[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und Verfahren zum Zusammensetzen
von Furnierstreifen.
[0002] Vorrichtungen und Verfahren zum Zusammensetzen von Furnierstreifen sind aus dem Stand
der Technik in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. Dabei werden aus einzelnen
Furnierstreifen durch Zusammensetzen der Furnierstreifen große Furnierteppiche hergestellt,
welche dann beispielsweise in der Möbelindustrie zur Herstellung von Furniermöbeln
verwendet werden. Hierbei werden die Furnierstreifen an ihren Kanten mit einem Weißleim
(Polyvinylacetat) oder Harnstoff-Harzkleber versehen und an den mit Klebstoff versehenen
Kanten miteinander verbunden. Ferner wird auf der Rückseite der derart verbundenen
Furnierstreifen ein geschmolzener Heißklebefaden im Zick-Zack über den Spalt zwischen
den nebeneinander angeordneten Furnierstreifen aufgeklebt. Der Weißleim weist jedoch
nur eine geringe Temperaturstandfestigkeit auf, woraus sich insbesondere beim Pressvorgang
zur Herstellung der Verbindung zwischen den Furnierstreifen Probleme ergeben könnten.
[0003] Bei den bisher verwendeten Verfahren und Vorrichtungen wird der an den Kanten der
Furnierstreifen aufgebrachte Klebstoff zuerst immer vollständig mit hohen Temperaturen
über 100°C aktiviert und dann erfolgt der Schritt des Zusammensetzens. Hieraus ergibt
sich eine relativ lange Baulänge der Vorrichtungen bzw. eine relativ lange Durchlaufzeit.
Auch sind die Vorrichtungen durch die Verwendung von Zick-Zack-Auftragseinheiten zum
Auftragen des im Zick-Zack verlegten Klebefadens aufwendig.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Zusammensetzen von Furnierstreifen bereitzustellen, welche bei einfachem und kostengünstigem
Aufbau insbesondere eine sehr kompakte Vorrichtung mit geringer Durchlaufzeit ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw.
ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Die Unteransprüche haben
jeweils bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung zu Gegenstand.
[0006] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zusammensetzen von Furnierstreifen mit einer
vorbestimmten Länge weist den Vorteil auf, dass sie insbesondere in Transportrichtung
der Furnierstreifen einen sehr kompakten und kurzen Aufbau ermöglicht. Ferner kann
eine Durchlaufzeit der Furnierstreifen durch die Vorrichtung signifikant reduziert
werden. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass die Vorrichtung einen Zufuhrbereich,
an welchem die zu fügenden Furnierstreifen zugeführt werden, einen Wärmezufuhrbereich
mit einer Heizvorrichtung und einen Fügebereich mit einer Fügevorrichtung umfassen.
Der Wärmezufuhrbereich erwärmt dabei einen Klebstoff, welcher an einer Fügekante wenigstens
eines der Furnierstreifen aufgebracht ist. Dabei ist eine Länge des Wärmezufuhrbereichs
in Förderrichtung der Furnierstreifen kleiner als eine vorbestimmte Länge der Furnierstreifen
selbst. Hierdurch wird erreicht, dass nicht mehr der gesamte Klebstoff an der Furnierkante
gleichzeitig erwärmt wird, sondern abschnittsweise während eines Durchführens des
Furnierstreifens durch den Wärmezufuhrbereich. Der Fügebereich ist dabei unmittelbar
nach dem Wärmezufuhrbereich angeordnet, so dass sofort mit dem Fügevorgang der Furnierstreifen
begonnen werden kann. Da die Länge der Furnierstreifen größer als die Länge des Wärmezufuhrbereichs
ist, findet sich somit während des Durchlaufs der Furnierstreifen durch die Vorrichtung
ein Abschnitt der Furnierstreifen im Fügebereich und ein anderer Abschnitt der Furnierstreifen
befindet sich noch im Wärmezufuhrbereich. Da erfindungsgemäß somit jeweils nur ein
kleiner Abschnitt der Furnierkanten erwärmt wird, ergeben sich insbesondere keine
Probleme mit einem Austrocknen der Furnierstreifen im Wärmezufuhrbereich. Als Klebstoff
wird hierbei vorzugsweise ein formaldehydfreies, wässriges Bindemittelsystem verwendet.
