[0001] Die Erfindung hat eine Skibindung mit wenigstens einer verstellbaren Bindungskomponente
und einer Betätigungsvorrichtung zum Verstellen oder Verriegeln oder Entriegeln dieser
Bindungskomponente zum Gegenstand. Die verstellbare Bindungskomponente kann insbesondere
ein Solenhalteraggregat, ein Andruck- oder Auslöseglied zum Einstellen einer Andruck-
oder Auslösekraft, eine Schwenk- bzw. Tourenplatte oder eine Stützanordnung zum Erleichtern
des Steigens beim Tourengehen sein. Die Erfindung betrifft auch einen Skistock mit
einer Spitze, die für ein formschlüssiges Kuppeln mit der Betätigungsvorrichtung geformt
ist. Eine zum Kuppeln und zur Befestigung an einem Skistock geeignet geformte Adapterspitze
ist ebenfalls Gegenstand der Erfindung sowie ferner ein System aus einer erfindungsgemäßen
Skibindung und einem erfindungsgemäßen Skistock oder einer Adapterspitze. Die Erfindung
ist im Besonderen auf Tourenskibindungen und Bindungen für Freerider gerichtet, aber
auch für Bindungen vorteilhaft, die zumindest im Wesentlichen nur beim Abfahren auf
befestigten Pisten benutzt werden.
[0002] Die Handhabung insbesondere von Tourenskibindungen ist regelmäßig vergleichsweise
umständlich. Im Allgemeinen müssen hinter dem fersenseitigen Ende der Schwenk- bzw.
Tourenplatte angeordnete Verriegelungsorgane bedient werden, um die Schwenk- bzw.
Tourenplatte entweder auf der Skioberseite zu arretieren oder zu entriegeln, um die
Schwenk- bzw. Tourenplatte schwenkbeweglich zu machen und die Ferse vom Ski abheben
zu können. Auch die Handhabung der Stützanordnung ist oft so umständlich, dass der
Skiläufer vorübergehend aus der Skibindung aussteigen muss.
[0003] Aus der
EP 0 219 717 B1 ist eine tourengeeignete Skibindung bekannt, bei der zur Entriegelung der Schwenk-
bzw. Tourenplatte ein Skistock eingesetzt werden kann. Wenn die Schwenk- bzw. Tourenplatte
aus ihrer skifesten Abfahrtstellung in den schwenkbaren Tourenzustand gebracht werden
soll, muss zunächst ein Schieber mit dem Skistock vorgeschoben werden. Dann muss das
zehenseitige Ende der Schwenk- bzw. Tourenplatte einerseits angehoben und andererseits
in Skilängsrichtung nach vorwärts bewegt werden, um eine Klapphebelanordnung aus der
einen Endlage in die andere Endlage zu bringen. Wenn andererseits die Schwenk- bzw.
Tourenplatte aus dem hochschwenkbaren Tourenzustand in die verriegelte Abfahrtstellung
gebracht werden soll, muss zunächst das fersenseitige Ende der Schwenk- bzw. Tourenplatte
auf die Skioberseite aufgesetzt werden, nachfolgend muss der Schieber mit dem Skistock
vorgeschoben werden, sodann muss die Schwenk- bzw. Tourenplatte unter Anhebung des
zehenseitigen Plattenendes in Skilängsrichtung nach rückwärts bewegt werden, um das
fersenseitige Ende der Schwenk- bzw. Tourenplatte in das Maul des Verriegelungshakens
einzuschieben. In jedem Falle muss also das Vorderende der Schwenk- bzw. Tourenplatte
angehoben werden, wobei der Ski zwangsläufig entlastet wird, so dass er sich bei der
Vorwärts- oder Rückwärtsverschiebung der Schwenk- oder Tourenplatte mit hoher Wahrscheinlichkeit
auf dem Untergrund verlagert und die für die Verriegelung oder Entriegelung der Schwenk-
bzw. Tourenplatte notwendige Verlagerung dieser Platte in Skilängsrichtung erschwert.
Die Betätigung des Schiebers ist schwierig und erfordert Geschick, nicht zuletzt wegen
des vom Skistock gebildeten langen Hebels.
[0004] Aus der
DE 31 31 384 C2 ist eine mit Skistock betätigbare Stützanordnung bekannt, mit der die Schwenk- bzw.
Tourenplatte einer Tourenskibindung in einer hochgeschwenkten Lage abgestützt werden
kann. Wenn die Schwenk- bzw. Tourenplatte mit ihrem fersenseitigen Ende durch eine
entsprechende Bewegung des Fußes des Skifahrers von der Skioberseite abgehoben wird,
kann eine Steighilfe mit dem Skistock in eine nach aufwärts gerichtete Stützlage geschwenkt
werden, so dass das freie Ende der Steighilfe beim Niederschwenken des fersenseitigen
Endes der Schwenk- bzw. Tourenplatte gegen diese Platte stößt und eine weitere Verschwenkung
der Platte in Richtung der Skioberseite verhindert.
[0005] Während Tourenskibindungen früher nur auf speziellen Tourenski montiert wurden, die
praktisch nur von "ernsthaften" Tourengehern in hochalpinem Gelände eingesetzt wurden,
wird heute der Skisport immer häufiger von "Freeridern" ausgeübt, für die der Spaß
beim Skifahren abseits der Standardpisten im Vordergrund steht. Dieser Personenkreis
wünscht komfortable multifunktionale Bindungssysteme, die einerseits bei Abfahrten
auf und neben der Piste sowie im Tiefschnee eine besonders gute Beherrschung und Steuerung
der Ski ermöglichen und andererseits auch auf Touren komfortabel sind.
[0006] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine besonders komfortable Bedienung einer Skibindung
zu ermöglichen.
[0007] Nach der Erfindung weist eine in Bezug auf wenigstens eine Bindungsfunktion verstellbare
Skibindung für die Bedienung, nämlich die Verstellung hinsichtlich dieser Funktion,
ein Betätigungsorgan auf, das um eine zur Oberfläche des Skis zumindest im Wesentlichen
orthogonale Drehachse, also eine Hochachse, drehverstellbar ist und an einer Oberseite
eine Kupplungshälfte für einen Kupplungseingriff mit einem Skistock oder einer vergleichbaren
Steighilfe aufweist, wobei die Kupplungshälfte des Betätigungsorgans so geformt ist,
dass im Kupplungseingriff ein für die Drehverstellung erforderliches Drehmoment durch
Formschluss übertragbar ist. Wenn von einem Skistock oder einer Skistockspitze die
Rede ist, sollen stockartige sonstige Steighilfen und deren Spitzen stets umfasst
sein. Die Kupplungshälfte weicht in einem im Kupplungseingriff Drehmoment übertragenden,
zur Hochachse orthogonalen Querschnitt daher von der kreisrunden Form ab. Sie ist
so geformt, dass der Skifahrer bei angeschnalltem Ski die von der Skistockspitze gebildete
Kupplungsgegenhälfte durch eine zumindest im Wesentlichen orthogonal zur Oberfläche
des Skis weisende Kupplungsbewegung in den Kupplungseingriff bringen und das Betätigungsorgan
anschließend einfach durch Drehen des Skistocks um dessen Längsachse verdrehen und
dadurch wenigstens eine verstellbare Bindungskomponente oder die Bindung im Ganzen
verstellen kann. Das Betätigungsorgan ist Bestandteil einer Betätigungsvorrichtung,
die in einer für die Verstellung geeigneten Weise mit der verstellbaren Bindungskomponente,
im folgenden Verstellkomponente, gekoppelt ist. Die Verstellkomponente kann Bestandteil
der Bindung sein, die Bindung kann aber auch in ihrer Gesamtheit die Verstellkomponente
bilden.
[0008] Als Verstellkomponente kommen insbesondere in Betracht: ein zehnseitiges Sohlenhalteraggregat,
ein fersenseitiges Sohlenhalteraggregat, eine Schwenk- bzw. Tourenplatte, eine Stützanordnung
für einen fersenseitigen Bereich einer Schwenk- bzw. Tourenplatte oder unmittelbar
einen Skischuh, ein Andruckglied zur Erzeugung einer den Skischuh zwischen den Sohlenhalteraggregaten
spannenden Federkraft oder ein Auslöseglied zur Erzeugung einer Federkraft, gegen
die das fersenseitige Sohlenhalteraggregat aus einer Schließposition ausgelöst werden
muss, soll die Bindung geöffnet werden. Verfügt der Ski über die Funktion einer Breitenverstellbarkeit,
kann es sich bei der Verstellkomponente auch um ein Breitenverstellglied handeln,
das zur Bindung gerechnet wird, da eine Breitenverstelleinrichtung, dessen Bestandteil
solch ein Breitenverstellglied ist, mit der Bindung eng zusammenwirkt. Ein Großteil
der genannten Verstellkomponenten ist bislang nur bei abgeschnalltem Ski und zudem
nur mit Spezialwerkzeug verstellbar, etwa die Position eines zehnseitigen oder fersenseitige
Sohlenhalteraggregats, beispielsweise zur Anpassung an unterschiedliche Skischuhe.
Das gleiche gilt für die Verstellung der Federkraft einer Andruckfeder oder der Auslöse-
bzw. Schließkraft einer Auslösefeder. Andere Funktionen, beispielsweise eine gemeinsame
Verstellung beider Sohlenhalteraggregate oder eine Breitenverstellung des Ski, sind
bereits als solche, auch ohne die erfindungsgemäße Betätigungsvorrichtung vorteilhaft.
Die hier beanspruchte Bindung kann allerdings in Bezug auf wenigstens eine Funktion
vom Skifahrer bei angeschnalltem Ski rasch und bequem verstellt oder in anderer Hinsicht
bedient werden.
[0009] Das Betätigungsorgan ist außerhalb eines zwischen den Sohlenhalteraggregaten verbleibenden
Zwischenraums angeordnet. Es kann hinter dem fersenseitigen Sohlenhalteraggregat angeordnet
sein, allerdings so, dass es trotz der bei solcher Anordnung erforderlichen Körperdrehung
des Skifahrers noch immer sicher und bequem mit der Skistockspitze erreichbar ist.
Das Betätigungsorgan kann auch auf einem der Sohlenhalteraggregate, vorzugsweise auf
dem zehenseitigen Sohlenhalteraggregat angeordnet sein. Besonders bevorzugt ist es
vor dem zehnseitigen Sohlenhalteraggregat angeordnet, zweckmäßigerweise in einem geringen
Abstand, so dass die Kopplungsstrecke bis zur Verstellkomponente möglichst kurz ist,
seine Kupplungshälfte andererseits aber ohne Behinderung durch das zehnseitige Sohlenhalteraggregat
für einen aufrecht stehenden Skifahrer von oben zugänglich ist, um den Kupplungseingriff
mit dem Skistock herzustellen.
