[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schutzeinrichtung für Gasbehälter, insbesondere
für Gasbehälter von Kraftfahrzeugen und Booten, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0003] Kraftfahrzeuge, einschließlich Motorräder sowie auch Boote mit Verbrennungskraftmotoren
werden in zunehmendem Maße mit Flüssiggas betrieben und benötigen daher einen Gasbehälter,
der den bisherigen Tank für Kraftstoffe, wie Benzin oder Dieselöl, ersetzt.
[0004] Die
EP 0 707 174 A1 zeigt einen Gasbehälter, der mit einem Schutzmantel umgeben ist, der aus stoßabsorbierendem
Kunststoffmaterial besteht. Der Schutzmantel hat mehrere sich durch ihn hindurch erstreckende
Öffnungen, die als Drainageöffnungen für Gas- und Flüssigkeit dienen.
[0005] Die
DE 86 19 754 U1 zeigt ein Druckgasflasche, deren Außenfläche teilweise mit einer Bandage versehen
ist, die Entlüftungskanäle aufweist, die sich durch die Bandage hindurch erstrecken.
[0007] Die
DE 197 41 767 A1 zeigt einen Kraftstoffbehälter für ein Kraftfahrzeug zum Betanken mit Flüssiggas,
der den vorgegebenen Einbauraum in einem Kraftfahrzeug dadurch besser nutzen soll,
daß ein Hohlraum des Mittelteils einen polygonalen Querschnitt aufweist.
[0008] Die
DE 198 16 651 C2 beschreibt einen Tank für Flüssiggas als Treibstoff in Kraftfahrzeugen, bei dem die
Aufhängung durch ein Tragrohr realisiert ist, das sich durch den Tank hindurch erstreckt.
Der Tank hat eine ihn umhüllende Vakuumisolierung. Das Tragrohr ist aus wärmeisolierendem
Faserverbundwerkstoff.
[0009] Die
DE 201 02 209 U1 beschreibt einen gasdichten Kunststoffbehälter für Kraftfahrzeuge, der zu Inspektionszwecken
eine abnehmbare Ummantelung aufweist.
[0010] Die
DE 103 22 117 A1 zeigt einen Flüssiggas-Kraftstofftank für Kraftfahrzeuge mit einem Innenbehälter,
einen diesen umgebenden Außenbehälter und einem zwischen diesen beiden Behältern liegenden
Isolationsraum. Im Isolationsraum sind zwei Wärmeleiter angeordnet, die durch jeweils
in einem oberen und in einem unteren Wandbereich des Innenbehälters ausgebildete Öffnung
in den Innenbehälter einmünden. Die Wärmeleiter sollen einen Temperaturausgleich zwischen
dem unteren und oberen Bereich des Innenbehälters bewirken.
[0011] Die 100 58 632 B4 zeigt eine Schutzeinrichtung für Druckgasbehälter, wie z.B. Druckgasflaschen
oder Druckdosen, mit einem Schutzkörper, der eine innere Schale und eine äußere Schale
aufweist, deren Zwischenraum teilweise oder vollständig verschäumt ist. In den Innenraum
der inneren Schale ist eine Druckgasflasche oder Druckdose einsetzbar. Die innere
und äußere Schale können aus Metall oder Kunststoff bestehen, wobei der Kunststoff
durch Glasfaser, Mineralfaser oder Carbonfaser verstärkt sein kann. Die innere und
die äußere Schale bestehen jeweils aus mehreren Schalenteilen, die durch Verkleben,
durch Steckverbindung oder Verschraubung miteinander verbunden werden.
[0012] Die
DE 10 2004 044 541 A1 zeigt einen Druckgasbehälter mit einem starren Innenbehälter und einem diesen außen
umgebenden beschussfesten Mantel aus einem elastischen und in Umfangsrichtung hochzugfesten
Material. Der elastische Mantel soll bewirken, daß die Bewegungsenergie von Geschossen
durch Verformung des Mantels aufgenommen bzw. in Umfangsrichtung umgeleitet werden
kann. Die hohe Zugfestigkeit des Materials in Umfangsrichtung soll dabei ein Bersten
des Mantels und somit des gesamten Druckgasbehälters verhindern. Der Mantel ist von
der Außenfläche des Innenbehälters beabstandet, wobei der Zwischenraum zwischen Innenbehälter
und Mantel mit nachgiebigem Material gefüllt sein kann, wie z.B. mit Schaummaterial.
