[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Fäden, die mit ausgewählten Pigmenten eingefärbt
worden sind und die sich hervorragend zum Einsatz in Fahrzeugen, für Bürostühle und
für Funktionsbekleidung eignen. Die Fäden zeichnen sich durch eine verringerte Wärmeabsorption
bei gleichzeitig geringem Abrieb aus.
[0002] Fäden aus thermoplastischen Elastomeren werden häufig mit Ruß eingefärbt, um neben
der Färbung eine antistatische Wirkung zu erzielen. Solche Fäden werden beispielsweise
als Komponenten der textilen Innenausstattung von Fahrzeugen eingesetzt. Es hat sich
herausgestellt, dass die Verwendung von Ruß nicht unproblematisch ist. Derart eingefärbte
Fäden weisen nur eine begrenzte Abriebbeständigkeit auf und die Schwarzfärbung mit
Ruß führt bei direkter Sonneneinstrahlung zu einer hohen Wärmeaufnahme des Fadens,
was sich wiederum nachteilig auf das Klima im Fahrzeuginnenraum auswirkt.
[0003] Perylenpigmente sind als Färbemittel für Fäden bereits bekannt. So beschreibt beispielsweise
DE 698 04 440 T2 spinngefärbte und stabilisierte Nylonfasern. Diese enthalten eine ausgewählte sterisch
gehinderte Piperidinverbindung als Stabilisator sowie mindestens ein Pigment, unter
anderem auch ein Perylenpigment.
[0005] DE-A-27 32 586 beschreibt die Spinnfärbung von linearen Polyestern durch Einsatz einer Mischung
von Färbemitteln, wobei eine Komponente ein Perylentetracarbonsäurederivat ist. Man
erhält brillante, farbstarke und hoch lichtechte Färbungen in linearen Polyestern.
[0006] DE 38 14 647 A1 beschreibt polymere Perylenfarbstoffe mit hoher Dielektrizitätskonstante, die sich
als Dielektrikum von Kondensatoren eignen, insbesondere bei Anwendungen im Hochfrequenzbereich.
[0007] Aus
DE 10 2005 049 297 A1 sind thermoplastische Formmassen enthaltend thermoplastisches Polyamid, roten Phosphor
und eine Melaminverbindung bekannt. Zusätzlich kann nach diesem Dokument ein Schlagzähmodifizierer
eingesetzt werden. Beispiele dafür sind übliche Elastomere, die für diesen Zweck bereits
eingesetzt worden sind.
[0008] DE 101 62 348 A1 beschreibt ein Verfahren zur Aufbringung von Funktionsmaterialien auf thermoplastisch
elastomere Polyurethane.
[0009] Aus
DE 199 57 899 A1 sind thermoplastische Formmassen enthaltend thermoplastisches Polymer, Cerhaltiges
Weißpigment und weiteres Farbmittel bekannt. Als thermoplastische Polymere werden
dabei thermoplastisch elastomere Polyurethane genannt.
[0010] DE 199 30 527 A1 beschreibt thermoplastische Formmassen enthaltend thermoplastischen Polyester, Polycarbonat,
kautschukelastisches Polymer, P-haltigen Stabilisator und organische Säure. Als kautschukelastische
Polymere werden in diesem Dokument unterschiedlichste Verbindungen genannt.
[0011] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung
Fäden bereitzustellen, die sich durch sehr gute elastische Eigenschaften kombiniert
mit einer intensiven und lichtechten Färbung auszeichnen und die darüber hinaus eine
gute Abriebbeständigkeit sowie eine geringe Absorption im infraroten Bereich aufweisen.
Diese Fäden sollen sich bei Bestrahlung mit Sonnenlicht oder mit Strahlung, welche
Infrarotanteile aufweist, im Vergleich zu rußgefärbten Fäden deutlich geringer aufheizen.
Darüber hinaus sollen die Fäden eine hohe Dehnfähigkeit aufweisen.
[0012] Es wurde nun überraschend gefunden, dass ein weiches Polymer in Form eines ausgewählten
thermoplastischen, elastomeren Polymeren und ein Perylenpigment zu Fäden verarbeitet
werden können, die sich durch das oben dargelegte vorteilhafte Eigenschaftsprofil
auszeichnen.
