[0001] Die Erfindung betrifft eine Beleuchtungseinheit mit wenigstens einem Leuchtmittel
und mit einem im wesentlichen plattenförmigen, transparenten Konstruktionselement,
insbesondere einer Glasscheibe.
[0002] Bei der Präsentation hochwertiger Gegenständen, beispielsweise exklusiver Möbelstücke,
Uhren, Schmuck oder Kunstgegenstände, kommt es entscheidend darauf an, geeignete Beleuchtungsverhältnisse
zu schaffen, um die Werthaltigkeit des Gegenstandes optimal herauszustellen. Glasvitrinen
eignen sich hierfür in besonderem Maße, da sie eine Betrachtung des präsentierten
Gegenstandes von mehreren Seiten erlauben und die perfekte Oberfläche der verwendeten
Glaskonstruktionselemente, seien es vertikal ausgerichtete Seitenwände oder Böden,
zusammen mit dem präsentierten Gegenstand ein ansprechendes Gesamtbild erzeugen.
[0003] Zur Beleuchtung des präsentierten Gegenstandes werden bevorzugt Leuchtmittel eingesetzt,
die an der Vitrine selbst angeordnet sind, um somit den präsentierten Gegenstand aus
geringer Entfernung und damit hoher Lichtintensität beleuchten zu können. Dabei ist
zu beachten, dass die Leuchtmittel selbst nur ein geringes Bauvolumen einnehmen, so
dass sie nicht den Blick auf den Gegenstand teilweise versperren oder durch deren
Existenz teilweise von den präsentierten Gegenständen ablenken. Weiterhin ist zu vermeiden,
dass ein Teil des Lichtes in Richtung des Betrachters gelenkt wird und damit von den
präsentierten Gegenständen ablenkt.
[0004] Halogenreflektorlampen, die zwar ein helles Licht erzeugen, sind daher für die direkte
Montage an der Vitrine in vielen Fällen ungeeignet. Hinzu kommt, dass der hohe Wärmeanteil
in der Strahlung von Glühlampen empfindliche Gegenstände, wie beispielsweise Kunstgegenstände
oder Parfumflakons, auf Dauer beschädigen kann.
[0005] Im Gegensatz hierzu sind Leuchtdioden aufgrund ihrer geringen Baugröße in besonderem
Maße für die direkte Montage an Vitrinen oder Schaukästen geeignet. Leuchtdioden zeichnen
sich ferner durch eine hohe Lichtausbeute, hohe verfügbare Lichtleistung bei stetig
zurückgehenden Preisen sowie durch ein dem natürlichen weißen Licht immer näher kommendes
Lichtspektrum aus. Sie werden daher zunehmend zu Beleuchtungszwecken in Vitrinen,
im Ladenbau oder bei der Präsentation von Möbeln eingesetzt, wobei aus den vorstehend
genannten Gründen zumeist eine Kombination mit Glas gewählt wird.
[0006] Bei aktuell verfügbaren Lösungen treten die Leuchtdioden selbst sehr stark in den
Vordergrund, d.h. die Leuchtdioden selbst befinden sich im Blickfeld des Betrachters.
Dieser im Hinblick auf das übergeordnete Ziel, nämlich eine ansprechende Präsentation
eines werthaltigen Gegenstandes zu schaffen, eher nachteilige Effekt wird aufgrund
der Neuheit der LED-Technologie derzeit allgemein noch nicht als problematisch empfunden.
Es ist jedoch für die Zukunft davon auszugehen, dass Leuchtdioden zunehmend als gewöhnliche
Lichtquellen eingesetzt werden und daher die Anforderung gestellt wird, als Lichtquelle
selbst optisch in den Hintergrund zu treten.
[0007] Bei der Beleuchtung von Vitrinen mittels Leuchtdioden sind aus der Praxis verschiedene
Lösungen bekannt. In einer ersten bekannten Lösung (Fig. 1) ist die dem Betrachter
zugewandte Kantenfläche einer Glasscheibe mit einem die Kantenfläche verdeckenden
Blechprofil, welches seinerseits über die Kantenfläche hinausragt, versehen. Dabei
sind in dem über die Kantenfläche hinausragenden Abschnitt des Blechprofils eine Anzahl
Leuchtdioden angeordnet, die in der Vitrine aufgestellte Gegenstände beleuchten, aus
Richtung des Betrachters jedoch durch das Blechprofil verdeckt sind. Problematisch
hierbei ist einerseits, dass die Leuchtdiode zur Kantenfläche der Glasscheibe versetzt
ist, was den Kantenabschluss der Glasscheibe in optisch unvorteilhafter Weise verbreitert
und den Blick der Betrachters auf den beleuchteten Gegenstand teilweise einschränkt.
Zudem sind die Dioden ungeschützt einer Verschmutzung ausgesetzt.
[0008] In einer weiteren Lösung (Fig. 2) weist eine in einer Vitrine verbaute Glasscheibe
eine dem Betrachter zugewandte abgeschrägte Kantenfläche auf, an die sich ein weiteres
langestrecktes, balkenartiges Glaselement mit ebenfalls angeschrägter Seitenfläche
anschließt. Auf dessen dem Betrachter abgewandter Fläche sind mehrere Leuchtdioden
angeordnet, die den in der Vitrine aufbewahrten Gegenstand vom Standpunkt des Betrachters
aus gesehen von schräg vorne beleuchten. Da die Leuchtdioden auf einem Glasbauteil
angeordnet sind, sind sie aus Richtung des Betrachters sichtbar, was aus ästhetischen
Gründen nachteilig ist. Zur Vermeidung der Sichtbarkeit können zwar nichttransparente
oder teiltransparente Gläser eingesetzt werden, in diesem Falle schränkt das zusätzliche
Glaselement die Sicht auf den beleuchteten Gegenstand ein und die freiliegenden Leuchtdioden
sind ebenso wie bei der ersten Lösung auf Dauer einer Verunreinigung ausgesetzt.
