[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses, mit der
eine Florbahn auf einem Abliefertransportband zu einem Vlies abgelegt wird.
[0002] Derartige Anlagen sind seit langem bekannt und weisen einen Vliesleger auf, bei dem
sich ein Legewagen über einem Abliefertransportband für das gelegte Vlies hin- und
herbewegt. Mindestens zwei Flortransportbänder dienen zum Transport der Florbahn zum
Ablegespalt im Legewagen, wobei die Florbahn zumindest abschnittsweise sandwichartig
zwischen zwei Abschnitten der beiden Flortransportbänder eingeschlossen ist. Hierdurch
wird eine sichere Führung der Florbahn zum Ablegespalt im Legewagen gewährleistet.
Aufgrund der Hin- und Herbewegung des Legewagens und der Vorwärtsbewegung des Abliefertransportbands
ergibt sich auf dem Abliefertransportband ein mehrlagiges Vlies mit schräg übereinander
getäfelten Florlagen. Beispiele von Vlieslegern mit einem Oberwagen und einem Legewagen
sind aus der
US 4,830,351 und der
EP 0 522 893 A bekannt. Eine besonders ausgestaltete Ausführungsform eines Vlieslegers ist aus der
EP 1 816 243 A1 bekannt.
[0003] Zur Erzeugung eines gleichmäßigen Flächenmassenprofils des gelegten Vlieses ist es
wichtig, die geringeren Geschwindigkeiten des Legewagens im Bereich seiner Umkehrpunkte
auszugleichen, damit Randverdickungen des gelegten Vlieses vermieden werden. Dies
gelingt durch geeignete Steuerung der einzelnen Antriebe des Vlieslegers mit Hilfe
eines in den Vliesleger integrierten Florspeichers oder durch eine Vorkompensation
mittels gesteuertem Verändern der Flächenmassenverteilung der zu legenden Florbahn,
beispielsweise durch eine zyklisch vorgenommene, kurzzeitige Verstreckung der Florbahn
im Vliesleger oder in einem vorgeschalteten Streckwerk.
[0004] Häufig ergeben sich aber nicht nur im Querprofil des gelegten Vlieses, sondern auch
im Längsprofil Ungleichmäßigkeiten. Ein Hauptgrund dafür ist die Zunahme der Breite
der Florbahn beim Durchlauf durch den Vliesleger, die u.a. auf Verzüge bei der Umlenkung
der Florbahn, auf den durch die Flortransportbänder auf die Florbahn ausgeübten Druck
und auch auf aerodynamische Einflüsse zurückzuführen ist, die sich während der Fahrt
des Oberwagens und des Legewagens verändern. Insofern ist die Florbreitenzunahme selten
konstant, sondern es ergeben sich häufig gekurvte Florbahnränder, die nach der Ablage
der Florbahn beim getäfelten Vlies dazu führen, dass kein präziser Lagenschluss der
zu einem Vlies gelegten Florbahnen über die Legebreite gewährleistet ist, d.h. der
vordere Rand der obersten Florlage schließt nicht mehr direkt an den hinteren Rand
der untersten Florlage an. Daraus ergeben sich - meist zyklische - Flächenmassenschwankungen
im Längsprofil des gelegten Vlieses.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zum gleichmäßigen
Legen eines Vlieses zu schaffen, bei der der Lagenschluss der gelegten Florbahnen
gewährleistet ist und das gelegte Vlies somit auch in Längsrichtung ein noch weiter
vergleichmäßigtes Flächenmassenprofil aufweist, sowie ein entsprechendes Verfahren
zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses anzugeben.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des Anspruch 9 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß weist die Anlage zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses aus einer
Florbahn einen Vliesleger mit einem quer zu einem Abliefertransportband oberhalb desselben
beweglichen Legewagen sowie mindestens zwei Flortransportbändern zur Führung der Florbahn
in einen am Legewagen ausgebildeten Abgabespalt auf. Außerdem weist die Anlage mindestens
eine Vorrichtung zur Veränderung der Florbahnränder auf, welche in den Vliesleger
integriert oder dem Vliesleger vorgeschaltet ist und geeignet ist, das Breitenprofil
der Florbahn auf Basis von in einem Speicher hinterlegten Gesetzmäßigkeiten des spezifischen
Legevorgangs oder auf Basis von durch mindestens einen im oder hinter dem Vliesleger
angeordneten Sensor erfassten Ist-Werten des Breitenprofils der Florbahn zu verändern.
