[0001] Die Erfindung betrifft eine Ablaufarmatur mit Geruchverschluss, mit einem einen Ablauf
aufweisenden Gehäuse, welches eine Gehäusekammer bildet, und mit einem sich in die
Gehäusekammer erstreckenden Tauchrohr, welches vom Gehäusegrund beabstandet ist und
mit dem Gehäuse ein Reservoirvolumen begrenzt, wobei von dem Reservoirvolumen ein
Stutzen für den Anschluss an ein Leitungssystem ausgeht, wobei im Gehäuse ein das
Reservoirvolumen mit dem Inneren des Stutzens verbindender Stutzenanschlussabschnitt
vorgesehen ist, und wobei der Geruchverschluss mittels in dem Tauchrohr und in dem
Reservoirvolumen vorgehaltenem Sperrwasser bewirkt wird.
[0002] Ablaufarmaturen mit Geruchverschluss sind bereits im Stand der Technik bekannt. Die
Patentanmeldung
EP 0 634 530 A1 beispielsweise offenbart einen Geruchverschluss, welcher eine im Sperrwasser schwimmbare
Kugel aufweist. Fällt der Sperrwasserpegel unter ein den Geruchverschluss sicherstellendes
Niveau, beispielsweise weil durch einen Unterdruck im an die Ablaufarmatur angeschlossenen
Leitungssystem ein Großteil des Sperrwassers abgesaugt worden ist, setzt sich die
Kugel in einem am Tauchrohr angeordneten Kugelsitz ab und verhindert somit mechanisch
das Eindringen von Gasen aus dem Abwasserleitungssystem in den Ablaufraum. Allerdings
nimmt die aus der
EP 0 634 530 A1 bekannte Ablaufarmatur einen großen Bauraum ein, welcher beim Einbau in beispielsweise
Duschen oder Badewannen zu berücksichtigen ist. Darüber hinaus ist mit der schwimmbaren
Kugel ein weiteres Bauteil in der Ablaufarmatur erforderlich, wodurch grundsätzlich
die Fehleranfälligkeit erhöht wird. Ferner besteht die Gefahr, dass die Kugel auf
Grund von Ablagerungen bzw. Verunreinigungen an dem Kugelsitz anhaftet, dadurch den
Wasserablauf behindert und ohne mechanischen Eingriff von außen nicht wieder gelöst
werden kann.
[0003] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Ablaufarmatur
mit Geruchverschluss anzugeben, welche die zuvor genannten Nachteile zumindest weitgehend
vermeidet und insbesondere einen geringen Bauraum beansprucht.
[0004] Die Aufgabe wird bei einer Ablaufarmatur mit Geruchverschluss der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass ein Konstruktionselement vorgesehen ist, welches derart ausgebildet
ist, dass es eine Änderung des Strömungsverhaltens in einem vom Inneren der Tauchrohrs
zum Stutzenanschlussabschnitt führenden Strömungskanal bewirkt, insbesondere den Strömungsquerschnitt
des Strömungskanals ändert, vorzugsweise erweitert.
[0005] Durch das Vorsehen eines Konstruktionselements, welches den Strömungsquerschnitt
eines vom Inneren der Tauchrohrs zum Stutzenanschlussabschnitt führenden Strömungskanals
auf die vorangehend beschriebene Weise modifiziert, werden zusätzliche Mittel wie
eine schwimmbare Kugel zur mechanischen Abdichtung der Ablaufarmatur gegenüber Gasen
aus dem angeschlossenen Leitungssystem überflüssig. Stattdessen kann der Geruchverschluss
mit Sperrwasser gewährleistet werden, auch wenn der Sperrwasserpegel in der Ablaufarmatur
durch die Einwirkung eines Unterdrucks im angeschlossenen Leitungssystem abgesenkt
wird.
