[0001] Die Erfindung betrifft ein Weichenschloss zum Sichern der Stellung einer Schienenweiche
mit mindestens einer verdrehbar gelagerten Schlossstange und mindestens einem an der
verdrehbar gelagerten Schlossstange festgelegten Sicherungsglied für eine Zungenschiene,
welches durch Drehen der Schlossstange aus einer Parkposition in eine Sicherungsposition
bringbar ist.
[0002] Weichenschlösser für Schienenweichen finden Verwendung, wenn die Lage einer Weiche
dauerhaft oder vorübergehend gegen ein Umstellen gesichert werden soll. Eine dauerhafte
Lagesicherung der Weiche ist beispielsweise erforderlich, wenn einer der beiden von
der Weiche ausgehenden Schienenstränge nicht fertig gestellt ist. Temporäre Lagesicherungen
können beispielsweise nötig werden, wenn an einem der beiden von der Weiche ausgehenden
Schienenstränge Reparaturarbeiten durchgeführt werden.
[0003] Bei Schienenweichen mit größerer Längserstreckung kann es notwendig sein, eine Mehrzahl
von Schlössern in der Befahrrichtung der Weiche anzubringen, um die Lage der Zungenschiene
relativ zur Backenschiene über die gesamte Länge der Weiche zu sichern. Bei solchen
Systemen, die aus einer Mehrzahl von Weichenschlössern bestehen, ist es bekannt, kaskadenartige
Schließsysteme einzusetzen, bei welchen beim Absperren eines Weichenschlosses ein
Schlüssel entnehmbar wird, welcher in das in Befahrrichtung nächste Schloss eingesetzt
werden kann, um das Verbringen des Sperrgliedes aus einer Parkposition in eine Sicherungsposition
zu ermöglichen. Beim Sperren der Sicherungsposition wird wiederum ein Schlüssel frei,
welcher nun in das darauf folgende Schloss eingesetzt werden kann. Diese Prozedur
wird solange fortgesetzt, bis das letzte Schloss gesperrt ist. Anhand des letzten
abgezogenen Schlüssels ist feststellbar, in welcher Lage sich die gesperrte Schienenweiche
befindet.
[0004] Aus der
DE 1 755 894 ist ein Weichenschloss mit zwei Spannklauen bekannt, welche durch eine Hohlschraube
miteinander verbunden und durch Zusammenziehen am Schienenfuß anzuklemmen sind. Bei
dieser bekannten Vorrichtung ist in der Hohlschraube ein Drehriegel gelagert, auf
dem ein die abliegende Weichenzunge feststellender Sperrriegel oder Sperrarm sitzt,
der in der Verschlussstellung und der Freigabestellung durch Eingreifen in Rasten
der Spannklauen festgestellt wird. Der Eingriff der entsprechenden Vorsprünge in die
Rasten der Spannklauen erfolgt bei dieser Vorrichtung in Achsrichtung des Drehriegels,
wobei dieser Drehriegel zusätzlich zu seiner Verdrehbarkeit axial verschieblich gelagert
ist, sodass die Vorsprünge zum Verstellen des Sperrgliedes außer Eingriff gebracht
werden und in der neuen Lage in die entsprechenden Rasten eingreifen können.
[0005] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster 74 036 08 ist ein Weichenschloss bekannt, bei welchem
das Sperrglied für die Zungenschiene durch Drehen an einer entsprechenden Schlossstange
in Eingriff und außer Eingriff mit der zu sichernden Zungenschiene gebracht werden
kann. Die Fixierung in der jeweiligen Drehlage erfolgt durch Verspannen des Sperrgliedes
in Achsrichtung der Schlossstange durch ein entsprechendes Handrad, welches mit einem
Gewinde auf der Schlossstange zusammenwirkt. Im verspannten Zustand wird das Handrad
durch einen Stift gegen Verdrehen gesichert, wobei der Stift wiederum mit einem Splint
gesichert sein kann.
[0006] Nachteilig bei diesen bekannten Vorrichtungen ist, dass zusätzlich zur Verdrehsicherung
der Schlossstange bzw. des Sicherungsgliedes für die Zungenschiene, Mittel zur Aufrechterhaltung
des axialen Eingriffes bzw. der axialen Verspannung sowie zusätzliche Mittel zur Verhinderung
von Manipulationen vorgesehen sein müssen. Darüber hinaus eignen sich die bekannten
Vorrichtungen nicht ohne weiteres für den nachträglichen Einbau in bestehende Schienenweichen,
da die Festlegung des Weichenschlosses jeweils am Schienenfuß der Backenschiene erfolgt,
welcher nicht immer freiliegt und somit nicht ohne weiteres zugänglich ist.
