[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 und eine Brennkraftmaschine mit dieser Vorrichtung.
Insbesondere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Vorrichtung zur Entnahme
eines Abgasteilstroms aus einer Abgasleitung einer Brennkraftmaschine sowie auf eine
Brennkraftmaschine mit einem Abgasrückführsystem.
[0002] Bei Verbrennungsmotoren wird zur Verringerung der Menge an Stickoxidemissionen (NOx-Emissionen)
eine Abgasrezirkulation verwendet. Die Abgasrezirkulation beinhaltet eine Entnahme
eines Abgasteilstroms aus einer Abgasleitung der Brennkraftmaschine und eine Rückführung
dieses Teilstroms in den Einlassdurchgang der Brennkraftmaschine. Das in den Einlass
der Brennkraftmaschine eingeleitete Abgas wirkt als inertes Gas, welches die Oxidation
von Stickstoff zu Stickoxiden vermindert.
[0003] Zum Erzielen einer Strömung des Abgasteilstroms müssen bestimmte Druckverhältnisse
vorliegen. Insbesondere ist eine grundlegende Bedingung, dass der Druck des Abgasteilstroms
an der Position des Einlasses zumindest genauso groß wie der Druck der im Einlassdurchgang
strömenden Luft ist. Zur Überwindung von Strömungswiderständen und zur Verbesserung
des Ansprechverhaltens der Regelung der Abgasrückführung sollte der Druck des Abgasteilstroms
jedoch um ein gewisses Ausmaß höher als derjenige im Einlassdurchgang sein.
[0004] Bei Brennkraftmaschinen, die als Saugmotoren bezeichnet werden, ist der Druck im
Einlassdurchgang gegenüber dem Umgebungsdruck verringert. Ferner ist der Druck des
Abgases am Auslassdurchgang gegenüber dem Umgebungsdruck erhöht. Somit kann bei den
genannten Saugmotoren durch Herstellen einer Verbindung und Steuern eines Ventils
in dieser Verbindung der Abgasteilstrom in den Einlassdurchgang eingeleitet werden.
[0005] Es sind jedoch Brennkraftmaschinensysteme bekannt, bei denen der Druck im Einlassdurchgang
gegenüber dem Umgebungsdruck erhöht wird. Diese Brennkraftmaschinen umfassen beispielsweise
Zweitaktbrennkraftmaschinen, insbesondere Zweitaktdieselbrennkraftmaschinen sowie
alle mit Hilfe eines Turboladers oder Kompressors aufgeladenen Brennkraftmaschinen.
Bei solchen Brennkraftmaschinen ergibt sich ein Druckverhältnis zwischen dem Druck
am Einlassdurchgang und dem Druck am Auslassdurchgang, das eine auf der Druckdifferenz
basierende Strömung vom Auslassdurchgang zum Einlassdurchgang unmöglich macht. Hierzu
sind nach dem Stand der Technik verschiedene Technologien zum Einleiten des Abgasteilstroms
in den Einlassdurchgang bekannt. Insbesondere werden Gebläse bzw. Verdichter eingesetzt,
um den Druck des Abgasteilstroms über denjenigen im Einlassdurchgang zu erhöhen.
[0006] Im Stand der Technik nach
US-A 3 579 981 ist ein Auslassventil einer Brennkraftmaschine offenbart, bei dem der Abgasstrom
in Abhängigkeit von Strömungsverhältnissen hinter einem Ventilteller aufgeteilt werden
kann. Mit dieser Vorrichtung sollen Ruß beladene Abgasanteile von weniger beladenen
Anteilen getrennt werden.
[0007] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Entnahme eines
Abgasteilstroms aus einer Abgasleitung einer Brennkraftmaschine zu schaffen, mit der
der Abgasteilstrom mit einfachen Mitteln in den Einlassdurchgang einer Brennkraftmaschine
eingeleitet werden kann. Insbesondere ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Brennkraftmaschine mit einem Abgasrückführsystem zu schaffen, die mit einfachen
Mitteln die Problematik der vorstehend angegebenen ungünstigen Druckverhältnisse von
Auslassdurchgang und Einlassdurchgang überwinden kann. Außerdem ist es die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, eine Brennkraftmaschine zu schaffen, die die Vorrichtung
zur Entnahme eines Abgasteilstroms vorteilhaft nutzt.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms
aus einer Abgasleitung einer Brennkraftmaschine gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0009] Gemäß einem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung
zur Entnahme eines Abgasteilstroms aus einer Abgasleitung einer Brennkraftmaschine
mit einer in die Abgasleitung mündenden Teilabgasleitung zur Verfügung gestellt, deren
Eingangsbereich im Wesentlichen entgegengesetzt zum Abgasstrom angeordnet ist, so
dass der Abgasteilstrom unter Ausnutzung des dynamischen Drucks des Abgasstroms in
die Öffnung der Teilabgasleitung eintreten kann, wobei die Vorrichtung die Merkmale
von Anspruch 1 aufweist.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Eingangsbereich
in einem Teilquerschnittsbereich der Abgasleitung angeordnet, in dem zumindest in
einem vorbestimmten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine eine über den Teilquerschnitt
gemittelte Strömungsgeschwindigkeit des Abgasstroms höher als eine über den Gesamtquerschnitt
gemittelte Strömungsgeschwindigkeit des gesamten Abgasstroms ist.
[0011] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist der Eingangsbereich der Teilabgasleitung in
Strömungsrichtung unmittelbar nach einem Strömungssteuerorgan angeordnet.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Eingangsbereich
in einem Bereich der Abgasleitung angeordnet, in dem bezogen auf den Gesamtquerschnitt
der Abgasleitung zumindest in einem vorbestimmten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
Strömungsgeschwindigkeitsspitzen im Verlauf eines Öffnungsvorgangs des Strömungssteuerorgans
auftreten.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Druck
in der Teilabgasleitung bei Entnahme des Teilabgasstroms zumindest in einem vorbestimmten
Betriebsbereich der Brennkraftmaschine höher als der Druck in der Abgasleitung ohne
Entnahme des Teilabgasstroms.
[0014] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist das Strömungssteuerorgan ein Auslassventil der
Brennkraftmaschine.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Strömungssteuerorgan
als Tellerventil mit einem Ventilteller und einem Ventilschaft ausgebildet, wobei
der Ventilschaft von dem Eingangsbereich der Teilabgasleitung umgriffen ist.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Teilabgasleitung
und/oder der Eingangsbereich der Teilabgasleitung koaxial in der Abgasleitung angeordnet.
[0017] Gemäß der vorliegenden Erfindung bildet eine innere Kontur der Teilabgasleitung im
Bereich des Eingangsbereichs einen Diffusor.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Teilabgasleitung
im Bereich des Eingangsbereichs als Staurohr ausgebildet.
[0019] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Teilabgasleitung mit einer Strömungssteuereinrichtung
versehen, mit der die Strömung in der Teilabgasleitung gesteuert wird.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Strömung
in der Teilabgasleitung durch die Strömungssteuereinrichtung in Abhängigkeit von der
Strömungscharakteristik in der Abgasleitung und/oder von dem Betriebszustand der Brennkraftmaschine
gesteuert.
[0021] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Strömungssteuereinrichtung ein in der Teilabgasleitung
vorgesehenes Ventil, das betätigt wird, um die Strömung zwischen der Teilabgasleitung
und der Abgasleitung zuzulassen und zu unterbinden.
[0022] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist die Strömungssteuereinrichtung ein Tellerventil.
[0023] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Strömungssteuereinrichtung
aus einem am Eingangsbereich der Teilabgasleitung vorgesehenen Ventilsitz und einem
koaxial zum Ventilschaft des Strömungssteuerorgans verschiebbaren Ventilkörper aufgebaut,
wobei der Ventilkörper in Anlage an den Ventilsitz gebracht und von diesem abgehoben
werden kann, um den Eingangsbereich der Teilabgasleitung zu schließen bzw. zu öffnen.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Ventilkörper
in Strömungsrichtung des Teilabgasstroms hinter dem Eingangsbereich der Teilabgasleitung
gelegen.
[0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Strömungssteuereinrichtung
synchron mit der Betätigung des Auslassventils betätigbar.
[0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in der Abgasleitung
ein durch ein Drosselventilstellglied verstellbares Drosselventil vorgesehen, mit
dem ein Gegendruck in der Abgasleitung einstellbar ist.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Drosselventilstellglied
als Nockenmechanismus ausgebildet.
[0028] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind das Drosselventilstellglied
und ein für die Strömungssteuereinrichtung vorgesehenes Stellglied kinematisch miteinander
gekoppelt.
