[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von aus Druckbogen bestehenden
Stapeln, wobei die Druckbogen mit einer Fördervorrichtung einer sich horizontal erstreckenden
Stapelauflage zugeführt und auf dieser senkrecht aneinander gereiht werden, ein sich
bildender Stapel von einer Stützvorrichtung an einer von der Fördervorrichtung abgewendeten
und an einer dieser zugewendeten Stapelseite abgestützt wird, ein gebildeter Stapel
einer einen ersten und einen zweiten Presswagen aufweisenden Presseinrichtung übergeben,
zwischen den beiden Presswagen abgepresst und der abgepresste Stapel umreift wird.
Zudem betrifft die Erfindung eine entsprechende Vorrichtung zum Herstellen von aus
Druckbogen bestehenden Stapeln.
[0002] Nach der Druckmaschine werden Druckbogen für die Weiterverarbeitung zu Büchern, Zeitschriften
und dergleichen als sogenannte Stangen gestapelt. Zum Bilden der Stangen werden die
Druckbogen im Schuppenstrom senkrecht von oben nach unten auf eine horizontale Stapelauflage
gefördert. Der sich bildende Stapel bzw. die Stange wird hierbei an beiden Stapelseiten
von einer Stützvorrichtung abgestützt. Hat der Stapel bzw. die Stange die gewünschte
Länge erreicht, so wird dieser von der Stützvorrichtung an zwei Presswagen übergeben.
Mit diesen beiden Presswagen wird der Stapel abgepresst und schliesslich umreift.
Unter dem Umreifen eines Stapels wird jeder Vorgang verstanden, bei dem der abgepresste
Stapel für den Weitertransport stabilisiert bzw. gehalten wird. Der umreifte Stapel
wird der Weiterverarbeitung zugeführt, beispielsweise an einen Anleger übergeben.
Während dem Abpressen und Umreifen eines Stapels wird auf der Stapelauflage gleichzeitig
ein nächster Stapel gebildet.
[0003] An solche Verfahren werden hohe Anforderungen bezüglich der Zykluszeit und der Zuverlässigkeit
gestellt, um die zugeführte Menge der Druckbogen verarbeiten zu können. Die Zykluszeit
sollte möglichst kurz sein, ohne dass hierbei die Zuverlässigkeit beeinträchtigt wird.
[0004] Durch die
EP-A-1 405 809 ist eine Vorrichtung bekannt geworden, die zur Verkürzung der Zykluszeit eine Stützvorrichtung
aufweist, welche ein drittes, dem in Stapelförderrichtung vorderen Ende des Stapels
zugeordnetes, anhebbares Stützelement aufweist. Das dritte Stützelement soll unabhängig
von einem ersten und zweiten Stützelement entlang der Stapelauflage antreibbar gesteuert
sein, wodurch mehr Handlungsfreiheit und eine höhere Produktionsleistung erwirkbar
sein sollen. Die Stützvorrichtung dient auch als Trennvorrichtung zum Abtrennen eines
nachfolgenden Stapels. Nachteilig ist der vergleichsweise komplexe Aufbau der Stütz-
bzw. Trennvorrichtung.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu
schaffen, welche ebenfalls eine kürzere Zykluszeit ermöglichen, jedoch kostengünstiger
sind. Die Aufgabe ist gemäss Anspruch 1 dadurch gelöst, dass der erste Presswagen
nach dem Umreifen eines abgepressten Stapels zu einem sich auf der Stapelauflage bildenden
weiteren Stapel gefahren wird und dessen Abstützung an der von der Fördervorrichtung
abgewendeten Stapelseite von der Stützvorrichtung übernimmt, die danach sofort frei
ist und zum Trennen des Stapels zur Verfügung steht. Dadurch ist es möglich, ohne
wesentlich grösseren konstruktiven Aufwand eine kürzere Zykluszeit zu erreichen. Die
Stützvorrichtung kann vergleichsweise einfach ausgebildet sein und benötigt kein drittes
Stützelement. Die Zeiteinsparung pro Zyklus ist besonders bei der Herstellung von
vergleichsweise kurzen Stapelpaketen gross.
