[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, insbesondere eine Dampfturbine,
aufweisend wenigstens ein erstes Begrenzungsteil und wenigstens ein zweites Begrenzungsteil,
wobei die Begrenzungsteile unter Bildung einer Trennfuge aneinander befestigbar sind
und dabei zumindest einen Teil eines ersten Druckraumes umschließen. Ferner betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Absenkung des auf eine Trennfuge, die durch das Aneinanderfügen
wenigstens eines ersten Begrenzungsteils und wenigstens eines zweiten Begrenzungsteils
einer Vorrichtung, insbesondere einer Dampfturbine, gebildet wird, wirkenden Druckes
und zur Reduzierung der auf die Trennfuge wirkenden Befestigungskräfte, wobei die
Begrenzungsteile wenigstens einen Teil eines ersten Druckraumes umschließen.
[0002] Bei Dampfturbinen wird ein Strömungskanal durch verschiedene Begrenzungsteile bzw.
Strömungskanalteile, die aneinandergefügt werden, gebildet. Der gebildete Strömungskanal
wird mit Heißdampf unter hohem Druck beaufschlagt. Entlang der Längsachse des Strömungskanals
werden Druckräume mit unterschiedlich hohen Innendrücken gebildet. Daher ist entscheidend,
dass die Verbindung der verschiedenen Begrenzungsteile ausreichend dicht ist, so dass
keine Leckagen auftreten. Dies ist insbesondere deshalb schwierig, da bei einer Dampfturbine
Dampf- bzw. Frischdampftemperaturen von mehr als 600°C bei einem Dampfdruck von über
250 bar auftreten können.
[0003] An der Verbindung zwischen wenigstens zwei Begrenzungsteilen des Strömungskanals
wird eine Trennfuge, bei vier Begrenzungsteilen eine sogenannte Kreuzteilfuge, gebildet.
Eine Kreuzteilfuge weist sowohl eine waagerechte als auch eine senkrechte Teilfuge
auf. Die Ausbildung einer Kreuzteilfuge ist dann erforderlich, wenn aus Fertigungsgründen
oder aus Gründen der Werkstoffwahl die ersten Begrenzungsteile und die zweiten Begrenzungsteile
des Strömungskanals getrennt ausgeführt werden müssen. Die Begrenzungsteile weisen
in der Regel unterschiedliche Werkstoffe mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
und unterschiedliche Konstruktionen auf. So kann ein Begrenzungsteil aus einem Stahlguss
und das andere Begrenzungsteil kann als Schweißkonstruktion oder aus einem Sphäroguss
gebildet sein. Die Flanschverbindung an den Trennfugen, insbesondere den Kreuzteilfugen,
ist für Überdruck, für Unterdruck oder meist für wechselnde Druckverhältnisse auszulegen.
[0004] Die Ausführung von Dampfturbinengehäusen mit einer Kreuzteilfuge besitzt den Vorteil,
dass die Herstellung der Rohteile und die Bearbeitung der Begrenzungsteile an jeweils
kleineren Komponenten erfolgen können. Damit lassen sich Vorteile sowohl hinsichtlich
der Kosten als auch der Beschaffungs- und Bearbeitungskapazität erschließen. Kreuzteilfugen
besitzen allerdings den Nachteil, dass aufgrund der räumlichen Enge um den Schnittpunkt
der Teilfugen herum nur begrenzte Möglichkeiten der sicheren Verschraubung bestehen.
Damit weisen Kreuzteilfugen eher als andere Teilfugen die Gefahr einer Leckage auf
und werden für Dampfturbinen nur bis zu bestimmten begrenzten Dampfparametern ausgeführt.
[0005] Es ist bekannt, Kreuzteilfugen mit Absaugungen auszustatten, um etwaige auftretende
Leckagemengen aufzufangen. Weiterhin ist bekannt, eine Dichtnaht auf der Innenseite
der senkrechten Teilfuge zu schweißen. Problematisch ist hier eine sichere und ausreichend
wärmebewegliche Gestaltung der Schweißnaht, so dass eine Beschädigung auch bei instationären
Vorgängen vermieden wird. Durch die hohen Drücke und Temperaturen kann es zu Ausdehnungen
der entsprechenden Begrenzungsteile kommen, so dass es an der Dichtnaht zu Rissen
und damit zu Leckagen kommen kann.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung und ein Verfahren zu schaffen,
die es ermöglichen den Druck und die Kräfte auf eine Trennfuge, insbesondere auf eine
Kreuzteilfuge, zwischen wenigstens zwei aneinander befestigten Begrenzungsteilen der
Vorrichtung, insbesondere einer Dampfturbine, zu senken bzw. zu reduzieren, wenn bei
einem Betrieb der Vorrichtung hohe Drücke auftreten. Insbesondere soll eine Kreuzteilfuge
an Begrenzungsteilen einer Dampfturbine einem größeren Einsatzbereich zugänglich gemacht
werden.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung, insbesondere eine Dampfturbine,
mit den Merkmalen gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1 sowie durch ein Verfahren
mit den Merkmalen gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 20 gelöst. Weitere Merkmale
und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung sowie
den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, insbesondere der Dampfturbine, beschrieben sind, selbstverständlich auch
im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, und jeweils umgekehrt, so dass
bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig
Bezug genommen wird.
[0008] Gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung, insbesondere
eine Dampfturbine, aufweisend wenigstens ein erstes Begrenzungsteil und wenigstens
ein zweites Begrenzungsteil, wobei die Begrenzungsteile unter Bildung einer Trennfuge
aneinander befestigbar sind und dabei zumindest einen Teil eines ersten Druckraumes
umschließen, bei der an den dem ersten Druckraum zugewandten Seiten der Begrenzungsteile
ein Abschirmelement vorgesehen ist, das abdichtend gegenüber dem wenigstens einen
ersten Begrenzungsteil und dem wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil angeordnet
ist und dabei die Trennfuge vollständig abdeckt, so dass zwischen den Begrenzungsteilen
und dem Abschirmelement ein Hohlraum gebildet ist, und dass eine Leitung in den Hohlraum
geführt ist, die den Hohlraum mit einem zweiten Druckraum verbindet, gelöst.