[0029] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Strömungssteuereinrichtung
in vorbestimmten Betriebszuständen der Brennkraftmaschine, insbesondere bei Unterschreiten
einer Mindestdrehzahl der Brennkraftmaschine, geschlossen gehalten.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist in der Teilabgasleitung
ein Rückschlagventil vorgesehen, das eine Rückströmung zum Eingangsbereich der Teilabgasleitung
verhindert.
[0031] Gemäß einem zweiten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine Brennkraftmaschine
mit einer Vorrichtung nach dem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung zur
Verfügung gestellt, deren Teilabgasleitung eine direkt oder indirekt mit mindestens
einem Verbrennungsraum der Brennkraftmaschine verbundene Abgasrezirkulationsleitung
darstellt.
[0032] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Brennkraftmaschine
eine Zweitakt-DieselBrennkraftmaschine mit Spülluftgebläse und/oder Turboaufladung.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Brennkraftmaschine
eine Viertaktbrennkraftmaschine mit Turboaufladung.
[0034] Gemäß einem dritten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine Brennkraftmaschine
mit einer Vorrichtung nach dem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung zur
Verfügung gestellt, wobei die Teilabgasleitung mit einer Turbine eines Turboladers
und/oder einer Hilfseinrichtung verbunden ist, so dass der Turbolader und/oder die
Hilfseinrichtung zumindest teilweise mit dem Teilabgasstrom betrieben werden.
[0035] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann bei der Brennkraftmaschine
gemäß dem dritten Gesichtpunkt der Erfindung die Hilfseinrichtung wahlweise die durch
die Turbine erzeugte Leistung der Brennkraftmaschine zuführen.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann bei der Brennkraftmaschine
gemäß dem dritten Gesichtpunkt der Erfindung die Turbine die Leistung über ein Getriebe
der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine zuführen.
[0037] Gemäß einem vierten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird eine Brennkraftmaschine
mit einer Vorrichtung nach dem ersten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung zur
Verfügung gestellt, die ferner mit einem druckbetätigten Stellglied versehen ist,
das mit dem durch die Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms entnommenen Teilabgasstrom
betreibbar ist.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0038] Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen auf der Grundlage der folgenden
Zeichnungen näher erläutert, die verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung zeigen.
[0039] Fig. 1 zeigt ein Abgasrückführsystem für eine Brennkraftmaschine, auf das die Vorrichtung
zur Entnahme eines Abgasteilstroms gemäß der Erfindung anwendbar ist.
[0040] Fig. 2 stellt ein Auslassventil in leicht geöffneter Stellung mit direkt gekoppeltem
Ringschieber gemäß einem ersten Vergleichsbeispiel dar, das auf das Abgasrückführsystem
von Fig. 1 anwendbar ist.
[0041] Fig. 3 stellt das Auslassventil in vollständig geöffneter Stellung mit direkt gekoppeltem
Ringschieber gemäß dem ersten Vergleichsbeispiel dar, das auf das Abgasrückführsystem
von Fig. 1 anwendbar ist.
[0042] Fig. 4 zeigt eine Abwicklung des Ringschiebers dar, der in dem ersten Vergleichsbeispiel
verwendet wird.
[0043] Fig. 5 zeigt ein Auslassventil mit einer Kopplung des Auslassventilantriebs mit einer
Drosselvorrichtung im Auslasskanal und einem gesteuerten Entnahmeventil zur Abgasrückführung
gemäß einem zweiten Vergleichsbeispiel, das auf das Abgasrückführsystem von Fig. 1
anwendbar ist.
[0044] Fig. 6 zeigt ein Auslassventil mit koaxialer Anordnung des Entnahmeventils im Auslasskanal
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung, das auf das Abgasrückführsystem
von Fig. 1 anwendbar ist.
[0045] Fig. 7 zeigt ein gegenüber demjenigen von Fig. 1 abgewandeltes Brennkraftmaschinensystem,
bei dem die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Betreiben einer Niederdruckturbine eingesetzt
wird.
[0046] Fig. 8 zeigt ein gegenüber demjenigen von Fig. 1 abgewandeltes Brennkraftmaschinensystem,
bei dem die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Betreiben einer Hilfseinrichtung eingesetzt
wird.
[0047] Fig. 9 zeigt ein gegenüber demjenigen von Fig. 1 abgewandeltes Brennkraftmaschinensystem,
bei dem die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Antrieben einer Kurbelwelle der Brennkraftmaschine
eingesetzt wird.
[0048] Fig. 10 zeigt ein gegenüber demjenigen von Fig. 1 abgewandeltes Brennkraftmaschinensystem,
bei dem die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Betreiben eines druckbetätigten Stellglieds
eingesetzt wird.
BEVORZUGTE AUSFÜHRUNGSBEISPIELE DER ERFINDUNG
[0049] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung und Vergleichsbeispiele,
die nicht Teil der vorliegenden Erfindung sind, unter Bezugnahme auf die Figuren beschrieben.
Es ist anzumerken, dass die Beschreibung der Ausführungsbeispiele dazu dienen soll,
konkrete Ausführungsformen der in den Ansprüchen definierten Erfindung näher zu beschreiben.
Merkmale der einzelnen Ausführungsbeispiele können sinnvoll miteinander kombiniert
werden, so dass weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung für den Fachmann
offensichtlich sind, die innerhalb des Schutzbereichs der Ansprüche liegen.
ERLÄUTERUNG DES ABGASRÜCKFÜHRSYSTEMS
[0050] Fig. 1 stellt schematisch ein Abgasrückführsystem für eine Brennkraftmaschine dar.
Das Abgasrückführsystem von Fig. 1 ist beispielhaft auf einen Zweitaktdieselverbrennungsmotor
mit Turboaufladung angewendet.
[0051] Die hier dargestellte Brennkraftmaschine weist einen Zylinder 2 und einen Kolben
5 auf, durch den eine Brennkammer 3 begrenzt wird. Durch die Bewegung des Kolbens
5 innerhalb des Zylinders 2 ist das Arbeitsvolumen der Brennkammer 3 variabel.
[0052] Der Kolben 5 ist mit einer nicht dargestellten Kurbelwelle über eine nicht dargestellte
Kolbenstange verbunden. Die Bewegung des Kolbens 5 innerhalb des Zylinders 2 wird
in bekannter Weise in eine Drehbewegung der Kurbelwelle umgewandelt. Durch Verbrennung
eines Luft-Kraftstoff-Gemischs entstehende mechanische Leistung wird über die Kurbelwelle
entnommen.
[0053] Im unteren Bereich des Zylinders 2 sind Lufteinlassschlitze 4 vorgesehen, die im
Betrieb der Brennkraftmaschine vom Kolben 5 überstrichen werden. Auf diese Weise werden
die Lufteinlassschlitze 4 des Zylinders 2 als Einlassventile gesteuert. Sobald der
Kolben 5 eine vorbestimmte untere Stellung erreicht hat, werden die Lufteinlassschlitze
nämlich geöffnet, so dass Luft bzw. ein Luft-Abgas-Gemisch in den Zylinder eingeführt
werden kann.
[0054] Ein nicht dargestelltes Einspritzventil ist so am Zylinder angeordnet, dass durch
dieses Kraftstoff in die Brennkammer 3 eingeleitet werden kann. Alternativ können
auch mehrere Einspritzventile mit gleichen oder unterschiedlichen Eigenschaften oder
Ansteuerungen vorgesehen werden.
[0055] An der Oberseite des Zylinders ist ein Auslassventil 1 vorgesehen. Dieses Auslassventil
1 ist als Tellerventil ausgebildet und in den Figuren 2 - 5 genauer dargestellt. Obwohl
in den Ausführungsbeispielen ein Auslassventil dargestellt ist, können auch mehrere
Auslassventile mit dem erfindungsgemäßen Aufbau vorgesehen werden. Alternativ kann
auch ein oder mehrere herkömmliche Auslassventile zusätzlich zu dem einen oder den
mehreren erfindungsgemäßen Auslassventilen vorgesehen werden.
[0056] Die Brennkraftmaschine weist ferner eine Einlasssammeleinrichtung in der Gestalt
eines Einlasssammelrohrs 8 und eine Auslasssammeleinrichtung in der Gestalt eines
Auslasssammelrohrs 9 auf. Das Einlasssammelrohr 8 ist über einen Einlassdurchgang
6 mit den Lufteinlassschlitzen 4 verbunden. Das Auslasssammelrohr 9 ist über einen
Auslassdurchgang 7 mit dem Auslassventil 1 verbunden, so dass die Brennkammer 3 bei
geöffnetem Auslassventil 1 über den Auslassdurchgang 7 mit dem Auslasssammelrohr 9
in Verbindung steht.