[0007] Vorzugsweise ist die Heizvorrichtung im Wärmezufuhrbereich derart ausgelegt, dass
sie eine Wärmeübertragung auf die Furnierstreifen nur über einen Zeitraum von 0,01s
bis 0,1s, besonders bevorzugt 0,02s, ausführt. D.h., während dieses Zeitraums wird
ein Punkt auf den Furnierstreifen durch den Wärmezufuhrbereich hindurchgeführt. Hierdurch
wird sichergestellt, dass keine zu große Erwärmung der Furnierstreifen und somit die
oben beschriebenen Austrocknungsprobleme auftreten.
[0008] Besonders bevorzugt ist die Heizvorrichtung im Wärmezufuhrbereich derart ausgelegt,
dass der Klebstoff auf eine Temperatur zwischen 50° bis 100°, bevorzugt 60°, erwärmt
wird. Auch hierdurch wird sichergestellt, dass keine unzulässig hohe Erwärmung der
Furnierstreifen vorkommt.
[0009] Besonders bevorzugt bilden die Furnierstreifen im Wärmezufuhrbereich einen sich verjüngenden
Spalt, welcher sich in Förderrichtung der Furnierstreifen verjüngt. Hierbei ist die
Heizvorrichtung derart angeordnet, dass sie Wärme in den sich verjüngenden Spalt zuführt,
wodurch sich der Klebstoff an den Furnierkanten erwärmt und dann während der Weiterbewegung
der Furnierstreifen in Transportrichtung sofort der Fügevorgang begonnen wird. Der
Spalt ist vorzugsweise konisch ausgebildet.
[0010] Um einen möglichst kleinen, sich verjüngenden Spalt zwischen den Furnierstreifen
zu bilden, ist ein Abstand der Furnierstreifen am Anfang des Wärmezufuhrbereichs vorzugsweise
zwischen 0,5 und 3 mm.
[0011] Weiter bevorzugt umfasst die Vorrichtung im Zufuhrbereich Auflageeinrichtungen, welche
auf unterschiedlichen Ebenen angeordnet sind. Hierdurch ist es möglich, dass die paarweise
zugeführten Furnierstreifen auf verschiedenen Ebenen zugeführt werden. Dadurch kann
eine besonders sichere Erwärmung des Klebstoffs an den Furnierkanten erreicht werden,
da die Wärme jeweils in einer Ebene der Furnierstreifen zugeführt werden kann. Insbesondere
kann die Wärme in waagrechter Richtung frontal auf die Furnierkante zugeführt werden.
Hierdurch wird eine gleichmäßige Erwärmung des Klebstoffs an den Kanten erreicht,
so dass besonders gute Fügeergebnisse erzielt werden.
[0012] Besonders bevorzugt ist der Wärmezufuhrbereich derart ausgebildet, dass er in Transportrichtung
eine Länge von 20 bis 80 mm aufweist. Hierdurch kann eine zu lange Erwärmung der Furnierstreifen
vermieden werden.
[0013] Die Heizvorrichtung im Wärmezufuhrbereich ist vorzugsweise ein Heißluftgebläse oder
eine Mikrowellenvorrichtung oder ein Infrarotstrahler oder eine Hochfrequenzvorrichtung
oder eine Heizbalkeneinrichtung. Besonders bevorzugt sind jedoch die berührungslosen
Wärmezufuhrvorrichtungen, da hierbei problemlos ein kontinuierlicher Durchlauf der
Furnierstreifen durch den Wärmezufuhrbereich sichergestellt werden kann.
