[0002] Röhrenheizkörper bestehen häufig aus mehreren aneinander angeordneten und miteinander
an den Naben verbundenen gleichartigen Radiatorgliedern. Die Radiatorglieder bestehen
dabei meist aus zusammengeschweißten Blechschalen, wobei zur Herstellung größerer
Bauformen zwischen Rohranschlussstutzen von aus Blechschalen gebildeten Endstücken
Rohre eingeschweißt werden. Durch die Länge der Rohre kann die Bauhöhe der Radiatorelemente
variabel gestaltet werden und den jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
[0003] Bei derartigen Heizkörpern erfolgt das Durchströmen der mehreren Lagen von Radiatorgliedern
üblicherweise in derselben Richtung, beispielsweise bei vertikalen angeordneten Heizröhren
entweder in einer Strömungsrichtung von unten nach oben oder oben nach unten, je nach
Anordnung von Vor- und Rücklaufanschluss. Es hat sich aber gezeigt, dass ein Heizkörper
eine größere Behaglichkeit erzeugt und die Wärmeverluste an die Außenwand, an welcher
Heizkörper meist montiert sind, geringer sind, wenn die in den Raum gerichtete Seite
des Heizkörpers bevorzugt durchströmt wird.
[0004] Aus der
DE10 2006 031 406 A1 ist bereits ein Röhrenradiator bekannt, welcher an seiner Vorderseite eine höhere
Strahlungsleistung abgibt als an seine inneren oder hinteren Rohrlagen. Die dafür
erforderliche Vorrichtung begrenzt jedoch die Anschlussarten des Heizkörpers und bedeutet
einen zusätzlichen konstruktiven Aufwand bezüglich des Einbaus. Je nach Heizkörperlänge
müssen Einbauten in den entsprechenden Abmaßen vorgehalten werden. Ein Röhrenheizkörper
anderer Bauart ist aus der
DE 20 2007 005 330 U1 bekannt. Der Röhrenheizkörper weist Sammelrohre auf, die eine Vorrichtung umfassen,
die eine gezielte Durchströmung der dem Raum zugewandten Röhrenwand ermöglicht. Der
Röhrenheizkörper weicht jedoch in seiner Optik von der traditionellen Form des Röhrenradiators
ab und wird deshalb von Abnehmern nur schwer angenommen.
[0005] Bei der derzeitigen Konstruktion des Röhrenradiators (Kopfstücke von denen das Wasser
parallel, gleichzeitig in alle Rohrreihen geleitet wird) ist dies (zumindest mit einem
technisch vertretbarem Aufwand bzw. bezahlbaren Kosten) nicht durchführbar.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin einen Röhrenadiator neuen Typs mit
mindestens zwei Lagen von Heizröhren zu schaffen, welcher an seiner Vorderseite eine
höhere Strahlungsleistung abgibt als an seine hinteren und/oder inneren Lagen von
Heizröhren, wobei die traditionelle Optik eines herkömmlichen Röhrenradiators beibehalten
werden soll. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin ein Verfahren zur Herstellung
eines derartigen Röhrenheizkörpers vorzuschlagen, mit welchem die oben genannte Aufgabe
technisch zu wirtschaftlichen Herstellkosten umsetzbar ist.
[0007] Erfindungsgemäß wird dazu vorgeschlagen, dass die Sammelrohrsegmente des Röhrenheizkörpers
mit Hilfe des als "Hydroforming" oder als "Innenhochdruckumformung (IHU)" bekannten
Verfahrens hergestellt werden. Das IHU - Verfahren ist hinlänglich bekannt und in
der einschlägigen Literatur beschrieben. Beispielsweise werden dazu die Druckschriften
DE 40 17 072 C2,
US 3,625,040 und
DE 197 15 593 genannt. Es wird vorzugsweise zum Herstellen unterschiedlich geformter Hohlkörper
aus einem Halbzeug, beispielsweise ein rohrförmiges Werkstück angewendet. Ein Rohrabschnitt
z.B. aus Stahl oder Kupfer wird dabei in ein mehrteiliges Innenhochdruck-Umformwerkzeug
ohne feste Innenmatrize mit von Axialzylindern betätigten Dichtstempeln bzw. Umformstößeln
eingelegt. Nach dem verschließen der Enden des Rohrabschnitts durch die Dichtstempel
wird der Rohrabschnitt mit Hilfe eines geeigneten Druckmittels mit hohem Innendruck
beaufschlagt und unter gleichzeitiger Beaufschlagung mit axialem Druck (durch die
Dichtstempel) auf die Rohrwandung umgeformt. Der Axialdruck und der Innendruck bewirken,
dass sich der Rohrabschnitt an die endgültige Form des Hohlkörpers aufweisende Innenkontur
bzw. -wandung des Konturraums des Umformwerkzeugs anlegt. Beim IHU-Verfahren wird
der Werkstoff in den plastischen Zustand versetzt, der während des gesamten Vorgangs
unter Berücksichtigung von Werkstoffverfestigung und etwaigen Werkzeugkräften aufrechterhalten
wird. Aus der
DE 199 54 456 A1 ist es bekannt wasserführende Armaturen aus der Sanitär- und Heizungsinstallation,
nämlich dünnwandige Lötfittinge in Form von T-Stücken nach diesem Verfahren herzustellen.