[0057] Abgas im Auslasssammelrohr 9 wird in dem hier dargestellten Beispiel über ein Abgasleitungselement
24 einem Turbolader 20 zugeführt. Der Turbolader 20 funktioniert in bekannter Weise,
so dass mit Hilfe der Abgasenergie der Druck am Einlass der Kraftmaschine erhöht werden
kann. Der Turbolader 20 weist eine Turbine 21, einen Verdichter 22 sowie eine Turboladerwelle
23 auf, die die Turbine 21 und den Verdichter 22 verbindet. Abgas mit einem bestimmten
Druck, der über dem Umgebungsdruck liegt, wird über das Abgasleitungselement 24 der
Turbine 21 zugeführt. In der Turbine 21 wird das Abgas entspannt, so dass die enthaltene
Energie auf die Turboladerwelle 23 übertragen wird. Das entspannte Abgas wird über
ein Abgasleitungselement 27 ausgestoßen.
[0058] Die an der Turboladerwelle 23 anstehende Leistung wird verwendet, um den Verdichter
22 zu betreiben. Dieser verdichtet über das Einlassleitungselement 26 eingeführte
Einlassluft und stößt die verdichtete Einlassluft über ein Einlassleitungselement
25 aus.
[0059] Ein Ladeluftkühler 28 ist vorgesehen, um die mit Druck beaufschlagte Einlassluft
zu kühlen, deren Temperatur durch den Kompressionsvorgang erhöht wurde. Dadurch wird
eine Verbesserung des Füllgrads der Brennkraftmaschine erzielt. Die abgekühlte Einlassluft
wird durch ein Einlassleitungselement 29 und ein Einlassleitungselement 17 dem Einlasssammelrohr
8 zugeführt.
[0060] Wie vorstehend angegeben ist, wird der Druck am Einlass der Brennkraftmaschine durch
den Turbolader 20 erhöht. Der Druck kann jedoch auch ohne einen Turbolader 20 durch
Verwendung eines nicht dargestellten Gebläses erhöht werden, welches durch einen Elektromotor
oder die an der Kurbelwelle anliegende Leistung angetrieben wird. In jedem Fall ist
bei diesem Zweitaktdieselverbrennungsmotor der Druck am Einlass, insbesondere an den
Lufteinlassschlitzen 4 gegenüber dem Umgebungsdruck erhöht, so dass sich ein guter
Spülwirkungsgrad ergibt, so dass das verbrannte Gemisch ausreichend durch Frischluft/Frischgas
ersetzt werden kann.
[0061] Das Abgasrückführsystem für die Brennkraftmaschine weist eine Abgasrückführleitung
auf, die aus Abgasteilstromleitungselementen 12, 13, 14 und 16 besteht. Im Bereich
des Auslassventils 1 wird ein Abgasteilstrom entnommen und in das Abgasteilstromleitungselement
12 eingeleitet. Stromabwärts des Abgasteilstromleitungselements 12 ist ein Rezirkulationsgassammelrohr
10 vorgesehen. Von diesem Sammelrohr führt das Abgasteilstromleitungselement 13 zu
einem Rückführgaskühler 11, der das rückgeführte Abgas kühlt. Das Rückführgas wird
durch das Abgasteilstromleitungselement 14 zu einem Rückschlagventil 15 geführt, welches
verhindert, dass das Rückführgas in die Richtung des Auslassventils zurückströmt.
Es ist anzumerken, dass das Rückschlagventil 15 nicht zwingend erforderlich ist und
weggelassen werden kann.
[0062] Von dem Rückschlagventil 15 wird das Rückführgas über das Abgasteilstromleitungselement
16 zu einem Verbindungspunkt zwischen den Einlassleitungselementen 17 und 29 geführt,
die das verdichtete Einlassgas zu dem Einlasssammelrohr 8 führen.
[0063] Zusätzlich oder alternativ zu dem Rückschlagventil 15 kann ein Rückschlagventil 15a
in dem Abgasteilstromleitungselement 12 vor dem Rezirkulationsgassammelrohr 10 vorgesehen
werden. Dieses Rückschlagventil 15a wird vorzugsweise bei einer Brennkraftmaschine
mit mehreren Zylindern verwendet, um ein Rückströmen des in einem Zylinder entnommenen
Abgasteilstroms durch das Rezirkulationssammelrohr 10 in einen anderen Zylinder zu
verhindern. Es ist anzumerken, dass das Rückschlagventil 15a ebenfalls nicht zwingend
erforderlich ist und insbesondere bei einer Brennkraftmaschine mit nur einem Zylinder
weggelassen werden kann.
[0064] Außerdem kann sowohl das Rückschlagventil 15 als auch das Rückschlagventil 15a durch
ein aktiv angesteuertes Ventil ersetzt werden, das beispielsweise durch ein mechanisches
oder elektromagnetisches Stellglied mit einer optimierten Zeitabstimmung betätigt
werden kann.
[0065] Unter Verwendung der nachstehend näher erläuterten erfindungsgemäßen Abgasentnahmevorrichtung
ist der Druck des Abgases, das in dem Abgasteilstromleitungselement 16 an dem vorstehend
genannten Verbindungspunkt zwischen den Einlassleitungselementen 17 und 29 eingeleitet
wird, höher als der Druck des Einlassgases, das in dem Einlassleitungselement 29 zum
Verbindungspunkt geleitet wird. Somit kann der am Auslassventil 1 entnommene Abgasteilstrom
in das Einlasssammelrohr 8 der Brennkraftmaschine eingeleitet werden.
[0066] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele und Vergleichsbeispiele des Auslassventils
1 dargestellt, das eine Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms aus der Abgasleitung
der Brennkraftmaschine aufweist. Die spezielle Ausgestaltung dieser Vorrichtung Entnahme
des Abgasteilstroms ermöglicht die Einleitung des Abgasteilstroms in das Einlasssammelrohr
8 des in Fig. 1 dargestellten Systems, wie vorstehend erläutert ist.
[0067] Ferner ist diese Vorrichtung zur Entnahme des Abgasteilstroms auf die in den Figuren
7-10 dargestellten Brennkraftmaschinensysteme anwendbar.
ERSTES VERGLEICHSBEISPIEL
[0068] Fig. 2 zeigt das Auslassventil in leicht geöffneter Stellung mit direkt gekoppeltem
Ringschieber gemäß dem ersten Vergleichsbeispiel, das auf das Abgasrückführsystem
von Fig. 1 anwendbar ist.
[0069] Das Auslassventil 1 ist ein sogenanntes Tellerventil, das einen Ventilteller 101
und einen Ventilschaft 102 aufweist. Der Ventilschaft 102 ist in einer Lagerbuchse
103 translatorisch und rotatorisch bewegbar gelagert. Die Lagerbuchse 103 ist in eine
Bohrung in einen Zylinderkopf 111 beispielsweise durch Einpressen eingebracht.
[0070] Der kreisförmige Ventilteller 101 wirkt mit einem Ventilsitz 104 so zusammen, dass
bei Anlage des Ventiltellers 101 am Ventilsitz 104 eine Strömung durch das Auslassventil
1, insbesondere durch einen radialen Spalt zwischen dem Ventilteller 101 und dem Ventilsitz
104 unterbunden wird und das Auslassventil 1 geschlossen ist.
[0071] Zum Öffnen des Auslassventils 1 wird der Ventilschaft 102 mit einem nicht dargestellten
Betätigungsmechanismus, wie z.B. einer Nockenwelle mit Tassenstößeln, Kipphebeln oder
einer Hydraulikeinrichtung axial betätigt, so dass der Ventilteller 101 sich vom Ventilsitz
104 gegen die Vorspannung durch eine nicht dargestellte Ventilfeder, wie z.B. eine
Luftfeder abhebt. Die Betätigung des Auslassventils 1 kann jedoch auf jede beliebige
Art erfolgen, solange die eigentliche Funktion des Auslassventils 1 gewährleistet
ist. Abgas in der Brennkammer 3 kann so durch den sich ergebenden Ringspalt zwischen
dem Ventilteller 101 und dem Ventilsitz 104 strömen. In dieser Stellung ist das Auslassventil
geöffnet.
[0072] Im Zylinderkopf 111 ist angrenzend an den Ventilsitz 104 eine Auslasskammer 105 vorgesehen.
Diese Auslasskammer 105 stellt einen Raum zur Verfügung, durch den das durch das geöffnete
Auslassventil 1 strömende Abgas hindurch treten kann. Die Auslasskammer 105 ist mit
einem in Fig. 1 dargestellten Auslassdurchgang 7 verbunden. Somit kann bei geöffnetem
Auslassventil 1 das Abgas durch die Auslasskammer 105 in den Auslassdurchgang 7 eintreten.