[0007] Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Weichenschloss der eingangs
genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass die Sicherung der Drehlage der Schlossstange
und somit die Sicherung der Position des Sperrgliedes für die Zungenschiene gleichzeitig
mit der Sicherung gegen Manipulationen erfolgt. Weiters soll sich ein erfindungsgemäßes
Weichenschloss in einfacher Weise zum nachträglichen Einbau in bestehende Schienenweichen
eignen, wobei bevorzugt beide Zungenschienen in der ab- bzw. anliegenden Stellung
durch das Verdrehen einer Schlossstange gesichert werden sollen.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Weichenschloss der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dahingehend weitergebildet, dass die Drehlage der Schlossstange durch sperrbare Riegel
sicherbar ist, welche radial in Ausnehmungen der Schlossstange eingreifen. Dadurch,
dass die Drehlage der Schlossstange durch sperrbare Riegel sicherbar ist, welche radial
in Ausnehmungen der Schlossstange eingreifen, ist keine axiale Verschieblichkeit der
Schlossstange vonnöten, um die formschlüssige Sicherung der Drehlage der Schlossstange
vorzunehmen. Die Schlossstange ist bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung vielmehr
gegen eine axiale Verschiebung in Bezug auf die Backenschienen gesichert festgelegt,
sodass die Ausnehmungen für den Eingriff der sperrbaren Riegel in der Parkposition
bzw. der Sicherungsposition unmittelbar mit den sperrbaren Riegeln fluchten. Die Schlossstange
und das daran festgelegte Sicherungsglied kann durch einfaches Verdrehen aus der Parkposition
in die Sicherungsposition gebracht werden, woraufhin der entsprechende Riegel mit
der entsprechenden Ausnehmung in Eingriff gebracht und unmittelbar gesperrt wird.
Auf diese Weise ist die Schlossstange gegen Verdrehen und gegen Manipulationen geschützt.
[0009] Mit Vorteil ist das erfindungsgemäße Weichenschloss dahingehend weitergebildet, dass
für die Sicherung der Drehlagen der Parkposition und der Sicherungsposition jeweils
ein gesonderter Riegel vorgesehen ist. Auf diese Weise wird es möglich, der jeweiligen
Drehlage der Schlossstange einen Riegel und in der Folge ein Schloss zuzuordnen, wobei
dann, wenn für die entsprechenden Schlösser unterschiedlich markierte Schlüssel zum
Einsatz gelangen, anhand des Schlüssels, der aus dem Schloss für den in Eingriff stehenden
Riegel abgezogen werden konnte, festgestellt werden kann, ob das Weichenschloss in
einer Parkposition oder in einer Sicherungs- bzw. Betriebsposition ist. Bei einem
wie oben beschriebenen kaskadenartigen Schließsystem kann anhand des zuletzt abgezogenen
Schlüssels die Stellung der Weiche bestimmt werden.
[0010] In besonders einfacher Weise ist das Weichenschloss gemäß der vorliegenden Erfindung
dahingehend weitergebildet, dass die Sicherungsglieder als radial von der Stange auskragende
Platten ausgebildet sind. Eine solch einfache Ausführungsform der Sicherungsglieder
wird beim erfindungsgemäßen Weichenschloss dadurch möglich, dass an den Sicherungsgliedern
keine wie auch immer gearteten Mittel vorgesehen sein müssen, die eine Verdrehsicherung
in Achsrichtung der Schlossstange ermöglichen, wobei die als Platten ausgebildeten
Sicherungsglieder durch Verdrehen der Schlossstange einfach hochgeklappt werden können
und dadurch unmittelbar in ihre Wirkposition an der Zungenschiene verbracht werden
können.