[0010] Die Kupplungshälfte ist zur Drehachse des Betätigungsorgans vorzugsweise zentrisch,
so dass mit dem Skistock ausschließlich eine Drehbewegung und keinerlei Schwenkbewegung
ausgeführt werden muss, da Hebelwirkungen vorteilhafterweise vermieden werden. Das
Betätigungsorgan, insbesondere dessen Kupplungshälfte, ist vorteilhafterweise so angeordnet
und geformt, dass bei seiner Bedienung zumindest im Wesentlichen nur Torsionskräfte
auf den Skistock wirken. Andererseits kann das Betätigungsorgan in einer Weiterentwicklung
zum einen in der erläuterten Art und Weise drehverstellbar und zusätzlich verschiebbar
sein, um durch Drehverstellung des Betätigungsorgans auf eine erste Verstellkomponente
und durch Verschiebung auf eine andere, zweite Verstellkomponente wirken zu können.
In bevorzugten einfachen Ausführungen ist das Betätigungsorgan jedoch ausschließlich
drehverstellbar. Eine Einwirkung auf unterschiedliche Verstellkomponenten kann beispielsweise
auch über den Drehwinkel der Verstellung bewirkt werden. So kann eine erste Verstellkomponente
durch Verdrehung des Betätigungsorgans um einen ersten Drehwinkel und anschließend
eine zweite Verstellkomponente durch Weiterdrehung um einen zweiten Drehwinkel vorgenommen
werden. Die Bindung kann auch noch ein weiteres Betätigungsorgan der offenbarten Art
aufweisen, um mit dem einen Betätigungsorgan eine erste Verstellkomponente und mit
dem anderen Betätigungsorgan eine weitere, zweite Verstellkomponente verstellen zu
können.
[0011] Um die Herstellung des Kupplungseingriffs zu erleichtern, ist es vorteilhaft, wenn
sich die Kupplungshälfte des Betätigungsorgans an ihrer Oberseite längs der Drehachse
in Richtung auf eine Kupplungskontur oder von dieser nach oben verjüngt, um die Kupplungsgegenhälfte,
die Skistockspitze, bei dem Versuch der Herstellung des Kupplungseingriffs zu zentrieren.
Innerhalb der Kupplung aus Kupplungshälfte und Kupplungsgegenhälfte, kann die Kupplungshälfte
des Betätigungsorgans den Stecker oder, bevorzugter, die Buchse, Muffe oder dergleichen
bilden. In Ausführungen, in denen das Betätigungsorgan innerhalb der Kupplung die
Buchsenfunktion übernimmt, verjüngt sich die Kupplungshälfte somit in Einführrichtung
der Skistockspitze. Erfüllt das Betätigungsorgan innerhalb der Kupplung die Steckerfunktion,
würde sich die Kupplungshälfte entsprechend nach oben verjüngen.
[0012] Die Kupplungshälfte des Betätigungsorgans weist eine um die Drehachse des Betätigungsorgans
erstreckte Kupplungskontur auf. Obgleich es zum Kuppeln grundsätzlich genügen würde,
wenn sich die Kupplungskontur über einen Drehwinkelbereich von mehr als 180°, jedoch
weniger als 360°, um die Drehachse erstreckt, wird es nicht zuletzt für die Festigkeit
der Kupplungshälfte des Betätigungsorgans bevorzugt, wenn die Kupplungskontur um die
Drehachse vollständig, also um 360° umläuft. Die Kupplungskontur und somit die vom
Betätigungsorgan gebildete Kupplungshälfte ist vorzugsweise ein Mehrfach mit höchstens
fünf Flachseiten und die Flachseiten miteinander verbindenden Rundkanten, wobei der
um die Drehachse des Betätigungsorgans variierende Krümmungsradius der Kupplungskontur
vorzugsweise überall wenigstens 1 Millimeter, bevorzugter überall wenigstens 2 Millimeter,
beträgt. Vorteilhafterweise sind jedenfalls keine scharfen Kanten vorhanden. Auch
dies erleichtert die Herstellung des Kupplungseingriffs. Die Kupplungskontur kann
beispielsweise eine flache Seite aufweisen und ansonsten kreisrund, also ein Einflach
sein. Sie kann im Ganzen gesehen auch ein Oval, beispielsweise eine echte Ellipse,
also ein Zweiflach bilden. Eine besonders bevorzugte Kupplungskontur ist als Dreiflach,
im großen und ganzen also dreieckförmig geformt. Eine derartige Form vereint die Vorteile
der einfachen Herstellbarkeit des Kupplungseingriffs und der sicheren Übertragung
des erforderlichen Drehmoments in optimaler Weise.
[0013] Die Bindung umfasst in bevorzugten Ausführungen eine Verriegelungsvorrichtung zur
Arretierung der Verstellkomponente in einer Arretierposition. Die Verriegelungsvorrichtung
kann insbesondere zur Verriegelung der Schwenk- bzw. Tourenplatte dienen, falls eine
solche vorhanden ist. Sie kann alternativ beispielsweise auch der Arretierung von
relativ zueinander verstellbaren Skihälften eines breitenverstellbaren Ski dienen.
Eine Verriegelungsvorrichtung kann auch zur Arretierung des zehnseitigen Sohlenhalteraggregats,
des fersenseitigen Sohlenhalteraggregats oder beider Sohlenhalteraggregate gemeinsam
dienen, falls wenigstens eines der Sohlenhalteraggregate verstellbar ist. Auch solch
eine optionale Verriegelungsvorrichtung wird als Verstellkomponente im Sinne der Erfindung
verstanden. Das Betätigungsorgan bzw. die Betätigungsvorrichtung, deren Bestandteil
es ist, kann daher mit solch einer Verriegelungsvorrichtung gekoppelt sein, um durch
deren Betätigung ein Verstellen einer anderen Verstellkomponente überhaupt erst zu
ermöglichen oder diese andere Verstellkomponente nach dem Verstellen in der neuen
Position zu arretieren. Das Wort "oder" wird von der Erfindung stets im üblichen logischen
Sinne als "inklusiv oder" verwendet, umfasst also die Bedeutung "entweder....oder"
und auch die Bedeutung von "und", soweit sich aus dem jeweils konkreten Zusammenhang
nicht ausschließlich nur eine dieser beiden Bedeutungen ergeben kann. Bezogen auf
beispielsweise die Verriegelungsvorrichtung bedeutet dies, dass die Betätigungsvorrichtung
in ersten Ausführungen ausschließlich mit der Verriegelungsvorrichtung gekoppelt sein
kann, falls eine solche vorhanden ist, in zweiten eine Verriegelungsvorrichtung aufweisenden
Ausführungen nur mit einer einzigen oder auch mehreren anderen Verstellkomponente(n),
nicht jedoch mit der Verriegelungsvorrichtung gekoppelt sein kann. In dritten Ausführungen
kann die Betätigungsvorrichtung sowohl mit einer Verriegelungsvorrichtung als auch
mit einer anderen Verstellkomponente gekoppelt sein, um durch die Drehverstellung
des Betätigungsorgans die Verriegelungsvorrichtung zu betätigen und durch eine weitere
Drehverstellung des Betätigungsorgans auf die andere Verstellkomponente zu wirken.
[0014] In bevorzugten Ausführungen mit Schwenk- bzw. Tourenplatte ist eine mit der Verriegelungsvorrichtung
und einer Stützanordnung gekoppelte Betätigungsvorrichtung mit einem vor der Schwenkachse
vorzugsweise an einem Lagerkörper der Bindung angeordneten Betätigungsorgan vorgesehen.
Derartige Ausführungen beruhen auf dem Gedanken, für die Verriegelungsvorrichtung
sowie die Stützanordnung ein entfernt an einer gut zugänglichen Position angeordnetes
gemeinsames Betätigungsorgan vorzusehen, so dass die Bindung jederzeit in komfortabler
Weise für unterschiedliche Gebrauchszustände eingestellt werden kann. Auch für solch
eine Bindung wird ein als Stellrad oder dergleichen ausgebildetes Betätigungsorgan,
welches sich zu seiner Drehverstellung mit einem Skistock formschlüssig koppeln lässt,
bevorzugt, eine derartige Bindung ist aber auch für sich, mit andersartigem Betätigungsorgan,
von Vorteil. Bei drehverstellbarem Betätigungsorgan kann wie gesagt auf der Spitze
des Skistocks ein zu einer unrunden Aufnahmeöffnung des Stellrads komplementäres Adapterteil
angeordnet sein oder ein Skistock mit entsprechend ausgebildeter Spitze als Drehhandhabe
eingesetzt werden.
[0015] Die Erfindung bezieht sich somit auch auf eine Skibindung mit einer eine Schuhhalteranordnung
tragenden Schwenk- bzw. Tourenplatte, die mit ihrem zehenseitigen Ende um eine Querachse
schwenkbar an einem relativ stationären Lagerkörper angelenkt ist, einer Verriegelungsvorrichtung,
die die Schwenk- bzw. Tourenplatte in einer niedergeschwenkten Endlage zu arretieren
gestattet, und einer Stützanordnung, die das fersenseitige Ende der Schwenk- bzw.
Tourenplatte in zumindest einer hochgeschwenkten Lage abzustützen gestattet. Die Bindung
zeichnet sich dadurch aus, dass eine mit der Verriegelungsvorrichtung und der Stützanordnung
gekoppelte Betätigungsvorrichtung mit einem vor der Querachse und vorzugsweise am
Lagerkörper angeordneten Betätigungsorgan vorgesehen ist.
[0016] Im Übrigen ist zweckmäßig vorgesehen, dass mit dem Betätigungsorgan ein an einem
relativ stationären Lagerteil angeordnetes Riegelorgan, beispielsweise ein Riegelschieber
oder ein schwenkbarer Riegelhebel, gekoppelt ist, das mit einem oder mehreren Gegenriegelelement(en)
an der Verstellkomponente zusammenwirkt. Da das Riegelorgan an einem relativ stationären
Teil, das heißt skiseitig angeordnet ist, lässt sich die antriebsmäßige Verbindung
zwischen Riegelorgan und Betätigungsorgan bzw. Betätigungsrad in konstruktiv einfacher
Weise ausbilden. Ein Riegelschieber kann parallel zur Ebene einer Lagerplatte verschiebbar
sein, und zwar insbesondere in Skilängsrichtung. Ein Riegelhebel kann um eine Hochachse
des Ski oder vorzugsweise zur Skioberfläche zumindest im Wesentlichen parallele Achse
schwenkbar sein.
[0017] Zusätzlich kann zweckmäßig vorgesehen sein, dass mit dem Betätigungsorgan eine an
einem relativ stationären Lagerteil schwenkgelagerte Stütze gekoppelt ist, die aus
einer Nichtgebrauchslage in zumindest eine stützwirksame Lage unter dem fersenseitigen
Ende der Schwenk- bzw. Tourenplatte oder unmittelbar des Skischuhs schwenkverstellbar
ist. Auch hier wird durch die skiseitige Lagerung der Schwenkstütze eine einfache
Konstruktion für die Antriebsverbindung zwischen Schwenkstütze und Betätigungsorgan
bzw. Stellrad ermöglicht.
