[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Drehhemmungseinrichtung für ein Fahrzeug,
insbesondere ein Schienenfahrzeug, mit einem Fahrwerk als erster Fahrzeugkomponente
und einem darauf abgestützten Wagenkasten als zweiter Fahrzeugkomponente. Die Drehhemmungseinrichtung
umfasst einen Reibelementträger für ein erstes Reibelement, wobei der Reibelementträger
dazu ausgebildet ist, derart um eine Hochachse des Fahrzeugs drehfest mit dem Fahrwerk
oder dem Wagenkasten verbunden zu werden, dass der Wagenkasten über das erste Reibelement
auf dem Fahrwerk abgestützt ist. Der Wagenkasten ist hierbei relativ zu dem Fahrwerk
unter einer eine Drehung um die Hochachse hemmenden reibungsbehafteten Relativbewegung
zwischen dem ersten Reibelement und einem zweiten Reibelement drehbar.
[0002] Bei herkömmlichen Schienenfahrzeugen mit einem um eine Hochachse des Fahrzeugs drehbar
auf einem Fahrwerk abgestützten Wagenkasten ist es unter anderem bekannt, dem Ausdrehen
des Fahrwerks (um die Hochachse des Fahrzeugs) gegenüber dem Wagenkasten über eine
Drehhemmungseinrichtung, wie sie beispielsweise aus der
WO 93/01076 A1 bekannt ist, einen dämpfenden Widerstand entgegenzusetzen, um so einen stabilen Fahrzeuglauf
zu erzielen, insbesondere das Schlingern des Fahrwerks bei Geradeausfahrt in vorgegebenen
Grenzen zu halten. Die Drehachse für diese Ausdrehbewegung ist meist durch einen Drehzapfen
definiert, über den der Wagenkasten mit dem Fahrwerk verbunden ist.
[0003] Typischerweise wird dies über separate Dämpferelemente (so genannte Schlingerdämpfer)
und/oder eine so genannte Reibdrehhemmung zwischen dem Fahrwerk und dem Wagenkasten
realisiert. Bei der Reibdrehhemmung ist eine Reibpaarung zwischen einem an dem Fahrwerk
befestigten ersten Reibelement und einem zweiten Reibelement am Wagenkasten vorgesehen.
Bei dem Ausdrehen des Fahrwerks gegenüber dem Wagenkasten kommt es zu einer reibungsbehafteten
Relativbewegung zwischen dem ersten Reibelement und dem zweiten Reibelement, welche
dem Ausdrehen einen dämpfenden Widerstand entgegengesetzt und somit die Drehung hemmt.
[0004] Bei dem aus der
WO 93/01076 A1 bekannten Fahrzeug ist das erste Reibelement unmittelbar auf einer Wiege befestigt,
die über eine Sekundärfederung auf einem Fahrwerksrahmen sitzt, während das zweite
Reibelement unmittelbar an der Wagenkastenstruktur befestigt ist. Diese starre Anbindung
der Reibelemente an dem Fahrwerk bzw. dem Wagenkasten hat den Nachteil, dass es in
bestimmten Fahrsituationen zu einer ungleichmäßigen Kontaktkraft zwischen den Reibelementen
und damit zu einer unerwünschten ungleichmäßigen Bedämpfung der Ausdrehbewegung kommen
kann.
[0005] Aus der
EP 0 004 585 A1 ist eine gattungsgemäße Drehhemmungseinrichtung bekannt, bei welcher das erste Reibelement
auf einem Reibelementträger in Form einer entlang ihrer Längsrichtung bogenförmig
ausgebildeten Blattfeder sitzt. Die Blattfeder ist an einem Ende über ein (um die
Hochachse drehfestes) Drehgelenk mit dem Fahrwerk verbunden, während sie an ihrem
anderen Ende (in ihrer Längsrichtung) verschieblich in einer Führung am Fahrwerk sitzt.
Der zum Wagenkasten hin gewölbte Mittelteil der Blattfeder bildet das erste Reibelement,
sodass die Blattfeder beim Aufsetzen des Wagenkastens auf das Fahrwerk ausgelenkt
und damit vorgespannt wird. Demgemäß kann das erste Reibelement Relativbewegungen
zwischen dem Wagenkasten und dem Fahrwerk in Richtung der Hochachse folgen, sodass
auch in solchen Fällen noch eine gewisse Kontaktkraft zwischen den Reibelementen und
damit eine gewisse Bedämpfung der Ausdrehbewegung erzielt wird.
[0006] Ein Problem bei dieser gattungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung besteht jedoch zum
einen darin, dass sie vergleichsweise viel Bauraum beansprucht, da zur Erzeugung einer
hohen Kontaktkraft und damit eines hohen Reibmoments um die Hochachse (also einer
guten Dämpfung der Ausdrehbewegung) bei ausreichendem Federweg in Richtung der Hochachse
eine vergleichsweise lange Blattfeder erforderlich ist. Dies hat zur Folge, dass der
Abstand (quer zur Hochachse) zwischen der Drehachse der Ausdrehbewegung und den beiden
Reibelementen und damit auch das Reibmoment vergleichsweise klein ausfällt, da eine
derart lange Blattfeder aufgrund des im Bereich des Fahrwerks begrenzten Bauraumes
in Fahrzeuglängsrichtung üblicherweise nur mit in Querrichtung des Fahrzeugs ausgerichteter
Längsachse angeordnet werden kann.
[0007] Ein weiterer Nachteil der Drehhemmungseinrichtung aus der
EP 0 004 585 A1 liegt darin, dass die gelenkige Anbindung der Blattfeder im Hinblick auf die drehfeste
Anbindung um die Hochachse typischerweise ein gewisses Spiel aufweist, welches das
Einsetzen der Dämpfungswirkung bei einer Drehrichtungsumkehr der Ausdrehbewegung verzögert.
[0008] Ein weiterer Nachteil der Drehhemmungseinrichtung aus der
EP 0 004 585 A1 liegt schließlich darin, dass die Blattfeder im Normalbetrieb des Fahrzeugs (insbesondere
bei unterschiedlicher Beladung) einen Hub zwischen zwei Extremstellungen vollführt,
über den in der Regel eine vergleichsweise starke Variation der durch die Blattfeder
ausgeübten Kraft erfolgt, sodass die Bedämpfung der Ausdrehbewegung stark von der
tatsächlichen Beladung des Fahrzeugs abhängt. So kann bei hoher Beladung des Wagenkastens
ein unerwünscht starker Anstieg der Bedämpfung eintreten, welcher sich nachteilig
auf den Fahrkomfort auswirkt.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, eine Drehhemmungseinrichtung
der eingangs genannten Art zur Verfügung zu stellen, welche die oben genannten Nachteile
nicht oder zumindest in deutlich geringerem Maße aufweist und insbesondere bei einfacher
und kostengünstiger Herstellbarkeit unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen eine
dauerhafte, über den gesamten Bewegungsablauf möglichst gleichmäßige und hohe Dämpfung
der Ausdrehbewegung des Fahrwerks gegenüber dem Wagenkasten ermöglicht.
[0010] Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe ausgehend von einer Drehhemmungseinrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs
1 angegebenen Merkmale.
[0011] Der vorliegenden Erfindung liegt die technische Lehre zu Grunde, dass bei einfacher
und kostengünstiger Herstellbarkeit unter unterschiedlichen Betriebsbedingungen eine
dauerhafte, über den gesamten Bewegungsablauf möglichst gleichmäßige und hohe Dämpfung
der Ausdrehbewegung des Fahrwerks gegenüber dem Wagenkasten realisiert werden kann,
wenn eine Krafterzeugungseinrichtung mit einem Kontaktelement vorgesehen ist, das
auf den Reibelementträger einwirkt und so eine variable Kontaktkraft zwischen dem
ersten Reibelement und dem zweiten Reibelement erzeugt.
