Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren
Oberflächen von Bauteilen, bei dem wenigstens eine polymere Oberfläche wenigstens
eines Bauteils innerhalb einer Vorbehandlungszelle gereinigt und anschließend mit
einer oxydierenden Flamme behandelt wird.
Bauteile aus polymeren Substraten, beispielsweise Kunststoffstoßfänger für die Autoindustrie
werden üblicherweise in einem Drei-Schicht-Lackaufbau lackiert, wobei in der Regel
eine Grundierung/Primer vorgelegt wird, danach ein farbgebender Basislack lackiert
wird und abschließend eine Klarlacklackschicht aufgebracht wird. Es ist auch bekannt
auf die Grundierung/Primer zu verzichten und den Basislack direkt auf das Kunststoffsubstrat
zu lackieren. Eine weitere bekannte Lösung umfasst die Ein-Schicht-Lackierung bzw.
die Zwei-Schicht-Lackierung mit Lösemittel oder Hydrolacken.
Vor der Lackierung der Oberflächen derartiger Bauteile werden diese in der Regel vorbehandelt,
wobei eine typische Vorbehandlung die Reinigung der Oberfläche des Bauteils und eine
sich an die Reinigung der Oberfläche anschließende Behandlung der Oberfläche mit einer
oxydierenden Flamme, insbesondere zur Verbesserung der Hafteigenschaften umfasst.
Die Reinigung der Oberfläche erfolgt hierbei meist mittels einer wässrigen Mehrzonenwaschanlage
oder unter Verwendung von Kohlendioxid-Schnee (CO
2-Schnee) oder Kohlendioxid-Pellets (CO
2-Pellets). Die beiden Prozessschritte, also die Reinigung und die Beflammung, erfolgen
hierbei jeweils in separaten, eingehausten und separat belüfteten Zellen bzw. Anlagenteilen.
[0002] Diese bekannte Aufteilung der beiden Prozessschritte auf zwei derartige separate
Zellen erfordert einen hohen Platzbedarf, der mit einem hohen Energieeinsatz einhergeht.
Ferner sind mit dieser bekannten Aufteilung der beiden Prozessschritte lange Durchlaufzeiten
verbunden. Schließlich muss das Bauteil nach Reinigung der Oberfläche aus der Zelle,
in der es gereinigt wurde, in die für die Beflammung bereitgestellte Zelle überführt
werden.
Trotz aller Sorgfalt kommt es hierbei während der Überführung oft zu ungewollten Verunreinigungen
der bereits gereinigten Bauteiloberfläche durch äußere Einflüsse, die sich letztlich
nachteilig auf die Qualität der Lackierung auswirken. Ein bekanntes Verfahren zur
Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen ist in der
US 2006/193982 A1 beschrieben.
[0003] Insgesamt betrachtet sind daher die gegenwärtig bekannten Verfahren zur Vorbehandlung
von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen sehr kostenintensiv und aufwendig.
Ferner sind sie recht anfällig für qualitätsmindernde Verschmutzungen.
Zugrundeliegende Aufgabe
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Vorbehandlung von
zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen anzugeben, mit dem gegenüber bekannten
Lösungen eine kostengünstige und praktische Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren
Oberflächen möglich ist, und mit dem die Qualität der Lackierung verbessert werden
kann.
Erfindungsgemäße Lösung
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit dem eingangs genannten Verfahren zur Vorbehandlung
von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen gelöst, bei dem sowohl die
Reinigung der polymeren Oberfläche als auch die Behandlung der polymeren Oberfläche
mit einer oxydierenden Flamme innerhalb derselben Vorbehandlungszelle vorgenommen
werden.
[0006] Erfindungsgemäß erfolgt sowohl die Reinigung als auch die Behandlung der polymeren
Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme innerhalb derselben Vorbehandlungszelle,
die vorzugsweise eingehaust ausgebildet ist und temperiert und/oder klimatisiert ist.
Die Vorbehandlungsbereiche innerhalb der Vorbehandlungszelle für die Reinigung und
Beflammung können dabei durch einfache Silhouetten lufttechnisch voneinander abgegrenzt
sein.
[0007] Auch ist eine Kaskadenführung der Kabinenluft in diesem Bereich möglich. Erfindungsgemäß
ist die Bereitstellung einer weiteren Vorbehandlungszelle nicht vorgesehen, einhergehend
mit einem deutlich reduzierten Platzbedarf und einem deutlich reduzierten Energieeinsatz
gegenüber bekannten Lösungen. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich
daher die Kosten für die Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren Oberflächen deutlich
reduzieren.
[0008] Ferner entfällt insbesondere die bei bekannten Lösungen erforderliche Überführung
des bereits gereinigten Bauteils zu einer für die Beflammung bereitgestellte Vorbehandlungszelle,
während der es oft zu ungewollten Verunreinigungen der bereits gereinigten Bauteiloberfläche
durch äußere Einflüsse kommt, die sich letztlich nachteilig auf die Qualität der Lackierung
auswirken. Ferner wird mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens die Erfolgsrate beim
nachfolgenden Lackierprozess erhöht und der Einsatz von Ressourcen geschont.
[0009] Ferner ist es durch die unmittelbare Reihenfolge der Prozessschritte - umfassend
die Reinigung und die Beflammung - in ein und derselben Vorbehandlungszelle möglich,
Synergien zu nutzen, die zu einem optimierten Vorbehandlungsergebnis führen, wobei
störende, insbesondere durch die Überführung hervorgerufene Nebeneffekte weitestgehend
vermieden werden. Hierbei ist ein ideales Vorbehandlungsergebnis gekennzeichnet durch
eine störungsfreie Benetzung von Lösemittel- oder Wasserlacken auf der behandelten
Bauteiloberfläche und einer Oberflächenspannung von größer als 40 mN/m, gemessen z.B.
mit Testtinten von der Firma Arcotest GmbH. Insbesondere wird erfindungsgemäß eine
Kraterbildung vermieden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
[0010] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird das Bauteil vor der Reinigung
erwärmt, und zwar bevorzugt auf eine Temperatur im Bereich von 30 °C bis 80 °C, wobei
bei einer praktischen Weiterbildung der Erfindung das Bauteil durch Bestrahlung mit
Infrarotstrahlung erwärmt wird.
