[0001] Die Erfindung betrifft ein Halbzeug für Bauklempnereiprodukte gemäß den Merkmalen
im Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
[0002] Der überwiegende Anteil am Verkaufspreis von Dachentwässerungsartikeln aus Kupfer
und Kupferlegierungen wird von den Materialkosten gestellt. Um kostengünstigere Produkte
anbieten zu können, wurde versucht, Produkte aus dünneren Kupfer- und Kupferlegierungsblechen
als derzeit üblich zu fertigen. Bei den hierbei durchgeführten Versuchen hat sich
jedoch herausgestellt, dass die Steifigkeit der diversen Produkte bei einer Reduzierung
der Blechdicke von zum Beispiel 0,7 mm auf 0,4 mm so stark reduziert wurde, dass die
Produkte zum Teil für die Praxis nicht mehr akzeptabel waren. Es zeigte sich ferner,
dass aufgrund von Wellen und Beulen an den fertigen Produkten deren Verarbeitbarkeit
nicht befriedigend war. Auch waren die Kupfer- und Kupferlegierungsbleche schlechter
umformbar. Im Hinblick auf die dünneren Kupfer- und Kupferlegierungsbleche erhöhte
sich zudem die Verletzungsgefahr bei der Verarbeitung der Produkte auf den Baustellen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Halbzeug für Bauklempnereiprodukte,
insbesondere für Dachentwässerungsartikel aus einem Kupfer- und Kupferlegierungsblech
zu schaffen, welches auch bei geringerer Materialdicke eine ausreichende Steifigkeit
und eine gute Verarbeitbarkeit gewährleistet. Es sollen ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Halbzeugs sowie entsprechende Dachentwässerungsartikel aufgezeigt werden.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe besteht in den Merkmalen der Ansprüche 1 und 19 bzw. denen
des Patentanspruchs 20.
[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0006] Entsprechend des erfindungsgemäßen Vorschlags werden jetzt beide Seiten des Kupfer-
und Kupferlegierungsblechs mit einer Strukturierung in Form von speziell angeordneten
Erhöhungen und Vertiefungen versehen. Diese Strukturierung kann auch als Prägung bezeichnet
werden.
[0007] Das Strukturieren von Materialien ist grundsätzlich ein bekanntes Verfahren und dient
im Wesentlichen entweder dazu, eine ästhetische Verbesserung der Oberfläche zu erreichen
oder technologische Eigenschaften wie beispielsweise die Steifigkeit zu verbessern.
Die erfindungsgemäße Strukturierung von Halbzeugen für die Bauklempnerei insbesondere
für Dachentwässerungsartikel ist in der erfindungsgemäßen Ausgestaltung nicht bekannt
und vereinigt eine technische Lösung für beide Zielrichtungen, nämlich der ästhetischen
und gleichzeitig technologischen Verbesserung.
[0008] Die Maßnahme erlaubt es, trotz erheblicher Verringerung der Nenndicke (Wandstärke)
von zum Beispiel 0,7 mm auf zum Beispiel 0,4 mm oder von 0,9 mm auf 0,45 mm zu reduzieren,
und dennoch eine ausreichende Steifigkeit bei reduzierter Beulneigung und erheblicher
Einsparung der Materialkosten zu erreichen. Um 0,7mm-Bleche zu ersetzen wird eine
Reduzierung der Nenndicke auf weniger als 0,5 mm, insbesondere auf weniger als 0,
45 mm angestrebt.
[0009] Die Verarbeitbarkeit des erfindungsgemäßen Halbzeugs ist gut, da durch die Strukturierung
eine ausreichende Dehnungsreserve vorhanden ist. Auch ist das erfindungsgemäße Kupfer-
und Kupferlegierungsblech relativ unempfindlich gegenüber beispielsweise von Handschweiß
hervorgerufenen Verfärbungen, da bei Berührung kein vollflächiger Hautkontakt erfolgt.
