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EP 2 154 358 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.08.2012 Patentblatt 2012/35 |
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Anmeldetag: 21.07.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Luftfiltersystem eines Kraftfahrzeuges
Air filter system for an automobile
Filtre d'air pour un véhicule automobile
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
25.07.2008 DE 202008010058 U
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.02.2010 Patentblatt 2010/07 |
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Patentinhaber: MANN+HUMMEL GmbH |
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71638 Ludwigsburg (DE) |
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Erfinder: |
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- Dirnberger, Timo
71672 Marbach (DE)
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| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 1 193 389
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EP-A2- 1 052 489
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Luftfiltersystem eines Kraftfahrzeuges mit den Merkmalen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
[0002] Brennkraftmaschinen eines Kraftfahrzeuges weisen eine elektronische Steuerung insbesondere
für die Bemessung der einzuspritzenden Kraftstoffmenge auf. Diese Steuerung greift
auf verschiedene Sensoren zur Bestimmung der Betriebsparameter zurück. Ein wesentlicher
Sensor ist dabei der Luftmassenstromsensor, der insbesondere als Heissfilm-Luftmassensensor
(HFM) ausgebildet ist. Der Luftmassenstromsensor ist im Ansaugluftkanal angeordnet
und versorgt die Motorsteuerung mit Daten über den aktuell angesaugten Luftmassenstrom
(siehe z.B. Document
EP1193389). Ein bevorzugter Anbringungsort für den Luftmassenstromsensor ist die Reinluftseite
des Luftfiltergehäuses, wo der empfindliche Luftmassenstromsensor einem gereinigten
Ansaugluftstrom ausgesetzt ist. Bekannt HFM-Sensoren sind jedoch nicht nur gegen Verschmutzung
empfindlich, sondern brauchen auch für ein präzises Messergebnis eine laminare, turbulenzfreie
Strömung, die zudem auch noch in ihrem geometrischen Verlauf präzise definiert sein
muss.
[0003] Für ein gutes Messergebnis sind Bauformen des HFM-Sensors mit einem eigenen Gehäuse
bekannt, welches in das Luftfiltergehäuse eingeführt wird. Diese Bauform ist jedoch
mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden. Außerdem bringt die Schnittstelle des
HFM-Gehäuses zum Luftfiltergehäuse eine Verringerung des freien Strömungsquerschnittes
mit sich, wodurch sich ein unerwünscht erhöhter Druckverlust im Ansaugluftstrom einstellt.
[0004] Zur Vermeidung der obigen Nachteile ist als alternative Bauform bekannt, dass ein
insbesondere reinseitiges Gehäuseteil des Luftfiltergehäuses einen einteilig und materialeinheitlich
angeformten Luftkanalabschnitt aufweist, wobei in diesem Luftkanalabschnitt der Luftmassenstromsensor
angeordnet und durch die Kanalwand des Luftkanalabschnittes hindurchgeführt ist. Solche
auch als Steck-HFM-Sensoren bezeichneten Luftmassenstromsensoren weisen kein eigenes
Gehäuse auf. Es tritt kein Querschnittsverlust durch die Schnittstelle zum Luftfiltergehäuse
ein, wodurch der Druckverlust im Ansaugluftstrom verringert ist. Auch die Kosten der
Anordnung sind verringert.
[0005] Allerdings ist hierbei eine Reihe von Schwierigkeiten zu überwinden: Das Luftfiltergehäuse
einschließlich des einteilig und materialeinheitlich daran angeformten Luftkanalabschnittes
wird typischerweise aus einem Kunststoff wie Polyamid oder dergleichen hergestellt.
Hierbei treten neben den unvermeidlichen thermisch bedingten Maßänderungen auch feuchtigkeitsbedingte
Maßänderungen auf, da Polyamid als feuchtigkeitsempfindlicher Kunststoff zur Feuchtigkeitsaufnahme
neigt. Die feuchtigkeitsbedingten Maßänderungen des den Luftmassenstromsensor tragenden
Luftkanalabschnittes können nicht ohne weiteres kompensiert werden. In der Folge führen
feuchtigkeitsbedingte Maßänderungen des Luftkanalabschnittes zu einer Beeinflussung
des geometrischen Strömungsverlaufes und damit zu Messfehlern bzw. Messungenauigkeiten.