[0006] Während einer durch einen Unterdruck hervorgerufenen Absenkung des Sperrwasserpegels
im Tauchrohr verbleibt ein Teil des Sperrwassers in dem Reservoirvolumen und kann
den Geruchverschluss gewährleisten. Hat der Sperrwasserpegel auf Grund der Druckverhältnisse
in etwa die Höhe der dem Gehäusegrund zugewandten Stirnseite des Tauchrohrs erreicht,
besteht die Gefahr, dass durch Lufteinzug durch das Tauchrohr und das Reservoirvolumen
in den Stutzen bzw. das Leitungssystem das Sperrwasser in einem solchen Maße abgesogen
wird, dass der Geruchverschluss nach dem Ende der Druckstörung nicht wieder zuverlässig
hergestellt werden kann.
[0007] Mit der Ausgestaltung der Ablaufarmatur gemäß der vorliegenden Erfindung wird es
möglich, die für den Geruchverschluss notwendige Sperrwassermenge in dem Reservoirvolumen
vorzuhalten, selbst wenn Luft durch den Ablauf, das Tauchrohr und das Reservoirvolumen
in das Leitungssystem angesogen wird. Denn durch das Konstruktionselement wird der
Strömungsquerschnitt des vom Inneren des Tauchrohrs zum Stutzenanschlussabschnitt
führenden Strömungskanals - also im Wesentlichen in dem Reservoirvolumen - derart
modifiziert, dass sich ein Luftkanal in dem in dem Strömungskanal befindlichen Sperrwasser
bildet, durch welchen über den Ablauf angesaugte Luft in das Leitungssystem gelangen
kann. Durch diese Art "Kurzschluss" wird weitgehend vermieden, dass zuviel Sperrwasser
bei Druckstörungen in das Leitungssystem verloren geht. Nach dem Ende der Druckstörung
kann mittels des Rückflusses des in dem Reservoirvolumen vorgehaltenen Sperrwassers
in das Tauchrohr der für die zuverlässige Funktion des Geruchverschlusses erforderliche
Sperrwasserpegel wieder hergestellt werden. Weil zumindest ein Teil des Sperrwassers
während einer durch einen Unterdruck hervorgerufenen Störung damit nicht verloren
geht, und der nominell vorgesehene Sperrwasserpegel reduziert werden kann, können
Ablaufarmaturen mit flacherer und damit platzsparenderer Bauform ausgestaltet werden.
Dadurch wird insbesondere der Einbau einer solchen Ablaufarmatur vereinfacht.
[0008] Ferner wird durch das Vorhalten des Sperrwassers in dem Reservoirvolumen die Wiederherstellung
des Geruchverschlusses mittels Sperrwasser auch bei wiederholten Druckstörungen sichergestellt.
Die entsprechend ausgestaltete Ablaufarmatur ist somit insbesondere zur Anbindung
an Leitungssysteme, in denen Druckschwankungen häufiger auftreten, geeignet.
[0009] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Ablaufarmatur mit Geruchverschluss ist das
Konstruktionselement durch eine partielle, radial auswärtige Vertiefung im Stutzenanschlussabschnitt
ausgebildet. Die partielle Vertiefung erstreckt sich somit vorzugsweise nur über einen
bestimmten Abschnitt des Umfangs des Gehäuses. Die partielle Vertiefung bewirkt insbesondere
eine Querschnittserweiterung des Strömungskanals und damit eine Druckreduzierung im
Wasser, das bei einem im Leitungssystem herrschenden Unterdruck durch den Strömungskanals
fließt. Die Druckreduzierung führt insbesondere dazu, dass sich - sobald Luft angesaugt
wird - ein stabiler Luftkanal von der Grenzfläche zwischen Luft und Wasser, beispielsweise
im Tauchrohr, bis zum Stutzenanschlussabschnitt ausbildet. Damit kann die Strömung
der Luft, welche im Falle des Absinkens des Sperrwasserpegels bis etwa zur Höhe der
unteren Stirnseite des Tauchrohrs von dem Ablaufraum durch das Tauchrohr und das Reservoirvolumen
in das Leitungssystem gesaugt wird, mittels einer einfachen baulichen Ausgestaltung
in einen Luftkanal gelenkt werden. Auf diese Weise kann das Reservoirvolumen im Fall
einer Druckstörung vorteilhafter Weise eine für die Wiederherstellung des Geruchverschlusses
notwendige Menge an Sperrwasser vorhalten. Vorzugsweise ist die partielle Vertiefung
in dem Stutzenanschlussabschnitt so ausgebildet, dass sie dem Stutzen in Strömungsrichtung
unmittelbar vorgelagert ist. Dadurch kann die Bildung eines Luftkanals im Fall einer
Druckstörung gezielt gefördert werden.