Bei der Handhabung des Halbzeugs oder der fertigen Dachentwässerungsartikel werden
nur die Erhöhungen berührt. Des Weiteren sind mechanische Beschädigungen in Form von
zum Beispiel Dellen weit weniger zu erwarten als bei oberflächlich glattem Kupfer-
und Kupferlegierungsblech. Zudem würden leichte Dellen und Kratzer auch viel weniger
auffallen, da die Struktur Licht in ganz unterschiedliche Richtungen reflektiert,
also streut. Die Oberfläche ist zwar aus der Nähe betrachtet etwas unruhiger, wobei
dieser Eindruck mit größerem Betrachtungsabstand und mit zunehmender Patinabildung
rasch verschwindet.
[0010] Vorzugsweise sind wenigstens 60% der Oberflächen des Halbzeugs mit einer Prägung
versehen.
[0011] Die Erzeugung der Prägung auf beiden Blechseiten kann insbesondere mit Hilfe von
positiven und negativen Prägewalzen eines blanken Kupfer- und Kupferlegierungsblechs
erfolgen. Bei den erfindungsgemäß angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen handelt
es sich bevorzugt um eine sich für das menschliche Auge nicht wiederholende, zufällige
Struktur, die optisch sehr ansprechend ist und sich zudem sehr gut verarbeiten lässt.
Die erfindungsgemäße Struktur kann beispielsweise so ausgeführt sein, dass bei der
Verarbeitung keine einheitliche Verlegerichtung eingehalten werden muss. Herkömmliche
unregelmäßige Strukturen weisen geringfügige Unterschiede in der Orientierung der
Muster auf, so dass sich beispielsweise nebeneinander in unterschiedlicher Richtung
verlegte Tafeln auf störende Weise optisch unterscheiden. Ein von der Verlegerichtung
unabhängiges Muster kann einfacher verarbeitet werden, da nicht auf eine einheitliche
Verlegerichtung geachtet werden muss. Insbesondere ergibt sich die Möglichkeit, Reststücke
in unterschiedlicher Orientierung zu verarbeiten, was gerade bei einem hochwertigen
Werkstoff wie Kupfer ein wichtiges Kriterium darstellt.
[0012] Die Strukturierung ist im Rahmen der Erfindung allerdings nicht zwingend unregelmäßig
oder anisotrop, sondern kann auch regelmäßig sein. Es kann sich auch um eine teilweise
unregelmäßige und teilweise regelmäßige Strukturierung handeln. Die Strukturierungsart
muss daher nicht über eine gesamte Fläche einheitlich sein, sondern kann variieren.
Es ist im Rahmen der Erfindung auch möglich strukturierte und ununstrukturierte Bereiche
vorzusehen. Sofern regelmäßige strukturierte Bereiche vorgesehen sind, könnten als
lokale Einheiten z.B. kegelstumpfförmige Vertiefungen- bzw. Erhebungen in Form eines
geraden Kreiskegels von Vorteil sein. Technisch ebenfalls gut auszuführen sind Tetraeder
oder dreiseitige Pyramiden. Es ist auch denkbar, dass sich Längs- und Querstrukturen
überlagern und dass sich dadurch eine Strukturierung mit einem Rechteck- oder Rautengitter
ergibt, je nachdem welcher Winkel zwischen Längs und Querstruktur eingestellt wird.
[0013] Die hervorragende Verarbeitbarkeit durch unterschiedliche Bearbeitungstechniken ergibt
sich nicht zuletzt durch die verbesserten Materialeigenschaften im Vergleich zu glattem
Kupfer- und Kupferlegierungsblech. Das Prägewalzen zur Herstellung der Struktur führt
zu einer Werkstoffverfestigung bei gleichzeitiger Ausbildung einer Dehnungsreserve.