[0009] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Beleuchtungseinheit
mit wenigstens einem Leuchtmittel und einem im Wesentlichen plattenförmigen, transparenten
Konstruktionselement, insbesondere einer Glasscheibe, anzugeben, welche eine effektive
und effektvolle Beleuchtung von Gegenständen und Waren aus der Blickrichtung des Betrachters
ermöglicht, wobei das eingesetzte Leuchtmittel weitgehend vor Verschmutzung geschützt
sein soll und sich das Leuchtmittel an das Konstruktionselement ohne Beeinträchtigung
der Ästhetik des Konstruktionselements anfügt.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Beleuchtungseinheit nach dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1 dadurch gelöst, dass durch die Kantenfläche des Konstruktionselementes
ein Freiraum in der Flucht des Konstruktionselementes gebildet ist und dass das wenigstens
eine Leuchtmittel im wesentlichen in dem Freiraum angeordnet ist und in dem Freiraum
gehalten ist und zu der Kantenfläche des Konstruktionselementes hin ausgerichtet ist.
[0011] Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinheit besteht darin, dass
durch eine gezielte relative Ausrichtung von Leuchtmittel und Kantenfläche unter Beachtung
des Snelliusschen Brechungsgesetzes sich der Einstrahlwinkel der von dem Leuchtmittel
ausgesandten und durch das transparente Konstruktionselement transmittierten Strahlung
auf den zu beleuchtenden Gegenstand in einem weiten Bereich variieren lässt, ohne
dass das Leuchtmittel aus der Flucht des Konstruktionselements hervortreten muss,
was der Beleuchtungseinheit eine im Vergleich zu den bekannten Lösungen besondere
Ästhetik verleiht und die Betrachtungsmöglichkeit des beleuchteten Gegenstandes verbessert.
Insbesondere im Falle besonders kompakt bauender Leuchtmittel, wie beispielsweise
Leuchtdioden, lässt sich das Leuchtmittel in dem durch die Kantenfläche des Konstruktionselementes
in dessen Flucht gebildeten Freiraum problemlos unterbringen.
[0012] Dadurch, dass das Leuchtmittel zur Kantenfläche hin ausgerichtet ist und somit in
die Kantenfläche des transparenten Konstruktionselementes hineinstrahlt, ist das Leuchtmittel
weitgehend vor Verschmutzung geschützt.
[0013] Als plattenförmiges, transparentes Konstruktionselement werden bevorzugt Glas- oder
Plexiglasscheiben eingesetzt, die sich in besonderer Weise zur Präsentation hochwertiger
Gegenstände eignen. Auch Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) kann bei potenziell unfallgefährdeten
Anwendungen zum Einsatz kommen, etwa bei Vitrinen in sehr belebten Kaufhäusern.
[0014] Auch transparente Konstruktionselemente mit einer von einer vollständig ebenen Oberfläche
geringfügig abweichenden Oberfläche werden als Konstruktionselemente im Sinne der
Erfindung verstanden, soweit das Material des Konstruktionselementes für das von dem
Leuchtmittel ausgestrahlte Licht transparent ist. Eine strenge Planparallelität ist
hierbei nicht entscheidend.
[0015] Nach einer ersten Ausgestaltung der Erfindung ist der Freiraum durch eine in der
Kantenfläche des Konstruktionselementes vorgesehene Fasenfläche gebildet. Als Fasenfläche
wird hier eine Fläche angesehen, welche im Randbereich des plattenförmigen Konstruktionselementes
spitzwinklig zur eigentlichen Fläche des Konstruktionselementes in dieses eingeformt
ist. Hierbei muss es sich nicht notwendigerweise um eine nachträglich in das Konstruktionselement
eingeformte Fläche handeln. Ebenso kann der Freiraum auch durch eine in die Kantenfläche
eingeformte Stufe gebildet sein. Der besondere Vorteil einer Fasenfläche liegt jedoch
darin, dass sie vergleichsweise einfach und mit in der glasbearbeitenden Industrie
in der Regel vorhandenen Maschinen in eine Kantenfläche eingearbeitet werden kann.
[0016] Bei der Beleuchtungseinheit wird das Intensitätsmaximum des austretenden Lichts durch
die Position des wenigstens einen Leuchtmittels relativ zu der Fasenfläche bestimmt.
Mit der relativen Positionierung des Leuchtmittels zur Fasenfläche des Konstruktionselementes
wird der Einstrahlwinkel des Intensitätsmaximums des von dem Leuchtmittel emittierten
Lichts in die Fasenfläche eingestellt. Wird beispielsweise das von dem Leuchtmittel
ausgesandte Licht senkrecht auf die Fasenfläche gestrahlt und hat diese etwa einen
Winkel von 28° relativ zu den Flächen des plattenförmigen Konstruktionselementes,
so tritt das Licht auf der der Fasenfläche gegenüberliegenden Plattenfläche des Konstruktionselementes
mit einem Winkel von ca. 45° zur Oberfläche des Konstruktionselementes aus, so dass,
falls es sich bei dem Konstruktionselement um eine Glasseitenwand oder einen Glasboden
einer Vitrine handelt, der zu beleuchtende Gegenstand in üblicher Weise mittig in
einer solchen Vitrine platziert werden kann und dabei optimal beleuchtet wird.