[0013] Die Erfindung betrifft daher Fäden enthaltend a) ein thermoplastisches, elastomeres
Polymer aus der Gruppe der thermoplastischen, elastomeren Polyester (TPE-E), der thermoplastischen,
elastomeren Polyamide (TPE-A), der thermoplastischen, elastomeren Styrol-Blockcopolymeren
(TPE-S) und Kombinationen von zwei oder mehreren davon, und b) ein Perylenpigment.
[0014] Bei den erfindungsgemäß eingesetzten thermoplastischen, elastomeren Polymeren handelt
es sich um die oben genannten Typen. Solche Polymere sind dem Fachmann bekannt.
[0015] Die thermoplastischen, elastomeren Polymere sind üblicherweise Blockcopolymere, die
aus unterschiedlichen Monomerkombinationen aufgebaut sein können. In der Regel handelt
es sich um Blöcke aus sogenannten Hart- und Weichsegmenten. Die Weichsegmente leiten
sich bei den TPE-E und den TPE-A typischerweise von Polyalkylenglykolen ab. Die Hartsegmente
leiten sich bei den TPE-E und den TPE-A typischerweise von kurzkettigen Diolen oder
Diaminen ab. Neben den Diolen bzw. Diaminen werden die Hart- und Weichsegmente von
aliphatischen, cycloaliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäuren aufgebaut.
[0016] Besonders geeignete Polyalkylenglykole sind Polyethylenglykol, Polypropylenglykol
und/oder Polybutylenglykol.
[0017] Besonders geeignete kurzkettige Diole sind aliphatische und/oder cycloaliphatische
Diole, beispielsweise Ethylenglykol, Propandiol, 1,4-Butandiol, 1,4-Cyclohexandimethanol
oder deren Gemische. Bevorzugt sind aliphatische Diole, die zwei bis vier Kohlenstoffatome
aufweisen, insbesondere Ethylenglykol und Butandiol. Weiter bevorzugt sind cycloaliphatische
Diole, wie 1,4-Cyclohexandimethanol.
[0018] Besonders geeignete kurzkettige Diamine sind aliphatische und/oder aromatische Diamine,
beispielsweise Tetramethylendiamin, Hexamethylendiamin, Nonamethylendiamin, Undecamethylendiamin,
Dodecamethylendiamin, Xylylendiamin. Bevorzugtes zweiwertiges Amin ist Hexamethylendiamin.
[0019] Ein weiterer Baustein der thermoplastischen, elastomeren Polyester oder Polyamide
sind die oben genannten Dicarbonsäuren. Hierbei handelt es sich um aliphatische, cycloaliphatische
und/oder aromatische Dicarbonsäuren, beispielsweise Adipinsäure, Sebacinsäure, Terephthalsäure,
Cyclohexandicarbonsäure, Isophthalsäure, Dodecandicarbonsäure, Glutarsäure. Hauptsäurebestandteil
der Blockcopolymere sind Terephthalsäure, Sebacinsäure oder Cyclohexandicarbonsäure.
[0020] Beispiele für thermoplastische, elastomere Styrol-Blockcopolymere sind BlockCopolymere,
die Blöcke aus Styrol-Ethylen und aus Propylen-Styrol (SEPS) oder aus aus Styrol-Ethylen
und aus Butadien-Styrol (SEBS) oder aus Styrol und aus Butadien (SBS) aufweisen.
[0021] Unter thermoplastischen, elastomeren Polymeren sind im Rahmen dieser Beschreibung
Polymere zu verstehen, die sich bei Raumtemperatur vergleichbar den klassischen Elastomeren
verhalten, sich jedoch unter Wärmezufuhr plastisch verformen lassen und somit ein
thermoplastisches Verhalten zeigen. Diese thermoplastischen, elastomeren Polymere
haben in Teilbereichen physikalische Vernetzungspunkte (z.B. Nebenvalenzkräfte oder
Kristallite), die sich bei Wärme auflösen, ohne dass sich die Polymermoleküle zersetzen.
[0022] Perylenpigmente, die zum Herstellen der erfindungsgemäßen Fäden verwendet werden
können, sind dem Fachmann bekannt.