Diese Kombination beeinträchtigt jedoch in keiner Weise die üblichen Bearbeitungsschritte
wie Schneiden, Sägen oder Nibbeln, Falzen, Strecken, Stauchen oder Kanten. Auch können
die bekannten Hartlöt- und Weichlötverfahren nach wie vor zum Einsatz kommen. Es ist
zwar durch die vorgesehene Strukturierung im Hinblick auf Löten mit variierenden Lötspaltdicken
je nach Ausbildung der Struktur zu rechnen, jedoch ist eine derartige Struktur durch
die vielen kleinen Rillen sehr gut geeignet, Lötzinn aufzunehmen, so dass sich das
sich dieses Halbzeug für Bauklempnereiprodukte wie z.B. Dachentwässerungsartikel aus
Kupfer- oder Kupferlegierungen mit den erfindungsgemäßen Merkmalen ähnlich gut verlöten
lässt wie ein glattes Kupfer- und Kupferlegierungsblech.
[0014] Einen wesentlichen Einfluss auf die Verarbeitbarkeit hat nicht nur die Regelmäßigkeit
oder Unregelmäßigkeit der Struktur, sondern insbesondere die Tiefe der Struktur. Der
Abstand von auf gegenüberliegenden Seiten des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs liegenden
Erhöhungen wird als Blechdicke bezeichnet und ist auf Grund der Prägung immer größer
als die Nenndicke des glatten Kupfer- und Kupferlegierungsblechs. Figur 1 zeigt in
diesem Zusammenhang ein Ersatzmodell für ein strukturiertes Material. In diesem Ersatzmodell
ist t = Blechdicke, h = Nenndicke/Wandstärke, z = Strukturtiefe, b1= Bereich 1 (halber
Untergurt), b2 = Bereich 1 (Übergang), b3 = Bereich 1 (halber Obergurt).
[0015] Es ist vorgesehen, dass die so definierte Blechdicke zumindest 10 % größer als die
Nenndicke des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs ist. Insbesondere ist die Blechdicke
um den Faktor 1,2 bis 2,5 größer als die Nenndicke. Die Strukturtiefe beträgt daher
mindestens 20 % der Nenndicke. Bei einer Nenndicke von zum Beispiel 0,4 mm und einem
Faktor von 1,8 ergibt sich eine Blechdicke von ca. 0,7 mm, was einer in der Praxis
üblichen Blechdicke entspricht. Obwohl das Flächengewicht geringer ist, besteht eine
ähnlich gute Verarbeitbarkeit wie bei glatten Kupfer- und Kupferlegierungsblechen
der Nenndicke 0,7 mm. Falls höhere Zugfestigkeiten gewünscht werden, ist es durchaus
denkbar, dünnwandige Kupfer- und Kupferlegierungsbleche aus festeren Legierungen zu
verwenden, so dass bei einem erfindungsgemäßen Halbzeug für Dachentwässerungsartikel
aus Kupfer- und Kupferlegierungsblech vergleichbare Eigenschaften erreicht werden,
wie einem Kupfer- und Kupferlegierungsblech aus glattem Vollmaterial höherer Nenndicke.
Versuche haben bestätigt, dass selbst bei einem Faktor 2, d.h. Blechdicke = 2 x Nenndicke,
sehr gute Festigkeitswerte bei gleichzeitig sehr geringem Flächengewicht erzielt werden.
Konkret betrug die Blechdicke bei den Versuchen 0,9 mm bei einer Nenndicke von 0,45
mm.
[0016] Figur 2 zeigt ein Diagramm, bei welchem die relative Steifigkeit eines erfindungsgemäß
strukturierten Blechs (Nenndicke h = 0, 4 mm), bei welchem das Verhältnis b1 : b2
: b3 = 2 : 1 : 2 beträgt, über der Strukturtiefe z aufgetragen ist. Die Angabe 100%
bedeutet, dass das erfindungsgemäße Halbzeug die gleiche Steifigkeit besitzt, wie
ein glattes, unstrukturiertes Blech aus dem gleichen Werkstoff. Es ist zu erkennen,
dass die obere Kurve, die für ein Standardmaterial mit einer Dicke von 0,60 mm steht,
die 100% Linie in einem Punkt schneidet, bei dem das wesentliche dünnere strukturierte
Blech eine Strukturtiefe von 0,38 mm aufweist. Mit zunehmender Strukturtiefe nimmt
die relative Steifigkeit zu.