[0010] Vorzugsweise ist im Stutzenanschlussabschnitt eine das Sperrwasser im Reservoirvolumen
zurückhaltende Stutzenbarriere angeordnet, und der vertikale Abstand zwischen dem
Gehäusegrund und der Stutzenbarriere beträgt bevorzugt zwischen 30 mm und 50 mm. Auf
diese Weise kann eine besonders flache und damit montagefreundliche Bauform der Ablaufarmatur
gewährleistet werden.
[0011] Die partielle Vertiefung kann sich etwa bis zur Höhe der Stutzenbarriere erstrecken.
Auf diese Weise kann die Ausbildung des Luftkanals im Falle eines Unterdrucks bis
zur Höhe des in dem Reservoirvolumen maximal möglichen Sperrwasserpegels beeinflusst
werden.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Ablaufarmatur weist das Reservoirvolumen
etwa auf Höhe der Stutzenbarriere und/oder der Vertiefung einen radial auswärtig erweiterten
Abschnitt auf. Im Falle eines Unterdrucks im Leitungssystem kann der erweiterte Abschnitt
zur Aufnahme von insbesondere aus dem Tauchrohr abgesogenem Sperrwasser, mithin also
als eine Art zusätzliches Sperrwasseraufnahmevolumen, fungieren. Auf diese Weise kann
eine erhöhte Menge an Sperrwasser vorgehalten werden, welche dazu beiträgt, nach dem
Abklingen der Druckstörung einen die zuverlässige Funktion des Geruchverschlusses
gewährleistenden Sperrwasserpegel in dem Reservoirvolumen und in dem Tauchrohr wieder
herzustellen.
[0013] Der Stutzenanschlussabschnitt verbindet bevorzugter Weise den erweiterten Abschnitt
mit dem Inneren des Stutzens. Das in dem zuvor erwähnten zusätzlichen Sperrwasseraufnahmevolumen
vorgehaltene Sperrwasser kann dadurch mittels Einwirkung der Schwerkraft wieder in
den unteren Teil des Reservoirvolumens bzw. in das Tauchrohr zurückfließen.
[0014] Das Konstruktionselement ist vorzugsweise derart ausgebildet, dass ein durch Druckschwankungen
in einem an die Ablaufarmatur angeschlossenen Leitungssystem bedingtes vollständiges
Absaugen des Sperrwassers aus dem Reservoirvolumen verhindert wird. Die Ausgestaltung
des Konstruktionselements, beispielsweise die Tiefe und/oder die Form einer partiellen
Vertiefung am Stutzenanschlussabschnitt, erfolgt vorzugsweise in Abstimmung mit einzelnen
spezifischen Parametern oder einer beliebigen Kombination dieser spezifischen Parameter
der Ablaufarmatur, beispielsweise den Volumina des Tauchrohrs sowie des Reservoirvolumens,
den Abständen zwischen Ablauf und Gehäusegrund bzw. Gehäusegrund und Stutzenbarriere,
sowie gegebenenfalls unter Berücksichtigung der in Leitungssystemen üblicherweise
auftretenden Druckschwankungen.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Ablaufarmatur mit Geruchverschluss
weitet das Tauchrohr sich innen und/oder außen zum Gehäusegrund hin und weist insbesondere
eine konkave Wölbung auf. Auf diese Weise können die Strömungsverhältnisse von ablaufendem
Wasser in dem Tauchrohr und in dem umliegenden Reservoirvolumen, mithin in dem Strömungskanal,
optimiert werden. Insbesondere lässt sich durch eine konkave Ausgestaltung des Tauchrohrs
das Volumen des Reservoirvolumens im Verhältnis zum Volumen des Tauchrohrs vergrößern,
so dass das Reservoirvolumen mehr Raum zum Vorhalten von Sperrwasser bietet.
