[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kältegerät, insbesondere Haushaltskältegerät,
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Ein solches Kältegerät ist aus der Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2004 021 113 U1 bekannt. Dieses bekannte Kältegerät besitzt einen Verdichter, einen mit einem Ausgang
des Verdichters verbundenen Hochdruckbereich und einen mit einem Eingang des Verdichters
verbundenen Niederdruckbereich und einen Auffangbehälter für aus einem Innenraum austretendes
Tauwasser, wobei in den Hochdruckbereich ein an den Auffangbehälter thermisch gekoppelter
Wärmetauscher eingegliedert ist. Der Wärmetauscher umfasst eine von einem Kältemittel
durchströmte Rohrleitung, die entweder in den Auffangbehälter eintauchend angeordnet
ist oder in eine Seitenwandung des Auffangbehälters integriert ist.
[0003] Mit dieser Anordnung soll erreicht werden, dass bei modernen Kältegeräten mit hochwertiger
Isolation trotz der geringen Abwärme des Verdichters das Tauwasser mit einer Rate
verdunstet, mit der es aus dem Innenraum des Kältegeräts nachfließt. Damit soll verhindert
werden, dass eine zusätzliche Heizung am Auffangbehälter zum Verdunsten benötigt wird,
was den Energiebedarfs des Geräts erhöhen würde.
[0004] Bei diesem bekannten Kältegerät besteht jedoch der Nachteil, dass die Verdunstungsrate
immer noch zu niedrig ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Kältegerät mit Tauwasserbehälter zu schaffen,
bei dem die Verdampfung des Tauwassers noch effizienter gewährleistet ist.
[0006] Die Aufgabe wird mit einem Kältegerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die
Erfindung basiert auf der Einsicht, dass die Verdunstungskälte des Abtauwassers im
Tauwasserbehälter die Verflüssigertemperatur absenkt. Die Erfindung hat den überraschenden
Effekt, dass dadurch nicht nur keine zusätzliche Energie zugeführt werden muss, um
Tauwasser zu verdampfen, sondern sogar der Energieverbrauch des Kältegeräts reduziert
wird.
[0007] Zusätzlich reduziert der Auffangbehälter, d.h. Tauwasserbehälter, überraschend auch
dann den Energieverbrauch, wenn der Tauwasserbehälter leer ist, weil beispielsweise
das Tauwasser bzw. Kondenswasser bereits ganz verdampft wurde. Dies ist dadurch gewährleistet,
dass die gute Wärmeleitfähigkeit des Auffangbehälters dazu führt, dass vom trockenen
Auffangbehälter Wärme abgestrahlt wird. Unter einer guten Wärmeleitfähigkeit des Auffangbehälters
wird im Rahmen dieser Erfindung eine Wärmeleitfähigkeit von
1 bis 200 W/mK, insbesondere von 10 bis 100 W/mK verstanden.
[0008] Die Führung des Rohrabschnitts der Verflüssigerrohrs innerhalb mindestens einer Wandung
des Tauwasserbehälters schützt den Rohrabschnitt vor Korrosion.
[0009] Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzeln oder in Kombination miteinander
eingesetzt werden können, sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Zweckmäßigerweise ist das wärmeleitende Material des Tauwasserbehälters, der auch
als Verdunstungsbehälter bezeichnet werden kann, aus der Gruppe bestehend aus Aluminium,
Al-Mg-Legierung, Graphit und hoch wärmeleitenden Kunststoffen ausgewählt. Selbstverständlich
sind aber auch alle anderen Materialen hoher Wärmeleitung für die Ausbildung der Wandungen
des Tauwasserbehälters geeignet, die auch hinsichtlich Korrosion und Wärmeausdehnungskoeffizient
eine lange Lebensdauer des Tauwasserbehälters gewährleisten.