Ein ggf. erforderliches Strömungsleitgitter, welches zur Beruhigung bzw. zum laminaren
Verlauf der Ansaugluftströmung und damit zur Messgenauigkeit beiträgt, muss als separates
Bauteil gefertigt und montiert werden, was nicht kostenoptimal ist und außerdem zusätzliche
Maßtoleranzen erzeugt.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Luftfiltersystem der eingangs
genannten Gattung derart weiterzubilden, dass eine erhöhte Messgenauigkeit des Luftmassenstromsensors
erzielt ist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Luftfiltersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Es wird ein Luftfiltersystem eines Kraftfahrzeugsystems vorgeschlagen, welches ein
Luftfiltergehäuse mit einem Gehäuseteil aus feuchtigkeitsempfindlichem Kunststoff,
insbesondere aus Polyamid und einen Luftkanalabschnitt mit einer umlaufenden Kanalwand
umfasst. Die Kanalwand des Luftkanalabschnittes ist einteilig und materialeinheitlich
am Gehäuseteil des Luftfiltergehäuses angeformt, wobei im Luftkanalabschnitt ein Luftmassenstromsensor
angeordnet ist. Die Kanalwand des Luftkanalabschnittes ist innenseitig mittels eines
Kunststoffeinsatzes aus feuchtigkeitsunempfindlichem Kunststoff ausgekleidet. Der
feuchtigkeitsunempfindliche Kunststoff besteht vorteilhaft zumindest überwiegend aus
Polybutylentherephthalat (PBT) und ist bevorzugt ein glasfaserverstärktes PBT, insbesondere
ein PBT-GF30.
[0009] Abweichend von der vorbekannten Bauform mit einem Gehäuse-HFM-Sensor folgt aus der
einteiligen und materialeinheitlichen Anformung der den Luftkanalabschnitt bildenden
umlaufenden Kanalwand am Gehäuseteil des Luftfiltergehäuses, dass keine Querschnittsverluste
durch eine ansonsten vorhandene Schnittstelle zum Luftfiltergehäuse entstehen, wodurch
der gewünschte geringe Druckverlust im Ansaugluftstrom erreicht wird. Aber auch die
Nachteile der vorbekannten Bauform mit einem Steck-HFM-Sensor ohne ein eigenes Gehäuse
werden beseitigt: Das Gehäuseteil des Luftfiltergehäuses kann nach wie vor aus einem
geeigneten Kunststoff wie Polyamid (PA) gefertigt werden. Die hierbei beobachtete
Feuchtigkeitsempfindlichkeit des Kunststoffes in Form einer Wasseraufnahme und einer
damit einhergehenden Maßänderung hat keinen nachteiligen Einfluss mehr auf die Messgenauigkeit
des im Luftkanalabschnitt angeordneten Luftmassenstromsensors. Vielmehr wird durch
die innenseitige Auskleidung der Kanalwand des Luftkanalabschnittes mittels des Kunststoffeinsatzes
aus feuchtigkeitsunempfindlichem Kunststoff eine Maßhaltigkeit des Kanalquerschnittes
und damit des geometrischen Strömungsverlaufes erreicht, die von der Feuchtigkeit
der Umgebungsluft und des Ansaugluftstromes zumindest näherungsweise unabhängig ist.
Feuchtigkeitseinflüsse auf den Strömungsverlauf des Ansaugluftstromes und damit auf
das Messergebnis des Luftmassenstromsensors sind nahezu ausgeschlossen. Im Vergleich
zu einem stanzgenieteten Blechteil als Einsatz kann eine glatte, aerodynamisch geformte
und störungsfreie Oberfläche durch das Fehlen von Nieten, Stoßkanten oder dergleichen
erzeugt werden, die eine laminare Umströmung des Luftmassenstromsensors begünstigt
und damit zur Messgenauigkeit beiträgt. Insgesamt entsteht eine deutlich erhöhte Messgenauigkeit,
die einer präzisen Motorsteuerung zugute kommt.
[0010] Die bevorzugte Materialpaarung von PA für das Gehäuseteil des Luftfiltergehäuses
und PBT für den Kunststoffeinsatz beruht auf der guten Materialverträglichkeit beider
Kunststoffe, da PA und PBT einen ähnlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweisen.
Die sehr geringe Wasseraufnahme des PBT führt jedoch dazu, dass der Feuchtigkeitseinfluss
auf Maßänderungen des Kanalquerschnittes und damit auf den geometrischen Strömungsverlauf
des Ansaugluftstromes zumindest näherungsweise eliminiert ist.