[0016] Von der Mitte des Gehäusegrundes kann sich ein Dorn in das Tauchrohr, vorzugsweise
nur in den geweiteten Abschnitt des Tauchrohrs, das heißt nicht darüber hinaus, erstrecken.
Auf diese Weise kann einer Bildung von Mulden am Gehäusegrund, welche die Strömungsverhältnisse
beeinträchtigen können, vorgebeugt werden. Darüber hinaus wird die Gefahr von Ablagerungen
in dem Stauraum von ablaufendem Wasser in der Mitte des Gehäusegrundes vermindert.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Ablaufarmatur ist der Strömungsquerschnitt
zwischen der dem Gehäusegrund zugewandten Stirnseite des Tauchrohrs und dem Gehäusegrund
und/oder zwischen der dem Gehäusegrund zugewandten Stirnseite des Tauchrohrs und der
das Reservoirvolumen radial auswärtig begrenzenden Gehäusewand am kleinsten und vergrößert
sich unmittelbar danach. Mit anderen Worten ist innerhalb des zuvor definierten Strömungskanals,
der vom Innern des Tauchrohrs bis zum Beginn des Stutzenanschlussabschnitts führt,
der Strömungsquerschnitt kleiner als an jeder anderen Stelle des Strömungskanals.
Ferner ist es bevorzugt, dass der Strömungsquerschnitt im Bereich der partiellen Vertiefung
am größten ist. Der größte Strömungsquerschnitt kann gegenüber dem kleinsten Strömungsquerschnitt
um mehr als 10%, insbesondere um mehr als 20%, erweitert sein. Auf diese Weise werden
besonders günstige Strömungsverhältnisse des Wassers in dem Strömungskanal bewirkt.
Weiterhin wirkt sich eine derartige Ausgestaltung vorteilhaft auf die Ausbildung eines
Luftkanals zum "Kurzschließen" des Ablaufraums mit dem Leitungssystem im Falle einer
Druckdifferenz, welche nicht nur kurzzeitig anhält, aus.
[0018] Das Reservoirvolumen kann beispielsweise als Ringraum, insbesondere Torus, ausgebildet
sein. Es sind aber auch andere die gleiche Funktion erfüllende, geometrische Formen
des Reservoirvolumens möglich.
[0019] Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die erfindungsgemäße Ablaufarmatur mit Geruchverschluss
auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu wird einerseits auf die dem unabhängigen
Patentanspruch nachgeordneten abhängigen Patentansprüche und andererseits auf die
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung verwiesen.
In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel der Ablaufarmatur mit Geruchverschluss gemäß der vorliegenden
Erfindung in einer isometrischen Querschnittsansicht und
- Fig. 2a-d
- eine Beschreibung der Funktionsweise des Geruchverschlusses gemäß der vorliegenden
Erfindung an Hand schematischer Querschnittsansichten.
[0020] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Ablaufarmatur 2 mit Geruchverschluss gemäß
der vorliegenden Erfindung. In einem Gehäuse 4 ist ein in diesem Beispiel kreisförmiger
Ablauf 6 eingearbeitet. In den Ablauf 6 kann ein randgestütztes Sieb bzw. ein randgestützter
Filter (nicht dargestellt) aufgelegt werden, um das Eindringen von Festkörpern in
die Gehäusekammer 4a zu verhindern.
[0021] Im Bereich des Ablaufs 6 ist an dem Gehäuse 4 ein Tauchrohr 8 befestigt, welches
sich in die Gehäusekammer 4a bis kurz vor dem Gehäusegrund 10 erstreckt und somit
von diesem beabstandet ist. Das Tauchrohr 8 weist in diesem Beispiel eine konkave
Wölbung auf, wodurch das Strömungsverhalten eines durch die Ablaufarmatur 2 ablaufenden
Fluids, beispielsweise Wasser, günstig beeinflusst und das Volumen des Tauchrohrs
8 verringert werden kann.