[0006] Durch eine Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der umreifte Stapel aus
der Vorrichtung abgeführt wird, wonach der zweite Presswagen ebenfalls zu dem sich
bildenden weiteren Stapel gefahren wird und dessen Abstützung vom ersten Presswagen
übernimmt. Der erste Presswagen stützt den sich bildenden Stapel somit nur vorübergehend.
Nach der Übernahme durch den zweiten Presswagen wird der damit frei gewordene erste
Presswagen zu der der Fördervorrichtung zugewendeten Stapelseite des weiteren Stapels
gefahren und übernimmt dort die Stützfunktion der Stützvorrichtung.
[0007] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der erste Presswagen
wenigstens ein Stützelement aufweist, das den weiteren Stapel an seiner von der Fördervorrichtung
abgewendeten Stapelseite abstützt und zum Abstützen von einer äusseren in eine innere
Stellung bewegt wird. Sobald der sich bildende weitere Stapel an seiner von der Fördervorrichtung
abgewendeten Seite vom zweiten Presswagen abgestützt ist, wird das Stützelement wieder
in seine äussere, d.h. zurückgezogene Stellung bewegt. Insbesondere ist hierbei vorgesehen,
dass das wenigstens eine Stützelement zwischen seiner inneren und äusseren Stellung
im Wesentlichen quer zur Stapelförderrichtung bewegt wird.
[0008] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum Herstellen von aus Druckbogen bestehenden
Stapeln. Diese ist
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen Stützelemente aufweist, mit denen ein sich bildender Stapel
an einer von der Fördervorrichtung abgewendeten Stapelseite abstützbar ist. Eine solche
Vorrichtung eignet sich insbesondere zum Durchführen des genannten Verfahrens und
ermöglicht die Herstellung von aus Druckbogen bestehenden Stapeln in einer besonders
kurzen Zykluszeit. Die Vorrichtung kann vergleichsweise kostengünstig hergestellt
werden und ist trotzdem zuverlässig.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der erste Presswagen
zwei Pressorgane aufweist, die zum Abpressen eines auf der Stapelauflage gebildeten
Stapels jeweils eine von der Fördervorrichtung abgewendete Rückseite aufweisen. Diese
Pressorgane sind vorzugsweise in einem Abstand zueinander angeordnet und quer zur
Stapelförderrichtung verfahrbar. Der Abstand zwischen den Pressorganen kann dadurch
einfach an das Format der Druckbogen bzw. an die Breite des Stapels angepasst werden.
[0010] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Stützelemente wenigstens
an einem der beiden Pressorgane, an dessen der Fördervorrichtung zugewendeten Seite
angeordnet sind. Die Stützelemente können somit zusammen mit den Pressorganen quer
zur Stapelförderrichtung verstellt werden. Vorzugsweise ist an jedem Pressorgan ein
Stützelement angeordnet. Die Stützelemente sind vorzugsweise von einer inneren in
eine äussere Stellung verfahrbar. In der äusseren Stellung beengen sie den Zwischenraum
zwischen den Pressorganen nicht. Es können deshalb auch vergleichsweise breite Stapel
gebildet werden, beispielsweise Stapel aus Doppelnutzen, d.h. aus zwei zusammenhängend
hergestellten, gleichen Produkten, die erst in einem nachfolgenden Verfahrensschritt
getrennt werden. Die Stützelemente können beispielsweise als Bügel, Platten oder dergleichen
ausgebildet sein und verschwenkt, verschoben oder anderweitig zwischen den beiden
Stellungen bewegt werden. Ihr Antrieb erfolgt beispielsweise mit einem Stellzylinder,
wobei aber auch andere Antriebsmittel denkbar sind.
[0011] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1 - 7
- schematische Seitenansichten der erfindungsgemässen Vorrich- tung in unterschiedlichen
Phasen eines Verarbeitungs-Zyklus,
- Figuren 8 - 18
- schematische Draufsichten auf Teile der erfindungsgemässen Vor- richtung in unterschiedlichen
Phasen eines Verarbeitungs-Zyklus,
- Figur 19
- eine Ansicht des ersten Presswagens,
- Figur 20
- eine weitere Ansicht des ersten Presswagens,
- Figur 21
- eine räumliche Ansicht des ersten Presswagens,
- Figur 22
- eine weitere räumliche Ansicht des ersten Presswagens und
- Figuren 23, 24
- weitere Ansichten des ersten Presswagens.