[0018] In konstruktiv besonders zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass an einer relativ stationären Lagerplatte einer aus einer Nichtgebrauchslage
in zumindest eine Stützlage hochschwenkbaren Steighilfe ein fersenseitiges Riegelorgan,
vorzugsweise ein Riegelschieber, angeordnet ist, das mit wenigstens einem Gegenriegelelement
im Fersenbereich der Schwenk- bzw. Tourenplatte zusammenwirkt.
[0019] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform kann zusätzlich zu einem fersenseitigen
Riegelorgan am Lagerkörper ein zehenseitiges Riegelorgan, insbesondere ein Riegelschieber
oder Riegelhebel, mit einem oder mehreren zehenseitigen Gegenriegelelement(en) an
der Schwenk- bzw. Tourenplatte zusammenwirken. Durch Anordnung eines zehenseitigen
sowie eines fersenseitigen Riegelorgans lässt sich erreichen, dass die Schwenk- bzw.
Tourenplatte sowohl im Bereich eines auf der Schwenk- bzw. Tourenplatte angeordneten
zehenseitigen Schuhhalteraggregats als auch im Bereich eines fersenseitigen Schuhhalteraggregats
besonders stabil arretiert ist. Dies bietet einerseits die Möglichkeit, die Schwenk-
bzw. Tourenplatte mit besonders geringem Gewicht und damit gegebenenfalls verminderter
Steifigkeit auszubilden und andererseits eine gute Kraftübertragung zwischen Skischuh
und Ski zu gewährleisten.
[0020] In diesem Zusammenhang ist des Weiteren vorteilhaft, wenn das jeweilige Riegelorgan
mit die Schwenk- bzw. Tourenplatte vertikal arretierenden Gegenriegelelementen vor
und hinter dem jeweiligen Sohlen- bzw. Schuhhalter zusammenwirkt.
[0021] In Ausführungen mit in der Breite verstellbarem Ski ist dieser in eine linke Skihälfte
und eine rechte Skihälfte längs geteilt. Wenigstens eine der Skihälften ist relativ
zu den Sohlenhalteraggregaten und der anderen der Skihälften quer zur Längsrichtung
beweglich. Die Betätigungsvorrichtung ist mit einem mit wenigstens einer der Skihälften
in einem Verstelleingriff befindlichen Breitenverstellglied gekoppelt, so dass die
Skihälften durch Drehverstellung des Betätigungsorgans im Verstelleingriff mit dem
Breitenverstellglied voneinander weg und aufeinander zu bewegt werden.
[0022] Vorteilhafte Merkmale werden auch in den Unteransprüchen und deren Kombinationen
beschrieben, wobei auch Teilmerkmale von Unteransprüchen die Erfindung vorteilhaft
weiterbilden.
[0023] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand von Figuren erläutert.
An den Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden jeweils einzeln und
in jeder Merkmalskombination die Gegenstände der Ansprüche und auch die vorstehend
beschriebenen Ausgestaltungen vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Skibindung eines ersten Ausführungsbeispiels mit gegenüber dem Ski hochgeschwenkter
Schwenk- bzw. Tourenplatte und in die Nichtgebrauchslage niedergeschwenkter Steighilfe,
- Fig.2
- die Skibindung des ersten Ausführungsbeispiels mit auf dem Ski verriegelter Schwenk-
bzw. Tourenplatte,
- Fig.3
- die Skibindung des ersten Ausführungsbeispiels mit hochgeschwenkter Schwenk- bzw.
Tourenplatte und in eine erste Gebrauchsposition eingestellter Steighilfe,
- Fig. 4
- eine der Fig. 3 entsprechende Darstellung mit in eine zweite Gebrauchsposition eingestellter
Steighilfe,
- Fig. 5
- eine perspektivische Draufsicht auf die Unterseite einer Skibindung nach dem ersten
Ausführungsbeispiel sowie eine ausschnittsweise perspektivische Darstellung der Steighilfe
sowie ihrer Lagerplatte und dem daran verschiebbar geführten Riegelorgan,
- Fig. 6
- eine stark schematisierte Seitenansicht zur Erläuterung des Zusammenwirkens zwischen
Steighilfe und hochschwenkbarer Schwenk- bzw. Tourenplatte,
- Fig. 7-10
- eine Skibindung eines zweiten Ausführungsbeispiels mit verstellbarer Steighilfe,
- Fig. 11-17
- eine Verriegelungsvorrichtung mit schwenkbarem Riegelorgan,
- Fig. 18
- eine Skibindung eines dritten Ausführungsbeispiels mit gemeinsam verstellbaren Sohlenhalteraggregaten
in einem Längsschnitt,
- Fig. 19
- die Skibindung des dritten Ausführungsbeispiels in einer Draufsicht,
- Fig. 20
- eine Skibindung eines vierten Ausführungsbeispiels mit einem verstellbaren zehnseitigen
Sohlenhalteraggregat in einem Längsschnitt,
- Fig. 21
- eine Skibindung eines fünften Ausführungsbeispiels, die mittels eines drehverstellbaren
Betätigungsorgans geöffnet werden kann,
- Fig. 22
- eine Skibindung eines sechsten Ausführungsbeispiels mit einer Andruckeinrichtung,
die mittels Skistock verstellbar ist,
- Fig. 23
- die Skibindung der Figur 22 in einer Draufsicht,
- Fig. 24-26
- eine Skibindung eines siebten Ausführungsbeispiels für eine Breitenverstellung eines
Ski.
[0024] Gemäß den Fig. 1 bis 4 besitzt eine erfindungsgemäße Skibindung eines ersten Ausführungsbeispiels
eine auf der Oberseite eines nur ausschnittsweise dargestellten Skis 1 fest angeordnete
vordere Lagerplatte 2 mit daran angeordneten seitlichen Lagerböcken 3, an denen eine
Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 um eine Skiquerachse schwenkbar angelenkt ist. Die Schwenk-
bzw. Tourenplatte 4 besteht im Wesentlichen aus einem zehenseitigen Plattenteil 5
mit einem daran fest angeordneten (gegebenenfalls einstellbaren) zehenseitigen Sohlenhalteraggregat
6 sowie einem fersenseitigen Plattenteil 7 mit einem daran angeordneten (einstellbaren)
fersenseitigen Sohlenhalteraggregat 8, wobei die Plattenteile 5 und 7 beispielsweise
miteinander durch zwei parallele Längsstreben 9 rahmenartig verbunden sind. Die Sohlenhalteraggregate
6 und 8 sind derart einstellbar, dass sie die Endbereiche der Sohle eines Skischuhs
in grundsätzlich bekannter Weise auslösbar zu haltern gestatten, bzw. den Schuh bzw.
dessen Sohle beim Einstieg in die Bindung automatisch verriegeln.
[0025] Unmittelbar vor der zehenseitigen Basisplatte 2 ist auf dem Ski 1 eine Betätigungsvorrichtung
10 angeordnet, die als Betätigungsorgan einen Drehsteller 11 aufweist, der sich durch
Formschluss drehfest mit der Spitze eines Skistocks 12 oder eines auf der Skispitze
angeordneten Adapters kuppeln lässt, das heißt, bei Drehung des Skistockes 12 um seine
Achse wird der Drehsteller 11 entsprechend gedreht. Zur Erleichterung der Bedienung
kann der Drehsteller 11 eine trichterartig nach oben geöffnete, im Querschnitt unrunde
Öffnung aufweisen, in die sich die entsprechend unrunde Spitze des Skistockes 12 bzw.
des auf seiner Spitze angeordneten Adapters leicht bis in die kuppelwirksame Endlage
einschieben lässt.
[0026] Der Drehsteller 11 ist über flexible Zug- und Schubelemente 13 und 14, die beispielsweise
als relativ biegesteife Drähte ausgebildet sein können, einerseits mit einer Riegelplatte
16 und andererseits mit einer Steighilfe 15 antriebsmäßig gekoppelt. Der Drehsteller
11 kann mit den Zug- und Schubelementen 13 und 14 einen Kurbeltrieb bilden, mit den
Elementen 13 und 14 jeweils als Kurbelstange, alternativ können die Elemente 13 und
14 auch an einer gemeinsamen oder jeweils eine eigenen Kurbelstange eines mit dem
Drehsteller 11 gebildeten Kurbeltriebs angelenkt sein. Beispiele für einen Kurbeltrieb
werden nachfolgend noch erläutert. Alternative Ausführungen für den Drehsteller 11
werden ebenfalls nachfolgend erläutert, beispielsweise ein Drehsteller 11 für einen
Zahnradtrieb oder einen Nockentrieb. Auch derartige Ausführungen sind für den Drehsteller
11 realisierbar. Diesbezüglich wird auf die weiteren Ausführungsbeispiele verwiesen.
[0027] Die Steighilfe 15 ist als U-Bügel ausgebildet, der in Lageraugen an einer Lagerplatte
17 um eine Skiquerachse schwenkbar angeordnet ist. Die Lagerplatte 17 dient als Schiebeführung
der Riegelplatte 16, die relativ zur Lagerplatte 17 in Skilängsrichtung verschiebbar
und in Vertikalrichtung des Skis 1 von der Lagerplatte 17 unbeweglich festgehalten
wird. Zu diesem Zweck besitzt die Lagerplatte 17 auf ihrer der Oberseite des Skis
1 zugewandten Unterseite angeordnete Füße 18, die einerseits zur Befestigung der Lagerplatte
17 auf dem Ski 1 dienen und andererseits in der Riegelplatte 16 angeordnete kulissenartige
Ausnehmungen vertikal durchsetzen, so dass die Riegelplatte 16 vertikal zwischen Oberseite
des Skis 1 und Unterseite der Lagerplatte 17 unbeweglich festgehalten wird, in Skilängsrichtung
jedoch verschiebbar bleibt. An der Riegelplatte 16 sind nach seitwärts außen vorspringende
Riegelstege 19 angeordnet, die sich in Skilängsrichtung in entsprechende Gegenriegelnuten
an der Unterseite des fersenseitige Plattenteils 7 formschlüssig einschieben lassen,
so dass das Plattenteil 7 sowie die Schwenk- bzw.
[0028] Tourenplatte 4 auf der Oberseite des Skis 1 in der aus Fig. 2 ersichtlichen Abfahrtsposition,
in der die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 auf der Oberseite des Skis 1 aufliegt, festgehalten
werden. Wird die Riegelplatte 16 aus der Riegellage in Skilängsrichtung nach rückwärts
verschoben, treten die Riegelstege 19 aus den Gegenriegelnuten an der Unterseite des
fersenseitigen Plattenteiles 7 aus, so dass das Plattenteil 7 und die Schwenk- bzw.