[0011] Die zu lackierenden Bauteile weisen in der Regel Additive und Hilfsstoffe auf, welche
bei erhöhter Temperatur ab 30 °C dazu neigen, an die Oberfläche zu migrieren, wo sie
meist nachteilige Lackhaftungsstörungen hervorrufen.
[0012] Da bei der Reinigung der polymeren Oberfläche in der Regel keine Temperaturanhebung
stattfindet, können störende Substanzen in Form von Additiven bzw. Hilfsstoffen erst
beim Beflammprozess bzw. bei der Behandlung der polymeren Oberfläche mit einer oxydierenden
Flamme austreten, wobei sie dann die Oxydation der Oberfläche beim Beflammprozess
stören, einhergehend mit einer negativen Beeinflussung der Lackhaftung. Um diesen
Effekt bereits vor der Reinigung der polymeren Oberfläche zu provozieren, wird das
Bauteil bzw. die Bauteiloberfläche, vorzugsweise durch Bestrahlung mit Infrarotstrahlung,
erwärmt, und zwar bevorzugt auf eine Temperatur im Bereich von 30 °C bis 80 °C, um
so ein Austreten bzw. Ausschwitzen der inneren Hilfsstoffe anzuregen.
Der Temperaturbereich kann ferner bevorzugt an Art und Menge der Hilfsstoffe angepasst
sein bzw. in Abhängigkeit von der Art und der Menge der Hilfsstoffe ausgewählt sein.
Die ausgetretenen bzw. ausgeschwitzten Hilfsstoffe können während der sich an die
Erwärmung anschließenden Reinigung von der polymeren Oberfläche abgereinigt werden.
[0013] Insgesamt betrachtet kann daher durch die erfindungsgemäß vorgesehene, der Reinigung
vorgeschaltete Erwärmung des Bauteils die Wirkung der Beflammung, also die Wirkung
der Behandlung der polymeren Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme, deutlich verbessert
werden, da während bzw. nach dem Beflammen keine weiteren nennenswerten Mengen an
internen Substanzen bzw. Hilfsstoffen aus dem Bauteil an die Oberfläche des Bauteils
treten.
[0014] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird die polymere Oberfläche
mittels eines Kohlendioxid-Reinigungsverfahrens gereinigt, das bei einer praktischen
Weiterbildung ein Kohlendioxidschnee-Strahlverfahren ist, und bei einer weiteren praktischen
Weiterbildung ein Kohlendioxidpellet-Reinigungsverfahren ist.
[0015] Insbesondere durch Verwendung eines Kohlendioxidschnee-Stahlverfahrens kann eine
sehr wirksame Reinigung der polymeren Oberfläche bzw. Abtragung von Verunreinigungen
erzielt werden. Kohlendioxidschnee (CO
2-Schnee) reinigt schonend, trocken, rückstandsfrei und ist für eine Vielzahl von Materialien
und Materialkombinationen geeignet. Ähnliche positive Eigenschaften sind mit der Reinigung
mit Kohlendioxid-Pellets verbunden.
[0016] Zwar wird durch die CO
2-Reinigung mittels Schnee oder Pellets die polymere Oberfläche des Bauteils bzw. der
Bauteile abgekühlt, so dass Luftfeuchte an der Oberfläche kondensiert, die wiederum
die anschließende Beflammungsbehandlung der polymeren Oberfläche stört. Durch die
oben dargelegte, erfindungsgemäß vor der Reinigung vorgenommene Erwärmung des Bauteils,
vorzugsweise auf eine Temperatur im Bereich von 30 °C bis 80 °C, wird jedoch nach
der Reinigung ein sehr geringer Temperaturunterschied zwischen Umgebungsluft und dem
Bauteil - das hierbei eine Temperatur im Bereich von 10 °C bis 50 °C aufweisen kann
- bereitgestellt, so dass eine höhere Feuchte der Umgebungsluft der Vorbehandlungskabine
akzeptiert werden kann, und zwar ohne dass Luftfeuchte an der Bauteiloberfläche kondensiert.
Erfindungsgemäß wird so eine erforderliche Entfeuchtung der eingetragenen Luft deutlich
reduziert, einhergehend mit einer entsprechenden Energieeinsparung.
[0017] Ferner wird mit dem so akzeptablen, angehobenen Feuchte-Niveau ein schneller Abbau
statischer Aufladung an der Bauteiloberfläche bewirkt, die insbesondere durch hohe
Luftströme während des CO
2-Prozesses bzw. der CO
2-Reinigung hervorgerufen wird. Erfindungsgemäß kann so die nachträgliche Kontamination
reduziert werden.
[0018] Ferner kann durch die erfindungsgemäß vorgesehene CO
2-Reinigung die Temperatur des Bauteils nach der Beflammungsbehandlung deutlich reduziert
werden. Es ist bekannt, dass durch die Beflammungsbehandlung die Temperatur von zu
lackierenden Bauteiloberflächen auf ein Niveau von größer als 30 °C ansteigen kann.
Für den sich an die Vorbehandlung anschließenden Lackierprozess wirken hohe Bauteiltemperaturen
jedoch störend, da sie einen schlechten Verlauf des Lackes (Wave) bewirken. Deshalb
ist es erforderlich, eine Oberflächentemperatur von kleiner als 30 °C bereitzustellen,
was bei bekannten Lösungen durch Zwischenzonen zur Kühlung mit Umgebungsluft oder
mit Zu-/Abluftprozessen erreicht wird. Da jedoch erfindungsgemäß die CO
2-Reinigung der Beflammungsbehandlung unmittelbar vorgeschaltet ist, werden der Beflammung
bzw. der Beflammungsbehandlung Bauteile mit abgesenkter Oberflächentemperatur zugeführt.