[0073] Im Folgenden wird die besondere Ausgestaltung des Auslassventils 1 beschrieben, die
die Entnahme des Abgasteilstroms ermöglicht. Koaxial um den Ventilschaft 102 angeordnet
ist ein Abgasentnahmedurchgang 106 vorgesehen. Dieser Abgasentnahmedurchgang 106 weist
einen Ringspalt 120 auf, der zwischen einem äußeren koaxialen Element 112 und einem
inneren koaxialen Element 113 des Zylinderkopfs 111 gebildet wird. Das innere koaxiale
Element 113 ist gleichzeitig zum Stützen der Lagerbuchse 103 für den Ventilschaft
102 vorgesehen. Der zwischen den Elementen 112 und 113 gebildete Ringspalt 120 setzt
sich in den Abgasentnahmedurchgang 106 fort. Am unteren Ende, insbesondere dem Ende
der Elemente 112 und 113, die zu dem Ventilteller 101 weisen, ist ein Tubus 107 vorgesehen.
Dieser Tubus 107 ist an dem äußeren koaxialen Element 112 angebracht, so dass der
Tubus 107 eine axiale Verlängerung des koaxialen Elements 112 und gleichzeitig den
Eingangsbereich des Abgasentnahmedurchgangs 106 bildet. Am unteren Ende des Tubus
107 ist ein Drehschieberventil 130 gebildet, welches einen Spalt zwischen dem Tubus
107 und dem äußeren Umfang des Ventilschafts 102 öffnen und schließen kann. Dieses
Drehschieberventil 130 wird im Folgenden genauer beschrieben.
[0074] An dem Ventilschaft 102 ist in dem Bereich des unteren Endes des Tubus 107 ein Abschnitt
mit vergrößertem Durchmesser vorgesehen, der im Folgenden als Betätigungsabschnitt
108 bezeichnet wird. An diesem Betätigungsabschnitt 108 ist eine innere Ringspalthülse
110 befestigt. Axial außerhalb des Betätigungsabschnitts 108 ist eine äußere Ringspalthülse
109 vorgesehen, die an dem inneren koaxialen Element 113 angebracht ist. Die innere
Ringspalthülse 110 kann mit dem Ventilschaft 102 gegenüber der äußeren Ringspalthülse
110 verdreht werden.
[0075] Fig. 4 zeigt eine Abwicklung der äußeren Ringspalthülse 109 und der inneren Ringspalthülse
110 in Draufsicht und Schnittansicht. Hierbei wird die Konstruktion der Hülsen mit
übereinander liegenden und relativ zueinander verschiebbaren Schlitzen erkennbar,
deren Funktion im Folgenden näher erläutert wird.
[0076] Dabei wird die Drehbarkeit, und insbesondere die gezielte Verdrehung des Ventilschafts
102 durch einen hierfür vorgesehenen Mechanismus genutzt, der bei solchen Brennkraftmaschinen
schon vorgesehen ist, um ein Einlaufen der Ventilsitze zu vermindern und die Schmierung
der Ventilschäfte zu verbessern.
[0077] Die Ringspalthülsen 110 und 109 weisen komplementäre Schlitze bzw. Öffnungen auf,
die einen Durchgang von Abgas ermöglichen, wenn die Schlitze bzw. Öffnungen beider
Ringspalthülsen 110 und 109 übereinander liegen. Bei Verdrehung der Ringspalthülsen
110 und 109 wird der Durchgang unterbrochen.
[0078] Somit ist im Ringspalt zwischen dem Tubus 107 und der dem Ventilschaft 102 ein Drehschieberventil
130 ausgebildet, das mit der Verdrehung des Ventilschafts 102 geöffnet und geschlossen
werden kann.
[0079] Die Funktion des Auslassventils 1 gemäß dem ersten Vergleichsbeispiel wird unter
Bezugnahme auf die Figuren 2 - 4 näher beschrieben.
[0080] Am Ende des Verbrennungstakts des Zweitaktdieselverbrennungsmotors wird in bekannter
Weise das Auslassventil 1 geöffnet, so dass das Abgas aus der Brennkammer 3 über die
Auslasskammer 105 und den Auslassdurchgang 7 ausgestoßen werden kann. Diese Stellung
ist in Fig. 1 gezeigt. Kurz vor dem Öffnen des Auslassventils 1 befindet sich die
Brennkammer 3 noch auf einem relativ hohen Druck, so dass durch das geringfügige Öffnen
des Auslassventils 1 durch Abheben des Ventiltellers 101 von dem Ventilsitz 104 Abgas
mit hoher Geschwindigkeit durch den sich ergebenden engen Ringspalt strömt.
[0081] In Fig. 2 ist die Strömung durch den Ringspalt des Ventils 1 kurz nach dem Abheben
des Ventiltellers 101 vom Ventilsitz 104 schematisch dargestellt. Hierbei ist erkennbar,
dass die Strömung des Abgases durch den Ringspalt des Ventils 1 radial nach innen
in Richtung auf den Ventilschaft 102 verläuft. Die Konzentration der Stromlinien bedeutet
unter Berücksichtigung der Kontinuitätsgleichung eine erhöhte Strömungsgeschwindigkeit,
wohingegen im radial äußeren Bereich die Strömungsgeschwindigkeit gering ist.
[0082] In dieser Situation, nämlich kurz nach dem Öffnen des Auslassventils 1 bzw. mit noch
geringfügiger Öffnungsstellung des Auslassventils 1 strömt das Abgas in die Auslasskammer
105 und trifft auf die untere Öffnung zwischen dem Ventilschaft und dem Tubus 107,
nämlich auf den Eingangsbereich des Abgasentnahmedurchgangs 106. Dabei wird in einer
optimierten Zeitabstimmung durch Verdrehen des Auslassventils 1 der Ringschieber 130
geöffnet, so dass das Abgas in den Ringspalt zwischen Ventilschaft 102 und Tubus 107
eintreten kann. Durch die hohe Geschwindigkeit bei geringfügiger Öffnung des Auslassventils
1 tritt das Abgas bei geöffnetem Ringschieber 130 ohne Schwierigkeiten in den Ringspalt
ein. Dabei wird der dynamische Druck des Abgases verwendet, so dass sich in dem Abgasentnahmedurchgang
106 nach Beruhigung der Strömung ein erhöhter Gesamtdruck des Abgases ergibt.
[0083] Hierbei ergibt sich die Erhöhung des Gesamtdrucks aus der Nutzung des dynamischen
Drucks des Abgases aufgrund seiner hohen Strömungsgeschwindigkeit. Die spezielle Anordnung
des Eingangsbereichs des Abgasentnahmedurchgangs 106 in einem Teilquerschnittsbereich
der Auslasskammer 105, in dem die über den Teilquerschnitt gemittelte Strömungsgeschwindigkeit
des Abgases höher als eine über den Gesamtquerschnitt der Auslasskammer 105 gemittelte
Strömungsgeschwindigkeit ist, bewirkt eine Erhöhung des Gesamtdrucks des Abgases,
der als Abgasteilstrom entnommen werden kann.
[0084] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn der Eingangsbereich des Abgasentnahmedurchgangs
106 nur in dem Zeitintervall geöffnet wird, in dem eine Erhöhung des Gesamtdrucks
mithilfe des dynamischen Drucks überhaupt möglich ist. Hierbei hat sich herausgestellt,
dass bei geringfügig geöffnetem Auslassventil 1, d.h. bei Beginn der Ausströmung des
Abgases aus dem Ringspalt zwischen dem Ventilteller 101 und dem Ventilsitz 104 die
oben angegebenen gemittelten Druckverhältnisse in den Querschnittsbereichen in der
Auslasskammer 105 eine Erhöhung des Gesamtdrucks im Abgasentnahmedurchgang 106 ermöglichen.
Daher wird nur in diesem Zeitintervall der Ringschieber 130 geöffnet und ansonsten
geschlossen gehalten, wie im Folgenden diskutiert wird.
[0085] In Fig. 3 ist das Auslassventil 1 in geöffneter Stellung dargestellt. Dabei ist der
Ringspalt zwischen dem Ventilteller 101 und dem Ventilsitz 104 vergrößert, so dass
die Strömungsgeschwindigkeit einerseits aufgrund des großen Querschnitts des Ringspalts,
andererseits aufgrund der bereits vorher stattgefundenen Entspannung des Abgases in
der Brennkammer verringert ist, wie durch die schematisch dargestellten Stromlinien
deutlich wird. In dieser Situation kann der dynamische Druck des Abgases den Gesamtdruck
in dem Abgasentnahmedurchgang nicht erhöhen. Daher ist in dieser Stellung durch Verdrehen
des Ventilschafts der Ringschieber geschlossen und tritt der Hauptteil des Abgases
durch den Auslassdurchgang 7 aus.