Tourenplatte 4 gemäß Fig. 1 von der Oberseite des Skis 1 abgehoben werden können,
wie es beim Tourengehen erwünscht ist. Zur Verschiebung der Riegelplatte 16 ist der
Drehsteller 11 der Betätigungsvorrichtung 10 mit einem der Zug- bzw. Schubelemente
13 und 14 mit der Riegelplatte 16 verbunden, so dass die Riegelplatte 16 bei Drehverstellung
des Drehstellers 11 in der einen Richtung relativ zum Ski 1 in Rückwärtsrichtung und
bei Drehverstellung des Drehstellers 11 in der anderen Richtung relativ zum Ski 1
in Vorwärtsrichtung verschoben wird.
[0029] Mit dem anderen der Zug- bzw. Schubelemente 13 und 14 ist der Drehsteller 11 mit
der Steighilfe 15 verbunden, so dass diese einerseits in die aus Fig. 1 ersichtliche
Nichtgebrauchslage geklappt und andererseits in die erste Gebrauchslage gemäß Fig.
3 oder die zweite Gebrauchslage gemäß Fig. 4 geschwenkt werden kann. In den Gebrauchslagen
der Fig. 3 und 4 ist die Steighilfe 15 an ihrer Lagerplatte 17 verrastet, so dass
die Einstellung der genannten Gebrauchslagen erleichtert wird. Gemäß Fig. 6 ist dem
freien Ende der Steighilfe 15 für jede der genannten Gebrauchslagen an der Unterseite
des fersenseitigen Plattenteiles 7 eine in Querrichtung des Plattenteils 7 erstreckte
Nut 7a bzw. 7b zugeordnet, die das freie Ende der Steighilfe 15 nach Art einer Gelenkschale
aufnimmt, so dass die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 in auf das freie Ende der Steighilfe
15 aufgesetzter Lage stabil und stark belastbar abgestützt wird.
[0030] Die erfindungsgemäße Skibindung lässt sich also wie folgt bedienen: Zunächst möge
die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 die in Fig. 2 dargestellte Abfahrtsposition einnehmen
und dabei mittels der Riegelplatte 16 verriegelt sein. Nun kann der Skistock 12 mit
seiner Spitze in die sich trichterförmig nach oben erweiternde Öffnung des Drehstellers
11 eingeschoben werden. Sobald der Skistock 12 seine eingeschobene Endlage erreicht,
sind der Skistock 12 und der Drehsteller 11 drehfest miteinander gekoppelt. Durch
Drehung des Skistockes 12 wird nunmehr die Riegelplatte 16 in Skilängsrichtung nach
rückwärts verschoben, so dass die Riegelstege 19 aus den Gegenriegelnuten auf der
Unterseite des fersenseitigen Plattenteils 7 austreten und die Schwenk- bzw. Tourenplatte
4 mit ihrem fersenseitigen Ende von der Oberseite des Skis 1 abgehoben werden kann.
Dieser Zustand ist beispielsweise für das Tourengehen in Ebenen geeignet. Sobald Steigungen
begangen werden sollen, ist eine Abstützung der Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 in einer
fersenseitig von der Oberseite des Skis 1 abgehobenen Lage erwünscht. Zu diesem Zweck
wird die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 mit dem Skischuh fersenseitig angehoben, beispielsweise
in die in Fig. 1 dargestellte Lage. Nun kann die Steighilfe 15 durch Drehung des Skistockes
12 in eine der Gebrauchslagen gemäß den Fig. 3 und 4 gestellt werden, so dass beim
Niederschwenken der Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 in Richtung der Oberseite des Skis
1 eine der Nuten 7a bzw. 7b das freie Ende der Steighilfe 15 gelenksehalenartig aufnimmt
und die Schwenk- bzw. Tourenplatte in entsprechender Schräglage relativ zur Oberseite
des Skis 1 belastbar abgestützt wird. Soll auf ebenem Gelände die Steighilfe 15 unwirksam
gemacht werden, wird die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 mit dem Skischuh etwas hochgeschwenkt,
so dass das freie Ende der Steighilfe 15 aus der Nut 7a oder 7b freikommt. Nunmehr
wird die Steighilfe 15 durch entsprechende Drehung des Drehstellers 11 auf die Lagerplatte
17 heruntergeklappt. Damit lässt sich die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 wieder auf
die Oberseite des Skis 1 auflegen. Falls der Ski 1 nun für den Abfahrtslauf benutz
werden soll, wird die Riegelplatte 16 durch entsprechende Drehung des Drehstellers
11 mit ihren Riegelstegen 19 in Eingriff mit den Gegenriegelnuten an der Unterseite
des fersenseitigen Plattenteiles 7 gebracht, so dass die Schwenk- bzw. Tourenplatte
4 wieder auf der Oberseite des Skis 1 aufliegend arretiert ist.
[0031] Durch die mehrfach am Rand der Riegelplatte 16 angeordneten Riegelstege 19 und die
entsprechend mehrfach auf der Unterseite des fersenseitigen Plattenteiles 7 angeordneten
Gegenriegelnuten wird in der Abfahrtsposition der Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 eine
extrem skifeste Halterung des fersenseitigen Sohlenhalteraggregates 8 gewährleistet,
und zwar auch dann, wenn die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 eine gewisse Flexibilität
oder Tordierbarkeit aufweisen sollte. Gegebenenfalls kann unterhalb des zehenseitigen
Plattenteiles 5 eine weitere Riegelplatte (nicht dargestellt) angeordnet sein, deren
Riegelstege mit Gegenriegelnuten an der Unterseite des zehenseitigen Plattenteiles
5 zusammenwirken und in riegelwirksamer Lage das zehenseitige Schuhhalteraggregat
6 unabhängig von einer eventuellen Nachgiebigkeit der Schwenk- bzw. Tourenplatte 4
extrem skifest arretieren. Diese weitere Riegelplatte ist zweckmäßig mit der fersenseitigen
Riegelplatte 16 antriebsmäßig gekoppelt, so dass beide Riegelplatten immer simultan
verstellt und riegelwirksam bzw. riegelunwirksam werden.
[0032] Die Figuren 7 bis 10 zeigen eine Skibindung eines vereinfachten zweiten Ausführungsbeispiels.
Die Bindung ist ebenfalls eine Tourenbindung oder zumindest für Freerider geeignet.
Im zweiten Ausführungsbeispiel ist die Schwenk- bzw. Tourenplatte entfallen. Das zehnseitige
Sohlenhalteaggregat 6 kann als solches dem Sohlenhalteraggregat 6 des ersten Ausführungsbeispiels
entsprechen. Es ist insbesondere um eine zur Oberfläche des Ski parallele Querachse
Y schwenkbar. Das fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8 ist hingegen im Ganzen nicht
schwenkbeweglich und insoweit einem Sohlenhalteraggregat nur für Pistenabfahrten vergleichbar.
Beweglich ist es nur, soweit dies für das Schließen und Öffnen der Bindung und optional
zum Anpassen an unterschiedliche Skischuhe 26 erforderlich ist. Die Bindung weist
eine Stützhilfe 15 auf, die um eine zur Querachse Y parallele Schwenkachse 25 aus
der in Figur 7 eingenommenen Nichtgebrauchsstellung in unterschiedliche Gebrauchsstellungen
verstellbar, nämlich um die Schwenkachse 25 schwenkbar, ist. Die beispielhaft zwei
unterschiedlichen Gebrauchsstellungen sind in den Figuren 9 und 10 dargestellt.
[0033] Die Steighilfe 15 ist mittels des mit geringem Abstand vor dem Sohlenhalteraggregat
6 angeordneten Betätigungsorgans 11 in wahlweise die Nichtgebrauchsstellung oder eine
der zwei Gebrauchsstellungen verstellbar. Das Betätigungsorgan 11 ist wie im ersten
Ausführungsbeispiel um eine zur Oberfläche des Ski 1 orthogonale Hoch- bzw. Drechachse
Z hin und her drehverstellbar. Das Betätigungsorgan 11 ist mittels eines Kurbeltriebs
20-22 und eines in Längsrichtung X des Ski 1 hin und her verstellbaren Koppelglieds
23 in Form einer zug- und drucksteifen Koppelstange mit der Steighilfe 15 gekoppelt.
Das Betätigungsorgan 11 bildet im Kurbeltrieb eine Kurbel, indem eine im Vergleich
mit dem Koppelglied 23 kurze Kurbelstange 21 in einem relativ zum Betätigungsorgan
11 ortsfesten Gelenk 20 mit dem Betätigungsorgan 11 um eine zur Drehachse Z parallele
Achse drehbeweglich verbunden ist. Am anderen Ende ist die Kurbelstange 21 gelenkig
mit dem Koppelglied 23 verbunden. Drehbewegungen des Betätigungsorgans 11 werden über
diesen Kurbeltrieb 20-22 in Längsbewegungen des Koppelglieds 23 übertragen. Das Koppelglied
23 ist mit der Steighilfe 15 gelenkig verbunden, beispielhaft mittels eines Schubgelenks,
das von einem steif mit dem Koppelglied 23 verbundenen Gelenkelement 24 und einem
Gelenkgegenelement der Steighilfe 15 gebildet wird. Das Gelenkelement 24 bildet eine
Führung 26 des Schubgelenks, die beispielhaft zumindest im Wesentlichen orthogonal
zur Oberfläche des Ski verläuft und gerade ist. Die Steighilfe 15 bildet in Bezug
auf die Schwenkachse 25 einen Doppelarmhebel mit einem Stützarm, auf dem sich der
Skischuh im Schwenkgelenk bei 25 abstützt, und einem auf der anderen Seite des Schwenkgelenks
erstreckten Hebelarm, an dem das im Schubgelenk längs der Führung 26 gerührte Eingriffsglied
27 angeordnet ist.
[0034] In der Nichtgebrauchsstellung der Steighilfe 15, wie es in Figur 7 dargestellt ist,
ist die Bindung geschlossen, um den Skischuh 26 zwischen den Sohlenhalteraggregaten
6 und 8 fest am Ski zu halten. Zum Steigen wird der Halteeingriff des fersenseitigen
Sohlenhalteraggregats 8 gelöst, beispielsweise durch Betätigung des Sohlenhalteraggregats
8 mittels des Skistocks, so dass der Fersenbereich des Skischuhs 26 freikommt und
der Skischuh 28 weiterhin im Eingriff mit dem zehnseitigen Sohlenhalteraggregat 6
um dessen Querachse Y schwenken kann, wie dies aus der Sequenz der Figuren 7 bis 10
erkennbar ist.
[0035] Figur 8 zeigt die Sohle des Skischuhs 26 in der ersten Phase der Schwenkbewegung
während der die Steighilfe 15 ihre Nichtgebrauchsstellung einnimmt. Für steilere Anstiege
wird die Steighilfe 15 mittels des Betätigungsorgans 11 in die in Figur 9 ersichtlich
erste Gebrauchsstellung geschwenkt, so dass eine vom freien Ende der Steighilfe 15
entfernte, in etwa mittlere Stütze 15a der Steighilfe 15 in den Bereich unterhalb
der Schuhsohle gelangt. Zum Schwenken wird das Betätigungsorgan 11 um seine Drehachse
Z gedreht, so dass das Koppelglied 23 über den Kurbeltrieb 20-22 in Richtung auf das
fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8 bewegt wird. Bei dieser Verschiebung wird das
Eingriffsglied 27 der Steighilfe 15 im Schubgelenk 26, 27 nach hinten bewegt, so dass
die Steighilfe 15 um ihre Schwenkachse 25 in die erste Gebrauchsstellung schwenkt.
