[0001] Die Erfindung betrifft eine Elektrohängebahn zum Transport von Gegenständen mit
- a) einer Tragschiene;
- b) wenigstens einem Tragwagen mit einem Last aufnehmenden Fahrwerk, wobei das Fahrwerk
wenigstens eine angetriebene Antriebsrolle umfasst, die auf einer gegenüber einer
horizontalen Ebene geneigten, insbesondere einer vertikalen, Antriebslauffläche der
Tragschiene abrollt.
[0002] Bei vom Markt her bekannten derartigen Elektrohängebahnen ist es für einen zuverlässigen
Betrieb wichtig, dass die Reibungskräfte zwischen der Antriebsrolle und der Tragschiene
stets ausreichend groß sind, damit der Tragwagen ohne ein Durchrutschen der Antriebsrolle
auf der Tragschiene verfährt. In letzterem Fall können die gewünschten Antriebs- bzw.
Verzögerungskräfte zwischen dem Tragwagen und der Tragschiene nicht mehr ausreichend
sicher übertragen werden.
[0003] Je höher das Gewicht des zu transportierenden Guts ist, desto größer muss auch die
zwischen Antriebsrolle und Tragschiene vorherrschende Reibung sein, um stets eine
ausreichende Haftung der Antriebsrolle auf der Antriebslauffläche der Tragschiene
zu gewährleisten. Bei einem Tragwagen nach dem Stand der Technik, bei dem der Anpressdruck
der Antriebsrolle gegen die Tragschiene weitgehend konstant ist, kann es zu einem
Durchrutschen der Antriebrolle kommen, wenn die zu transportierende Last ein bestimmtes
Gewicht übersteigt. Umgekehrt muss bei einem solchen Tragwagen stets gegen die gleiche
Reibung zwischen Antriebsrad und Tragschiene gearbeitet werden, auch wenn Lasten transportiert
werden, bei denen ein geringerer Anpressdruck der Antriebsrolle gegen die Tragschiene
ausreichen würde, ohne dass es zu einem Durchrutschen des Antriebsrades käme. Dies
führt beim Transport von geringeren Lasten zu einem höheren Energiebedarf als nötig.
[0004] Zudem kann es bei vom Markt her bekannten Elektrohängebahnen der eingangs genannten
Art zu Schwierigkeiten in geneigten Abschnitten der Tragschiene kommen, die bei Elektrohängebahnen
vorliegen, mit denen auch Höhenunterschiede überwunden werden sollen. Wenn sich der
Tragwagen mit dem zu transportierenden Gegenstand in einem geneigten Abschnitt befindet,
ist die von der Antriebsrolle auf die Tragschiene zu übertragende Kraft größer, da
nicht nur die beim Verfahren des Tragwagens entstehenden Reibungskräfte zu überwinden
sind, sondern auch eine Kraft in vertikaler Richtung aufgebracht werden muss, um eine
Steigung zu bewältigen bzw. den Tragwagen gegen eine Hangabtriebskraft zu halten.
Auch hier muss der Anpressdruck der Antriebsrolle gegen die Tragschiene umso größer
sein, je höher das Gewicht des zu transportierenden Guts ist.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Elektrohängebahn der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei welcher Antriebs- bzw. Verzögerungskräfte zwischen
dem Tragwagen und der Tragschiene auch bei Änderungen von Transportparametern, wie
beispielsweise des Gewicht des zu transportierenden Guts oder des Neigungswinkels
der Tragschiene, sicher übertragen werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Elektrohängebahn der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass
c) der Abstand zwischen der Drehachse der Antriebsrolle und der Antriebslauffläche
der Tragschiene zumindest abhängig vom Gewicht des zu transportierenden Gegenstandes
durch eine Anpresseinrichtung verringerbar ist.
[0007] Durch eine Verringerung des Abstandes zwischen der Drehachse der Antriebsrolle und
der Tragschiene wird der Anpressdruck der Antriebsrolle gegen die Tragschiene erhöht.
