[0001] Die Erfindung betrifft eine zusammenklappbare Laufhilfe mit einem in Laufrichtung
offenen Fahrgestell, mit einem U-förmigen Rahmen, der im Bereich seiner vorderen freien
Enden Vorderräder schwenkbar aufnimmt und in dessen hinterem Bereich Seitenstreben
schwenkbar in diesem gelagert sind, wobei die Seitenstreben Hinterräder aufnehmen,
sowie mit im Fahrgestell gelagerten Stützrohren, die einen Haltebügel oder Haltegriffe
höhenverstellbar aufnehmen und mit Einrichtungen zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells.
[0002] Laufhilfen mit einem in Laufrichtung offenen Fahrgestell und höhenverstellbarem Haltebügel
bzw. Haltegriffen zur Anpassung an die Körpergröße sind bekannt. Im Gegensatz zu den
üblichen und allgemein bekannten Rollatoren, die vor dem Benutzer hergeschoben werden
und dadurch eine leicht gebückte - aus therapeutischer Sicht unerwünschte - Haltung
hervorrufen, veranlassen sie den Benutzer zu einer aufrechten Haltung, indem er zwischen
dem Fahrgestell-rahmen - und nicht dahinter - steht und die Beine frei nach vorne
bewegen kann. Der Bewegungsablauf ist natürlicher. Rücklaufsperren verhindern ein
unbeabsichtigtes Rückwärtsrollen, Kippschutze ein Umkippen nach hinten.
[0003] Bezeichnet werden solche Laufhilfen auch als "Lauflernhilfe", "Posterior Walker",
"Control Walker", "Gait Trainer".
[0004] Eine zusammenklappbare Laufhilfe der eingangs genannten Art ist beispielsweise durch
die Laufhilfe "Nurmi Neo" der Firma Otto Bock HealthCare GmbH, Max-Naeder-Straße 15,
D-37115 Duderstadt, bekannt geworden (siehe
www.ottobock.de). Bei dieser Laufhilfe sind die im hinteren Bereich des U-förmigen Rahmens angeordneten
Seitenstreben als gerade Stangen in der Flucht der Stützrohre positioniert und mit
diesen verbunden. Zwischen der Seitenstrebe der jeweiligen Seite der Laufhilfe und
dem dieser Seitenstrebe zugewandten Schenkel des U-förmigen Rahmens ist eine Verbindungsstrebe
angeordnet, die mit einem Ende schwenkbar in der Seitenstrebe gelagert ist und dessen
dem U-förmigen Rahmen zugewandter Bereich mit einem Langloch versehen ist, den eine
mit dem Schenkel des U-förmigen Rahmens verbundene Klemmschraube durchsetzt. Kontaktiert
die Klemmschraube das dem Schenkel zugewandte Ende des Langlochs ist die Ausklappbewegung
des Fahrgestells begrenzt.
[0005] Ähnliche Laufhilfen sind durch die Firma HOGGI GmbH, Taunusstraße 17, D-56235 Ransbach-Baumbach,
unter der Bezeichnung "FLUX" (siehe auch
www.hoggi.de) und durch die Firma R82 GmbH, An den Wiesen 10, D-55218 Ingelheim, unter der Bezeichnung
"Crocodile" (siehe auch
www.r82.de) bekannt geworden.
[0006] Allen genannten Laufhilfen ist gemeinsam, dass sie wegen der relativ geringen Belastbarkeit
lediglich für Kinder und Jugendliche, oder leichte Erwachsene einsetzbar sind. Begründet
liegt dies hauptsächlich in der Rahmenkonstruktion, bei der durch die Aufnahme des
Haltebügels im Hinterrahmen auf den Vorderrahmen ein großes Biegemoment wirkt und/oder
die Gelenkverbindungen zwischen Vorderrahmen, Hinterrahmen und Verbindungsstreben
stark belastet werden.
[0007] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Laufhilfe der genannten Art so weiter
zu bilden, dass diese eine hohe Belastung, insbesondere eine solche von mindestens
100 kg zulässt, wobei die Rahmenteile und Rahmenverbindungen möglichst gering belastet
werden sollen. Gleichzeitig soll eine Platz sparende Faltbarkeit gewährleistet sein.