[0009] Kern der Erfindung ist, dass der Bereich der Trennfuge, der dem ersten Druckraum
zugewandt ist, mit einem niedrigeren Druck beaufschlagt wird, als in dem Strömungskanal
bei Betrieb der Vorrichtung, insbesondere der Dampfturbine, vorherrscht. Durch die
Druckabsenkung an der Trennfuge können auch die auf die Befestigung der Begrenzungsteile
wirkenden Kräfte, insbesondere die Axialkräfte, reduziert werden. Das wenigstens eine
erste und das wenigstens eine zweite Begrenzungsteil der Vorrichtung werden aneinandergefügt.
An der Verbindungsstelle wird eine Trennfuge, insbesondere eine Kreuzteilfuge, gebildet.
Die Begrenzungsteile werden insbesondere mittels Befestigungsschrauben aneinander
befestigt. Durch die Abschirmung der Trennfuge bzw. der Kreuzteilfuge kann der Druck
auf die Fuge reduziert werden und damit insbesondere die Axialkräfte auf die Befestigungsschrauben
der Flanschverbindung zwischen den Begrenzungsteilen reduziert werden.
[0010] Erfindungsgemäß ist an den dem ersten Druckraum zugewandten Seiten der Begrenzungsteile
ein Abschirmelement vorgesehen, das abdichtend gegenüber dem wenigstens einen ersten
Begrenzungsteil und dem wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil angeordnet ist und
dabei die Trennfuge vollständig abdeckt. Durch die Abdeckung der Trennfuge durch das
Abschirmelement wird zwischen den Begrenzungsteilen und dem Abschirmelement im Bereich
der Trennfuge ein Hohlraum gebildet. In diesen Hohlraum wird eine Leitung geführt,
die den Hohlraum mit einem zweiten, externen Druckraum verbindet. Bilden die Begrenzungsteile
einen Strömungskanal einer Dampfturbine, so wird der Bereich der Trennfuge beziehungsweise
der Kreuzteilfuge dampfseitig durch das Abschirmelement geschützt, so dass in diesem
abgeschirmten Bereich niedrigere Umgebungsparameter, d.h. ein niedrigerer Druck und
eine moderat niedrigere Temperatur, eingestellt werden können. Durch die Verbindung
des Hohlraums mit dem zweiten Druckraum kann der Druck in dem Hohlraum dem Druck in
dem zweiten Druckraum angepasst werden.
[0011] Die Abschirmwirkung wird dadurch erreicht, dass ein innerhalb des durch die Begrenzungsteile
gebildeten ersten Druckraumes befindliches Abschirmelement die Trennfuge bzw. die
Kreuzteilfuge vollständig überdeckt und auf allen Seiten der Fuge abdichtet, also
dichtend gegenüber wenigstens einen ersten und am wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil
angeordnet ist. Die Druckabsenkung erfolgt durch die Leitung, welche den Hohlraum
zwischen dem Abschirmelement, den Begrenzungsteilen und der Fuge mit einem weiter
stromab in der Expansion liegenden zweiten Druckraum verbindet. Der zweite Druckraum
oder die Leitung zu dem zweiten Druckraum kann beispielsweise an der Innenseite des
wenigstens einen ersten und/oder des wenigstens einen zweiten Begrenzungsteils oder
an einem Leitschaufelträger der Vorrichtung, insbesondere der Dampfturbine, befestigt
sein.
[0012] Durch eine derartige Vorrichtung beziehungsweise eine derartige Dampfturbine kann
der Einsatzbereich einer Trennfugenverbindung, insbesondere einer Kreuzteilfugenverbindung,
zwischen den Begrenzungsteilen einem größeren Einsatzbereich zugänglich gemacht werden.
[0013] Bei einer derartigen Vorrichtung beziehungsweise einer derartigen Dampfturbine kann
eine Absenkung des Drucks in dem Hohlraum um circa 15 bis 20 bar gegenüber dem Druck
in dem durch die Begrenzungsteile gebildeten ersten Druckraum der Dampfturbine erreicht
werden. Ferner ist eine Reduzierung der wirksamen Innendruck-bedingten Axialkräfte
an den Befestigungsschrauben um etwa 1/3 gegenüber üblichen Dampfturbinen möglich.
Die Druckabsenkung geht einher mit einer moderaten Temperaturabsenkung durch Drosselung.
Diese Drosselung kommt zustande durch die Druckabsenkung etwaiger Leckagemassenströme
vom Innenraum in den Hohlraum ohne Verrichtung technischer Arbeit.
[0014] Das Abschirmelement kann verschiedenartig ausgebildet sein. So kann dieses beispielsweise
ein eckiges oder ein gebogenes Profil aufweisen.
[0015] Die Trennfuge kann beispielsweise neben einer Kreuzteilfuge auch als eine Stoßteilfuge
ausgebildet sein. Hierbei stoßen drei Begrenzungsteile aneinander.
[0016] Das wenigstens eine erste und das wenigstens eine zweite Begrenzungsteil stellen
vorzugsweise rotationssymmetrische bzw. im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildete
Elemente dar. Im Wesentlichen rotationssymmetrisch bedeutet, dass die Elemente zylindrische,
kegelige oder gekrümmte Teilbereiche aufweisen können. Im Wesentlichen rotationssymmetrische
Elemente können an bestimmten Stellen nicht rotationssymmetrisch ausgebildete Ergänzungen
oder Abschnitte, wie beispielsweise Einströmungen, Verstärkungen oder Flansche, aufweisen.
Diese rotationssymmetrischen bzw. im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildeten
Elemente bilden den Strömungskanal der Vorrichtung beziehungsweise der Dampfturbine.
Es können auch mehr als zwei Begrenzungsteile vorgesehen sein, wobei die Trennfugen
bzw. die Kreuzteilfugen zwischen den jeweiligen Begrenzungsteilen entsprechend der
Erfindung abgeschirmt sind. Das Abschirmelement weist bevorzugt ebenfalls ein rotationssymmetrisches
bzw. im Wesentlichen rotationssymmetrisches Profil auf.
[0017] Bevorzugt ist eine Vorrichtung, bei der die Leitung zu dem Hohlraum durch eines der
Begrenzungsteile oder durch das Abschirmelement geführt ist. Die Leitung ist bevorzugt
als Rohrleitung ausgebildet und verbindet den Hohlraum vorteilhafterweise mit einem
in Strömungsrichtung stromab, d.h. stromab in der Expansion, liegenden zweiten Druckraum.
Dabei kann die Leitung, insbesondere die Rohrleitung, teilweise oder ganz innerhalb
und/oder außerhalb der Begrenzungsteile, das heißt des ersten Druckraumes, geführt
werden.