Erfindungsgemäß wird also dafür Sorge getragen, dass der Anpressdruck der Antriebsrolle
gegen die Lauffläche der Tragschiene erhöht wird, wenn der Tragwagen mit gegenüber
einer vorher transportierten Last schwererem Transportgut beladen wird. Umgekehrt
wird der Anpressdruck verringert, wenn der Tragwagen mit gegenüber einer vorher transportierten
Last leichterem Transportgut beladen wird.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Im Hinblick auf die Anpresseinrichtung ist es günstig, wenn diese eine die Antriebsrolle
tragende Tragkonsole umfasst, welche ihrerseits um eine Schwenkachse verschwenkbar
am Fahrwerk des Tragwagens gelagert und mit dem zu transportierenden Gegenstand koppelbar
ist. Dadurch ist die Antriebrolle auf einfache Weise so gelagert, dass ihr Abstand,
und damit auch der Abstand ihrer Drehachse, gegenüber der Tragschiene verändert werden
kann.
[0010] Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn die Anpresseinrichtung ein Schwenkelement umfasst,
welches an dem Fahrwerk um eine horizontale Schwenkachse verschwenkbar gelagert und
an einem freien Abschnitt mit dem zu transportierenden Gegenstand verbindbar ist,
wobei das Schwenkelement mit einer Koppeleinrichtung zusammenarbeitet, durch welche
eine Verschwenkbewegung des Schwenkelements auf die Tragkonsole übertragen wird, so
dass die Tragkonsole in Richtung auf die Tragschiene verschwenkt. Durch diese Ausbildung
ist es möglich, dass das Ausmaß, in welchem das Schwenkelement verschwenkt und in
welchem diese Verschwenkbewegung auf die Tragkonsole übertragen wird, von dem Gewicht
des zu transportierenden Gegenstandes abhängt.
[0011] Dabei ist es günstig, wenn die Koppeleinrichtung wenigstens ein Koppelglied umfasst,
welches mit der Tragkonsole verbunden ist. An dieses Koppelglied kann das Schwenkelement
anliegen und so seine Bewegung auf die Koppeleinrichtung übertragen.
[0012] Bei einem Ausführungsbeispiel ist das Schwenkelement vorzugsweise ein Wippenelement,
welches zwischen einem ersten und einem zweiten Wippenabschnitt gelagert ist und an
dem ersten freien Wippenabschnitt mit dem zu transportierenden Gegenstand verbindbar
ist, wobei durch den zweiten freien Wippenabschnitt des Wippenelements eine Kraft
auf das Koppelglied ausgeübt wird, wenn das Wippenelement verschwenkt. Durch das Gewicht
des mit dem Wippenelement verbundenen Gegenstandes wird das Wippenelement verschwenkt
und überträgt eine Kraft auf die Koppeleinrichtung und damit im Hinblick auf die Anpresskraft
auch auf die Antriebsrolle, die von dem Gewicht des Gegenstandes abhängt.
[0013] Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Schwenkelement vorzugsweise ein
Hebelelement, welches an einem ersten Ende verschwenkbar an dem Fahrwerk gelagert
ist, wobei die Schwenkachse des Schwenkelements senkrecht zur Tragschiene verläuft,
und an seinem gegenüberliegenden, nach unten weisenden Ende mit dem zu transportierenden
Gegenstand verbindbar ist, wobei durch das Hebelelement eine Kraft auf das Koppelglied
ausgeübt wird, wenn das Hebelelement verschwenkt. Bei Verwendung eines solchen Hebelelements
ist es möglich, dass insbesondere bei einer Steigungs- oder Gefällefahrt der Anpressdruck
der Antriebsrolle gegen die Tragschiene nicht nur abhängig vom Gewicht des zu transportierenden
Gegenstandes erhöht wird, indem der Abstand der Drehachse der Antriebsrolle zur Tragschiene
verringert wird. Der Anpressdruck der Antriebsrolle gegen die Tragschiene wird in
diesem Fall auch abhängig von dem Neigungswinkel der Steigung oder des Gefälles der
Tragschiene erhöht.
[0014] Insbesondere, wenn die Koppeleinrichtung ein erstes Koppelglied und ein zweites Koppelglied
umfasst und das Schwenkelement zwischen den Koppelgliedern angeordnet ist, kann der
Anpressdruck sowohl bei Steigungs- als auch bei Gefällefahrten erhöht werden, da das
Hebelelement so in jeder Verschwenkrichtung mit einem Koppelglied zusammenarbeitet.