[0012] Durch die funktionale Trennung von Reibelementträger und Krafterzeugungseinrichtung
ist es zum einen möglich, das erste Reibelement im Hinblick auf eine Erzielung eines
hohen die Ausdrehbewegung dämpfenden Reibmoments an einer günstigen, weit von der
Drehachse der Ausdrehbewegung entfernten Position anzuordnen. Ein weiterer Vorteil
liegt darin, dass die Krafterzeugungseinrichtung in einfacher Weise für ihre primäre
Funktion der Kraftaufbringung optimiert werden kann, während der Reibelementträger
selbst wiederum einfach hinsichtlich seiner primären Funktion der möglichst spielfreien
Einleitung des dämpfenden Reibmoments in die mit ihm verbundene Fahrzeugkomponente
optimiert werden kann. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung liegt insbesondere darin,
dass die Krafterzeugungseinrichtung in einfacher Weise dahingehend gestaltet werden
kann, dass sie unabhängig von der Beladung des Fahrzeugs eine möglichst gleichmäßige
Kontaktkraft zwischen den Reibelementen bewirkt, sodass eine von der Beladung des
Fahrzeugs möglichst unabhängige Dämpfung der Ausdrehbewegung erzielt wird.
[0013] Gemäß einem Aspekt der Erfindung betrifft diese daher eine Drehhemmungseinrichtung
für ein Fahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug, mit einem Fahrwerk als erster
Fahrzeugkomponente und einem darauf abgestützten Wagenkasten als zweiter Fahrzeugkomponente,
umfassend einen Reibelementträger für ein erstes Reibelement. Der Reibelementträger
ist dazu ausgebildet, derart um eine Hochachse des Fahrzeugs drehfest mit dem Fahrwerk
oder dem Wagenkasten verbunden zu werden, dass der Wagenkasten über das erste Reibelement
auf dem Fahrwerk abgestützt ist, wobei der Wagenkasten relativ zu dem Fahrwerk unter
einer eine Drehung um die Hochachse hemmenden reibungsbehafteten Relativbewegung zwischen
dem ersten Reibelement und einem zweiten Reibelement drehbar ist. Weiterhin ist eine
Krafterzeugungseinrichtung mit einem Kontaktelement vorgesehen, wobei die Krafterzeugungseinrichtung
derart mit der den Reibelementträger tragenden Fahrzeugkomponente verbindbar ist,
dass sie zur Erzeugung einer Kontaktkraft zwischen dem ersten Reibelement und dem
zweiten Reibelement über das Kontaktelement auf den Reibelementträger einwirkt.
[0014] Es sei an dieser Stelle nochmals explizit angemerkt, dass der Reibelementträger sowohl
mit dem Fahrwerk als auch (bei anderen Varianten) mit dem Wagenkasten drehfest verbunden
werden kann. Insbesondere kann eine Ausführung, die zunächst für eine Befestigung
an dem Fahrwerk vorgesehen ist, gegebenenfalls durch einfaches Drehen um 180° (um
eine horizontale Achse) in einer Ausführung genutzt werden, bei der die Befestigung
an dem Wagenkasten erfolgt. Dies bringt den Vorteil einer sehr hohen Flexibilität
beim Einsatz der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung mit sich.
[0015] Die Krafterzeugungseinrichtung kann grundsätzlich auf beliebige geeignete Weise gestaltet
sein. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Kontaktelement für jeden Wert
der Kontaktkraft zwischen den beiden Reibelementen eine unterschiedliche Position
einnimmt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Krafterzeugungseinrichtung
als einfache Federeinrichtung ausgebildet ist, welche zwischen die zugehörige Fahrzeugkomponente
und den Reibelementträger geschaltet ist.
[0016] Bei besonders vorteilhaften Varianten der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung
ist vorgesehen, dass die Krafterzeugungseinrichtung eine Losbrechkraft definiert,
bei deren Überschreiten eine Auslenkung des Kontaktelements erfolgt. Hiermit kann
erreicht werden, dass zunächst bis zu einer bestimmten Beladung des Wagenkastens ein
beladungsabhängiger Anstieg des Reibmoments bis zu einer bestimmten Reibmonentschwelle
erfolgt, welche bei Erreichen der Losbrechkraft vorliegt. Oberhalb dieser Reibmomentschwelle
kann dann durch die einsetzende Auslenkung des Kontaktelements (abhängig von der Kennlinie
der Krafterzeugungseinrichtung) ein flacherer Anstieg des Reibmoments bis hin zu einem
zumindest nahezu konstanten Verlauf des Reibmoments erzielt werden. Mit anderen Worten
kann also in vorteilhafter Weise oberhalb einer bestimmten vorgebbaren Beladung des
Wagenkastens eine Begrenzung des Reibmoments und damit der Bedämpfung der Ausdrehbewegung
erzielt werden.
[0017] Hierbei kann die Höhe der Losbrechkraft fest durch die Dimensionierung der Krafterzeugungseinrichtung
vorgegeben sein. Bevorzugt weist die Krafterzeugungseinrichtung jedoch eine Vorspanneinrichtung
zur Einstellung der Losbrechkraft auf, um so in vorteilhafter Weise gegebenenfalls
eine auf den jeweiligen Einsatzfall abgestimmte Einstellung des beladungsabhängigen
Verlaufs des Reibmoments und damit der Bedämpfung der Ausdrehbewegung zu erzielen.
[0018] Die Krafterzeugungseinrichtung kann grundsätzlich in beliebiger geeigneter Weise
gestaltet sein, insbesondere ihre Kraftwirkung nach einem beliebigen Wirkprinzip erzielen.
So kann beispielsweise nach einem hydraulischen oder pneumatischen Wirkprinzip arbeiten.
Wegen des besonders einfachen und wartungsarmen Aufbaus ist jedoch vorzugsweise vorgesehen,
dass die Krafterzeugungseinrichtung nach einem mechanischen Wirkprinzip arbeitet.
[0019] Weiterhin kann es sich bei der Krafterzeugungseinrichtung um eine aktive Einrichtung
mit einer oder mehreren aktiven Komponenten handeln, bei der die Kraftwirkung über
eine entsprechende Ansteuerung eingestellt wird. Wegen des einfachen und robusten
Aufbaus umfasst die Krafterzeugungseinrichtung jedoch bevorzugt eine passive Einrichtung,
insbesondere eine einfache Federeinrichtung, zur Erzeugung einer Kontaktkraft.
[0020] Die Federeinrichtung kann grundsätzlich in beliebiger geeigneter Weise aufgebaut
sein. So kann beispielsweise eine einfache pneumatische Feder vorgesehen sein. Ebenso
kann eine einfache mechanische Feder, beispielsweise eine Schraubenfeder oder dergleichen
vorgesehen sein. Bevorzugt umfasst die Federeinrichtung wenigstens eine Tellerfeder
und eine Tellerfederführung, wobei die Tellerfeder eine Hauptfederrichtung definiert,
in der die Tellerfeder ihre Hauptfederkraft ausübt, und die Tellerfederführung die
Tellerfeder quer zu der Hauptfederrichtung führt. Mit derartigen Tellerfedern lässt
sich in besonders einfacher Weise auf besonders kleinem Bauraum ein gewünschter Kraftverlauf
der Krafterzeugungseinrichtung erzielen.
[0021] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die durch die wenigstens eine Tellerfeder definierte
Kraft der Krafterzeugungseinrichtung über ein separates Kontaktelement auf den Reibelementträger
ausgeübt wird. Bei besonders einfach aufgebauten Varianten der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung
ist jedoch vorgesehen, dass die wenigstens eine Tellerfeder selbst das Kontaktelement
ausbildet.