[0018] Ferner ist eine Vorrichtung bzw. eine Dampfturbine bevorzugt, bei der das Abschirmelement
und die Abdichtung des Abschirmelementes wärmebeweglich ausgebildet sind. Hierdurch
können unterschiedliche Verformungen der Begrenzungsteile beziehungsweise der Abschirmung
aufgrund der teilweise vorherrschenden hohen Temperaturen und der hohen Drücke ausgeglichen
werden.
[0019] Besonders bevorzugt ist eine Vorrichtung bzw. eine Dampfturbine, bei der das Abschirmelement
an zumindest zwei umlaufenden Aufnahmen an den Begrenzungsteilen befestigt, insbesondere
aufgehängt, ist oder dass das Abschirmelement durch wenigstens zwei wärmebewegliche
Dichtungen an den Begrenzungsteilen abdichtend sitzt oder dass das Abschirmelement
an wenigstens einer umlaufenden Aufnahme an zumindest einem der Begrenzungsteile befestigt,
insbesondere aufgehängt, ist und durch wenigstens eine wärmebewegliche Dichtung an
dem zumindest einem anderen Begrenzungsteil abdichtend sitzt. So kann vorgesehen sein,
dass an der Innenseite der ersten Begrenzungsteile eine umlaufende Aufnahme vorgesehen
ist, an der ein erster axialer Bereich, insbesondere ein erstes freies Ende, des Abschirmelementes
abdichtend befestigt ist, und dass eine wärmebewegliche Dichtung zwischen der Innenseite
der zweiten Begrenzungsteile und eines zweiten axialen Bereiches, insbesondere des
zweiten freien Endes, des Abschirmelementes vorgesehen ist. Die Befestigung des ersten
axialen Bereiches bzw. des ersten freien Endes des Abschirmelementes an der umlaufenden
Aufnahme kann beispielsweise mittels Schraubverbindungen oder durch Einfügen in eine
umlaufende Nut erfolgen. Dabei erfolgt die Fixierung des Abschirmelementes vorteilhafterweise
axial sowie radial zu der Längsachse des Strömungskanals an der umlaufenden Aufnahme.
Zur besseren Abdichtung kann bei dieser Befestigung ein Dichtelement vorgesehen sein.
Sitzt das Abschirmelement durch wenigstens zwei wärmebewegliche Dichtungen abdichtend
gegenüber den Begrenzungsteilen wird das Abschirmelement vorzugsweise durch eine axiale
Fixierung axial fixiert. Diese Fixierung kann an einen Begrenzungsteil oder einer
umlaufenden Nut erfolgen. Insbesondere Schraubverbindungen sind besonders geeignet.
[0020] Bevorzugt ist ferner eine Vorrichtung, bei der wenigstens eine umlaufende Aufnahme
durch ein Statorteil gebildet ist. Das Statorteil ist an wenigstens einem Begrenzungsteil
abdichtend fixiert. Ferner kann die umlaufende Aufnahme durch einen nach Innen und/oder
axial vorstehenden umlaufenden Steg gebildet sein. Die Form bzw. die Ausgestaltung
der wenigstens einen umlaufenden Aufnahme kann verschiedenartig sein.
[0021] Des Weiteren ist bevorzugt, wenn die wenigstens eine wärmebewegliche Dichtung an
der wenigstens einen umlaufenden Aufnahme, insbesondere an dem Statorteil oder dem
umlaufenden Steg, abdichtend sitzt.
[0022] Die wärmebewegliche Abdichtung kann durch einen druck- und/oder federkraftbelastbaren
Kolbenring, durch eine Labyrinth- bzw. Durchblickdichtung oder durch wenigstens ein
Dichtblech gebildet sein. Insbesondere Kolbenringdichtungen und Labyrinthdichtungen
sind bei extremen Betriebsbedingungen, das heißt bei hohen Drücken und Temperaturen,
sehr gut einsetzbar. Labyrinth- bzw. Durchblickdichtungen können kleine Spiele aufweisen.
Es ist auch denkbar, dass zur wärmebeweglichen Abdichtung eines axialen Bereiches,
insbesondere eines freien Endes, des Abschirmelementes mehrere Dichtungen oder Dichtbleche
vorgesehen werden.
[0023] Bei einer anderen bevorzugten Vorrichtung weist wenigstens eines der Begrenzungsteile
der Vorrichtung eine Nut zur Aufnahme der wärmebeweglichen Abdichtung auf. Dies schafft
eine besonders gute Befestigung und Abdichtung des Abschirmelementes an den entsprechenden
Begrenzungsteilen. Als besonders abdichtend hat sich erwiesen, eine Kolbenringdichtung
in die Nut einzuführen. Die Dichtung kann dabei in die Nut eingestellt werden.
[0024] Des Weiteren ist eine Vorrichtung bzw. eine Dampfturbine bevorzugt, bei der die wärmebewegliche
Dichtung eine geteilte Dichtung ist. Ein Teil der geteilten Dichtung ist nach dem
Anheben des ersten Begrenzungsteils in der Nähe der Trennfuge, insbesondere der Kreuzteilfuge,
trennbar, so dass danach der restliche Teil der Abschirmung demontiert werden kann.
So kann als geteilte Dichtung eine Kolbenringdichtung in zwei Teilen und mit zwei
Stößen vorgesehen sein. Eine derartige geteilte Dichtung kann unmittelbar an dem Abschirmelement
und/oder an einem der Begrenzungsteile und/oder an wenigstens einer umlaufenden Aufnahme
angeordnet sein. Ein Stoß bildet eine Trennstelle am Umfang des Kolbenringes. Die
Stöße weisen Abdichtungen und optional Verhakungen auf.