Somit ist es möglich, die Breite der Florbahn an ihren Rändern entsprechend dem jeweiligen
Einsatzzweck und den verschiedenen Randbedingungen auf gesteuerte Weise derart vorzukompensieren,
dass die zum Vlies gelegten Florbahnen nach Durchlauf durch den Vliesleger gleichmäßige
Ränder aufweisen.
[0008] Der Sensor kann im Bereich eines Oberwagens angeordnet sein. An dieser Stelle kann
in den meisten Fällen eine Zwischenbeobachtung stattfinden, da sich die Ränder der
Florbahn bis zu diesem Punkt bereits aufgrund der Fahrt des Oberwagens teilweise wieder
verbreitert haben.
[0009] Ergänzend oder alternativ hierzu kann ein Sensor im Bereich des Legewagens angeordnet
sein. Da die Florbahn vom Legewagen aus direkt auf das Abliefertransportband abgelegt
wird, entspricht eine Messung der Breite der Florbahn an dieser Stelle nahezu vollständig
der tatsächlichen Breite der tatsächlich gelegten Florbahn auf dem Abliefertransportband.
Insofern kann eine Messung an dieser Stelle eine besonders exakte Florbreitenregelung
garantieren.
[0010] Eine besonders leicht steuerbare und flexible Veränderung der Florbahnränder ist
dadurch möglich, dass vorzugsweise eine Absaugeinrichtung eingesetzt wird.
[0011] Beim Einsatz von zwei Absaugdüsen, die quer zur Förderrichtung der Florbahn im Vliesleger
bewegbar sind, können beide Ränder der Florbahn unabhängig voneinander und auf einfache
Weise angepasst werden.
[0012] Eine einfache und schnelle Messung erhält man, wenn der Sensor ein radiometrischer
oder optischer Sensor ist.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses aus einer Florbahn
weist folgende Schritte auf:
- Bereitstellen eines Vlieslegers mit einem quer zu einem Abliefertransportband oberhalb
desselben beweglichen Legewagen sowie zwei Flortransportbändern zur Führung der Florbahn
in einen am Legewagen ausgebildeten Abgabespalt, und
- gesteuertes Verändern der Florbahnränder vor dem oder im Vliesleger zur Anpassung
des Breitenprofils der Florbahn auf Basis von in einem Speicher hinterlegten Gesetzmäßigkeiten
des spezifischen Legevorgangs oder auf Basis von durch mindestens einen im oder hinter
dem Vliesleger angeordneten Sensor erfassten Ist-Werten des Breitenprofils der Florbahn.
[0014] Durch dieses Verfahren kann die Gleichmäßigkeit des gelegten Vlieses auch in Längsrichtung
auf besonders einfache und exakte Weise gewährleistet werden.
[0015] Da die Gesetzmäßigkeiten der Änderung des Breitenprofils der Florbahn, die im Vliesleger
beim Durchtritt der Florbahn auftritt, von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, ist
es vorteilhaft, zuvor in einem Testbetrieb eine Aufnahme der Gesetzmäßigkeiten durchzuführen.
Dabei können die Einflüsse der Durchlaufgeschwindigkeit der Florbahn durch den Vliesleger,
der einzelnen Verzüge aufgrund mechanischer Einstellungen, der Faserorientierung im
Flor, der Faserfeinheit und Flächenmassenverteilung der Florbahn auf die Breitenänderung
der Florbahn für den speziellen Anwendungsfall exakt ermittelt werden.
