[0001] Die Erfindung betrifft einen Türhalter mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
1.
[0002] Aus der Druckschrift
DE 10 2006 012 096 A1 ist ein Türhalter bekannt, der darauf basiert, dass ein Riegel, der in einer im Boden
befestigten Aufnahme senkrecht geführt ist, unter Einwirkung magnetischer Kräfte eine
Türe hält, an der ein entsprechender Anschlag angebracht ist. Dabei ist entweder der
Riegel oder der Anschlag, oder aber beide Teile magnetisch und das jeweils andere
Teil zumindest magnetisierbar. Um zu vermeiden, dass beispielsweise Büroklammern von
einem magnetischen Anschlag an der Türe durch Überfahren angezogen werden und schlecht
wieder entfernbar sind, wird vorzugsweise der Riegel als Magnet und der Anschlag lediglich
als magnetisierbares Bauteil vorgesehen. Das Überfahren des Riegels, der die Form
eines zylindrischen Bolzens hat, mit dem Anschlag bewirkt, dass der Riegel senkrecht
in Richtung des Anschlages gezogen wird und dort an eine senkrecht stehende Anschlagskante
stößt, was zum Anhalten der Tür führt. Die Anziehungskräfte zwischen Riegel und Anschlag
bewirken, dass die Tür auch gegen geringe Kräfte, die eine Bewegung der Tür in umgekehrte
Richtung bewirken würden, gehalten wird. Auf diese Weise wird eine Tür beispielsweise
in der geöffneten Stellung gegen Windkräfte oder eine Türschließfeder gehalten. Zieht
ein Bediener dagegen stärker an der Tür, um diese beispielsweise zu schließen, so
wird die Magnetkraft überwunden und der Riegel schert vom Anschlag ab, wobei er von
einer Schräge abgewiesen wird. Durch Schwerkraft fällt der Riegel schließlich wieder
in seine Aufnahme.
[0003] Nachteilig an dem bekannten Türhalter ist, dass die Haltefunktion auch dann gegeben
ist, wenn sie gar nicht gewollt ist, beispielsweise weil die Tür federbetätigt auf
jeden Fall wieder geschlossen werden soll.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen derartigen Türhalter zu schaffen,
dessen Haltefunktion an- und abstellbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Türhalter mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Der erfindungsgemäße Türhalter weist einen magnetisierbaren oder magnetischen
Anschlag zur Befestigung an einer Tür auf und einen magnetischen oder magnetisierbaren
Riegel, der an einem Boden geführt befestigbar ist. Dabei kann der Riegel durch den
Boden selbst, also beispielsweise durch eine in der Größe angepasste Bohrung, oder
durch eine gesonderte Aufnahme geführt sein. Die Führung kann dabei linear, also insbesondere
im Wesentlichen senkrecht zur Bodenoberfläche, erfolgen, möglich ist aber auch eine
Schwenkbewegung, wie es beispielsweise aus der Druckschrift
CH 383 822 (Figur 3) bekannt ist. Sobald der Anschlag durch Schwenken der Türe in den magnetischen
Wirkungsbereich gelangt, ist der Riegel in eine Verriegelungsstellung bewegbar, wobei
die Verriegelungsstellung die Stellung angibt, in der der Riegel die Tür in ihrer
Stellung hält. Im Gegensatz zu den bekannten Türhaltern weist der Türhalter eine Feststelleinrichtung
auf, mit der der Riegel blockierbar ist, und zwar gegen eine Bewegung in die Verriegelungsstellung.
Der Riegel kann also gezielt daran gehindert werden, in die Verriegelungsstellung
bewegt zu werden, selbst wenn er in den magnetischen Wirkungsbereich gerät. In dieser
blockierten Stellung ist somit die Tür frei beweglich, der Türhalter hat keine Haltefunktion
mehr, so dass der Riegel beispielsweise beliebig oft überfahren werden kann und die
Tür trotzdem federbetätigt immer wieder geschlossen wird. Um die Haltefunktion wieder
herzustellen, sollte die Feststelleinrichtung vorzugsweise derart gestaltet sein,
dass die Blockierwirkung wieder aufgehoben werden kann, also der Riegel wieder in
die Verriegelungsstellung bewegbar ist.