[0022] Mittig am Gehäusegrund 10 ist ein etwa kegelförmiger Dorn 12 angeordnet, welcher
sich über die Ebene der unteren Stirnseite des Tauchrohrs 8 in Richtung des Ablaufs
6 in das Tauchrohr 8 erstreckt. Der Dorn 12 verhindert vorteilhafter Weise die Bildung
von Mulden am Gehäusegrund 10, welche das Strömungsverhalten negativ beeinflussen
und in welchen sich Ablagerungen absetzen können.
[0023] Zwischen dem Tauchrohr 8 und dem Gehäuse 4 ist ein Reservoirvolumen in diesem Beispiel
als Ringraum 14 ausgebildet. Der Ringraum 14 weist an einer Stelle einen Stutzenanschlussabschnitt
16a und einen Stutzen 16 für den Anschluss der Ablaufarmatur 2 an ein Leitungssystem
(nicht gezeigt), beispielsweise ein Betriebswasser- oder Grauwasserleitungssystem,
auf. Damit ablaufendes Wasser von dem Ringraum 14 in den Stutzen 16 abfließen kann,
muss es eine an dem Gehäuse 4 vorgesehene Barriere 18 überwinden, welche von dem Gehäuse
4 gebildet wird und sich in diesem Beispiel bis knapp unterhalb der Höhe des Ablaufs
6 erstreckt. Der Ringraum 14 weist in diesem Beispiel einen knapp unterhalb der Stutzenbarriere
18 angeordneten radial auswärtig erweiterten Abschnitt 21 auf, um im Ringraum 14 ein
zusätzliches Volumen zur Aufnahme von Sperrwasser (nicht gezeigt) zu schaffen.
[0024] Im Stutzenanschlussabschnitt 16a befindet sich etwas unterhalb der Barrierehöhe eine
in diesem Beispiel partielle, radial auswärtige Vertiefung 20, welche als Konstruktionselement
fungiert. Durch die partielle Vertiefung 20 wird der Strömungsquerschnitt des vom
Inneren des Tauchrohrs 8 zum Stutzenanschlussabschnitt 16a führenden Strömungskanals
modifiziert. Durch die partielle Vertiefung 20 ist es möglich, im Fall eines Unterdrucks
im angeschlossenen Leitungssystem die Strömung vom am Ablauf 6 eingesogener Luft so
zu kanalisieren, dass ein großer Teil des Sperrwassers (nicht dargestellt) im Ringraum
14 nicht abgesogen wird. Vielmehr kann ein Teil des Sperrwassers während der Druckstörung
im Ringraum 14 vorgehalten werden. Nach dem Nachlassen der Druckstörung kann das so
vorgehaltene Sperrwasser in das Tauchrohr 8 zurückfließen und den für den Geruchverschluss
erforderlichen Sperrwasserpegel wiederherstellen.
[0025] Fig. 2a zeigt in einer schematischen Querschnittsansicht die Ablaufarmatur 2 aus
Fig. 1. In diesem Beispiel sind das Tauchrohr 8 und der Ringraum 14, soweit möglich
(vgl. rechter Abschnitt des Gehäuses 4), bis zur maximalen Höhe 22 der Stutzenbarriere
18 am Stutzenanschlussabschnitt 16a mit Sperrwasser (schraffierter Bereich) gefüllt.
Würde Wasser durch den Ablauf 6 nachfließen, würde es durch das Tauchrohr 8 und den
Ringraum 14 über die Stutzenbarriere 18 und den Stutzen 16 in ein angeschlossenes
Leitungssystem abgeführt. In dem in Fig. 2a dargestellten Normalzustand herrschen
sowohl in dem Ablaufraum über dem Ablauf 6 als auch in dem Leitungssystem, mit dem
die Ablaufarmatur 2 über den Stutzen 16 verbunden ist, gleiche Drücke p
1 und p
2. Das Sperrwasser verhindert somit zuverlässig das Eindringen von Gasen aus dem Leitungssystem
in den Ablaufraum.