[0025] Aufgrund der möglichen Ausdehnung einzelner Bauteile durch den Wärmeeinfluss ist
die Leitung vorzugsweise flexibel ausgebildet und/oder wenigstens an der Durchführung
zu dem Hohlraum verschiebbar gelagert. Hierdurch kann vermieden werden, dass die Leitung
reißt, wenn es zu einer Wärmeausdehnung einzelner Bauteile kommt. Trotz der Verschiebbarkeit
beziehungsweise Flexibilität der Leitung ist diese in der Durchführung zum Hohlraum
abgedichtet angeordnet. Wenn die Leitung als Rohrleitung ausgebildet ist, ist diese
bevorzugt verschiebbar gelagert, da die Rohrleitung weniger flexibel ausgebildet ist,
als eine von vornherein flexible Leitung.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung, insbesondere der Dampfturbine,
ist vorgesehen, dass das Abschirmelement zumindest zweigeteilt ist, wobei die zumindest
zwei Teile des Abschirmelementes abdichtend aneinander befestigbar sind. Insbesondere
vorteilhaft ist es, wenn das Abschirmelement axial geteilt ist. So kann vorgesehen
sein, dass das Segment des Abschirmungselementes, an dem die wärmebewegliche Dichtung
angeordnet ist, an dem zweiten Begrenzungsteil befestigt ist, und dass das zweite
Segment an dem ersten Begrenzungsteil angeordnet ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel
kann das Segment mit der wärmebeweglichen Dichtung nach der Demontage des ersten Begrenzungsteils
und des zweiten Segmentes des Abschirmelementes gemeinsam mit einem Rotor der Dampfturbine
ausgehoben und anschließend demontiert werden. Bei einer derartigen Ausführungsform
des Abschirmelementes ist eine Kolbenringdichtung besonders bewährt. Die jeweiligen
Segmente des Abschirmelementes können mittels Schraubverbindungen und wärmebeweglichen
Dichtungen aneinander abdichtend fixiert werden.
[0027] Vorzugsweise weist das Abschirmelement der Vorrichtung wenigstens eine Anwärmbohrung
auf. Durch eine Anwärmbohrung ist ein gezielter Massenstrom des in dem Strömungskanal
strömenden Heißdampfes in den Hohlraum abführbar. Alternativ oder zusätzlich hierzu
können wärmebewegliche Dichtungen eingesetzt werden, die bestimmte Lässigkeiten aufweisen.
Derartige Lässigkeiten aufweisende Dichtungen lassen moderate Leckagemengen durch
die Dichtungen hindurch. Des Weiteren kann eine mittels eines Verriegelungselementes
verriegelbare Anwärmleitung zu dem Hohlraum geführt sein. Diese Maßnahmen dienen zur
Erreichung eines verbesserten instationären Verhaltens der abgeschirmten Trennfuge
bzw. Kreuzteilfuge. Sie ermöglichen eine vorübergehende Erhöhung des Wärmeübergangskoeffizienten
der abgeschirmten Bauteile, und zwar mit Hilfe einer temporären Druckerhöhung zwischen
der Abschirmung, d.h. dem Abschirmelement, und der Trennfuge bzw. der senkrechten
Teilfuge der Kreuzteilfuge. Dies erfolgt beispielsweise durch eine gezielte Zuführung
einer bestimmten Menge des ursprünglich abgeschirmten Heißdampfes. Der abgeschirmte
Heißdampf kann zeitweise über die verriegelbare Anwärmleitung dem Hohlraum zugeführt
werden. Die Anwärmleitung weist zumindest ein Verriegelungselement auf. Dieses Verriegelungselement
kann beispielsweise ein Schieber, ein Regler, ein Hahn oder ein Ventil sein. Aber
auch andere Arten von Verriegelungselementen sind denkbar. Weisen das Abschirmelement
Anwärmbohrungen oder die Dichtungen bestimmte Lässigkeiten auf, so kann kontinuierlich
eine bestimmte Menge an Heißdampf dem Hohlraum zugeführt werden. Damit der zugeführte
Heißdampf in dem Hohlraum gehalten werden kann, weist die Leitung zu dem Druckraum
ebenfalls ein Verriegelungselement auf, welches bei Bedarf geschlossen werden kann,
um kurzfristig die Temperatur und den Druck im Hohlraum zu erhöhen. Das Verriegelungselement
der Leitung kann ebenfalls als ein Schieber, ein Regler, ein Hahn, ein Ventil, etc.
ausgebildet sein.
[0028] Insbesondere durch das Verriegelungselement in der Leitung zu dem zweiten Druckraum
können die Betriebsbedingungen innerhalb des Hohlraums einfach geregelt werden. Das
Verriegelungselement in der Leitung ermöglicht ein temporäres Aufstauen des Druckes
und auch der Temperatur in dem Hohlraum und der Leitungsverbindung zum dem, in der
Regel stromab liegenden, zweiten Druckraum. Nach dem Erreichen eines gewünschten Temperaturniveaus
in dem Hohlraum und/oder in den Flanschabschnitten der Trennfuge, insbesondere der
Kreuzteilfuge, bzw. in den für den instationären Betrieb maßgeblichen Abschnitten
der Begrenzungsteile wird die Leitung zum zweiten Druckraum wieder voll geöffnet,
so dass sich für den stationären Betrieb wieder ein abgesenkter Druck in dem Hohlraum
und damit an der Teilfuge einstellt. Durch die Öffnung der Leitung ist auch das Temperaturniveau
in dem Hohlraum beziehungsweise in der Leitung wieder regelbar.
[0029] Ferner ist eine Vorrichtung bevorzugt, bei der wenigstens eine mittels eines Verriegelungselementes
verriegelbare Kühldampfleitung zu dem Hohlraum geführt ist, über die Kühldampf in
den Hohlraum zuführbar ist. Das heißt zusätzlich zu den zuvor genannten Verbesserungen
hinsichtlich des Druckes an der Trennfuge beziehungsweise der Kreuzteilfuge und der
auftretenden Axialkraft sowie der möglichen moderaten Temperatursenkung durch Drosselung
kann, falls erforderlich, eine weitere stationäre Temperaturabsenkung an der Trennfuge
beziehungsweise der senkrechten Teilfuge der Kreuzteilfuge erreicht werden. Dies ist
beispielsweise dann erforderlich, wenn zulässige Einsatztemperaturen von Begrenzungsteilen,
des Abschirmelementes oder von Schraubenwerkstoffen eingehalten oder mit einer Absenkung
der Bauteiltemperaturen eine Erhöhung der Festigkeitskennwerte erreicht werden müssen.