[0016] Es ist bevorzugt, dass die beiden Ränder der Florbahn mittels zweier Absaugdüsen
gesteuert abgesaugt werden, um das Breitenprofil der Florbahn zu verändern. Dabei
sind die beiden Absaugdüsen vorzugsweise quer zur Förderrichtung der Florbahn im Vliesleger
bewegbar, wodurch die Exaktheit der Absaugung weiter erhöht wird.
[0017] Durch eine separate Ansteuerung der beiden Absaugdüsen kann auch eine nicht symmetrische
Vorkompensation der beiden Ränder der Florbahn vorgenommen werden, um auf spezielle
Eigenheiten der mechanischen Vorrichtungen im Vliesleger noch genauer eingehen zu
können.
[0018] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine schematische Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anlage zum
Legen eines Vlieses, und
- Fig. 2
- ist eine schematische Draufsicht auf die für die Erfindung wesentlichen Teile der
Anlage aus Fig. 1.
[0019] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer ersten Ausführungsform der Erfindung
in einer in Bezug auf ein Abliefertransportband stirnseitigen Ansicht. Man erkennt
in Fig. 1 einen Vliesleger 15 mit einem endlos umlaufenden Abliefertransportband 1,
das dazu bestimmt ist, ein gelegtes Vlies 17 (siehe Fig. 2) in einer senkrecht zur
Zeichnungsebene verlaufenden Transportrichtung abzutransportieren. Von Führungseinrichtungen
des Abliefertransportbandes 1 ist eine obere Umlenkwalze 2 dargestellt. Über dem Abliefertransportband
1 ist ein Legewagen 3 auf Schienen oder Rohren 3a hin und her verfahrbar. In dem Legewagen
3 sind zwei Umlenkwalzen 4 und 5 frei drehbar gelagert. Die erste Umlenkwalze 4 ist
von einem Abdeckband 6 teilumschlungen, das ein unteres Trum aufweist, das in dichtem
Abstand über dem Abliefertransportband 1 zu einer angetriebenen Umlenkwalze 7, über
eine weitere ortsfeste Umlenkwalze 8 und zu einer Umlenkwalze 9 verläuft, die in einem
ersten Spannwagen 10 drehbar gelagert ist, der unterhalb des Abliefertransportbandes
1 quer zu diesem auf Schienen oder Rohren 10a verfahrbar ist. Von der im Spannwagen
10 gelagerten Umlenkwalze 9 verläuft das genannte Abdeckband 6 über zwei weitere ortsfeste
Umlenkwalzen 7a bzw. 8a zurück zum Legewagen 3. Die angetriebene Umlenkwalze 7 ist
mit einem Motor (nicht dargestellt) gekoppelt und ist dazu bestimmt, das Abdeckband
6 anzutreiben.
[0020] In ähnlicher Weise ist die andere Umlenkwalze 5, die im Legewagen 3 drehbar gelagert
ist, von einem Flortransportband 11, das im weiteren zweites Flortransportband 11
genannt wird, teilumschlungen, das über eine angetriebene Umlenkwalze 12 und eine
ortsfeste Umlenkwalze 13 zu einer im ersten Spannwagen 10 gelagerten zweiten Umlenkwalze
14 geführt ist, die von dem Flortransportband 11 teilumschlungen wird, von wo aus
das Flortransportband 11 über weitere ortsfeste Umlenkwalzen 12a bzw. 13a zum Legewagen
3 zurückläuft. Das zweite Flortransportband 11 weist ein unteres Trum auf, das in
dichtem Abstand über dem Abliefertransportband 1 verläuft und ebenfalls die Funktion
eines Abdeckbandes für das gelegte Vlies 17 übernimmt. Die angetriebene Umlenkwalze
12 ist mit einem Motor (nicht dargestellt) gekoppelt und ist dazu bestimmt, das zweite
Flortransportband 11 anzutreiben.