[0011] Es kann zweckmäßig sein, den Kunststoffeinsatz beispielsweise im Zweikomponenten-Spritzgussverfahren
in den Luftkanalabschnitt einzubringen. In bevorzugter Weiterbildung ist der Kunststoffeinsatz
in den Luftkanalabschnitt eingesteckt und insbesondere mit diesem verrastet. Fertigungs-
und Montageaufwand sind minimiert. Das Einstecken und auch die Verrastung bringen
einerseits eine genaue Lagefixierung des Kunststoffeinsatzes mit sich, während andererseits
kein inniger Materialverbund zwischen beiden Bauteilen besteht. Feuchtigkeitsbedingte
Maßänderungen der Kanalwand des Luftkanalabschnittes werden dem Kunststoffeinsatz
nicht aufgezwungen.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Luftleitgitter einteilig mit dem Kunststoffeinsatz
ausgebildet. Insbesondere ist der Kunststoffeinsatz spritzgegossen. Die einteilige
Ausbildung des Luftleitgitters mit dem Kunststoffeinsatz erzeugt nicht nur eine Verringerung
der Einzelteile und damit eine Verringerung des Montageaufwandes. Vielmehr werden
auch die Lagetoleranzen der einzelnen Bauteile zueinander verbessert, so dass die
Messgenauigkeit gesteigert ist. Die Herstellung des Kunststoffeinsatzes im Spritzgussverfahren
erhöht neben einer im Vergleich beispielsweise zu einem metallischen Bauteil erhöhten
Maßgenauigkeit auch die Freiheitsgrade in der Formgebung. So kann beispielsweise ein
aerodynamisch gerundeter Einlaufbereich angeformt werden, der auf einer laminaren
Strömungsausbildung und damit der Messgenauigkeit des Luftmassenstromsensors zugute
kommt.
[0013] In zweckmäßiger Weiterbildung der Erfindung ist der Luftmassenstromsensor in den
Kunststoffeinsatz zu einer Baueinheit integriert. Der Luftmassenstromsensor wird im
integrierten Zustand, also gemeinsam mit dem Kunststoffeinsatz kalibriert. Montage-
und Fertigungstoleranzen können bei der Kalibrierung messtechnisch eliminiert werden.
Es entsteht eine erhöhte Messgenauigkeit, die nach der Montage der integrierten Baueinheit
im Luftfilter-Gesamtsystem erhalten bleibt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
[0015] Fig. 1 in einer perspektivischen Detaildarstellung ein Luftfiltergehäuse mit einem
angeformten elliptischen Luftkanalabschnitt, einem radial eingesteckten Luftmassenstromsensor,
und mit einem in den Luftkanalabschnitt eingesteckten Kunststoffeinsatz aus PBT,
[0016] Fig. 2 in perspektivischer Explosionsdarstellung die Anordnung nach Figur 1 mit Einzelheiten
des ein Luftleitgitter und Rastnasen umfassenden Kunststoffeinsatzes,
[0017] Fig. 3 in perspektivischer Ansicht eine Variante der Anordnung nach den Figuren 1
und 2 mit in den Kunststoffeinsatz integriertem Luftmassenstromsensor,
[0018] Fig. 4 die Anordnung nach Figur 3 im montierten Zustand.
Ausführungsform(en) der Erfindung
[0019] Fig. 1 zeigt in perspektivischer Ausschnittsdarstellung einen Teil eines Luftfiltersystems
eines Kraftfahrzeug-Antriebsmotors. Das Luftfiltersystem ist für die Versorgung des
Antriebsmotors mit Verbrennungsluft vorgesehen und umfasst ein Luftfiltergehäuse 1,
in dem ein zeichnerisch nicht dargestellter Luftfilter zur Filtrierung des Verbrennungsluftstromes
angeordnet ist. Auf seiner Reinluftseite umfasst das Luftfiltergehäuse 1 ein Gehäuseteil
2, welches aus feuchtigkeitsempfindlichem Kunststoff, hier Polyamid (PA) spritzgegossen
ist. Aus dem Luftfiltergehäuse 1 führt auf dessen Reinseite ein Luftkanalabschnitt
3 des Ansaugluftkanals heraus, wobei eine umlaufende, die Strömungsführung erzeugende
Kanalwand 5 des Luftkanalabschnittes 3 einteilig und materialeinheitlich am Gehäuseteil
2 des Luftfiltergehäuses 1 angeformt ist. Die umlaufende Kanalwand 5 und das Gehäuseteil
2 bestehen demnach aus dem gleichen Kunststoff, hier PA.