Das Temperaturniveau nach der Beflammungsbehandlung liegt dadurch niedriger als bei
bekannten Lösungen, umfassend getrennte Prozessschritte und höhere Bauteiltemperaturen
beim Beginn der Beflammungsbehandlung. Insgesamt betrachtet wird somit erfindungsgemäß
der zum Abkühlen vor dem Lackieren bzw. nach der Beflammungsbehandlung erforderliche
Energieeinsatz deutlich reduziert, einhergehend mit einer deutlichen Reduzierung der
Betriebskosten.
[0019] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird zum Zerstäuben von Kohlendioxidschnee
oder Kohlendioxidpellets Luft mittels einer Ionisierungseinrichtung ionisiert, um
eine statische Aufladung der polymeren Oberfläche, insbesondere infolge hoher Luftströme
bei Einsatz einer CO
2-Reinigung, zu reduzieren. Durch die erfindungsgemäß vorgenommene Ionisierung der
zum Zerstäuben vorgesehenen Luft bzw. Prozessluft bei erfindungsgemäßer Verwendung
eines CO
2-Schnee-Strahlverfahrens kann ein wirksamer Ladungsabfluss der statisch aufgeladenen
polymeren Bauteiloberfläche bereitgestellt werden. Eine nachträgliche Kontamination
mit Staub kann so erfindungsgemäß deutlich reduziert werden.
[0020] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird nach der Reinigung
der polymeren Oberfläche die polymere Oberfläche zur Ermittlung eines Verunreinigungsgrads
auf Rest-Verunreinigungen untersucht und die Behandlung der Oberfläche mit einer oxydierenden
Flamme wird nur vorgenommen, wenn der ermittelte Verunreinigungsgrad unterhalb eines
maximalen vorgegebenen Verunreinigungsgrads liegt.
Bei Überschreitung des maximalen vorgegebenen Verunreinigungsgrads erfolgt erfindungsgemäß
ein Abbruch der sich an die Reinigung anschließenden Beflammungsbehandlung. Die jeweils
betroffenen, zu stark verunreinigten Bauteile werden für die sich an die Vorbehandlung
anschließende Lackierung bzw. für den entsprechenden Lackauftrag gesperrt. Lackhaftungsstörungen
infolge von Kontaminationen können so erfindungsgemäß vermieden werden.
[0021] Bei einer praktischen Weiterbildung der Erfindung werden durch die Reinigung von
der polymeren Oberfläche abgetragene Verunreinigungen durch einen in der Vorbehandlungszelle
ausgebildeten Luftstrom abtransportiert. Erfindungsgemäß kann so eine nachträgliche
Verunreinigung bereits gereinigter Flächen vor der Beflammungsbehandlung vermieden
werden. Vorzugsweise ist hierbei die Luftführung so gewählt, das die Verunreinigungen,
insbesondere in Form von abgereinigtem Staub, durch den Luftstrom im Wesentlich vertikal
nach unten oder zu einer Wand transportiert werden und dort vorzugsweise an Filtern
abgeschieden werden. Vorzugsweise ist hierbei die Luft in der Vorbehandlungszelle
ferner für den Zu-/Abluft-Betrieb und/oder für den Umluft-Betrieb ausgelegt. Insbesondere
kann so eine Kontamination durch umher fliegenden Schmutz, der beispielsweise bei
Einsatz einer CO
2-Reinigung aufgewirbelt wird, erfindungsgemäß vermieden werden.
[0022] Es kann sich bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung als günstig erweisen,
wenn die Vorbehandlungsbereiche für die Reinigung und Beflammung innerhalb der Vorbehandlungszelle
durch einfache Silhouetten lufttechnisch voneinander abgegrenzt sind. Die unterschiedlichen
Luftströme können so in einfacher Weise getrennt und gelenkt werden, insbesondere
ist auf diese Weise eine spezifische Anpassung und Regelung der Luftsinkgeschwindigkeiten
im Reinigungs- und Beflammbereich möglich.
Dies kann vorteilhaft genutzt werden, um die polymeren Oberflächen, die einer Beflammungsbehandlung
unterzogen werden, anschließend zu kühlen, was gegebenenfalls eine andere Luftsinkgeschwindigkeit
als bei der Reinigung bedingt. Der Luftstrom im Bereich der Beflammungsbehandlung
kann dabei auch lose Verunreinigungen, wie z. B. auffliegenden Staub, zusätzlich abtransportieren.
[0023] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Vorbehandlung von zu lackierenden
polymeren Oberflächen von Bauteilen, die insbesondere für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeignet ist, mit einer Vorbehandlungszelle, innerhalb derer sowohl wenigstens
eine Reinigungsvorrichtung als auch wenigstens eine Beflammungsvorrichtung angeordnet
sind, wobei die Reinigungsvorrichtung für eine Reinigung wenigstens einer polymeren
Oberfläche wenigstens eines Bauteils innerhalb der Vorbehandlungszelle vorgesehen
ist und wobei die Beflammungsvorrichtung nach Reinigung der polymeren Oberfläche für
deren Behandlung mit einer oxydierenden Flamme innerhalb der Vorbehandlungszelle vorgesehen
ist. Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Anordnung einer Reinigungsvorrichtung und
einer Beflammungsvorrichtung innerhalb derselben Vorbehandlungszelle können die oben
beschriebenen vorteilhaften Wirkungen für die Vorbehandlung der polymeren Oberfläche
des Bauteils bzw. der Bauteile innerhalb der Vorbehandlungszelle erzielt werden.
[0024] Bevorzugt ist die Reinigungsvorrichtung eine Kohlendioxidschnee-Strahlvorrichtung,
mit der das oben beschriebene, vorteilhafte Kohlendioxidschnee-Strahlverfahren zur
Reinigung der polymeren Oberfläche des Bauteils durchführbar ist. Ferner kann die
Reinigungsvorrichtung auch eine Kohlendioxid-Pellet-Reinigungsvorrichtung sein.
Bevorzugt weist die Vorrichtung eine Erwärmungsvorrichtung zur Erwärmung des Bauteils
auf, um das Bauteil vor der Reinigung der polymeren Oberfläche zu erwärmen.