[0021] Am Legewagen 3 ist eine Kette oder ein Zahnriemen angebracht, der beispielsweise
über ein mit einem Motor verbundenes Antriebszahnrad und ein Umlenkrad läuft (alle
Elemente nicht dargestellt). Mit Hilfe dieser Antriebseinrichtungen lässt sich der
Legewagen 3 oberhalb des Abliefertransportbandes 1 quer zu dessen Transportrichtung
hin und her verfahren.
[0022] Im wesentlichen auf einer Höhe mit dem Legewagen 3 ist in dem Maschinengestell des
Vlieslegers 15 ein Oberwagen 18 quer zur Transportrichtung des Abliefertransportbandes
1 auf Schienen oder Rohren 3a verfahrbar gelagert. Die Schienen oder Rohre 3a können
dieselben Schienen oder Rohre sein, an denen auch der Legewagen 3 verfahrbar gelagert
ist. Der Oberwagen 18 hat eine obere Umlenkwalze 19 und eine untere Umlenkwalze 20,
die seitlich gegeneinander versetzt sind. Über diese beiden Umlenkwalzen 19 und 20
läuft ein weiteres Flortransportband 21, das nachfolgend erstes Flortransportband
21 genannt wird. In dem Bereich, der von den beiden Umlenkwalzen 19 und 20 im Oberwagen
18 begrenzt wird, verläuft das erste Flortransportband 21 schräg abwärts geneigt.
Von der unteren Umlenkwalze 20 im Oberwagen 18 ausgehend verläuft das erste Flortransportband
21 parallel zum Obertrum des zweiten Flortransportbandes 11. Das erste Flortransportband
21 wird nach dem Legewagen 3 über eine ortsfest gelagerte, motorisch angetriebene
Umlenkwalze 25 und von dort über eine in einem zweiten Spannwagen 23 gelagerte Umlenkwalze
24 geführt, um dann über mehrere im Maschinengestell ortsfest gelagerte (nachfolgend
"ortsfeste") Umlenkwalzen 22 zu laufen, bevor es den Oberwagen 18 wieder erreicht.
Der O-berwagen 18 und der zweite Spannwagen 23 sind über eine Kette oder einen Zahnriemen
(nicht dargestellt) miteinander verbunden, der über ein mit einem Motor (nicht dargestellt)
verbundenes Antriebszahnrad und ein Umlenkrad, die im Maschinengestell gelagert sind,
läuft (nicht dargestellt). Der Spannwagen 23 ist dabei ebenfalls an Schienen oder
Rohren 23a verfahrbar gelagert. Ferner erkennt man in Fig. 1 ein schräg nach oben
verlaufendes Zuführband 29, das eine zu legende Florbahn 16 (siehe Fig. 2) dem ersten
Flortransportband 21 zuführt.
[0023] In dem Bereich zwischen der unteren Umlenkwalze 20 des Oberwagens 18 und der zweiten
Umlenkwalze 5 des Legewagens 3 sind Abschnitte des ersten Flortransportbandes 21 und
des zweiten Flortransportbandes 11 parallel zueinander in engem Abstand geführt, so
dass eine vom ersten Flortransportband 21 herangeführte Florbahn 16 in dem genannten
Bereich zwischen dem Oberwagen 18 und dem Legewagen 3 vom ersten Flortransportband
21 und dem zweiten Flortransportband 11 sandwichartig eingeschlossen ist. Dabei ist
die Florbahn 16 vom zweiten Flortransportband 11 abgestützt. Wie bereits erwähnt,
übernimmt das Untertrum dieses zweiten Flortransportbandes 11 gleichzeitig auch die
Funktion eines Abdeckbandes für das gelegte Vlies 17.
[0024] Man erkennt in der Zeichnung, dass im Betrieb, wenn der Legewagen 3 eine über dem
Abliefertransportband 1 hin- und hergehende Bewegung ausführt, der erste Spannwagen
10 eine gegenläufige Bewegung ausführt, weil die Schleifenlängen des Abdeckbandes
6 und des zweiten Flortransportbandes 11 konstant sind. Weiterhin führen der Oberwagen
18 und sein zugehöriger zweiter Spannwagen 23 im Betrieb eine zueinander gegenläufige
Bewegung aus, weil sie kraftschlüssig miteinander verbunden sind. Der zweite Spannwagen
23 ist notwendig, um die Schleifenlänge des ersten Flortransportbandes 21 konstant
zu halten.