[0015] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigen:
- Figur 1
- in einer Seitenansicht einen horizontalen Abschnitt einer Elektrohängebahn zum Transport
von Gegenständen mit einem ersten Ausführungsbeispiel eines Tragwagens, an den ein
Transportgehänge angehängt ist;
- Figur 2
- einen Schnitt durch die in Figur 1 gezeigte Elektrohängebahn entlang der dortigen
Schnittlinie II-II, wobei die Tragschiene nicht gezeigt ist;
- Figur 3
- einen der Figur 2 entsprechenden Schnitt mit Tragschiene;
- Figur 4
- eine Seitenansicht der Elektrohängebahn nach den Figuren 1 bis 3, wobei der Tragwagen
sich in einem Gefälleabschnitt befindet;
- Figur 5
- eine Seitenansicht der Elektrohängebahn nach den Figuren 1 bis 3, wobei der Tragwagen
sich in einem Steigungsabschnitt befindet;
- Figur 6
- in einer Seitenansicht einen horizontalen Abschnitt der Elektrohängebahn mit einem
zweiten Ausführungsbeispiel eines Tragwagens, an den ein Schleppwagen angehängt ist;
- Figur 7
- einen Schnitt durch die in Figur 6 gezeigte Elektrohängebahn entlang der dortigen
Schnittlinie VII-VII, wobei die Tragschiene nicht gezeigt ist;
- Figur 8
- einen der Figur 7 entsprechenden Schnitt mit Tragschiene;
- Figur 9
- in einer Seitenansicht den horizontalen Abschnitt der Elektrohängebahn mit dem Tragwagen
nach Figur 6, an welchen jedoch ein Transportgehänge angehängt ist;
- Figur 10
- eine Seitenansicht der Elektrohängebahn nach Figur 9, wobei der Tragwagen sich in
einem Gefälleabschnitt befindet;
- Figur 11
- eine Seitenansicht der Elektrohängebahn nach Figur 9, wobei der Tragwagen sich in
einem Steigungsabschnitt befindet.
[0016] Zunächst wird auf Figur 1 Bezug genommen. In dieser ist ein Ausschnitt einer Elektrohängebahn
2 gezeigt, welche eine Tragschiene 4, von der in Figur 1 ein horizontaler Abschnitt
6 gezeigt ist, und einen auf der Tragschiene 4 verfahrbaren Tragwagen 8 umfasst. Die
Transportrichtung, in welcher zu förderndes Gut mittels der Elektrohängebahn 2 transportiert
wird, ist in Figur 1 mit einem Pfeil 10 angedeutet.
[0017] Die Tragschiene 4 ist in herkömmlicher Weise als I-Profil ausgeführt. Sie ist in
an und für sich bekannter Weise an einer Deckenkonstruktion oder einem Stahlbau aufgehängt
und verläuft über dem Niveau des Raumbodens. Die Tragschiene 4 hat eine nach oben
weisende obere Lauffläche 12 und eine zum Boden weisende untere Lauffläche 14. Ferner
hat die Tragschiene 4 zwei sich gegenüberliegende obere vertikale Führungslaufflächen
16, 18, eine unterhalb der oberen Führungslauffläche 16 angeordnete untere vertikale
Führungslauffläche 20 und eine dieser gegenüberliegende vertikale Antriebslauffläche
22 (vgl. Figur 3). Die Führungslauffläche 18 verläuft in den Figuren 1, 4 und 5 jeweils
hinter der Führungslauffläche 16 und der Zeichenebene.
[0018] Entlang der Tragschiene 4 verlaufen nicht eigens gezeigte Schleifleitungen, welche
der Stromversorgung des Tragwagens 8 sowie der Signalübermittlung zu diesem dienen.
Derartige Schleifleitungen entsprechen dem Stand der Technik.
[0019] Der Tragwagen 8 umfasst ein die Tragschiene 4 umgreifendes Fahrwerk 24. Dieses lagert
an seiner Oberseite eine erste, dem Fahrwerk 24 in Transportrichtung 10 vorauseilende
Tragrolle 26 und eine zweite, dem Fahrwerk 24 in Transportrichtung 10 nacheilende
Tragrolle 28, welche auf der oberen Lauffläche 12 der Tragschiene 4 abrollen. Die
beiden Tragrollen 26 und 28 nehmen zum einen die Last auf und verhindern zum anderen
ein Verkippen des Tragwagens 8 um eine Achse senkrecht zur Tragschiene 4. Die Drehachsen
der Tragrollen 26, 28 verlaufen in einer horizontalen Ebene senkrecht zur Tragschiene
4.