Hierzu wird vorteilhafterweise Kühldampf von einer ersten, in bezug auf die Trennfuge
stromab liegenden, Stelle durch die Kühldampfleitung in den Hohlraum zwischen dem
Abschirmelement und der Teilfuge geleitet und durch die Leitung zu einer zweiten,
weiter stromab liegenden Stelle zurückgeleitet. Der Druck in dem Hohlraum kann durch
die spezielle Leitungsgestaltung, insbesondere Rohrleitungsgestaltung, und ein etwaiges
Anstauen in der Leitung, auch als Abführleitung bezeichnet, eingestellt werden, und
zwar in den Grenzen der Druckniveaus der ersten und der zweiten Stelle. Diese Lösung
ist regelungstechnisch anspruchsvoll und verlangt eine massivere Ausführung der Abschirmung,
d.h. des Abschirmelementes. Der zusätzliche Nutzen der beschriebenen Maßnahmen zur
Temperaturabsenkung kann dann fallweise geprüft werden. Die Anwärmleitung, die Kühldampfleitung
und die Abführleitung weisen entsprechende Verriegelungselemente auf, durch die eine
Regelung des Druckniveaus ermöglicht wird. Die Verriegelungselemente können beispielsweise
ein Schieber, ein Regler, ein Hahn oder ein Ventil sein. Aber auch andere Verriegelungselemente
sind denkbar. Weiterhin können anstelle oder zusätzlich zu den Verriegelungselementen
Strömungswiderstände, wie beispielsweise Blenden, Drosseln, etc., für die Regelung
des Druckniveaus innerhalb der Leitungen, d.h. der Leitung, der Anwärmleitung und/oder
der Kühldampfleitung, eingesetzt werden.
[0030] Zusätzlich zu den zuvor beschriebenen Maßnahmen, kann an den dem ersten Druckraum
abgewandten Seiten der Begrenzungsteile über der Trennfuge, insbesondere der Kreuzteilfuge,
eine Absaugeinrichtung angeordnet sein, über die Leckagemengen abgesaugt werden können.
Desweiteren kann zusätzlich vorgesehen sein, dass eine Dichtnaht an der dem ersten
Druckraum zugewandten Seite der Trennfuge, insbesondere der senkrechten Kreuzteilfuge,
geschweißt ist. Hierbei ist auf die sichere und ausreichend wärmebewegliche Gestaltung
der Schweißnaht zu achten, so dass eine Beschädigung auch bei instationären Vorgängen
vermieden wird.
[0031] Gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren zur Absenkung
des auf eine Trennfuge, die durch das Aneinanderfügen wenigstens eines ersten Begrenzungsteils
und wenigstens eines zweiten Begrenzungsteils einer Vorrichtung, insbesondere einer
Dampfturbine, gebildet wird, wirkenden Druckes und zur Reduzierung der auf die Trennfuge
wirkenden Befestigungskräfte, wobei die Begrenzungsteile wenigstens einen Teil eines
ersten Druckraumes umschließen, wobei an den dem Strömungskanalinneren zugewandten
Seiten der Begrenzungsteile ein Abschirmelement vorgesehen wird, das abdichtend gegenüber
dem wenigstens einen ersten Begrenzungsteil und dem wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil
angeordnet wird und dabei die Trennfuge vollständig abdeckt, so dass zwischen den
Begrenzungsteilen und dem Abschirmelement ein Hohlraum gebildet wird, und wobei aus
einem zweiten Druckraum eine Leitung in den Hohlraum geführt wird, über die der Druck
in dem Hohlraum auf ein niedrigeres Niveau gesenkt wird, gelöst.
[0032] Durch die dichte Abdeckung der Trennfuge an der Innenseite der Begrenzungsteile durch
ein Abschirmelement entsteht ein Hohlraum. Zu dem Hohlraum wird eine Leitung geführt,
die mit einem außerhalb des Hohlraums liegenden zweiten Druckraum verbunden ist. Durch
die Verbindung des Hohlraums mit dem zweiten Druckraum können in dem Hohlraum andere
Betriebsbedingungen, insbesondere andere Temperaturen und Drücke, als im ersten Druckraum
eingestellt werden. Insbesondere durch die Druckabsenkung wird die Belastung auf die
Trennfuge, insbesondere auf die Kreuzteilfuge, reduziert. Dabei hat sich erwiesen,
dass eine Reduzierung des Drucks um 15 bis 20 bar möglich ist. Durch dieses Verfahren
der Druckabsenkung wird der Einsatzbereich der Trennfuge, insbesondere der Kreuzteilfuge,
bei Dampfturbinen und sonstigen Vorrichtungen deutlich erhöht. D.h., der Einsatzbereich
einer Trennfugenverbindung, insbesondere einer Kreuzteilfugenverbindung, wird erweitert.
Die Druckabsenkung im Bereich der Trennfuge bzw. Kreuzteilfuge wird durch eine zuverlässige
wärmebewegliche Abschirmung ermöglicht. Durch eine entsprechend geeignete Gestaltung
des Abschirmelementes wird ein Schubausgleich zur Reduzierung der Flanschkräfte, d.h.,
der auf die Befestigungsschrauben der zwei Begrenzungsteile wirkenden Kräfte, erreicht.
Durch die Druckabsenkung im Bereich der Trennfuge bzw. Kreuzteilfuge ist eine Reduzierung
der wirksamen Innendruck-bedingten Axialkräfte um etwa 1/3 gegenüber den bekannten
Vorrichtungen, bei den denen keine Druckabsenkung stattfindet, möglich. Durch die
Abschirmung der Trennfuge bzw. der Kreuzteilfuge kann eine deutliche Steigerung des
Einsatzbereiches derartiger Fugen erreicht werden.
[0033] Insbesondere bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem der auf die Trennfuge wirkende
Druck und die an der Trennfuge wirkenden Befestigungskräfte durch eine Vorrichtung,
insbesondere eine Dampfturbine, gemäß des ersten Aspektes der Erfindung abgesenkt
bzw. reduziert werden.
[0034] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.
[0035] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Schnitt durch eine schematisch dargestellte erste Verbindungsmöglichkeit zweier
Begrenzungselemente einer Dampfturbine;
- Figur 2
- einen Schnitt durch eine schematisch dargestellte zweite Verbindungsmöglichkeit zweier
Begrenzungselemente einer Dampfturbine;
- Figur 3
- einen Schnitt durch eine schematisch dargestellte dritte Verbindungsmöglichkeit zweier
Begrenzungselemente einer Dampfturbine;
- Figur 4
- einen Schnitt durch eine schematisch dargestellte vierte Verbindungsmöglichkeit zweier
Begrenzungselemente einer Dampfturbine;
- Figur 5
- einen Schnitt durch eine schematisch dargestellte fünfte Verbindungsmöglichkeit zweier
Begrenzungselemente einer Dampfturbine.