[0014] Weiter bevorzugt umfasst der Zuführungsbereich einen Trennsteg, welcher insbesondere
keilförmig ausgebildet ist. Hierdurch wird eine einfache und sichere Zuführung der
Furnierstreifen ermöglicht. Bei Verwendung eines keilförmigen Trennstegs werden die
Furnierstreifen schon während des Zuführvorgangs derart zugeführt, dass sie zwischen
sich den sich verjüngenden Spalt bilden.
[0015] Die Vorrichtung wird vorzugsweise mit einer Durchlaufgeschwindigkeit von 30 bis 60
m/min betrieben.
[0016] Weiter bevorzugt umfasst die Vorrichtung eine Klebstoff-Abgabevorrichtung, welche
vor dem Zuführungsbereich angeordnet ist. Hierdurch kann die Vorrichtung für Furniere
verwendet werden, welche im Voraus noch nicht behandelt werden müssen. Die Klebstoff-Abgabevorrichtung
ist vorzugsweise eine Sprühvorrichtung, welche einen dünnen Klebstofffilm auf die
zu fügenden Furnierkanten aufsprüht. Alternativ ist die Klebstoff-Abgabevorrichtung
ein Walzwerk, welches einen dünnen Klebstofffilm auf die Furnierkanten aufwalzt.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Zusammensetzen von Furnierstreifen mit einer vorbestimmten
Länge weist den Vorteil auf, dass eine besonders kurze Durchlaufzeit zum Zusammensetzen
von Furnierstreifen erreicht wird. Hierzu werden die Furnierkanten der Furnierstreifen,
welche miteinander gefügt werden sollen, derart durch einen Wärmezufuhrbereich hindurchgeführt,
dass jeweils nur ein Abschnitt der Kanten erwärmt wird. Hierbei kann ein kontinuierlicher
Durchlauf der Furnierstreifen durch den Wärmezufuhrbereich erreicht werden, wobei
nicht der gesamte Klebstoff an den Furnierkanten gleichzeitig durch die Wärmezufuhr
aktiviert wird, sondern jeweils nur ein kürzerer Abschnitt, welcher mit dem Durchführen
des Furnierstreifens kontinuierlich entlang des Furnierstreifens nach hinten wandert.
Nach dem Aktivieren des Klebstoffs wird der aktivierte Teilbereich der Furnierkanten
sofort gefügt, um einen Furnierteppich zu bilden, wobei dies in einem kontinuierlichen
Vorgang erfolgt. Somit ergibt sich bei einem Durchlauf der Furnierstreifen ein Abschnitt,
welcher schon gefügt ist, ein Abschnitt, welcher gerade erwärmt wird, und ein Abschnitt,
welcher noch nicht erwärmt ist.
[0018] Die Furnierstreifen werden dabei vorzugsweise derart durch den Wärmezufuhrbereich
geführt, dass Wärme auf einen Punkt der Furnierkante jeweils nur in einem Zeitraum
zwischen 0,01s bis 0,1s zugeführt werden kann. Hierdurch wird erreicht, dass der Klebstoff
nur an der Oberfläche aktiviert wird und kein unnötiger Wärmeeintrag in die Furnierstreifen
auftritt, so dass keine Trocknungsvorgänge an den Furnierstreifen während des Zusammensetzvorgangs
auftreten. Hierdurch kann ein schöner und hochwertiger Furnierteppich erhalten werden.
[0019] Besonders bevorzugt wird der Klebstoff vor dem Zusammensetzen mit einer Dicke von
0,1 bis 0,3 mm und/oder einer Menge von 0,01 bis 0,3 g pro Meter Kantenlänge, bevorzugt
0,04 g pro Meter Kantenlänge, auf die Kantenlängen der Furnierkanten aufgebracht.
Hierdurch wird sichergestellt, dass keine zu große Klebstofffuge zwischen den zu fügenden
Furnierstreifen auftritt, welche in einer nachfolgenden Bearbeitung des Furnierteppichs
sichtbar sein könnte.