[0086] Durch Optimieren der Größenverhältnisse der Ringspalte sowie der Zeitabstimmungen
der Ventilöffnung und der Betätigung des Ringspalts durch Verdrehen des Ventilschafts
102 wird somit der Gesamtdruck in dem Abgasentnahmedurchgang 106 soweit erhöht, dass
die Einleitung des Abgasteilstroms in den Einlasssammeldurchgang 8 möglich ist, da
die ausreichende Druckdifferenz bezüglich des Drucks in dem Einlasssammelrohr 8 vorhanden
ist.
ZWEITES VERGLEICHSBEISPIEL
[0087] Fig. 5 ist eine schematische Darstellung eines Auslassventils 1 mit Kopplung des
Ventilantriebs mit einer Drosselvorrichtung im Auslassdurchgang 7 und einem gesteuerten
Entnahmeventil zur Abgasrückführung gemäß dem zweiten Vergleichsbeispiel.
[0088] Das Auslassventil 1 gemäß dem vorliegenden zweiten Vergleichsbeispiel weist einen
Ventilteller 201 und einen Ventilschaft 202 auf. Ebenso ist bei dem Auslassventil
1 des zweiten Vergleichsbeispiel ein Tubus 207 vorgesehen, der in Fig. 5 lediglich
schematisch dargestellt ist. Die Lagerung des Ventilschafts 202 sowie die koaxiale
Anordnung von inneren und äußeren koaxialen Elementen des Zylinderkopfs 211 sind ähnlich
wie im ersten Vergleichsbeispiel ausgeführt.
[0089] Der Unterschied zum ersten Vergleichsbeispiel liegt in der Steuerung der Abgasströmung
durch den Abgasentnahmedurchgang 206.
[0090] Stromabwärts des Ringspalts zwischen Ventilschaft 202 und Tubus 207, durch den der
Abgasteilstrom in den Tubus 207 eintritt, ist ein Tellerventil 230 vorgesehen, das
einen Ventilteller 209 und einen Ventilsitz 210 aufweist, der am Abgasentnahmedurchgang
206 vorgesehen ist. Der Ventilteller 209 kann mit Hilfe einer Feder 208b gegen den
Ventilsitz 210 gepresst werden, so dass der Abgasentnahmedurchgang 206 verschlossen
wird. Ein Kipphebel 208a ist vorgesehen, der mit einem Ventilschaft 209a des Entnahmeventils
230 verknüpft ist.
[0091] Somit kann durch den Kipphebel 208a der Ventilteller 209 von dem Ventilsitz 210 abgehoben
werden, so dass die Verbindung zwischen dem Abgasentnahmedurchgang 206 und dem in
Fig. 1 gezeigten Rückführgasleitungselement 12 hergestellt wird. Der Kipphebel 208a
wird mit einem Nocken 208c betätigt, der über ein Kraftübertragungselement, wie z.
B. eine Kette 208d angetrieben wird. Dieses Kraftübertragungselement ist mit der Nockenwelle
208e der Brennkraftmaschine, die die das Auslassventil 1 betätigt, entweder direkt
oder über einen weiteren Getriebemechanismus verbunden, so dass das Abgasentnahmeventil
230 übereinstimmend mit dem Betrieb der Nockenwelle 208e geöffnet und geschlossen
wird.
[0092] Die Betriebsweise des Auslassventils 1 des zweiten Vergleichsbeispiels ist derjenigen
des ersten Vergleichsbeispiels ähnlich. Bei geringfügiger Öffnung des Auslassventils
1, wenn ein geringfügiger Ringspalt zwischen dem Ventilteller 201 und dem Ventilsitz
204 vorhanden ist, strömt das Abgas mit hoher Geschwindigkeit in den Tubus 207 ein,
wobei in diesem Fall das Abgasentnahmeventil 230 durch mit der Nockenwelle 208e gekoppelte
Betätigung geöffnet wird. Bei weitergehender Öffnung des Auslassventils 1 wird das
Abgasentnahmeventil 230 wiederum geschlossen, so dass der erhöhte dynamische Druck
bei geringfügiger Öffnung des Auslassventils 1 im Auslasstakt der Brennkraftmaschine
zur Erhöhung des Gesamtdrucks in dem Abgasentnahmedurchgang 206 verwendet werden kann.
Ferner wird durch Schließen des Abgasentnahmeventils 230 eine Rückströmung des Abgasteilstroms
verhindert.
[0093] Im Folgenden wird eine Weiterbildung des zweiten Vergleichsbeispiels beschrieben.
[0094] Gemäß dieser Weiterbildung ist das in Fig. 5 dargestellte Drosselventil 215 vorgesehen.
Dieses Drosselventil 215 ist in dieser Weiterbildung als Klappenventil ausgebildet,
das innerhalb des Auslassdurchgangs 7 oder alternativ an einem anderen Ort in der
Auslassleitung drehbar angeordnet ist. Ein Übertragungselement 216, wie z. B. eine
Kette oder ein Riemen ist mit der Nockenwelle 208e direkt oder über einen weiteren
Übertragungsmechanismus verbunden.
[0095] Die Betriebsweise dieser Abwandlung wird unter Bezugnahme auf Fig. 5 beschrieben.
[0096] Beim Öffnen des Auslassventils 1 tritt der Abgasstrom in den Tubus 207 und in die
Auslasskammer 205 ein. Kurz nach dem Öffnen des Auslassventils 1 wird in dieser Abwandlung
das Drosselventil 215 geschlossen, so dass der Durchgang zwischen der Auslasskammer
205 und dem Auslassdurchgang 7 gedrosselt wird. Somit wird ein erhöhter Gegendruck
in der Auslasskammer 205 gebildet, so dass mit einer optimierten Zeitabstimmung ein
weitergehend erhöhter Druck in dem Tubus 207 bereitgestellt werden kann.
[0097] Bei weitergehender Öffnung des Auslassventils 1 wird das Drosselventil 215 in Verbindung
mit der Betätigung über das Übertragungselement 216 und die Nockenwelle 208e wieder
geöffnet, so dass sich ein verringerter, d. h. normaler Strömungswiderstand in dem
Auslasskanal ergibt, so dass eine ausreichende Frischgasspülung vorgenommen werden
kann.
ERSTES AUSFÜHRUNGSBEISPIEL
[0098] Ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird unter Bezugnahme auf Fig. 6 beschrieben.
Fig. 6 zeigt ein Auslassventil 1 mit koaxialer Anordnung des Abgasrückführventils
330 in dem Ringspalt gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0099] Das Auslassventil 1 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel weist einen Ventilteller
301, einen Ventilsitz 304 und einen Ventilschaft 302 auf. Ein Ringspalt zwischen einem
äußeren koaxialen Element 312 und einem inneren koaxialen Element 313 ist auch in
diesem Ausführungsbeispiel vorgesehen. Das Tubus 307 ist wie in den anderen Beispielen
nach unten offen und weist an der Innenseite einen Ventilsitz 309 auf, der mit dem
Ventilelement 308 verschließbar ist. Das Ventilelement 308 ist am Ventilschaft 302
in Längsrichtung verschiebbar angebracht und kann unabhängig von der Bewegung des
Ventilschafts 302 axial durch einen nicht dargestellten Betätigungsmechanismus bewegt
werden, so dass eine Ventilfläche 310 in Anlage an den Ventilsitz 309 gebracht werden
kann, um das Ventil 330 zu schließen.
[0100] Bei geringfügiger Öffnung des Auslassventils 1, nämlich bei geringfügigem Abheben
des Ventiltellers 302 vom Ventilsitz 304 wird die Ventilfläche 310 des Ventilelements
308 durch den Betätigungsmechanismus vom Ventilsitz 309 abgehoben. Bei weitergehender
Öffnung des Auslassventils 1, nämlich bei Vergrößerung des Ringspalts zwischen dem
Ventilteller 301 und dem Ventilsitz 304 wird das Ventilelement 308 an den Ventilsitz
309 angenähert. Mit einer vorbestimmten kinematischen Abstimmung wird die Ventilfläche
310 in Anlage an den Ventilsitz 309 gebracht, wenn ein vorbestimmter Öffnungsgrad
des Auslassventils überschritten wird. Somit wird bei diesem Ausführungsbeispiel mit
einfachen Mitteln ermöglicht, die Abgasströmung durch den Ringspalt zwischen dem Ventilteller
301 und dem Ventilsitz 304 in den Eingangsbereich einzuleiten, wenn eine geringfügige
Öffnung des Auslassventils vorliegt. Bei Vergrößerung der Öffnung des Auslassventils
wird durch das Ventilelement 308 und den Ventilsitz 309, der an der Innenseite des
Tubus 307 vorgesehen ist, das Abgasrückführventil 330 geschlossen, so dass das Abgas
ausschließlich durch den Auslassdurchgang 7 strömt.