[0020] Das Fahrwerk 24 lagert zudem zu beiden Seiten der Tragschiene 4 in an und für sich
bekannter Weise vier seitliche obere Führungsrollen 30, welche sich um senkrecht zur
oberen Lauffläche 12 der Tragschiene 4 verlaufende, in Figur 1 entsprechend vertikale
Achsen drehen können und von denen jeweils zwei seitlich an den gegenüberliegenden
oberen vertikalen Führungslaufflächen 16 und 18 abrollen.
[0021] Das Fahrwerk 24 lagert ferner zwei seitliche untere Führungsrollen 32, welche sich
um Achsen drehen können, die parallel zu den Achsen der oberen Führungsrollen 30 verlaufen.
Die unteren Führungsrollen 32 laufen auf der unteren Führungslauffläche 20 ab.
[0022] Eine dritte seitliche untere Führungsrolle 34 ist am Fahrwerk 24 entsprechend um
eine Achse verdrehbar gelagert, die parallel zu den Achsen der oberen Führungsrollen
30 verläuft. Die dritte untere Führungsrolle 34 rollt auf der Antriebslauffläche 22
ab und ist gegenüber der unteren Führungsrolle 32 angeordnet, die in Transportrichtung
10 betrachtet vorne am Fahrwerk 24 gelagert ist.
[0023] Eine Antriebsrolle 36, welche um eine Drehachse 38 verdrehbar ist, die parallel zu
den Drehachsen der Führungsrollen 30, 32 und 34 verläuft, rollt auf der Antriebslauffläche
22 der Tragschiene 4 ab. Die Drehachse 38 der Antriebsrolle 36 ist an einer Motorkonsole
40 gelagert, welche ihrerseits einen Elektromotor 42 trägt, der die Antriebsrolle
36 antreibt. Der Elektromotor 42 wird über die oben angesprochenen Schleifleitungen
bestromt und angesteuert.
[0024] Bei dem Tragwagen 8 sind somit die Rollen, welche die zu transportierende Last aufnehmen,
d.h. die Tragrollen 26 und 28, und die Rollen bzw. die einzelne Rolle, über welche
der Tragwagen 8 angetrieben wird, d.h. hier die Antriebsrolle 36, funktionsmäßig voneinander
getrennt ausgebildet.
[0025] Die Motorkonsole 40 ist über eine Schwenkachse 44 verschwenkbar mit dem Fahrwerk
24 des Tragwagens 8 verbunden, welche parallel zur Drehachse 38 der Antriebsrolle
36, in Figur 1 somit vertikal, verläuft. Dadurch sind die Motorkonsole 40 sowie der
Elektromotor 42 und die Antriebsrolle 36 relativ zum Fahrwerk 24 des Tragwagens 8
und zur Tragschiene 4 verschwenkbar.
[0026] An der Unterseite des Fahrwerks 24 ist ein Koppelglied 46 um eine Schwenkachse 48
verschwenkbar gelagert, welche parallel zur Schwenkachse 44 der Motorkonsole 40 verläuft.
Das Koppelglied 46 erstreckt sich unterhalb der beiden unteren Führungsrollen 32 in
seitliche Richtung von der Tragschiene 4 weg. Die Schwenkachse 48 des Koppelgliedes
46 ist auf der der Antriebslauffläche 22 gegenüberliegenden Seite der Tragschiene
4 angeordnet.
[0027] Auf der der Antriebsrolle 36 zugewandten Seite der Schwenkachse 48 des Koppelgliedes
46 trägt dieses eine Nocke 50, welche in eine Aussparung 52 der Motorkonsole 40 eingreift.