[0008] Aus der Druckschrift ist aber nicht bekannt, die Rohrsegmente eines Heizkörpers nach
diesem Verfahren herzustellen.
[0009] Die vorliegende Erfindung umfasst demgemäß einen Röhrenradiator der optisch aus mehreren
nebeneinander angeordneten üblichen Radiatorelementen besteht und mindestens zwei
hintereinander angeordnete Rohrreihen aus vertikalen Heizrohren ausweist, wobei die
vertikalen Heizrohre an ihren gegenüberliegenden Rohrenden jeweils mit horizontalen
Sammelrohrsegmenten fluidleitend verbunden sind und die Sammelrohrsegmente eine Gliederrohroptik
aufweisen und mit zumindest teilweise fluidleitend Verbindungsteilen miteinander verbunden
sind. Vorteilhaft wird dabei die Gliederrohroptik der Sammelrohrsegmente durch einen
über die Länge der Sammlerohrsegmente variierenden Querschnitt gebildet. Die Sammelrohrsegmente
sind mit Rohranschlussstutzen versehen, die mit den vertikalen Heizrohren verbindbar
sind. Nach einer Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Sammelrohrsegmente
Rohranschlussstutzen aufweisen, die mit dem jeweils dahinter liegenden Sammelrohrsegment
zumindest teilweise fluidleitend verbunden sind. Vorteilhaft sind die seitlichen Rohrenden
der Sammelrohrsegmente durch Abdeckungen verschlossen und/oder es sind Deckel mit
Gewindemuffen zum Anschluss an einen Heizkreis vorgesehen. Nach einer besonders vorteilhaften
Ausführung der Erfindung werden die Heizrohre der dem Raum zugewandeten vorderen Seite
des Heizkörpers durch Anschlusskonfiguration von Vor- und Rücklauf des Heizfluids
und entsprechenden fluidleitenden Einbauten und/oder Stauscheiben bevorzugt vom Heizfluid
durchströmt. Dadurch wird eine größere Behaglichkeit erzeugt und die Wärmeverluste
an die Außenwand, an welcher Heizkörper meist montiert sind werden verringert. Zum
Umfang der Erfindung gehört auch ein Verfahren zur Herstellung von Röhrenradiatoren,
die optisch aus mehreren nebeneinander angeordneten Radiatorelementen bestehen und
aus mindestens zwei hintereinander angeordneten Rohrreihen aus vertikalen Heizrohren
hergestellt werden. Erfindungsgemäß werden dabei die vertikalen Heizrohre an ihren
gegenüberliegenden Enden durch Hochtemperaturlöten mit Rohranschlussstutzen von horizontalen
Sammelrohrsegmenten fluidleitend verbunden. Die Sammelrohrsegmente werden durch Innen-Hochdruck-Umformen
hergestellt und weisen dabei vorteilhaft eine übliche Gliederrohroptik auf. Die Sammelrohrsegmente
werden beim Zusammenbau des Heizkörpers miteinander zumindest teilweise fluidleitend,
z.B. durch Schweißen oder Löten, zusammengefügt. Vorteilhaft wird die Gliederrohroptik
der Sammelrohrsegmente durch einen über die Länge der Sammlerohrsegmente variierenden
Querschnitt durch Innen-Hochdruck-Umformen hergestellt. Die Sammelrohrsegmente werden
mit Rohranschlussstutzen zur Verbindung mit den vertikalen Heizrohren versehen. Nach
einer besonderen Ausführung der Erfindung werden auch die Sammelrohrsegmente mit Rohranschlussstutzen
zur zumindest teilweise fluidleitenden Verbindung mit dem dahinter liegenden Sammelrohrsegmenten
versehen.
