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EP 2 168 694 B9 |
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KORRIGIERTE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis: Bibliographie entspricht dem neuesten Stand |
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Korrekturinformation: |
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Korrigierte Fassung Nr. 1 (W1 B1) |
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Korrekturen, siehe Bibliographie |
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Corrigendum ausgegeben am: |
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23.01.2013 Patentblatt 2013/04 |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.11.2012 Patentblatt 2012/46 |
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Anmeldetag: 23.09.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Verfahren zum Entfeuchten von metallischen Spänen
Method for removing moisture from metallic cuttings
Procédé de déshumidification de copeaux métalliques
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL BA RS |
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Priorität: |
24.09.2008 DE 102008048770
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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31.03.2010 Patentblatt 2010/13 |
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Patentinhaber: Magnesium Solutions Europe
Gesellschaft mit beschränkter Haftung |
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99706 Sondershausen (DE) |
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Erfinder: |
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- Brück, Volker
06526 Sangerhausen (DE)
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Vertreter: DR. STARK & PARTNER |
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Patentanwälte
Moerser Straße 140 47803 Krefeld 47803 Krefeld (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 3 537 156 NL-A- 8 101 505
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DE-A1- 19 627 550
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfeuchten von metallischen Spänen, wobei
die Späne mit Flüssigkeiten, wie z. B. wässrigen und/oder ölhaltigen Zusätzen oder
Emulsionen, benetzt sind.
[0002] Aus der Praxis sind derartige Verfahren bekannt, wobei die Entfeuchtung durch Lufttrocknung
oder Hitzebeaufschlagung erfolgen kann. Nachteilig hierbei ist, dass bei nicht vollständig
verdunstenden Flüssigkeiten unerwünschte Reststoffe an den Spänen verbleiben können.
[0003] So beschreibt die
DE 35 37 156 A1 ein Verfahren zur Aufbereitung verölter oder leicht ölhaltiger Metallspäne, wobei
eine Vermischung mit einem Ölbinder erfolgt. Das entstehende Gemisch kann, falls erforderlich
oder gewünscht, mittels Magnetabscheider getrennt werden.
[0004] Aus der
DE 196 27 550 A1 ist ein Verfahren zum Aufbereiten von metallisches Aluminium enthaltenen Abfällen
bekannt, wobei Aluminiumspäne mit Flugasche versetzt und durchmischt werden, wobei
anschließend durch Siebung eine Trennung erfolgt. Das Siebkorn wird dann im Stahlerzeugungsprozess
verwendet und das Überkorn in eine Aluminiumschmelze eingebracht.
[0005] In der
NL 8101505 ist ein Verfahren zur Umsetzung einer feuchtigkeitshaltigen Zusammensetzung in eine
verarbeitbare Zusammensetzung beschrieben.
[0006] Die Erfindung betrifft weiterhin auch ein Verfahren zur physikalischen Trennung von
metallischen Spänen, wobei die Späne mit Flüssigkeiten, wie z. B. wässrigen und/oder
ölhaltigen Zusätzen oder Emulsionen, benetzt sind.
[0007] Dabei erfolgt die Trennung in der Regel, um Späne aus unterschiedlichen Materialien,
beispielsweise für eine ökonomische und ökologische Wiederverwertung voreinander zu
trennen. Da bei der spanenden mechanischen Bearbeitung von Metallteilen oder Metall-Verbundteilen
Emulsionen und/oder Kühlschmierstoffe eingesetzt werden, um z.B. die Oberflächengüte,
Schnittparameter oder Werkzeugstandzeiten zu verbessern. Die Emulsionen bestehen dabei
üblicherweise aus Wasser, Öl, Inhibitoren und weiteren Additiven.