[0006] Zur technischen Umsetzung ist es grundsätzlich denkbar, dass beispielsweise durch
eine Abschirmung die magnetische Wirkung des Anschlags auf den Riegel aktivierbar
und deaktivierbar ist. Praktikabler erscheint es jedoch, den Riegel mit der Feststelleinrichtung
reib- oder formschlüssig zu blockieren. Mit den Begriffen "aktivieren" bzw. "deaktivisren"
ist die Überführung der Feststelleinrichtung in die nicht-blockierte Stellung bzw.
in die blockierte Stellung des Riegels gemeint.
[0007] Vorzugsweise ist die Feststelleinrichtung durch eine Bewegung des Riegels parallel
zu seiner Verriegelungsbewegung von einer blockierten Stellung in eine nicht-blockierte
Stellung und umgekehrt überführbar. Ist ein Riegel also linear und senkrecht zur Bodenoberfläche
geführt, so erfolgen die Aktivierungs- und Deaktivierungsbewegungen ebenfalls linear
und senkrecht zur Bodenoberfläche. Entsprechendes gilt bei einer Schwenkführung. Gegenüber
zusätzlichen Bedientasten oder einer Querbewegung des Riegels hat dies den Vorteil
eines einfachen Aufbaus und dass ein klares, schlichtes Design umgesetzt werden kann.
[0008] Alternativ oder in Kombination ist in einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform
des erfindungsgemäßen Türhalters die Feststelleinrichtung durch eine Drehbewegung
des Riegels um seine Längsachse oder um eine zur Längsachse des Riegels parallelen
Achse von einer blockierten Stellung in eine nicht-blockierte Stellung und umgekehrt
überführbar. Dabei kann eine Drehbewegung mit einer Linearbewegung überlagert sein.
Unter "Längsachse" des Riegels ist eine Achse zu verstehen, die senkrecht zur Bodenoberfläche
verläuft. Ist der Riegel beispielsweise als Zylinder ausgebildet, mit einer zur Bodenoberfläche
im Wesentlichen parallelen Grund- und/oder Deckfläche, so verläuft die Längsachse
des Riegels durch den Mittelpunkt der Grundfläche beziehungsweise der Deckfläche.
Wird die Feststelleinrichtung durch eine Drehbewegung des Riegels aktiviert beziehungsweise
deaktiviert, so ist insbesondere ein Platz sparenderer Aufbau des Türhalters möglich.
[0009] Damit der Riegel sowohl in der nicht-blockierten als auch in der blockierten Stellung
eben mit dem umgebenden Boden abschließt und somit weder eine "Stolperfalle" noch
eine schmutzaufnehmende Vertiefung bildet, schlägt die Erfindung vor, dass der Riegel
in der blockierten Stellung im Wesentlichen in der gleichen Position zu einem Verankerungselement
wie in der nicht-blockierten Nichtverriegelungsstellung steht.
[0010] Zur Umsetzung der Feststelleinrichtung kommen verschiedenste Mechaniken in Frage,
einschließlich ferngesteuerten, elektronischen, pneumatischen oder sonstigen aufwendigen
Mechanismen. Um einen möglichst einfachen, intuitiv bedienbaren Aufbau zu schaffen,
weist die Feststelleinrichtung jedoch vorzugswiese eine Push-Push-Mechanik auf. Derartige
Mechaniken sind weitläufig von Kugelschreibern, Haltern für Getränkebehälter im Automobil,
CD-Spielern und ähnlichem bekannt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass ein beweglich
angeordnetes Element, hier vorzugsweise der Riegel, durch Druck gegen ein Federelement
in eine Sperrposition, hier die blockierte Stellung, gelangt und durch einen nochmaligen
Druck in gleicher Richtung wieder aus dieser Sperrposition gelöst wird. Im vorliegenden
Fall kann dabei die blockierte Stellung mit der nicht-blockierten Stellung, was die
geometrische Position angeht, die gleiche sein. Entscheidend ist, dass der Riegel
von der nicht-blockierten Stellung aus in die Verriegelungsstellung bewegbar ist,
so dass die Türhaltefunktion wahrgenommen werden kann, während dies in der blockierten
Stellung nicht möglich ist.
[0011] Alternativ ist die Feststelleinrichtung in der Art eines Bajonettverschlusses ausgeführt,
so dass die Aktivierung beziehungsweise die Deaktivierung im Wesentlichen über eine
Drehbewegung des Riegels erfolgt. Ein derartiger Aufbau ist insbesondere hinsichtlich
der Länge des Türhalters in Richtung der Längsachse des Riegels vorteilhaft, da ein
Platz sparenderer Aufbau möglich ist.