[0025] Die Bewegungen von Legewagen 3 und Oberwagen 18 sind so aufeinander abgestimmt, dass
bei Zuführung der Florbahn 16 über das Zuführband 29 mit gleichförmiger Geschwindigkeit
eine gesteuerte Ablage der Florbahn 16 ohne Streckungen oder Stauchungen innerhalb
des dargestellten Vlieslegers 15 auf dem Abliefertransportband 1 stattfinden kann.
Dabei bewegt sich der Oberwagen 18 jeweils in dieselbe Richtung, im Mittel jedoch
nur halb so schnell wie der Legewagen 3. Es wird auch der Tatsache Rechnung getragen,
dass der Legewagen 3 im Bereich seiner Bewegungsumkehrstellung bis zum Stillstand
abgebremst und wieder beschleunigt werden muss. Wird die Florbahn 16 mit schwankender
Geschwindigkeit zugeführt, etwa weil vor dem Zuführband 29 ein zyklisch arbeitendes
Streckwerk (nicht dargestellt) angeordnet ist, das eine wechselnde Dicke in der Florbahn
16 zum Zwecke der Erzielung einer Querprofilierung des gelegten Vlieses erzeugt, kann
mit Hilfe einer voneinander unabhängigen Steuerung der Bewegung von Oberwagen 18 und
Legewagen 3 in bekannter Weise eine Florbahnpufferung innerhalb des Vlieslegers 15
vorgenommen werden.
[0026] Das Abdeckband 6 und das Flortransportband 11 bilden an der Stelle, wo sie im Legewagen
3 von ihren Umlenkwalzen 4 und 5 umgelenkt werden, einen Spalt aus, der eingangs als
Abgabespalt bezeichnet ist. Im Betrieb des Vlieslegers 15 ist das zweite Flortransportband
11 so angetrieben, dass sein oberes Trum der Bewegung des unteren Trums des ersten
Flortransportbandes 21 folgt, weil beide Bänder die Florbahn 16 auf ihrem Weg zwischen
dem Oberwagen 18 und dem Legewagen 3 zwischen sich einschließen.
[0027] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel sind insgesamt drei Bänder im Vliesleger 15 enthalten.
Die Erfindung lässt sich aber auch auf alle anderen Vliesleger, u.a. solche mit zwei
Bändern, anwenden. Die Erfindung ist ebenfalls auf gegenläufige Leger anzuwenden,
bei denen sich der Oberwagen 18 und der Legewagen 3 entgegengesetzt bewegen, oder
auf Steilarmvliesleger.
[0028] Wie aus Fig. 1 hervorgeht, ist nun im Eingangsbereich des Vlieslegers 15 eine Vorrichtung
30 zur Veränderung der Florbahnränder angeordnet. In der hier vorliegenden speziellen
Ausführungsform, die aus Fig. 2 noch besser ersichtlich ist, besteht die Vorrichtung
30 zur Veränderung der Florbahnränder aus einer Absaugeinrichtung, die zwei Absaugdüsen
im Bereich der beiden Ränder der Florbahn 16 aufweist. Diese Absaugdüsen 30 sind im
bevorzugten Beispielsfall quer zur Transportrichtung der Florbahn 16 im Vliesleger
15 bewegbar und können durch gezieltes Absaugen die Ränder der Florbahn 16 anpassen
und deren Breitenprofil somit eine vorbestimmte Kontur geben.