[0013] Die Vorrichtung 1 besitzt gemäss Figur 1 ein Maschinengestell 2, das eine sich horizontal
erstreckende Stapelauflage 3 aufweist. Der Stapelauflage 3 werden mit einer Fördervorrichtung
4 Druckbogen 6 (Figur 8) aus einem Schuppenstrom in etwa senkrechter Richtung von
oben zugeführt. Solche beispielsweise aus zwei Bändern bestehende Fördervorrichtungen
4 für Schuppenströme sind dem Fachmann gut bekannt und brauchen hier deshalb nicht
weiter erläutert zu werden. Auf der Stapelauflage 3 wird durch Zuführung weiterer
Druckbogen 6 ein stetig anwachsender Stapel 5 gebildet, der eine von der Fördervorrichtung
4 abgewandte sowie eine dieser zugewandte Stapelseite 38, 39 aufweist (Figur 3). Gemäss
Figur 1 wird der Stapel 5 an der von der Fördervorrichtung 4 abgewendeten Stapelseite
38 von einem ersten Stütz- und Trennelement 8 einer Stützvorrichtung 7 abgestützt.
Die Stützvorrichtung 7 besitzt ein zweites Stütz- und Trennelement 9, mit welchem
dem sich bildenden Stapel 5 in an sich bekannter Weise eine zuvor in die Stapelauflage
3 eingeführte, erste Endplatte 10 zugeführt wird. Durch die Zufuhr weiterer Druckbogen
6 zur Stapelauflage 3 wandert die Stapelseite 38 in einer Stapelförderrichtung 13
nach rechts. Dementsprechend wird die Stützvorrichtung 7 beim Bilden des Stapels 5
zumindest zeitweise ebenfalls nach rechts bewegt.
[0014] Die Vorrichtung 1 besitzt zudem eine Presseinrichtung 29 mit einem ersten Presswagen
15 und einem zweiten Presswagen 16. Die beiden Presswagen 15 und 16 sind sowohl in
als auch entgegen der Stapelförderrichtung 13 verfahrbar. Zwischen den beiden Presswagen
15 und 16 kann ein auf die oben beschriebene Weise gebildeter Stapel 5 in einem nachfolgenden
Verfahrensschritt abgepresst, d.h. im Wesentlichen die zwischen den einzelnen Druckbogen
6 befindlichen Luftpolster ausgepresst und der Stapel 5 somit komprimiert werden.
An die von der Fördervorrichtung 4 abgewendete Stapelseite 38 wird dazu die genannte
ersten Endplatte 10 und an die der Fördervorrichtung 4 zugewendete Stapelseite 39
eine zweite Endplatte 11 angelegt, welche beispielsweise aus Holz bestehen. Die auf
der rechten Seite der Figur 1 dargestellten Pfeile 32 deuten die Richtungen der Kräfte
an, mit denen ein zuvor gebildeter Stapel 5 zu einem Stapel 5' abgepresst wird. Eine
in diesem Bereich der Vorrichtung 1 angeordnete, dem Fachmann bekannte Umreifvorrichtung
12 dient zum Umreifen des abgepressten Stapels 5'. Die Art, wie der Stapel 5' umreift
und damit stabilisiert wird, ist für die Erfindung nicht wesentlich, es geht hier
lediglich darum, den abgepressten Stapel 5' sicher zu einer nachfolgenden Weiterverarbeitung
abtransportieren zu können.