[0025] Wie oben dargelegt, kann durch die mittels der Erwärmungsvorrichtung vorgenommene
Erwärmung des Bauteils bzw. der polymeren Bauteiloberfläche die Wirkung der Beflammung,
also die Wirkung der Behandlung der polymeren Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme,
deutlich verbessert werden, da während bzw. nach dem Beflammen keine weiteren nennenswerten
Mengen an internen Substanzen bzw. Hilfsstoffen aus dem Bauteil an die Oberfläche
des Bauteils treten. Ferner kann durch die Erwärmung des Bauteils, wie oben dargelegt,
nach der Reinigung ein sehr geringer Temperaturunterschied zwischen Umgebungsluft
und dem Bauteil bereitgestellt werden, so dass eine höhere Feuchte der Umgebungsluft
der Vorbehandlungskabine akzeptiert werden kann, und zwar ohne dass Luftfeuchte an
der Bauteiloberfläche kondensiert.
[0026] Bei einer konkreten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Erwärmungsvorrichtung
eine Infrarot-Strahlvorrichtung, die bevorzugt wenigstens einen Infrarot-Strahler
aufweist. Die Verwendung einer Infrarot-Strahltechnik ermöglicht eine sehr praktische
Erwärmungsmöglichkeit der Bauteile, was insbesondere für die Vorbehandlung und die
anschließende Lackierung von Bauteilen in hoher Stückzahl von Vorteil ist. Auch kann
die Erwärmungsintensität durch eine Steuerung an die Bauteile angepasst sein, wodurch
eine gleichmäßige Erwärmung erfolgt.
[0027] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist innerhalb
der Vorbehandlungszelle wenigstens eine Positioniervorrichtung angeordnet, an der
die Reinigungsvorrichtung oder die Beflammungsvorrichtung angebracht ist, und die
dazu ausgebildet ist, die Reinigungsvorrichtung oder die Beflammungsvorrichtung in
einer vorgegebenen Position in Umgebung der polymeren Oberfläche des Bauteils anzuordnen.
Bei einer konkreten Weiterbildung ist hierbei die Positioniervorrichtung ein Hubgerät
oder ein Roboter, der bevorzugt in Form eines Industrieroboters ausgebildet sein kann.
[0028] Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Positioniervorrichtungen, die vorzugsweise
in Form eines Hubgeräts oder eines Roboters bzw. Industrieroboters ausgebildet sein
können, kann eine automatische bzw. gesteuerte Reinigung und Beflammung der jeweiligen
polymeren Bauteiloberfläche vorgenommen werden. Erfindungsgemäß sind hierfür die zu
behandelnden Bauteile so zu positionieren, dass die Erreichbarkeit aller Zonen am
Bauteil für die Reinigungsvorrichtung bzw. das Reinigungsmedium und ferner für die
Beflammungsvorrichtung bzw. die oxydierende Flamme gewährleistet ist.
[0029] Bei einer konkreten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist eine sich
in der Vorbehandlungszelle erstreckende Fördereinrichtung vorgesehen, an der wenigstens
ein Warenträger zum Transport des Bauteils angebracht ist, wobei die Fördereinrichtung
dazu ausgebildet ist, den Warenträger kontinuierlich oder getaktet zu transportieren.
Mittels der Fördereinrichtung, die sich vorzugsweise außerhalb der Vorbehandlungszelle
unter anderem in eine Lackieranlage erstrecken kann, die für die sich an die Vorbehandlung
und eine nachfolgende Abkühlung der Bauteile anschließende Lackierung der Bauteile
vorgesehen ist, kann die erfindungsgemäße Vorrichtung in einen gegebenen Lackierprozess
eingebunden werden, der insbesondere für die Lackierung von Bauteilen in großer Stückzahl
ausgebildet ist. Hierbei geben die Warenträger die Lage bzw. die Position des Bauteils
vor, welche die Erreichbarkeit aller Zonen am Bauteil für die Reinigungsvorrichtung
bzw. das Reinigungsmedium und ferner für die Beflammungsvorrichtung bzw. die oxydierende
Flamme gewährleistet.
[0030] Bei einer alternativen vorteilhaften Weiterbildung ist innerhalb der Vorbehandlungszelle
wenigstens eine Positioniervorrichtung angeordnet ist, an der sowohl die Reinigungsvorrichtung
als auch die Beflammungsvorrichtung angebracht sind, und die dazu ausgebildet ist,
die Reinigungsvorrichtung und die Beflammungsvorrichtung in einer vorgegebenen Position
in Umgebung der polymeren Oberfläche des Bauteils anzuordnen. Diese alternative Weiterbildung
ist insbesondere im Hinblick auf eine Reduzierung des Raumbedarfs und damit des Energieeinsatzes
von Vorteil, und zwar bei geringen Flächenleistungen, welche die einzelne Positioniervorrichtung,
vorzugsweise in Form eines Hubgeräts bzw. Roboters, mit weniger als 50 % auslasten,
wobei hierbei bevorzugt eine Reinigungsdüse der Reinigungsvorrichtung neben einer
Beflammdüse der Beflammungsvorrichtung an einem Roboterarm bzw. an einem Hubgerät
installiert sein kann. Insgesamt betrachtet kann so erfindungsgemäß der Bedarf an
Positioniervorrichtungen deutlich reduziert werden.
[0031] Bei einer konkreten Weiterbildung der Erfindung ist eine Steuerungsvorrichtung vorgesehen,
die dazu ausgebildet ist, die Positioniervorrichtung bzw. die Positioniervorrichtungen
gemäß einem vorgegebenen Reinigungsbahnprogramm zur Reinigung der polymeren Oberfläche
des Bauteils anzusteuern, und die ferner dazu ausgebildet ist, die Positioniervorrichtung
bzw. die Positioniervorrichtungen gemäß einem vorgegebenen Beflammungsbahnprogramm
zur Behandlung der polymeren Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme anzusteuern.