[0012] Als Federelement weist die Feststelleinrichtung vorzugsweise ein ringförmiges Federelement
auf, wodurch ein einfacher rotationssymmetrischer Aufbau möglich wird und außerdem
das Federlement zusätzlich auf einfache Weise eine Dichtfunktion gegenüber versehentlich
vergossenen Flüssigkeiten und dgl. wahrnehmen kann. Dies ist grundsätzlich aber auch
bei anderen Formen möglich und hat den Vorteil der Doppelfunktion.
[0013] Vorzugsweise weist das Federelement eine einachsig gebogene Scheibe auf, die bei
einem großen Federweg eine relativ geringe Bauhöhe des Federelements erlaubt. Alternativ
kann beispielsweise eine Kegelfeder verwendet werden.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Riegel in einem Verankerungselement
geführt. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Führung nicht durch eine Bohrung
im Boden oder dgl. erfolgen muss, was eine entsprechende Maßhaltigkeit dieser Bohrung
voraussetzen würde. Zum Anderen ist zumindest die Führung des Riegels durch das Verankerungselement
im Boden gegen versehentliches Herausziehen gesichert.
[0015] Um auch den Riegel selbst gegen ein versehentliches Herausziehen zu sichern, schlägt
die Erfindung vor, dass der Riegel durch eine Sperre gegen unbeabsichtiges Lösen vom
Verankerungselement gesichert ist. Mit einem Lösen ist die Demontage von Riegel und
Verankerungselement gemeint. Hierdurch ist beispielsweise gewährleistet, dass der
Riegel nicht durch magnetisches Anhaften an einen Staubsauger aus dem Verankerungselement
gezogen wird. Zu Reinigungszwecken kann es jedoch sinnvoll sein, zumindest den Riegel
zu entnehmen. Daher ist die Sperre vorzugsweise manuell, also beispielsweise durch
etwas stärkeres Ziehen, durch Drehen oder den Einsatz einfachen Handwerkzeugs überwindbar.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Schnittdarstellung eines ersten erfindungsgemäßen Türhalters;
- Figur 2
- eine teilweise geschnittene, perspektivische Explosionsdarstellung der Bodeneinheit
des ersten erfindungsgemäßen Türhalters;
- Figur 3
- eine perspektivische Schnittdarstellung einer Bodeneinheit eines zweiten erfindungsgemäßen
Türhalters; und
- Figur 4
- eine perspektivische Explosionsdarstellung der Bodeneinheit des zweiten erfindungsgemäßen
Türhalters.
[0017] Soweit im Folgenden von "oben" bzw. "unten" die Rede ist, bezieht sich dies auf die
Einbausituation eines Türhalters an einem Fußboden. Soweit der Türhalter beispielsweise
an einer Wand eingesetzt würde, was die Erfindung nicht ausschließt, entspräche der
Begriff "oben" dem Begriff "türseitig" bzw. der Begriff "unten" dem Begriff "wandseitig".
[0018] Der in Figur 1 dargestellte Türhalter 1 dient dem flexiblen Halten einer Tür 2. An
der Unterseite der Tür 2 ist hierzu ein Anschlag 3 angebracht. Außerdem ist an einem
Boden 4 in dem Bereich, der durch Bewegen der Tür 2 vom Anschlag 3 überstrichen wird,
eine Bodeneinheit 5 angebracht. Die Bodeneinheit 5 ist in einem zylindrischen Bohrloch
6 derart eingefügt, dass sie bündig mit dem Boden 4 abschließt. Wichtigste Bauteile
der Bodeneinheit 5 sind ein Riegel 7 sowie ein Verankerungselement 8, in dem der Riegel
7 linear geführt ist. Der Riegel 7 weist an seinem oberen Ende eine topfförmige Magnetaufnahme
9 auf, in der maßgenau ein zylinderförmiger Magnet 10 aufgenommen ist. Die Verbindung
zwischen Magnet 10 und Magnetaufnahme 9 kann durch eine Klebung, eine Presspassung,
oder durch magnetische Kräfte zwischen dem Magnet 10 und der Magnetaufnahme 9 erfolgen.