[0008] Nachteilig hierbei ist, dass bei allgemein bekannten mechanischen Trennverfahren
zur Separation von Materialien unterschiedlicher Dichte und/oder Qualität der Dichteunterschied
und/oder unterschiedliche ferromagnetische Eigenschaften genutzt werden, um nun leichtere
Stoffe von schwereren Stoffen und magnetische Stoffe von nicht oder weniger magnetischen
Stoffen zu trennen. Jedoch sind die zu trennenden Späne durch die Anhaftungen von
Rückständen der Emulsionen und/oder Kühlschmierstoffen miteinander verklebt bzw. haften
aneinander. Somit kann eine Trennung durch Siebe nicht erfolgen, da diese sich schnell
zusetzen, und durch das Verkleben können auch andere Trennverfahren, z.B. Magnetscheider
oder Windsichter, nicht verwendet werden, da eine Separation durch das Verkleben nicht
oder aber nur in begrenztem Umfang möglich ist.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden und ein Verfahren
anzugeben, mit dem eine verbesserte Entfeuchtung erfolgen kann. Auch soll ein Verfahren
angegeben werden, mit dem eine Trennung der Späne in höherem Umfang, insbesondere
eine vollständige Trennung, erfolgen kann.
[0010] Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale von Patentanspruch 1.
Hierdurch wird von den Spänen die an ihnen anhaftende(n) Flüssigkeit(en) entfernt,
da das Bindemittel diese bindet.
[0011] Insoweit soll nach dem Durchmischen der Späne mit dem Bindemittel und nach dem Überziehen
der Späne mit einer Schicht des Bindemittels anschließend eine physikalische Trennung
der Späne erfolgen. Hierdurch werden die Rückstände der Flüssigkeiten durch das Bindemittel
gebunden, so dass Anhaftungen zwischen den einzelnen Spänen gelöst und Verklebungen
von Spänen miteinander reduziert werden. Eine Trennung kann damit besser erfolgen.
[0012] Dabei wird vor der Trennung der Späne das Bindemittel mit den anhaftenden oder aufgenommenen
Flüssigkeiten zu einem überwiegenden Anteil, insbesondere im Wesentlichen oder sogar
vollständig, von den Spänen, getrennt, so dass die getrennten Späne nicht oder nur
noch in einem geringeren Umfang "verunreinigt" sind und zudem das Bindemittel und
die damit gebundenen Flüssigkeiten einer separaten Entsorgung/Weiterverwertung zugeführt
werden können. Die Trennung des beispielsweise durch mechanische Einwirkungen von
den Spänen bereits gelösten Bindemittels von den Spänen kann dabei beispielsweise
durch Sieben oder mittels eines Windsichters bzw. Magnetscheiders erfolgen.
[0013] Zudem ist die Korngröße des Bindemittels kleiner, insbesondere um das 2 bis 10-fache
kleiner, als die Spangröße der Späne, so dass eine gute "Abdeckung" der Späne auch
in gekrümmten oder gewundenen Bereichen und insbesondere auch im Inneren von spiralförmigen
Spänen erzielt werden kann. Damit kann die Korngröße des Bindemittels bis zu 1 mm
betragen, es sind aber auch Korngrößen entsprechend einer mehligen Konsistenz vorteilhafterweise
möglich.
[0014] Dabei ist die Korngröße des Bindemittels so klein ausgebildet, dass eine Benetzung
der Späne auch an gekrümmten Bereichen oder im Inneren von beispielsweise spiralförmig
umschlossenen Bereichen erfolgt.
[0015] Dabei können die Späne eine Größe von bis zu 10 mm aufweisen und insbesondere spiralig
mit 2 bis 3 Windungen ausgebildet sein.
[0016] Das Durchmischen der Späne mit dem Bindemittel kann dabei in üblicher Weise, beispielsweise
mittels einer Mischschnecke oder unter Verwendung eines Mixers, erfolgen.