[0023] Als Perylenpigmente können alle beliebigen Verbindungen mit Perylengrundkörper verwendet
werden, die, wenn sie in eine Matrix enthaltend thermoplastische, elastomere Polymere
eingearbeitet werden oder auf der Oberfläche eines Fadens aus diesen Polymeren aufgetragen
werden, eine Einfärbung des Polymeren ergeben.
[0024] Besonders in Betracht kommende Klassen von Perylenpigmenten sind Perylen selbst,
also peri-Dinaphthylen, der Perylenderivate. Beispiele für Perylenderivate sind Tetracarbonsäuren
des Perylens, deren Derivate, wie Dianhydride, Diimide einschließlich der Bis-N-hydrocarbyldiimide
wie der Bis-N-alkyldiimide, Tetracarbonsäureester oder Tetracarbonsäureamide; Di-,
Tri- oder Tetraalkylderivate des Perylens, Di- oder Tetraketone des Perylens, Di-,
Tri- oder Tetrahydroxyderivate des Perylens, Di-, Tri- oder Tetraether des Perylens.
[0025] Besonders bevorzugt werden Perylen, 3,4,9,10-Perylentetracarbonsäuren, 3,4,9,10-Tetracarbonsäuredianhydrid,
3,4,9,10-Tetracarbonsäurediimid und/oder N,N'-Dimethyl-3,4,9,10-tetracarbonsäurediimid
eingesetzt.
[0026] Das im Einzelfall zur Verwendung ausgewählte Perylenpigment hängt von seiner Verträglichkeit
mit der Polymermatrix und dem jeweils gewünschten Farbton ab, der für den Faden gewünscht
wird. Dem Fachmann sind die Auswahlkriterien dafür bekannt.
[0027] Das Perylenpigment in den erfindungsgemäßen Fäden kann allein oder in Form von Mischungen
gegebenenfalls in Kombination mit weiteren Pigmenten eingesetzt werden. Die Perylenpigmente
können z.B. in Form von trockenen Pigmente, flüssigen Pigmenten, eingekapselten Pigmenten,
Pigment-Dispersionen oder ganz besonders bevorzugt in Form eines Masterbatches mit
einem Trägerpolymeren, beispielsweise einem Polyolefin oder einem der oben genannten
thermoplastischen elastomeren Polymeren, eingesetzt werden.
[0028] Das Einbringen oder das Aufbringen des Perylenpigments in oder auf das thermoplastische,
elastomere Polymere kann nach verschiedenen im Stand der Technik beschriebenen Verfahren
ausgeführt werden. Dazu zählen z.B. das Vermischen des Perylenpigments mit dem Polymer,
das Auflösen und/oder das Dispergieren des Perylenpigments in das Polymer und das
Aufbringen des Perylenpigments als Überzug auf die Oberfläche eines Fadens aus thermoplastisch,
elastomerem Polymer.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße Zusammensetzung
neben den Komponenten a) und b) noch Komponente c), ein Polymer mit einem Schmelzpunkt
im Bereich oder unterhalb des Schmelzpunktes des thermoplastisch, elastomeren Polymeren
der Komponente a), vorzugsweise von wenigstens 10°C unterhalb des Schmelzpunkts des
thermoplastisch elastomeren Polymers der Komponente a).
[0030] Als Komponente c) kommen ausgewählte Polymere zum Einsatz. Dabei handelt es sich
üblicherweise um die Polymerkomponente eines bei der Herstellung der erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen eingesetzten Masterbatches. Um eine ausreichende Verformbarkeit
und Vermischbarkeit im Extruder zu gewährleisten, sollte der Schmelzpunkt des Polymeren
der Komponente c) im Bereich des Schmelzpunktes oder vorzugsweise mindestens 10 °C
unterhalb des Schmelzpunktes des Polymeren der Komponente a) liegen.
[0031] Beispiele für geeignete Polymere der Komponente c) sind Polyester, Polyamide, Polyolefine,
wie Polyethylen oder Polypropylen, oder thermoplastische, elastomere Polymere. Letztere
sind besonders bevorzugt. Ganz besonders bevorzugt enthält ein Masterbatch denselben
Typ an Polymer wie das Polymere der Komponente a), beispielsweise ein TPE-E, falls
Komponente a) ein TPE-E ist.
[0032] Die Perylenpigmente sind im erfindungsgemäss eingesetzten Masterbatch dispergiert.