[0011] Mit Vorteil ist die vorliegende Erfindung dahingehend weitergebildet, dass die axiale
Länge der mindestens einen Schlossstange im Wesentlichen der Spurbreite der zu sichernden
Strecke entspricht und dass an beiden Enden der mindestens einen Schlossstange Sicherungsglieder
für eine Zungenschiene festgelegt sind, sodass durch das Verdrehen der Schlossstange
sowohl die abliegende als auch die anliegende Zungenschiene gesichert werden können,
wobei in besonders bevorzugter Weise die Sicherungsglieder an der Schlossstange in
ihrer axialen Position verstellbar festgelegt sind, sodass für eine beliebige Position
des Weichenschlosses entlang der Befahrrichtung der Weiche die zu sichernden Positionen
der beiden Zungenschienen beim Einbau des Weichenschlosses justiert werden können
und in der Folge die Sicherungsglieder im Wesentlichen ohne den Einsatz von Werkzeug
in exakt definierte Sicherungspositionen verschwenkt werden können. Mit Vorteil ist
die Vorrichtung hierbei dahingehend weitergebildet, dass jeweils zwei Schlossstangen
in einem Weichenschloss zu einer Einheit angeordnet sind und dass jeweils an beiden
Enden der Schlossstangen Sicherungsglieder für eine Zungenschiene festgelegt sind,
wobei dann, wenn die Sicherungsglieder an den beiden Schlossstangen in ihrer axialen
Position entsprechend justiert sind, mit einer solchen Einheit beide Schienenstränge
der entsprechenden Schienenweiche alternativ gesichert werden können. In besonders
einfacher Weise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung hierbei dahingehend weitergebildet,
dass die Schlossstangen an einer gemeinsamen Grundplatte festgelegt sind, wobei die
gemeinsame Grundplatte beispielsweise an einer Schwelle festgelegt sein kann.
[0012] In bevorzugter Weise erfolgt die Festlegung der Schlossstangen dergestalt, dass die
Schlossstangen an der gemeinsamen Grundplatte gegen die Grundplatte elektrisch isolierend
festgelegt sind, sodass Bahnsignale, welche häufig über die Schienen übertragen werden,
vom Weichenschloss nicht beeinflusst werden. Hierzu kann es auch nötig sein, dass
die Schlossstange zumindest einen ihren Querschnitt durchsetzenden isolierenden Bereich
aufweist, sodass eine elektrische Leitung zwischen den beiden durch eine Schlossstange
gesicherten Zungenschienen vermieden wird.
[0013] Zur Verwirklichung eines wie eingangs beschriebenen kaskadenartigen Schließsystems
ist die erfindungsgemäße Vorrichtung mit Vorteil dahingehend weitergebildet, dass
die Riegel als Riegel von sperrbaren Schlössern ausgebildet sind. In diesem Fall können
für die Sicherung der Schlossstange bzw. der Sicherungsglieder Standardschlösser eingesetzt
werden, wobei dann, wenn die Schlösser als tosische Schlösser ausgebildet sind, wie
dies einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung entspricht, lediglich
die Schlüssel der Schlösser der in Eingriff stehenden Riegel abgezogen werden können.
[0014] Um die Schlösser vor Verschmutzung und dem Einfluss der Witterung zu schützen, ist
die erfindungsgemäße Vorrichtung mit Vorteil dahingehend weitergebildet, dass das
Weichenschloss im Bereich der Riegel von einer Abdeckung übergriffen ist. Eine solche
Abdeckung kann in einfacher Weise auf entsprechende Laschen, die an der Grundplatte
festgelegt sind, festgeklemmt werden, wobei in der Folge auch einfache Werkzeuge wie
beispielsweise Hebel zur Erleichterung des Verdrehens der Schlossstange unter der
Abdeckung untergebracht werden können.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. In dieser zeigt Fig.1 eine perspektivische Darstellung
eines erfindungsgemäßen Weichenschlosses und Fig.2 das Weichenschloss in eingebautem
Zustand.
[0016] In Fig.1 ist mit 1 ein erfindungsgemäßes Weichenschloss bezeichnet, wobei mit 2 eine
verdrehbar gelagerte Schlossstange bezeichnet ist. An den Enden der Schlossstange
2 sind Sicherungsglieder 3 für die an- bzw. abliegende Position von Zungenschienen
in für eine axiale Justierung geeigneter Weise festgelegt. Mit 4 ist eine Ausnehmung
an der Schlossstange für einen Riegel 5 bezeichnet, wobei der Riegel 5 durch ein Schloss
6 sperrbar ist. Wenn, wie im Bereich 7 gezeigt, der Riegel mit der Ausnehmung in Eingriff
steht, kann ein entsprechender Schlüssel abgezogen werden und die jeweilige Drehlage
der Schlossstange 2 ist unmittelbar gesichert. Die Ausnehmungen 4 für die Parkposition
bzw. die Sicherungsposition sind hierbei am Umfang der Schlossstange 2 um mindestens
90° und entlang der Achsrichtung der Schlossstange 2 versetzt angeordnet, sodass jedem
der beiden Schlösser 6 jeweils eine verdrehlage der Schlossstange zugeordnet ist.