[0017] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Konstruktionselement mehrschichtig
ausgebildet ist und der Freiraum durch wenigstens eine zurückversetzte Schicht des
Konstruktionselementes gebildet. Hierbei können die einzelnen Schichten selbstverständlich
jeweils auch mit einer Fasenfläche ausgebildet sein. Mehrschichtige, transparente
Konstruktionselemente sind in vielfacher Ausgestaltung bekannt. Beispielsweise kann
das mehrschichtige Konstruktionselement als Verbund-Sicherheitsglas (VSG) ausgebildet
sein. In diesem Falle kann bei einer horizontalen Anordnung des VSG die obere Glasschicht
zurückversetzt sein und somit den Freiraum bilden, in welchem das Leuchtmittel angeordnet
und gehalten ist. Das Leuchtmittel seinerseits kann dabei derart ausgerichtet sein,
dass es in die vorspringende untere Glasfläche einstrahlt und diese durchstrahlt.
Eine mögliche Anwendung besteht darin, Überkopfverglasungen, welche vorschriftsmäßig
als VSG ausgebildet sein müssen, beispielsweise ein Glasvordach oder eine Glaspergola,
mit einer solchen Beleuchtung auszustatten.
[0018] Um die relative Position des Leuchtmittels zur Kantenfläche des transparenten Konstruktionselementes
präzise einzustellen, ist nach einer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass
das Leuchtmittel eine Justiermechanik umfasst, so dass die Position des Leuchtmittels
zu einem gewissen Grad unabhängig von dem jeweiligen Bauteil an dem es befestigt ist,
justiert werden kann.
[0019] Als Leuchtmittel können Lichtquellen verschiedener Art zum Einsatz kommen. Möglich
ist beispielsweise, dass das Leuchtmittel als Glühlampe, bevorzugt als eine Mehrzahl
von Glühlampen in Form einer Lichterkette oder eines Lichtschlauches, ausgebildet
ist. Ebenso ist es möglich, das Leuchtmittel als Lichtleiter vorzusehen, welcher mit
einer in Bezug auf die Beleuchtungseinheit externen Lichtquelle verbunden ist. Besonders
bevorzugt ist jedoch der Einsatz einer Leuchtdiode, insbesondere einer Mehrzahl auf
einer gemeinsamen Leiste angeordneter Leuchtdioden. Diese zeichnen sich, wie eingangs
erwähnt, durch geringe Baugröße, geringen Energieverbrauch und hohe Leuchtleistung
auf kleinem Volumen mit einem natürlichen Leuchtspektrum aus.
[0020] Um eine gewünschte Intensitätsverteilung bei dem Leuchtmittel zu erhalten, kann es
ferner sinnvoll sein, dem Leuchtmittel zur Strahlformung eine Mikrooptik zuzuordnen,
welche den von einer Punktlichtquelle ausgestrahlten Strahlkegel beispielsweise kollimiert
oder auch mit hinreichend langer Brennweite fokussiert bzw. bündelt.
[0021] Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist die Kantenfläche
des Konstruktionselementes entlang ihrer Längserstreckung zumindest teilweise von
einem Profilelement eingefasst, wobei das Profilelement gemeinsam mit dem Konstruktionselement
den Freiraum umschließt, in dem das wenigstens eine Leuchtmittel angeordnet ist. Der
Einsatz eines solchen Profilelementes ermöglicht einerseits, das oder die Leuchtmittel
selbst vor dem Betrachter zu verbergen und ferner der Kantenfläche des Konstruktionselementes
durch Wahl eines entsprechend gestalteten Profilelementes ein besonders ästhetisches
Äußeres zu verleihen. Bevorzugt ist ein solches Profilelement aus Metall, insbesondere
aus Edelstahl, gefertigt. Ebenso ist möglich das Profilelement aus einem Kunst- oder
Faserwerkstoff zu fertigen. Neben einer ästhetischen Erscheinungsform ist durch die
Anordnung des oder der Leuchtmittel in dem Freiraum zwischen Kantenfläche und Innenfläche
des Profilelementes eine Verschmutzung oder Beschädigung des oder der Leuchtmittel
durch das Eindringen von Feuchtigkeit ausgeschlossen. Zweckmäßigerweise ist das Leuchtmittel
an dem Profilelement durch Verkleben befestigt. Hierdurch entsteht ein besonders effektiver
Wärmeübergang in das Profilelement.
[0022] Ist zudem das Profilelement seinerseits mit dem Konstruktionselement verklebt, so
kann es die von dem oder den Leuchtmitteln aufgenommene Wärme an das Konstruktionselement
teilweise ableiten. Handelt es sich beispielsweise bei dem Leuchtmittel um eine LED-Leiste,
die mit einem Metallprofil an dessen Innenfläche verklebt ist, wobei das Metallprofil
seinerseits mit einer Glasscheibe als Konstruktionselement verklebt ist, so wird eine
effektive Kühlung der Leuchtdioden dadurch erreicht, dass deren Wärme zunächst in
das Metallprofil abgeleitet und von dort teilweise in das Glas weitergeleitet wird.