[0020] Besonders bevorzugt wird das erfindungsgemäße Verfahren bei einer Vorschubgeschwindigkeit
in der Vorrichtung zwischen 30 und 60 m/min ausgeführt.
[0021] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die begleitende Zeichnung ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung im Detail beschrieben. In der Zeichnung ist:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Fig. 2
- eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung.
[0022] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und 2 eine Vorrichtung 1 zum Zusammenfügen
von Furnierstreifen 2, 3 mit einer vorbestimmten Länge L1 im Detail beschrieben.
[0023] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, umfasst die Vorrichtung 1 drei Teilbereiche, nämlich
einen Zuführungsbereich 4, einen Wärmezufuhrbereich 5 und einen Fügebereich 6. Im
Zuführungsbereich 4 werden zwei Furnierstreifen, welche in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen
2 und 3 bezeichnet sind, zugeführt. Die Furnierstreifen 2, 3 weisen dabei jeweils
eine vorbestimmte Länge L1 auf. Zur einfacheren Ausrichtung ist hierbei ein Trennsteg
10 angeordnet, wobei jeweils ein Furnierstreifen an einer Seite des Trennstegs 10
zugeführt wird. Die Furnierstreifen 2, 3 werden dabei derart angelegt, dass die Furnierkanten
2a, 3a, an welchen sie miteinander gefügt werden sollen, in einer waagrechten Ebene
einander gegenüberliegen. Die Furnierstreifen 2, 3 werden dabei auf einen Auflagetisch
11 manuell in paralleler Weise zugeführt. Es sei angemerkt, dass die Zuführung selbstverständlich
auch maschinell vorgenommen werden kann. Der Wärmezuführbereich 5, welcher unmittelbar
nach dem Zuführungsbereich 4 angeordnet ist, umfasst eine Heizvorrichtung 7, welche
über den zugeführten Furnierstreifen 2, 3 angeordnet ist. In Fig. 1 ist die Heizvorrichtung
7 zur besseren Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Die Heizvorrichtung 7 erzeugt
einen Warmluftstrahl 8, welcher in einem Spalt 9 zwischen den Furnierstreifen 2, 3
gerichtet ist. Der Warmluftstrahl ist vorzugsweise derart ausgerichtet, dass er in
Förderrichtung schräg in den Spalt 9 geblasen wird. Alternativ kann er auch senkrecht
in den Spalt 9 gerichtet sein.
[0024] In den Figuren ist eine Förderrichtung der Furnierstreifen 2, 3 durch die Pfeile
V angedeutet. Unmittelbar nach dem Wärmezufuhrbereich 5 folgt der Fügebereich 6, welcher
neben der Fügefunktion auch eine Transportfunktion übernimmt. Im Fügebereich 6 kann
eine Auflage 12 vorgesehen sein, welche einen sicheren Fügevorgang ermöglicht. Im
Fügebereich werden die Furnierstreifen 12, 13 somit gegeneinander gedrückt, um den
Fügevorgang auszuführen, und gleichzeitig erfolgt ein Transport in Richtung der Pfeile
V.
[0025] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, ist ferner eine Länge L2 des Wärmezufuhrbereichs
5 in Transportrichtung V kleiner als die vorbestimmte Länge L1 der Furnierstreifen.
[0026] Weiter sind die Teilbereiche der Furnierstreifen 2, 3, welche sich gerade im Wärmezufuhrbereich
5 befinden, derart angeordnet, dass sie zwischen sich den sich verjüngenden Spalt
9 bilden. Am Spalt 9 sind die miteinander zu fügenden Furnierkanten 2a, 3a unmittelbar
einander gegenüberliegend, wobei ein Abstand A der Furnierstreifen am Anfang des Spaltes
9 zwischen 0,5 und 3 mm liegt. Dieser maximale Abstand A des Spaltes 9 entspricht
dabei einer Dicke des Trennsteges 10.