[0028] In Transportrichtung 10 vor dem Koppelglied 46 lagert das Fahrwerk 24 ein Wippenglied
54, welches um eine horizontale und senkrecht zur Transportrichtung 10 verlaufende
Wippenachse 56 verschwenkbar ist. An das freie Ende eines in Transportrichtung 10
weisenden ersten freien und geradlinigen Wippenabschnitts 58 ist ein Transportgehänge
60 über eine nicht eigens mit einem Bezugszeichen versehene horizontale und senkrecht
zur Tragschiene 4 verlaufende Schwenkachse angelenkt, in welches zu fördernde Gegenstände
eingebracht werden können. Die Längsachsen dieser Schwenkachse und der Wippenachse
56 liegen in einer gemeinsamen horizontalen Ebene, wenn sich der Tragwagen 8 in einem
horizontalen Abschnitt der Tragschiene 4 befindet, wie es in Figur 1 gezeigt ist.
[0029] Der dem ersten Wippenabschnitt 58 gegenüberliegende zweite Wippenabschnitt 62 ist
als zweischenkliger 90°-Winkel ausgebildet, wobei dessen freier Schenkel 64 parallel
zum ersten Wippenabschnitt 58 verläuft, jedoch diesem gegenüber nach unten versetzt
ist. Der freie Schenkel 64 des zweiten Wippenglieds 62 trägt an der Stirnseite seines
freien Endes einen Stößel 66, über welchen das Wippenglied 54 an dem Koppelglied 46
anliegt.
[0030] Das Wippenglied 54, das Koppelglied 46 und die verschwenkbare Motorkonsole 40 bilden
gemeinsam eine Anpresseinrichtung 68, mit welcher der Anpressdruck der Antriebsrolle
36 gegen die Antriebslauffläche 22 der Tragschiene 4 abhängig von der vom Tragwagen
8 getragenen Last eingestellt werden kann, indem der Abstand zwischen der Drehachse
38 der Antriebsrolle 36 und der Antriebslauffläche 22 der Tragschiene 4 verändert
wird.
[0031] Durch das Gewicht des beladenen Transportgehänges 60 verschwenkt das Wippenglied
54 und drückt mit seinem Stößel 66 gegen das Koppelglied 46. Dadurch wird das Koppelglied
46 um seine Schwenkachse 48 verschwenkt. Dabei bewegt sich die Nocke 50 am Koppelglied
46 auf einem Kreisbogen bezogen auf die Transportrichtung 10 nach vorne und drückt
gegen die Innenmantelfläche der Aussparung 52 an der Motorkonsole 40. Dadurch wird
diese in Richtung des in Figur 2 zu erkennenden Pfeils 70 auf die Tragschiene 4 zu
verschwenkt, wodurch der Abstand zwischen der Drehachse 38 der Antriebsrolle 36 und
der Antriebslauffläche 22 der Tragschiene 4 verringert und die Antriebsrolle 36 stärker
an die Antriebslauffläche 22 der Tragschiene 4 angepresst wird.
[0032] Je größer das Gewicht des mit zu fördernden Gegenständen beladenen Transportgehänges
60 ist, desto größer ist der Anpressdruck der Antriebsrolle 36 gegen die Tragschiene
4.
[0033] Mit dem oben erläuterten Tragwagen 8 sind zudem sowohl Steigungs- als auch Gefällefahrten
möglich, was in den Figuren 4 und 5 gezeigt ist. In Figur 4 ist ein in Transportrichtung
10 nach unten geneigter Abschnitt 72 und in Figur 5 ein in Transportrichtung 10 nach
oben geneigter Abschnitt 74 der Tragschiene 4 gezeigt. In der Darstellung der Figuren
4 und 5 ist das Wippenglied 54 zur Verdeutlichung von dessen Schwenkbewegung wesentlich
stärker verschwenkt gezeigt, als dies in der Praxis der Fall ist. Durch die von dem
Gewicht des beladenen Transportgehänges 60 abhängige Erhöhung des Anpressdruckes der
Antriebsrolle 36 gegen die Tragschiene 4 können von dem Tragwagen 8 insbesondere mit
hohen Lasten auch Steigungen oder Gefällstrecken mit großem Neigungswinkel überwunden
werden, ohne dass es zu einem Durchrutschen der Antriebsrolle 36 kommt.
[0034] In den Figuren 6 bis 8 ist als zweites Ausführungsbeispiel eine Elektrohängebahn
102 gezeigt. Dort tragen Komponenten, die denjenigen der Elektrohängebahn 2 entsprechen,
dieselben Bezugszeichen zuzüglich 100.