[0023] In der Regel sind das Profilelement und das mit ihm verklebte Konstruktionselement
aus unterschiedlichen Materialen gefertigt, so dass bei einer Erwärmung des Materialverbundes
im Betrieb der Beleuchtungseinheit auf die unterschiedliche Wärmeausdehnung der beteiligten
Materialien zu achten ist. Handelt es sich bei dem Konstruktionselement beispielsweise
um eine Glasscheibe und bei dem Profilelement um ein Metallprofil, so sollte das Profilelement
hinreichend dünn und damit nachgiebig ausgebildet sein, so dass die Scherspannungen
in der Klebeschicht einen kritischen Wert nicht übersteigen. Auch können die Scherspannungen
in der Klebeschicht durch die Wahl eines geeigneten nachgiebigen, jedoch hinreichend
festen Klebstoffes minimiert werden. Ferner muss auch die Dicke der Klebeschicht hinreichend
gleichmäßig sein und darf einen Minimalwert nicht unterschreiten. Beispielsweise sollte
die Klebeschicht in einem Glas-Metall-Verbund im Bereich von 80 bis 120 µm liegen.
[0024] Eine durchgehende Klebeschicht entlang der gesamten Erstreckung der Klebeverbindung
kann nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung dadurch erreicht werden, dass
dem verwendeten Klebemittel Abstandshalter zugesetzt werden, die der Einstellung der
Mindestdicke der Klebeschicht dienen. Diese verteilen sich beim Auftragen des Klebemittels
gleichmäßig auf den Klebeflächen und bewirken, dass die geforderte Mindestdicke der
Klebeschicht an keiner Stelle unterschritten wird. Bevorzugt sind die Abstandshalter
als Mikrokugeln ausgebildet. Für eine Schichtdicke bei einem Glas-Metall-Verbund von
80 bis 120 µm haben die Mikrokugeln typischerweise einen mittleren Durchmesser von
80 ± 1,5 µm.
[0025] Bei der Beleuchtungseinheit werden bevorzugt solche Klebstoffe verwendet, welche
im ausgehärteten Zustand eine vollständig transparente Schicht bilden und somit den
ästhetischen Eindruck auch an den Fügestellen zwischen Profilelement und Konstruktionselement
erhalten. Um die Transparenz des ausgehärteten Klebemittels nicht zu verschlechtern,
ist es daher entscheidend, dass die Mikrokugeln im Klebstoff als solche nicht sichtbar
sind und diesen somit nicht eintrüben.
[0026] Dies kann nach einer weiteren Lehre der Erfindung dadurch erreicht werden, dass die
Abstandshalter aus einem polymeren Kunststoff gefertigt sind, dessen Brechungsindex
im Wesentlichen dem des eigentlichen Klebemittels entspricht. Hierdurch wird eine
Vielfachlichtbrechung- und reflexion in der Klebemittelschicht vermieden, so dass
die Transparenz der Klebemittelschicht weiterhin gewährleistet ist.
[0027] Ein weiterer Vorteil polymerer Mikrokugeln besteht darin, dass diese einen beispielsweise
durch UV-Aushärtung des Klebemittels induzierten Schrumpfungsprozess, welcher in der
Dicke ungefähr 3 - 5 %, im Volumen ca. Vol.-8% ausmachen kann, mitmachen, so dass
keine sichtbaren Mikrorisse in der Klebeschicht infolge auftretender Spannungen zwischen
dem schrumpfenden Klebemittel und den Mikrokugeln auftreten. Der übliche Anteil der
Mikrokugeln am Gesamtvolumen des Klebemittels liegt typischerweise bei ca. 0,01 Vol.-%.
[0028] Ein weiterer Aspekt bei der Gestaltung der Beleuchtungseinheit ist die Realisierung
einer Stromversorgung für das wenigstens eine Leuchtmittel. Hierbei kann nach einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, dass die elektrischen
Leiter zur Energieversorgung an wenigstens einer Kantenfläche des plattenförmigen
Konstruktionselementes angeordnet sind. Beispielsweise kommen hierfür sehr dünne Metallstreifen
in Frage, die flach auf die Kantenfläche des Konstruktionselementes geklebt werden.
Dies hat den Vorteil, dass die gesamte sichtbare Fläche des Konstruktionselementes
- etwa einer Glasscheibe - durch auf der Fläche des Konstruktionselementes sichtbare
elektrische Leiter nicht beeinträchtigt wird.
[0029] Die zuvor beschriebene Stromversorgung entlang der Kantenflächen ist unabhängig von
der zuvor erläuterten Beleuchtungseinheit und stellt eine separate Erfindung dar.
[0030] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine aus dem Stand der Technik bekannte Beleuchtungseinheit in schematisierter Querschnittsansicht,
- Fig. 2
- eine weitere aus dem Stand der Technik bekannte Beleuchtungseinheit in schematisierter
Querschnittsansicht,
- Fig. 3
- eine erfindungsgemäße Beleuchtungseinheit in schematisierter Querschnittsansicht,
- Fig. 4
- eine erfindungsgemäße Beleuchtungseinheit in einer zu Fig. 3 alternativen Ausgestaltung
in schematisierter Querschnittsansicht,
- Fig. 5
- die Beleuchtungseinheit aus Fig. 3 in perspektivischer Ansicht,
- Fig. 6a,b
- zwei Polardiagramme zur Darstellung der Verdrehung des Intensitätsmaximums des auf
die Fasenfläche der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinheit aus Fig. 3 fallenden Lichtes
bei einem Fasenwinkel von ca. 28°,
- Fig. 7a,b
- die in der Klebeschicht zwischen einem Metallprofil und einer Glasscheibe auftretenden
Scherspannungen,
- Fig. 8
- eine Vitrine oder ein Ladenbauelement zur Präsentation hochwertiger Waren in Regalform
mit in die Regalböden integrierter erfindungsgemäßer Beleuchtungseinheit in schematisierter
Seitenansicht,
- Fig. 9
- eine weitere Vitrine oder ein weiteres Ladenbauelement mit in die Seitenwände integrierter
erfindungsgemäßer Beleuchtungseinheit in Draufsicht und
- Fig. 10
- ein Glasvordach eines Wohnhauses mit einer erfindungsgemäßen Beleuchtungseinheit in
Seitenansicht.