[0027] Vor dem eigentlichen Fügevorgang wird auf die zu fügenden Furnierkanten 2a, 3a ein
Klebstoff aufgebracht, welcher vorzugsweise ein formaldehydfreies, wässriges Bindemittelsystem
ist. Hierzu können die Furniere in einem Stapel angeordnet werden und gleichzeitig
eine Vielzahl von Furnieren mit Klebstoff an den Kanten, beispielsweise durch Aufsprühen
oder Aufrollen, versehen werden. Alternativ wird vor den Zuführungsbereich 4 noch
eine Klebstoff-Auftrageinrichtung angeordnet, welche den Klebstoff auf die zu fügenden
Furnierkanten 2a, 3a aufgebracht werden. Eine Dicke des aufgetragenen Klebstoffs auf
der Furnierkante ist dabei vorzugsweise zwischen 0,1 und 0,3 mm stark. Alternativ
kann pro Meter Kantenlänge der Furnierkanten 2a, 3a eine Menge von 0,01 bis 0,3 g,
bevorzugt 0,04 g aufgetragen werden. Nach einem Trocknungsvorgang, welcher aufgrund
der sehr geringen Klebstoffmengen sehr kurz sein kann, werden die Furnierstreifen
2, 3 der Vorrichtung 1 paarweise zugeführt. Nach der Ausrichtung in dem Zuführungsbereich
4 erfolgt im Wärmezufuhrbereich 5 eine Erwärmung mittels eines durch die Heizvorrichtung
7 erzeugten Warmluftstrahls 8. Der Warmluftstrahl 8 ist dabei direkt in den sich verjüngenden
Spalt 9 gerichtet, um an beiden Furnierkanten 2a, 3a vorbeizustreifen. Eine Temperatur
des Warmluftstrahls 8 beträgt dabei zwischen 100° und 300°C. Da die Furnierstreifen
2, 3 kontinuierlich durch den Wärmezufuhrbereich 5 hindurchgeführt werden, ist eine
Verweildauer eines betrachteten Punktes auf den Furnierkanten im Wärmezufuhrbereich
5 relativ kurz. Hierdurch wird sichergestellt, dass lediglich der Klebstoff und nicht
Bereiche der Furnierstreifen 2, 3 erwärmt werden, was zu einer Austrocknung an den
Furnierstreifen 2, 3 führen könnte. Durch den kurzen Aufheizvorgang werden ferner
nur die äußersten dünnen Klebstoffschichten an der Oberfläche der Klebstoffe erwärmt.
Unmittelbar nach dem Wärmezufuhrbereich 5 folgt dann der Fügebereich 6, um die aktivierten
Klebstoffoberflächen sofort miteinander zu fügen. Hierbei ist eine Zeit, nachdem der
Fügevorgang nach dem Erwärmen des Klebstoffs beginnt, minimal. D.h., ein Punkt auf
der Furnierkante durchläuft den Wärmezufuhrbereich 5 vorzugsweise in einem Zeitraum
vom 0,02s und der Fügevorgang beginnt unmittelbar nach Durchlaufen des Wärmezufuhrbereichs
5. Da nur eine oberflächliche Aktivierung des Klebstoffs im Wärmezufuhrbereich 5 erfolgt
ist, erstarrt der Klebstoff wieder sehr schnell, so dass im Fügebereich 6 eine sichere
Verbindung der beiden Furnierstreifen 2, 3 über den dünnflächigen Klebstofffilm an
ihren zu fügenden Furnierkanten 2a, 3a erreicht wird. Hierdurch ist sofort eine Weiterverarbeitung
der nun gefügten Furnierstreifen möglich.