[0008] Gelöst wird die Aufgabe bei einer zusammenklappbaren Laufhilfe der eingangs genannten
Art dadurch, dass die Seitenstreben schwenkbar in Schiebern gelagert sind, die in
Längsrichtung der Stützrohre verschieblich sind, die Stützrohre schwenkbar in dem
U-förmigen Rahmen zwischen den Vorderrädern und den Schwenklagern für die hinteren
Seitenstreben gelagert sind, sowie die Einrichtungen zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells fest mit den Stützrohren verbunden sind und den Stellweg der Schieber
begrenzen.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen zusammenklappbaren Laufhilfe werden somit über den Haltebügel
oder die Haltegriffe in die Stützrohre eingeleitete Gewichtskräfte der die Laufhilfe
benutzenden Person sowohl unmittelbar in die Schenkel des U-förmigen Rahmens relativ
weit vorne als auch in die Seitenstreben eingeleitet, wobei die in die Seitenstreben
eingeleiteten Kräfte sowohl unmittelbar zu den Hinterrädern geleitet werden als auch
über die weiteren, den Seitenstreben zugeordneten Gelenke in die Schenkel des U-förmigen
Rahmens, relativ weit hinten eingeleitet werden. Die Stützrohre sind somit möglichst
nahe der Vorderräder am U-förmigen Rahmen angelenkt und es sind die Seitenstreben
möglichst nahe der Hinterräder am U-förmigen Rahmen angelenkt.
[0010] Bei der erfindungsgemäßen zusammenklappbaren Laufhilfe ermöglicht die schwenkbare
Lagerung der Seitenstreben in den Schiebern und die verschiebliche Anordnung der Schieber
in Längsrichtung der Stützrohre ein platzsparendes Zusammenklappen der Laufhilfe.
Hierbei bewegen sich die Schieber in Richtung des Haltebügels bzw. der Haltegriffe.
Die fest mit den Stützrohren verbundenen Einrichtungen zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells begrenzen den Stellweg der Schieber, womit über die Schieber und
die Einrichtung zum Begrenzen der Ausklappbewegung des Fahrgestells bei Kontaktierung
dieser Teile Kräfte von den Seitenstreben in die Stützrohre eingeleitet werden.
[0011] Die beschriebene Gestaltung der Laufhilfe ermöglicht es, die über den Haltebügel
bzw. die Haltegriffe aufgebrachte Belastung in die Rahmenteile möglichst nahe der
Räder, insbesondere der Vorderräder einzuleiten.
[0012] Zur Versteifung der Konstruktion sind vorzugsweise die Seitenstreben mittels einer
Querstrebe, insbesondere einer U-förmig angeordneten Querstrebe verbunden. Diese U-förmige
Querstrebe ist insbesondere vorne offen. Unter dem Aspekt eines platzsparenden Zusammenklappens
der Laufhilfe ist vorgesehen, dass die beiden Seitenstreben die Querstreben, zwischen
den Lagern für die Hinterräder und den Schwenkachsen der Seitenstreben im U-förmigen
Rahmen, aufnehmen.
[0013] Unter dem Aspekt der möglichst geringen Belastung der Rahmenteile und Rahmenverbindungen
sowie der Kippstabilität der Laufhilfe wird es als besonders vorteilhaft angesehen,
wenn, bezogen auf die auseinandergefaltete Stellung der Laufhilfe, von oben gesehen,
die Stützrohre schräg nach unten und vorne und die Seitenstreben schräg nach unten
und hinten gerichtet angeordnet sind.
[0014] Eine besondere Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass Mittel zum lösbaren
Festlegen der Schieber in der ausgeklappten Stellung des Fahrgestells vorgesehen sind.
Vorzugsweise dienen die Mittel dem Festlegen mindestens eines der Schieber und der
dem Schieber zugeordneten Einrichtung zum Begrenzen der Ausklappbewegung des Fahrgestells.
[0015] Die Mittel, die in dem Festlegen dienen, weisen beispielsweise einen Fanghaken, insbesondere
einen mit dem Schieber verbundenen Fanghaken auf, der in eine Hintergriffsstellung
mit einer Aufnahme, insbesondere einer stiftförmigen Aufnahme der Einrichtung zum
Begrenzen der Ausklappbewegung des Fahrgestells bringbar ist. Der Fanghaken ist beispielsweise
mittels einer Feder in Richtung der stiftförmigen Aufnahme vorgespannt, so dass die
lösbare Verbindung nur durch aktives Bewegen des Fanghakens entgegen der Federkraft
gelöst werden kann.