Um eine sichere Parkposition des Sicherungsgliedes außerhalb der Verschiebeebene der
Zungeschiene zu erreichen, werden die Ausnehmungen an der Schlossstange bevorzugt
um 110° versetzt angeordnet.
[0017] In der Darstellung nach Figur 1 sind zwei Schlossstangen 2 dargestellt, deren Sicherungsglieder
jeweils für eine Stellung der Schienenweiche geeignet axial justiert sind. Die beiden
Schlossstangen sind hierbei an einer gemeinsamen Grundplatte 8 festgelegt, welche
mit Hilfe der Bohrungen 9 beispielsweise an einer Schwelle festgelegt werden kann.
Die Grundplatte 8 ist hierbei gegenüber den beiden Schlossstangen 2 elektrisch isoliert
und trägt gleichzeitig die die Riegel 5 aufweisenden Schlösser 6.
[0018] In Fig.2 ist das Weichenschloss 1 gemäß Fig.1 in einer Einbaulage dargestellt. Das
Weichenschloss 1 ist mit einer Grundplatte 8 an einer Schwelle 13 festgelegt und die
Schlossstangen 2 verlaufen in einer Ebene unterhalb der Zungenschienen 10 und 11.
Es ist ersichtlich, dass, wenn die Schlossstangen 2 um mindestens 90° gedreht werden,
die Sicherungsglieder 3 der Schlossstangen 2 einerseits die Ablage der Zungenschiene
10 durch Hintergreifen und die Anlage der Zungenschiene 11 durch Abstützen sichern.
Die zweite Schlossstange 2 des Weichenschlosses 1 ist hierbei so eingestellt, dass
die Position der Weiche für das Befahren des anderen Schienenstranges durch Verdrehen
in gleicher Weise gesichert werden kann. Das Weichenschloss 1 ist teilweise durch
eine Abdeckung 12 vor Verschmutzungen und Witterungseinflüssen geschützt.
1. Weichenschloss zum Sichern der Stellung einer Schienenweiche mit mindestens einer
verdrehbar gelagerten Schlossstange und mindestens einem an der verdrehbar gelagerten
Schlossstange festgelegten Sicherungsglied für eine Zungenschiene, welches durch Drehen
der Schlossstange aus einer Parkposition in eine Sicherungsposition bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Drehlage der Schlossstange (2) durch sperrbare Riegel (5) sicherbar ist, welche
radial in Ausnehmungen (4) der Schlossstange (2) eingreifen.
2. Weichenschloss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für die Sicherung der Drehlagen der Parkposition und der Sicherungsposition jeweils
ein gesonderter Riegel (5) vorgesehen ist.
3. Weichenschloss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungsglieder als radial von der Stange auskragende Platten ausgebildet sind.
4. Weichenschloss nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge der mindestens einen Schlossstange (2) im Wesentlichen der Spurbreite
der zu sichernden Strecke entspricht und dass an beiden Enden der mindestens einen
Schlossstange (2) Sicherungsglieder festgelegt sind.
5. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungsglieder an der Schlossstange (2) in ihrer axialen Position verstellbar
festgelegt sind.
6. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei Schlossstangen (2) in einem Weichenschloss (1) zu einer Einheit angeordnet
sind und dass jeweils an beiden Enden der Schlossstangen (2) Sicherungsglieder festgelegt
sind.
7. Weichenschloss (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossstangen (2) an einer gemeinsamen Grundplatte (8) festgelegt sind.
8. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlossstangen (2) an der gemeinsamen Grundplatte (8) gegen die Grundplatte (8)
elektrisch isolierend festgelegt sind.
9. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Riegel (5) als Riegel (5) von sperrbaren Schlössern (6) ausgebildet sind.
10. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlösser (6) als tosische Schlösser ausgebildet sind.
11. Weichenschloss nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Weichenschloss (1) im Bereich der Riegel (5) von einer Abdeckung übergriffen
ist.