[0015] Bei dem in Figur 2 gezeigten Verfahrensschritt wird der abgepresste und umreifte
Stapel 5' gemäss Pfeil 14 gerade zur Weiterverarbeitung abtransportiert. Der dadurch
freigewordene erste Presswagen 15 wurde in Figur 2 bereits nach links zu dem sich
bildenden Stapel 5 verfahren, während der zweite Presswagen 16 in seiner Position
am rechten Ende der Vorrichtung 1 noch durch den abgepressten und umreiften Stapel
5' blockiert ist . Die Stützfunktion des Stapels 5 wird in dieser Situation noch vom
zweiten Stütz- und Trennelement 9 wahrgenommen, welches die erste Endplatte 10 gegen
den Stapel 5 drückt. Das erste Stütz- und Trennelement 8 wurde bereits nach unten
bewegt und ist somit nicht mehr im Eingriff mit dem sich bildenden Stapel 5. Anschliessend
durchgreift der in Richtung des sich bildenden Stapels 5 bewegte erste Presswagen
15 das zweite, beispielsweise gabelförmig ausgebildete Stütz- und Trennelement 9 und
übernimmt damit die Abstützung des Stapels 5 an der Stapelseite 38. Dazu besitzt das
zweite Stütz- und Trennelement 9 beispielsweise hier nicht gezeigte Schlitze, welche
vom ersten Presswagen 15 durchgriffen werden können.
[0016] Da der Stapel 5 nun vom ersten Presswagen 15 gestützt wird, ist das zweite Stütz-und
Trennelement 9 ebenfalls frei. Es wird daher zunächst nach unten sowie nach links
verfahren und gelangt gemeinsam mit dem ersten Stütz- und Trennelement 8 in die in
Figur 3 gezeigte Stellung. Hierbei fahren die beiden Stütz- und Trennelemente 8 und
9 von unten in den Stapel 5 und trennen dadurch einen nachfolgenden, sich ausbildenden
Stapel 5" vom Stapel 5 ab. Dieses Abtrennen eines Stapels 5" ist dem Fachmann an sich
bekannt. Zum Stand der Technik wird hierzu beispielsweise auf die
EP-A-0 623 542,
EP-A-0 847 949 und
EP-A-0 872 443 verwiesen.
[0017] Der nach dem Abtransport des abgepressten und umreiften Stapels 5' ebenfalls freigewordene
zweite Presswagen 16 fährt nun ebenfalls nach links und übernimmt schliesslich die
Stützfunktion des ersten Presswagens 15. Dies ist in Figur 3 gezeigt. Die beiden Stütz-
und Trennelemente 8 und 9 fahren daraufhin entsprechend Fig. 4 auseinander, so dass
sich der Stapel 5" weiter bilden kann. Das zweite Trennelement 9 und der zweite Presswagen
16 fahren anschliessend nach rechts in die in Figur 5 gezeigte Stellung, wobei das
zweite Trennelement 9 durch den im Wesentlichen nicht bewegten, ersten Presswagen
15 hindurchgeführt wird. Hat der dabei mitgeführte Stapel 5 die in Figur 5 gezeigte
Stellung erreicht, wird der erste Presswagen 15 herangefahren und übernimmt nun die
Stützfunktion des zweiten Stütz- und Trennelementes 9 an der der Fördervorrichtung
4 zugewendeten Stapelseite 39. Das zweite Stütz- und Trennelement 9 der Stützvorrichtung
7 wird dadurch frei und in die in Figur 6 gezeigte untere Stellung gefahren. Die beiden
Presswagen 15 und 16 pressen den Stapel 5 ab und fahren ihn in die in Figur 7 gezeigte
Stellung, in der er umreift wird. Gleichzeitig wird das zweite Trennelement 9 wieder
in die in Figur 1 gezeigte Stellung verfahren. Der geschilderte Verfahrensablauf kann
nun mit dem nachfolgenden Stapel 5" wiederholt werden.
[0018] Zum einfacheren Verständnis sind die Verfahrensabläufe in den Figuren 8 bis 18 in
Draufsicht auf Teile der Vorrichtung 1 gezeigt. Vom ersten Presswagen 15 sind in Figur
8 lediglich zwei im Abstand zu einander angeordnete Pressorgane 18 gezeigt, die im
Wesentlichen gleich ausgebildet sein können und sich in Stapelförderrichtung 13 erstrecken.
Jedes Pressorgan 18 besitzt eine Pressbacke 21 (Fig. 19, 20), an der ein bewegliches
Stützelement 30 angeordnet ist.
