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EP 2 158 988 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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18.11.2015 Patentblatt 2015/47 |
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Anmeldetag: 25.08.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zur Herstellung von Gussteilen mit integrierten Bauteilen
Method for manufacturing castings with integrated components
Procédé de fabrication de pièces de fonte dotées de composants intégrés
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.03.2010 Patentblatt 2010/09 |
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Patentinhaber: Georg Fischer GmbH |
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04233 Leipzig (DE) |
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Erfinder: |
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- Pomplun, Norbert
07613 Silbitz (DE)
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Vertreter: De Colle, Piergiacomo et al |
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Georg Fischer AG
Amsler-Laffon-Strasse 9 8201 Schaffhausen 8201 Schaffhausen (CH) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 10 130 323 DE-A1- 19 649 919 DE-A1-102007 007 277 JP-A- 57 025 276 JP-A- 60 174 249 US-A- 3 876 091
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DE-A1- 10 342 582 DE-A1- 19 827 861 DE-C1- 19 504 949 JP-A- 60 024 263 JP-A- 2003 221 639
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- R. GONZALEZ, M.A. GARCIA, I. PENUELAS, M. CADENAS, MA. DEL ROCIO FERNANDEZ, A. HERNANDEZ
BATTEZ, D. FELGUEROSO: "Microstructural study of NiCrBSi coatings obtained by different
processes" WEAR, Nr. 263, 23. August 2007 (2007-08-23), Seiten 619-624, XP002502198
ISSN: 0043-1648
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich: auf ein Verfahren zur Herstellung eines Anbaurahmens
für schwere mechanisch angetriebene Maschinen mit einem integrierten, Lagerbolzen
als integriertes Bauteil durch Giessen, wobei, das integrierte Bauteil gleichzeitig
mit dem übrigen Gussteil gegossen wird.
[0002] Im Kraftfahrzeugbau, beispielsweise bei Baumaschinen, Bodenbearbeitungs- und Landbaumaschinen
werden schwere Arbeitsgeräte beweglich mit dem Antriebsfahrzeug verbunden. Als Verbindungselement
zwischen dem Arbeitsgerät und dem Antriebsfahrzeug wird ein so genannter Anbaurahmen
verwendet. Der Anbaurahmen weist mindestens einen Lagerbolzen auf, der quer zur Fahrtrichtung
des Antriebsfahrzeuges verlaufend angeordnet ist. Der Anbaurahmen mit den Lagerbolzen
dient zur beweglichen Verbindung des Arbeitsgerätes mit dem Antriebsfahrzeug. Der
Anbaurahmen kann elektrische, hydraulische und/oder pneumatische Leitungen aufnehmen.
[0003] Mittels des Anbaurahmens können verschiedenartige Arbeitsgeräte austauschbar mit
dem Antriebsfahrzeug verbunden werden. Der oder die Lagerbolzen dienen zur Lagerung
des Arbeitsgerätes. Der Lagerbolzen überträgt die Kräfte von dem Antriebsfahrzeug
zum Arbeitsgerät. Das Arbeitsgerät ist beweglich um eine quer zur Fahrtrichtung des
Antriebsfahrzeuges verlaufende Achse durch die oder den Lagerbolzen angeordnet. An
den Lagerbolzen werden höchste Ansprüche bezüglich Belastbarkeit, Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit
usw. gestellt.
[0004] Die japanische Schrift
JP 57025276A offenbart ein Verfahren zur Herstellung einer Pressform, wobei durch gleichzeitiges
Giessen zweier unterschiedlicher Metallschmelzen die Pressform hergestellt wird. Nach
dem Giessen erfolgt eine Oberflächenhärtung.
[0005] Weiterhin ist in der
JP 2003 221 639 ein simultanes Giessen eines Verbundgussteiles bestehend aus einem Abgaskrümmer und
einem Turbinengehäuse beschrieben, wobei beide Teile aus Gusseisen mit Kugelgraphit
mit jeweils unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung gegossen werden.