[0020] Im Inneren des Luftkanalabschnittes 3 sind ein Luftleitgitter 7 und stromab davon
ein Luftmassenstromsensor 4 angeordnet, wobei der Luftmassenstromsensor 4 im gezeigten
Ausführungsbeispiel als Heissfilmluftmassen-(HFM-)Sensor ausgebildet ist. Es können
aber auch andere Bauformen des Luftmassenstromsensors 4 zweckmäßig sein. Der Strömungsquerschnitt
des Luftkanalabschnittes 3 ist elliptisch ausgeführt und bleibt bezogen auf die durch
einen Pfeil 17 angegebene Strömungsrichtung im Bereich des Luftmassenstromsensors
4 konstant. Es kann aber auch ein in Strömungsrichtung sich verengender Querschnittsverlauf
zweckmäßig sein, was im Bereich des Luftmassenstromsensors 4 zu einer Beschleunigung
und damit zu einer verbesserten laminaren Ausbildung der Umströmung führt. Auch das
Luftleitgitter 7 trägt zu einer laminaren Strömungsausbildung und damit zur Messgenauigkeit
des stromab davon angeordneten Luftmassenstromsensors 4 bei.
[0021] Die Kanalwand 5 des Luftkanalabschnittes 3 ist im Bereich des Luftmassenstromsensors
4 innenseitig mittels eines Kunststoffeinsatzes 6 aus feuchtigkeitsunempfindlichem
Kunststoff ausgekleidet. Der feuchtigkeitsunempfindliche Kunststoff des Kunststoffeinsatzes
6 besteht bevorzugt zumindest überwiegend aus Polybutylentherephthalat (PBT) und ist
im gezeigten Ausführungsbeispiel ein glaserfaserverstärktes PBT, hier PBT-GF30 mit
30% Glasfaseranteil. Eine Umfangswand 13 des Kunststoffeinsatzes 6 liegt flächig innenseitig
an der Kanalwand 5 an und erstreckt sich bezogen auf die durch den Pfeil 17 angegebene
Strömungsrichtung von einem Ort stromauf des Luftmassenstromsensors 4 bis zu einem
Ort stromab des Luftmassenstromsensors 4. Der Luftmassenstromsensor 4 liegt damit
bezogen auf die Durchströmungsrichtung in einem Bereich des Luftkanalabschnittes 3,
dessen Kanalwand 5 vollständig durch die Umfangswand 13 des Kunststoffeinsatzes 6
ausgekleidet ist. In diesen Bereich ist die Innenseite der Umfangswand 13 aerodynamisch
glatt ohne Stöße, Kanten oder dergleichen ausgeführt, so dass der von ihr ringsum
begrenzte Ansaugluftstrom frei von Verwirbelungen oder anderen Störungen ist. Der
Strömungsverlauf im Luftkanalabschnitt 3 ist demnach durch die einhüllende, den Strömungsquerschnitt
umschließende Umfangswand 13 des Kunststoffeinsatzes 6 vorbestimmt. Infolge der praktisch
vernachlässigbaren Wasseraufnahme des für den Kunststoffeinsatz 6 gewählten feuchtigkeitsunempfindlichen
Kunststoffes erfährt der Kunststoffeinsatz 6 keine feuchtigkeitsbedingten Maßänderungen,
womit auch der geometrische Strömungsverlauf im Luftkanalabschnitt 3 im Wesentlichen
frei von feuchtigkeitsbedingten Einflüssen ist. In der Folge ist auch das Messergebnis
des Luftmassenstromsensors 4 von feuchtigkeitsbedingten Maßänderungen im Wesentlichen
unbeeinflusst.