Hauptsächlicher Einsatzzweck dieses Druckgasbehälters ist die Speicherung von Sauerstoff
in Flugzeugen.
[0013] Mit der Erfindung soll eine Schutzeinrichtung für Gasbehälter geschaffen werden,
die speziell für Kraftfahrzeuge, einschließlich Motorräder, Mopeds sowie auch für
Boote geeignet ist und die speziellen Sicherheitsanforderungen erfüllt. Einerseits
soll die Schutzeinrichtung den Gasbehälter bei Unfällen bestmöglich schützen. Es soll
somit verhindert werden, daß bei einem Unfall der Gasbehälter zerstört wird und Gas
austritt. Andererseits ist nicht mit Sicherheit auszuschließen, daß der Gasbehälter
undicht wird, sei es durch Korrosion, falsche Montage oder auch mechanische Gewalteinwirkung,
wie z.B. bei einem Unfall. Für diesen Fall soll sichergestellt werden, daß entweichendes
Gas keine Gefahrenquelle für das Fahrzeug bildet.
[0014] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0015] Kurz zusammengefaßt schafft die Erfindung eine Schutzeinrichtung für Gasbehälter,
insbesondere für Gasbehälter von Kraftfahrzeugen und Booten mit einem Schutzmantel,
der mehrwandig ausgeführt ist und sehr gute Aufprallschutzeigenschaften hat. Der Schutzmantel
umgibt den eigentlichen Gasbehälter in einem Abstand, so daß ein Zwischenraum gebildet
ist, der mit einem Dämpfungsmaterial gefüllt ist. Das Dämpfungsmaterial ist gasdurchlässig.
Es kann aus offenporigem Schaum bestehen oder auch aus einer losen Schüttung von elastischem
Material, welches gute stoß- und schlagabsorbierende Eigenschaften hat. Vorzugsweise
ist dieses Material nicht brennbar. Der Schutzmantel hat mindestens eine in die Dämpfungsschicht
hineinragende Öffnung, in die eine Hülse mit radialen Löchern eingesetzt ist, so daß
aus dem Innenbehälter austretendes Gas zur Umgebungsluft abgeleitet werden kann und
sich nicht in höherer Konzentration in dem Zwischenraum ansammeln kann.
[0016] Bei Verwendung in Booten ist darauf zu achten, daß diese mindestens eine Öffnung
oberhalb der Wasserlinie angeordnet ist und entweder durch die Einbaulage des Gasbehälters
oder durch einen Verbindungsschlauch sichergestellt ist, daß diese Öffnung nach Außenbord
geführt ist.
[0017] Nach einer Variante der Erfindung ist die Schutzeinrichtung doppelwandig. Nach einer
anderen Variante bildet eine Innenwand gleichzeitig den Gasbehälter.
[0018] Nach einer Variante ist die Schutzeinrichtung mindestens zweiteilig, wobei die beiden
Teile voneinander trennbar sind, um einen Gasbehälter, wie z.B. eine Gasflasche, einsetzen
zu können.
[0019] Nach einer Weiterbildung der Erfindung sind am Schutzmantel mehrere Behälteraufhängungen
angebracht, die beispielsweise Gewindehülsen sind, die entweder nur am Schutzmantel
befestigt sind oder auch durch den Zwischenraum hindurchragen und an einem Innenbehälter
befestigt sind.
[0020] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang
mit der Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Querschnitt einer Schutzeinrichtung nach einem ersten Ausführungsbeispiel der
Erfindung; und
- Fig. 2
- eine Schutzeinrichtung nach einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0021] Fig. 1 zeigt einen Gasbehälter 1, dessen Innenraum 2 mit Flüssiggas befüllbar ist.