[0022] Die Krafterzeugungseinrichtung ist wie erwähnt bevorzugt so gestaltet, dass (gegebenenfalls
oberhalb einer vorgebbaren Schwelle) eine Variation der Beladung des Wagenkastens
nur eine geringe Variation der Kontaktkraft zwischen dem ersten Reibelement und dem
zweiten Reibelement und damit nur eine geringe Variation des dämpfenden Reibmoments
bewirkt. Die Krafterzeugungseinrichtung ist hierzu bevorzugt derart ausgebildet, dass
das Kontaktelement im Normalbetrieb des Fahrzeugs einen vorgebbaren Hub zwischen einer
ersten Extremstellung und einer zweiten Extremstellung ausführt, wobei das Kontaktelement
in der ersten Extremstellung eine (gegebenenfalls maximale) erste Kraft auf den Reibelementträger
ausübt und in der zweiten Extremstellung eine zweite Kraft auf den Reibelementträger
ausübt. Die zweite Kraft kann dabei um bis zu 30% der ersten Kraft von der ersten
Kraft abweichen. Bevorzugt weicht die zweite Kraft in diesem Fall um höchstens 20%
der ersten Kraft, vorzugsweise höchstens 10% der ersten Kraft, weiter vorzugsweise
höchstens 5% der ersten Kraft, von der ersten Kraft ab.
[0023] Hierdurch kann ein unter fahrdynamischen Gesichtspunkten besonders günstiger Verlauf
des dämpfenden Reibmoments erzielt werden. Das dämpfende Reibmoment ist dann (gegebenenfalls
oberhalb einer vorgebbaren Schwelle) nicht nur weit gehend beladungsunabhängig, auch
beim Einwirken von vertikalen Trägheitskräften, welches bei bekannten Gestaltungen
eine starke Variation des Reibmoments hervorruft, bleibt das Reibmoment in vorteilhafter
Weise in engen vorgebbaren Grenzen.
[0024] Das Kontaktelement kann an beliebiger geeigneter Stelle am Reibelementträger angreifen.
So kann das Kontaktelement im Bereich des ersten Reibelements auf den Reibelementträger
einwirken. Bei anderen Varianten der Erfindung kann das Kontaktelement aber auch auf
einer dem ersten Reibelement abgewandten Seite auf den Reibelementträger einwirken.
[0025] Der Reibelementträger kann grundsätzlich auf beliebige geeignete Weise aus einer
oder mehreren Komponenten gestaltet sein. Bevorzugt ist der Reibelementträger als
eine einfache Baueinheit gestaltet, die wenigstens einen Trägerarm mit einem ersten
Endbereich und einem in Richtung einer Längsachse des Trägerarms beabstandeten zweiten
Endbereich aufweist. Der Trägerarm weist in dem ersten Endbereich einen Anschlussbereich
auf, der zur Verbindung mit der den Reibelementträger tragenden Fahrzeugkomponente
ausgebildet ist. In einem von dem ersten Endbereich in Richtung der Längsachse des
Trägerarms beabstandeten Bereich trägt der Trägerarm dann das erste Reibelement.
[0026] Der Trägerarm kann grundsätzlich in beliebiger geeigneter Weise gestaltet sein. So
kann er beispielsweise als einfaches (im Vergleich zu seiner Längserstreckung) schmales
Bauteil gestaltet sein, welches in einem oder mehreren entlang seiner Längsachse voneinander
beabstandeten Anschlussabschnitten mit der den Reibelementträger tragenden Fahrzeugkomponente
verbunden ist. Bevorzugt ist jedoch vorgesehen, dass der Anschlussbereich des Trägerarms
wenigstens zwei Anschlussabschnitte aufweist, die zur Verbindung mit der den Reibelementträger
tragenden Fahrzeugkomponente ausgebildet sind, wobei die beiden Anschlussabschnitte
quer zu der Längsachse des Reibelementträgers zueinander beabstandet sind. Hierdurch
kann eine (insbesondere im Hinblick auf die möglichst spielfreie Einleitung des Reibmoments)
besonders vorteilhafte Abstützung des Reibmoments an der den Reibelementträger tragenden
Fahrzeugkomponente erzielt werden.
[0027] Vorzugsweise ist wenigstens einer der Anschlussabschnitte dazu ausgebildet, spielfrei
mit der den Reibelementträger tragenden Fahrzeugkomponente verbunden zu werden, um
zu jedem Zeitpunkt (also auch bei einer Richtungsumkehr der Ausdrehbewegung) die Einleitung
des gewünschten Reibmoments zu gewährleisten. Dies kann durch ein entsprechendes Gelenk
erfolgen. Wegen der besonders einfachen Gestaltung ist jedoch bevorzugt eine starre
Verbindung in diesem Anschlussabschnitt vorgesehen. Der Reibelementträger ist dann
bevorzugt in Richtung der Hochachse entsprechend weich ausgebildet, um Relativbewegungen
zwischen dem Fahrwerk und dem Wagenkasten folgen zu können. In einer Ebene senkrecht
zu der Hochachse ist der Reibelementträger jedoch bevorzugt ausreichend steif, um
zu jedem Zeitpunkt (also auch bei einer Richtungsumkehr der Ausdrehbewegung) die Einleitung
des gewünschten Reibmoments zu gewährleisten.
[0028] Dies kann grundsätzlich auf beliebige geeignete Weise erfolgen, beispielsweise indem
der Trägerarm im Wesentlichen plattenförmig gestaltet ist, wobei die Plattenebene
(mithin also die Haupterstreckungsebene des Reibelementträgers) quer zur Hochachse
verläuft. Die Außenkontur des plattenförmigen Trägerarms kann dann auf beliebige geeignete
Weise gestaltet sein. Bevorzugt ist der Trägerarm im Wesentlichen dreieckförmig ausgebildet,
da hiermit auf besonders einfache Weise eine an die tatsächlichen Lastverhältnisse
angepasste Gestaltung erzielt werden.
[0029] So ist beispielsweise bevorzugt vorgesehen, dass sich der Anschlussbereich zwischen
zwei Eckbereichen des Trägerarms erstreckt und das Reibelement in dem dritten Eckbereich
des Trägerarms angeordnet ist. Eine solche Konfiguration trägt den Lastverhältnissen
bei der Einleitung des Reibmoments in die den Trägerarm tragende Fahrzeugkomponente
besonders effektiv Rechnung, da zum einen an der Dreiecksspitze mit dem Reibelement
noch ein vergleichsweise geringes Biegemoment um die Hochachse vorliegt, sodass der
geringe Querschnitt des Trägerarms ausreicht, um dieses aufzunehmen. Mit dem zum Anschlussbereich
hin zunehmenden Biegemoment nimmt bei dieser Gestaltung dann auch der Querschnitt
zu, sodass zum einen zu jedem Zeitpunkt eine optimale Querschnittsausnutzung des Trägerarms
erzielt werden kann. Zum anderen kann eine hohe Stützbreite im Anschlussbereich erzielt
werden, wodurch die in die tragende Fahrzeugkomponente eingeleiteten Lasten reduziert
und die Verbindung im Anschlussbereich entsprechend einfach gestaltet werden kann.
[0030] Es versteht sich hierbei, dass die im Wesentlichen dreiecksförmige Gestalt des Trägerarms
nicht notwendigerweise geradlinige Seiten aufweisen muss. Vielmehr ist bei bevorzugten
Varianten der Erfindung eine zumindest abschnittsweise polygonale und/oder gekrümmte
Kontur der Seiten vorgesehen.