[0101] Auch mit dem Auslassventil 1 des ersten Ausführungsbeispiels wird ermöglicht, die
dynamische Druckerhöhung des Abgasteilstroms durch zeitabgestimmte Öffnung des Abgasentnahmedurchgangs
durch das Abgasentnahmeventil 330 durchzuführen.
ABWANDLUNGEN DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE UND VERGLEICHSBEISPIELE
[0102] In der vorstehend beschriebenen Darstellung ist das Auslassventil mit der Vorrichtung
zur Entnahme eines Abgasteilstroms auf einen Zweitaktdieselverbrennungsmotor mit Abgasrückführung
und Aufladung durch einen Turbolader dargestellt. Die Anwendung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms ist besonders wirksam in dieser Anwendung.
Jedoch kann die Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms ebenso wirksam auf
andere Konstruktionen angewendet werden, die im Folgenden unter Bezugnahme auf die
Figuren 7-10 dargestellt werden.
[0103] Fig. 7 stellt eine Brennkraftmaschine dar, die als Zweitaktdieselverbrennungsmotor
ausgebildet ist. Die Konstruktion der Brennkraftmaschine ist gegenüber derjenigen
von Fig. 1 unverändert. Insbesondere weist die Brennkraftmaschine einen Kolben 5,
Lufteinlassschlitze 4, einen Zylinder 2 sowie eine im Zylinder 2 liegende Brennkammer
3 auf. Ferner ist ein Auslassventil 1 vorgesehen, das entsprechend den vorstehend
diskutierten Ausführungsbeispielen ausgebildet ist. Die Brennkraftmaschine weist ebenfalls
einen Turbolader 20 auf, der aus einem Verdichter 22 sowie einer Turboladerwelle 23
besteht und im Gegensatz zum System von Fig. 1 eine Niederdruckturbine 21a und eine
Hochdruckturbine 21b aufweist.
[0104] Gemäß der vorliegenden Anwendung der Vorrichtung zur Entnahme des Abgasteilstroms
ist das Leitungselement zwar nach wie vor mit dem Abgasentnahmedurchgang 106, 206,
306 verbunden, wird jedoch der Abgasteilstrom zusätzlich zur Abgasrückführung oder
ausschließlich verwendet, um die Hochdruckturbine 21b des Turboladers 20 zu betreiben.
Hierzu wird der in Fig. 1 gezeigte Abgaskühler 11 sinnvoller Weise weggelassen. Alternativ
besteht die Möglichkeit, die Turbine als zwei- oder mehrflutige Turbine auszuführen,
bei der unterschiedliche Einlassdrücke vorgesehen sind. Dabei kann der Hauptabgasstrom,
der durch den Auslassdurchgang 7 tritt, in einen Niederdruckabschnitt der Turbine
21 eingeleitet werden und kann der durch die Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms
entnommene Abgasteilstrom, der einen gegenüber dem Hauptabgasstrom erhöhten Druck
aufweist, dem Hochdruckabschnitt der Turbine 21 zugeführt werden. Mit diesem System
kann der Wirkungsgrad der Turbine und damit des Gesamtsystems verbessert werden.
[0105] Eine weitere Anwendung der Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms ist in
Fig. 8 dargestellt. Dabei ist ein Turbogenerator 50 als Hilfseinrichtung vorgesehen,
die den Teilabgasstrom nutzen kann, um elektrische Energie zu erzeugen. Die in Fig.
8 dargestellte Brennkraftmaschine entspricht der in Fig. 1 dargestellten Brennkraftmaschine.
Insbesondere wird ein Hauptabgasstrom durch einen Auslassdurchgang 7 abgeführt und
wird ein Abgasteilstrom über das Leitungselement 13, 14 einer Turbine 51 ohne Durchleitung
durch den in Fig. 1 gezeigten Abgaskühler 11 zugeführt. Der Teilabgasstrom wird in
der Turbine 51 entspannt und über den Durchgang 54 abgeführt. Mit der Turbine 51 ist
in diesem Ausführungsbeispiel ein elektrischer Generator 52 über eine Welle 53 verbunden.
Durch eine nicht dargestellte Steuereinrichtung kann der Teilabgasstrom, der zu der
Turbine 51 geführt wird, geregelt werden, so dass die entsprechende elektrische Leistung
am Generator 52 abgegriffen werden kann.
[0106] Alternativ kann anstelle des elektrischen Generators 52 eine beliebige Einrichtung
vorgesehen werden, die mit der mechanischen Leistung der Turbine 51 betrieben werden
kann.
[0107] Eine weitere Anwendung der Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms ist in
Fig. 9 dargestellt. Der Aufbau dieser alternativen Anwendung der Vorrichtung zur Entnahme
des Abgasteilstroms ist demjenigen der vorherigen Anwendung ähnlich. Während jedoch
in der vorherigen Anwendung eine Hilfseinrichtung durch die Turbine 51 angetrieben
wird, wird die durch die Turbine 51 erzeugte Leistung in dieser weiteren Anwendung
dazu verwendet, den Betrieb der Brennkraftmaschine zu unterstützen. Insbesondere ist
die Ausgangswelle 53 der Turbine 51 über ein Getriebe 55 mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine
verbunden und somit in der Lage, die Leistung auf die Kurbelwelle zu übertragen. Bei
dieser Anwendung kann außerdem eine Möglichkeit vorgesehen werden, die Leistung entweder
auf die Kurbelwelle zu übertragen oder dem Turbogenerator zuzuführen, der in Fig.
8 dargestellt ist. Hierzu ist eine Umschalteinrichtung erforderlich, die zwischen
der Leistungsübertragung auf die Kurbelwelle und der Leistungsübertragung auf den
Generator 52 umschalten kann.
[0108] Eine weitere Anwendung der Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms gemäß der
Erfindung ist in Fig. 10 dargestellt. In dieser alternativen Anwendung der Vorrichtung
zur Entnahme des Abgasteilstroms kann der Abgasteilstrom, der dem Abgasentnahmedurchgang
entnommen wird, zur Betätigung eines gasdruckbetätigten Stellglieds 60 verwendet werden.
Ein solches Stellglied 60 kann beispielsweise ein Stellglied zur Betätigung eines
Ventils oder eines Verstellmechanismus des Turboladers darstellen. Dabei kann das
Stellglied 60 mit einem Steuerventil zum Betätigen eines nicht dargestellten Kolbens
versehen werden, das beispielsweise durch die Zentralsteuerung für die Brennkraftmaschine
angesteuert wird. Ferner kann ein Druckspeicher 70 in Strömungsrichtung vor das Stellglied
60 geschaltet werden, so dass einerseits der Druck ständig zur Verfügung steht und
andererseits Druckpulsationen verringert werden. Durch diese alternative Anwendung
kann das Brennkraftmaschinensystem dahingehend verbessert werden, dass beispielsweise
eine bisher erforderliche Drucklufterzeugung oder Vakuumerzeugung zur Betätigung bestimmter
Stellglieder überflüssig wird. Insgesamt verbessert sich damit der Gesamtwirkungsgrad
des Brennkraftmaschinensystems.
[0109] Die vorliegende Erfindung wurde unter Bezugnahme auf die Vergleichsbeispiele und
Ausführungsbeispiele beschrieben, die in den Figuren gezeigt sind. Während das Rückführventil
1 im ersten Vergleichsbeispiel mit den Ringspalthülsen 109 und 110 gezeigt ist, die
durch eine Drehbewegung des Ventilschafts verdreht werden, kann dieses System durch
einen Betätigungsmechanismus ergänzt werden, der beispielhaft in Fig. 5 gezeigt ist.
Insbesondere kann die kinematische Kopplung der Drehbewegung des Ventilschafts 102
des Auslassventils 1 des ersten Vergleichsbeispiel vorgesehen werden, wie sie in Fig.
5 auf das Abgasentnahmeventil 230 angewendet ist. Ferner kann bei allen beschriebenen
Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen das Drosselventil im Auslassdurchgang
7 vorgesehen werden, das kinematisch mit der Nockenwelle gekoppelt ist, wie in Fig.
5 bereits gezeigt ist, oder durch einen separaten Betätigungsmechanismus betätig wird.