[0032] In Fig. 1 ist eine aus dem Stand der Technik bekannte Beleuchtungslösung für Vitrinen
u.dgl. im Querschnitt dargestellt. Im Einzelnen zeigt Fig. 1 eine Glasscheibe 30 als
Seitenwand oder Regalboden einer Glasvitrine, in deren Verlängerung ein offenes Profil
angeordnet ist, welches parallel zur Kantenfläche 30x der Glasscheibe 30 über diese
hinausragt. In diesem Bereich ist ein Leuchtmittel 10 angeordnet, welches derart ausgerichtet
ist, dass es den in der Vitrine präsentierten Gegenstand (nicht dargstellt) direkt
beleuchtet. Wie dem in der Fig. 1 gezeigten Aufbau unmittelbar zu entnehmen ist, ist
das Leuchtmittel 10 nicht gegen Verschmutzung und Beschädigung infolge eindringender
Feuchtigkeit geschützt. Ferner ist ein Verbergen des Leuchtmittels 10 nur durch eine
optisch unvorteilhafte Verbreiterung des Profils senkrecht zur Erstreckung der Glasscheibe
30 und durch einen umgebogenen Endabschnitt am freien Profilende 20a möglich, was
die Betrachtungsmöglichkeit des beleuchteten Gegenstandes einschränkt.
[0033] Bei der in der Fig. 2 dargestellten, aus dem Stand der Technik bekannten Beleuchtungslösung
ist an die abgeschrägte Kantenfläche einer Glasscheibe 30* ein weiteres Glaselement
40* mit ebenfalls abgeschrägter Kantenfläche vorgesehen, auf dessen dem zu beleuchtenden
Gegenstand zugewandter Seite ein Leuchtmittel, vorliegend eine Leuchtdiode 10*, angeordnet
ist. An dieser Lösung ist nachteilig, dass das Leuchtmittel 10* vom Betrachter aus
sichtbar ist und zudem wiederum kein Schutz gegen das Eindringen von Feuchtigkeit
oder Verschmutzung vorgesehen ist. Bei der Verwendung von nichttransparentem Glas
zur rückseitigen Kaschierung des Leuchtmittels wird das Blickfeld des Betrachters
stark eingeschränkt.
[0034] In Fig. 3 ist nun eine erfindungsgemäße Beleuchtungseinheit mit verschiedenen, die
Erfindung in vorteilhafter Weise weiterbildenden Ausgestaltungen in schematisierter
Querschnittsansicht dargestellt. Sie umfasst ein Leuchtmittel 1, vorliegend eine Mehrzahl
auf einer Leiste 1a angeordneter Leuchtdioden (vgl. auch Fig. 4), welche bevorzugt
weißes Licht emittieren. Das Licht trifft auf eine an einem plattenförmigen transparenten
Konstruktionselement, vorliegend einer Glasscheibe 3, vorgesehene, einen in der Flucht
der Glasscheibe 3 angeordneten Freiraum 5 definierende Fasenfläche 3a als Kantenfläche
der Glasscheibe 3 und tritt aus der Glasscheibe 3 an deren gegenüberliegender Seite
3b wieder aus. Die Glasscheibe kann dabei als Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ausgebildet
sein. Die Beleuchtungseinheit umfasst ferner ein Profilelement, welches vorliegend
als Edelstahlprofil 2 ausgebildet ist.
[0035] Das Profil weist einen ersten Flanschabschnitt 2b auf, welcher parallel zur Oberseite
der Glasscheibe 3 ausgerichtet ist und mit dieser über eine Klebeverbindung 4 fest
verbunden ist. Das Profil 2 weist ferner einen zweiten Abschnitt 2c auf, welcher parallel
zur Fasenfläche 3a ausgerichtet ist, so dass die an seiner Innenseite ebenfalls über
die gemeinsame Leiste 1a durch Kleben befestigte Leuchtdioden 1 senkrecht zur Fasenfläche
3a in diese der Glasscheibe einstrahlen. Die Leuchtdiodenleiste 1a kann ihrerseits
jedoch auch mit einer Justiermechanik (nicht dargestellt) versehen sein, mittels derer
die relative Position der Leuchtdioden 1 zur Fasenfläche 3a präzise eingestellt werden
kann, ohne dass eine strenge Parallelität zwischen der Fasenfläche 3a und dem korrespondierenden
Abschnitt 2c des Profils 2 vorliegen muss. Schließlich umfasst das Profil 2 noch einen
L-förmigen Abschnitt 2a, welcher die Glasscheibe 3 an deren Unterseite umgreift.