Für steilere Anstiege kann die Steighilfe 15 durch Weiterdrehen des Betätigungsorgans
11 noch ein Stück weiter in die in Figur 10 dargestellte zweite Gebrauchsstellung
geschwenkt werden, in der sie mit ihrem freien Ende die Schuhsohle unterstützt.
[0036] Die Steighilfe 15 kann in der Nichtgebrauchsstellung und den Gebrauchsstellungen
jeweils durch eine lösbare Rastverbindung arretiert sein. Diese Verbindung kann zwischen
der Steighilfe 15 und der Bindung oder gegebenenfalls einer mit dem Ski fest verbundenen
anderen Struktur oder als Rastverbindung zwischen dem Betätigungsorgan 11 und einem
in den Figuren nicht dargestellten Lagerkörper des Betätigungsorgans 11 verwirklicht
sein. Solch ein Lagerkörper, das fest mit dem Ski verbunden ist, kann für die Sohlenhalteraggregate
6 und 8 die Steighilfe 15 und das Betätigungsorgan 11 gemeinsam vorgesehen sein. Es
können aber auch getrennte Lagerkörper für die Sohlenhalteraggregate 6 und 8 zum einen
und das Betätigungsorgan 11 zum anderen oder jeweils ein separater, eigener Lagerkörper
für jede dieser Bindungskomponenten vorgesehen sein.
[0037] Die Figuren 11 bis 17 zeigen eine Verriegelungsvorrichtung, die nicht wie im ersten
Ausführungsbeispiel mittels eines hin und her verschiebbaren, sondern mittels schwenkbeweglichen
Riegelorganen, Riegelhebeln 34, gebildet ist. Die Schwenk- bzw. Tourenplatte 4 des
ersten Ausführungsbeispiels kann nach angepasster Modifikation mit einem oder mehreren
solchen schwenkbeweglichen Riegelorganen 34 anstelle des linearbeweglichen Regelorgans
16 in der skinahen Endposition arretiert werden. An der Schwenk- bzw. Tourenplatte
4 wären entsprechende Riegelgegenelemente vorzusehen.
[0038] Die Verriegelungsvorrichtung ist mittels eines Betätigungsorgans 11 betätigbar, nämlich
zwischen einem geöffnetem Zustand und einem Arretierzustand umsteuerbar. Das Betätigungsorgan
11 ist wieder um seine zentrale Hochachse Z drehverstellbar. Es bildet mit einem Schwenkhebel
31 ein Kurvengetriebe, indem es an einer um die Hochachse Z umlaufenden äußeren Umfangsfläche
eine Führungskurve 30 aufweist, die einen im montierten Zustand dem Ski nahen unteren
Kurvenabschnitt, einen dem Ski fernen oberen Kurvenabschnitt und diese beiden Kurvenabschnitte
miteinander verbindende, geneigte Kurvenabschnitte aufweist. Figur 11 zeigt das Betätigungsorgan
11 und die Verriegelungsvorrichtung in einer Seitenansicht auf den unteren Kurvenabschnitt.
Figur 12 zeigt eine Frontansicht, von der Spitze des Ski aus gesehen, wäre die Verriegelungsvorrichtung
mit dem Betätigungsorgan 11 auf dem Ski montiert.
[0039] Die Verriegelungsvorrichtung umfasst ein linkes Riegelorgan 34 und ein rechtes Riegelorgan
34, die um jeweils eine in Längsrichtung X erstreckte Achse hin und her schwenkbare
Riegelhebel sind. Sie sind jeweils als Doppelarmhebel gebildet mit jeweils einem Riegelelement
35 in Form eines nach innen vorstehenden Nockens am oberen Hebelarm und einem Eingriffselement
36 am Ende des unteren Hebelarms. Die Riegelorgane 34 sind in jeweils einem Lagerbock,
der von einem Lagerkörper 39 aufragt, schwenkbeweglich gelagert. Der Lagerkörper 39
ist direkt oder über eine weitere Lagerstruktur auf dem Ski montierbar. Das Koppelglied
31 umgreift die Eingriffselemente 36 mit einem Koppelgliedende 33 und zwingt diese
bei seiner eigenen Schwenkbewegung um eine parallel zur Oberseite des Ski und orthogonal
zu den Schwenkachsen der Regelorgane 34 weisenden Schwenkachse zu einer Auf- oder
Ab-Bewegung, die eine entsprechende Schwenkbewegung der Riegelorgane 34 und so ein
Einschwenken oder Ausschwenken der Riegelelemente 35 bewirkt. Die beiden Eingriffselemente
36 sind unmittelbar aneinander abgestützt und weisen hierfür im Gleitkontakt befindliche,
zueinander komplementär geformte Stützflächen auf, die miteinander ein Drehgelenk
bilden.
[0040] Die Figuren 15 bis 17 zeigen den Ablauf der Bewegung aus dem Verriegelungszustand
in den geöffneten Zustand. In Figur 15 befindet sich die Verriegelungsvorrichtung
im verriegelten Zustand, die verriegelte Bindungskomponente dementsprechend in ihrer
Arretierposition. Die Riegelelemente 35 sind eingeschwenkt und mit korrespondierenden
Riegelgegenelementen beispielsweise einer Schwenk- oder Tourenplatte in einem Verriegelungseingriff.
Bei einer Drehbewegung des Betätigungsorgans 11 wird das Eingriffsglied 32 des Koppelglieds
31 im geneigten Kurvenabschnitt der Führungskurve 30 im Führungskontakt zwangsbewegt
und dadurch das Koppelglied 31 um seine Schwenkachse verschwenkt. In Figur 16 befindet
sich das Eingriffsglied 32 im geneigten Kurvenabschnitt an einer Stelle zwischen dem
oberen und dem unteren Kurvenabschnitt, die Riegelorgane 34 nehmen eine Zwischenstellung
zwischen dem in Figur 15 dargestellten Verriegelungszustand und dem in Figur 17 dargestellten
geöffneten Zustand ein.
[0041] Im Ausführungsbeispiel läuft die Führungskurve 30 vollständig um die Drehachse Z
des Betätigungsorgans 11 um, so dass bei einer Drehverstellung des Betätigungsorgans
11 um 360° die Riegelorgane 34 aus dem Verriegelungszustand (Fig. 15) in den geöffneten,
entriegelten Zustand (Fig. 17) und bei Weiterdrehung wieder zurück in den verriegelten
Zustand verstellt werden. Die Führungskurve 30 kann sich in einer Abwandlung auch
nur über 180° erstrecken, so dass das Betätigungsorgan 11 zum Entriegeln und Verriegeln
hin und her drehverstellt werden müsste. Das Betätigungsorgan 11 ist am Ski mittels
ebenfalls eines Lagerkörpers, vergleichbar dem Lagerkörper 39, befestigt, wobei die
Befestigung unmittelbar im oder auf dem Ski oder aber erst mittelbar über einen weiteren
Lagerkörper verwirklicht sein kann. Das Betätigungsorgan 11 kann insbesondere an einem
Lagerkörper angeordnet und relativ zu diesem drehverstellbar sein, der als Lagerkörper
für eines der Sohlenhalteraggregate 6 oder 8, vorzugsweise des zehnseitigen Sohlenhalteraggregats
6, dient. Solch ein Lagerkörper kann auch einen für beide Sohlenhalteraggregate 6
und 8 gemeinsamen Lagerkörper bilden.
[0042] Figur 13 zeigt in einer Draufsicht beispielhaft, wie die Kupplungshälfte 100 in besonders
bevorzugten Ausführungen geformt sein kann. Die Kupplungshälfte 100 ist als Ring oder
Buchse geformt. Die Kupplungsgegenhälfte bildet in komplementärer Form den Stecker
für einen auf Formschluss beruhenden Kupplungseingriff. Eine Kupplungskontur der Kupplungshälfte
100 bildet im zur Drehachse Z orthogonalen Querschnitt ein Dreiflach, ist also dreieckartig
geformt. Die Kupplungskontur weist drei zumindest im wesentlichen gerade Konturabschnitte
101 und diese paarweise miteinander verbindende, vergleichsweise stark gekrümmte Konturabschnitte
102 auf. Die Kupplungshälfte 100 verjüngt sich an der Oberseite von einer Eingangsöffnung
aus trichterförmig bis zu dieser Kupplungskontur 101 und 102, so dass sich die Skistockspitze
als Kupplungsgegenhälfte beim Einführen von oben im Trichterbereich zur Kupplungskontur
101, 102 zentriert. Aufgrund der besonderen Querschnittsform zentriert sich die Kupplungsgegenhälfte
nicht nur bei einem exzentrisch zur Drehachse Z erfolgenden Einführen, sondern auch
hinsichtlich der Drehwinkelposition relativ zu der Kupplungskontur 101, 102. Die Kupplungshälften
führen sich aneinander, quasi von alleine, automatisch in den Kupplungseingriff. Die
Dreieckform mit weich gerundeten Eckbereichen bzw. Rundkanten 102 ist besonders günstig.
[0043] Das Betätigungsorgan 11 ist im Bereich der Kupplungshälfte 100 mit seitlichen Durchbrechungen
103 versehen, durch die eingedrungener Schnee beim Einführen der Kupplungsgegenhälfte
verdrängt werden kann. Die Durchbrechungen 103 wirken von Hause aus einem Verstopfen
der Kupplungshälfte 100 entgegen. Notfalls kann etwa doch eingedrungener Schnee durch
die Durchbrechung 103 auch seitlich mit dem Finger, einem Stöckchen oder sonstigen
geeigneten Gegenstand herausgekratzt werden. Im Ausführungsbeispiel sind um die Drehachse
Z verteilt wie bevorzugt mehrere Durchbrechungen 103 vorgesehen. Grundsätzlich würde
eine einzige genügen. Mehrere Durchbrechungen sind aber unter anderem auch deshalb
vorteilhaft, weil mit einem Stock, beispielsweise Skistock, von der Seite her in eine
der Durchbrechungen 103 eingefahren und der Schnee durch eine gegenüberliegende hinausgedrückt
werden kann. Vorteilhaft ist auch, dass sich die Kupplungshälfte 100 in der Draufsicht
gesehen hinter der Kupplungskontur 101, 102 wieder aufweitet, also in dem seitlich
durchbrochenen Raum, da dies ebenfalls einer Verstopfung durch Schnee entgegenwirkt.
[0044] Die Figuren 18 und 19 zeigen eine Skibindung eines dritten Ausführungsbeispiels.