[0006] In der Offenlegungsschrift
DE 101 30 323 A1 - welche jedoch eine komplett gattunasfremde Papiermaschine betrifft-werden Verschleisskörper
bzw. Leisten mit einem verschleissarmen Schicht beschichtet.
[0007] Aus der
US 3 876 091 ist ein Anbaurahmen zur Verbindung von Arbeitsgeräten mit einem Antriebsfahrzeug
bekannt. Der Anbaurahmen besteht aus einem oberen und einem unteren Querbalken und
zwei Seitenbalken, die zu einem Rahmen zusammengeschweisst sind. In den Seitenbalken
sind wiederum Lagerblöcke eingeschweisst zur Aufnahme von Lagerbolzen, die mit den
Armen des Antriebsfahrzeuges verbunden werden.
[0008] Die Herstellung des Anbaurahmens wäre kostengünstiger, wenn Herstellungsschritte
wie das Einschweissen oder die mechanische Verbindung durch Verschrauben oder Verstiften
des Lagerbolzens unterbleiben könnten. Die
DE 10 2007 007277 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Anbaurahmens für schwere, mechanisch
angetriebene Maschinen mit einem integrierten Lagerbalzen als integriertes Bauteil,
wobei dieses integrierte Bauteil gleichzeitig mit dem übrigen Bauteil gegossen wird.
[0009] Das Umgiessen des Lagerbolzens aus Stahlguss mit dem Gusseisenwerkstoff des Rahmens
hat sich in der Praxis jedoch als ungeeignet herausgestellt, weil beim Giessvorgang
zwischen dem Bolzen und dem Rahmen keine garantiert form- und kraftschlüssige Verbindung
hergestellt werden kann. Die relativ grosse Masse des Stahlbolzens leitet beim Umgiessen
die Wärme des Gusseisens zu schnell ab, so dass in dem relativ schmalen Verbindungsbereich
kein sicheres Einschweissen des Lagerbolzens gewährleistet werden kann. Ein loser
Einbau des Lagerbolzens mittels Sicherungsringen und -Stiften ist aufgrund des damit
verbundenen Aufwandes, insbesondere bei Montage und Wartung, nicht Erfolg versprechend.
[0010] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein möglichst
kostengünstiges Verfahren zur Herstellung eines Anbaurahmens für schwere mechanisch
engetriebene Maschinen anzugeben, wobei der Schweissvorgang bzw. die mechanische Verbindung
eingespart werden kann.
[0011] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Oberflächenbehandlung eine Oberflächenbeschichtung
mit einer Härte grösser als 50 HRC und die Oberflächenbehandlung eine Schichtdicke
von mindestens 0,1 mm umfasst.
[0012] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0013] Es ist von Vorteil, dass das Gussteil mit dem integrierten Bauteil eine möglichst
hohe Lebensdauer aufweist. Dies wird dadurch erreicht, dass das integrierte Bauteil
eine Uberflächenbehandlung eine Oberflächenhärtung mit einer Härte grösser als 50
HRC aufweist. Dies wird auch dadurch erreicht, dass die Oberflächenbehandlung eine
Oberflächenbeschichtung mit einer Härte grösser als 50 HRC aufweist. Im Bereich des
integrierten Bauteiles weist die härtere Schicht nach der Oberflächenbehandlung in
vorteilhafter Weise eine Dicke von mindestens 0,1 mm, vorzugsweise mindestens 0,3
mm auf.