[0019] In der Figur 9 wird der sich bildende Stapel 5 vom ersten Stütz- und Trennelement
8 abgestützt. Danach wird die erste Endplatte 10 mit dem hier nicht gezeigten zweiten
Stütz- und Trennelement 9 gegen den Stapel 5 verfahren, so dass das erste Stütz-und
Trennelement 8 entfernt werden kann. Die Figur 10 zeigt die Vorrichtung 1 in einem
anschliessenden Verfahrensschritt, in dem der Stapel 5 an der von der Fördervorrichtung
4 abgewendeten Stapelseite 38 vom ersten Presswagen 15 abgestützt ist. Dazu sind die
beiden Stützelemente 30 jeweils an die erste Endplatte 10 angelegt. Der Stapel 5 befindet
sich hierbei teilweise in einem Zwischenraum 33 zwischen den beiden Pressorganen 18.
[0020] Die Figur 11 zeigt die Bewegung des zweiten Presswagens 16 hin zum Stapel 5. Der
zweite Presswagen 16 fährt mit zwei Backen 34 in den Zwischenraum 33 der beiden Pressorgane
18 in die in Figur 12 gezeigte Stellung. Die beiden Backen 34 liegen nun mit einem
vorderen Ende an der ersten Endplatte 10 an und stützen diese ab, wodurch der Stapel
5 an der Stapelseite 38 nunmehr durch den zweiten Presswagen 16 abgestützt wird. Daraufhin
werden die beiden Pressorgane 18 des ersten Presswagens 15 quer zur Stapelförderrichtung
13 auseinander gefahren. Gleichzeitig werden die beiden Stützelemente 30 in ihre in
Figur 13 gezeigte zurückgezogene Stellung bewegt. Die Bewegung kann eine Schwenkbewegung,
eine Schiebebewegung oder eine sonstige Bewegung sein. Wie ersichtlich schränken die
Stützelemente 30 den Zwischenraum 33 zwischen den Pressorganen 18 in dieser zurückgezogenen
Stellung nicht ein. Der Zwischenraum 33 ist damit für den in Förderrichtung 13 erfolgenden
Durchgang des Stapels 5 frei, wobei der Stapel 5 dabei auch wesentlich breiter sein
könnte, als in Figur 13 gezeigt.
[0021] Die Figuren 14 und 15 zeigen die Bewegung des bereits zuvor durch die Stütz- und
Trennelemente 8, 9 vom Stapel 5" abgetrennten Stapels 5 in Stapelförderrichtung 13,
d.h. in Richtung der Umreifvorrichtung 12. Der Stapel 5 wird dabei an der Stapelseite
39 vom zweiten Stütz- und Trennelement 9 und an der Stapelseite 38 vom zweiten Presswagen
16 abgestützt. Das Stütz- und Trennelement 8 stützt den sich bildenden Stapel 5" ab.
Die Figuren 16 und 17 zeigen die anschliessende Bewegung des ersten Presswagens 15
in eine Stützposition, in welcher dieser an der Stapelseite 39 anliegt, so dass das
zweite Stütz- und Trennelement 9 nach unten weg bewegt werden kann. Die der Figur
7 entsprechende Figur 18 zeigt schliesslich den Stapel 5 im Bereich der Umreifvorrichtung
12.
[0022] Anhand der Figuren 19 bis 22 wird nachfolgend der erste Presswagen 15 näher erläutert.
[0023] Der erste Presswagen 15 besitzt ein Gestell 17, an dem vier Führungsrollen 19 befestigt
sind, an denen der erste Presswagen 15 an hier nicht gezeigten Schienen verfahrbar
ist. Weiter ist am Gestell 17 eine sich quer erstreckende Achse 26 befestigt, an welcher
die beiden Pressorgane 18 mit jeweils einem Lager 27 verschiebbar gelagert sind. Die
Pressorgane 18 können jeweils mit einem Motor 23 und einem endlosen Antriebsorgan
31 zur Veränderung ihres in Figur 19 gezeigten Abstandes 35 auf der Achse 26 verschoben
werden. Der Abstand 35 zwischen den Pressorganen 18 kann somit verkleinert oder vergrössert
werden. Dadurch ist eine Anpassung an unterschiedliche Stapelbreiten möglich, so dass
beispielsweise auch sehr schmale oder sehr breite Stapel verarbeitet werden können.