Das Masterbatch wird bei der Herstellung des Fadens in die Polymermatrix eingebracht.
Die Perylenmoleküle färben den Faden ein. Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass
das Perylenpigment den Faden einerseits einfärbt, andererseits hingegen nur Wärmestrahlung
begrenzt absorbiert, so dass der Faden durch Einstrahlung von Sonnenlicht sich weniger
aufheizt als dieses bei der Einfärbung mittels Ruß der Fall wäre. Außerdem hat sich
herausgestellt, dass die so eingefärbten Fäden eine gute Abriebbeständigkeit aufweisen.
[0033] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können neben Komponenten a), b) und gegebenenfalls
c) noch weitere Zusatzstoffe d) enthalten.
[0034] Beispiele dafür sind Hydrolysestabilisatoren, Verarbeitungshilfsmittel, Antioxidantien,
UV-Stabilisatoren, Weichmacher, Gleitmittel, weitere Pigmente, Viskositätsmodifizierer
oder Kristallisationbeschleuniger.
[0035] Beispiele für Hydrolysestabilisatoren sind Carbodiimide oder epoxidierte Verbindungen.
[0036] Beispiele für Verarbeitungshilfsmittel sind Siloxane, Wachse oder längerkettige Carbonsäuren
oder deren Salze, aliphatische, aromatische Ester oder Ether.
[0037] Beispiele für Antioxidantien sind Phosphorverbindungen, wie Phosphorsäureester, oder
sterisch gehinderte Phenole.
[0038] Beispiele für UV-Stabilisatoren sind UV-absorbierende Verbindungen, wie Benzophenone
oder Benztriazole, oder Verbindungen vom Typ HALS ("hindered amine light stabilizer").
[0039] Ein Beispiel für einen Weichmacher ist Dioctylphthalat.
[0040] Beispiele für Gleitmittel sind Polyolefinwachse.
[0041] Beispiele für weitere Pigmente oder Mattierungsmittel sind organische Farbstoffpigmente
oder Titandioxid.
[0042] Beispiele für Viskositätsmodifizierer sind mehrwertige Carbonsäuren und deren Ester
oder mehrwertige Alkohole.
[0043] Die erfindungsgemäßen Fäden lassen sich in üblicher Weise herstellen, indem beispielsweise
die plastifizierte Polymermasse durch eine Spinndüse extrudiert wird und sich nach
Abkühlung des gebildeten Fadens anschließend an sich bekannte Verstreck- und Relaxierschritte
anschließen.
[0044] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Perylenpigment in einem Masterbatch
enthaltend zusätzlich ein Polymeres wie Komponente a) oder ein davon unterschiedliches
Polymeres der Komponente c) in das Polymere a) zur Herstellung des Fadens eingebracht.
[0045] Unter Fäden werden im Rahmen dieser Beschreibung ganz allgemein Fasern endlicher
Länge (Stapelfasern), Fasern unendlicher Länge (Filamente) sowie daraus zusammengesetzte
Multifilamente oder aus Stapelfasern sekundär gesponnene Garne verstanden. Bevorzugt
sind schmelzgesponnene Fäden in Form von Monofilamenten.
[0046] Unter Monofilamenten werden im Rahmen dieser Beschreibung einzelne Fäden verstanden.
Diese weisen typischerweise Durchmesser von 0,055 bis 2,00 mm, vorzugsweise von 0,10
bis 0,60 mm, auf.
[0047] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegen die erfindungsgemäßen Fäden
als Monofilamente vor.
[0048] Der Titer der erfindungsgemäßen Fäden kann in weiten Bereichen schwanken. Beispiele
dafür sind 1 bis 45.000 dtex, insbesondere 100 bis 4.000 dtex.
[0049] Die Querschnittsform der erfindungsgemäßen Fäden kann beliebig sein, beispielsweise
rund, oval oder n-eckig, wobei n größer gleich 3 ist.
[0050] Die Mengen an Komponenten a), b) und gegebenenfalls c) und/oder gegebenenfalls d)
in den erfindungsgemäßen Fäden können in weiten Bereichen gewählt werden.