[0029] Die Ansteuerung der Vorrichtung 30 zur Veränderung der Florbahnränder erfolgt in
einer ersten Ausführungsform auf Basis von in einem Speicher hinterlegten Gesetzmäßigkeiten
des spezifischen Legevorgangs. Dabei werden vorzugsweise sämtliche Parameter, die
Einfluss auf die Breitenänderung der Florbahn 16 haben, berücksichtigt. Als Parameter
sind beispielsweise die Durchlaufgeschwindigkeit der Florbahn 16 durch den Vliesleger
15, die Legebreite des Vlieslegers 15, die Verzüge der Florbahn 16 aufgrund mechanischer
Einstellungen, die Faserorientierung in der Florbahn 16, die Faserfeinheit und die
Flächenmassenverteilung der Florbahn 16 zu nennen.
[0030] Eventuell kann vorab ein Test durchlaufen werden, um den exakten Änderungsverlauf
des Breitenprofils der Florbahn 16 während des Legevorgangs bestimmen zu können.
[0031] Die prognostizierten Verbreiterungen der Florbahn 16 an bestimmten Stellen bei ihrem
Durchlauf durch den Vliesleger 15 sollen also durch eine Vorkompensation, d.h. eine
Breitenverringerung, mit Hilfe der Vorrichtung 30 zur Veränderung der Florbahnränder
ausgeglichen werden. Dabei erhält die Florbahn 16 eine bestimmte Kontur in ihrem Breitenprofil.
[0032] Um das Ergebnis überprüfen zu können, sind im Vliesleger 15 mehrere Sensoren 32 angeordnet,
die die Ränder und die Breite der Florbahn 16 überprüfen. Vorzugsweise sind die Sensoren
32 radiometrische oder optische Sensoren, es kommen aber beispielsweise auch Infrarot-,
Laser-, Ultraschallsensoren oder Sensoren für radioaktive Strahlung in Frage. Es kann
auch nur ein Sensor 32 vorgesehen sein.
[0033] Im dargestellten Beispielsfall sind jeweils zwei Sensoren 32 im Bereich des Oberwagens
18 und zwei Sensoren 32 im Bereich des Legewagens 3 angeordnet. Die beiden im Bereich
des Legewagens 3 angeordneten Sensoren 32 für den linken und den rechten Rand der
Florbahn 16 sind dabei besonders nützlich, da sie unmittelbar vor dem Ablegen der
Florbahn 16 die Ränder und die Breite der Florbahn 16 überprüfen und somit genaue
Rückschlüsse auf die auf dem Abliefertransportband 1 abgelegten Florbahnlagen und
die Gleichmäßigkeit von deren Rändern erlaubt.
[0034] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden die Ergebnisse des Sensors
32 bzw. der Sensoren 32 in einem Regelkreis verwendet, um die Vorrichtung 30 zur Veränderung
der Florbahnränder anzusteuern. Somit ergibt sich ein selbst regulierendes System,
das für eine besonders hohe Gleichmäßigkeit des gelegten Vlieses 17 sorgt.
[0035] In diesem Fall ist es auch besonders vorteilhaft, wenn beide Absaugdüsen 30 getrennt
voneinander ansteuerbar sind, da dann die beiden Ränder der Florbahn 16 unabhängig
voneinander bearbeitet werden können und somit auch unsymmetrische Florverbreiterungen
im Vliesleger 15 kompensiert werden können.
[0036] Im dargestellten Beispielsfall ist die Vorrichtung 30 zur Veränderung der Florbahnränder
in den Eingangsbereich des Vlieslegers 15 integriert. Sie kann allerdings auch kurz
vor dem Oberwagen 18 angeordnet sein oder vor dem Vliesleger 15 liegen. Auch die Sensoren
32 sind nicht auf die dargestellten Positionen beschränkt. So ist es beispielsweise
möglich, auch nach Abgabe der Florbahn 16 durch den Legewagen 3 einen Sensor 32 vorzusehen,
der die auf dem Abliefertransportband 1 abgelegten Florbahnen 16 bzw. deren Ränder
überprüft. Schließlich ist die Erfindung nicht auf den Einsatz von Absaugdüsen als
Vorrichtung 30 zur Veränderung der Florbahnränder beschränkt. Alternativ kann jede
andere Vorrichtung eingesetzt werden, die für eine gesteuerte Veränderung der Florbreite
geeignet ist. Beispielsweise könnte eine Verringerung der Breite der Florbahn 16 auch
durch eine Längsverstreckung der Florbahn 16 in einem Streckwerk erzeugt werden. Hierbei
wäre dann allerdings die erzeugte Dickenänderung im Längsprofil der Florbahn 16 bei
der Ansteuerung der Antriebe des Vlieslegers 15 zu berücksichtigen.