[0026] Entsteht jetzt - wie in Fig. 2b angedeutet - im Leitungssystem ein Unterdruck, ist
also p
1 kleiner als p
2, wird ein Teil des den Geruchverschluss bewirkenden Sperrwassers über die Stutzenbarriere
18 abgesogen (durchgezogener Pfeil 24). Das Sperrwasser wird dabei aus dem Tauchrohr
8 in den Ringraum 14 nachgeführt (durchgezogene Pfeile 26), wodurch der Sperrwasserpegel
im Tauchrohr 8 sinkt. Solange der Sperrwasserpegel im Tauchrohr 8 noch nicht das Niveau
28 der unteren Stirnseite des Tauchrohrs 8 erreicht hat, ist der Geruchverschluss
nicht beeinträchtigt. Bleibt der Druckunterschied (p
2 > p
1) jedoch bestehen, besteht die Gefahr, dass der Sperrwasserpegel die Minimalhöhe 28
im Tauchrohr 8 unterschreitet, das Sperrwasser fast vollständig über den Stutzen 16
abgesogen wird, und somit der Geruchverschluss nach dem Abklingen des Druckunterschieds
mittels des Sperrwassers nicht wieder hergestellt werden kann, ohne Wasser von außen
nachzuführen.
[0027] In Fig. 2c ist gezeigt, wie ein vollständiges Absaugen des Sperrwassers aus dem Ringraum
14 über die Stutzenbarriere 18 in das Leitungssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
verhindert wird. Durch die partielle Vertiefung 20 im Stutzenanschlussabschnitt 16a
am Ringraum 14 wird das Strömungsverhalten der von dem Ablauf 6 angesaugten Luft (gestrichelte
Pfeile 30) so kanalisiert, dass nur ein geringer Teil des im Ringraum 14 vorgehaltenen
Sperrwassers verloren geht. Die angesaugte Luft wird unter Bildung eines Luftkanals
32 in dem Sperrwasser dem Leitungssystem über den Stutzen 16 zugeführt. Die hier gezeigten
Strömungsverhältnisse sind als schematisch bzw. beispielhaft zu verstehen, und können
je nach Ausgestaltung des Konstruktionselements, welches den Strömungsquerschnitt
des vom Inneren des Tauchrohrs 8 zum Stutzenanschlussabschnitt 16a führenden Strömungskanals
modifiziert, eine abweichende Form annehmen. Solange die Druckdifferenz p
2 > p
1 andauert, ist trotz des Luftkanals 32 der Geruchverschluss der Ablaufarmatur 2 sichergestellt,
denn die Strömungsrichtung der Luft verhindert, dass Gase aus dem Leitungssystem durch
die Ablaufarmatur 2 in den Ablaufraum gelangen.
[0028] Fig. 2d zeigt abschließend den Zustand der Ablaufarmatur 2 nach dem Ausgleich der
Drücke p
2 und p
1. Das in dem Ringraum 14 - insbesondere vorteilhafter Weise in dem radial auswärtig
erweiterten Abschnitt 21 als zusätzliches Sperrwasseraufnahmevolumen - vorgehaltene
Sperrwasser kann nun in das Tauchrohr 8 zurückfließen (durchgezogener Pfeil 34), bis
die Sperrwasserpegel in dem Tauchrohr 8 und in dem Ringraum 14 in etwa auf gleicher
Höhe 36 liegen. Die Volumina des Tauchrohrs 8 - durch die Ausbildung einer konkaven
Wölbung - sowie des Ringraums 14 - unter Berücksichtigung der partiellen Vertiefung
20 sowie des radial auswärtig erweiterten Abschnitts 21 - sind in diesem Beispiel
so aneinander angepasst, dass der Sperrwasserpegel in dem Ringraum 14 von dem Niveau
22 der Stutzenbarriere 18 bis auf das gezeigte nächst tiefere Niveau 36 absinkt. Vorzugsweise
ist das nächst tiefere Niveau 36 vom Gehäusegrund 10 in vertikaler Richtung 38 um
etwa 30 mm, insbesondere 32 mm, beabstandet. Auf diese Weise kann eine Ablaufarmatur
2 mit zuverlässigem Geruchverschluss auch mit geringer Bauhöhe umgesetzt werden.