[0017] Dieser Zusammenhang gilt auch für die untere Kurve, die für ein Standardmaterial
mit einer Dicke von 0,7 mm steht. Diese Kurve schneidet die 100%-Linie, wenn das strukturierte
Blech eine Strukturtiefe von ca. 0,52 mm besitzt.
[0018] Figur 3 zeigt einen weiteren Vergleich der Steifigkeit eines strukturierten Halbzeugs
(Nenndicke h = 0,4 mm, Strukturtiefe z = 0,3 mm) als Funktion der in Figur 1 definierten
Bereiche b1 und b2. Es zeigt sich, dass mit abnehmenden Anteil des Bereichs b2 ein
theoretisches Maximum erreicht wird. Praktisch kann auf den Bereich b2, der den Übergang
zwischen den Bereichen b1 und b2 darstellt nicht verzichtet werden. Es wird aber auch
deutlich, dass durch geeignet Strukturierung ein erheblicher Steifigkeitszuwachs erreichbar
ist, z. B. eine Steigerung von ca. 100% wenn der Anteil des Bereichs b2 nicht größer
ist als ca. 45%.
[0019] Es hat sich bei internen Versuchen herausgestellt, dass bei der Herstellung von Zuschnitten
sowohl auf einer Quer- als auch auf einer Längsteilanlage eine normale Gratbildung
erfolgt. Auch ist die Säbelbildung gering. Ferner ist eine unproblematische Verarbeitung
von gebogenen und gefalzten Produkten in Form von Dachrinnen, Fallrohren, Rinnenverbindern,
Scharen, Paneelen, Schindeln sowie Endstücken und Standrohrkappen gewährleistet. Das
erfindungsgemäße Bauteil verhält sich bei einer Nenndicke von zum Beispiel 0,4 mm
im Ergebnis ähnlich wie ein Kupfer- und Kupferlegierungsblech mit einer Nenndicke
von 0,7 mm. Das ist darauf zurückzuführen, dass die Prägung zu beiderseitig sichtbaren
und fühlbaren Ausstellungen führt, so dass die Blechdicke einschließlich der Prägung
in einem Bereich größer gleich 0,6 mm liegt.
[0020] Bei den erfindungsgemäßen Halbzeugen für Bauklempnereiprodukte, insbesondere Dachentwässerungsartikeln
ist beispielsweise eine Reduzierung der Blechdicke von 0,7 mm auf 0,4 mm möglich,
was zu einer Materialeinsparung von ca. 40 % führt. Beispielsweise besitzt ein Kupfer-
und Kupferlegierungsblech mit einer Nenndicke von 0,7 mm ein Flächengewicht von 6,2
kg/m
2, wohingegen das Flächengewicht bei einer Nenndicke von 0,4 mm nur 3,6 kg/m
2 beträgt. Das bedeutet eine Gewichtsersparnis von 43 %. Diese Gewichtsersparnis führt
zu reduzierten Materialkosten, die nicht durch höhere Produktionskosten (Prägung)
zunichte gemacht werden, so dass im Ergebnis kostengünstigere Fertigprodukte, insbesondere
Dachentwässerungsartikel mit hervorragenden Eigenschaften hinsichtlich der Steifigkeit
und Verarbeitbarkeit durch die Erfindung aufgezeigt wird.