[0010] Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben
werden. In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- ein seitliches Sammelrohrsegment (oben),
- Fig. 2
- ein mittleres Sammelrohrsegment,
- Fig. 3
- eine Sammelrohrreihe (oben) eines 4 - reihigen Röhrenheizkörpers,
- Fig. 4
- eine Sammelrohrreihe (unten) eines 4 - reihigen Röhrenheizkörpers,
- Fig. 5
- ein 3-reihiger Röhrenheizkörper in Explosionsdarstellung,
- Fig. 6
- ein 3-reihiger Röhrenheizkörper mit fluidleitenden Verbindungen in Explosionsdarstellung,
- Fig. 7
- eine andere Variante eines 3-reihigen Röhrenheizkörper in Explosionsdarstellung mit
fluidleitenden Verbindungen,
- Fig. 8
- ein 2- reihiger Röhrenheizkörper,
- Fig. 9
- eine andere Variante eines 2-reihigen Röhrenheizkörpers.
[0011] Der erfindungsgemäße Heizkörper ist aus mindestens zwei Segmenten (Rohrregistern)
aufgebaut, die hintereinander angeordnet sind und über entsprechende, teilweise Heizfluid
führende Verbindungsteile 1 n, 2.n, verbunden sind, wodurch eine serielle Zwangsdurchströmung
der einzelnen Segmenten ermöglicht wird. Die genannten Verbindungsteile 1.n, 2.n sind
bevorzugt an den Enden der seitlichen sich gegenüberliegenden Innenseiten der Sammelrohre
1 bzw. 2 vorgesehen. Dabei kann es sich um in den seitlichen Öffnungen angeordnete
Durchflussröhrchen, Stauscheiben, Stauscheiben mit Entlüftungsbohrungen etc. handeln,
die entweder den Durchfluss des Heizmediums erlauben oder verhindern. Jedes Rohrregister
besteht aus 2 Sammelrohren und den dazwischen angeordneten Heizrohren. Erfindungsgemäß
weisen die Sammelrohre nicht wie herkömmliche Rohre einen gleich bleibenden Querschnitt
über die gesamt Länge auf. Der Querschnitt der Rohre variiert über die Länge zur Darstellung
der Gliederoptik des Heizkörpers. Derartige Rohre lassen sich nicht mit einem herkömmlichen
Verfahren (schweißen, ziehen) herstellen. Erfindungsgemäß werden diese Rohre deshalb
nach dem Innen-Hochdruck-Umform- Verfahren (IHU) hergestellt. Um mehrreihige Typen
darstellen zu können, sind mindestens zwei Sammelrohrausführungen (Sammelrohr 1, 1'
(vorne/hinten) - mittiges Sammelrohr 2) vorgesehen, die in den Fig. 1 und 2 dargestellt
sind. Ein mittiges Sammelrohr 2 ist nur bei mehr als zweireihigen Heizkörpern erforderlich.
Mit den Bezugszeichen 1 a bzw. 2a sind die Rohranschlussstutzen bezeichnet. Die Fig.
3 und 4 zeigen jeweils die zusammengefügten oberen bzw. unteren Sammelrohre eines
4 - reihigen Heizkörpers in perspektivischer Ansicht. Die Sammelrohre können durch
Schweißen oder Löten miteinander verbunden werden. Dabei können die einzelnen Sammelrohre
seitlich eng miteinander zusammengefüht werden, wie z.B. in der Fig. 8 gezeigt. Die
Sammelrohre können aber auch voneinander durch seitliche Rohranschlussstutzen (1 b,
2b) oder stärker ausgebildete Verbindungsabschnitte 1.n, 2.nbeabstandet sein, wie
es in Fig. 9 gezeigt wird. Die Figuren 5 bis 9 zeigen mehrere mögliche Ausführungsformen
und Typen kompletter Röhrenheizkörper. Als Fügeverfahren für die Sammelrohre 1 bzw.
2 mit den Heizrohren 3, ist das kostengünstige Hochtemperaturlöten (im Durchlaufofen)
vorgesehen. Eine nachträgliche Bearbeitung der Fügestellen (durch Schleifen), die
bei den herkömmlichen Abrennschweißverfahren erforderlich ist, ist nicht mehr notwendig.
Die Heizrohre 3 können dabei jede denkbare Querschnittsform aufweisen. Die Gliederrohroptik
der Sammelrohre und die Rohranschlussstutzen können dabei je nach Heizrohrform (rund,
eckig, elipsenförmig etc.) ausgebildet sein.