[0032] Basis für das Beflammungsbahnprogramm bzw. das Reinigungsbahnprogramm kann erfindungsgemäß
eine Soll-Lage bzw. Soll-Position eines Bauteils sein, wobei die Information über
die Soll-Lage bzw. die Soll-Position über eine optische Erfassungsvorrichtung zur
Erfassung des Soll-Zustands bereitgestellt werden kann, die in Form einer Kamera oder
eines Kamerasystems ausgebildet sein kann, das eine vorgegebene Soll-Lage bzw. Soll-Position
des Bauteils erfasst. Durch eine an die optische Erfassungsvorrichtung gekoppelte
Bildverarbeitungsvorrichtung kann die bereitgestellte Information über die Soll-Lage
bzw. Soll-Position eines Bauteils in für die Bereitstellung des Beflammungsbahnprogramms
bzw. des Reinigungsbahnprogramms erforderliche Daten umgesetzt werden.
[0033] Bei einer weiteren konkreten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
eine Vorrichtung zur Lageerkennung des Bauteils vorgesehen, die dazu ausgebildet ist,
die Lage des Bauteils zu erfassen, um das Reinigungsbahnprogramm und/oder das Beflammungsbahnprogramm
an die erfasste Lage anzupassen, wobei die Vorrichtung bevorzugt eine optische Erfassungsvorrichtung
ist, die in Form einer Kamera oder eines Kamerasystems ausgebildet sein kann.
[0034] Die Vorrichtung zur Lageerkennung des Bauteils ist erfindungsgemäß insbesondere dafür
vorgesehen, die Ist-Lage bzw. die Ist-Position des Bauteils zu erfassen, um das Reinigungsbahnprogramm
bzw. das Beflammungsbahnprogramm durch Vergleich mit der oben dargelegten Soll-Lage
bzw. Soll-Position an die erfasste Ist-Lage anzupassen. Durch eine an die optische
Erfassungsvorrichtung gekoppelte Bildverarbeitungsvorrichtung kann die bereitgestellte
Information über die Ist-Lage bzw. Ist-Position eines Bauteils in für die Anpassung
des Beflammungsbahnprogramms bzw. des Reinigungsbahnprogramms erforderliche Daten
umgesetzt werden.
[0035] Neben der Erfassung der Ist-Lage bzw. der Ist-Position kann die Vorrichtung zur Lageerkennung
zusätzlich zur Erfassung des Soll-Zustands bereitgestellt werden, wie oben dargelegt,
so dass die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Lageerkennung auch als eine oben beschriebene
optische Erfassungsvorrichtung zur Erfassung des Soll-Zustands eingesetzt werden kann.
[0036] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Lageerkennung ist insbesondere deshalb von Vorteil,
weil sich durch CO
2-Reinigung, insbesondere durch hohe Drücke des CO
2-Strahls, und die prozessbedingten Drücke eine Veränderung der Bauteil-Lage, also
insbesondere eine Abweichung von der Soll-Lage ergeben kann.
[0037] Dies wirkt sich beim Einsatz der erfindungsgemäßen Positioniervorrichtungen, vorzugsweise
in Form von Robotern und Hubgeräten, derart aus, dass Teilbereiche des Bauteils bzw.
der Bauteiloberfläche unbehandelt bleiben. Durch Verwendung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Lageerkennung kann das Auftreten von nicht behandelten Zonen durch
Anpassung der Bahnprogramme vermieden werden. Insbesondere kann die Lage bzw. Position
des Bauteils vor der Reinigung, insbesondere vor einer CO
2-Schneestrahl-Reinigung erfasst werden, um die Reinigung optimal auf die Bauteil-Lage
bzw. Bauteil-Position abzustimmen.
[0038] Auch Lageänderungen des Bauteils, die durch die Reinigung hervorgerufen worden sind,
können mit der Vorrichtung zur Lageerkennung erfasst werden und das Beflammungsbahnprogramm
entsprechend angepasst werden. In diesem Zusammenhang wurde auch erkannt, dass die
Lage des Bauteils nach dem Beflammen des Bauteils mit Hilfe der Lageerkennungsvorrichtung
festgestellt wird und die Lage bzw. Position an weitere Bearbeitungsstationen, wie
z.B. eine Lackiervorrichtung weitergegeben wird.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0039] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein schematisches Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens, und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0040] Fig. 1 zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Verfahrens umfassend die Schritte S1 bis S12 in zeitlicher Abfolge.
[0041] Mittels eines Spritzgussprozesses hergestellte Bauteile (I. = "Bauteile aus Spritzgussprozess",
S1), z.B. Automobilstoßfänger aus PP EPDM, deren polymere Oberfläche mit einer vorgegebenen
Wagenfarbe zu lackieren ist, werden nach dem Spritzgussprozess zunächst auf eine Temperatur
von ca. 30 °C bis 60 °C abgekühlt und anschließend einem Lackierprozess zugeführt
(II. = "Abkühlen der Bauteile und Zuführen zum Lackierprozess", S2), der neben der
eigentlichen Lackierung ein vorgeschaltetes erfindungsgemäßes Vorbehandlungsverfahren
aufweist. Der Transport zum Vorbehandlungsverfahren erfolgt durch Warenträger, die
auf einer Fördereinrichtung angebracht sind, wobei die Bauteile hierzu auf den Warenträgern
positioniert werden (III. = "Positionierung der Bauteile auf Warenträger und Transport
zum Vorbehandlungsprozess", S3). Eine sich hieran anschließende erste Bauteilbehandlung
umfasst das Vorheizen des Bauteils bzw. der polymeren Oberfläche des Bauteils durch
Bestrahlung mit Infrarotstrahlung (IV. = "Vorheizen der Bauteiloberfläche durch Infrarotstrahlung",
S4). Diese Erwärmung dient dem Ausschwitzen von inneren Additiven und Hilfsstoffen.
Anschließend werden die Bauteile über die Fördereinrichtung der CO
2-Reinigung innerhalb einer eingehausten, fremdbelüfteten und klimatisierten Vorbehandlungszelle
zugeführt, wo eine Reinigung der zu lackierenden Bauteiloberfläche vorzugsweise über
ein CO
2-Schnee-Strahlverfahren erfolgt (V. = "CO
2-Reinigung", S5).