[0036] Die Fig. 1 bis 5 zeigen schematisch verschiedene Verbindungsmöglichkeiten zweier
Begrenzungselemente 1, 2 einer Dampfturbine. An der Seiten der Begrenzungselemente
1, 2, die dem Strömungskanalinneren 4 zugewandt sind, ist um den Bereich der Trennfuge
3, die insbesondere als eine Kreuzteilfuge ausgebildet ist, ein Abschirmelement 5
abgeordnet. Dabei überdeckt das Abschirmelement 5 die Trennfuge 3 vollständig, so
dass zwischen den beiden Innenseiten der Begrenzungselemente 1, 2, der Trennfuge 3
und dem Abschirmelement 5 ein abgedichteter Hohlraum 6 entsteht. Das Abschirmelement
5 schützt die Trennfuge vor den im Strömungskanal bzw. im ersten Druckraum, der zumindest
teilweise durch die beiden Begrenzungselemente 1, 2 gebildet wird, vorherrschenden
Bedingungen. In einem Strömungskanal bzw. in einem Druckraum innerhalb eines Strömungskanals
einer im Betrieb befindlichen Dampfturbine können Temperaturen von über 600°C und
Drücke von mehr als 250bar vorherrschen. Damit die Trennfuge 3 bzw. die Kreuzteilfuge
diesen hohen Bedingungen nicht ausgesetzt wird, ist das Abschirmelement 5 abdichtend
um den Bereich der Trennfuge 3 bzw. der Kreuzteilfuge an den Begrenzungselementen
1, 2 befestigt. Die Begrenzungselemente 1, 2 sind als rotationssymmetrische bzw. als
im Wesentlichen rotationssymmetrische Elemente bzw. Teilelemente ausgebildet. Das
Abschirmelement 5 ist an einem axialen Bereich, hier an einem freien Ende, an einer
an dem ersten Begrenzungsteil 1 angeordneten umlaufenden Aufnahme 9 abdichtend befestigt.
Die umlaufende Aufnahme 9 kann auch ein Statorteil der Dampfturbine oder eine umlaufender,
nach Innen vorstehender Steg sein. Dabei kann das Abschirmelement 5 an der umlaufenen
Aufnahme 9 zumindest leicht beweglich aufgehängt sein. Ein zweiter axialer Bereich,
insbesondere das zweite freie Ende, des Abschirmelementes 5 ist an der Innenseite
des zweiten Begrenzungsteils 2 abgedichtet angeordnet. Zu Abdichtung dient eine wärmebewegliche
Dichtung 10. Diese wärmebewegliche Dichtung 10 kann beispielsweise eine druck- und/oder
federkraftbelastbaren Kolbenringdichtung oder Labyrinthdichtung sein. Das Abschirmelement
5 weist eine Durchführung auf, in der eine Leitung 7 abgedichtet einliegt. Die Leitung
7 verbindet den Hohlraum 6 mit einem außerhalb des Abschirmelementes 5 angeordneten
zweiten, nicht dargestellten, Druckraum. Da in dem zweiten Druckraum ein niedrigeres
Druckniveau vorherrscht, als im Strömungskanalinneren, kann über die Leitung 7 eine
Druckabsenkung in dem Hohlraum 6 erfolgen. Die Leitung 7 ist bevorzugt zumindest bereichsweise
flexibel ausgebildet und/oder ist verschiebbar in der Durchführung zu dem Hohlraum
6 gelagert. Die Leitung 7 ist bevorzugt als Rohrleitung ausgebildet. In der Durchführung
zu dem Hohlraum 6 ist die Leitung 7 durch ein Dichtelement 16 abgedichtet angeordnet.
Die Leitung 7 ist stromabwärts ferner an einem Leitschaufelträger 15, der an der umlaufenden
Aufnahme 9a angeordnet ist, befestigt. Der zweite Druckraum kann beispielsweise stromabwärts
von dem Leitschaufelträger vorgesehen sein. Vorzugsweise weist die Leitung 7 ein Verriegelungselement
13, insbesondere in Form eines Ventils, auf. Über dieses Verriegelungselement 13 können
die Bedingungen, insbesondere der Druck und die Temperatur, innerhalb des Hohlraums
6 geregelt werden. In dieser Ausführungsvariante der Dampfturbine weist das Abschirmelement
5 eine Anwärmbohrung 12 auf, durch die kontinuierlich eine definierte Menge an Heißdampf
dem Hohlraum 6 zugeführt werden kann. Dies dient zur Verbesserung des instationären
Verhaltens der abgeschirmten Trennfuge bzw. Kreuzteilfuge. Durch das kontinuierliche
Einströmen einer bestimmten Menge an Heißdampf und die durch Schließen des Verriegelungselementes
13 in der Leitung 7 erreichbare vorübergehende Druckerhöhung in dem Hohlraum 6, ist
eine vorübergehende Erhöhung des Wärmeübergangskoeffizienten der dem Hohlraum 6 umgebenden
Bauteile möglich. Nach dem Erreichen des gewünschten Druck- und Temperaturniveaus
kann das Verriegelungselement 13 und damit die Leitung 7 wieder voll geöffnet werden,
so dass sich für den stationären Betrieb der Dampfturbine der Druck in dem Hohlraum
6 wieder absenkt. Die beiden Begrenzungsteile 1, 2 weisen Flanschverbindungen auf,
durch die Befestigungsschrauben 14 geführt sind. Alternativ oder zusätzlich zu der
Anwärmbohrung 12 kann vorgesehen sein, dass die wärmebewegliche Dichtung 10 eine bestimmte
Lässigkeit aufweist, durch die kontinuierlich eine definierte Menge an Heißdampf in
den Hohlraum 6 einströmen kann. Durch die Abschirmung der Trennfuge 3 wird die Gefahr
einer Leckage an der Trennfuge 3 verringert. Ferner wird durch die Druckabsenkung
eine Reduzierung der auf die Befestigungsschrauben 14 wirkenden Kräfte, insbesondere
der Axialkräfte, erreicht.
[0037] Sind zwei Begrenzungsteile 1, 2 vorgesehen, sind diese an einer Trennfuge 3 miteinander
verbunden. Drei Begrenzungsteile bilden eine Stoßteilfuge und vier Begrenzungsteile
bilden eine Kreuzteilfuge.
[0038] Fig. 2 zeigt eine weitere Ausführungsvariante der Abdichtung einer Trennfuge 3 bzw.
einer Kreuzteilfuge zwischen zumindest zwei Begrenzungsteilen 1, 2 einer Dampfturbine.