[0022] Fig. 2 zeigt in perspektivischer Explosionsdarstellung die Anordnung nach Fig. 1
mit Einzelheiten zur Ausgestaltung des Kunststoffeinsatzes 6 und der Montage des Luftmassenstromsensors
4. Der Kunststoffeinsatz 6 umfasst die den elliptischen Strömungsquerschnitt umschließende
Umfangswand 13, an deren Außenseite axial verlaufende Rippen 24 angeformt sind. Am
eingangsseitigen Ende der Umfangswand 13 ist das den freien Strömungsquerschnitt überspannende
Luftleitgitter 7 einteilig und materialeinheitlich angeformt. Am gegenüberliegenden
axialen Ende sind auf der Außenseite der Umfangswand 13 einige Rastnasen 16 angeformt.
Im Übrigen ist die Umfangswand 13 in axialer Richtung mittig mit einem Durchbruch
14 versehen, der im Bereich der großen Halbachse der elliptischen Querschnittskontur
angeordnet ist. Die gesamte Baueinheit des Kunststoffeinsatzes 6 mit den vorstehend
beschriebenen Merkmalen ist einteilig und materialeinheitlich spritzgegossen.
[0023] Zur Montage wird der Kunststoffeinsatz 6 axial in Richtung eines Pfeiles 25 in den
Luftkanalabschnitt 3 eingeschoben bzw. eingesteckt, wobei die Rippen 24 den Vorgang
des Einsteckens erleichtern und eine spielfreie Anordnung des Kunststoffeinsatzes
6 im Luftkanalabschnitt 3 gewährleisten. Am zugeordneten freien Ende der Kanalwand
5 sind für jede Rastnase 16 des Kunststoffeinsatzes 6 je eine Rastöffnung 15 vorgesehen,
wobei die Rastnasen 16 beim Einstecken des Kunststoffeinsatzes 6 in die Rastöffnungen
15 einschnappen und damit den Kunststoffeinsatz 6 im Luftkanalabschnitt 3 axial fixieren.
Eine Ausrichtung des Kunststoffeinsatzes 6 gegenüber dem Luftkanalabschnitt 3 in Drehrichtung
ist durch die elliptische Querschnittsform beider Bauteile vorgegeben. Es kann aber
auch eine abweichende Querschnittsform zweckmäßig sein.
[0024] Radial außenseitig im Bereich der großen Halbachse der elliptischen Querschnittsform
ist die Kanalwand 5 des Luftkanalabschnittes 3 mit einem Befestigungsstutzen 8 für
den Luftmassenstromsensor 4 versehen, wobei der Befestigungsstutzen 8 eine die Kanalwand
5 durchdringende Öffnung 9 umschließt. Im eingesteckten Zustand des Kunststoffeinsatzes
6 liegt dessen Durchbruch 14 in Überdeckung mit der Öffnung 9. In diesem Zustand wird
der Luftmassenstromsensor 4 radial von außen durch die Öffnung 9 und den Durchbruch
14 hindurch in den freien Strömungsquerschnitt des Luftkanalabschnittes 3 eingesteckt,
wobei das freie Ende des Luftmassenstromsensors 4 entsprechend der Darstellung nach
Fig. 1 etwa mittig im freien Strömungsquerschnitt zu liegen kommt. Zur Fixierung des
Luftmassenstromsensors 4 weist dieser einen äußeren Flansch 11 auf, der auf der Stirnfläche
des Befestigungsstutzens 8 aufliegt. Eine Befestigung erfolgt durch zwei Schrauben
12, die durch den Flansch 11 hindurch in Schraubaufnahmen 10 des Befestigungsstutzens
8 eingedreht werden. Im montierten Zustand entsprechend der Darstellung nach Fig.
1 liegt dabei der Flansch 11 auf der Außenseite der Kanalwand 5 und trägt dort einen
Steckkontakt 18 zur Aufnahme eines in den Fig. 3 und 4 dargestellten Steckers 19 für
die elektrische bzw. messtechnische Anbindung des Luftmassenstromsensors 4 an die
Motorsteuerung.
[0025] Fig. 3 zeigt in perspektivischer Ansicht eine Variante des Kunststoffeinsatzes 6
nach den Fig. 1 und 2, wobei der Kunststoffeinsatz 6 nach Fig. 3 im montierten Zustand
in der perspektivischen Darstellung nach Fig. 4 gezeigt ist. Die Anordnung nach den
Fig. 3 und 4 stimmt in ihren Merkmalen und Bezugszeichen, sofern nachfolgend nicht
abweichend beschrieben, mit derjenigen nach den Fig. 1 und 2 überein. In den Fig.