Nach unten schließt sich an die Magnetaufnahme 9 ein Riegelschaft 11 an. Während die
Magnetaufnahme 9 im Durchmesser ungefähr dem Bohrloch 6 entspricht und relativ kurz
ist, weist der Riegelschaft 11 einen deutlich reduzierten Durchmesser auf und erstreckt
sich dafür über einen wesentlichen Teil der Länge des Bohrlochs 6. Am unteren Ende
der Bodeneinheit 5 bildet diese eine Feststelleinrichtung 12, auf die im Weiteren
noch näher eingegangen werden soll.
[0019] Zunächst soll jedoch die Funktionalität beschrieben werden. In der in Figur 1 gezeigten
Position der Tür 2 ist der Anschlag 3 lateral versetzt zum Magnet 10. Daher wirken
keine oder zumindest kaum magnetische Kräfte zwischen diesen Bauteilen. Entsprechend
befindet sich der Riegel 7 in der dargestellten Nichtverriegelungsstellung. Wird die
Tür 2 in Richtung von Pfeil A bewegt, so dass der Anschlag 3 über den Magnet 10 gelangt,
ziehen sich Magnet 10 und Anschlag 3 gegenseitig an und der Riegel 7 schnellt, getrieben
vom Magneten 10, in Richtung seiner Längsachse L nach oben. Der Magnet 10 und die
Magnetaufnahme 9 prallen hierdurch gegen eine waagerechte Anlagefläche 13 am Anschlag
3 und die Tür 2 kann im Weiteren nur so weit weiter in Richtung Pfeil A bewegt werden,
bis der Riegel 7 am Umfang der Magnetaufnahme 9 gegen eine sich senkrecht an die Anlagefläche
13 anschließende Anschlagsfläche 14 schlägt. Eine weitere Bewegung in Richtung Pfeil
A ist somit nicht möglich. Aber auch ein Zurückbewegen entgegen Pfeil A ist zumindest
mit gleichem Kraftaufwand nicht möglich, da dies ein Lösen des Riegels 7 vom Anschlag
3 erfordern würde. Erst wenn der Bediener etwas kräftiger entgegen der Richtung von
Pfeil A zieht, wird der Magnet 10 bzw. der Riegel 7 vom Anschlag 3 gelöst. Hierzu
schließt sich an dem der Anschlagsfläche 14 gegenüberliegenden Ende der Anlagefläche
13 eine schräg nach unten verlaufende Abweisfläche 15 an. Durch diese Abweisfläche
15 wird der Riegel 7 keilartig nach unten gedrückt. Außerdem entfernen sich durch
die Bewegung der Tür 2 der Magnet 10 und der Anschlag 3 lateral wieder voneinander,
bis die magnetischen Kräfte derart abnehmen, dass der Riegel 7 aufgrund seines Eigengewichts
von der Verriegelungsstellung in die gezeichnete Nichtverriegelungsstellung fällt.
[0020] Durch einen leichten axialen Druck nach unten auf den Riegel 7 entsprechend Pfeil
B und anschließendem Loslassen wird der Riegel 7 von der Feststelleinrichtung 12 blockiert.
Diese Bewegung entspricht im Wesentlichen der Bedienung eines Kugelschreibers, wobei
der Riegel 7 auch in der blockierten Stellung bündig mit dem Boden 4 abschließt. Kommt
nun der Anschlag 3 in den magnetischen Wirkungsbereich des Magneten 10, so wird der
Riegel 7 von der Feststelleinrichtung 12 entgegen der wirkenden Kräfte gehalten, d.h.
er verbleibt bündig mit dem Boden 4. Die Tür 2 kann die Bodeneinheit 5 somit beliebig
überfahren, ohne das es zu einem Halten der Tür 2 kommt. Durch erneutes Drücken entsprechend
Pfeil B wird die Blockierung durch die Feststelleinrichtung 12 wieder aufgehoben,
so dass der Riegel 7 wieder die eingangs beschriebene Haltefunktion für die Tür 2
erfüllen kann.