[0011] Bei Einsatz von hoch wärmeleitendem Kunststoff ist dieser vorzugsweise aus der Gruppe
der mit Füllstoffen, wie z.B. Graphitpulver, Metallpulver, insbesondere hier Aluminium
und Kupfer oder ausgerichteten Kohlefasern versehenen Kunststoffen, wie z.B. Polypropylen,
Polystyrol oder Polyäthylen. Derart hochwärmeleitende Kunststoffe sind z.B. unter
dem Handelsnamen CooIPoly der Fa. Intratron oder unter dem Handelsnamen "Omegabond
(
www.omega.de) bekannt. Bei kohlefaserverstärktem Kunststoff übernehmen hauptsächlich die in Kunststoff
eingebetteten Kohlefasern die Wärmeleitung.
[0012] Vorteilhafterweise ist der Rohrabschnitt durch zumindest eine Seitenwandung und/oder
eine Bodenwandung des Verdunstungsbehälters geführt. Dies erhöht noch die Effizienz,
mit der die Verdunstungskälte des Tauwassers ein Kältemittel im Verflüssigerrohr abkühlt.
Durch die Anordnung des Rohrabschnitts in der Bodenwandung wird selbst dann, wenn
nur noch sehr wenig Tauwasser im Tauwasserbehälter vorhanden ist, eine hohe Wärmeübertragungsrate
vom Rohrabschnitt zum Tauwasser gewährleistet, da sich das Tauwasser unmittelbar über
der Bodenwandung befindet. Durch eine Kombination mit einer Führung des Rohrabschnitts
in Seitenwandungen des Tauwasserbehälters ist die Wärmeübertragung noch zusätzlich
erhöht.
[0013] Bevorzugt ist der Rohrabschnitt in der zumindest einen Wandung mäanderartig geführt.
Dies erhöht die Gesamtstrecke, die der Rohrabschnitt in dem Tauwasserbehälter zurücklegt
und somit auch die Wärmeübertragung. Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist so
besonders hoch.
[0014] Vorzugsweise ist die Wandungsdicke des Behälters zumindest stellenweise größer als
0,3 mm, insbesondere größer als 0,5 mm, bevorzugt zwischen 0,3 und 5 mm, besonders
bevorzugt zwischen 2 und 3 mm. Diese große Dicke bewirkt eine hohe Wärmekapazität
der Wandungen, wodurch dem Kältemittel besonders viel Wärme entzogen werden kann.
Dies ist insbesondere auch dann der Fall, wenn der Tauwasserbehälter nach dem Verdampfen
des Tauwassers trocken ist.
[0015] Zweckmäßigerweise ist der Rohrabschnitt in den Wandungen eingegossen, umspritzt,
eingepresst oder eingeklebt. Somit wird eine besonders innige Verbindung des Rohrabschnitts
mit den Wandungen erzielt. Dies hat eine besonders gute Wärmeübertragung zur Folge.
[0016] Vorteilhafterweise ist in der Nähe des Tauwasserbehälters eine Zwangsbelüftung, wie
beispielsweise durch einen Ventilator, vorgesehen, die bewirkt, dass ein Luftstrom
über den Tauwasserbehälter bewegt wird. Dies steigert die Verdunstungsrate des Tauwassers
und erhöht somit die Verdunstungskälte durch das verdunstende Tauwasser. Auch bei
trockenem Tauwasserbehälter wird durch Entfernen von warmer Luft in unmittelbarer
Umgebung des Tauwasserbehälters ein besonders effizientes Abkühlen des Kältemittels
im Verflüssigerrohr erzielt. Dies ist insbesondere aufgrund der Kombination mit der
guten Wärmeleitfähigkeit des Materials der Wandungen der Fall. Der Einsatz einer Zwangsbelüftung
ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das Kältegerät ohnehin über einen Außenventilator
verfügt, so dass zum Betreiben der Zwangsbelüftung kein zusätzlicher Energieverbrauch
anfällt.
[0017] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung und der beigefügten Zeichnung, in der eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung veranschaulicht ist.