[0042] Die Reinigung erfolgt über einen Roboter, an dessen Roboterarm eine CO
2-Schnee-Strahlvorrichtung angebracht ist, wobei die Bewegung des Roboterarms gemäß
einem vorgegebenen Reinigungsbahnprogramm über eine Steuervorrichtung gesteuert wird.
Hierbei werden gesteuert sämtliche zu behandelnden Zonen des Bauteils gereinigt. Bei
der Reinigung der Bauteiloberfläche werden hierbei insbesondere die ausgeschwitzten
(vgl. S4), an die Oberfläche des Bauteils gewanderten Additive und Hilfsstoffe abgereinigt,
die sonst zu Lackhaftungsstörungen führen könnten. Die CO
2-Reinigung erfolgt unter Einsatz ionisierter Luft, die über eine Ionisierungseinrichtung
erzeugt wird, um eine statische Aufladung der Bauteiloberfläche zu reduzieren. Über
einen in der Vorbehandlungszelle ausgebildeten Luftstrom (bzw. Luftströmung), der
über eine geeignete Luftführung in Verbindung mit Luftstrom erzeugenden Mitteln (wie
beispielsweise Luft-Ansaugvorrichtungen) bereitgestellt wird, können die gelösten
Verunreinigungen abtransportiert und vorzugsweise an bereitgestellten Filtern abgeschieden
werden (VI. = "Abtransport der Verunreinigungen durch Luftströmung", S6).
[0043] Nach der Reinigung erfolgt eine Überprüfung der Reinigungswirkung (VII. = "Überprüfung
Reinigungswirkung, ggf. Sperrung", S7). Nur wenn ein maximaler vorgegebener Verunreinigungsgrad
nicht überschritten wird, erfolgt eine Weiterführung des Vorbehandlungsverfahrens
in Form einer Freigabe, andernfalls wird eine Sperrung des jeweils betroffenen Bauteils
für die nachfolgenden Vorgänge bzw. Prozesse vorgenommen.
[0044] Nach vorgenommener Reinigung erfolgt eine Überprüfung der Bauteil-Lage durch eine
Lageerkennungsvorrichtung in Form eines Kamerasystems, welches die Bauteil-Lage optisch
erfasst (VIII. = "Prüfung Bauteil-Lage durch Lageerkennung, ggf. Anpassung des Bahnprogramms
für Beflammung", S8). Durch eine an das Kamerasystem gekoppelte Bildverarbeitungsvorrichtung
wird die bereitgestellte Information über die Ist-Lage bzw. Ist-Position des Bauteils
in für die Anpassung bzw. Korrektur eines Beflammungsbahnprogramms erforderliche Daten
umgesetzt. Ein Abweichung von einer vorgegebenen Soll-Lage kann sich hierbei insbesondere
durch die CO
2-Reinigung und die prozessbedingten Drücke ergeben haben. Anschließend erfolgt die
Beflammung der Bauteiloberfläche innerhalb derselben Vorbehandlungszelle mittels eines
Roboters, an dessen Roboterarm eine Beflammungsvorrichtung angebracht ist, wobei die
Bewegung des Roboterarms gemäß dem gegebenenfalls angepassten bzw. korrigierten Beflammungsbahnprogramm
über eine Steuervorrichtung gesteuert wird (IX. = "Beflammung", S9). Hierbei werden
gesteuert sämtliche zu behandelnden Zonen des Bauteils mit einer oxydierenden Flamme
behandelt. Nach erfolgter Beflammung erfolgt eine Abkühlung der Bauteile (X. = "Abkühlung",
S10) und eine sich hieran anschließende Ionisation der Bauteiloberfläche mittels ionisierter
Luftströmung (XI. = "Ionisation der Bauteil-Oberfläche mit ionisierter Luftströmung",
S11). Hieran schließt sich der Transport der Bauteile mittels der Warenträger in den
Lackierprozess an (XII. = "Transport in den Lackierprozess", S12).
[0045] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 10 zur Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 umfasst eine Vorbehandlungszelle in Form einer
Vorbehandlungskabine 12 und eine außerhalb der Vorbehandlungskabine 12 angeordnete
Infrarot-Strahlvorrichtung 14. Innerhalb der Vorbehandlungskabine 12 ist eine Reinigungsvorrichtung
16 in Form einer CO
2-Schnee-Strahlvorrichtung angeordnet, die an einem Roboterarm eines ersten Roboters
angebracht ist (nicht näher dargestellt). Ferner ist in der Vorbehandlungskabine 12
eine Beflammungsvorrichtung 18 angeordnet, die an einem Roboterarm eines zweiten Roboters
angebracht ist (nicht näher dargestellt).
[0046] Das zu reinigende und zu beflammende Bauteil 20 wird über einen Warenträger (nicht
näher dargestellt) einer Fördereinrichtung 22 zunächst der Infrarot-Strahlvorrichtung
14 zugeführt, um die erfindungsgemäße, der Reinigung vorgeschaltete Erwärmung der
Bauteiloberfläche vorzunehmen. Anschließend erfolgt der Transport des Bauteils 20
über den Warenträger in die Vorbehandlungskabine 12 und zu der Reinigungsvorrichtung
16, um die oben beschriebene CO
2-Schneestrahl-Reinigung der zu lackierenden Bauteiloberfläche vorzunehmen. Hieran
schließt sich die Lageerkennung des Bauteils über eine Vorrichtung zur Lageerkennung
24 an, die in Form eines Kamerasystems ausgebildet ist, um gegebenenfalls Abweichungen
von einer vorgegebenen Soll-Lage zu ermitteln, die zur Anpassung des zur Ansteuerung
des Roboterarms vorgesehenen Beflammungsbahnprogramms verwendet werden. Nach der Lageerkennung
erfolgt der über den Warenträger vorgenommene Transport des Bauteils 20 zu der Beflammungsvorrichtung
18. Nach der Beflammungsbehandlung wird das Bauteil 20 über den Warenträger dem Lackierprozess
zugeführt, wobei Fig. 2 schematisch ferner eine Abdunstzone 26 einer Lackieranlage
darstellt, in der die Lackierung der Bauteiloberfläche vorgenommen wird.