[0031] Vorzugsweise wird bei der Gestaltung des Trägerarms nicht nur der Verlauf des aus
dem Reibmoment resultierenden Biegemoments um die Hochachse berücksichtigt. Vielmehr
kann auch eine aus einer Relativbewegungen zwischen dem Fahrwerk und dem Wagenkasten
erforderliche ausgleichende Verformung des Trägerarms berücksichtigt werden. So kann
das Biegewiderstandsmoment des Trägerarms um die jeweils zu betrachtende Biegeachse
so gewählt werden, dass der Trägerarm im tatsächlichen Betrieb bei den zu erwartenden
Lasten um eine Biegeachse (z. B. die Hochachse) keine nennenswerte Verformung erfährt,
während er um eine andere Biegeachse (die z. B. quer zu der Hochachse und der Längsachse
des Trägerarms verläuft) eine gewünschte Deformation erfährt.
[0032] Die entsprechende Variation des Biegewiderstandsmoments kann auf beliebige geeignete
Weise erfolgen, nämlich über das Material und/oder die Querschnittsgeometrie. Bei
bevorzugten Varianten der Erfindung weist der Trägerarm um eine Trägheitsachse ein
Flächenträgheitsmoment auf, wobei die Trägheitsachse quer zu einer durch die Längsachse
des Trägerarms und die Hochachse des Fahrzeugs definierte Ebene verläuft, und es ist
vorgesehen, dass das Flächenträgheitsmoment in Richtung der Längsachse des Trägerarms
entsprechend einer gewünschten Verformung des Trägerarms im Normalbetrieb variiert,
insbesondere zum zweiten Ende hin abnimmt. Hierbei kann die gewünschte Verformung
an beliebige Vorgaben angepasst sein. Vorzugsweise handelt es sich dabei um Vorgaben
hinsichtlich der Anbindung des Trägerarms an der tragenden Fahrzeugkomponente und/oder
der Einleitung der Lasten in die tragende Fahrzeugkomponente.
[0033] Bei vorteilhaften Varianten der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung wird das
Flächenträgheitsmoment derart variiert, dass sich eine im Normalbetrieb des Fahrzeugs
zu erwartende Deformation des Trägerarms im Wesentlichen nicht bis in den Anschlussbereich
erstreckt. Hierdurch gestaltet sich die Anbindung des Trägerarms besonders einfach.
Der Trägerarm weist in einer quer zu seiner Längsachse verlaufenden Querschnittsebene
einen Querschnitt auf, wobei der Querschnitt des Trägerarms zur Variation des Flächenträgheitsmoments
in Richtung der Längsachse des Trägerarms abnimmt.
[0034] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Fahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug,
mit einem Fahrwerk, einem darauf abgestützten Wagenkasten und einer erfindungsgemäßen
Drehhemmungseinrichtung, wobei der Reibelementträger derart um eine Hochachse des
Fahrzeugs drehfest mit dem Fahrwerk oder dem Wagenkasten verbunden ist, dass der Wagenkasten
über das erste Reibelement auf dem Fahrwerk abgestützt ist. Der Wagenkasten ist relativ
zu dem Fahrwerk drehbar, wobei es zu einer eine Drehung um die Hochachse hemmenden
reibungsbehafteten Relativbewegung zwischen dem ersten Reibelement und einem zweiten
Reibelement kommt, und die Krafterzeugungseinrichtung ist mit der den Reibelementträger
tragenden Fahrzeugkomponente verbunden.
[0035] Vorzugsweise sind der Reibelementträger und die Krafterzeugungseinrichtung mit dem
Fahrwerk verbunden, da sich eine solche Gestaltung besonders einfach realisieren lässt.
Das Fahrwerk kann beliebig gestaltet sein, wobei es von besonderem Vorteil ist, wenn
das Fahrwerk einen Fahrwerksrahmen und eine Wiege umfasst, die über eine Sekundärfederung
auf dem Fahrwerksrahmen abgestützt ist und in Querrichtung des Fahrzeugs verläuft,
der Wagenkasten über die Drehhemmungseinrichtung auf der Wiege abgestützt ist und
die Drehhemmungseinrichtung in einem Endbereich der Wiege angeordnet ist. Hierdurch
kann eine einfache und effektive Integration der Drehhemmungseinrichtung erzielt werden.
Vorzugsweise sind dabei der Reibelementträger und die Krafterzeugungseinrichtung mit
der Wiege verbunden.
[0036] Die vorliegende Erfindung lässt sich im Zusammenhang mit einer beliebigen Abstützung
des Wagenkastens auf dem Fahrwerk anwenden. So kann sie beispielsweise bei Varianten
zum Einsatz kommen, bei denen der Wagenkasten in Richtung der Hochachse nur über die
Reibelemente abgestützt ist, während Längs- und Querkräfte zwischen Wagenkasten und
Fahrwerk über einen Drehzapfen oder dergleichen übertragen werden. Besonders vorteilhaft
lässt sie sich aber auch bei Fahrzeugen einsetzen, bei denen der Wagenkasten über
eine die Drehachse der Relativbewegung zwischen dem Wagenkasten und dem Fahrwerk definierende
Lagereinrichtung, beispielsweise einen Drehkranz oder dergleichen, in Richtung der
Hochachse auf dem Fahrwerk abgestützt ist.
[0037] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
bzw. der nachstehenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele, welche auf die
beigefügten Zeichnungen Bezug nimmt. Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Schienenfahrzeugs mit einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung;
- Figur 2
- ein Detail des Schienenfahrzeugs aus Figur 1 in einem schematischen Schnitt entlang
der Linie II-II;
- Figur 3
- ein Detail des Schienenfahrzeugs aus Figur 1 in einem schematischen Schnitt entlang
der Linie III-III;
- Figur 4
- einen schematischen Schnitt durch ein Detail einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs mit einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Drehhemmungseinrichtung.
Erstes Ausführungsbeispiel
[0038] Die Figuren 1 bis 3 zeigen schematische Darstellungen eines erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs
101. Zur Vereinfachung der nachfolgenden Beschreibung wird in den Figuren ein Koordinatensystem
(x, y, z) verwendet, bei dem die x-Achse die Fahrzeuglängsrichtung bezeichnet, die
y-Achse die Fahrzeugquerrichtung und die z-Achse die Fahrzeughochrichtung bezeichnet.
Es sei hier angemerkt, dass die im Folgenden getroffenen Angaben zur Ausrichtung bzw.
Lage einzelner Komponenten des Fahrzeugs (sofern nachfolgend nicht ausdrücklich Anderes
angegeben wird) stets auf einen statischen Zustand bei gerader, horizontaler Gleislage
beziehen.
[0039] Das Schienenfahrzeug 101 umfasst einen Wagenkasten 102, der im Bereich seiner beiden
Enden jeweils auf einem Fahrwerk in Form eines Drehgestells 103 abgestützt ist. Das
Drehgestell 103 umfasst jeweils zwei Radsätze 103.1, auf denen über eine (in den Figuren
nur stark schematisiert dargestellte) Primärfederung 103.2 ein Drehgestellrahmen 103.3
abgestützt ist. Auf dem Drehgestellrahmen 103.3 stützt sich wiederum in herkömmlicher
Weise über eine (in den Figuren nur stark schematisiert dargestellte) Sekundärfederung
103.4 eine Wiege 103.5 ab.
[0040] Im Bereich der beiden in Fahrzeugquerrichtung liegenden Enden der Wiege 103.5 ist
der Wagenkasten 102 jeweils über die Reibelemente 104.1 und 104.2 einer erfindungsgemäßen
Drehhemmungseinrichtung 104 auf der Wiege 103.5 abgestützt. Weiterhin ist der Wagenkasten
102 im Mittenbereich der Wiege 103.5 über eine nach Art eines Drehkranzes gestaltete
Stützeinrichtung 105 auf der Wiege 103.5 abgestützt, sodass eine Aufteilung der Stützkräfte
(in Fahrzeughochrichtung) zwischen der mittig angeordneten Stützeinrichtung 105 und
den Drehhemmungseinrichtungen 104 erfolgt.
