3 -
- einen Heißpressvorgang; sowie
- Figur 4 -
- einen Auslesevorgang der Prozessdaten.
[0015] In der Figur 1 ist eine erste Stufe der Herstellung eines Holzwerkstoffproduktes,
vorliegend einer Holzwerkstoffplatte, dargestellt, bei der auf einem unteren Pressblech
1 eine erste Schicht oder Lage beleimter Späne, Strands oder Fasern 2 aufgestreut
ist. Die Strands, Späne oder Fasern können auch als ein Gemisch daraus hergestellt
sein. Auf diese erste Schicht Strands, Fasern oder Späne 2 wird eine Messeinrichtung
3 in Gestalt eines miniaturisierten Messaufnehmers aufgelegt bzw. eingestreut, die
in der Lage ist, die relevanten Prozessparameter wie Druck, Temperatur und Feuchtigkeit
zu ermitteln und gegebenenfalls aufzuzeichnen.
[0016] Im weiteren Verfahren, das in der Figur 2 gezeigt ist, wird auf die erste Schicht
2 der Strands, Späne oder Fasern eine Abdeckschicht 21 aufgestreut, die bevorzugt
aus dem gleichen Werkstoff oder den gleichen Werkstoffen wie die erste Schicht 2 ausgebildet
ist. Dadurch wird die Messeinrichtung 3 innerhalb der Schicht 2, 21 der Strands, Fasern
oder Späne eingebettet, die Messeinrichtung 3 ist somit vollständig in dem Span- oder
Faserkuchen eingeschlossen und eingebettet. Oberhalb der Messeinrichtung 3 jenseits
der Schicht 21 aus Strands, Spänen oder Fasern ist eine Aktivierungseinheit 4 vorgesehen,
an der entlang die Messeinrichtung 3 vorbeigeführt wird. Alternativ dazu kann die
Aktivierungseinheit 4 an der unbewegten Schicht 2, 21 aus Strands, Fasern oder Spänen
vorbeigeführt werden, insbesondere wenn statt eines kontinuierlichen Fertigungsprozesses
die Fertigung in einer Kurztraktpresse vorgenommen wird. Nach Aktivierung der Messeinrichtung
3 beginnt diese mit der Aufzeichnung der relevanten Prozessparameter.
[0017] In der Figur 3 ist ein Ausschnitt eines Pressvorganges gezeigt, bei der die Schichten
2, 21 aus Strands, Spänen oder Fasern zusammen mit der Messeinrichtung 3 zwischen
einem unteren Pressblech 1 und einem oberen Pressblech 11 eingeschlossen sind. Die
Pressbleche 1, 11 sind in einem Winkel zueinander ausgerichtet, so dass sich der Abstand
der beiden Pressbleche 1, 11 zueinander in Transportrichtung, die durch die Pfeile
angedeutet ist, verringert. Die Pressbleche 1, 11 können als umlaufende Pressbänder
ausgebildet sein, die über Rollen und Heizeinrichtungen 5, 51 angetrieben und beheizt
werden, so dass unter Druck- und Hitzezufuhr die Holzwerkstoffe 2, 21, die mit einem
Klebstoff, Leim oder dergleichen beschichtet oder benetzt sind, zu einem Endprodukt
zusammengepresst werden. Über den gesamten Verlauf der Pressstrecke wird in der Messeinrichtung
3 die Ermittlung, Erfassung und gegebenenfalls Speicherung der Prozessparameter, wie
Druck, Temperatur und Feuchtigkeit, innerhalb der entstehenden Holzwerkstoffplatte
durchgeführt und gegebenenfalls an eine nicht dargestellte Auslese- und Auswerteeinheit
übermittelt. Sofern die Messeinrichtung 3 eine Speichereinrichtung aufweist, kann
das Auslesen der Daten auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
[0018] In der Figur 4 ist das fertige Holzwerkstoffprodukt 6 in einer verdichteten, kompakten
Gestalt dargestellt, Im Kern des Holzwerkstoffproduktes 6, vorliegend der Holzwerkstoffplatte,
ist die Messeinrichtung 3 eingebettet. Das Auslesegerät 7 ist oberhalb der Messeinrichtung
3 angeordnet und empfängt die in der Messeinrichtung 3 abgelegten Prozessparameter.