[0018] Fig. 1 zeigt einen schematischen Schnitt durch einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen
Kältegeräts mit Verdunstungsbehälter.
[0019] Das erfindungsgemäße Kältegerät 1 gemäß einem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel
umfasst gekühlten Innenraum 2, der von einem wärmeisolierenden Gehäuse 3 umgeben ist.
Zum Auffangen sich bildenden Tauwassers 4 ist eine Auffangrille 5 ausgebildet, von
der eine am tiefstem Punkt der Auffangrille 5 angeschlossene Abtauwasserleitung 6
aus dem Innenraum 2 durch eine Gehäusebodenwandung 7 des Gehäuses 3 nach außen führt.
Das durch die Abtauwasserleitung 6 geführte Tauwasser wird in einen erfindungsgemäßen
Tauwasserbehälter 8 geleitet. Der Tauwasserbehälter 8 befindet sich in diesem Ausführungsbeispiel
in einem Sockelbereich 9 unterhalb des Gehäuses 3, kann jedoch je nach Bauweise des
Kältegeräts 1 auch an jeder anderen geeigneten Stelle außerhalb des Innenraums 2 angeordnet
sein. Der Tauwasserbehälter 8 ist aus gut wärmeleitendem Aluminium aufgebaut und besitzt
eine Bodenwandung 10 und Seitenwandungen 11, die eine Wandungsdicke von 3 mm besitzen.
Statt des Aluminiums sind andere gut wärmeleitende Metalle oder Legierungen, wie Al-Mg-Legierungen
als gut wärmeleitfähiges Material für den Tauwasserbehälter denkbar. Auch gut wärmeleitende
Kunststoffe, wie kohlefaserverstärkte Kunststoffe, oder Graphit sind bevorzugte Materialen
für den Tauwasserbehälter 8.
[0020] Das Kältegerät 1 besitzt Verflüssigerrohre 12, die in diesem Ausführungsbeispiel
in einem Maschinenraum 13 unterhalb des Innenraums 2 angeordnet sind. Sie können jedoch
auch herkömmlich an einer Rückseite des Kältegeräts 1 verlaufend angeordnet sein.
Ein Rohrabschnitt 14 als Teilabschnitt der Verflüssigerrohre 12 verläuft durch Wandungen
des Tauwasserbehälter 8. Wie schematisch angedeutet, ist der Rohrabschnitt 14 zumindest
teilweise in den Seitenwandungen 11 und der Bodenwandung 10 des Tauwasserbehälters
8 geführt. Der Rohrabschnitt 14 verläuft nicht durch das Tauwasser, sondern ist von
den restlichen Verflüssigerrohren 12 kommend in eine Seitenwandung 11 geführt und
nach mäanderartigem Verlaufen durch die Bodenwandung 10 aus einer weiteren Seitenwandung
11 herausgeführt und gelangt wieder zu den restlichen Verflüssigerrohren 12.
[0021] In diesem Ausführungsbeispiel sind die Verflüssigerrohre 12 platzsparend im Maschinenraum
13 angeordnet und besitzen daher nur eine geringe Gesamtlänge. Daher ist eine Zwangsbelüftung
15 in unmittelbarerer Nähe der Verflüssigerrohe 12 angeordnet, die für eine verstärkte
Luftbewegung und somit zu einem Abführen von durch die Verflüssigerrohre 12 mit ihrem
warmen Kältemittel erwärmter Luft führt. Die Luft wird durch einen Kühlluftkanal im
Sockelbereich 9 von einem Bereich vor dem Kältegerät 1 durch Lüftungsschlitze 16 angesaugt
und durch einen Abluftkanal 17 aus dem Sockelbereich herausgeführt. Die herausgeführte
erwärmte Abluft ist mit Pfeilen 18 verdeutlicht.