[0021] Im Folgenden soll auf den Aufbau und die Funktionsweise der Bodeneinheit 5 und der
Feststelleinrichtung 12 näher eingegangen werden. Der Aufbau ergibt sich insbesondere
aus einer Zusammenschau von Figur 1 und 2, wobei Figur 1 einem Schnitt entsprechend
Pfeil I in Figur 2 entspricht. Wie bereits beschrieben ist der Riegel 7 linear im
Verankerungselement 8 geführt. Das Verankerungselement 8 ist hülsenförmig mit einer
Bohrung 16, an deren Umfang vier gleichmäßig verteilte, längs verlaufende Freilaufnuten
17 angeordnet sind. Zwischen den Freilaufnuten 17 verbleiben vier Führungsrippen 18,
die den Riegelschaft 11 als Lagerstellen umfassen. Der äußere Durchmesser des Verankerungselements
8 entspricht in etwa dem Durchmesser des Bohrlochs 6 und das Verankerungselement 8
weist an seinem äußeren Umfang mehrere widerhakenartige Ausprägungen 19 auf. An seinem
unteren Ende weist das Verankerungselement 8 um die Bohrung 6 herum, aber im Außendurchmesser
gegenüber dem Rest des Verankerungselements 8 reduziert, einen oberen Steuerkranz
20 mit acht nach unten gerichteten Zähnen 21 auf. Durch eine Rastverbindung 22 ist
an das untere Ende des Verankerungselements 8 ein Steuertopf 23 angebracht. Die Rastverbindung
22 ist durch einen Wulst 24 an der Außenseite des oberen Endes des oberen Steuerkranzes
20 und eine korrespondierende Nut 25 an der Innenseite des oberen Endes des Steuertopfes
23 gebildet. Im Inneren des Steuertopfes 23 ist ein unterer Steuerkranz 26 aus acht
nach oben gerichteten Zähnen 21 gebildet. Die Zähne 21 des oberen und unteren Steuerkranzes
20, 26 stehen sich axial gegenüber, sind jedoch bezüglich Ihrer Position am Umfang
versetzt zueinander angeordnet. Zwischen den Steuerkränzen 20, 26 sind über den Umfang
verteilt vier Zapfen 27 angeordnet, die radial von einem Schaltring 28 abstehen. Der
Schaltring 28 ist am unteren Ende des Riegelschafts 11 drehbar um die Längsachse angebracht.
Der Riegelschaft 11 weist hierzu einen im Durchmesser reduzierten Schaltringsitz 29
auf mit einer geringen Erweiterung 30 am unteren Ende, so dass der Schaltring 28 beim
Fügen diese Erweiterung 30 zwar überwinden kann, doch im Normalbetrieb von ihr axial
gehalten wird. Durch Auf- und Abbewegung des Schaltrings 28 wird dieser um die Längsachse
des Riegels 7 gedreht, da die Zapfen 27 von den Zähnen 21 der Steuerkränze 20, 26
in Umfangsrichtung abgelenkt werden. Zwischen der Magnetaufnahme 9 und dem Verankerungselement
8 ist ein ringförmiges Federelement 31 angeordnet. Solange auf den Riegel 7 keine
Kraft in Richtung Pfeil B wirkt, die Feststelleinrichtung 12 also nicht gerade aktiviert
oder deaktiviert wird, ist das Federelement 31 entspannt. Die Zapfen 27 des Steuerrings
28 stehen mit ihrem oberen Ende in diesem Zustand auf Höhe der Lücken 32, die sich
in Umfangsrichtung zwischen den Zähnen 27 des ersten Steuerkranzes 20 ergeben. Durch
Druck auf den Riegel 7 nach unten entsprechend Pfeil B verschiebt sich auch der Steuerring
28 nach unten und die Zapfen 27 werden von schrägen Flanken 33 der Zähne 21 des unteren
Steuerkranzes 26 in Umfangsrichtung abgelenkt. Beim Wiederloslassen des Riegels 7
wird dieser durch das Federelement 31 nach oben gedrückt, wobei die Zapfen 27 von
schrägen Flanken 33 der Zähne 21 des oberen Steuerkranzes 20 wiederum in Umfangsrichtung
abgelenkt werden. In jede zweite Lücke 32 des oberen Steuerkranzes 20 mündet eine
Freilaufnut 17. Die Zapfen 27 und die Freilaufnuten 17 sind so dimensioniert, dass
die Zapfen 27 in den Freilaufnuten 17 längs bewegt werden können. Damit kann der Riegel
7 insgesamt verschoben bzw. in Verriegelungsstellung gebracht werden. Dieser Zustand
ist in Figur 1 dargestellt. Dort wo in den Lücken 32 zwischen den Zähnen 21 keine
Freilaufnuten 17 münden, können die Zapfen 27 nicht nach oben bewegt werden, der Riegel
7 ist also gegen eine Bewegung in Verriegelungsrichtung blockiert. Durch wiederholtes
Drücken in Richtung Pfeil B, der parallel zur Verriegelungsbewegung des Riegels 7
zeigt, kann somit der Riegel 7 von der blockierten Stellung in eine nicht-blockierte
Stellung und umgekehrt überführt werden. Steuerkränze 20, 26, Schaltring 28 und Federelement
31 bilden gemeinsam eine Push-Push-Mechanik 34. Diese Push-Push-Mechanik 34 zusammen
mit dem Steuertopf 23 bildet die Feststelleinrichtung 12.