[0110] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einem Auslassventil 1, das
in Anwendung auf einen Zweitaktdieselverbrennungsmotor beschrieben ist. Jedoch ist
das Auslassventil 1 der vorliegenden Erfindung auf jede Brennkraftmaschine anwendbar,
die ein Auslassventil aufweist. Beispielsweise kann dieses Auslassventil in einer
Viertaktbrennkraftmaschine verwendet werden. Die Vorteile der Anwendung des Auslassventils
1 auf eine Viertaktbrennkraftmaschine sind besonders hervorragend bei Verwendung eines
Turboladers 20 oder eines Kompressors zur Druckaufladung der Einlassluft.
[0111] Ferner kann das Auslassventil 1 auf einen Zweitaktverbrennungsmotor angewendet werden,
der nicht mit Dieselkraftstoff betrieben wird, sondern mit Gas, Benzin oder einem
anderen Brennstoff.
[0112] An einer geeigneten Position in der Auslasskammer 105, 205, 305 oder im Abgasentnahmedurchgang
106, 206, 306 kann ein Drucksensor vorgesehen werden, der die entsprechenden Ventile
130, 230, 330 so steuert, dass der Druck des Abgasteilstroms auf einem optimal hohen
Wert erhalten werden kann. Hierzu ist zumindest eine veränderliche Steuerung des Ventils
130, 230, 330 von Vorteil, die dann auf der Grundlage des vom Sensor gemessenen Druck
betätigt wird.
[0113] In den Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen ist das Auslassventil 1 an
dem Zylinderkopf der Brennkraftmaschine montiert dargestellt. Dabei ist an der Brennkraftmaschine
für die Brennkammer 3 ein einziges Auslassventil 1 dargestellt. Jedoch können mehrere
Auslassventile für jede Brennkammer vorgesehen werden, die die Konstruktion der vorstehend
beschriebenen Ausführungsbeispiele und Vergleichsbeispiele aufweisen. Außerdem besteht
auch die Möglichkeit, nur eines von mehreren Auslassventilen, die für eine Brennkammer
vorgesehen sind, mit der Konstruktion gemäß den Ausführungsbeispielen oder Vergleichsbeispielen
auszustatten. Die weiteren Auslassventile können dann einen gewöhnlichen Aufbau ohne
die Abgasentnahmeeinrichtung aufweisen.
[0114] Während in den Vergleichsbeispielen die Betätigung des Auslassventils 1 insbesondere
in Fig. 5 über eine Nockenwelle 208e dargestellt ist, kann die Betätigung des Auslassventils
1 auf jede Weise erfolgen. Insbesondere ist eine elektromagnetische, hydraulische,
pneumatische oder anders geartete Betätigung möglich. Außerdem sind insbesondere in
Fig. 5 die kinematischen Verknüpfungen zwischen dem Drosselventil 215 und dem Abgasentnahmeventil
230 über eine mechanische Kopplung dargestellt. Diese mechanische Kopplung kann durch
Betätigungselemente ersetzt werden, die durch die zentrale Steuerung des Brennkraftmaschinenregelsystems
betätigt werden. Die Betätigungselemente können elektromagnetische, hydraulische,
pneumatische oder anders geartete Elemente sein.
[0115] Obwohl der Eingangsbereich in den Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen
koaxial um den Ventilschaft des Auslassventils angeordnet dargestellt ist, kann der
Eingangsbereich auch neben dem Ventilschaft angeordnet werden. Entscheidend sind dabei
die tatsächlichen Strömungsverhältnisse hinter dem sich öffnenden Auslassventil. Vorstellbar
ist beispielsweise, dass ein stark gekrümmter Kanal um den Ventilschaft angeordnet
ist, so dass die Strömungsgeschwindigkeit des Abgases radial entfernt von dem Ventilschaft
Spitzenwerte zeigt bzw. hohe gemittelte Werte aufweist. Wesentlich für die Erfindung
ist die Anordnung des Eingangsbereichs in dem Bereich mit besonders hohen Strömungsgeschwindigkeiten
unabhängig von der Anordnung bezüglich der anderen Elemente des Auslassventils.
1. Vorrichtung zur Entnahme eines Abgasteilstroms aus einer Abgasleitung (305) einer
Brennkraftmaschine mit einer in die Abgasleitung (305) mündenden Teilabgasleitung
(306), wobei die Brennkraftmaschine ein Auslassventil (1) mit einem Ventilteller (301)
und einem Ventilschaft (302) aufweist,
wobei ein Eingangsbereich (320) der Teilabgasleitung (306) in Strömungsrichtung unmittelbar
nach dem Auslassventil (1) der Brennkraftmaschine und im Wesentlichen entgegengesetzt
zum Abgasstrom angeordnet ist, so dass der Abgasteilstrom unter Ausnutzung des dynamischen
Drucks des Abgasstroms in den Eingangsbereich (320) der Teilabgasleitung (306) eintreten
kann,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine innere Kontur der Teilabgasleitung (306) im Eingangsbereich (320) einen Diffusor
bildet und die Teilabgasleitung (306) mit einer Strömungssteuereinrichtung (330) versehen
ist, die einen in der Teilabgasleitung angeordneten Ventilsitz (309) und ein Ventilelement
(308), das am Ventilschaft (302) unabhängig von der Bewegung des Ventilschafts (302)
verschiebbar angebracht ist, aufweist und mit der die Teilabgasleitung (306) verschließbar
ist, wobei die Vorrichtung so eingerichtet ist, dass durch zeitabgestimmte Öffnung
der Teilabgasleitung (306) eine dynamische Druckerhöhung des Abgasteilstroms durchführbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Eingangsbereich (320) in einem Teilquerschnittsbereich der Abgasleitung (305)
angeordnet ist, in dem zumindest in einem vorbestimmten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine
eine über den Teilquerschnitt gemittelte Strömungsgeschwindigkeit des Abgasstroms
höher als eine über den Gesamtquerschnitt gemittelte Strömungsgeschwindigkeit des
gesamten Abgasstroms ist, und/oder in dem bezogen auf den Gesamtquerschnitt der Abgasleitung
(305) zumindest in einem vorbestimmten Betriebsbereich der Brennkraftmaschine Strömungsgeschwindigkeitsspitzen
im Verlauf eines Öffnungsvorgangs des Auslassventils (1) auftreten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Auslassventil (1) als Tellerventil mit dem Ventilteller (301) und dem Ventilschaft
(302) ausgebildet ist, wobei der Ventilschaft (302) von dem Eingangsbereich (320)
der Teilabgasleitung (306) umgriffen ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilabgasleitung (306) oder der Eingangsbereich (320) der Teilabgasleitung (306)
koaxial zu der Abgasleitung (305) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Teilabgasleitung (306) im Eingangsbereich (320) als Staurohr ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Strömung in der Teilabgasleitung (306) durch die Strömungssteuereinrichtung (330)
in Abhängigkeit von der Strömungscharakteristik in der Abgasleitung (305) und von
dem Betriebszustand der Brennkraftmaschine gesteuert wird.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Strömungssteuereinrichtung (330) synchron mit der Betätigung des Auslassventils
(1) betätigbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Abgasleitung (7) ein durch ein insbesondere als Nockenmechanismus ausgebildetes
Drosselventilstellglied verstellbares Drosselventil (215) vorgesehen ist, mit dem
ein Gegendruck in der Abgasleitung (7) einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Drosselventilstellglied und ein für die Strömungssteuereinrichtung (330) vorgesehenes
Stellglied kinematisch miteinander gekoppelt sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Strömungssteuereinrichtung (330) in vorbestimmten Betriebszuständen der Brennkraftmaschine,
insbesondere bei Unterschreiten einer Mindestdrehzahl der Brennkraftmaschine, geschlossen
gehalten wird.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Teilabgasleitung (306) ein Rückschlagventil (15) vorgesehen ist, das eine Rückströmung
zum Eingangsbereich (320) der Teilabgasleitung verhindert.
12. Brennkraftmaschine mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, deren
Teilabgasleitung (306) eine direkt oder indirekt mit mindestens einem Verbrennungsraum
(3) der Brennkraftmaschine verbundene Abgasrezirkulationsleitung darstellt.
13. Brennkraftmaschine nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Brennkraftmaschine eine Zweitakt-Diesel-Brennkraftmaschine mit durch einen Turbolader
(20) durchgeführter Aufladung ist oder eine Viertaktbrennkraftmaschine mit durch einen
Turbolader (20) durchgeführter Aufladung ist.