Breite Stapel 5 sind beispielsweise solche aus Doppelnutzen.
[0024] Am Gestell 17 ist ein weiterer Motor 22 befestigt (Figur 21), der dazu dient, beim
Abpressen eines Stapels 5 die erforderliche Presskraft aufzubringen. Der Motor 22
wirkt hierbei über zwei Zahnräder 37 (Figur 19) auf hier nicht gezeigte Zahnstangen.
Selbstverständlich ist auch eine andere Kraftübertragung denkbar. Kabel 20 dienen
der elektrischen Versorgung des Motors 22. Weiterhin sind nicht dargestellte pneumatische
und elektrische Anschlüsse und solche für eine hier nicht gezeigte Steuervorrichtung
vorgesehen.
[0025] An den beiden Pressorganen 18 ist jeweils ein Stützelement 30 angeordnet, das vorzugsweise
stab- oder bügelförmig ausgebildet ist. Die Stützelemente 30 sind jeweils an einem
oberen Ende über ein Gestänge 28 (Figur 22) schwenkbar an einer Pressbacke 21 gelagert.
Jedes Stützelement 30 ist über das Gestänge 28 mit einem pneumatischen Stellzylinder
25 verbunden, der an der entsprechenden Pressbacke 21 befestigt ist. Durch Betätigen
der Stellzylinder 25 können die Stützelemente 30 zwischen einer in den Figuren 19,
21 und 23 gezeigten zurückgezogenen, äusseren Stellung und einer in den Figuren 20,
22 und 24 gezeigten aktiven, inneren Stellung bewegt werden. In der aktiven Stellung
ragen die Stützelemente in den Zwischenraum 33 zwischen den beiden Pressbacken 21
hinein. Die mittels der Stellzylinder 25 erfolgende Bewegung der Stützelemente 30
wird über die hier nicht gezeigte Steuervorrichtung gesteuert. In der zurückgezogenen
Stellung sind die Stützelemente 30 hinter den Pressbacken 21 angeordnet, so dass sie
den Zwischenraum 33 nicht beengen und die maximale Breite für den Durchgang des Stapels
5 zur Verfügung steht. Auch vergleichsweise breite Stapel 5 können ohne Kollisionsgefahr
durch den ersten Presswagen 15 hindurchgeführt werden. Wie insbesondere die Figur
24 erkennen lässt, befinden sich die Stützelemente 30 an einer der Fördervorrichtung
4 zugewendeten Seite 36 der Pressbacken 21 und damit des ersten Presswagens 15. Die
Rückseite 24 der Pressbacken 21 bildet eine Fläche, an welcher ein Stapel 5 abgepresst
wird.
[0026] Die Stützelemente 30 sind hier nach unten gerichtete stabförmige Bügel. Sie können
jedoch auch plattenförmig ausgebildet und seitlich verschiebbar gelagert sein. Grundsätzlich
können die Stützelemente 30 auch als nicht bewegbare Flächen der der Fördervorrichtung
4 zugewendeten Seite 36 der Pressbacken 21 ausgebildet sein. Wesentlich ist eine solche
Ausbildung der Stützelemente 30, mit der sie bei einem sich bildenden Stapel 5, 5"
solange eine Stützfunktion übernehmen können, bis hierzu der zweite Presswagen 16
zur Verfügung steht. Damit kann der erste Presswagen 25, ausser der bisher üblichen
Pressfunktion, vorteilhaft auch eine Stützfunktion übernehmen. Die Stützelemente 30
können mit einem vergleichsweise kleinen konstruktiven Aufwand realisiert werden,
so dass sich keine wesentlich höheren Herstellungskosten ergeben. Trotzdem kann die
Zykluszeit wesentlich vermindert werden.