Das Auslesen kann unmittelbar nach der Beendigung des Pressvorganges erfolgen, gegebenenfalls
kann auch ein Abkühlvorgang mit erfasst werden, so dass sich die entsprechenden Veränderungen
innerhalb des Holzwerkstoffproduktes 6 erfassen lassen. Die Übermittlung und Auswertung
der Daten der Messeinrichtung 3 erfolgt drahtlos, so dass die Messeinrichtung 3, die
relativ kleine Abmessungen gegenüber dem Holzwerkstoffprodukt 6 aufweist, in dem Holzwerkstoffprodukt
6 verbleiben kann. Die Messeinrichtung 3 kann als "Transducer" ausgebildet sein, über
den auf Anforderung hin die Daten ausgelesen werden, so dass keine eigene Energieversorgung
zur Übermittlung der Prozessdaten erforderlich ist. Ebenfalls können Energiespeichereinrichtungen
für eine aktive Sendung und Übermittlung der Prozessdaten innerhalb der Messeinrichtung
3 vorhanden sein, so dass die ermittelten Prozessparameter einfach ausgelesen werden
können.
[0019] Da die Messeinrichtungen 3 in dem Holzwerkstoffprodukt 6 verbleiben, kann auch zu
einem späteren Zeitpunkt der Druck und ggf. die Feuchtigkeit innerhalb des Holzwerkstoffproduktes
6 erfasst und ausgelesen werden, so dass eine Zustandserfassung und -bestimmung des
Holzwerkstoffproduktes 6 in dessen Gebrauch möglich ist.
1. Verfahren zur Erfassung von Prozessparametern bei der Herstellung von Holzwerkstoffprodukten
aus einem Ausgangsmaterial, insbesondere Holzwerkstoffplatten, die unter Aufbringung
von Druck und Wärmezufuhr heißverpresst werden, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsmaterial (2) Strands, Fasern oder Späne aufgestreut und in dem laufenden
Herstellvorgang zumindest eine Messeinrichtung (3) zur Erfassung von Druck, Temperatur
und/oder Feuchtigkeit in das unverpresste Ausgangsmaterial (2) eingebracht wird und
in dem Endprodukt (6) verbleibt und die gemessenen Prozessparameter drahtlos ausgelesen
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (3) die Prozessparameter speichert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (3) die Prozessparameter über den gesamten Heißpressvorgang erfasst
und speichert.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (3) die gemessenen Prozessparameter aktiv sendet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (3) als Transducer ausgebildet ist und die gemessenen und gegebenenfalls
gespeicherten Prozessparameter auf Anfrage übermittelt.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (3) vor dem Heißpressvorgang aktiviert wird.
1. A method for detecting process parameters during the production of wood products from
a starting material, in particular wood boards, which are hot-pressed with the application
of pressure and the supply of heat, characterized in that strands, fibers or chips are scattered on as the starting material (2) and at least
one measuring device (3) for detecting pressure, temperature and/or moisture is introduced
into the unpressed starting material (2) in the running production process and remains
in the end product (6), and the measured process parameters are read out wirelessly.
2. The method as claimed in claim 1, characterized in that the measuring device (3) stores the process parameters.
3. The method as claimed in claim 1 or 2, characterized in that the measuring device (3) detects and stores the process parameters over the entire
hot-pressing operation.
4. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the measuring device (3) transmits the measured process parameters actively.
5. The method as claimed in one of claims 1 to 3, characterized in that the measuring device (3) is constructed as a transducer and transmits the measured
and possibly stored process parameters on request.
6. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the measuring device (3) is activated before the hot-pressing operation.
1. Procédé de détection de paramètres de processus lors de la fabrication de produits
en matériau dérivé du bois à partir d'un produit de départ, en particulier des panneaux
en matériau dérivé du bois, que l'on presse à chaud sous application de pression et
apport de chaleur, caractérisé en ce que l'on disperse comme produit de départ (2) des brins, fibres ou copeaux, et on introduit
au cours du processus de fabrication au moins un dispositif de mesure (3) pour détecter
la pression, la température et/ou l'humidité dans le produit de départ (2) non pressé
et il reste dans le produit final (6) et les paramètres de processus mesurés sont
extraits par une technologie sans fil.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de mesure (3) mémorise les paramètres de processus.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le dispositif de mesure (3) détecte et mémorise les paramètres de processus tout
au long du processus de pressage à chaud.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de mesure (3) émet activement les paramètres de processus mesurés.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif de mesure (3) est formé par un transducteur et transmet à la demande
les paramètres de processus mesurés et le cas échéant mémorisés.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de mesure (3) est activé préalablement au processus de pressage à chaud.