Der Unterschied zu der Ausführungsvariante gemäß der Fig. 1 liegt in der wärmebeweglichen
Dichtung 10. In dieser Ausführungsvariante ist die wärmebewegliche Dichtung 10 zweigeteilt
ausgeführt. Neben der erhöhten Dichtfunktion hat die zweigeteilte Dichtung 11 Vorteile
beim Montieren beziehungsweise Demontieren des Abschirmelementes 5 an dem wenigstens
einen zweiten Begrenzungsteil 2. Besonders bevorzugt ist die geteilte Dichtung 11
eine Kolbenringdichtung in zwei Teilen und mit zwei Stößen. Der zweite Druckraum ist
auch in dieser und in den in den Fig. 3-5 gezeigten Ausführungsvarianten nicht dargestellt.
Der zweite Druckraum ist durch den Innenraum des wenigstens einen ersten Begrenzungsteils
1 und von abgedichtet eingesetzten Leitträger gebildet. Der zweite Druckraum kann
neben der Anordnung in dem Strömungskanal auch außerhalb des Strömungskanals, d.h.
außerhalb der Begrenzungsteile 1, 2 angeordnet sein. Der Flansch 8 des Abschirmelementes
5 dient zum Verschließen der Teilfuge des zumindest zweigeteilten Abschirmelementes
5.
[0039] Die in der Fig. 3 gezeigte Ausführungsvariante der Abdichtung einer Trennfuge 3 bzw.
einer Kreuzteilfuge zwischen wenigstens zwei Begrenzungsteilen 1, 2 einer Dampfturbine,
weist eine andere Führung der Leitung 7 zwischen dem Hohlraum 6 und einem zweiten
Druckraum auf. Die Durchführung zu dem Hohlraum 6 ist nicht in dem Abschirmelement
5, sondern in dem ersten Begrenzungsteil 1 vorgesehen. Die Leitung 7 wird außerhalb
des Strömungskanals, d.h. außerhalb des ersten Begrenzungsteils 1, geführt und wird
erst in einem stromabwärts liegenden Bereich wieder in das Strömungskanalinnere 4
geführt und dort mit dem nicht dargestellten zweiten Druckraum verbunden.
[0040] Die Leitung 7 ist in der Durchführung zu dem Hohlraum 6 in dem wenigstens einen ersten
Begrenzungsteil 1 durch Dichtelemente abdichtend befestigt. Das Abschirmelement 5
ist in dieser Ausführungsvariante in zwei Segmente 5a, 5b geteilt. Dabei ist das Abschirmelement
5 axial geteilt. An dem ersten Abschirmelementsegment 5a ist die wärmebewegliche Dichtung
10, hier in Form einer geteilten Dichtung 11, angeordnet. Das zweite Abschirmelementsegment
5b ist an der umlaufenden Aufnahme 9 an der Innenseite des wenigstens einen ersten
Begrenzungsteils 1 fixiert. Die geteilte Dichtung 11 ermöglicht, dass das erste Abschirmelementsegment
5a mit der geteilten Dichtung 11, nach der Demontage des ersten Begrenzungsteils 1
und des zweiten Abschirmelementsegmentes 5b, gemeinsam mit dem in dem Strömungskanalinneren
4 vorgesehenen Rotor der Dampfturbine ausgehoben und entsprechend demontiert werden
kann. Besonders geeignet als geteilte Dichtung 11 ist eine Kolbenringdichtung. Um
einer möglichen Wärmeausdehnung eines Bauteils, insbesondere des ersten Begrenzungsteils
1, vorzubeugen, ist die Leitung vorzugsweise verschiebbar in den Durchführungen gelagert
oder an zumindest einer Stelle flexibel ausgebildet. Die Abschirmelementsegmente 5a,
5b weisen jeweils einen Flansch 8a, 8b auf, durch die die zumindest zweigeteilten
Abschirmelementsegmente 5a, 5b miteinander und ggf. an wenigstens einem der Begrenzungsteile
1, 2 und/oder an wenigstens einer umlaufenden Nut 9, beispielsweise einem Statorteil,
axial fixiert werden können.
[0041] Fig. 4 zeigt eine weitere mögliche Ausführungsvariante der Abdichtung einer Trennfuge
3 bzw. einer Kreuzteilfuge zwischen wenigstens zwei Begrenzungsteilen 1, 2 einer Dampfturbine.
Anstelle einer Anwärmbohrung oder einer eine Lässigkeit aufweisenden wärmebeweglichen
Dichtung ist in dieser Ausführungsvariante eine Anwärmleitung 17 aus dem Strömungskanalinneren
4 in den Hohlraum 6 geführt. Dabei ist die Anwärmleitung 17 nicht durch das Abschirmelement
5, sondern durch das wenigstens eine zweite Begrenzungsteil 2 abdichtend geführt.
Durch die Anwärmleitung 17 kann Heißdampf aus dem Strömungskanalinneren 4 bzw. aus
dem ersten Druckraum in den Hohlraum 6 geführt werden, um eine temporäre Druckerhöhung
und eine Anhebung der Temperatur in dem Hohlraum 6 zu erreichen. Zur Regelung des
Durchfluss des Heißdampfes weist die Anwärmleitung 17 ein Verriegelungselement 18,
insbesondere ein Ventil, auf. Zur Druckabsenkung ist, wie in Fig. 3, eine Leitung
7 vorgesehen, die zum Teil außerhalb des Strömungskanals geführt ist. Bei einer Öffnung
des Verriegelungselementes 18 der Anwärmleitung 17 und einer gleichzeitigen Schließung
des Verriegelungselementes 13 der Leitung 7 können der Druck und die Temperatur in
dem Hohlraum 6 temporär erhöht werden.
[0042] Falls eine weitere stationäre Temperaturabsenkung und Druckabsenkung an der Teilfuge
3 beziehungsweise der Kreuzteilfuge erreicht werden soll, beispielsweise um zulässige
Einsatztemperaturen der Begrenzungsteile 1, 2 oder von Befestigungsschrauben 14 einzuhalten
oder mit einer Absenkung der Bauteiltemperaturen eine Erhöhung der Festigkeitskennwerte
zu erreichen, kann Kühldampf von einer ersten stromab liegenden Stelle durch eine
weitere Kühldampfleitung 19 in den Hohlraum 6 zwischen dem Abschirmelement 5, der
Trennfuge 2 und den Begrenzungsteilen 1, 2 geleitet werden. Durch die Leitung 7, die
an einer zweiten, weiter stromab liegenden Stelle in den Strömungskanal, insbesondere
in einem dritten Druckraum, endet, kann der zugeführte Kühldampf wieder abgeführt
werden. Der Druck in dem Hohlraum 6 kann durch die spezielle Leitungsgestaltung der
Kühldampfleitung 19 und der Leitung 7 und ein Anstauen in der Leitung 7 eingestellt
werden, und zwar in den Grenzen der Druckniveaus der ersten und der zweiten Stelle.