[0027] Da der zweite Presswagen 16 nach dem Abpressen und ggf. Umreifen eines Stapels unabhängig
von dessen Länge zwangsläufig auf den erfolgten Abtransport warten muss, bevor er
zur Abstützung des sich ausbildenden neuen Stapels entgegen der Stapelförderrichtung
13 verfahren werden kann, ist die mit dem erfindungsgemässen Verfahren und der entsprechenden
Vorrichtung erreichbare Zeiteinsparung bzw. die Erhöhung der Leistung bei vergleichsweise
kurzen Stapeln 5 besonders gross.
1. Verfahren zum Herstellen von aus Druckbogen bestehenden Stapeln, wobei die Druckbogen
(6) mit einer Fördervorrichtung (4) einer sich horizontal erstreckenden Stapelauflage
(3) zugeführt und auf dieser senkrecht aneinander gereiht werden, ein sich bildender
Stapel (5) von einer Stützvorrichtung (7) an einer von der Fördervorrichtung (4) abgewendeten
und an einer dieser zugewendeten Stapelseite (38, 39) abgestützt wird, ein gebildeter
Stapel (5) einer einen ersten sowie einen zweiten Presswagen (15, 16) aufweisenden
Presseinrichtung (29) übergeben, zwischen den beiden Presswagen (15, 16) zu einem
Stapel (5') abgepresst und der abgepresste Stapel (5') umreift wird, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen (15) nach dem Umreifen eines abgepressten Stapels (5') zu einem
sich auf der Stapelauflage (3) bildenden weiteren Stapel (5) gefahren wird und dessen
Abstützung an der von der Fördervorrichtung (4) abgewendeten Stapelseite (38) von
der Stützvorrichtung (7) übernimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der umreifte Stapel (5') abgeführt und der zweite Presswagen (16) danach ebenfalls
zu dem sich bildenden weiteren Stapel (5) gefahren wird und dessen Abstützung vom
ersten Presswagen (15) übernimmt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen (15) nach der Übernahme der Abstützung des weiteren Stapels
(5) durch den zweiten Presswagen (16) zu der der Fördervorrichtung (4) zugewendeten
Stapelseite (39) des weiteren Stapels (5) gefahren wird und an dieser Stapelseite
(39) dessen Abstützung von der Stützvorrichtung (7) übernimmt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Presswagen (15) wenigstens ein Stützelement (30) aufweist, das den weiteren
Stapel (5) an der von der Fördervorrichtung (4) abgewendeten Stapelseite (38) abstützt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Stützelement (30) zum Abstützen des weiteren Stapels (5) von
einer äusseren Stellung in eine innere Stellung bewegt wird.
6. Vorrichtung zum Herstellen von Stapeln aus fortlaufend einer sich horizontal erstreckenden
Stapelauflage (3) zugeführten, senkrecht aneinander gereihten Druckbogen (6), mit
einer die Druckbogen (6) der Stapelauflage (3) zuführenden Fördervorrichtung (4) und
einer zum Bilden eines Stapels (5) in diesen eingreifenden Stützvorrichtung (7), mit
welcher ein sich bildender Stapel (5) stützbar und einer Presseinrichtung (29) übergebbar
ist, die einen ersten Presswagen (15) und einen zweiten Presswagen (16) aufweist,
zwischen denen ein gebildeter Stapel (5) abpressbar ist, wobei der erste Presswagen
(15) mit einer der Fördervorrichtung (4) abgewendeten Rückseite (24) an den abzupressenden
Stapel (5) anlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen (15) Stützelemente (30) aufweist, mit denen ein sich bildender
Stapel (5) an einer der Fördervorrichtung (4) abgewendeten Stapelseite (38) abstützbar
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen (15) wenigstens ein und vorzugsweise zwei bewegbare Stützelemente
(30) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Stützelement (30) zwischen einer inneren und einer äusseren Stellung
bewegbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Stützelemente (30) zwischen der inneren und der äusseren Stellung
bewegbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Stützelement (30) ein schwenkbarer Bügel ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Presswagen (15) zwei quer zu einer Stapelförderrichtung (13) bewegbar gelagerte
Pressorgane (18) aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Stützelement (30) an einem der beiden Pressorgane (18) angeordnet
ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützelemente (30) an einer der Fördervorrichtung (4) zugewendeten Seite (36)
des ersten Presswagens (15) angeordnet sind.