[0051] Üblicherweise enthält der erfindungsgemäße Faden 70 bis 99,999 Gew. %, vorzugsweise
95 bis 99,98 Gew. %, an Komponente a), bezogen auf die Gesamtmasse des Fadens. Die
Menge der Komponente a) im erfindungsgemäßen Faden wird vom Fachmann in Abhängigkeit
des gewünschten Verwendungszweckes und/oder der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
[0052] Die Menge des Perylenpigments b) im erfindungsgemäßen Faden wird vom Fachmann ebenfalls
in Abhängigkeit des gewünschten Verwendungszweckes und/oder der vorgesehenen Verarbeitung
ausgewählt.
[0053] Üblicherweise beträgt die Menge des Perylenpigments im erfindungsgemäßen Faden 0,0001
bis 5 Gew. %, bezogen auf Gesamtmasse des Fadens, vorzugsweise beträgt die Menge des
Perylenpigments 0,001 bis 1 Gew. %, insbesondere 0,01 bis 0,5 Gew.-%, und besonders
bevorzugt 0,02 bis 0,1 Gew.-%.
[0054] Die Menge der optional vorliegenden Komponente c) im erfindungsgemäßen Faden wird
vom Fachmann ebenfalls in Abhängigkeit des gewünschten Verwendungszweckes und/oder
der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
[0055] Üblicherweise beträgt die Menge dieser Komponente 0 bis 25 Gew. %, bezogen auf die
Gesamtmasse des Fadens.
[0056] Auch der Anteil der optional eingesetzten Zusatzstoffe d) wird vom Fachmann nach
dem beabsichtigen Verwendungszweck und/oder der vorgesehenen Verarbeitung ausgewählt.
Üblicherweise beträgt der Anteil der Komponente d) bis zu 20 Gew. %, vorzugsweise
bis zu 10 Gew. %, bezogen auf die Gesamtmasse des Fadens.
[0057] Die zur Herstellung der erfindungsgemäßen Fäden benötigten Komponenten a), b), gegebenenfalls
c) und/oder gegebenenfalls d) sind an sich bekannt, teilweise kommerziell erhältlich
oder können nach an sich bekannten Verfahren hergestellt werden.
[0058] Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Fäden zur Herstellung von textilen Flächengebilden,
insbesondere von Geweben, Gelegen, Gewirken, Geflechten oder Gestricken, eingesetzt.
[0059] Die erfindungsgemäßen Fäden können beispielsweise zur textilen Innenausstattung von
Land-, Wasser- oder Luftfahrzeugen eingesetzt werden, besonders bevorzugt zur textilen
Innenausstattung von Automobilen und Militärfahrzeugen. Weitere bevorzugte Anwendungen
sind der Einsatz in Bespannungen von Bürostühlen und in Funktionsbekleidung.
[0060] Diese Verwendungen sind ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
[0061] Die vorliegende Erfindung wird im folgenden Beispiel ausführlicher beschrieben, welches
nur als Erläuterung und nicht als Einschränkung dienen soll.
Beispiel 1
[0062] Auf einer Schmelzspinnanlage zur Herstellung von Monofilamenten wurde ein thermoplastischer,
elastomerer Polyester in Schnitzelform eingesetzt (Heraflex E 5620; Fa. Radicinovapics
S.p.A, Chignolo d'Isola, Italien). Vor dem Spinnprozess wurden 8 Gew. % eines Masterbatches
(Produkt Lifocolor schwarz 9000169 TPE; Fa. Lifocolor Farben GmbH & Co. KG; Lichtenfels,
Deutschland) im Fallrohr des Extruders in den TPE-E Schnitzelstrom gravimetrisch zudosiert.
Das Gemisch wurde im Extruder aufgeschmolzen, über eine Spinnpumpe einem Spinnpack
zugeführt, durch feine Bohrungen zu Monofilamenten versponnen, im Wasserbad abgeschreckt,
anschließend unter Temperatureinwirkung dreistufig gestreckt, mit Präparation als
Verarbeitungshilfsmittel vernetzt und auf Scheibenspulen aufgespult.
[0063] Bei dem Masterbatch Lifocolor schwarz 9000169 TPE handelte es sich um ein Compound
eines Perylenpigments in thermoplastischem, elastomeren Polyester.