[0041] Wie Figur 2 und 3 zu entnehmen ist, umfasst die Drehhemmungseinrichtung 104 einen
an der Wiege 103.5 befestigten Reibelementträger 104.3, der das erste Reibelement
104.1 trägt. Der Reibelementträger 104.3 ist hierbei als im Wesentlichen dreiecksförmiger
Trägerarm ausgebildet, dessen Längsachse sich in Fahrzeugquerrichtung erstreckt.
[0042] An einem Ende des Trägerarms 104.3 ist in einem (die Basis des Trägerarms 104.3 bildenden)
ersten Endbereich des Trägerarms 104.3 ein Anschlussbereich 104.4 ausgebildet. Der
Anschlussbereich 104.4 weist (an zwei Ecken, nämlich den beiden Enden der Basis des
Trägerarms 104.3) zwei in Fahrzeuglängsrichtung (x-Richtung) beabstandete Anschlussabschnitte
104.5 und 104.6 auf, über die der Trägerarm 104.3 mit der Wiege 103.5 verbunden ist.
[0043] An dem von dem ersten Endbereich in Fahrzeugquerrichtung (y-Richtung) beabstandeten
zweiten Endbereich des Trägerarms 104.3 ist auf der dem Wagenkasten 102 zugewandten
Oberseite des Trägerarms 104.3 das erste Reibelement 104.1 angeordnet. Das erste Reibelement
104.1 kann dabei lösbar an dem Trägerarm 104.3 befestigt sein, um eine schnelle Austauschbarkeit
des ersten Reibelements 104.1 zu gewährleisten. Das erste Reibelement 104.1 wirkt
mit dem zweiten Reibelement 104.2 zusammen, das ebenfalls lösbar an dem Wagenkasten
102 befestigt ist, um seine schnelle und einfache Austauschbarkeit zu gewährleisten.
[0044] Im zweiten Endbereich des Trägerarms 104.3 ist eine separate Krafterzeugungseinrichtung
104.7 der Drehhemmungseinrichtung 104 angeordnet. Die Krafterzeugungseinrichtung wirkt
über ein Kontaktelement 104.8 auf die dem ersten Reibelement 104.1 abgewandte Seite
des Trägerarms 104.3 ein und erzeugt so eine Kontaktkraft F zwischen dem ersten Reibelement
104.1 und dem zweiten Reibelement 104.2.
[0045] Im Falle einer Ausdrehbewegung des Drehgestells 103 bezüglich des Wagenkastens 102
um die Fahrzeughochachse (z-Richtung) kommt es zu einer reibungsbehafteten Relativbewegung
zwischen den beiden Reibelementen 104.1 und 104.2, welche ein Reibmoment MR um die
Fahrzeughochachse bewirkt. Dieses Reibmoment wirkt der Ausdrehbewegung jeweils entgegen
und dämpft so die Ausdrehbewegung des Drehgestells 103 bezüglich des Wagenkastens
102. Die Höhe der Kontaktkraft F bestimmt dabei die Höhe des Reibmoments MR.
[0046] Um das Reibmoment MR beeinflussen zu können, weist die Krafterzeugungseinrichtung
104.7 eine mechanische Federeinrichtung in Form eines Tellerfederpakets 104.9 auf,
das in einer zylindrischen Kammer eines (die einzelnen Tellerfedern quer zur ihrer
Hauptfederrichtung führenden) Gehäuses 104.10 der Krafterzeugungseinrichtung 104.7
angeordnet ist. Das Tellerfederpaket 104.9 stützt sich einerseits gegen einen ringförmigen
Absatz 104.11 an dem Kontaktelement 104.8 und andererseits an einem Gehäusedeckel
104.12 des Gehäuses 104.10 ab. Das Gehäuse 104.10 ist starr mit der Wiege 103.5 verbunden,
sodass das durch das Gehäuse 104.10 geführte Kontaktelement 104.8 durch die Federkraft
des Tellerfederpakets 104.9 (in seiner Hauptfederrichtung) nach oben gegen den Trägerarm
104.3 gedrückt wird, wodurch die Kontaktkraft K erzeugt wird.
[0047] Die Kontaktkraft K bestimmt sich hierbei aus der aktuellen axialen Länge L des Tellerfederpakets
104.9. Je geringer die axiale Länge L im aktuellen Zustand ist, desto stärker ist
das Tellerfederpaket 104.9 komprimiert und desto größer ist die von den Tellerfederpaket
104.9 ausgeübte Kraft.
[0048] Im unbelasteten Zustand der Krafterzeugungseinrichtung 104.7 wird der Absatz 104.11
durch die Kraftwirkung des Tellerfederpakets 104.9 gegen einen oberen Anschlag 104.13
an dem Gehäuse 104.10 gedrückt. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Tellerfederpaket
104.9 bereits um eine gewisse Länge komprimiert ist, mithin also gegenüber einem lastfreien
Zustand um einen gewissen Betrag vorgespannt ist. Der Absatz 104.11 liegt dann mit
einer gewissen Vorspannkraft FV an dem Anschlag 104.13 an.
[0049] Die Höhe der Vorspannkraft FV kann im vorliegenden Beispiel in weiten Grenzen über
eine Vorspanneinrichtung nach den Erfordernissen des aktuellen Anwendungsfalls eingestellt
werden. Die Vorspanneinrichtung wird dabei von dem lösbar mit dem Gehäuse 104.10 verbundenen
Gehäusedeckel 104.12 und gegebenenfalls einer der mehreren austauschbaren Distanzscheiben
104.14 gebildet. Je nach der Dicke (Abmessung in Längsrichtung des Tellerfederpakets
104.9) der verwendeten Distanzscheibe(n) 104.14 ist das Tellerfederpaket 104.9 in
dem unbelasteten Zustand der Krafterzeugungseinrichtung 104.7 mehr oder weniger stark
komprimiert und somit der Absatz 104.11 mehr oder weniger stark gegen den Anschlag
104.13 vorgespannt.
[0050] Die Gestaltung mit dem lösbaren Gehäusedeckel 104.12 hat zudem den Vorteil, dass
die Krafterzeugungseinrichtung durch Entfernen des Gehäusedeckels 104.12 beispielsweise
zu Wartungszwecken außer Funktion gesetzt werden kann. Hiermit ist es dann in einfacher
Weise möglich, die Reibelemente 104.1 und 104.2 bzw. den gesamten Trägerarm 104.3
auszutauschen.
[0051] Wird das Kontaktelement 104.8 durch den auf die Wiege 103.5 aufgesetzten Wagenkasten
102 belastet, so erfolgt zunächst solange keine Auslenkung des Kontaktelements 104.8
bis auf das Kontaktelement 104.8 über den Trägerarm 104.3 in Längsrichtung des Tellerfederpakets
104.9 eine Kraft ausgeübt wird, die größer ist als die Vorspannkraft FV. Mit anderen
Worten definiert die Vorspannkraft FV eine Losbrechkraft, bei deren Überschreiten
eine Auslenkung des Kontaktelements 104.8 erfolgt.
[0052] Bei einem weiteren Anstieg der über den Trägerarm 104.3 in Längsrichtung des Tellerfederpakets
104.9 auf das Kontaktelement 104.8 ausgeübten Kraft, erfolgt eine weitere Kompression
des Tellerfederpakets 104.9, bis ein Kräftegleichgewicht erreicht ist, bei dem dann
die Kontaktkraft K zwischen den beiden Reibelementen 104.1 und 104.2 wirkt.