In diesem Ausführungsbeispiel sind die Söhlenhalteraggregate 6 und 8 gemeinsam in
Längsrichtung X hin und her verstellbar, um den Schwerpunkt des Skifahrers in Bezug
auf den Ski den Schnee- und Geländeverhältnissen anpassen zu können. Der maximale
Verstellweg beträgt vorzugsweise einige Zentimeter, beispielsweise 10 cm, vorzugsweise
wenigstens 5 cm. Das zehenseitige Sohlenhalteraggregat 6 ist auf einem Lagerkörper
46 und das fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8 auf einem Lagerkörper 47 angeordnet.
Die beiden Lagerkörper 46 und 47 sind mittels einer in Längsrichtung X zug- und schubsteifen
Verbindungsstruktur 48 miteinander verbunden, so dass dieser gefüge Lagerkörper 46-48
mit den Sohlenhalteraggregaten 6 und 8 in Längsrichtung als Verstellkomponente einheitlich
verstellbar ist. Der gefügte Lagerkörper 46-48 ist über einen zehenseitigen Lagerkörper
49 und einen fersenseitigen Lagerkörper 49 mit dem Ski verbunden. Die Lagerkörper
49 sind relativ zum Ski nicht beweglich, beweglich ist vielmehr der gefügte Lagerkörper
46 bis 48 relativ zu den stationären Lagerkörper 49. Der gefügte Lagerkörper 46 bis
47 wird von dem stationären Lagerkörper 49 in Längsrichtung X geführt, aber in Querrichtung
und vertikal zum Ski fest gehalten. Vorzugsweise ist eines der Sohlenhalteraggregate
6 und 8 relativ zu dem anderen zusätzlich in Längsrichtung X verstellbar, um die Bindung
an unterschiedliche Skischuhe anpassen zu können. So kann beispielsweise der Lagerkörper
47 das Sohlenhalteraggregat 8 in Längsrichtung X der Position nach verstellbar lagern.
[0045] Für die Verstellung der Schuhhalteranordnung als Einheit ist der gefügte Lagerkörper
46-47 mit einem um die Hochachse Z drehverstellbaren Betätigungsorgan 11 gekoppelt.
Die Kopplung wird wie im zweiten Ausführungsbeispiel mittels eines Kurbeltriebs gebildet,
in dem das Betätigungsorgan 11 die Kurbel bildet, die über eine Kurbelstange 41 mit
dem gefügten Lagerkörper 46-47 verbunden ist. Die Kurbelstange 41 ist wie im zweiten
Ausführungsbeispiel in einem Drehgelenk 40 mit dem Betätigungsorgan 11 und in einem
weiteren Drehgelenk 42 mit dem Lagerkörper 46-48 verbunden, so dass Drehbewegungen
des Betätigungsorgans 11, der Kurbel, in Längshubbewegungen der Kurbelstange 41 und
schließlich in reine Längsbewegungen des gefügten Lagerkörpers 46 bis 48 umgewandelt
werden. Der maximale Verstellweg der Sohlenhalteraggregate 6 und 8 wird dem Kurbeltrieb
entsprechend durch den radialen Abstand bestimmt, den das Drehgelenk 40 von der Drehachse
Z des Betätigungsorgans 11 aufweist.
[0046] Das Betätigungsorgan 11 entspricht in Bezug auf den Kupplungseingriff mit der Skistockspitze
dem Betätigungsorgan 11 der Figuren 11 bis 17 und stellt insoweit eine besonders bevorzugte
Ausführung der Kupplungshälfte 100 dar, sowohl hinsichtlich der Form der Kupplungskontur
101, 102 als auch der weiteren Ausgestaltung mit unter der Kupplungskontur 101 und
102 befindlichem Hohlraum mit seitlichen Durchbrechungen 103. In Bezug auf den Kupplungseingriff
und damit verbundene Zusatzmerkmale wird auf die Ausführungen zum Beispiel der Figuren
11 bis 17 verwiesen.
[0047] Figur 20 zeigt von einer Skibindung eines vierten Ausführungsbeispiels nur den vorderen
Teil mit dem zehnseitigen Sohlenhalteraggregat 6. Das fersenseitige Sohlenhalteraggregat
8 kann beispielsweise konventionell ausgebildet und angeordnet sein. Das Sohlenhalteraggregat
6 ist allein, ohne das fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8, in Längsrichtung X hin
und her verstellbar und für die Verstellung mit einem Betätigungsorgan 11 gekoppelt,
das hinsichtlich seiner den Kupplungseingriff betreffenden Merkmale den Betätigungsorganen
11 der Figuren 11 bis 19 entspricht. Von diesen Betätigungsorganen 11 unterscheidet
es sich allerdings hinsichtlich der Kopplung mit der Verstellkomponente, dem Sohlenhalteraggregat
6.
[0048] Das Betätigungsorgan 11 ist mittels eines Zahnradtriebs mit einem Lagerkörper 56
gekoppelt, der das Sohlenhalteraggregat 6 lagert und selbst, gemeinsam mit dem Sohlenhalteraggregat
6 relativ zu einem weiteren, mit dem Ski unbeweglich verbundenen Lagerkörper 59 in
Längsrichtung X hin und her beweglich ist, wobei der Lagerkörper 59 den Lagerkörper
56 in Längsrichtung X führt und in jeder anderen Richtung fixiert. Die Kopplung ist
mit einem Koppelglied 51 realisiert, das mit dem Betätigungsorgan 11 in einem Zahneingriff
und mit dem Lagerkörper 56 in einem Gewindeeingriff ist.
[0049] Das Betätigungsorgan 11 und das Koppelglied 51 bilden im gemeinsamen Zahneingriff
ein Winkelgetriebe. Das Betätigungsorgan 11 weist hierfür an einer Unterseite eine
um die Drehachse Z erstreckte Verzahnung 50 auf, die mit einem Kegelzahnrad 51 des
Koppelglieds 51 im Zahneingriff ist, in dem Drehbewegungen des Betätigungsorgans 11
um die Hochachse Z in Drehbewegungen des Koppelglieds 51 um eine zur Längsachse X
des Ski parallele Drehachse übertragen werden. Das Koppelglied 51 weist um seine Drehachse
ein Gewinde auf, das mit einer Gewindemutter 53 im Gewindeeingriff ist. Die Gewindemutter
53 ist in Längsrichtung X unbeweglich, um ihre Gewindeachse allerdings drehbeweglich
mit dem Lagerkörper 56 verbunden. Aufgrund der axialen Führung des Lagerkörpers 56
werden Drehbewegungen des Koppelglieds 51 daher im Gewindeeingriff mit der Gewindemutter
53 in Längsbewegungen der Gewindemutter 53 und somit des Lagerkörpers 56 umgewandelt.
Diese Längsbewegungen entsprechen Positionsverstellungen des Sohlenhalteraggregats
6 in Längsrichtung X.
[0050] Zum Betätigungsorgan 11 ist noch nachzutragen, das seine Verzahnung 50 in einem vor
Schnee und Schmutz geschützten Raum aufgenommen ist, in den auch das Koppelglied 51
mit seinem Zahnrad 52 hineinragt, so dass der Zahneingriff 50, 52 vor Schnee oder
Schmutz geschützt ist. Den Raum bildet ein relativ zum Ski nicht beweglicher Lagerkörper
57 der Betätigungsvorrichtung 10. Das Betätigungsorgan 11 ragt in den nach oben topfförmig
offenen Lagerkörper 57 und bildet für diesen eine Art oberen Deckel zum Abschluss
besagten Raums.
[0051] Im vierten Ausführungsbeispiel ist allein das Sohlenhalteraggregat 6 mittels des
Betätigungsorgans 11 verstellbar. In einer Abwandlung kann sich ein in Längsrichtung
X verlängertes Koppelglied 51 bis zum fersenseitigen Sohlenhalteraggregat 8 erstrecken
und mit diesem wie beispielhaft für das Sohlenhalteraggregat 6 dargestellt gekoppelt
sein. In derartigen Abwandlungen kann das zehenseitige Sohlenhalteraggregat 6 relativ
zum Ski in Längsrichtung X nicht verstellbar angeordnet sein. In noch einer Abwandlung
können die Sohlenhalteraggregate 6 und 8 wie anhand des dritten Ausführungsbeispiels
erläutert miteinander so verbunden sein, dass sie in Längsrichtung X gemeinsam verstellbar
sind. Die Kopplung 50-53 würde in derartigen Ausführungen die Kopplung 40-42 des dritten
Ausführungsbeispiels ersetzen.
[0052] Figur 21 zeigt eine Skibindung eines fünften Ausführungsbeispiels, in dem das Betätigungsorgan
11 über einen Kurbeltrieb 60-62 und ein Koppelglied 63 auf eine Auslösefeder 65 wirkt,
um die Vorspannkraft der Auslösefeder 65 verstellen zu können. Die Auslösefeder 65
spannt ein Auslöseglied 66, das beispielhaft als Schieber gebildet ist, in einen Führungskontakt
mit einer Führungskurve 67 eines um eine Querachse schwenkbeweglichen Fersenhaltergehäuses.
Das Fersenhaltergehäuse bildet an seiner dem zehenseitigen Sohlenhalteraggregat 6
zugewandten Vorderseite einen Sohlenhalter zum Halten des Skischuhs und einen Trittsporn,
auf den der Skifahrer beim Anschnallen des Ski steigt und dadurch die Bindung schließt.
Zum Schließen und Öffnen der Bindung muss jeweils die Federkraft der Auslösefeder
65 überwunden werden. Die Führungskurve 67 bildet für das Auslöseglied 66 einen Totpunkt,
so dass nur die beiden Endpositionen, die dargestellte Schließposition und die geöffnete
Position des Fersenhaltergehäuses, stabile Lagen sind, während die Auslösefeder 65
im Führungskontakt von Auslöseglied 66 und Führungskurve 67 dafür sorgt, dass das
Fersenhaltergehäuse vom Totpunkt der Führungskurve 67 aus gesehen in die jeweils dynamisch
nähere der beiden stabilen Positionen bewegt wird. Um die Bindung auszulösen, muss
im Führungskontakt von Auslöseglied 66 und Führungskurve 67 die Federkraft der Auslösefeder
65, die eingestellte Auslösekraft, überwunden werden.
[0053] Die Bindung des fünften Ausführungsbeispiels verfügt über die Fähigkeit, durch Betätigung
des Betätigungsorgans 11 das Fersenhaltergehäuse, nämlich dessen Führungskurve 67,
von der Federkraft der Auslösefeder 65 zu entlasten, so dass die Bindung durch eine
Schwenkbewegung des Fersenhaltergehäuses frei von der rückstellenden Federkraft leicht
geöffnet und der Skifahrer quasi ohne Kraftaufwand aus der Bindung steigen kann. Zum
Zweck des Öffnens ist das Auslöseglied 66 mit dem Betätigungsorgan 11 gekoppelt. Die
Kopplung erfolgt wie im zweiten Ausführungsbeispiel über den Kurbeltrieb 60-62 und
ein Koppelglied 63.