Der Gasbehälter 1 hat einen Befüll- und Entleerschacht 3, der hier ein Innengewinde
4 aufweist, in das ein herkömmliches Absperrventil einschraubbar ist. An dieses nicht
dargestellte Absperrventil ist eine Rohrleitung anschließbar, die zu dem Gasverbraucher,
insbesondere einer Verbrennungskraftmaschine führt.
[0022] Rings um den Gasbehälter 1 ist in einem Abstand ein Schutzmantel 5 angeordnet, wobei
ein Zwischenraum zwischen der Außenwandung des Gasbehälters 1 und der Innenwandung
des Schutzmantels 5 mit einem Dämpfungsmedium als Dämpfungsschicht 6 befüllt ist.
[0023] Das Dämpfungsmedium kann ein offenporiger Kunstharzschaum sein. Er kann auch aus
einer losen Schüttung eines Dämpfungsmateriales bestehen. Das Material muß gute stoßdämpfende
und schockabsorbierende Eigenschaften haben. Zusätzlich ist es wünschenswert, wenn
das Material gute Wärmedämmungseigenschaften hat, um eine Erwärmung des Gasbehälters
1 bei höheren Außentemperaturen zu unterbinden. Auch soll das Dämpfungsmaterial nicht
brennbar sein. Beispielsweise kommen als Dämpfungsmaterial in Frage: Mineralwolle,
Glaswolle, eine Schüttung aus Perlitkörnern und sonstige bekannte Materialien, die
die stoßdämpfende, schockabsorbierende, wärmedämmende und nicht brennbare Eigenschaft
haben.
[0024] Der Schutzmantel 5 besteht ebenfalls aus elastischem Material, wobei sich besonders
in Kunstharz eingebettete Fasern eignen, wie z.B. Glasfasern oder Carbonfasern, die
sich bei mechanischer Belastung, wie z.B. einem Aufprall auf einen harten Gegenstand,
verformen und damit Verformungsenergie auf das Dämpfungsmedium übertragen und damit
den Gasbehälter 1 vor direkter Krafteinwirkung schützen.
[0025] Der Gasbehälter 1 kann aus Stahl und insbesondere Edelstahl bestehen. Er kann aber
auch aus gasdichtem Kunststoff gefertigt sein.
[0026] In der Praxis ist nicht auszuschließen, daß der Gasbehälter 1 undicht wird, sei es
durch Korrosion, Materialermüdung oder auch bei sehr starker Krafteinwirkung durch
Bruch. Damit sich in dem mit dem Dämpfungsmedium gefüllten Zwischenraum keine größeren
Gasmengen ansammeln, ist vorgesehen, daß der Schutzmantel 5 mindestens eine, in der
Praxis mehrere Entlüftungsschächte als Öffnungen 7 aufweist, die sich in das Dämpfungsmedium
hinein erstrecken. Der Entlüftungsschacht ist eine Hülse 8, die mehrere radiale Löcher
9 aufweist. Der Entlüftungsschacht ist - bezogen auf die normale Einbaulage - im unteren
Bereich und vorzugsweise am Boden 10 des Schutzmantels 5 angeordnet, damit im Zwischenraum,
der das Dämpfungsmedium enthält, befindliches Gas durch Schwerkraftwirkung abfließen
kann. Durch den Entlüftungsschacht wird auch verhindert, daß sich im Zwischenraum
zwischen dem Gasbehälter 1 und dem Schutzmantel 5 ein Überdruck gegenüber Atmosphärendruck
aufbauen kann.
[0027] Bei Einbau in Booten ist darauf zu achten, daß der Entlüftungsschacht oberhalb der
Wasserlinie liegt und über eine Rohrleitung oder einen Schlauch mit "Außenbords" verbunden
ist, damit sich abfließendes Gas nicht im Bootsinneren ansammeln kann.
[0028] In analoger Weise ist beim Einbau in geschlossenen Räumen von Kraftfahrzeugen der
Entlüftungsschacht mit Außenluft zu verbinden.
[0029] Bei Verwendung in Kraftfahrzeugen wird der Gasbehälter als "Tank" fest eingebaut.