[0021] Die Figur 6 zeigt in der Draufsicht eine Struktur eines Halbzeugs/Bauklempnereiprodukts,
insbesondere eines Dachentwässerungsartikels aus Kupfer- und Kupferlegierungsblech
mit einer beispielhaften Prägung, die durch die Vielzahl unregelmäßig angeordneter
und verlaufender Wülste und lokalen Erhebungen/Vertiefungen gekennzeichnet ist, so
dass der Eindruck einer organischen Oberfläche entsteht.
[0022] Um die Verarbeitbarkeit zu erleichtern besitzt das erfindungsgemäße Halbzeug in vorteilhafter
Ausbildung eine in alle Richtungen gleiche Steifigkeit (Flächenträgheitsmoment). Dies
kann bei unregelmäßigen Strukturierungen durch eine möglichst gleichmäßige Massenverteilung
erreicht werden. Daher soll das Halbzeug eine bezüglich seiner Mittellängsebene im
wesentlichen gleichmäßige Massenverteilung aufweisen bezogen auf die oberhalb und
unterhalb der Mittellängsebene liegenden Massenanteile. Zudem ist eine relativ hohe
Anzahl von Erhöhungen und Vertiefungen vorgesehen. Die Anzahl von jeweils positiven
und negative Ausprägungen (Kuppen) sollte daher zwischen 5 und 5000 Stück/dm2 liegen.
Eine Kuppe kann ein einzelner Punkt sein oder auch eine Linienform haben. Sie kann
auch als meanderförmig ineinander versetzter Struktur ausgeführt sein. Unter einer
Kuppe ist der höchste Bereich einer ausgeprägten Erhöhung zu verstehen.
[0023] Es wird als besonders zweckmäßig angesehen, wenn die Kuppen von wenigstens 90% aller
zu einer Seite weisenden Erhöhungen jeweils auf dem gleichem Höhenniveau +/- 0,05
mm liegen. Die Toleranzangabe ist als Fertigungstoleranz zu verstehen, wobei diese
in der Regel deutlich geringer ist und daher vorzugsweise kleiner als +/- 0,01 mm,
vorzugsweise 0 mm ist. Es ist am besten, wenn alle Kuppen von zu einer Seite weisenden
Erhöhungen jeweils auf dem gleichem Höhenniveau liegen. Die Figuren 4 und 5 zeigen
im Vergleich eine Gegenüberstellung zweier Prägestrukturen. Figur 4 zeigt beispielhaft
eine erfindungsgemäße Prägestruktur eines Kupferblechs. Es ist zu erkennen, dass sich
alle positiven Ausprägungen bzw. die Kuppen der Erhebungen in einem einheitlichen
Höhenniveau befinden. Die jeweiligen Kuppen sind mit dem Buchstaben A gekennzeichnet.
Im Vergleich dazu zeigt Figur 5 eine herkömmliche Prägestruktur, bei welcher nicht
alle positiven Ausprägungen volle Ausprägungen sind, da sie nicht alle das obere Höhenniveau
der mit A bezeichneten Kuppe erreichen. Die weiteren Kuppen sind mit B-D gekennzeichnet
und sind niedriger. Es handelt sich nur um teilweise positive Ausprägungen. Im Rahmen
der Erfindung wird die Ausführungsform der Figur 4 angestrebt, d.h. alle Ausprägungen
sollten "volle" Ausprägungen sein.
[0024] Das Halbzeug ist relativ unempfindlich und kann daher zu Rollen aufgewickelt werden
ohne die Strukturierung zu beschädigen.
[0025] Das Halbzeug kann zusätzlich mit einer Beschichtung versehen sein, wie z.B. einer
Lackschicht oder einer Passivierungsschicht. Eine Beschichtung und/oder Oberflächenbehandlung
kann vor oder nach dem Erzeugen der Strukturierung aufgebracht werden/erfolgen. Beispielsweise
kann eine Voroxidation, Patinierung oder Verzinnung erfolgen.