Ausführungsbeispiel
[0014] Ein Anbaurahmen, der zwischen einer schweren Antriebsmaschine und einer Hebevorrichtung
eingebaut wird, wird aus einem Guss aus einer Gusseisenlegierung mit Kugelgraphit
gegossen. Der oder die Lagerbolzen wird/werden gleichzeitig mit den übrigen Bereichen
des Anbaurahmens gegossen. Der Giessvorgang wird als Formguss in eine Form aus einem
wieder verwendbaren Material, beispielsweise einer Sandform, durchgeführt. Das fertige
Gussteil weist ein Gewicht von einigen hundert Kilogramm auf. Nach dem Giessen, dem
Auspacken und dem Reinigen wird der Anbaurahmen im Bereich des Lagerbolzens, der einen
Durchmesser von beispielsweise 60 mm aufweist, mit einer metallischen Verschleissschicht
beschichtet.
[0015] Die Beschichtung erfolgt in einem Lichtbogen-Metallspritzverfahren oder in einem
Hochgeschwindigkeitsflammspritzverfahren (HVOF = High Velocity Oxygen Fuel). Die Beschichtung
im Hochgeschwindigkeitsflammspritzverfahren zeichnet sich aus durch eine hohe Aufprallgeschwindigkeit
der Beschichtungspartikel bei einem möglichst niedrigen Energieeintrag. Die Beschichtungspartikel
werden in einem Brenner aufgewärmt und im Abgasstrom beschleunigt. Der Abstand zwischen
dem Brenner und dem zu beschichtenden Bauteil sowie die punktuelle Verweildauer des
Beschichtungsstrahles werden so gewählt, dass die Temperatur an der Oberfläche des
Gussteiles mit etwa 200 °C deutlich unterhalb der Gefügeumwandlungstemperatur bleibt.
Das unterliegende Substrat wird bei der Beschichtung metallurgisch nicht oder nur
geringfügig verändert.
[0016] Als Beschichtungswerkstoff wird ein Metallpulver verwendet, das zu 67 Gew.% aus Wolframkarbid
mit einer definierten Korngrössenverteilung und zu 33 Gew.% aus einer Chrom-Nickel-Bor-Silizium-Legierung
besteht. Die Schichtdicke der Beschichtung nach dem Flammspritzen beträgt mindestens
0,1 mm. Um Unebenheiten des Gussteiles auszugleichen und um bei der nachfolgenden
Bearbeitung genügend Materialreserve zu haben, wird vorzugsweise mindestens 0,3 mm
beschichtet.
[0017] Die Beschichtung weist gute dielektrische und somit gute Antikorrosionseigenschaften
auf. Durch die definierte Korngrössenverteilung des Wolframkarbids wird eine sehr
kompakte und undurchlässige Schicht erzeugt. Die Oberflächenhärte der Beschichtung
des Lagerbolzens beträgt mindestens 50 HRC, vorzugsweise 60 HRC. Belastungsversuche
des so behandelten Anbaurahmens zeigen eine Haftfestigkeit der Schicht von mindestens
50 MPa. Die Korrosionsbeständigkeit wurde in einem 240 Stunden dauernden Salzsprühnebel
getestet. Die Beständigkeit ist gut bis sehr gut und die beschichtete Oberfläche zeigt
keine Rosterscheinungen, keine Unterkorrosion oder Schalenbildung.
[0018] Mit dem hier beschriebenen Verfahren kann ein hochbelastbarer Anbaurahmen mit einer
hohen Lebensdauer kostengünstig hergestellt werden. Es wird nur ein Gusswerkstoff
für den gesamten Anbaurahmen eingesetzt. Im Gussteil können Bauteile, die bereichsweise
einem grösseren Verschleiss ausgesetzt sind, integriert werden. Durch die Integration
des Lagerbolzens in dem Anbaurahmen werden Form- und Kraftschluss gewährleistet.
1. Verfahren zur Herstellung eines Anbaurahmens für schwere mechanisch angetriebene Maschinen
mit einem integrierten Lagerbolzen als integriertes Bauteil durch Giessen, wobei das
integrierte Bauteil gleichzeitig mit dem übrigen Gussteil gegossen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das integrierte Bauteil durch eine nach dem Giessen erfolgende Oberflächenbehandlung
bereichsweise eine höhere Oberflächenhärte als das übrige Bauteil aufweist und die
Oberflächenbehandlung eine Oberflächenbeschichtung mit einer Härte grösser 50 HRC
und eine Schichtdicke von mindestens 0,1 mm darstellt.
