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EP 2 159 293 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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08.07.2015 Patentblatt 2015/28 |
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Anmeldetag: 20.08.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Kriechbeständige Magnesiumlegierung
Creep-resistant magnesium alloy
Alliage de magnesium résistant au fluage
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Priorität: |
26.08.2008 DE 102008039683
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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03.03.2010 Patentblatt 2010/09 |
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Patentinhaber: Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH |
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21502 Geesthacht (DE) |
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Erfinder: |
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- Dieringa, Hajo
21394 Südergellersen (DE)
- Hort, Norbert
21339 Lüneburg (DE)
- Kainer, Karl Ulrich
21522 Hohnstorf (DE)
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Vertreter: UEXKÜLL & STOLBERG |
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Patentanwälte
Beselerstrasse 4 22607 Hamburg 22607 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 0 461 633 EP-A1- 1 418 248 JP-A- 9 271 919 US-A1- 2003 039 575
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EP-A1- 0 549 998 EP-A1- 1 553 195 JP-A- 2001 107 171 US-A1- 2004 247 480
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine kriechbeständige Magnesiumlegierung.
[0002] Magnesium enthaltende Metallegierungen werden in grossem Umfang in der Automobilindustrie,
der Elektronikindustrie, der Luft/Raumfahrt-Industrie und auf verschiedenen anderen
Gebieten der Technik eingesetzt. Dabei sind insbesondere solche Legierungen von Vorteil,
die hochtemperaturkriechfest sind und daher in einer Umgebung mit hoher Temperatur
eingesetzt werden können.
[0003] Es sind bereits verschiedene Magnesiumlegierungen entwickelt und genormt worden,
wie die Magnesiumlegierungen JIS H 5203 (MC1-MC10) und JIS H 5303 (MDC1A, MDC1B).
Für den Einsatz bei hohen Temperaturen ist die von der Firma Dow Chemical entwikkelte
Legierung A mit der Zusammensetzung Mg-4%Al-2%SE (SE - Seltene Erdelemente) ebenfalls
gut bekannt.
[0004] Solche wärmebeständigen Magnesiumlegierungen sind jedoch beim Formguss schlecht anwendbar,
wo nach dem Formen eines Metallgegenstandes eine schnelle Abkühlung bewirkt werden
muss.
[0005] Die
DE 44 46 898 A1 offenbart kriechbeständige Magnesiumlegierungen, enthaltend: 1,5 bis 10 Gew.-% Aluminium
(Al), weniger als 2 Gew.-% Seltene Erdelemente (SE), 0,25 bis 5,5 Gew.-% Calcium (Ca)
und Magnesium als Rest. Zusätzlich kann die Legierung 0,2 bis 2,5 Gew.-% Kupfer und/oder
Zink enthalten.
[0006] Die in solchen Legierungen enthaltenen Seltenen Erdelemente erhöhen allerdings die
Kosten der Legierung.
[0007] Die
DE 22 01 460 A1 offenbart ebenfalls kriechbeständige Magnesiumlegierungen mit einem Gehalt an Aluminium
und gegebenenfalls einem weiteren Element, ausgewählt aus Kalzium, Zirkon, Titan,
Silizium, Strontium, Yttrium, Cer oder Barium. Eine Kombination von Barium und Kalzium
als zusätzliche Elemente ist nicht offenbart.
[0008] Die
EP 1 553 195 A1 offenbart ebenfalls kriechbeständige Magnesiumlegierungen mit einem Gehalt an Zink,
Mangan, Strontium und mindestens einem Element aus Antimon und Calcium, die zur AZ91-Legierung
als Kornfeinungsmittel zugegeben werden.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, eine Magnesiumlegierung
anzugeben, mit der die Nachteile des oben angesprochenen Standes der Technik überwunden
werden können und die zudem eine höhere Kriechbeständigkeit aufweist.
[0010] Die Aufgabe wird durch eine Magnesium enthaltende Metallegierung oder Magnesiumlegierung
gelöst, die bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung aus 1 bis 9 Gew.-% Aluminium
(Al), 0,5 bis 5 Gew.% Barium (Ba), 0,5 bis 5 Gew.-% Kalzium (Ca), gegebenenfalls Zinn,
Lithium, Yttrium, Neodym, Cer und/oder Praseodym in Anteilen von jeweils bis zu 7
Gew.% sowie Magnesium (Mg) und unvermeidbaren herstellungsbedingten Verunreinigungen
als Rest besteht. Vorzugsweise sind die unvermeidbaren herstellungsbedingten Verunreinigungen
in einer Gesamtmenge bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung von nicht über 2
Gew.% vorhanden. Der Anteil an Aluminium beträgt vorzugsweise 2 bis 7 Gew.%, bevorzugter
3 bis 6 Gew.%. Der Anteil an Barium beträgt vorzugsweise 1 bis 4 Gew.%, bevorzugter
1,5 bis 3 Gew.%. Der Anteil an Kalzium beträgt vorzugsweise 1 bis 4 Gew.%, bevorzugter
1,5 bis 3 Gew.%.