[0022] Gegen ein Herausziehen aus dem Verankerungselement 8 ist der Riegel 7 durch eine
Sperre 35 in Form von radial nach innen weisenden Vorsprüngen 36 am oberen Ende der
Freilaufnuten 17 gesichert. Wird an dem Riegel 7 gezogen, so stoßen die Zapfen 27
des Steuerrings 28 mit ihren äußeren Enden an den Vorsprüngen 36 an. Zum Reinigen
des Riegels 7 können die Vorsprünge 36 jedoch durch stärkeren Zug am Riegel 7 überwunden
werden. Das gleiche gilt beim Wiedereinsetzen des Riegels 7 nach dem Reinigen.
[0023] In den Figuren 3 und 4 ist eine Bodeneinheit 5' eines zweiten erfindungsgemäßen Türhalters
dargestellt. Die Bodeneinheit 5' ähnelt im Aufbau der Bodeneinheit 5 des ersten erfindungsgemäßen
Türhalters 1 und umfasst ein Verankerungselement 8', einen Steuertopf 23', einen Riegel
7', einen° Magnet 10' sowie ein dämpfendes Reibelement 36, das oben auf dem Magnet
10' angebracht ist. Der Riegel 7' besteht aus einer Magnetaufnahme 9' und einem Riegelschaft
11', wobei am Riegelschaft 11' ein Federelement 31' in Form einer einachsig gebogenen
Scheibe 37 angeordnet ist. Durch die Verwendung einer einachsig gebogenen Scheibe
37 als Federelement 31' ist ein Platz sparenderer Aufbau der Bodeneinheit 5' möglich,
da die Scheibe 37, wenn sie zusammengedrückt und gespannt ist, nur eine sehr geringe
Bauhöhe aufweist.
[0024] Im Folgenden wird der Aufbau und die Funktionsweise der Bodeneinheit 5' näher beschrieben,
wobei die Funktionalität bezüglich des Zusammenspiels der Bodeneinheit 5' mit einem
hier nicht dargestellten Anschlag der Funktionalität des oben beschriebenen ersten
erfindungsgemäßen Türhalters 1 entspricht. Der Riegel 7' ist im Verankerungselement
8' linear geführt und weist an seinem oberen Ende eine topfförmige Magnetaufnahme
9' auf, in der der zylinderförmige Magnet 10' aufgenommen ist. Die Verbindung zwischen
Magnet 10' und Magnetaufnahme 9' kann durch eine Klebung, eine Presspassung, oder
durch magnetische Kräfte zwischen dem Magnet 10' und der Magnetaufnahme 9' erfolgen.
Das dämpfende Reibelement 36 ist auf der oberen Seite des Magnets 10' aufgeklebt.
Das Reibelement 36 besteht aus Gummi und schützt den Magnet 10' beim Auftreffen auf
den nicht dargestellten Anschlag. Zudem ist durch das Gummi des Reibelements 36 die
Reibung zwischen der Bodeneinheit 5' und dem Anschlag vergrößert. An die Magnetaufnahme
9' schließt sich nach unten der Riegelschaft 11' an. Der Riegelschaft 11' ist zylindrisch,
mit einem gegenüber der Magnetaufnahme 9' verringerten Außendurchmesser, der mit dem
Durchmesser einer Bohrung 38 im Steuertopf 23' korrespondiert. Am unteren Ende des
Riegelschafts 11' ist ein Sperrstift 39 in einer Querbohrung angeordnet, wobei der
Sperrstift 39 mit beiden Enden über die Mantelfläche 40 des zylindrischen Riegelschafts
11' übersteht.