2. Verfahren zur Hertellung eines Anbaurahmens für schwere mechanisch angetriebene Maschinen
mit einem integrierten Lagerbolzen als integriertes Bauteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbehandlung mittels Hochgeschwindigkeitsflammspritzen (= HVOF) erzeugt
wird.
3. Verfahren zur Herstellung eines Anbaurahmens für schwere mechanisch angetriebene Maschinen
mit einem integrierten Lagerbolzen als integriertes Bauteil nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächenbehandlung mit einem Wolframkarbid enthaltenden Metallpulver mit der
Zusammensetzung WG-NiCrBSi 67-33 durchgeführt wird.
4. Verfahren zur Hertellung eines Anbaurahmens für schwere mechanisch angetriebene Maschenen
mit einem integrierten Lagerbolzen als integriertes Bauteil nach einem der Ansprüche
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gussteil mit dem integrierten Bauteil aus einer Gusseisenlegierung mit Kugelgraphit
hergestellt wird.
1. Method for manufacturing an installation frame for heavy mechanically driven machines
with an integrated mounting bolt as integrated component by casting, wherein the integrated
component is cast simultaneously with the rest of the casting,
characterized in that
by virtue of a surface treatment carried out after casting, the integrated component
has, in certain regions, a greater surface hardness than the remaining component and
the surface treatment is a surface coating with a hardness of greater than 50 HRC
and a thickness of at least 0.1 mm.
2. Method for manufacturing an installation frame for heavy mechanically driven machines
with an integrated mounting bolt as integrated component according to Claim 1, characterized in that the surface treatment is generated by means of high velocity oxygen fuel spraying
(= HVOF).
3. Method for manufacturing an installation frame for heavy mechanically driven machines
with an integrated mounting bolt as integrated component according to Claim 1 or 2,
characterized in that the surface treatment is carried out with a metal powder containing tungsten carbide
and having the composition WC-NiCrBSi 67-33.
4. Method for manufacturing an installation frame for heavy mechanically driven machines
with an integrated mounting bolt as integrated component according to one of Claims
1 to 3, characterized in that the casting with the integrated component is produced from a cast iron alloy with
spheroidal graphite.
1. Procédé de fabrication par coulée d'un bâti de montage pour lourdes machines entraînées
mécaniquement, présentant un goujon de palier intégré comme composant intégré, le
composant intégré étant coulé en même temps que le reste de la pièce coulée,
caractérisé en ce que
le composant intégré présente grâce à un traitement de surface réalisé après la coulée
certaines parties à dureté de surface plus élevée que le reste du composant, le traitement
de surface étant un revêtement de surface d'une dureté supérieure à 50 HRC dont l'épaisseur
est d'au moins 0,1 mm.
2. Procédé selon la revendication 1 de fabrication d'un bâti de montage pour lourdes
machines entraînées mécaniquement, présentant un goujon de palier intégré comme composant
intégré, caractérisé en ce que le traitement de surface est réalisé par pulvérisation à la flamme à haute vitesse
(= HVOF).
3. Procédé selon l'une des revendications 1 ou 2 de fabrication d'un bâti de montage
pour lourdes machines entraînées mécaniquement, présentant un goujon de palier intégré
comme composant intégré, caractérisé en ce que le traitement de surface est réalisé à l'aide d'une poudre métallique contenant du
carbure de tungstène, de composition WC-NiCrBSi 67-33.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3 de fabrication d'un bâti de montage pour
lourdes machines entraînées mécaniquement, présentant un goujon de palier intégré
comme composant intégré, caractérisé en ce que la pièce coulée et le composant intégré sont réalisés en un alliage de fonte de coulée
à graphite sphéroïdal.
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