[0016] In einer baulich besonders einfachen Gestaltung sind die Einrichtung zum Begrenzen
der Ausklappbewegung des Fahrgestells als mit den Stützrohren verbundene Anschläge
ausgebildet.
[0017] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen, der Beschreibung der
Figuren und den Figuren selbst dargestellt, wobei bemerkt wird, dass alle Einzelmerkmale
und alle Kombinationen von Einzelmerkmalen weitere erfinderische Ausgestaltungen darstellen.
[0018] In den Figuren ist die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles erläutert,
ohne hierauf beschränkt zu sein.
[0019] Es zeigt:
- Figur 1
- eine räumliche Ansicht der erfindungsgemäßen zusammenklappbaren Laufhilfe, in auseinandergeklapptem
Zustand (Gebrauchsposition),
- Figur 2
- eine Seitenansicht der in Figur 1 gezeigten Laufhilfe,
- Figur 3
- eine Seitenansicht der in Figur 2 gezeigten Laufhilfe, in teilweise zusammengeklapptem
Zustand,
- Figur 4
- eine Ansicht der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Laufhilfe, in vollständig zusammengeklapptem
Zustand und
- Figur 5
- eine räumliche Ansicht der Laufhilfe im Bereich von Stützrohr und Seitenstrebe zur
Veranschaulichung der Wirkungsweise der Einrichtung zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells, wobei veranschaulichte Teile in einer Explosionsdarstellung verdeutlicht
sind.
[0020] Die zusammenklappbare Laufhilfe 1 weist ein in Laufrichtung A offenes Fahrgestell
auf. Ein U-förmiger Rahmen 2 nimmt im Bereich seiner vorderen freien Enden Vorderräder
3 schwenkbar auf. Im hinteren Bereich des U-förmigen Rahmens 2 sind in diesem Seitenstreben
5 um Achsen 8 schwenkbar gelagert. Die Seitenstreben 5 nehmen im Bereich ihrer unteren
Enden Hinterräder 7 auf, deren Durchmesser größer ist als der Durchmesser der Vorderräder
3. Die beiden Seitenstreben 5 sind mittels einer U-förmigen Querstrebe 6, die nach
vorne offen ist, verbunden. Die Querstrebe 6 greift an den beiden Seitenstreben 5
zwischen den Achsen 8 und den Drehachsen der Hinterräder 7 an. Etwa auf halber Länge
zwischen der jeweiligen Achse 8 und dem zugeordneten Vorderrad 3 nimmt der U-förmige
Rahmen 2, um eine Achse 9 schwenkbar, ein Stützrohr 10 im Bereich dessen unteren Endes
auf. Die beiden Stützrohre 10 sind teleskopierbar und nehmen im Bereich ihres oberen
Endes einen U-förmigen Haltebügel 11 auf, der horizontal angeordnet ist und nach vorne
offen ist, auf. Die die Schenkel von U-förmigen Rahmen 2, Haltebügel 11 und Querstrebe
6 verbindenden Stege sind, wie der Darstellung der Figur 2 zu entnehmen ist, im Wesentlichen
übereinander angeordnet, so dass insbesondere innerhalb des U-förmigen Rahmens 2 und
des U-förmigen Haltebügels 11 ein ausreichend freier homogener Raum gebildet ist,
der von der die Laufhilfe benutzenden Person eingenommen werden kann.
[0021] Bei der Laufhilfe 1 sind somit an dem U-förmigen Rahmen 2 zur Aufnahme der schwenkbaren
Vorderräder 3 in dessen hinterem Bereich ein Hinterrahmen 4 zur Aufnahme der Hinterräder
7 mit seinen Seitenstreben 5 in der Achse 8 schwenkbar angelenkt und es sind in dessen
vorderem Bereich jeweils links und rechts (im Sinne der Laufrichtung) in der Achse
9 möglichst nahe der Vorderräder 3 die Stützrohre 10 zur höhenverstellbaren Aufnahme
des Haltebügels 11 ebenfalls schwenkbar angelenkt. Die Seitenstreben 5 des Hinterrahmens
4 sind zur besseren Stabilität mit der Querstrebe 6 verbunden. Je ein auf den Stützrohren
10 in deren Längsrichtung beweglich geführter Schieber 12 ist mit je einer Seitenstrebe
5 des Hinterrahmens 4 mittels eines Gelenks 18 schwenkbar verbunden. Jeweils ein auf
den Stützrohren 10 fest positionierter Schieberanschlag 13 begrenzt die Bewegung der
Schieber 12 nach unten, legt die Endposition des Aufklappvorgangs fest und sichert
diese mittels in je einem Schieber 12 gelagerten Fanghaken 14 einerseits und je einem
im Schieberanschlag integrierten Hakenfang 15 andererseits. Die Sicherung der Klappbewegung
und der Endanschlag kann aber auch auf andere Weise bewerkstelligt werden.