[0054] Das Koppelglied 63 ist in Längsrichtung X zug- und schubsteif. Es durchragt einen
Lagerkörper 68, der das zehenseitige Sohlenhalteraggregat 6 lagert und über den das
Sohlenhalteraggregat 6 mit dem Ski verbunden ist. Das Koppelglied 63 erstreckt sich
in einem geringen Abstand über der Oberseite des Ski bis zum Auslöseglied 66. Es ragt
in einen weiteren Lagerkörper 68, der das Sohlenhalteraggregat 8 unter dem Einfluss
einer Andruckfeder 75 in Längsrichtung X hin und her beweglich führt. Das Koppelglied
63 wird von den Lagerkörpern 68 in Längsrichtung X beweglich geführt und in Quer-
und Vertikalrichtung eng eingefasst, was der Stabilität der Kopplung zugute kommt.
Das Koppelglied 63 ist an seinem hinteren Ende mittels eines Verbindungselements 64
in Längsrichtung X unbeweglich mit dem Auslöseglied 66 verbunden, so dass Längsbewegungen
des Koppelglieds 63 auf das Andruckglied 66 übertragen werden, dieses also die Längsbewegungen
des Koppelglieds 63 mitmacht. Bei einer Bewegung des Koppelglieds 63, beispielhaft
nach hinten, wird das Auslöseglied 66 gegen die Federkraft der Auslösefeder 65 aus
dem Führungskontakt mit der Führungskurve 67 bewegt, so dass das Fersenhaltergehäuse
von der rückstellenden Federkraft der Auslösefeder 65 frei in die geöffnete Position
schwenken kann. Durch Rückdrehen oder gegebenenfalls auch durch Weiterdrehen des Betätigungsorgans
11 kann das Koppelglied 63 in die Gegenrichtung und dabei das Auslöseglied 66 wieder
in den Führungskontakt bewegt werden, so dass wieder die normale Bindungsfunktion
des Schließens und des Öffnens oder Auslösens gegeben ist.
[0055] Die Figuren 22 und 23 zeigen eine Skibindung eines sechsten Ausführungsbeispiels,
in dem mittels eines drehverstellbaren Betätigungsorgans 11 die Vorspannkraft einer
Andruckfeder 75 verstellt werden kann. Das Betätigungsorgan wirkt über einen Kurbeltrieb
70-72 und ein Koppelglied 73 auf die Andruckfeder 75. Das Betätigungsorgan 11 entspricht
in Bezug auf seine Kupplungshälfte 100 einer bevorzugten Ausführung, wie sie anhand
der Verriegelungsvorrichtung der Figuren 11 bis 17 erläutert wurde. Der Kurbeltrieb
70-72 und das Koppelglied 73 entsprechen den korrespondierenden Kopplungsgliedern
des fünften Ausführungsbeispiels, so dass auf die vorstehenden Ausführungen zur Kupplungshälfte
100 und der Kopplung verwiesen sei.
[0056] Das Koppelglied 73 ist im Bereich seines hinteren Endes in Bezug auf die Längsrichtung
X unbeweglich, d.h. steif mittels einer Verbindungsstruktur 74 mit einem Andruckglied
76 verbunden, so dass das Andruckglied 76 Längsbewegungen des Koppelglieds 73 mitmacht.
Die Andruckfeder 75 stützt sich an dem die Verstellkomponente bildenden Andruckglied
76 ab und spannt das fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8 federelastisch in Richtung
auf das zehenseitige Sohlenhalteraggregat 6. Das Andruckglied 76 ist in Richtung der
Federwirkachse hin und her verstellbar, um die Vorspannkraft verstellen zu können.
Der Lagerkörper 78 führt das Sohlenhalteraggregat 8 längs einer durch Anschlag vorgegebenen
Hubstrecke in Längsrichtung X hin und her beweglich. Durch eine Bewegung des Koppelglieds
73 nach vorn bewegt sich entsprechend das Andruckglied 76 ebenfalls nach vorn, und
die Vorspannkraft der Andruckfeder 75 wird erhöht. Durch eine Bewegung des Koppelglieds
73 nach hinten wird sie durch entsprechende Verschiebung des die Feder 75 stützenden
Andruckglieds 76 entsprechend verringert.
[0057] Die Andruckfeder 75 spannt das fersenseitige Sohlenhalteraggregat 8 wie gesagt in
Richtung auf das zehenseitige Sohlenhalteraggregat 6, wodurch zwischen den Sohlenhalteraggregaten
6 und 8 stattfindende Biegungen des Ski ausgeglichen werden können und stets dafür
gesorgt ist, dass der Skischuh zwischen den Sohlenhalteraggregaten 6 und 8 in Längsrichtung
X fest gespannt ist.
[0058] Die Figuren 24 bis 26 zeigen einen Ski verstellbarer Breite mit einer für die Breitenverstellbarkeit
konzipierten Skibindung eines siebten Ausführungsbeispiels. Der Ski ist für die Breitenverstellung
längs in eine linke Skihälfte 11 und eine rechte Skihälfte 1r geteilt, beispielhaft
in der Mitte, so dass in Bezug auf die Mittellängsachse Symmetrie besteht. Die Skihälften
11 und 1r können relativ zu der Bindung in Querrichtung Y voneinander weg in den in
Figur 26 dargestellten Zustand größter Skibreite und aus diesem aufeinander zu in
den in Figur 25 dargestellten Zustand geringster Skibreite verstellt werden. Im Zustand
geringster Skibreite bilden die Skihälften 11 und 1r eine geschlossene Oberfläche,
so dass der Ski in diesem Zustand einem üblichen Ski entspricht.
[0059] Die Breitenverstellung wird wieder mit einem um die Hochachse Z drehverstellbaren
Betätigungsorgan 11 vorgenommen, das hinsichtlich seiner Kupplungshälfte 100 den Betätigungsorganen
11 der anderen Ausführungsbeispiele entspricht. Das Betätigungsorgan 11 ist mittels
eines Nockentriebs, eines Koppelglieds 83 und eines vorderen Breitenverstellglieds
85 sowie eines hinteren Breitenverstellglieds 86 mit den Skihälften 11 und 1r gekoppelt.
Das Betätigungsorgan 11 bildet innerhalb des Nockentriebs mit einer ovalen Umfangsfläche
einen Steuernocken 80, der auf ein Ende 81 des einen Stößel des Nockentriebs bildenden
Koppelglieds 83 wirkt. Das Koppelglied 83 erstreckt sich wie in den Ausführungsbeispielen
mit bedienbarem Auslöseglied 66 und bedienbarem Andruckglied 76 zwischen dem Ski 11,
1r und den Sohlenhalteraggregaten 6 und 8 bis hinter das fersenseitige Sohlenhalteraggregat
8 und wird vorzugsweise von Lagerkörpern 88 der Bindung längs geführt. Das Koppelglied
83 ist in Längsrichtung X zug- und drucksteif bei 84 mit dem hinteren Breitenverstellglied
86 verbunden. Das Betätigungsorgan 11 wirkt mit seinem Nocken 80 nicht nur auf das
Koppelglied 83, sondern gleichzeitig auch in die andere Richtung, nach vom, auf das
vordere Breitenverstellglied 85. Es ist in Längsrichtung X zwischen dem Breitenverstellglied
85 und dem Eingriffsende 81 des Koppelglieds 83 federelastisch eingespannt. Bei einer
Drehverstellung drückt es die Breitenverstellglieder 85 und 86 mit seinem Nocken 80
gegen eine rückstellende Federkraft einer Federeinrichtung auseinander. Anstelle solch
eines Nockentriebs könnte auch ein Kurbeltrieb wie bei einigen der vorhergehenden
Ausführungsbeispiele verwirklicht sein, wobei in solch einer Abwandlung eine Kurbelstange
für das Breitenverstellglied 85 und eine weitere Kurbelstange für das Breitenverstellglied
86 am Betätigungsorgan 11 angelenkt wären.
[0060] Bei einer Drehbewegung des Betätigungsorgans 11 um seine Hoch- bzw. Drehachse Z drückt
das Betätigungsorgan 11 mit seinem Nocken 80 die beiden Breitenverstellglieder 85
und 86 in Längsrichtung X voneinander weg, das Breitenverstellglied 85 beispielhaft
im direkten Eingriff und das Breitenverrstellglied 86 über das Koppelglied 83. Die
Breitenverstellglieder 85 und 86 führen die Relativbewegung auch relativ zu den Skihälften
11 und 1r aus. Jedes der Breitenverstellglieder 85 und 86 weist in Draufsicht auf
die Skihälften 11 und 1r gesehen zur Längsrichtung geneigte Führungen 87 auf, beispielhaft
jeweils zwei Führungen 87 pro Skihälfte 11 und 1r. Die Skihälften 11 und 1r greifen
jeweils mit bolzen- oder stiftartigen Eingriffselementen in die Führungen 87 ein,
so dass eine relativ zu den Skihälften 11 und 1r stattfindende Längsbewegung der Breitenverstellglieder
85 und 86 im Führungseingriff der Eingriffselemente und der Führungen 87 zu einer
erzwungenen Bewegung der Skihälften 11 und 1r in Querrichtung Y voneinander weg oder
aufeinander zu begleitet wird.
[0061] Die Sohlenhalteraggregate 6 und 8 und auch das Betätigungsorgan 11 sind in Bezug
auf die Längsrichtung X und in Bezug auf die Querrichtung Y relativ zueinander stationär.
Ferner sind die Breitenverstellglieder 85 und 86 relativ zum Betätigungsorgan 11 und
den Sohlenhalteraggregaten 6 und 8 in Querrichtung Y stationär. Das Koppelglied 83
wird von Lagerkörpern 88 der Sohlenhalteraggregate 6 und 8 in Längsrichtung X hin
und her beweglich geführt und an Bewegungen in Querrichtung Y gehindert. Die Skihälften
11 und 1r werden in Querrichtung Y ebenfalls von den Lagerkörpern 88 und im Rahmen
der Kopplung von den Breitenverstellgliedern 85 und 86 geführt. Zusätzlich können
zwischen den Skihälften 11 und 1r auch direkt wirkende Querführungen vorgesehen sein,
so dass die Skihälften 11 und 1r auch aneinander in Querrichtung Y geführt wären.