[0012] Die serielle Durchströmung von Heizkörpern die aus mindestens zwei Abschnitten aufgebaut
sind, bringt mehrere Vorteile gegenüber herkömmlich (parallel) durchströmten Heizkörpern
mit sich. Dabei wird zuerst die vorderste (zum Raum gewandte) Rohrreihe durchströmt
und anschließend erst die hintere(n) Rohrreihe(n), wodurch das Wohlfühlempfinden entscheidend
verbessert wird. Ausgehend vom Vorlauf V wird das Heizmedium durch eine gezielte Führung
mit Hilfe von Stauscheiben 4, bzw. Durchflussröhrchen 1.n, 2.n in die vordere Reihe
des Röhrenheizkörpers und anschließend in die dahinter liegenden Reihen des Heizkörpers
geleitet. Die Stauscheiben 4 können dabei im Bedarfsfall mit Entlüftungsbohrungen
versehen sein.
1. Röhrenradiator, der optisch aus mehreren nebeneinander angeordneten Radiatorelementen
besteht und mindestens zwei hintereinander angeordnete Rohrreihen aus vertikalen Heizrohren
ausweist, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikalen Heizrohre (3) an ihren gegenüberliegenden Rohrenden (3', 3") jeweils
mit horizontalen Sammelrohrsegmenten (1,1',2, 2') fluidleitend verbunden sind, wobei
die Sammelrohrsegmente (1', 2') eine Gliederrohroptik aufweisen und durch zumindest
teilweise fluidleitende Abschnitte (1.n, 2.n) miteinander in Verbindung stehen.
2. Röhrenradiator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederrohroptik der Sammelrohrsegmente (1,1',2, 2') durch einen über die Länge
der Sammlerohrsegmente variierenden Querschnitt gebildet wird.
3. Röhrenradiator nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelrohrsegmente Rohranschlussstutzen (1 a, 2a) aufweisen, die mit den vertikalen
Heizrohren (3) verbunden sind.
4. Röhrenradiator nach einem der o.g. Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelrohrsegmente (1, 2) Rohranschlussstutzen (1 b, 2b) aufweisen, die mit dem
dahinterliegenden Sammelrohrsegment zumindest teilweise fluidleitend verbunden sind.
5. Röhrenradiator nach einem der o.g. Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizrohre (3) der dem Raum zugewandete vordere Seite des Heizkörpers durch Anschlusskonfiguration
von Vor- und Rücklauf des Heizfluids und entsprechenden fluidleitenden Verbindungsabschnitten
(1.n, 2.n) bzw. Einbauten und/oder Stauscheiben (4) bevorzugt vom Heizfluid durchströmbar
sind.
6. Röhrenradiator nach einem der o.g. Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlichen Rohrenden der Sammelrohrsegmente (1,1',2, 2') durch Abdeckungen (1
c, 2c) verschlossen sind und/oder Deckel mit Gewindemuffen (1d, 2d) zum Anschluss
an einen Heizkreis aufweisen.
7. Verfahren zur Herstellung von Röhrenradiatoren, die optisch aus mehreren nebeneinander
angeordneten Radiatorelementen bestehen und aus mindestens zwei hintereinander angeordneten
Rohrreihen aus vertikalen Heizrohren hergestellt werden, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikalen Heizrohre (3) an ihren gegenüberliegenden Enden durch Hochtemperaturlöten
mit Rohranschlussstutzen (1a, 2a) von horizontalen Sammelrohrsegmenten (1,1', 2,2')
fluidleitend verbunden werden, wobei die Sammelrohrsegmente (1,1', 2,2') durch Innen-Hochdruck-Umformen
hergestellt werden und eine Gliederrohroptik aufweisen und miteinander zumindest teilweise
fluidleitend durch Schweißen oder Löten zusammengefügt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gliederrohroptik der Sammelrohrsegmente (1,1', 2, 2') durch einen über die Länge
der Sammlerohrsegmente variierenden Querschnitt durch Innen-Hochdruck-Umformen hergestellt
wird.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelrohrsegmente (1,1', 2,2') mit Rohranschlussstutzen (1a, 2a) zur Verbindung
mit den vertikalen Heizrohren (3) versehen werden.
10. Verfahren nach einem der o.g. Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sammelrohrsegmente (1,1', 2,2') mit Rohranschlussstutzen (1 b, 2b) zur zumindest
teilweise fluidleitenden Verbindung mit dem dahinterliegenden Sammelrohrsegmenten
versehen werden.