1. Verfahren zur Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen
(20), bei dem wenigstens eine polymere Oberfläche wenigstens eines Bauteils (20) innerhalb
einer Vorbehandlungszelle (12) gereinigt und anschließend mit einer oxydierenden Flamme
behandelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Reinigung der polymeren Oberfläche als auch die Behandlung der polymeren
Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme innerhalb derselben Vorbehandlungszelle (12)
vorgenommen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (20) vor der Reinigung erwärmt wird.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Reinigung von der polymeren Oberfläche abgetragene Verunreinigungen durch
einen in der Vorbehandlungszelle ausgebildeten Luftstrom abtransportiert werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die polymere Oberfläche mittels eines Kohlendioxid-Reinigungsverfahrens gereinigt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kohlendioxid-Reinigungsverfahren ein Kohlendioxidschnee-Strahlverfahren oder
ein Kohlendioxidpellet-Reinigungsverfahren ist.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Reinigung der polymeren Oberfläche die polymere Oberfläche zur Ermittlung eines
Verunreinigungsgrads auf Rest-Verunreinigungen untersucht wird und die Behandlung
der Oberfläche mit einer oxydierenden Flamme nur vorgenommen wird, wenn der ermittelte
Verunreinigungsgrad unterhalb eines maximalen vorgegebenen Verunreinigungsgrads liegt.
7. Vorrichtung (10) zur Vorbehandlung von zu lackierenden polymeren Oberflächen von Bauteilen,
mit einer Vorbehandlungszelle (12), innerhalb derer sowohl wenigstens eine Reinigungsvorrichtung
(16) als auch wenigstens eine Beflammungsvorrichtung (18) angeordnet sind, wobei die
Reinigungsvorrichtung (16) für eine Reinigung wenigstens einer polymeren Oberfläche
wenigstens eines Bauteils (20) innerhalb der Vorbehandlungszelle (12) vorgesehen ist
und wobei die Beflammungsvorrichtung (18) nach Reinigung der polymeren Oberfläche
für deren Behandlung mit einer oxydierenden Flamme innerhalb der Vorbehandlungszelle
(12) vorgesehen ist.
8. Vorrichtung (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Erwärmungsvorrichtung zur Erwärmung des Bauteils (20) aufweist,
um das Bauteil (20) vor der Reinigung der polymeren Oberfläche zu erwärmen.
9. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Vorbehandlungszelle (12) wenigstens eine Positioniervorrichtung angeordnet
ist, an der die Reinigungsvorrichtung (16) oder die Beflammungsvorrichtung (18) angebracht
ist, und die dazu ausgebildet ist, die Reinigungsvorrichtung (16) oder die Beflammungsvorrichtung
(18) in einer vorgegebenen Position in Umgebung der polymeren Oberfläche des Bauteils
(20) anzuordnen.
10. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb der Vorbehandlungszelle (12) wenigstens eine Positioniervorrichtung angeordnet
ist, an der sowohl die Reinigungsvorrichtung (16) als auch die Beflammungsvorrichtung
(18) angebracht sind, und die dazu ausgebildet ist, die Reinigungsvorrichtung (16)
und die Beflammungsvorrichtung (18) in einer vorgegebenen Position in Umgebung der
polymeren Oberfläche des Bauteils (20) anzuordnen.
11. Vorrichtung (10) nach Anspruch 9 oder 10, wobei ferner eine Steuerungsvorrichtung
vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, die Positioniervorrichtung gemäß einem vorgegebenen
Reinigungsbahnprogramm zur Reinigung der polymeren Oberfläche des Bauteils (20) anzusteuern,
und die ferner dazu ausgebildet ist, die Positioniervorrichtung gemäß einem vorgegebenen
Beflammungsbahnprogramm zur Behandlung der polymeren Oberfläche mit einer oxydierenden
Flamme anzusteuern.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniervorrichtung ein Hubgerät ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniervorrichtung ein Roboter ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung (16) eine Kohlendioxidschnee-Strahlvorrichtung oder eine
Kohlendioxid-Pellet-Reinigungsvorrichtung ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine sich in der Vorbehandlungszelle (12) erstreckende Fördereinrichtung (22) vorgesehen
ist, an der wenigstens ein Warenträger zum Transport des Bauteils (20) angebracht
ist, wobei die Fördereinrichtung (22) dazu ausgebildet ist, den Warenträger kontinuierlich
oder getaktet zu transportieren.
1. Method for the pretreatment of polymer surfaces that are to be painted of components
(20), in which at least one polymer surface of at least one component (20) is cleaned
within a pretreatment cell (12) and is then treated with an oxidizing flame, characterized in that both the cleaning of the polymer surface and also the treatment of the polymer surface
with an oxidizing flame are performed within the same pretreatment cell (12).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the component (20) is warmed before the cleaning.
3. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that impurities removed from the polymer surface by the cleaning are carried away by an
air stream formed in the pretreatment cell.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the polymer surface is cleaned by means of a carbon dioxide cleaning method.
5. Method according to Claim 4, characterized in that the carbon dioxide cleaning method is a carbon dioxide snow-jet method or a carbon
dioxide pellet cleaning method.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that, after the polymer surface is cleaned, the polymer surface is studied for residual
impurities to determine a degree of contamination and the surface is only treated
with an oxidizing flame if the determined degree of contamination is below a maximum
predetermined degree of contamination.
7. Device (10) for pretreating polymer surfaces that are to be painted of components,
having a pretreatment cell (12) within which both at least one cleaning device (16)
and also at least one flaming device (18) are arranged, wherein the cleaning device
(16) is provided within the pretreatment cell (12) for a cleaning of at least one
polymer surface of at least one component (20), and wherein the flaming device (18)
is provided within the pretreatment cell (12) for treatment of the polymer surface
after it is cleaned.