3 und 4 ist zu erkennen, dass der freie Strömungsquerschnitt des Luftkanalabschnittes
3 einen kreisrunden Querschnitt aufweist, weshalb die Kanalwand 5 des Luftkanalabschnittes
3 und die Umfangswand 13 des Kunststoffeinsatzes 6 zylindrisch ausgeführt sind. Es
kann aber auch eine in Strömungsrichtung sich verengende, beispielsweise konische
Bauform zweckmäßig sein. Für eine in Drehrichtung lagerichtige Montage des Kunststoffeinsatzes
6 trägt dieser auf der Außenseite seiner Umfangwand 13 zusätzlich zu den Rastnasen
16 eine Nase 22, der eine Nut 23 in der Kanalwand 5 (Fig. 4) zugeordnet ist. Im montierten
Zustand nach Fig. 4 liegt die Nase 22 in der Nut 23, wodurch eine Drehwinkelausrichtung
des Durchbruches 14 (Fig. 3) mit der in Fig. 4 nicht dargestellten Öffnung 9 erfolgt
(vergleichbar mit der Ausführung nach Fig. 2).
[0026] Aus der Zusammenschau der Fig. 3 und 4 ergibt sich, dass der Luftmassenstromsensor
4 abweichend von der Bauform nach den Fig. 1 und 2 nicht radial von außen durch die
Kanalwand 5 durchgesteckt, sondern vollständig im Kunststoffeinsatz 6 zu einer Baueinheit
integriert ist. Der Durchbruch 14 in der Umfangswand 13 gibt den Zugang zum Steckkontakt
18 des Luftmassenstromsensors 4 frei, ohne dass der Steckkontakt 18 radial über die
Umfangswand 13 hervorsteht. Hierdurch kann die gesamte, vorab eigenständig kalibrierte
Baueinheit des Kunststoffeinsatzes 6 mit dem Luftmassenstromsensor 4 axial in den
Luftkanalabschnitt 3 eingesteckt werden. Ein Stecker 19 mit einem Kabel 21 zur elektrischen
bzw. messtechnischen Anbindung des Luftmassenstromsensors 4 an die Motorsteuerung
wird radial von außen durch die Öffnung 9 (Fig. 2) hindurchgeführt und auf den Steckkontakt
18 aufgesteckt. Eine Abdichtung des Steckers 19 gegenüber der Kanalwand 5 bzw. der
Umfangswand 13 erfolgt mittels eines umlaufenden Dichtringes 20, der hier als O-Ring
ausgeführt ist.
1. Luftfiltersystem eines Kraftfahrzeuges, umfassend ein Luftfiltergehäuse (1) mit einem
Gehäuseteil (2) aus feuchtigkeitsempfindlichen Kunststoff in Form einer Wasseraufnahme
und einer damit einhergehenden Maßänderung und einen Luftkanalabschnitt (3) mit einer
umlaufenden Kanalwand (5), wobei die Kanalwand (5) des Luftkanalabschnittes (3) einteilig
und materialeinheitlich am Gehäuseteil (2) des Luftfiltergehäuses (1) angeformt ist,
und wobei im Luftkanalabschnitt (3) ein Luftmassenstromsensor (4) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kanalwand (5) des Luftkanalabschnittes (3) innenseitig mittels eines Kunststoffeinsatzes
(6) aus feuchtigkeitsunempfindlichem Kunststoff ausgekleidet ist, so dass eine Maßhaltigkeit
des Kanalquerschnittes und damit des geometrischen Strömungsverlaufes erreicht wird,
die von der Feuchtigkeit der Umgebungsluft und des Ansaugluftstromes zumindest näherungsweise
unabhängig ist.
2. Luftfiltersystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der feuchtigkeitsunempfindliche Kunststoff des Kunststoffeinsatzes (6) zumindest
überwiegend aus Polybutylenterephthalat besteht.
3. Luftfiltersystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der feuchtigkeitsunempfindliche Kunststoff des Kunststoffeinsatzes (6) ein glasfaserverstärktes
Polybutylenterephthalat, insbesondere ein PBT GF30 ist.
4. Luftfiltersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der feuchtigkeitsempfindliche Kunststoff des Gehäuseteils (2) zumindest überwiegend
aus Polyamid besteht.
5. Luftfiltersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffeinsatz (6) in den Luftkanalabschnitt (3) eingesteckt ist.
6. Luftfiltersystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffeinsatz (6) mit dem Luftkanalabschnitt (3) verrastet ist.
7. Luftfiltersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Luftleitgitter (7) einteilig mit dem Kunststoffeinsatz (6) ausgebildet ist.
8. Luftfiltersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoffeinsatz (6) spritzgegossen ist.
9. Luftfiltersystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftmassenstromsensor (4) in den Kunststoffeinsatz (6) integriert ist.
1. Air filter system of a motor vehicle, comprising an air filter housing (1) with a
housing component (2) made of moisture-sensitive synthetic material in the form of
water absorption and a dimensional change associated therewith and an air duct section
(3) with a circumferential duct wall (5), the duct wall (5) of the air duct section
(3) being integrally molded in one piece to and of the same material as the housing
component (2) of the air filter housing (1), and an air mass flow sensor (4) being
disposed in the air duct section (3), characterized in that the duct wall (5) of the air duct section (3) is lined on the inside with a plastic
insert (6) made of moisture-insensitive synthetic material so that a dimensional accuracy
of the duct cross-section and thus the geometric flow course is realized which is
at least approximately independent of the moisture of the ambient air and the intake
air flow.
2. Air filter system according to claim 1, characterized in that the moisture-insensitive synthetic material of the plastic insert (6) is at least
mainly made of polybutylene terephthalate.
3. Air filter system according to claim 2, characterized in that the moisture-insensitive synthetic material of the plastic insert (6) is a fiber-glass
reinforced polybutylene terephthalate, in particular a PBT GF30.
4. Air filter system according to one of the claims 1 to 3, characterized in that the moisture-sensitive synthetic material of the housing component (2) is at least
mainly made of polyamide.
5. Air filter system according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the plastic insert (6) is inserted into the air duct section (3).
6. Air filter system according to claim 5, characterized in that the plastic insert (6) is locked with the air duct section (3).
7. Air filter system according to one of the claims 1 to 6, characterized in that an air guide grid (7) is designed in one piece with the plastic insert (6).
8. Air filter system according to one of the claims 1 to 7, characterized in that the plastic insert (6) is injection molded.
9. Air filter system according to one of the claims 1 to 8, characterized in that the air mass flow sensor (4) is integrated in the plastic insert (6).
1. Système de filtre à air d'un véhicule automobile, comprenant un boîtier de filtre
à air (1) avec une partie de boîtier (2) en matière plastique sensible à l'humidité,
servant à l'absorption d'eau et changeant de dimensions durant ce processus, et une
section à canal d'air (3) avec une paroi de canal circulaire (5), la paroi de canal
(5) de la section de canal d'air (3) étant formée en un bloc et dans le même matériau
sur la partie de boîtier (2) du boîtier de filtre à air (1) et un capteur de débit
massique d'air (4) étant disposé dans la section à canal d'air (3), caractérisé en ce que la paroi de canal (5) de la section à canal d'air (3) est revêtue à l'intérieur d'un
insert en plastique (6) constitué d'une matière plastique insensible à l'humidité,
ce qui assure une stabilité dimensionnelle de la section du canal et, par conséquent,
du trajet de flux géométrique qui est au moins quasiment indépendante de l'humidité
de l'air ambiant et du flux d'air d'admission.
2. Système de filtre à air selon la revendication 1, caractérisé en ce que la matière plastique insensible à l'humidité de l'insert en plastique (6) est constituée,
tout au moins en majeure partie, de polybutène-téréphtalate.
3. Système de filtre à air selon la revendication 2, caractérisé en ce que la matière plastique insensible à l'humidité de l'insert en plastique (6) est un
polybutène-téréphtalate renforcé par fibres de verre, notamment un PBT GF30.
4. Système de filtre à air selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la matière plastique sensible à l'humidité de la partie de boîtier (2) est constituée,
au moins en majeure partie, de polyamide.
5. Système de filtre à air selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'insert en plastique (6) est emboîté dans la section à canal d'air (3).
6. Système de filtre à air selon la revendication 5, caractérisé en ce l'insert en plastique
(6) est encliqueté avec la section à canal d'air (3).
7. Système de filtre à air selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'une grille de guidage d'air (7) est formée en un bloc avec l'insert en plastique (6).
8. Système de filtre à air selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que l'insert en plastique (6) est moulé par injection.
9. Système de filtre à air selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le capteur de débit massique d'air (4) est intégré à l'insert en plastique (6).


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