[0036] Der vorliegend gewählte Fasenwinkel von α = ca. 28° ermöglicht bei senkrechter Lichteinstrahlung
in die Fasenfläche 3a einen Abstrahlwinkel der Strahlung aus der Glasscheibe 3 von
β = ca. 45°, jeweils bezogen auf das Intensitätsmaximum der von den Leuchtdioden 1
emittierten Strahlung (vgl. Fig. 6a, b). Durch eine Variation der Position der Leuchtdiode
1 einerseits oder des Winkels der Fasenfläche 3a andererseits lässt sich nun der Abstrahlwinkel
β in einem weiten Bereich variieren, so dass in einer mit der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinheit
versehenen Glasvitrine optimale Beleuchtungsverhältnisse eingestellt werden können.
Ein weiterer Vorteil der Beleuchtungseinheit der Fig. 3 besteht darin, dass von dem
Profil 2 der Freiraum 5 umschlossen wird, welcher erfindungsgemäß in der Flucht der
Glasscheibe 3 liegt und in dem die Leuchtdiodenleiste 1a, 1 problemlos untergebracht
werden kann, wobei diese gleichzeitig vor Feuchtigkeit und Verschmutzung dauerhaft
geschützt ist. Die Verblendung der üblicherweise grünen Glaskantenfläche durch ein
ästhetisch anspruchsvolles Metallprofil wertet diese zudem optisch auf, wobei das
Metallprofil auch als Stoßschutz fungiert. Da, wie bereits erwähnt, die Leuchtdioden
in der Flucht der Glasscheibe 3 angeordnet sind und somit die Beleuchtungseinheit
den Rand der Glasscheibe 3 nicht wulstartig verbreitert, entsteht somit eine kompakte,
hinsichtlich des Designs minimalistische und hochwertige Beleuchtungslösung.
[0037] Die Figuren 6a und 6b zeigen nun in Polardarstellung die Winkelstellung des Intensitätsmaximums
der annähernd Gaussförmigen Strahlverteilung des von den Leuchtdioden 1 emittierten
Lichtes beim Eintritt in die Glasscheibe 3 über die Fasenfläche 3a (Fig. 6a) und beim
Austritt aus der Glasscheibe 3 über die Fläche 3b. Gemäß Fig. 6a tritt das Licht der
Dioden 1 mit seinem Intensitätsmaximum unter einem Einfallswinkel von 0°, d.h. senkrecht
zur Fasenfläche 3a, in die Glasscheibe 3 ein und verlässt diese bei einem gewählten
Fasenflächenwinkel von α = ca. 28° an der gegenüberliegenden Fläche 3b unter einem
Austrittswinkel β von ca. 45°, wie in Fig. 6b dargestellt. Die Verdrehung des Austrittswinkels
um ca. 45° in Bezug auf den Eintrittswinkel lässt sich demnach durch den Winkel α
der Fasenfläche 3a relativ zur Oberfläche der Glasscheibe 3 ebenso wie durch die Einstellung
der Position der Leuchtdioden 1 relativ zur Fasenfläche 3a, d.h. durch Einstellung
des Strahleintrittswinkels präzise festlegen.
[0038] Bei der Beleuchtungseinheit der Fig. 3 ist die Leuchtdiodenleiste 1, 1a mit dem Profil
2 durch eine Klebeverbindung verbunden. Das Profil 2 ist seinerseits über eine Klebeverbindung
4 mit der Glasscheibe 3 verklebt. Hierdurch entsteht insgesamt ein fester Verbund
zwischen Leuchtdioden 1, Profil 2 und Glasscheibe 3, was eine effektive Kühlung der
Leuchtdioden 1 erlaubt. Diese geben nämlich einen Teil der von ihnen produzierten
Wärme über die Klebeverbindung an das Metallprofil ab, welches die Wärme über die
Klebeverbindung 4 teilweise an die Glasscheibe weiterleitet. Hierbei tritt jedoch
eine Erwärmung des Metallprofils 2 gegenüber der Glasscheibe 3 auf, was infolge der
stärkeren Wärmedehnung des Metalls des Profils 2 gegenüber der Glasscheibe 3 zu Scherspannungen
in der das Profil 2 mit der Glasscheibe 3 verbindenden Klebeverbindung 4 führt. Diese
bleiben jedoch dann unter einem kritischen Wert, wenn das Metallprofil 2 durch einen
entsprechend dünnwandigen, filigranen Aufbau eine genügend große Nachgiebigkeit aufweist
und entsprechend ein hinreichend nachgiebiger, aber dennoch fester Klebstoff gewählt
wird. Ein geeigneter Klebstoff wird beispielsweise von der Bohle AG unter der Porduktbezeichnung
LV 740 vertrieben.
[0039] Die in den Figuren 7a und 7b dargestellten Diagramme zeigen die in der Klebstoffschicht
4 auftretenden Scherspannungen entsprechend einer Simulationsrechnung für ein 0,5
mm dickes Edelstahlprofil der Länge 1000 mm und der Breite (im ungebogenen Zustand)
von 24 mm bei einer Temperaturerhöhung gegenüber der Glasscheibe 3 von 20 K. Die Dicke
der Klebstoffschicht 4 wurde dabei mit 80 µm angesetzt bei einer Breite der Klebeverbindung
von 8 mm. Das Ergebnis der Simulationsrechnung ist in Fig. 7a in einer Übersicht dargestellt,
wobei auf der Abszisse die halbe Länge des 1000 mm langen Metallprofils, d.h. der
Abstand des Simulationspunktes von der Längsmitte des Profils aufgetragen ist. Wie
nun in dem Diagramm der Fig. 7a dargestellt, beträgt die Scherspannung in der Klebeschicht
in der Längsmitte des Edelstahlprofils Null und steigt erst jenseits eines Abstandes
von 400 mm zur Längsmitte des Profils nennenswert an.