[0035] Die Elektrohängebahn 102 unterscheidet sich von der Elektrohängebahn 2 in der Ausbildung
der Anpresseinrichtung 168. Anstelle des Wippengliedes 54 ist dort eine Hebelstange
172 vorgesehen. Diese ist an ihrem einem Lagerende über eine Hebelachse 174, welche
in ihrer Ausrichtung und Position bezogen auf das Fahrwerk 124 des Tragwagens 108
mit der Wippenachse 56 übereinstimmt, an dem Fahrwerk 124 gelagert. An der Stirnseite
des freien Endes eines ersten Seitenarms 176 der Hebelstange 172 ist ein Stößel 166
angebracht, welcher an dem Koppelglied 146 anliegt, wie es bei dem Stößel 66 und dem
Koppelglied 46 der Anpresseinrichtung 68 der Fall ist.
[0036] Auf der dem ersten Seitenarm 176 gegenüberliegenden Seite weist die Hebelstange 172
einen zweiten Seitenarm 178 auf, welcher koaxial zum ersten Seitenarm 176 verläuft
und an der Stirnseite seines freien Endes einen zweiten Stößel 180 trägt, der in Transportrichtung
110 weist.
[0037] Der zweite Stößel 180 liegt an einem zweiten Koppelglied 182 an, welches sich parallel
zum ersten Koppelglied 146 erstreckt und starr mit der Motorkonsole 140 des Fahrwerks
124 verbunden ist.
[0038] Am ihrem dem Lagerende gegenüberliegenden Tragende 173 ist die Hebelstange 172 über
eine Schleppstange 184 gelenkig mit einem Schleppwagen 186 verbunden, welcher in an
und für sich bekannter Weise auf dem Boden abrollt.
[0039] Die Anpresseinrichtung 168 ist durch die Hebelstange 172, das erste und das zweite
Koppelglied 146 und 182 und die verschwenkbare Motorkonsole 140 gebildet. Durch die
Anpresseinrichtung 168 wird der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die Antriebslaufflächel
22 der Tragschiene 104 abhängig von der vom Schleppwagen 184 getragenen Last eingestellt.
[0040] Durch die Trägheit und das Gewicht des beladenen Schleppwagens 184 verschwenkt die
Hebelstange 172 bezogen auf die Transportrichtung 110 nach hinten und drückt mit ihrem
Stößel 166 gegen das Koppelglied 146. Dadurch wird das Koppelglied 146 um seine Schwenkachse
148 verschwenkt. Dabei bewegt sich die Nocke 150 am Koppelglied 146 auf einem Kreisbogen
bezogen auf die Transportrichtung 10 nach vorne und drückt gegen die Innenmantelfläche
der Aussparung 152 an der Motorkonsole 140. Dadurch wird diese in Richtung des in
Figur 7 zu erkennenden Pfeils 170 auf die Tragschiene 104 zu verschwenkt, wodurch
die Antriebsrolle 136 an die Antriebslaufflächel 22 der Tragschiene 104 angepresst
wird.
[0041] Darüber hinaus wird durch die Anpresseinrichtung 168 der Anpressdruck der Antriebsrolle
136 gegen die Tragschiene 104 erhöht, wenn der Tragwagen 108 beschleunigt oder verzögert
wird. Bei einer Beschleunigung des Tragwagens 108 verschwenkt die Hebelstange 172
auf Grund der Trägheit des an diese angelenkten Schleppwagens 186 so um ihre Hebelachse
174, dass sich der Stößel 166 in Richtung auf das Koppelglied 146 bewegt. Dies führt
in der oben erläuterten Weise dazu, das die Antriebsrolle 136 stärker gegen die Tragschiene
104 angepresst wird, wodurch ein Durchrutschen der Antriebsrolle 136 beim Beschleunigen
des Tragwagens 108 unterbunden ist.
[0042] Bei einer Verzögerung des Tragwagens 108 schiebt der Schleppwagen 186 die Hebelstange
172 auf Grund seiner Trägheit bezogen auf die Transportrichtung 110 nach vorne, so
dass sich der zweite Stößel 180 am zweiten Seitenarm 178 der Hebelstange 172 in Richtung
des Pfeils 170 in Figur 7 auf das zweite Koppelglied 182 bewegt. Durch den auf das
zweite Koppelglied 182 ausgeübten Druck wird die Motorkonsole 140 mit der Antriebsrolle
136 um ihre Schwenkachse 144 in Richtung auf die Tragschiene 104 geschwenkt, wodurch
der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die Antriebslauffläche 122 der Tragschiene
104 erhöht und ein Durchrutschen der Antriebsrolle 136 verhindert wird.