[0017] Erfindungsgemäß können die Späne zumindest zwei verschiedene Spansorten mit unterschiedlichen
metallischen Zusammensetzungen umfassen, und die Trennung der Späne kann entsprechend
der jeweiligen Zusammensetzung der Spansorten erfolgen, so dass eine bessere und zielgerichtetere
Weiter- und Wiederverwertung möglich ist. Die Trennung der verschiedenen Spansorten
voneinander kann dabei beispielsweise durch Sieben oder mittels eines Windsichters
bzw. Magnetscheiders erfolgen. Dabei können Spangröße und/oder -form der verschiedenen
Spansorten voreinander abweichen oder aber zumindest teilweise übereinstimmen.
[0018] Erfindungsgemäß kann der Anteil des Bindemittels beim Durchmischen in Abhängigkeit
von der Flüssigkeitsaufnahmefähigkeit so gewählt sein, dass die Menge der maximal
aufnehmbaren Flüssigkeit des beim Durchmischen zugegebenen Bindmittels größer ist
als der Flüssigkeitsanteil der Späne, insbesondere das 1,5- bis 3-fache des Flüssigkeitsanteils
der Späne beträgt, so dass sicher eine vollständige Bindung der gesamten an den Spänen
anhaftenden Flüssigkeitsmenge(n) erzielt werden kann.
[0019] Dabei kann ein Bindemittel mit einer guten Fettaufnahmefähigkeit verwendet werden,
so dass durch dessen lipophile Eigenschaft Flüssigkeiten mit einem hohen Fettanteil
gebunden werden können.
[0020] Auch kann ein Bindemittel mit einer guten Wasseraufnahmefähigkeit verwendet werden,
so dass durch dessen hygroskopische bzw. hydrophile Eigenschaft Flüssigkeiten mit
einem hohen Wasseranteil gebunden werden können.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausprägung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann ein Bindemittel
mit einer guten Wasseraufnahmefähigkeit und einer guten Fettaufnahmefähigkeit verwendet
werden, so dass durch dessen ambiphile bzw. amphiphile Eigenschaft Flüssigkeiten mit
einem hohen Wasseranteil und Flüssigkeiten mit einem hohen Fettanteil gebunden werden
können.
[0022] Erfindungsgemäß kann als Bindemittel Gips und/oder Kalk oder ein Anhydrid verwendet
werden. Geeignete Bindemittel sind beispielsweise auch Calciumcarbonat und Calciumoxid.
[0023] Durch das Binden der aufzunehmenden Flüssigkeiten verklumpt das Bindemittel, oder
aber, sofern es sich um ein poröses Material handelt, wird die aufzunehmende Flüssigkeit
in den Hohlräumen des Bindemittels gebunden.
1. Verfahren zum Entfeuchten von metallischen Spänen, wobei die Späne mit Flüssigkeiten,
wie z. B. wässrigen und/oder ölhaltigen Zusätzen oder Emulsionen, benetzt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Späne derart mit einem insbesondere mineralischen Bindemittel durchmischt werden,
dass jeder einzelne Span im Wesentlichen mit einer Schicht des Bindemittels überzogen
wird, wobei nach dem Durchmischen der Späne mit dem Bindemittel und nach dem Überziehen
der Späne mit einer Schicht des Bindemittels anschließend eine physikalische Trennung
der Späne erfolgt und wobei vor der Trennung der Späne das Bindemittel mit den anhaftenden
oder aufgenommenen Flüssigkeiten zu einem überwiegenden Anteil, insbesondere im Wesentlichen
oder sogar vollständig, von den Spänen, getrennt wird, wobei weiterhin die Korngröße
des Bindemittels kleiner ist, insbesondere um das 2 bis 10-fache kleiner ist, als
die Spangröße der Späne und wobei die Korngröße des Bindemittels so klein ausgebildet
ist, dass eine Benetzung der Späne auch an gekrümmten Bereichen oder im Inneren von
beispielsweise spiralförmig umschlossenen Bereichen erfolgt.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch , dadurch gekennzeichnet, dass die Späne zumindest zwei verschiedene Spansorten mit unterschiedlichen metallischen
Zusammensetzungen umfassen und insbesondere die Trennung der Späne entsprechend der
jeweiligen Zusammensetzung der Spansorten erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Bindemittels beim Durchmischen in Abhängigkeit von der Flüssigkeitsaufnahmefähigkeit
so gewählt ist, dass die Menge der maximal aufnehmbaren Flüssigkeit des beim Durchmischen
zugegebenen Bindemittels größer ist als der Flüssigkeitsanteil der Späne, insbesondere
das 1,5- bis 3-fache des Flüssigkeitsanteils der Späne beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bindemittel mit einer guten Fettaufnahmefähigkeit verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bindemittel mit einer guten Wasseraufnahmefähigkeit verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Bindemittel Gips und/oder Kalk oder ein Anhydrid verwendet wird.