[0025] Der Sperrstift 39 bildet zusammen mit dem Steuertopf 23' die Feststelleinrichtung
12', die als Bajonettverschluss 41 ausgeführt ist. Im zusammengebauten Zustand, wie
er in Figur 3 dargestellt ist, greifen die beiden Enden des Sperrstifts 39 in der
Verriegelungsstellung in je eine Freilaufnut 17' ein, wodurch der Riegel 7' im Steuertopf
23' linear geführt ist. An ihrem unteren Ende schließt sich an die Freilaufnuten 17'
in Umfangsrichtung und in Richtung des Pfeils D je eine Aussparung 42 an, die an ihren,
der Freilaufnut 17' abgewandten Seiten, je eine nach oben zeigende Vertiefung als
Spermut 43 aufweisen. Um den Riegel 7' gegen eine Bewegung in Verriegelungsstellung
zu blockieren, wird der Riegel 7' gegen die Federkraft der einachsig gebogenen Scheibe
37 nach unten in Richtung des Pfeils B und in Richtung der Längsachse L' der Bodeneinheit
5' gedrückt. Der Riegel 7' wird weiter gedrückt gehalten und durch eine Drehbewegung
in Richtung des Pfeils D gedreht, bis die Enden des Sperrstifts 39 an der Wand 44
des Steuertopfs 23' und somit direkt unter der Sperrnut 43 liegen. Wird der Riegel
7 nun losgelassen, so wird er durch die Federkraft des Federelements 31' nach oben
bewegt, so dass der Sperrstift 39 in der Spermut 43 einliegt und der Riegel 7' gegen
ein unbeabsichtigtes Zurückdrehen gesichert ist. Die Bodeneinheit 5' ist blockiert.
Der Riegel 7' befindet sich in der blockierten Stellung im Wesentlichen in der gleichen
Position bezüglich des Verankerungselements 8' wie in der nicht-blockierten Nichtverriegelungsstellung.
Ein Zurückdrehen des Riegels 7' in die nicht-blockierte Nichtverriegelungsstellung
ist nur dann möglich, wenn der Riegel 7' erneut gegen die Federkraft des Federelements
31' nach unten gedrückt und entgegen der Richtung des Pfeils D gedreht wird.
[0026] Das Verankerungselement 8' ist als zylindrische Hülse mit einer Aufnahmeöffnung 47
ausgeführt, die den Riegel 7' und den Steuertopf 23' aufnimmt. Der Steuertopf 23'
und die Magnetaufnahme 9' weisen im Wesentlichen denselben Außendurchmesser auf. Dieser
Außendurchmesser entspricht im Wesentlichen dem Innendurchmesser der Aufnahmeöffnung
47 des Verankerungselements 8'. Am Steuertopf 23' ist ein Klemmbund 45 mit einem vergrößerten
Außendurchmesser angeordnet. Auf Grund der Freilaufnuten 17' beziehungsweise der Aussparungen
42 lässt sich der Steuertopf 23' an seinem unteren Ende elastisch in radialer Richtung
zusammendrücken, so dass der Klemmbund 45 in die Aufnahmeöffnung 47 des Verankerungselements
8 einführbar ist und den Steuertopf 23' beziehungsweise den Riegel 7 gegen unbeabsichtigtes
Verschieben in beziehungsweise Lösen vom Verankerungselement 8' sichert. Allerdings
kann bei entsprechender Kraftaufbringung der Riegel 7' und der Steuertopf 23' mit
den daran angeordneten weiteren Bauteilen als eine zusammenhängende Baugruppe aus
dem Verankerungselement 8' entnommen werden, und auch, beispielsweise nach einer erfolgten
Reinigung, wieder in das Verankerungselement 8' eingeführt werden.
[0027] Zur Montage der Bodengruppe 5' ist das Verankerungselement 8' in ein nicht dargestelltes
Bohrloch einführbar, bis ein am Verankerungselement 8' angeordneter Bund 48 bündig
mit einem ebenfalls nicht dargestellten Boden abschließt. Das Verankerungselement
8' wird beispielsweise mittels Klebstoff in das Bohrloch eingeklebt. Um eine möglichst
gute Verbindung zwischen dem Klebstoff und dem Verankerungselement 8' zu ermöglichen,
weist das Verankerungselement 8' an seinem vorderen Ende angeordnete umlaufende Verankerungsrillen
46 auf.