1. Skibindung, umfassend:
a) ein zehenseitiges Sohlenhalteraggregat (6) und ein fersenseitiges Sohlenhalteraggregat
(8), zwischen denen ein Zwischenraum für einen von den Sohlenhalteraggregaten (6)
zu haltenden Skischuh verbleibt,
b) wenigstens ein beweglich gelagertes Funktionsglied (4; 15; 66; 76; 85, 86), das
Bestandteil eines der Sohlenhalteraggregate (6, 8) oder zusätzlich zu diesen vorgesehen
ist und insbesondere eine Schwenk- bzw. Tourenplatte (4), eine Stützanordnung (15)
zum Abstützen einer Schwenk- bzw. Tourenplatte (4) oder unmittelbar eines Skischuhs,
ein Auslöseglied (66) zur Erzeugung einer das fersenseitige Sohlenhalteraggregat (8)
in einer Schließposition haltenden Federkraft, ein Andruckglied (76) zur Erzeugung
einer den Schuh zwischen den Sohlenhalteraggregaten (6, 8) spannenden Federkraft oder
ein Breitenverstellglied (85, 86) für eine Verstellung der Breite des Ski (11, 1r)
sein kann,
c) wobei wenigstens eines der Sohlenhalteraggregate (6, 8) oder das Funktionsglied
(4; 15; 66; 76; 85, 86) eine relativ zu einem Ski (1; 11, 1r) verstellbare Verstellkomponente
ist,
d) optional eine Verriegelungsvorrichtung (16; 34) zur Arretierung der Verstellkomponente
(4) in einer Arretierposition,
e) und eine mit der Verstellkomponente (4, 15; 15; 6, 8; 6; 66; 76; 85, 86) oder der
optionalen Verriegelungsvorrichtung (16; 34) gekoppelte Betätigungsvorrichtung (10)
mit einem außerhalb des Zwischenraums angeordneten, mit einem Skistock (12) betätigbaren
Betätigungsorgan (11) zur Verstellung der Verstellkomponente oder Betätigung der optionalen
Verriegelungsvorrichtung,
dadurch gekennzeichnet, dass
f) das Betätigungsorgan (11) um eine zumindest im Wesentlichen orthogonal zur Oberfläche
des Ski (1; 11, 1r) weisende Drehachse (Z) drehverstellbar ist
g) und an einer Oberseite eine Kupplungshälfte (100) für einen mittels Formschluss
Drehmoment übertragenden Kupplungseingriff mit einer Spitze des Skistocks (12) aufweist.
2. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Kupplungshälfte (100) an ihrer Oberseite zum Zentrieren des Skistocks (12)
längs der Drehachse (Z) verjüngt und um die Drehachse (Z) umlaufend eine in den Kupplungseingriff
gelangende Kupplungskontur (101, 102) mit wenigstens einem geraden oder weich gekrümmten
Konturabschnitt (101) und wenigstens einem im Vergleich dazu stärker gekrümmten Konturabschnitt
(102), aber vorzugsweise keine scharfe Kante aufweist und wobei ein Krümmungsradius
der Kupplungskontur (101, 102) vorzugsweise überall das gleiche Vorzeichen aufweist.
3. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungshälfte (100) eine über mehr als 180° um die Drehachse (Z) erstreckte,
ring- oder buchsenförmige Kupplungskontur (101, 102) aufweist, die freigestellt ist
oder von oben in einen von dem Betätigungsorgan (11) gebildeten, wenigstens eine seitliche
Öffnung (103) aufweisenden Raum mündet.
4. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) die Betätigungsvorrichtung (10) ist mittels wenigstens eines relativ zum Betätigungsorgan
(11) beweglichen Koppelglieds (13, 14; 21; 34; 31; 46-48; 51; 63; 73; 83), vorzugsweise
eines in Längsrichtung (X) des Ski (1; 11, 1r) hin und her beweglichen Zug- oder Schubglieds
oder um eine Hochachse (Z) oder Querachse (Y) beweglichen Schwenkhebels, mit der Verstellkomponente
(4, 15; 15; 6, 8; 6; 66; 76; 85, 86) oder der optionalen Verriegelungsvorrichtung
(16; 34) gekoppelt;
(ii) die Betätigungsvorrichtung (10) ist mittels eines Kurbeltriebs, eines Nockentriebs,
eines Zahnradtriebs oder eines Kurvengetriebes mit der Verstellkomponente (4, 15;
15; 6, 8; 6; 66; 76; 85, 86) oder der optionalen Verriegelungsvorrichtung (16; 34)
gekoppelt, und das Betätigungsorgan (11) bildet vorzugsweise direkt eine Kurbel (20;
40; 60; 70) des Kurbeltriebs, einen Steuernocken (80) des Nockentriebs, ein Zahnrad
(50) des Zahnradtriebs oder eine Führungskurve (30) des Kurvengetriebes.
5. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) das Betätigungsorgan (11) ist vor dem zehenseitigen Sohlenhalteraggregat (6) angeordnet;
(ii) ein Koppelglied erstreckt sich über einer Oberfläche des Ski (1; 11, 1r) und
durch das zehenseitige Sohlenhalteraggregat (6) oder unter dem zehenseitigen Sohlenhalteraggregat
(6) bis zum fersenseitigen Sohlenhalteraggregat (8) oder darüber hinaus.
6. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- eine die Schuhhalteranordnung (6, 8) tragende Schwenk- bzw. Tourenplatte (4) mit
ihrem zehenseitigen Ende um eine Querachse (Y) schwenkbar an einem relativ stationären
Lagerkörper (2) angelenkt ist,
- die Verriegelungsvarrichtung (16) die Schwenk- bzw. Tourenplatte (4) in einer niedergeschwenkten
Endlage zu arretieren gestattet,
- eine Stützanordnung (15) vorgesehen ist, die das fersenseitige Ende der Schwenk-
bzw. Tourenplatte (4) in zumindest einer hochgeschwenkten Lage abzustützen gestattet,
- die Betätigungsvorrichtung (10) mit der Verriegelungsvorrichtung (16) und der Stützanordnung
(15) gekoppelt ist,
- und das Betätigungsorgan (11) vor der Querachse (Y) und vorzugsweise am Lagerkörper
(2) angeordnet ist.
7. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer relativ stationären Lagerplatte (17) einer aus einer Nichtgebrauchslage
in zumindest eine Stützlage hochschwenkbaren Steighilfe (15) ein Riegelorgan (16;
34) angeordnet ist, vorzugsweise ein Riegelschieber (16) oder Riegelhebel (34), das
mit Gegenriegelelementen am Fersenbereich einer Schwenk- bzw. Tourenplatte (4) zusammenwirkt.
8. Skibindung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelorgan (16) ein parallel zur Ebene der Lagerplatte (17) in deren Längsrichtung
verschiebbarer Riegelschieber ist.
9. Skibindung nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Lagerkörper (2) ein mit zehenseitigen Gegenriegelelementen der Schwenk- bzw. Tourenplatte
(4) zusammenwirkender zehenseitiges Riegelorgan, vorzugsweise ein Riegelschieber oder
Riegelhebel, angeordnet ist, das mit dem fersenseitigen Riegelorgan (16; 34) zur simultanen
Betätigung gekoppelt ist.
10. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche und wenigstens einem der folgenden
Merkmale:
(i) das fersenseitige Riegelorgan (16; 34) nach Anspruch 8 wirkt mit die Schwenk-
bzw. Tourenplatte (4) vertikal arretierenden Gegenriegelelementen vor und hinter dem
fersenseitigen Sohlenhalteraggregat (8) zusammen;
(ii) das zehenseitige Riegelorgan nach Anspruch 8 wirkt mit die Schwenk- bzw. Tourenplatte
(4) vertikal arretierenden Gegenriegelelementen vor und hinter dem zehenseitigen Sohlenhalteraggregat
(6) zusammen;
(iii) das zehenseitige und/oder fersenseitige Riegelorgan nach Anspruch 8 ist als
Riegelplatte (16) ausgebildet, die zwischen der Oberseite eines Skis (1) und der Unterseite
einer skifest montierbaren Lagerplatte (17) in Längsrichtung der Schwenk- bzw. Tourenplatte
(4) verschiebbar und in Vertikalrichtung unbeweglich geführt ist;
(iv) eine das Riegelorgan nach Anspruch 8 führende Lagerplatte (17) ist mit auf ihrer
Unterseite angeordneten Füßen (18) auf der Oberseite des Skis (1) fest montierbar
und das Riegelorgan (16) nach Anspruch 8 weist von den Füßen (18) durchsetzte kulissenartige
Ausnehmungen auf, die nur eine Verschiebung des Riegelorgans (16) in Längsrichtung
zulassen.
11. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Sohlenhalteraggregate (6, 8) relativ zum anderen oder die Sohlenhalteraggregate
(6, 8) gemeinsam durch Drehverstellung des Betätigungsorgans (11) in Längsrichtung
(X) des Ski (1; 11, 1r) verstellbar ist oder sind.
12. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine das Auslöseglied (66) aufweisende Auslöse-Einstelleinrichtung mit einer Führungskurve
(67) und einer das Auslöseglied (66) in einen Führungskontakt mit der Führungskurve
(67) spannenden Auslösefeder (65) vorgesehen ist, die Betätigungsvorrichtung (10)
mit dem Auslöseglied (66) gekoppelt ist und das Auslöseglied (66) durch Drehverstellung
des Betätigungsorgans (11) aus dem Führungskontakt verstellbar ist, um die Bindung
zu lösen.
13. Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine das Andruckglied (76) aufweisende Andruck-Einstelleinrichtung mit einer an dem
Andruckglied (76) abgestützten Andruckfeder (75) vorgesehen ist, die Andruckfeder
(75) eines der Sohlenhalteraggregate (6, 8) in Richtung auf das andere spannt und
die Betätigungsvorrichtung (10) mit dem Andruckglied (76) gekoppelt ist, um mittels
Drehverstellung des Betätigungsorgans (11) die Stellung des Andruckglieds (76) und
dadurch eine Vorspannkraft der Andruckfeder (75) einzustellen.
14. Bindungs-Skistock-System mit einer Skibindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und einem Skistock (12) mit einer Spitze, die als Kupplungsgegenhälfte für das Betätigungsorgan
(11) komplementär zu dessen Kupplungshälfte (100) geformt ist und entweder fester
Bestandteil des Skistocks (12) oder für eine Verbindung mit dem Skistock (12) angepasst
geformt ist, vorzugsweise form- und reibschlüssig auf eine am Skistock (12) bereits
vorhandene herkömmliche Spitze gestülpt werden kann.
15. Skistockspitze, die fester Bestandteil eines Skistocks (12) ist oder form- und reibschlüssig
auf eine am Skistock (12) bereits vorhandene herkömmliche Spitze gestülpt werden kann
und die eine äußere Oberfläche mit einer um die Längsachse der Skistockspitze umlaufenden
Kupplungskontur (101, 102) mit im Querschnitt der Skistockspitze wenigstens einem
geraden oder weich gekrümmten und wenigstens einem demgegenüber stärker gekrümmten
Konturabschnitt aufweist, aber vorzugsweise keine scharfe Kante und vorzugsweise überall
einen Krümmungsradius gleichen Vorzeichens hat, so dass die Skistockspitze eine Kupplungsgegenhälfte
für das Betätigungsorgan (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche bilden und mit
dessen Kupplungshälfte (100) in den Kupplungseingriff gebracht werden.