1. Device for extracting an exhaust-gas partial stream from an exhaust line (305) of
an internal combustion engine having a component exhaust line (306) which opens into
the exhaust line (305), wherein the internal combustion engine has an outlet valve
(1) with a valve disc (301) and a valve stem (302),
wherein an inlet region (320) of the component exhaust line (306) is arranged directly
downstream of the outlet valve (1) of the internal combustion engine as viewed in
the flow direction and substantially opposing the exhaust-gas stream, such that the
exhaust-gas partial stream can enter into the inlet region (320) of the component
exhaust line (306) under the action of the dynamic pressure of the exhaust-gas stream,
characterized in that
an inner contour of the component exhaust line (306) in the inlet region (320) forms
a diffuser, and the component exhaust line (306) is provided with a flow control device
(330) which has a valve seat (309) arranged in the component exhaust line, has a valve
element (308) mounted on the valve stem (302) so as to be displaceable independently
of the movement of the valve stem (302), and by means of which flow control device
the component exhaust line (306) can be closed off, wherein the device is designed
such that a dynamic increase in pressure of the exhaust-gas partial stream can be
realized through time-coordinated opening of the component exhaust line (306).
2. Device according to Claim 1,
characterized in that
the inlet region (320) is arranged in a partial cross-sectional region of the exhaust
line (305) in which, at least in a predetermined operating range of the internal combustion
engine, a flow speed of the exhaust-gas stream averaged over the partial cross section
is higher than a flow speed of the overall exhaust-gas stream averaged across the
overall cross section, and/or in which, at least in a predetermined operating range
of the internal combustion engine, flow speed peaks in relation to the overall cross
section of the exhaust line (305) arise during the course of an opening process of
the outlet valve (1).
3. Device according to Claim 1 or 2,
characterized in that the outlet valve (1) is in the form of a disc valve with the valve disc (301) and
the valve stem (302), wherein the inlet region (320) of the component exhaust line
(306) extends around the valve stem (302).
4. Device according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the component exhaust line (306) or the inlet region (320) of the component exhaust
line (306) is arranged coaxially with respect to the exhaust line (305).
5. Device according to one of Claims 1 to 4,
characterized in that
the component exhaust line (306) is formed, in the inlet region (320), as a pressure
tube.
6. Device according to one of Claims 1 to 5,
characterized in that
the flow in the component exhaust line (306) is controlled by the flow control device
(330) as a function of the flow characteristic in the exhaust line (305) and of the
operating state of the internal combustion engine.
7. Device according to one of Claims 1 to 6,
characterized in that
the flow control device (330) can be actuated synchronously with the actuation of
the outlet valve (1).
8. Device according to one of Claims 1 to 7,
characterized in that,
in the exhaust line (7), there is provided a throttle valve (215) which can be adjusted
by means of a throttle valve actuating member formed in particular as a cam mechanism,
by means of which throttle valve a back pressure can be set in the exhaust line (7).
9. Device according to Claim 7 or 8,
characterized in that
the throttle valve actuating member and an actuating member provided for the flow
control device (330) are kinematically coupled to one another.
10. Device according to one of Claims 1 to 9,
characterized in that
the flow control device (330) is held closed in predetermined operating states of
the internal combustion engine, in particular if a minimum rotational speed of the
internal combustion engine is undershot.
11. Device according to one of Claims 1-10,
characterized in that
a check valve (15) is provided in the component exhaust line (306), which check valve
prevents a backflow to the inlet region (320) of the component exhaust line.
12. Internal combustion engine having a device according to one of Claims 1 to 11, the
component exhaust line (306) of which forms an exhaust-gas recirculation line connected
directly or indirectly to at least one combustion chamber (3) of the internal combustion
engine.
13. Internal combustion engine according to Claim 12,
characterized in that
the internal combustion engine is a two-stroke diesel internal combustion engine with
supercharging performed by a turbocharger (20), or is a four-stroke internal combustion
engine with supercharging performed by a turbocharger (20).
1. Dispositif d'extraction d'un flux partiel de gaz d'échappement à partir d'une conduite
de gaz d'échappement (305) d'un moteur à combustion interne, comprenant une conduite
partielle de gaz d'échappement (306) débouchant dans la conduite de gaz d'échappement
(305), le moteur à combustion interne comportant une soupape d'échappement (1) avec
une tête de soupape (301) et une tige de soupape (302),
une zone d'admission (320) de la conduite partielle de gaz d'échappement (306) étant
disposée immédiatement en aval de la soupape d'échappement (1) du moteur à combustion
interne, dans la direction d'écoulement, et sensiblement dans le sens contraire au
flux de gaz d'échappement, de sorte que le flux partiel de gaz d'échappement peut
pénétrer dans la zone d'admission (320) de la conduite partielle de gaz d'échappement
(306) en exploitant la pression dynamique du flux de gaz d'échappement,
caractérisé
en ce qu'un contour intérieur de la conduite partielle de gaz d'échappement (306) forme un
diffuseur dans la zone d'admission (320), et en ce que la conduite partielle de gaz
d'échappement (306) est pourvue d'un dispositif de commande de flux (330) qui comporte
un siège de soupape (309) disposé dans la conduite partielle de gaz d'échappement
et un élément de soupape (308) disposé sur la tige de soupape (302) de manière à être
mobile indépendamment du mouvement de ladite tige de soupape (302), et avec lequel
la conduite partielle de gaz d'échappement (306) peut être fermée, le dispositif étant
prévu de manière à pouvoir exécuter une élévation dynamique de pression du flux partiel
de gaz d'échappement par ouverture temporellement définie de la conduite partielle
de gaz d'échappement (306).
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé
en ce que la zone d'admission (320) est disposée dans une zone de section transversale partielle
de la conduite de gaz d'échappement (305), dans laquelle au moins une vitesse d'écoulement
du flux de gaz d'échappement déterminée en moyenne sur la section transversale partielle
dans une zone de fonctionnement prédéfinie du moteur à combustion interne est supérieure
à une vitesse d'écoulement du flux global de gaz d'échappement déterminée en moyenne
sur la section transversale totale, et/ou dans laquelle, par rapport à la section
transversale totale de la conduite de gaz d'échappement (305), des pointes de vitesse
d'écoulement apparaissent lors d'un processus d'ouverture de la soupape d'échappement
(1), au moins dans une zone de fonctionnement prédéfinie du moteur à combustion interne.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou la revendication 2,
caractérisé
en ce que la soupape d'échappement (1) est réalisée comme soupape champignon avec la tête de
soupape (301) et la tige de soupape (302), ladite tige de soupape (302) étant entourée
par la zone d'admission (320) de la conduite partielle de gaz d'échappement (306).
4. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé
en ce que la conduite partielle de gaz d'échappement (306) ou la zone d'admission (320) de
la conduite partielle de gaz d'échappement (306) est disposée coaxialement à la conduite
de gaz d'échappement (305).
5. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 4,
caractérisé
en ce que la conduite partielle de gaz d'échappement (306) est réalisée comme tube de Venturi
comme dans la zone d'admission (320).
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5,
caractérisé
en ce que le flux dans la conduite partielle de gaz d'échappement (306) est commandé par le
dispositif de commande de flux (330) en fonction de la caractéristique d'écoulement
dans la conduite de gaz d'échappement (305) et de l'état de fonctionnement du moteur
à combustion interne.
7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6,
caractérisé
en ce que le dispositif de commande de flux (330) peut être actionné de manière synchrone à
la soupape d'échappement (1).
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7,
caractérisé
en ce qu'une soupape d'étranglement (215) réglable par un actionneur de soupape d'étranglement
réalisé spécifiquement sous forme de mécanisme à came est prévue dans la conduite
de gaz d'échappement (7), au moyen de laquelle une contre-pression peut être réglée
dans la conduite de gaz d'échappement (7).
9. Dispositif selon la revendication 7 ou la revendication 8,
caractérisé
en ce que l'actionneur de soupape d'étranglement et un actionneur prévu pour le dispositif
de commande de flux (330) sont couplés cinématiquement l'un à l'autre.
10. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 9,
caractérisé
en ce que le dispositif de commande de flux (330) est maintenu fermé dans certains états de
fonctionnement du moteur à combustion interne, en particulier en cas de dépassement
d'une vitesse de rotation minimale du moteur à combustion interne.
11. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 10,
caractérisé
en ce qu'une soupape anti-retour (15) est prévue dans la conduite partielle de gaz d'échappement
(306), laquelle empêche une inversion de flux de la conduite partielle de gaz d'échappement
vers la zone d'admission (320).
12. Moteur à combustion interne comprenant un dispositif selon l'une des revendications
1 à 11, dont la conduite partielle de gaz d'échappement (306) représente une conduite
de recirculation de gaz d'échappement directement ou indirectement reliée à au moins
une chambre de combustion (3) du moteur à combustion interne.
13. Moteur à combustion interne selon la revendication 12,
caractérisé
en ce que ledit moteur à combustion interne est un moteur à combustion interne diesel deux
temps à suralimentation effectuée par un turbocompresseur (20), ou un moteur à combustion
interne quatre temps à suralimentation effectuée par un turbocompresseur (20).