1. Anlage zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses (17) aus einer Florbahn (16), die einen
Vliesleger (15) mit einem quer zu einem Abliefertransportband (1) oberhalb desselben
beweglichen Legewagen (3) sowie mindestens zwei Flortransportbändern (11, 21) zur
Führung der Florbahn (16) in einen am Legewagen (3) ausgebildeten Abgabespalt aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anlage außerdem mindestens eine Vorrichtung (30) zur Veränderung der Florbahnränder
aufweist, welche in den Vliesleger (15) integriert oder dem Vliesleger (15) vorgeschaltet
ist und geeignet ist, das Breitenprofil der Florbahn (16) auf Basis von in einem Speicher
hinterlegten Gesetzmäßigkeiten des spezifischen Legevorgangs oder auf Basis von durch
mindestens einen im oder hinter dem Vliesleger (15) angeordneten Sensor (32) erfassten
Ist-Werten des Breitenprofils der Florbahn (16) zu verändern.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor (32) im Bereich des Oberwagens (18) angeordnet ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Sensor (32) im Bereich des Legewagens (3) angeordnet ist.
4. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (30) zur Veränderung der Florbahnränder als Absaugeinrichtung ausgebildet
ist.
5. Anlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (30) zur Veränderung der Florbahnränder zwei Absaugdüsen aufweist,
die quer zur Förderrichtung der Florbahn (16) im Vliesleger (15) bewegbar sind.
6. Anlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliesleger (15) als gleichläufiger Leger ausgebildet ist.
7. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Flortransportband (21) am Oberwagen (18) einen Bandeinlauf mit einer schräg
abwärts geneigten Einlaufstrecke bildet und außerdem durch den Legewagen (3) hindurch
zum Oberwagen (18) zurückgeführt ist, und dass das zweite Flortransportband (11) durch
den Legewagen (3) und einen quer zum Abliefertransportband (1) beweglichen Spannwagen
(10), nicht aber auch durch den Oberwagen (18) hindurch geführt ist.
8. Anlage nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (32) ein radiometrischer oder optischer Sensor ist.
9. Verfahren zum gleichmäßigen Legen eines Vlieses (17) aus einer Florbahn (16) mit folgenden
Schritten:
- Bereitstellen eines Vlieslegers (15) mit einem quer zu einem Abliefertransportband
(1) oberhalb desselben beweglichen Legewagen (3) sowie mindestens zwei Flortransportbändern
(11, 21) zur Führung der Florbahn in einen am Legewagen (3) ausgebildeten Abgabespalt,
gekennzeichnet durch
- gesteuertes Verändern der Florbahnränder vor dem oder im Vliesleger (15) zur Anpassung
des Breitenprofils der Florbahn (16) auf Basis von in einem Speicher hinterlegten
Gesetzmäßigkeiten des spezifischen Legevorgangs oder auf Basis von durch mindestens einen im oder hinter dem Vliesleger (15) angeordneten Sensor (32) erfassten
Ist-Werten des Breitenprofils der Florbahn (16).
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zuvor in einem Testbetrieb eine Aufnahme der Gesetzmäßigkeiten durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Ränder der Florbahn (16) mittels zweier Absaugdüsen (30) gesteuert abgesaugt
werden, um das Breitenprofil der Florbahn (16) zu verändern.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Absaugdüsen (30) quer zur Förderrichtung der Florbahn (16) im Vliesleger
(15) bewegt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Absaugdüsen (30) separat angesteuert werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Messung durch den mindestens einen Sensor (32) im Bereich des Legewagens erfolgt.