[0064] Die erhaltenen Monofilamente wiesen folgende Fasereigenschaften auf:
- Durchmesser
- 0,30 mm
- Festigkeit
- 28 cN/tex
- Bruchdehnung
- 43 %
- freier Thermoschrumpf bei 160°C
- 45 %
[0065] Die hergestellten Monofilamente wiesen eine ausgeprägte Schwärzung bei gleichzeitig
deutlich geringerer Wärmeaufnahme gegenüber vergleichbaren rußgefärbten Monofilamenten
auf.
[0066] Während das Muster mit Ruß als Pigment nach 40 Minuten eine Temperatur von 80°C erreichte,
blieb das Muster mit Perylen als Pigment bei gleicher Bestrahlung und Bestrahlungsdauer
bei 55°C deutlich unter diesem Wert. Zum Vergleich wurde noch ein weiteres identisches
Monofilament mit Titandioxid als Pigment aufgeführt. Dieses erreichte eine Temperatur
von 51°C nach 40 Minuten Aufheizzeit. Die Temperaturen der Fäden bei der Bestrahlung
sind in der nachstehenden Tabelle dargestellt.
| Zeit (min) |
0 |
10 |
20 |
30 |
40 |
| Probe mit Perylen-pigment (Erfindung) |
22°C |
45°C |
52°C |
54°C |
55°C |
| Probe mit Ruß (Vergleich) |
22°C |
60°C |
73°C |
75°C |
80°C |
| Probe mit Titan-dioxid (Vergleich) |
22°C |
42°C |
50°C |
51°C |
51°C |
1. Faden enthaltend a) ein thermoplastisches, elastomeres Polymer ausgewählt aus der
Gruppe der thermoplastischen, elastomeren Polyester, der thermoplastischen, elastomeren
Polyamide, der thermoplastischen, elastomeren Styrol-Blockcopolymeren oder aus Gemischen
von zwei oder mehreren dieser Polymeren und b) ein Perylenpigment.
2. Faden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische, elastomere Polymer ein thermoplastischer, elastomerer Polyester
ist.
3. Faden nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der thermoplastische, elastomere Polyester sich ableitet von einer aliphatischen,
cycloaliphatischen und/oder aromatischen Dicarbonsäure und einem aliphatischen und/oder
cycloaliphatischen Diol sowie von einem Polyalkylenglykol.
4. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Perylenpigment in eine Matrix enthaltend das thermolastische, elastomere Polymere
eingearbeitet worden ist und/oder auf der Oberfläche der Faser aus dem thermoplastischen,
elastomeren Polymeren aufgetragen worden ist.
5. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Perylenpigment Perylen, Perylentetracarbonsäuredianhydrid und/oder Perylentetracarbonsäurediimid
ist.
6. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass diese neben den Komponenten a) und b) noch Komponente c), ein Polymer mit einem Schmelzpunkt
im Bereich oder unterhalb des Schmelzpunktes des thermoplastisch, elastomeren Polymeren
der Komponente a) enthält.
7. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass dieser neben Komponenten a), b) und gegebenenfalls c) noch weitere Zusatzstoffe d)
enthält.
8. Faden nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die weiteren Zusatzstoffe d) ausgewählt werden aus der Gruppe der Hydrolysestabilisatoren,
Verarbeitungshilfsmittel, Antioxidantien, UV-Stabilisatoren, Weichmacher, Gleitmittel,
Pigmente, elektrische Leitfähigkeit vermittelnden Zusätze, Viskositätsmodifizierer,
Kristallisationbeschleuniger oder aus Kombinationen von zwei oder mehreren dieser
Zusatzstoffe.
9. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Perylenpigment in Mengen von 0,001 bis 0,1 Gew.-%, bevorzugt 0,02 bis 0,06 Gew.-%
enthalten ist.
10. Faden nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden als Monofilament vorliegt.
11. Verwendung des Fadens nach einem der Ansprüche 1 bis 10 zur Herstellung von textilen
Flächengebilden, insbesondere zur Herstellung von Geweben, Gelegen, Gewirken, Geflechten
oder Gestricken.
12. Verwendung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden zur Herstellung von Bespannungen von Bürostühlen oder zur Herstellung von
Funktionsbekleidung eingesetzt wird.
13. Verwendung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Faden zur textilen Innenausstattung von Land-, Wasser- oder Luftfahrzeugen eingesetzt
wird.
14. Verwendung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Landfahrzeug ein Automobil, insbesondere ein Militärfahrzeug ist.