[0040] Wie in der Ausschnittsvergrößerung der Fig. 7 dargestellt, steigt dabei die Spannung
zwischen einem Abstand von 450 mm bis zu einem Längsende des Metallprofils (Abstand
= 500 mm) von einem Wert von 0,5 N/mm
2 auf einen Endwert von 4 N/mm
2 an. Dieser Wert liegt nach wie vor deutlich unterhalb einer kritischen Schwelle,
welche bei dem vorstehend beispielhaft genannten Klebstoff LV 740 bei etwa 20 N/mm
2 liegt. Bereits bei einem Abstand vom Längsende des Metallprofils von weniger als
20 mm sinkt die Spannung in der Klebeschicht auf unter 50% des Endwertes an, wie in
Fig. 7 leicht abzulesen ist.
[0041] Insgesamt dokumentiert die in Fig. 7 dargestellte Simulationsrechnung, dass die Verklebung
an den Enden des Metallprofils besonders sorgfältig durchgeführt werden muss.
[0042] Hierbei ist jedoch Voraussetzung, dass die Dicke der Klebeschicht über die gesamte
Länge und Breite der Klebeverbindung einen Minimalwert von 80 µm, insbesondere an
den Enden des Profils, nicht unterschreitet. Dies lässt sich in vorteilhafter Weise
dadurch erreichen, dass dem Klebemittel Mikrokugeln als Abstandshalter zwischen den
Fügepartnern zugegeben werden, welche gleichmäßig in dem Klebemittel dispergiert sind
und sich somit gleichmäßig auf der Klebefläche verteilen, wodurch eine punktuelle
Unterschreitung der geforderten Mindestdicke der Klebeschicht wirksam verhindert wird.
Zweckmäßigerweise weisen die Mikrokugeln dabei einen mittleren Durchmesser von 80
µm bei einer Schwankungsbreite von ca. 1,5 µm auf. Eine Beimischung von 0,01 Vol.-%
hat sich in Untersuchungen der Anmelderin als ausreichend erwiesen. Um die völlige
Transparenz der Klebeschicht auch bei Beimischung der Mikrokugeln zu erhalten, sind
die Mikrokugeln vorliegend aus einem polymeren Kunststoff gefertigt, so dass ihr Brechungsindex
sich praktisch nicht von dem der umgebenden Klebemasse unterscheidet. Hierdurch werden
vielfach Lichtbrechungen und -reflexionen innerhalb der Klebeschicht vermieden und
somit eine optische unvorteilhafte Eintrübung derselben verhindert.
[0043] In Fig. 4 ist eine zu Fig. 3 alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Beleuchtungseinheit
dargestellt. Sie umfasst als transparentes Konstruktionselement eine doppelschichtige
Verbundsicherheitsglasscheibe (VSG) 300. Bei dieser ist die obere Schicht 310 gegenüber
den unteren Schicht 320 zurückversetzt, wodurch in der Flucht der VSG-Scheibe 300
durch die gestufte gemeinsame Kantenfläche der Schichten 310, 320 ein Freiraum gebildet
ist. In diesem ist das Leuchtmittel, vorliegend wiederum eine Mehrzahl auf einer gemeinsamen
Leiste (nicht im Einzelnen dargestellt) angeordneter Leuchtdioden 100 angeordnet und
durch Verkleben auf der Innenfläche eines Profils 200 gehalten.
[0044] Die gezeigte Leuchtdiode 100 ist derart ausgerichtet, dass das abgestrahlte Licht
in den vorspringenden Abschnitt der unteren Glasschicht 320 eintritt und an dessen
Unterseite wieder austritt.
[0045] Das Profil 200 ist gegenüber dem Profil 2 der Figur 3 geringfügig abweichend gestaltet.
Es umfasst wiederum einen Abschnitt 200a, welcher sich diesmal bis zur Unterseite
der Glasscheibe 300 erstreckt, diese jedoch nicht umgreift. Am Kantenabschluss des
Profilabschnitts 200a ist der Freiraum 500, in dem die Leuchtdioden 200a angeordnet
sind, durch eine wulstartige Schicht 400a eines gummiartigen Klebers abgedichtet.
Durch die hohe Elastizität dieser Klebeschicht 400a entstehen zwischen dem Glas 300
und dem Profilende 200a an dem vergleichsweise dünnen unteren Kantenbereich der Glasschicht
320 keine nennenswerten Spannungen. Ferner sorgt die Klebeschicht 400a für eine vollständige
Abdichtung des Freiraums 500, so dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Die Eigenschaft
des Profilelements 200 aus Fig. 4, die Glasscheibe 300 nicht zu umgreifen, kann auch
auf gefaste Schieben, wie in Fig. 3 dargestellt, übertragen werden.
[0046] In Figur 5 ist nun eine weitere Ausgestaltung der Beleuchtungseinheit der Fig. 3
dargestellt. Das Ausführungsbeispiel betrifft eine besonders vorteilhafte Art der
Stromzuführung zu der Leuchtdiodenleiste 1, 1a. Dabei ist die Stromzuführung als flacher
Metallstreifen 6, insbesondere als Kupfer- und Edelstahlstreifen, ausgeführt, welcher
am oberen Rand der Beleuchtungseinheit auf der oberseitigen Kantenfläche der Glasscheibe
3 geführt ist und im Bereich der Fasenfläche durch ein kurzes Verbindungskabel mit
der Leuchtdiodenleiste 1, 1a verbunden ist.