8. Device (10) according to Claim 7, characterized in that the device has a warming device for warming the component (20) in order to warm the
component (20) before the polymer surface is cleaned.
9. Device (10) according to one of Claims 7 and 8, characterized in that at least one positioning device is arranged within the pretreatment cell (12), on
which positioning device the cleaning device (16) or the flaming device (18) is mounted,
and which is constructed to arrange the cleaning device (16) or the flaming device
(18) in a preset position in the vicinity of the polymer surface of the component
(20).
10. Device (10) according to one of Claims 7 and 8, characterized in that at least one positioning device is arranged within the pretreatment cell (12), on
which positioning device both the cleaning device (16) and also the flaming device
(18) are mounted, and which is constructed to arrange the cleaning device (16) and
the flaming device (18) in a preset position in the vicinity of the polymer surface
of the component (20).
11. Device (10) according to Claim 9 or 10, wherein, in addition, a control device is
provided which is constructed to control the positioning device according to a preset
cleaning pathway program for cleaning the polymer surface of the component (20), and
which is additionally constructed to control the positioning device according to a
preset flaming pathway program for treating the polymer surface with an oxidizing
flame.
12. Device according to any one of Claims 9 to 11, characterized in that the positioning device is a lifting appliance.
13. Device according to any one of Claims 9 to 11, characterized in that the positioning device is a robot.
14. Device according to any one of Claims 7 to 13, characterized in that the cleaning device (16) is a carbon dioxide snow-jet device or a carbon dioxide
pellet cleaning device.
15. Device according to any one of Claims 7 to 14, characterized in that a transport appliance (22) extending in the pretreatment cell (12) is provided, on
which at least one goods carrier is mounted for transport of the component (20), wherein
the transport appliance (22) is constructed to transport the goods carrier continuously
or in timed cycles.
1. Procédé de prétraitement de surfaces polymères à peindre de composants (20), dans
lequel au moins une surface polymère d'au moins un composant (20) est nettoyée à l'intérieur
d'une cellule (12) de prétraitement et ensuite est traitée à l'aide d'une flamme oxydante,
caractérisé en ce que
le nettoyage de la surface polymère et le traitement de la surface polymère par une
flamme oxydante sont réalisés à l'intérieur de la même cellule de prétraitement (12).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le composant (20) est chauffé avant le nettoyage.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les impuretés enlevées par le nettoyage de la surface polymère sont évacuées par
un écoulement d'air formé dans la cellule de prétraitement.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface polymère est nettoyée au moyen d'un procédé de nettoyage au dioxyde de
carbone.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que le procédé de nettoyage au dioxyde de carbone est un procédé de projection de neige
de dioxyde de carbone ou un procédé de nettoyage par pastille de dioxyde de carbone.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'après le nettoyage de la surface polymère, la surface polymère est examinée pour déterminer
le degré d'encrassement par des résidus d'encrassement et en ce que le traitement de la surface par une flamme oxydante n'est réalisé que si le degré
d'encrassement déterminé est situé en dessous d'un degré d'encrassement maximum prédéterminé.
7. Ensemble (10) de prétraitement de surfaces polymères à peindre de composants, présentant
une cellule de prétraitement (12) à l'intérieur de laquelle un ensemble de nettoyage
(16) et au moins un ensemble (18) de traitement à la flamme sont disposés, l'ensemble
de nettoyage (16) étant prévu pour nettoyer au moins une surface polymère d'au moins
un composant (20) à l'intérieur de la cellule de prétraitement (12) et l'ensemble
(18) de traitement à la flamme étant prévu pour, après nettoyage de la surface polymère,
traiter celle-ci à l'aide d'une flamme oxydante à l'intérieur de la cellule de prétraitement
(12).
8. Ensemble (10) selon la revendication 7, caractérisé en ce que l'ensemble présente un ensemble de chauffage qui chauffe le composant (20) pour chauffer
le composant (20) avant le nettoyage de la surface polymère.
9. Ensemble (10) selon l'une des revendications 7 ou 8, caractérisé en ce qu'à l'intérieur de la cellule de prétraitement (12), au moins un ensemble de positionnement
est disposé sur lequel l'ensemble de nettoyage (16) ou l'ensemble (18) de traitement
à la flamme sont placés, et qui est configuré pour disposer l'ensemble de nettoyage
(16) ou l'ensemble (18) de traitement à la flamme dans une position prédéterminée
dans l'environnement de la surface polymère du composant (20).
10. Ensemble (10) selon l'une des revendications 7 ou 8, caractérisé en ce qu'à l'intérieur de la cellule de prétraitement (12), au moins un ensemble de positionnement
est disposé sur lequel l'ensemble de nettoyage (16) ou l'ensemble (18) de traitement
à la flamme sont placés, et qui est configuré pour disposer l'ensemble de nettoyage
(16) et l'ensemble (18) de traitement à la flamme dans une position prédéterminée
dans l'environnement de la surface polymère du composant (20).
11. Ensemble (10) selon les revendications 9 ou 10, dans lequel en outre un ensemble de
commande est prévu et est configuré pour commander l'ensemble de positionnement selon
un programme prédéterminé de parcours de nettoyage pour nettoyer la surface polymère
du composant (20) et qui en outre est configuré pour commander l'ensemble de positionnement
selon un programme prédéterminé de parcours de traitement à la flamme pour traiter
la surface polymère à l'aide d'une flamme oxydante.
12. Ensemble selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que l'ensemble de positionnement est un appareil de levage.
13. Ensemble selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que l'ensemble de positionnement est un est un robot.
14. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 13, caractérisé en ce que l'ensemble de nettoyage (16) est un ensemble de projection de neige de dioxyde de
carbone ou un ensemble de nettoyage par pastille de dioxyde de carbone.
15. Ensemble selon l'une des revendications 7 à 14, caractérisé en ce qu'un dispositif de transport (22) qui s'étend dans la cellule de prétraitement (12)
est prévu et sur lequel au moins un support de marchandise est installé pour transporter
le composant (20), le dispositif de transport (22) étant configuré pour transporter
le support de marchandise de manière continue ou de manière cadencée.