[0053] Der Anstieg der durch das Tellerfederpaket 104.9 ausgeübten Kraft kann hierbei durch
die Wahl der verwendeten Tellerfedern eingestellt werden. Vorzugsweise werden vergleichsweise
weiche Tellerfedern verwendet, welche jedoch schon im unbelasteten Ausgangszustand
der Krafterzeugungseinrichtung 104.7 vergleichsweise stark vorgespannt sind, um die
gewünschte Vorspannkraft FV zu erzielen. Dies hat den Vorteil, dass bei Überschreiten
der Losbrechkraft FV nur noch ein vergleichsweise flacher Anstieg der Kontaktkraft
K erfolgt, sodass mit anderen Worten auch eine Begrenzung des Reibmoments und damit
eine Begrenzung der Bedämpfung der Ausdrehbewegung erzielt werden kann.
[0054] Hierbei kann vorgesehen sein, dass die Losbrechkraft FV schon im unbeladenen Zustand
des Wagenkastens 102 überschritten wird, sodass bereits in diesem Zustand eine Auslenkung
des Kontaktelements 104.8 erfolgt. Bei weiterer Beladung des Wagenkastens 102 wird
dann ein starker Anstieg der Kontaktkraft vermieden. Vielmehr wird in diesem Fall
dann ein größerer Anteil der Gewichtskraft des Wagenkastens 102 über die zentrale
Stützeinrichtung 105 in das Drehgestell 103 eingeleitet.
[0055] Dies hat zur Folge, dass mit der Kontaktkraft auch das die Ausdrehbewegung dämpfende
Reibmoment nur vergleichsweise schwach ansteigt. Bei entsprechender Auslegung des
Tellerfederpakets 104.9 kann hier gegebenenfalls sogar erreicht werden, dass das dämpfende
Reibmoment (unabhängig von der Beladung des Wagenkastens 102) nahezu konstant bleibt,
was in gewissen Anwendungsfällen von Vorteil sein kann.
[0056] Ebenso kann natürlich vorgesehen sein, dass die Losbrechkraft FV erst bei einer vorgebbaren
Beladung des Wagenkastens 102 erreicht wird. In diesem Fall kann dann zunächst bis
zum Erreichen der Losbrechkraft FV ein vergleichsweise steiler Anstieg der Kontaktkraft
K (in Abhängigkeit von der Beladung des Wagenkastens 102) und damit ein beladungsabhängiger
Anstieg des dämpfenden Reibmoments MR bis zu einer bestimmten Reibmonentschwelle erzielt
werden, während nach Überschreiten der Losbrechkraft FV (je nach Anwendungsfall) wiederum
die oben beschriebene Begrenzung des Reibmoments MR bzw. ein flacherer Anstieg des
Reibmoments MR erreicht werden kann.
[0057] Im vorliegenden Beispiel ist das Tellerfederpaket 104.9 so ausgelegt, dass das Kontaktelement
104.8 im Normalbetrieb des Fahrzeugs 101 einen vorgebbaren Hub zwischen einer ersten
Extremstellung (der Absatz 104.11 liegt an dem Anschlag 104.13 an) und einer zweiten
Extremstellung (Trägerarm 104.3 steht kurz vor dem Anschlagen an dem Gehäuse 104.10)
ausführt. In Richtung der Fahrzeughochachse (z-Richtung) übt das Kontaktelement 104.8
in der ersten Extremstellung als eine maximale erste Kraft die Losbrechkraft FV auf
den Trägerarm 104.3 aus, während es in der zweiten Extremstellung eine zweite Kraft
auf den Trägerarm 104.3 ausübt. Das Tellerfederpaket 104.9 ist so ausgelegt, dass
die zweite Kraft im vorliegenden Beispiel um höchstens 5% der ersten Kraft von der
ersten Kraft abweicht. Es versteht sich jedoch, dass bei anderen Varianten der Erfindung
auch eine stärkere Abweichung der zweiten Kraft von der ersten Kraft möglich ist.
Insbesondere sind Abweichungen um bis zu 30% der ersten Kraft möglich.
[0058] Hierdurch kann ein unter fahrdynamischen Gesichtspunkten besonders günstiger Verlauf
des dämpfenden Reibmoments MR erzielt werden. Das dämpfende Reibmoment MR ist dann
(gegebenenfalls oberhalb einer vorgebbaren Schwelle) nicht nur weit gehend beladungsunabhängig,
auch beim Einwirken von vertikalen Trägheitskräften, welches bei bekannten Gestaltungen
eine starke Variation des Reibmoments hervorruft, bleibt das Reibmoment MR in vorteilhafter
Weise in engen vorgebbaren Grenzen.
[0059] Durch die erfindungsgemäße funktionale Trennung des Reibelementträgers 104.3 und
der Krafterzeugungseinrichtung 104.7 ist es zum einen möglich, das erste Reibelement
im Hinblick auf eine Erzielung eines hohen die Ausdrehbewegung dämpfenden Reibmoments
an einer günstigen, in Fahrzeugquerrichtung weit von der (durch die Stützeinrichtung
105 definierten) Drehachse der Ausdrehbewegung entfernten Position anzuordnen. Ein
weiterer Vorteil liegt darin, dass die Krafterzeugungseinrichtung 104.7 wie oben beschrieben
in einfacher Weise für ihre primäre Funktion der Kraftaufbringung optimiert werden
kann.
[0060] Auch der Reibelementträger 104.3 kann wiederum einfach hinsichtlich seiner primären
Funktion der möglichst spielfreien Einleitung des dämpfenden Reibmoments MR in das
Drehgestell 103 optimiert werden. So wird eine spielfreie Einleitung des dämpfenden
Reibmoments MR im vorliegenden Beispiel dadurch realisiert, dass der Trägerarm 104.3
im Bereich der Anschlussabschnitte 104.5 und 104.6 starr mit der Wiege 103.5 verbunden
ist. Dies kann über eine beliebige, bevorzugt lösbare Verbindung geschehen. Beispielsweise
kann eine einfache Schraubverbindung vorgesehen sein, wobei dann vorzugsweise über
eine Verzahnung der Kontaktflächen oder dergleichen eine drehfeste Verbindung realisiert
ist.
[0061] Durch die quer zu der Längsachse des Trägerarms 104.3 zueinander beabstandete Anordnung
der Anschlussabschnitte 104.5 und 104.6 wird eine besonders vorteilhafte hohe Stützbreite
der Abstützung des Reibmoments M in R in der Wiege 103.5 erzielt, sodass im Bereich
der Anschlussabschnitte 104.5 und 104.6 nur vergleichsweise geringe Kräfte zu übertragen
sind. Hierdurch kann die Anwendung des Trägerarms 104.3 an der Wiege 103.5 besonders
einfach gestaltet werden.
[0062] Wie den Figuren 2 und 3 zu entnehmen ist, ist der Trägerarm 104.3 als im Wesentlichen
plattenförmiges Bauteil ausgeführt, wobei die Plattenebene (bzw. die Haupterstreckungsebene
des Trägerarms 104.3) quer zur Hochachse (z-Richtung) verläuft. Durch die Anordnung
der Anschlussabschnitte 104.5 und 104.6 in zwei Eckbereichen des Trägerarms 104.3
und die Anordnung des ersten Reibelements 104.1 in dem dritten Eckbereich des Trägerarms
104.3 wird den Lastverhältnissen bei der Einleitung des Reibmoments MR in die Wiege
103.5 besonders effektiv Rechnung getragen. So liegt zum einen im Bereich der das
erste Reibelement 104.1 tragenden Ecke noch ein vergleichsweise geringes Biegemoment
um die Hochachse vor, sodass der geringe Querschnitt des Trägerarms 104.3 in diesem
Bereich ausreicht, um dieses ohne nennenswerte Deformation aufzunehmen. Mit dem zum
Anschlussbereich hin zunehmenden Biegemoment nimmt bei dieser Gestaltung dann auch
der Querschnitt und damit das Biegewiderstandsmoment zu, sodass neben der vorteilhaft
hohen Stützbreite zu jedem Zeitpunkt eine optimale Querschnittsausnutzung des Trägerarms
104.3 ohne nennenswerte Deformation erzielt wird.