[0026] Figur 7 zeigt Ausführungsbeispiele von Bauklempnereiprodukten hergestellt aus dem
erfindungsgemäßen Halbzeug. Figur 7a) zeigt eine rundgebogene Schare. Figur 7b) zeigt
eine halbrunde Dachrinne. Figur 7 c) zeigt halbrunde Rinnenendstücke und Figur 7 d)
eine Standrohrkappe.
[0027] Aus den Halbzeugen lassen sich aber auch Dach- und Fassadenbekleidungen, z.B. in
Form von Falzscharen, Schindeln, Kassetten und Paneelen, herstellen.
1. Halbzeug für Bauklempnereiprodukte aus Kupfer- und Kupferlegierungsblech, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Strukturierung mit speziell angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen besitzt.
2. Halbzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Strukturierung mit unregelmäßig angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen
besitzt.
3. Halbzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur meanderförmig ineinander versetzt ausgeführt ist.
4. Halbzeug nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, dass es eine Strukturierung mit regelmäßig angeordneten Erhöhungen und Vertiefungen besitzt.
5. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es eine von der Verlegerichtung unabhängige Strukturierung besitzt.
6. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass es in allen Richtungen eine gleiche Steifigkeit (Flächenträgheitsmoment) aufweist.
7. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es eine bezogen auf seine Mittellängsebene im wesentlichen gleichmäßige Massenverteilung
bezogen auf die oberhalb und unterhalb der Mittellängsebene liegenden Massenanteile
aufweist.
8. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl von jeweils positiven und negative Ausprägungen (Kuppen) zwischen 100
und 1000 Stück/dm2 liegt.
9. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kuppen von wenigstens 90% aller zu einer Seite weisenden Erhöhungen jeweils auf
dem gleichem Höhenniveau +/- 0,05 mm liegen.
10. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass alle Kuppen von zu einer Seite weisenden Erhöhungen jeweils auf dem gleichem Höhenniveau
liegen.
11. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhungen auf einer Seite des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs die Vertiefungen
auf der anderen Seite des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs bilden.
12. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine zwischen einander gegenüberliegenden Erhöhungen gemessene Blechdicke (t) zumindest
10 % größer als die Nenndicke (h) (Wandstärke) des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs
ist.
13. Halbzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Blechdicke (t) um den Faktor 1,1 bis 2,5 größer ist als die Nenndicke (h).
14. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Nenndicke (h) (Wandstärke) des Kupfer- und Kupferlegierungsblechs 0,2 bis 1 mm
beträgt, und insbesondere >= 0,5 mm, insbesondere >= 0,45 mm ist.
15. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es zu Rollen aufwickelbar ist, ohne die Strukturierung zu beschädigen.
16. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Beschichtung aufweist.
17. Halbzeug nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus einer Lackschicht und oder einer Passivierungsschicht besteht.
18. Halbzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass es oberflächenbehandelt ist.
19. Bauklempnereiprodukt hergestellt aus einem Halbzeug, nach einem der Ansprüche 1 bis
18, ausgewählt aus folgender Gruppe umfassend: Dachrinnen, Dachrinnenverbinder, Dachrinnenendstücke,
Dachrinnenwinkel, Einhangstutzen, geschweißte oder gefalzte, gerade oder gekrümmte
Fallrohre, Endstücke für Fallrohre und Standrohrkappen sowie Dach- und Fassadenbekleidungen
umfasssend Schare, Schindeln, Kassetten und Paneele.
20. Verfahren zur Herstellung eines Halbzeug nach einem der Patentansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass ein glattes Kupfer- und Kupferlegierungsblech durch Strukturwalzen mit einer Strukturierung
versehen wird, wobei das Strukturwalzen einen Nachwalzschritt zur Erhöhung der Festigkeit
ersetzt.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass ein glattes Kupfer- und Kupferlegierungsblech vor dem Strukturwalzen eine zusätzliche
Oberflächenbehandlung erfährt, wobei die Oberflächenbehandlung ausgewählt wird aus
Voroxidation, Patinierung oder Verzinnung.