Diese Lösung ist allerdings regelungstechnisch anspruchsvoll und verlangt eine massivere
Ausführung des Abschirmelementes 5.
1. Vorrichtung, insbesondere Dampfturbine, aufweisend wenigstens ein erstes Begrenzungsteil
(1) und wenigstens ein zweites Begrenzungsteil (2), wobei die Begrenzungsteile (1,
2) unter Bildung einer Trennfuge (3) aneinander befestigbar sind und dabei zumindest
einen Teil eines ersten Druckraumes umschließen, dadurch gekennzeichnet, dass an den dem ersten Druckraum zugewandten Seiten der Begrenzungsteile (1, 2) ein Abschirmelement
(5) vorgesehen ist, das abdichtend gegenüber dem wenigstens einen ersten Begrenzungsteil
(1) und dem wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil (2) angeordnet ist und dabei
die Trennfuge (3) vollständig abdeckt, so dass zwischen den Begrenzungsteilen (1,
2) und dem Abschirmelement (5) ein Hohlraum (6) gebildet ist, und dass eine Leitung
(7) in den Hohlraum (6) geführt ist, die den Hohlraum (6) mit einem zweiten Druckraum
verbindet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennfuge (3) eine Stoßteilfuge oder eine Kreuzteilfuge ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Begrenzungsteile (1, 2) rotationssymmetrisch bzw. im Wesentlichen rotationssymmetrisch
ausgebildete Elemente sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (7) zu dem Hohlraum (6) durch eines der Begrenzungsteile (1, 2) oder
durch das Abschirmelement (5) geführt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (5) und die Abdichtung des Abschirmelementes (5) wärmebeweglich
ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (5) an zumindest zwei umlaufenden Aufnahmen (9) an den Begrenzungsteilen
(1, 2) befestigt, insbesondere aufgehängt, ist oder dass das Abschirmelement (5) durch
wenigstens zwei wärmebewegliche Dichtungen (10) an den Begrenzungsteilen (1, 2) abdichtend
sitzt oder dass das Abschirmelement (5) an wenigstens einer umlaufenden Aufnahme (9)
an zumindest einem der Begrenzungsteile (1, 2) befestigt, insbesondere aufgehängt,
ist und durch wenigstens eine wärmebewegliche Dichtung (10) an dem zumindest einem
anderen Begrenzungsteil (1, 2) abdichtend sitzt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine umlaufende Aufnahme (9) durch ein Statorteil gebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine wärmebewegliche Dichtung (10) an der wenigstens einen umlaufenden
Aufnahme (9) abdichtend sitzt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmebewegliche Dichtung (10) durch einen druck- und/oder federkraftbelastbaren
Kolbenring, durch eine Labyrinth- bzw. Durchblickdichtung oder durch wenigstens ein
Dichtblech gebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Begrenzungsteile (1, 2) eine Nut zur Aufnahme der wärmebeweglichen
Dichtung (10) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die wärmebewegliche Dichtung (10) eine geteilte Dichtung (11) ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die geteilte Dichtung (11) an dem Abschirmelement (5) und/oder an einem der Begrenzungsteile
(1, 2) und/oder an wenigstens einer umlaufenden Aufnahme (9) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitung (7) flexibel ausgebildet ist und/oder wenigstens an der Durchführung
zu dem Hohlraum (6) verschiebbar gelagert ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (5) zumindest zweigeteilt ist, wobei die zumindest zwei Teile
(5a, 5b) des Abschirmelementes (5) abdichtend aneinander befestigbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Abschirmelement (5) wenigstens eine Anwärmbohrung (12) aufweist, dass die wärmebeweglichen
Dichtungen (10) Lässigkeiten aufweisen und/oder dass wenigstens eine mittels eines
Verriegelungselementes (18) verriegelbare Anwärmleitung (17) zu dem Hohlraum (6) geführt
ist, über die Heißdampf in den Hohlraum (6) zuführbar ist/sind, und dass die Leitung
(7) zwischen dem zweiten Druckraum und dem Hohlraum (6) durch ein Verriegelungselement
(13) verriegelbar ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine mittels eines Verriegelungselementes (20) verriegelbare Kühldampfleitung
(19) zu dem Hohlraum (6) geführt ist, über die Kühldampf in den Hohlraum (6) zuführbar
ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass an den dem ersten Druckraum abgewandten Seiten der Begrenzungsteile (1, 2) über der
Trennfuge (3) eine Absaugeinrichtung angeordnet ist, um Leckagemengen abzusaugen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Strömungswiderstände für die Regelung des Druckniveaus innerhalb der Leitung (7),
der Anwärmleitung (17) und/oder der Kühldampfleitung (19) vorgesehen sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dichtnaht an der dem ersten Druckraum zugewandten Seite der senkrechten Trennfuge
(3) geschweißt ist.
20. Verfahren zur Absenkung des auf eine Trennfuge (3), die durch das Aneinanderfügen
wenigstens eines ersten Begrenzungsteils (1) und wenigstens eines zweiten Begrenzungsteils
(2) einer Vorrichtung, insbesondere einer Dampfturbine, gebildet wird, wirkenden Druckes
und zur Reduzierung der auf die Trennfuge (3) wirkenden Befestigungskräfte, wobei
die Begrenzungsteile (1, 2) wenigstens einen Teil eines ersten Druckraumes umschließen,
dadurch gekennzeichnet, dass an den dem ersten Druckraum zugewandten Seiten der Begrenzungsteile (1, 2) ein Abschirmelement
(5) vorgesehen wird, das abdichtend gegenüber dem wenigstens einen ersten Begrenzungsteil
(1) und dem wenigstens einen zweiten Begrenzungsteil (2) angeordnet wird und dabei
die Trennfuge (3) vollständig abdeckt, so dass zwischen den Begrenzungsteilen (1,
2) und dem Abschirmelement (5) ein Hohlraum (6) gebildet wird, und dass aus einem
zweiten Druckraum eine Leitung (7) in den Hohlraum (6) geführt wird, über die der
Druck in dem Hohlraum (6) auf ein niedrigeres Niveau gesenkt wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der auf die Trennfuge (3) wirkende Druck und die an der Trennfuge (3) wirkenden Befestigungskräfte
durch eine Vorrichtung, insbesondere eine Dampfturbine, nach einem der vorherigen
Ansprüche 1 bis 19 abgesenkt werden.