[0063] Wie Figur 2 zu entnehmen ist, weist der Trägerarm 104.3 in der gezeigten Draufsicht
eine abschnittsweise gekrümmte Kontur auf. Hierdurch wird unter anderem das Flächenträgheitsmoment
und damit das Biegewiderstandsmoment des Trägerarms 104.3 um eine quer zu seiner Längsrichtung
und parallel zu seiner Haupterstreckungsebene verlaufende Biegeachse (die im vorliegenden
Beispiel parallel zur x-Richtung verläuft) in Längsrichtung des Trägerarms 104.3 derart
variiert, dass es zu dem ersten Reibelement 104.1 hin nach einem vorgegebenen Verlauf
abnimmt. Der Querschnittsverlauf des Trägerarms 104.3 ist so gewählt, dass der Trägerarm
104.3 im tatsächlichen Betrieb bei den zu erwartenden Lasten um eine zur Fahrzeughochachse
parallele Biegeachse keine nennenswerte Verformung erfährt, während er um eine zur
Fahrzeuglängsachse parallele Biegeachse eine gewünschte Deformation erfährt.
[0064] Im vorliegenden Beispiel ist die Variation des Flächenträgheitsmoments des Trägerarms
104.3 so gewählt, dass sich eine im Normalbetrieb des Fahrzeugs zu erwartende Deformation
des Trägerarms 104.3 im Wesentlichen nicht bis in den Anschlussbereich 104.4 erstreckt.
Hierdurch gestaltet sich die Anbindung des Trägerarms 104.3 an die Wiege 103.5 besonders
einfach.
[0065] Durch die starre und damit spielfreie Verbindung des Trägerarms 104.3 mit der Wiege
103.5 sowie das an den Verlauf des Biegemoments um die Fahrzeughochachse angepasste
Biegewiderstandsmoment des Trägerarms 104.3 ist in vorteilhafter Weise zu jedem Zeitpunkt,
mithin auch bei einer Richtungsumkehr der Ausdrehbewegung, die Einleitung des gewünschten
Reibmoments MR in die Wiege 103.5 gewährleistet. Mit anderen Worten kommt es bei einer
Richtungsumkehr der Ausdrehbewegung zu keinen nennenswerten Spieleffekten, bei denen
bis zum Anliegen des entgegengesetzten Reibmoments MR in voller Höhe ein vergleichsweise
langer Zeitraum vergeht.
[0066] Es sei in diesem Zusammenhang noch angemerkt, dass der Trägerarm bei anderen Varianten
der Erfindung natürlich auch eine beliebige andere Gestalt aufweisen kann. Beispielsweise
kann bei besonders einfachen Varianten ein im Wesentlichen trapezförmiger Trägerarm
vorgesehen sein, wie dies in Figur 2 durch die gestrichelte Kontur 107 angedeutet
ist.
Zweites Ausführungsbeispiel
[0067] Die Figur 4 zeigt (in einer der Figur 3 entsprechenden Ansicht) ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Schienenfahrzeugs 201. Das Schienenfahrzeug 201 entspricht
in seiner grundsätzlichen Gestaltung und Funktionsweise dem Schienenfahrzeug 101,
sodass hier lediglich auf die Unterschiede eingegangen werden soll. Insbesondere sind
identische Bauteile mit identischen Bezugsziffern versehen, während gleichartige Bauteile
mit um den Wert 100 erhöhten Bezugsziffern versehen sind. Sofern nachfolgend keine
anders lautenden Angaben gemacht werden, wird bezüglich der Eigenschaften dieser Komponenten
ausdrücklich auf die obigen Ausführungen verwiesen.
[0068] Der Unterschied zu dem Schienenfahrzeug 101 besteht zum einen darin, dass bei dem
Fahrzeug 201 der (das erste Reibelement 104.1 tragende) Trägerarm 104.3 der Drehhemmungseinrichtung
204 über seine Anschlussabschnitte 104.5 und 104.6 starr und damit um die Fahrzeughochachse
(z-Richtung) drehfest an dem Wagenkasten 202 befestigt ist, während das zweite Reibelement
104.2 an der Wiege 103.5 befestigt ist.
[0069] Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Krafterzeugungseinrichtung 204.7
lediglich ein Tellerfederpaket 204.9 umfasst, welches quer zu seiner Längsrichtung
bzw. Hauptfederrichtung durch einen starr am Trägerarm 104.3 befestigten Führungsbolzen
204.15 geführt ist (der im Betrieb in eine Ausnehmung 202.1 in dem Wagenkasten 202
eintaucht). Mithin bildet bei dieser Variante also die den Trägerarm kontaktierende
Tellerfeder 204.8 das Kontaktelement der Krafterzeugungseinrichtung 204.7.
[0070] Ein weiterer Unterschied besteht schließlich darin, dass der Wagenkasten 202 in Richtung
der Fahrzeughochachse (z-Richtung) nur über die Reibelemente 104.1, 104.2 abgestützt
ist, während Längs- und Querkräfte zwischen dem Wagenkasten 202 und der Wiege 103.5
auch über einen Drehzapfen 205 übertragen werden. Dies hat zur Folge, dass zwar stets
ein (die Ausdrehbewegung zwischen dem Fahrwerk 103 und dem Wagenkasten 202 dämpfendes)
beladungsabhängiges Reibmoment MR ohne die oben beschriebene Begrenzung anliegt. Die
Verformbarkeit des Trägerarms quer zu seiner Haupterstreckungsebene gewährleistet
hierbei jedoch eine gleichmäßige Flächenpressung zwischen den Reibelementen 104.1
und 104.2, sodass zum einen stets ein genau definiertes Reibmoment MR vorliegt und
sich zum anderen ein vorteilhaft gleichmäßiges Verschleißbild der Reibelemente 104.1
und 104.2 ergibt.
[0071] Die vorliegende Erfindung wurde vorstehend ausschließlich anhand von Beispielen für
ein Schienenfahrzeug mit einem Drehgestell beschrieben. Es versteht sich jedoch, dass
die Erfindung auch für Fahrzeuge mit beliebigen anderen Fahrwerken zum Einsatz kommen
kann. Weiterhin versteht es sich, dass die Erfindung nicht nur in Verbindung mit Schienenfahrzeugen
sondern auch in Verbindung mit beliebigen anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommen kann.
1. Drehhemmungseinrichtung für ein Fahrzeug, insbesondere ein Schienenfahrzeug, mit einem
Fahrwerk (103) als erster Fahrzeugkomponente und einem darauf abgestützten Wagenkasten
(102; 202) als zweiter Fahrzeugkomponente, umfassend
- einen Reibelementträger (104.3) für ein erstes Reibelement (104.1), wobei
- der Reibelementträger (104.3) dazu ausgebildet ist, derart um eine Hochachse des
Fahrzeugs drehfest mit dem Fahrwerk (103) oder dem Wagenkasten (102; 202) verbunden
zu werden, dass der Wagenkasten (102; 202) über das erste Reibelement (104.1) auf
dem Fahrwerk (103) abgestützt ist, wobei
- der Wagenkasten (102; 202) relativ zu dem Fahrwerk (103) unter einer eine Drehung
um die Hochachse hemmenden reibungsbehafteten Relativbewegung zwischen dem ersten
Reibelement (104.1) und einem zweiten Reibelement (104.2) drehbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine Krafterzeugungseinrichtung (104.7; 204.7) mit einem Kontaktelement (104.8;
204.8) vorgesehen ist, wobei
- die Krafterzeugungseinrichtung (104.7; 204.7) derart mit der den Reibelementträger
(104.3) tragenden Fahrzeugkomponente (103; 202) verbindbar ist, dass sie zur Erzeugung
einer Kontaktkraft zwischen dem ersten Reibelement (104.1) und dem zweiten Reibelement
(104.2) über das Kontaktelement (104.8; 204.8) auf den Reibelementträger (104.3) einwirkt.
2. Drehhemmungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Krafterzeugungseinrichtung (104.7) eine Losbrechkraft definiert, bei deren Überschreiten
eine Auslenkung des Kontaktelements (104.8) erfolgt, wobei
- die Krafterzeugungseinrichtung (104.7) insbesondere eine Vorspanneinrichtung (104.12,
104.13, 104.14) zur Einstellung der Losbrechkraft aufweist.
3. Drehhemmungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Krafterzeugungseinrichtung (104.7; 204.7) eine, insbesondere mechanische, Federeinrichtung
(104.9; 204.9) zur Erzeugung einer Kontaktkraft aufweist.
4. Drehhemmungseinrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Federeinrichtung (104.9; 204.9) wenigstens eine Tellerfeder und eine Tellerfederführung
(104.10; 204.15) umfasst, wobei
- die Tellerfeder eine Hauptfederrichtung definiert, in der die Tellerfeder ihre Hauptfederkraft
ausübt, und
- die Tellerfederführung (104.10; 204.15) die Tellerfeder quer zu der Hauptfederrichtung
führt, wobei
- die Tellerfeder insbesondere das Kontaktelement (204.8) ausbildet.
5. Drehhemmungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Krafterzeugungseinrichtung (104.7; 204.7) derart ausgebildet ist, dass das Kontaktelement
(104.8; 204.8) im Normalbetrieb des Fahrzeugs einen vorgebbaren Hub zwischen einer
ersten Extremstellung und einer zweiten Extremstellung ausführt, wobei
- das Kontaktelement (104.8; 204.8) in der ersten Extremstellung eine erste Kraft
auf den Reibelementträger (104.3) ausübt und in der zweiten Extremstellungen eine
zweite Kraft auf den Reibelementträger (104.3) ausübt und
- die zweite Kraft um höchstens 20% der ersten Kraft, vorzugsweise höchstens 10% der
ersten Kraft, weiter vorzugsweise höchstens 5% der ersten Kraft, von der ersten Kraft
abweicht.
6. Drehhemmungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Kontaktelement (104.8; 204.8) im Bereich des ersten Reibelements (104.1) auf
den Reibelementträger (104.3) einwirkt.
und/oder
- das Kontaktelement auf einer dem ersten Reibelement abgewandten Seite auf den Reibelementträger
einwirkt.
7. Drehhemmungseinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Reibelementträger wenigstens einen Trägerarm (104.3) mit einem ersten Endbereich
und einem in Richtung einer Längsachse des Trägerarms beabstandeten zweiten Endbereich
aufweist, wobei
- der Trägerarm (104.3) in dem ersten Endbereich einen Anschlussbereich (104.4) aufweist,
der zur Verbindung mit der den Reibelementträger (104.3) tragenden Fahrzeugkomponente
(103; 202) ausgebildet ist, und
- der Trägerarm (104.3) in einem von dem ersten Endbereich in Richtung der Längsachse
des Trägerarms (104.3) beabstandeten Bereich das erste Reibelement (104.1) trägt,
- wobei der Anschlussbereich (104.4) des Trägerarms (104.3) insbesondere wenigstens
zwei Anschlussabschnitte (104.5, 104.6) aufweist, die zur Verbindung mit der den Reibelementträger
(104.3) tragenden Fahrzeugkomponente (103; 202) ausgebildet sind, wobei die beiden
Anschlussabschnitte (104.5, 104.6) quer zu der Längsachse des Reibelementträgers (104.3)
zueinander beabstandet sind.
und/oder
- wobei wenigstens einer der Anschlussabschnitte (104.5, 104.6) insbesondere dazu
ausgebildet ist, spielfrei, insbesondere starr, mit der den Reibelementträger (104.3)
tragenden Fahrzeugkomponente (103; 202) verbunden zu werden.
8. Drehhemmungseinrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Trägerarm (104.3) im Wesentlichen dreieckförmig ausgebildet ist, wobei
- sich der Anschlussbereich (104.4) insbesondere zwischen zwei Eckbereichen des Trägerarms
(104.3) erstreckt und das erste Reibelement (104.1) in dem dritten Eckbereich des
Trägerarms (104.3) angeordnet ist.
9. Drehhemmungseinrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Trägerarm (104.3) um eine Trägheitsachse ein Flächenträgheitsmoment aufweist,
wobei die Trägheitsachse quer zu einer durch die Längsachse des Trägerarms (104.3)
und die Hochachse des Fahrzeugs definierte Ebene verläuft, und
- das Flächenträgheitsmoment in Richtung der Längsachse des Trägerarms (104.3) variiert,
insbesondere zum zweiten Ende hin abnimmt, wobei
- das Flächenträgheitsmoment insbesondere derart variiert, dass sich eine im Normalbetrieb
des Fahrzeugs zu erwartende Deformation des Trägerarms (104.3) im Wesentlichen nicht
bis in den Anschlussbereich (104.4) erstreckt.
10. Drehhemmungseinrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Trägerarm (104.3) in einer quer zu seiner Längsachse verlaufenden Querschnittsebene
einen Querschnitt aufweist, wobei
- der Querschnitt des Trägerarms (104.3) in Richtung der Längsachse des Trägerarms
(104.3) abnimmt.
11. Fahrzeug, insbesondere Schienenfahrzeug, mit einem Fahrwerk (103), einem darauf abgestützten
Wagenkasten (102; 202) und einer Drehhemmungseinrichtung (104; 204) nach einem der
vorhergehenden Ansprüche, wobei
- der Reibelementträger (104.3) derart um eine Hochachse des Fahrzeugs drehfest mit
dem Fahrwerk (103) oder dem Wagenkasten (102; 202) verbunden ist, dass der Wagenkasten
(102; 202) über das erste Reibelement (104.1) auf dem Fahrwerk (103) abgestützt ist,
- der Wagenkasten (102; 202) relativ zu dem Fahrwerk (103) unter einer eine Drehung
um die Hochachse hemmenden reibungsbehafteten Relativbewegung zwischen dem ersten
Reibelement (104.1) und einem zweiten Reibelement (104.2) drehbar ist, und
- die Krafterzeugungseinrichtung (104.7; 204.7) mit der den Reibelementträger (104.3)
tragenden Fahrzeugkomponente (103; 202) verbunden ist, wobei
- der Reibelementträger (104.3) und die Krafterzeugungseinrichtung (104.7) insbesondere
mit dem Fahrwerk (103) verbunden sind.
12. Fahrzeug nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Fahrwerk (103) einen Fahrwerksrahmen (103.3) und eine Wiege (103.5) umfasst,
die über eine Sekundärfederung (103.4) auf dem Fahrwerksrahmen (103.3) abgestützt
ist und in Querrichtung des Fahrzeugs verläuft,
- der Wagenkasten (102; 202) über die Drehhemmungseinrichtung (104; 204) auf der Wiege
(103.5) abgestützt ist und
- die Drehhemmungseinrichtung (104; 204) in einem Endbereich der Wiege (103.5) angeordnet
ist, wobei
- der Reibelementträger (104.3) und die Krafterzeugungseinrichtung (104.7) insbesondere
mit der Wiege (103.5) verbunden sind.
13. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Wagenkasten (102) über eine die Drehachse der Relativbewegung zwischen dem Wagenkasten
(102) und dem Fahrwerk (103) definierende Lagereinrichtung (105) in Richtung der Hochachse
auf dem Fahrwerk (103) abgestützt ist.
14. Fahrzeug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereinrichtung (105) nach Art eines Drehkranzes ausgebildet ist.