[0011] Die erfindungsgemäße Magnesiumlegierung findet vielfältige Anwendungsbereiche; vorzugsweise
kann sie zur Herstellung von Bauteilen von Automobilen, Schiffen und/oder Flugzeugen,
bevorzugter zur Herstellung von Antriebssträngen oder deren Bauteilen verwendet werden.
[0012] Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die beigefügte Figur näher erläutert.
Figur 1 zeigt die Kriechverformung in Abhängigkeit der Zeit bei einer anliegenden
Spannung von 80 MPa und einer Temperatur von 200°C von zwei erfindungsgemäßen Magnesiumlegierungen
(ABC-Legierungen) mit einem Gehalt von etwa 4 Gew.% Aluminium, etwa 2 Gew.% Barium
und etwa 1 Gew.% Kalzium (ABC421) bzw. etwa 4 Gew.% Aluminium, etwa 2 Gew.% Barium
und etwa 2 Gew.% Kalzium (ABC422) im Vergleich zur herkömmlichen Legierung AE42, wobei
E für Seltenerdelemente steht, bzw. einer Legierung mit der Bezeichnung MRI230D der
Firma Dead Sea Magnesium, die neben Aluminium und Kalzium Seltenderdelemente enthält.
[0013] Die erfindungsgemäßen Legierungen weisen eine deutlich geringere Kriechverformung
als die jeweiligen Vergleichslegierungen auf. Daraus folgt, dass man bei konstanter
Spannung entweder die Temperatur noch erhöhen darf oder dass man ein Bauteil deutlich
länger belasten kann.
1. Magnesiumlegierung, die bezogen auf das Gesamtgewicht der Legierung aus folgenden
Bestandteilen besteht: 1 bis 9 Gew.% Aluminium,
0,5 bis 5 Gew. % Barium,
0,5 bis 5 Gew.% Kalzium,
gegebenenfalls Zinn, Lithium, Yttrium, Neodym, Cer und/oder Praseodym in Anteilen
von jeweils bis zu 7 Gew.% und
Magnesium und unvermeidbare herstellungsbedingte Verunreinigungen als Rest.
2. Magnesiumlegierung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Aluminium 2 bis 7 Gew.%, vorzugsweise 3 bis 6 Gew.% beträgt.
3. Magnesiumlegierung nach einem der Patentansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Barium 1 bis 4 Gew.%, vorzugsweise 1,5 bis 3 Gew.% beträgt.
4. Magnesiumlegierung nach einem der vorgehenden Patentensprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Kalzium 1 bis 4 Gew.%, vorzugsweise 1,5 bis 3 Gew.% beträgt.
5. Verwendung einer Magnesiumlegierung gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 4 zur Herstellung
von Bauteilen von Automobilen, Schiffen und/oder Flugzeugen.
6. Verwendung einer Magnesiumlegierung gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 4 zur Herstellung
von Antriebssträngen oder deren Bauteile.
1. Magnesium alloy consisting of the following components, based on the total weight
of the alloy:
1 to 9 wt.% aluminum,
0.5 to 5 wt.% barium
0.5 to 5 wt.% calcium,
optionally tin, lithium, yttrium, neodymium, cerium and/or praseodymium in amounts
of 7 wt.% respectively and magnesium and inevitable, production-caused impurities
as remainder.
2. Magnesium alloy according to claim 1, characterized in that the amount of aluminum is 2 to 7 wt.%, preferably 3 to 6 wt.%.
3. Magnesium alloy according to one of claims 1 or 2, characterized in that the amount of barium is 1 to 4 wt.%, preferably 1.5 to 3 wt.%.
4. Magnesium alloy according to any of the preceding claims, characterized in that the amount of calcium is 1 to 4 wt.%, preferably 1.5 to 3 wt.%.
5. Use of a magnesium alloy according to any of claims 1 to 4 for the manufacture of
components of automobiles, ships and/or aircrafts.
6. Use of a magnesium alloy according to any of claims 1 to 4 for the manufacture of
powertrains or components thereof.
1. Alliage de magnésium constitué, en pourcentages rapportés au poids total de l'alliage,
des composants suivants :
- 1 à 9 % en poids d'aluminium,
- 0,5 à 5 % en poids de baryum,
- 0,5 à 5 % en poids de calcium,
et le cas échéant, d'étain, de lithium, d'yttrium, de néodyme, de cérium et/ou de
praséodyme, chacun en une proportion valant jusqu'à 7 % en poids,
et pour complément, de magnésium et d'inévitables impuretés de fabrication.
2. Alliage de magnésium conforme à la revendication 1, caractérisé en ce que la proportion d'aluminium vaut de 2 à 7 % en poids, et de préférence de 3 à 6 % en
poids.
3. Alliage de magnésium conforme à l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la proportion de baryum vaut de 1 à 4 % en poids, et de préférence de 1,5 à 3 % en
poids.
4. Alliage de magnésium conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la proportion de calcium vaut de 1 à 4 % en poids, et de préférence de 1,5 à 3 %
en poids.
5. Utilisation d'un alliage de magnésium conforme à l'une des revendications 1 à 4 pour
la fabrication de pièces de structure de véhicules automobiles, de bateaux et/ou d'aéronefs.
6. Utilisation d'un alliage de magnésium conforme à l'une des revendications 1 à 4 pour
la fabrication de chaînes de transmission ou de composants de chaînes de transmission.

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