1. Ablaufarmatur (2) mit Geruchverschluss, mit einem einen Ablauf (6) aufweisenden Gehäuse
(4), welches eine Gehäusekammer (4a) bildet, und mit einem sich in die Gehäusekammer
(4a) erstreckenden Tauchrohr (8), welches vom Gehäusegrund (10) beabstandet ist und
mit dem Gehäuse (4) ein Reservoirvolumen (14) begrenzt, wobei von dem Reservoirvolumen
(14) ein Stutzen (16) für den Anschluss an ein Leitungssystem ausgeht, wobei im Gehäuse
(4) ein das Reservoirvolumen (14) mit dem Inneren des Stutzens (16) verbindender Stutzenanschlussabschnitt
(16a) vorgesehen ist, und wobei der Geruchverschluss mittels in dem Tauchrohr (8)
und in dem Reservoirvolumen (14) vorgehaltenem Sperrwasser bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Konstruktionselement vorgesehen ist, welches derart ausgebildet ist, dass es
eine Änderung des Strömungsverhaltens in einem vom Inneren des Tauchrohrs (8) zum
Stutzenanschlussabschnitt (16a) führenden Strömungskanal bewirkt.
2. Ablaufarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Konstruktionselement derart ausgebildet ist, dass es eine Änderung des Strömungsquerschnitts,
insbesondere eine partielle Erweiterung des Strömungsquerschnitts, im Strömungskanal
bewirkt, wobei das Konstruktionselement vorzugsweise durch eine partielle, radial
auswärtige Vertiefung (20) im Stutzenanschlussabschnitt (16a) gebildet ist.
3. Ablaufarmatur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Stutzenanschlussabschnitt (16a) eine das Sperrwasser im Reservoirvolumen (14)
zurückhaltende Stutzenbarriere (18) angeordnet ist und der vertikale Abstand zwischen
dem Gehäusegrund (10) und der Stutzenbarriere (18) insbesondere zwischen 30 mm und
50 mm liegt.
4. Ablaufarmatur nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die partielle Vertiefung (20) sich etwa bis zur Höhe der Stutzenbarriere (18) erstreckt.
5. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoirvolumen (14) etwa auf Höhe der Stutzenbarriere (18) und/oder der Vertiefung
(20) einen radial auswärtig erweiterten Abschnitt (21) aufweist.
6. Ablaufarmatur nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stutzenanschlussabschnitt (16a) den erweiterten Abschnitt (21) mit dem Inneren
des Stutzens (16) verbindet.
7. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Konstruktionselement derart ausgebildet ist, dass ein durch Druckschwankungen
in einem an die Ablaufarmatur (2) angeschlossenen Leitungssystem bedingtes vollständiges
Absaugen des Sperrwassers aus dem Reservoirvolumen (14) verhindert wird.
8. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchrohr (8) sich innen und/oder außen zum Gehäusegrund (10) hin weitet und
insbesondere eine konkave Wölbung aufweist.
9. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich von der Mitte des Gehäusegrundes (10) ein Dorn (12) in das Tauchrohr (8), vorzugsweise
nur in den geweiteten Abschnitt des Tauchrohrs (8), erstreckt.
10. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsquerschnitt zwischen der dem Gehäusegrund (10) zugewandten Stirnseite
des Tauchrohrs (8) und dem Gehäusegrund (10) und/oder zwischen der dem Gehäusegrund
(10) zugewandten Stirnseite des Tauchrohrs (8) und der das Reservoirvolumen (14) radial
auswärtig begrenzenden Gehäusewand am kleinsten ist und sich unmittelbar danach vergrößert.
11. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungsquerschnitt im Bereich der partiellen Vertiefung (20) am größten ist.
12. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der größte Strömungsquerschnitt gegenüber dem kleinsten Strömungsquerschnitt um mehr
als 10%, insbesondere um mehr als 20%, erweitert ist.
13. Ablaufarmatur nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoirvolumen (14) als Ringraum ausgebildet ist.