[0043] Bei einer hier nicht eigens gezeigten Steigungsfahrt in einem in Transportrichtung
gegenüber einer horizontalen Ebene nach oben geneigten Abschnitt der Tragschiene 104
wird die Hebelstange 172 auf Grund der durch die Steigung zusätzlich auf die Hebelstange
172 wirkenden Gewichtskraft des Schleppwagens 186 verschwenkt, wie es bei einer Beschleunigung
des Transportwagens 108 der Fall ist. Dadurch wird die Antriebsrolle 136 stärker gegen
die Tragschiene 104 gepresst, wobei der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die
Tragschiene 104 bei gleichem Neigungswinkel der Tragschiene 104 umso stärker wird,
je größer das Gewicht des beladenen Schleppwagens 186 ist. In entsprechender Weise
erhöht sich der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die Tragschiene 104 mit zunehmendem
Neigungswinkel des Steigungsabschnitts.
[0044] Bei einer hier ebenfalls nicht eigens gezeigten Gefällefahrt in einem in Transportrichtung
gegenüber einer horizontalen Ebene nach unten geneigten Abschnitt der Tragschiene
104 wird die Hebelstange 172 auf Grund der durch des Gefälles zusätzlich auf die Hebelstange
172 wirkenden Gewichtskraft des Schleppwagens 186 verschwenkt, wie es bei einer Verzögerung
des Transportwagens 108 der Fall ist. Dadurch wird die Antriebsrolle 136 stärker gegen
die Tragschiene 104 gepresst, wobei der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die
Tragschiene 104 bei gleichem Neigungswinkel der Tragschiene 104 umso stärker wird,
je größer das Gewicht des beladenen Schleppwagens 186 ist. In entsprechender Weise
erhöht sich der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die Tragschiene 104 mit zunehmendem
Neigungswinkel des Gefälleabschnitts.
[0045] Wenn an den Tragwagen 108 anstelle des Schleppwagens 186 ein Transportgehänge 160
angehängt ist, wie es in den Figuren 9 bis 11 gezeigt ist, erfolgt bei einer in den
Figuren 10 bzw. 11 veranschaulichten Gefälle- bzw. Steigungsfahrt in entsprechender
Weise eine Erhöhung des Anpressdruckes der Antriebsrolle 136 an die Tragschiene 104,
da in diesem Fall die Gewichtskraft des beladenen Transportgehänges 160 die Hebelstange
172 stets in eine vertikale Lage bringen würde, wenn diese frei verschwenken könnte.
Die von dem Transportgehänge 160 ausgeübte Gewichtskraft wird jedoch über die Hebelstange
172 auf eines der Koppelglieder 146 oder 182 übertragen, was wiederum zur erörterten
Erhöhung des Anpressdruckes der Antriebsrolle 136 gegen die Tragschiene 104 führt.
Auch bei einem Transportgehänge 160 wird der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen
die Tragschiene 104 bei gleichem Neigungswinkel der Tragschiene 104 umso stärker,
je größer das Gewicht des beladenen Transportgehänges 160 ist. In entsprechender Weise
erhöht sich der Anpressdruck der Antriebsrolle 136 gegen die Tragschiene 104 mit zunehmendem
Neigungswinkel des Steigungs- bzw. Gefälleabschnitts.
[0046] In einem horizontalen Abschnitt 106 der Tragschiene 104 bewirkt das Transportgehänge
160 bei dem Tragwagen 108 keine Erhöhung des Anpressdruckes der Antriebsrolle 136
gegen die Tragschiene 104. In horizontalen Bereichen wird der Anpressdruck der Antriebsrolle
136 daher durch die Bauart des Tragwagens 108 oder ergänzende Maßnahmen, wie beispielsweise
durch eine Federvorspannung der Antriebsrolle 136 gegen die Tragschiene 104, vorgegeben.