Zu diesem Zweck hat die Schutzeinrichtung nach der Erfindung mehrere Behälteraufhängungen
11, die beispielsweise als Gewindehülsen ausgeführt sind, die sich in das Dämpfungsmedium
hinein erstrecken können und auch am Gasbehälter 1 befestigt sein können. Ist der
Gasbehälter 1 aus Metall, so können diese Gewindehülsen an der Außenwand des Gasbehälters
angeschweißt oder angelötet sein.
[0030] Die Variante der Fig. 2 ist für die Verwendung von einsetzbaren Gasflaschen vorgesehen.
Hier kann bei Bedarf eine herkömmliche Gasflasche in die Schutzeinrichtung eingesetzt
werden. Diese Gasflasche ist nur schematisch dargestellt. Sie enthält einen Innenraum
2 und einen Befüll- und Entleerschacht 3. Die Schutzeinrichtung ist in diesem Ausführungsbeispiel
doppelwandig ausgeführt. Sie hat eine Innenwand 12a, 12b, einen Schutzmantel 5a, 5b
und in einem Zwischenraum zwischen der Innenwand und dem Schutzmantel das Dämpfungsmedium
6a, 6b. Zum Austauschen des Gasbehälters 1 ist die Schutzeinrichtung in zwei Teile
13 und 14 aufgeteilt, die über ein Scharnier 15 miteinander verbunden sind, so daß
das Oberteil 14 aufgeklappt werden kann. Ist die Gasflasche eingesetzt, so können
die beiden Teile 13 und 14 durch einen herkömmlichen Spannverschluß 16 miteinander
verbunden werden.
[0031] Der Entlüftungsschacht als Hülse 8 oder die Entlüftungsschächte durchdringen bei
diesem Ausführungsbeispiel auch die Innenwand 12a, damit der den Gasbehälter 1 aufnehmende
Raum nach außen entlüftet ist.
1. Schutzeinrichtung für Gasbehälter, insbesondere für Gasbehälter von Kraftfahrzeugen
und Booten, mit einem befüll- und entleerbaren Gasbehälter (1), einem diesen in einem
Abstand umgebenden Schutzmantel (5) und einer zwischen dem Gasbehälter (1) und dem
Schutzmantel (5) angeordneten gasdurchlässigen Dämpfungsschicht (6), wobei der Schutzmantel
(5) mindestens eine in die Dämpfungsschicht (6) hineinragende Öffnung (7) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die mindestens eine Öffnung (7) eine Hülse (8) mit radialen Löchern (9) eingesetzt
ist, die in die Dämpfungsschicht als Entlüftungsschacht hineinragt.
2. Schutzeinrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungsschicht (6) aus offenporigem Schaumstoff oder einer Schüttung aus elastischen
Partikeln als Dämpfungsmedium besteht.
3. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schutzmantel (5) aus in Kunstharz eingebetteten Glas- oder Carbonfasern besteht.
4. Schutzeinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schutzeinrichtung mehrwandig ausgebildet ist, wobei Zwischenräume zwischen den
sich gegenüberliegenden Wänden (12a, 12b, 5a, 5b) mit dem Dämpfungsmedium gefüllt
sind.
5. Schutzeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (8) zylindrisch ist und sich durch die einander gegenüberliegenden Wände
(12a, 5a) hindurch erstreckt.
6. Schutzeinrichtung nach den Ansprüchen 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus zwei Teilen (13, 14) besteht, die über ein Scharnier (15) miteinander gekoppelt
sind.
7. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Schutzmantel (5; 5a) mindestens zwei Befestigungseinrichtungen (11) zur Befestigung
der Schutzeinrichtung vorgesehen sind.
8. Schutzeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Befestigungseinrichtungen (11) Gewindehülsen sind.
9. Schutzeinrichtung nach den Ansprüchen 5 und 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gewindehülsen an aneinanderliegenden Wänden (5a, 12a) befestigt sind.
10. Schutzeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Dämpfungsschicht (6) aus wärmeisolierendem Material besteht.