1. A method for dehumidifying metallic cuttings, wherein the cuttings are wetted with
liquids, such as watery and/or oily additives or emulsions, characterized in that the cuttings are mixed in such a way with a particular mineral binder that each individual
cutting is coated substantially with a layer of the binder; wherein after mixing of
the cuttings with the binder and after covering the cuttings with a layer of the binder
follows a physical separation of the cuttings and wherein prior to separation of the
cuttings, the binder with the adhering or captured liquids is separated substantially
or even completely from the cuttings, wherein further the grain size of the binder
Is In particular 2 to 10 times smaller than size of the cuttings and wherein the grain
size of the binder is so small that wetting of the cuttings takes place even In curved
regions or in the Interior of spirally enclosed regions, for example.
2. A method according to claim 1 characterized in that the cuttings comprise at least two different types of cuttings with different metallic
compositions and in particular the separation of the cuttings corresponding to the
actual composition of the type of cuttings.
3. A method according to any one of the preceding claims, characterized in that the proportion of binder during mixing is chosen as a function of liquid take up
so that the amount of mixed-in binder is greater than the liquid portion of the cuttings,
in particular 1.5 - 3 times the proportion of liquid of the cuttings.
4. A method according to any one of the preceding claims, characterized in that a binder is used with a good grease affinity.
5. A method according to any one of the preceding claims, characterized in that a binder is used with good water affinity.
6. A method according to any of the preceding claims, characterized in that the binder used is gypsum and/or lime, or an anhydride.
1. Procédé de déshumidification de copeaux métalliques, sachant que les copeaux sont
arrosés de liquides, par exemple d'émulsions ou d'additifs aqueux et/ou contenant
de l'huile, caractérisé en ce que les copeaux sont intimement mélangés à un liant notamment minéral de telle sorte
que chaque copeau individuel est pour l'essentiel revêtu d'une couche de liant, sachant
qu'une séparation physique des copeaux a lieu après le mélangeage intime des copeaux
avec le liant et après le revêtement des copeaux d'une couche de liant, et sachant
qu'avant la séparation des copeaux, le liant est, avec les liquides adhérents ou absorbés,
séparés des copeaux pour une part prépondérante, notamment pour l'essentiel ou même
totalement, sachant en outre que la taille de grains du liant est inférieure, notamment
2 à 10 fois inférieure, à la taille des copeaux, et sachant que la taille de grains
du liant est prévue tellement petite qu'un mouillage des copeaux a lieu même sur des
zones incurvées ou à l'intérieur de zones entourées par exemple en spirale.
2. Procédé selon la revendication précédente, caractérisé en ce que les copeaux comprennent au moins deux types différents de copeaux avec des compositions
métalliques différentes, et la séparation des copeaux notamment s'effectue en fonction
de la composition respective des types de copeaux.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la part de liant lors du mélangeage intime est choisie, en fonction de la capacité
d'absorption de liquide, de telle sorte que la quantité maximale de liquide absorbable
du liant ajouté lors du mélangeage intime est supérieure à la part de liquide des
copeaux, notamment est égale à 1,5 à 3 fois la part de liquide des copeaux.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on utilise un liant ayant une bonne capacité d'absorption de graisse.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on utilise un liant ayant une bonne capacité d'absorption d'eau.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on utilise comme liant du gypse et/ou de la chaux ou un anhydride.
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