[0028] Da die Länge L2 des Wärmezufuhrbereichs 5 in Transportrichtung V sehr viel kleiner
ist als die vorbestimmte Länge L1 der Furnierstreifen 2, 3, werden erfindungsgemäß
immer nur Teilbereiche der Furnierkanten erwärmt und der Klebstoff dort aktiviert.
Da die Furnierstreifen 2, 3 kontinuierlich durch die Vorrichtung 1 hindurchgeführt
werden, ergibt sich somit, wie in Fig. 1 gezeigt, während der Durchführung der Furnierstreifen
durch die Vorrichtung an den Furnierstreifen Bereiche, welche schon miteinander gefügt
sind (in Fig. 1 am Fügebereich 6), Bereiche, an denen gerade eine Aktivierung des
Klebstoffs vorgenommen wird (Wärmezufuhrbereich 5) und Bereiche, an welchen noch keinerlei
Aktivierung des Klebstoffs stattgefunden hat (Zuführungsbereich 4). Durch die unmittelbare
Anordnung des Fügebereichs 6 nach dem Wärmezufuhrbereich 5 und dem sofortigen Beginn
des Fügevorgangs nach der Aktivierung des Klebstoffs wird somit sichergestellt, dass
eine sofortige feste Verbindung zwischen den Furnierstreifen 2, 3 erreicht wird. Diese
sofortige Verbindung ist ausreichend, um die Furnierstreifen weiterzutransportieren,
wobei dann nachfolgend eine komplette Aushärtung des Klebstoffs ohne weitere Auswirkung
auf die zum Furnierteppich gefügten Furnierstreifen erfolgt. Die sofortige Verbindung
ermöglicht ferner den Verzicht auf einen zusätzlich aufgebrachten Klebefaden.
[0029] Da erfindungsgemäß nur ein sehr geringer Klebstoffauftrag ausgeführt wird, wird verhindert,
dass die Fuge im fertigen Furnierteppich sichtbar ist. Dabei kann das erfindungsgemäße
Verfahren mit einer relativ hohen Vorschubgeschwindigkeit ausgeführt werden. Ferner
kann ein Aufbau der Vorrichtung 1 sehr kompakt, insbesondere in Transportrichtung
V, sein. Als besonders geeignet hat sich dabei eine Länge L2 des Wärmezufuhrbereichs
5 herausgestellt, welche ca. um 1/3 kleiner ist, als eine Länge L1 der zu fügenden
Furnierstreifen. Diese Länge ist einerseits lang genug, um eine ausreichende Aktivierung
des Klebstoffs im Wärmezufuhrbereich 5 zu ermöglichen, und andererseits kurz genug,
um zu verhindern, dass der Klebstoff vor dem Fügevorgang im Fügebereich 6 wieder trocknet.
Durch das erfindungsgemäße schnelle und kurze Erwärmen mit sofortigem anschließendem
Fügungsvorgang, beginnt ein Trocknungsvorgang des Klebstoffs schon im Fügebereich
6, so dass die Furnierstreifen 2 den Fügebereich 6 schon derart verlassen, dass sie
ausreichend miteinander verbunden sind.
[0030] Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich grundsätzlich
für alle Arten von Furnieren. Besonders bevorzugt können damit jedoch helle Holzarten,
wie Buche, Birke oder Ahorn, zu einem Furnierteppich gefügt werden, da diese Holzarten
hohe Anforderungen an die Fuge zwischen den Furnierstreifen stellen.