[0022] Kühlluftkanal und Abluftkanal 17 verlaufen nebeneinander parallel, so dass in der
Fig. 1 nur der Abluftkanal 17 dargestellt ist. Da in diesem Ausführungsbeispiel bereits
ein Ventilator vorgesehen ist, führt dessen Nutzung zur verstärkten Verdunstung des
Tauwassers im Tauwasserbehälter nicht zu einem erhöhten Energieverbrauch. Im Gegenteil
wird durch die verstärkte Verdunstung des Tauwassers eine stärkere Verdunstungskälte
erzielt, wodurch das Kältemittel in den Verflüssigerrohren 12 stärker abgekühlt wird
und somit ein geringerer Energieverbrauch erzielt wird.
[0023] Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung offenbarten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
[0024] Die folgende Bezugszeichenliste ist zur besseren Übersicht der in der Figur dargestellten
Bezugszeichen mit ihrer Bedeutung aufgelistet. Dabei sind die Bezeichnungen nicht
einschränkend zu sein, sondern für das Ausführungsbeispiel beispielhaft.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Kältegerät
- 2
- Innenraum
- 3
- Gehäuse
- 4
- Tauwasser
- 5
- Auffangrille
- 6
- Abtauwasserleitung
- 7
- Gehäusebodenwandung
- 8
- Tauwasserbehälter
- 9
- Sockelbereich
- 10
- Bodenwandung
- 11
- Seitenwandung
- 12
- Verflüssigerrohr
- 13
- Maschinenraum
- 14
- Rohrabschnitt
- 15
- Zwangsbelüftung
- 16
- Lüftungsschlitz
- 17
- Abluftkanal
- 18
- Abluft
1. Kältegerät (1), insbesondere Haushaltskältegerät, mit wenigstens einem Innenraum (2),
der durch einen Verdampfer gekühlt wird, mit einem Verflüssigerrohr (12) außerhalb
eines Gehäuses (3) des Kältegeräts (1) und einem Tauwasserbehälter (8), in den Tauwasser
(4) aus dem gekühlten Innenraum (2) eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rohrabschnitt (14) des Verflüssigerrohrs (12) zumindest in wärmeleitendem Kontakt
mit einer Wandung (10, 11) des Tauwasserbehälters (8) geführt ist und der Tauwasserbehälter
(8) ein gut wärmeleitendes Material umfasst.
2. Kältegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gut wärmeleitende Material aus einer Gruppe bestehend aus Aluminium, Al-Mg-Legierung,
Graphit und hoch wärmeleitenden Kunststoffen ausgewählt ist.
3. Kältegerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das gut wärmeleitende Material aus der Gruppe der Kunststoffe, insbes. der mit wärmeleitenden
Füllstoffen versehenen Kunststoffen ausgewählt ist.
4. Kältegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Tauwasserbehälter (8) den Rohrabschnitt (14) an seiner äußeren Oberfläche zumindest
weitgehend in wärmeleitendem Kontakt umgibt.
5. Kältegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrabschnitt (14) zumindest weitgehend über seine Länge in zumindest eine Wandung
(10, 11) des Tauwasserbehälters (8) eingebettet ist.
6. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrabschnitt (14) zumindest weitgehend über seine Länge durch zumindest eine
Seitenwandung (11) und/oder eine Bodenwandung (10) des Tauwasserbehälters (8) in wärmeleitendem
Kontakt mit diesen Wandungen geführt ist.
7. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrabschnitt (14) mäanderartig in der zumindest einen Wandung (10, 11) geführt
ist.
8. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandungsdicke des Tauwasserbehälters (8) zumindest teilbereichsweise zwischen
0,3 und 5 mm liegt.
9. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrabschnitt (14) zumindest weitgehend über seine Länge in die zumindest eine
Wandung (10, 11) eingegossen, umspritzt, eingepresst oder eingeklebt ist.
10. Kältegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zwangsbelüftung (15) vorgesehen ist, die die Verdunstungsrate von Tauwasser
im Tauwasserbehälter (8) weiter steigert.