[0047] In den Ausführungsbeispielen der Figuren 8 und 9 sind nun in einer schematisierten
Ansicht Glasvitrinen oder Ladenbauelemente dargestellt, welche mit Beleuchtungseinheiten
gemäß Fig. 3 versehen sind. Im Falle der Fig. 8 ist ein Regal mit drei gläsernen Regalböden
dargestellt, bei dem bei den beiden oberen Regalböden die jeweils dem Betrachter B
zugewandte äußere Kante 9 als Beleuchtungseinheit gemäß Fig. 3 ausgebildet ist. Die
Beleuchtungseinheit bestrahlt somit den auf dem jeweils darunter liegenden Regalboden
angeordneten Gegenstand unter einem Abstrahlwinkel von ca. 45° und ist für den Betrachter
B nicht einsehbar, behindert dabei gleichzeitig auch nicht sein Blickfeld.
[0048] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 9 sind die gläsernen Seitenwände einer Vitrine an
ihrer jeweiligen dem Betrachter B zugewandten Kante mit einer Beleuchtungseinheit
gemäß Fig. 3 versehen. Diese wiederum bestrahlen den in der Vitrine aufgestellten
Gegenstand unter einem Beleuchtungswinkel von 45°, ohne das Blickfeld des Betrachters
einzuschränken.
[0049] In Fig. 10 ist schließlich ein Glasvordach eines Wohnhauses mit einer erfindungsgemäßen
Beleuchtungseinheit in Seitenansicht dargestellt. Das Glasvordach ist aus VSG der
im Zusammenhang mit Fig. 4 beschriebenen Art gebildet und weist eine Beleuchtungseinheit
gemäß Fig. 4 auf. Hierdurch wird eine gute Ausleuchtung des Eingangsbereichs des Hauses
bei gleichzeitig ansprechendem Design des Vordachs infolge der dezenten Unterbringung
der Beleuchtungseinheit in der Außenkante des Vordachs erreicht.
1. Beleuchtungseinheit
- mit wenigstens einem Leuchtmittel (1, 100) und
- mit einem im wesentlichen plattenförmigen, transparenten Konstruktionselement (3,
300),
dadurch gekennzeichnet,
- dass durch die Kantenfläche des Konstruktionselementes (3, 300) ein Freiraum (3a) in der
Flucht des Konstruktionselementes (3, 300) gebildet ist und
- dass das wenigstens eine Leuchtmittel (1, 100) im wesentlichen in dem Freiraum (5, 500)
angeordnet ist und in dem Freiraum (5, 500) gehalten ist und zu der Kantenfläche des
Konstruktionselementes (3, 300) hin ausgerichtet ist.
2. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Freiraum (5) durch eine in der Kantenfläche des Konstruktionselementes (3) vorgesehene
Fasenfläche (3a) gebildet ist.
3. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Konstruktionselement (300) mehrschichtig ausgebildet ist und der Freiraum (500)
durch wenigstens eine zurückversetzte Schicht (310) des Konstruktionselementes (300)
gebildet ist.
4. Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Leuchtmittel (1) eine Justiermechanik zur Einstellung seiner relativen
Position zur Fasenfläche (3a) des Konstruktionselementes (3) umfasst.
5. Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Leuchtmittel eine Leuchtdiode (1), insbesondere eine Mehrzahl
auf einer gemeinsamen Leiste (1a) angeordneter Leuchtdioden (1), ist.
6. Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
dem wenigstens einen Leuchtmittel (1) zur Strahlformung eine Mikrooptik zugeordnet
ist.
7. Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fasenfläche (3a) entlang ihrer Längserstreckung zumindest teilweise von einem
Profilelement (2), insbesondere einem Metallprofil, bevorzugt einem Edelstahlprofil,
oder einem Profil aus einem Kunst- oder Faserwerkstoff, eingefasst ist, wobei das
Profilelement (2) gemeinsam mit dem Konstruktionselement (3) einen Freiraum (5) umschließt,
in dem das wenigstens eine Leuchtmittel (1) angeordnet ist.
8. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das wenigstens eine Leuchtmittel (1) an dem Profilelement (2) befestigt, insbesondere
verklebt ist.
9. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Profilelement (2) mit dem Konstruktionselement (3) mittels einer Klebeverbindung
(4) verbunden ist.
10. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
das verwendete Klebemittel Abstandshalter zur Einstellung der Mindestdicke der Klebemittelschicht
enthält.
11. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abstandshalter aus einem polymeren Kunststoff gefertigt sind.
12. Beleuchtungseinheit nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abstandshalter als Mikrokugeln ausgebildet sind.
13. Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrischen Leiter (6) zur Energieversorgung des wenigstens einen Leuchtmittels
(1) an wenigstens einer Kantenfläche des plattenförmigen Konstruktionselementes (3)
angeordnet sind.
14. Vitrine, Ladenbau- oder Möbelelement zur Präsentation von Waren, insbesondere von
hochwertigen Waren, wie Schmuck, Uhren, Kunstgegenständen oder dgl., mit wenigstens
einer Beleuchtungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Verglasungselement, insbesondere Glasvordach oder - pergola, mit einer Beleuchtungseinheit
nach Anspruch 3.