[0022] Der Vorgang des Zusammenklappens wird durch das Lösen der Fanghaken 14 eingeleitet.
Durch Ziehen der nun frei gegebenen Schieber 12 nach oben in Richtung Haltebügel 11
werden sowohl die Stützrohre 10 mit dem Haltebügel 11 als auch der Hinterrahmen 4
kompakt gegen den U-förmigen Rahmen 2 geschwenkt.
[0023] Mit der Bezugsziffer 16 sind die mit dem unteren Ende der Seitenstreben 5 verbundene
Kippschutze, mit der Bezugsziffer 17 Bremsen von mit den Hinterrädern 7 zusammenwirkenden
Rücklaufsperren bezeichnet.
1. Zusammenklappbare Laufhilfe (1) mit einem in Laufrichtung offenen Fahrgestell, mit
einem U-förmigen Rahmen (2), der im Bereich seiner vorderen freien Enden Vorderräder
(3) schwenkbar aufnimmt und in dessen hinterem Bereich Seitenstreben (5) schwenkbar
in diesem gelagert sind, wobei die Seitenstreben (5) Hinterräder (7) aufnehmen, sowie
mit im Fahrgestell gelagerten Stützrohren (10), die einen Haltebügel (11) oder Haltegriffe
höhenverstellbar aufnehmen und mit Einrichtungen (13) zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstreben (5) schwenkbar in Schiebern (12) gelagert sind, die in Längsrichtung
der Stützrohre (10) verschieblich sind, die Stützrohre (10) schwenkbar in dem U-förmigen
Rahmen (2) zwischen den Vorderrädern (3) und den Schwenklagern (8) für die hinteren
Seitenstreben (5) gelagert sind, sowie die Einrichtungen (13) zum Begrenzen der Ausklappbewegung
des Fahrgestells fest mit den Stützrohren (10) verbunden sind und den Stellweg der
Schieber (12) begrenzen.
2. Laufhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenstreben (5) mittels einer Querstrebe (6), insbesondere einer U-förmig angeordneten
Querstrebe (6) verbunden sind.
3. Laufhilfe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die U-förmige Querstrebe (6) nach vorne offen ist.
4. Laufhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Seitenstreben (5) die Querstrebe (6), zwischen den Lagern für die Hinterräder
(7) und den Schwenkachsen (8) für die Seitenstreben (5) im U-förmigen Rahmen (2),
aufnehmen.
5. Laufhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass, bezogen auf die auseinandergefaltete Stellung der Laufhilfe (1), von oben gesehen,
die Stützrohre (10) schräg nach unten und vorne und die Seitenstreben (5) schräg nach
unten und hinten gerichtet angeordnet sind.
6. Laufhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (14, 15) zum lösbaren Festlegen der Schieber (12) in der ausgeklappten Stellung
des Fahrgestells vorgesehen sind.
7. Laufhilfe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (14, 15) dem Festlegen mindestens einer der Schieber (12) und der dem
Schieber (12) zugewandten Einrichtung (13) zum Begrenzen der Ausklappbewegung des
Fahrgestells dienen.
8. Laufhilfe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (14, 15) einen Fanghaken (14), insbesondere einen mit dem Schieber (12)
verbundenen Fanghaken (14) aufweisen, der in eine Hintergriffsstellung mit einer Aufnahme
(15), insbesondere einer stiftförmigen Aufnahme (15) der Einrichtung (13) zum Begrenzen
der Ausklappbewegung des Fahrgestells bringbar ist.
9. Laufhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtungen (13) zum Begrenzen der Ausklappbewegung des Fahrgestells als mit
den Stützrohren (10) verbundene Anschläge (13) ausgebildet sind.