1. Vorrichtung zum Zusammensetzen von Furnierstreifen (2, 3) mit einer vorbestimmten
Länge (L1), umfassend
- einen Zuführungsbereich (4), in welchen die zu fügenden Furnierstreifen (2, 3) zugeführt
werden,
- einen Wärmezufuhrbereich (5) mit einer Heizvorrichtung (7), wobei der Wärmezufuhrbereich
(5) in einer Transportrichtung (V) der Furnierstreifen (2, 3) nach dem Zuführungsbereich
(4) angeordnet ist, um an wenigstens eine Furnierkante (2a, 3a) eines der Furnierstreifens
Wärme zuzuführen, um einen auf der Furnierkante (2a, 3a) befindlichen Klebstoff zu
aktivieren, und
- einen Fügebereich (6) mit einer Fügevorrichtung (12), welche die Furnierstreifen
(2, 3) an den Furnierkanten (2a, 3a) miteinander fügt und die gefügten Furnierstreifen
in Transportrichtung (V) weitertransportiert,
- wobei der Fügebereich (6) unmittelbar nach dem Wärmezufuhrbereich (5) angeordnet
ist, um nach dem Aktivieren des Klebstoffs unmittelbar ein Fügen der Furnierstreifen
auszuführen, und
- wobei der Wärmezufuhrbereich (5a) eine Länge (L2) in Transportrichtung (V) der Furnierstreifen
(2, 3) aufweist, welche kleiner ist als die Länge (L1) der Furnierstreifen (2, 3).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmezufuhrbereich (5) derart ausgelegt ist, dass eine Wärmeübertragung auf einen
Punkt an den Furnierkanten (2a, 3a) über einen Zeitraum von 0,01 bis 0,1 s, vorzugsweise
0,02 s, erfolgt.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff an den Furnierkanten (2a, 3a) im Wärmezufuhrbereich (5) auf eine Temperatur
von 50° bis 100°, bevorzugt 60°, erwärmt wird.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Wärmezufuhrbereich (5) zwischen den Furnierstreifen (2, 3) ein sich verjüngender
Spalt (9) ausgebildet ist, wobei sich der Spalt (9) in Transportrichtung (V) verjüngt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (A) der Furnierstreifen (2, 3) am Anfang des Wärmezufuhrbereichs (5)
zwischen 0,5 und 3 mm beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zufuhrbereich (4) ferner Auflagevorrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen umfasst,
um die Furnierstreifen (2, 3) auf unterschiedlichen Ebenen zuzuführen.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmezufuhrbereich (5) eine Länge (L2) in Transportrichtung (V) umfasst, welche
ca. 1/3 der Länge (L1) der Furnierstreifen beträgt.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmezufuhrbereich (5) eine Länge (L2) in Transportrichtung (V) von 20 bis 80
mm aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizvorrichtung (7) ein Heißluftgebläse oder eine Mikrowellenvorrichtung oder
ein Infrarotstrahler oder eine Hochfrequenzvorrichtung oder eine Heizbalkeneinrichtung
ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführungsbereich (4) einen Trennsteg (10), insbesondere einen keilförmigen Trennsteg,
umfasst.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Klebstoff-Abgabevorrichtung,
welche vor dem Zuführungsbereich (4) angeordnet ist, um Klebstoff auf die Furnierkante
(2a, 3a) aufzubringen.
12. Verfahren zum Zusammensetzen von Furnierstreifen (2, 3) mit einer vorbestimmten Länge
(L1), wobei ein an einer zu fügende Furnierkante (2a, 3a) der Furnierstreifen (2,
3) aufgebrachter Klebstoff während eines Transportvorgangs durch einen Wärmezufuhrbereich
(5) hindurch mittels Zufuhr von Wärme aktiviert wird und unmittelbar nach dem Verlassen
des Wärmezufuhrbereichs (5) in einem Fügebereich (6) gefügt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierstreifen derart im Wärmezufuhrbereich (5) positioniert werden, dass zwischen
den Furnierstreifen (2, 3) ein sich in Transportrichtung (V) verjüngender Spalt (9)
gebildet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff auf die Furnierkanten (2a, 3a) mit einer Dicke von 0,1 bis 0,3 mm und/oder
einer Menge von 0,01 bis 0,3 g pro Meter Kantenlänge aufgebracht wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Furnierstreifen (2, 3) mit einer Vorschubgeschwindigkeit zwischen 30 bis 60 m/min
durch den Wärmezufuhrbereich (5) transportiert werden.