Bezugszeichenliste
Türhalter
[0028]
- 1
- Türhalter
- 2
- Tür
- 3
- Anschlag
- 4
- Boden
- 5, 5'
- Bodeneinheit
- 6
- Bohrloch
- 7, 7'
- Riegel
- 8, 8'
- Verankerungselement
- 9, 9'
- Magnetaufnahme
- 10, 10'
- Magnet
- 11, 11'
- Riegelschaft
- 12, 12'
- Feststelleinrichtung
- 13
- Anlagefläche
- 14
- Anschlagsfläche
- 15
- Abweisfläche
- 16
- Bohrung
- 17, 17'
- Freilaufnut
- 18
- Führungsrippe
- 19
- Ausprägung
- 20
- oberer Steuerkranz
- 21
- Zahn
- 22
- Rastverbindung
- 23, 23'
- Steuertopf
- 24
- Wulst
- 25
- Nut
- 26
- unterer Steuerkranz
- 27
- Zapfen
- 28
- Schaltring
- 29
- Schaltringsitz
- 30
- Erweiterung
- 31, 31'
- Federelement
- 32
- Lücke
- 33
- Flanke
- 34
- Push-Push-Mechanik
- 35, 35'
- Sperre
- 36
- dämpfendes Reibelement
- 37
- einachsig gebogene Scheibe
- 38
- Bohrung im Steuertopf 23'
- 39
- Sperrstift
- 40
- Mantelfläche des Riegelschafts 11'
- 41
- Bajonettverschluss
- 42
- Aussparung
- 43
- Sperrnut
- 44
- Wand des Steutertopfs 23'
- 45
- Klemmbund
- 46
- Verankerungsrillen
- 47
- Aufnahmeöffnung
- 48
- Bund
- L, L'
- Längsachse
1. Türhalter (1) mit einem magnetisierbaren oder magnetischen Anschlag (3), der an einer
Tür (2) befestigbar ist, und einen magnetisierbaren oder magnetischen Riegel (7, 7')
aufweist, der an einem Boden (4) geführt befestigbar ist, wobei durch den Anschlag
(3) der Riegel (7, 7') in eine Verriegelungsstellung bewegbar ist, wenn der Anschlag
(3) durch Schwenken der Tür (2) in einen magnetischen Wirkungsbereich gelangt, und
wobei der Riegel (7, 7') in der Verriegelungsstellung die Tür (2) in ihrer Stellung
hält, dadurch gekennzeichnet, dass der Türhalter (1) eine Feststelleinrichtung (12, 12') aufweist derart, dass der Riegel
(7,7') gegen eine Bewegung in Verriegelungsstellung blockierbar ist.
2. Türhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststelleinrichtung (12, 12') durch eine Bewegung des Riegels (7, 7') parallel
zu seiner Verriegelungsbewegung von einer blockierten Stellung in eine nicht-blockierte
Stellung und umgekehrt überführbar ist.
3. Türhalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststelleinrichtung (12') durch eine Drehbewegung des Riegels (7') um seine
Längsachse (L') oder um eine zur Längsachse (L') des Riegels (7') parallelen Achse
von einer blockierten Stellung in eine nicht-blockierte Stellung und umgekehrt überführbar
ist.
4. Türhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (7, 7') in der blockierten Stellung im Wesentlichen in der gleichen Position
zu einem Verankerungselement (8, 8') wie in der nicht-blockierten Nichtverriegelungssteltung
steht.
5. Türhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststelleinrichtung (12) eine Push-Push-Mechanik (34) aufweist.
6. Türhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststelleinrichtung (12') in der Art eines Bajonettverschlusses (41) ausgeführt
ist.
7. Türhalter nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststelleinrichtung (12, 12') ein ringförmiges Federelement (31, 31') aufweist.
8. Türhalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (31') eine einachsig gebogene Scheibe (37) aufweist.
9. Türhalter nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (7, 7') in einem Verankerungselement (8, 8') geführt ist.
10. Türhalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (7) durch eine Sperre (35, 35') gegen unbeabsichtigtes Lösen vom Verankerungselement
(8, 8') gesichert ist.
11. Türhalter nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperre (35, 35') manuell überwindbar ist.