[0047] Bei hier nicht eigens gezeigten Abwandlungen der Antriebsrollen 24, 156, 256 und
364 können deren Umfangsflächen auch mit einer Verzahnung versehen sein. Dann tragen
die jeweiligen Normalantriebslaufflächen sowie die jeweiligen Sonderantriebslaufflächen
der Antriebslaufflächen 14, 114, 214, 314 eine dazu komplementäre Verzahnung, wodurch
die jeweilige Antriebslauffläche zahnstangenartig ausgebildet ist. Gegebenenfalls
kann auch jeweils nur die Sonderantriebslauffläche des jeweiligen Schienensteges mit
einer Verzahnung versehen sein. In diesem Fall weisen auch jeweils nur die mit der
verzahnten Sonderantriebslauffläche zusammenarbeitenden Rollenabschnitte der Antriebsrolle
eine dazu komplementäre Verzahnung auf.
1. Elektrohängebahn zum Transport von Gegenständen mit
a) einer Tragschiene (4; 104);
b) wenigstens einem Tragwagen (8; 108) mit einem Last aufnehmenden Fahrwerk (24; 124),
wobei das Fahrwerk (24; 124) wenigstens eine angetriebene Antriebsrolle (36; 136)
umfasst, die auf einer Antriebslauffläche (22; 122) der Tragschiene (4; 104) abrollt;
dadurch gekennzeichnet, dass
c) der Abstand zwischen der Drehachse (38; 138) der Antriebsrolle (36; 136) und der
Antriebslauffläche (22; 122) der Tragschiene (4; 104) zumindest abhängig vom Gewicht
des zu transportierenden Gegenstandes durch eine Anpresseinrichtung (68; 168) verringerbar
ist.
2. Elektrohängebahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresseinrichtung (68; 168) eine die Antriebsrolle (36; 136) tragende Tragkonsole
(40; 140) umfasst, welche ihrerseits um eine Schwenkachse (44; 144) verschwenkbar
am Fahrwerk (24; 124) des Tragwagens (8; 108) gelagert und mit dem zu transportierenden
Gegenstand koppelbar ist.
3. Elektrohängebahn nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresseinrichtung (68; 168) ein Schwenkelement (54; 172) umfasst, welches an
dem Fahrwerk (24; 124) um eine horizontale Schwenkachse (56; 174) verschwenkbar gelagert
und an einem freien Abschnitt (58; 173) mit dem zu transportierenden Gegenstand verbindbar
ist, wobei das Schwenkelement (54; 172) mit einer Koppeleinrichtung (46, 50, 52; 146,
150, 152, 182) zusammenarbeitet, durch welche eine Verschwenkbewegung des Schwenkelements
(54; 172) auf die Tragkonsole (40; 140) übertragen wird, so dass die Tragkonsole (40;
140) in Richtung auf die Tragschiene (4; 104) verschwenkt.
4. Elektrohängebahn nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppeleinrichtung (46, 50, 52; 146, 150, 152, 182) wenigstens ein Koppelglied
(46; 146, 182) umfasst, welches mit der Tragkonsole (40; 140) verbunden ist.
5. Elektrohängebahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkelement (54) ein Wippenelement (54) ist, welches zwischen einem ersten
und einem zweiten Wippenabschnitt (58, 62) gelagert ist und an dem ersten freien Wippenabschnitt
(58) mit dem zu transportierenden Gegenstand verbindbar ist, wobei durch den zweiten
freien Wippenabschnitt (62) des Wippenelements (54) eine Kraft auf das Koppelglied
(46) ausgeübt wird, wenn das Wippenelement (54) verschwenkt.
6. Elektrohängebahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkelement (172) ein Hebelelement (172) ist, welches an einem ersten Ende
verschwenkbar an dem Fahrwerk (124) gelagert ist, wobei die Schwenkachse (174) des
Schwenkelements (172) senkrecht zur Tragschiene (104) verläuft, und an seinem gegenüberliegenden,
nach unten weisenden Ende (173) mit dem zu transportierenden Gegenstand verbindbar
ist, wobei durch das Hebelelement (172) eine Kraft auf das Koppelglied (146, 182)
ausgeübt wird, wenn das Hebelelement (172) verschwenkt.
7. Elektrohängebahn nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppeleinrichtung (146, 150, 152, 182) ein erstes Koppelglied (146) und ein zweites
Koppelglied (182) umfasst und das Hebelelement (172) zwischen den Koppelgliedern (146,
182) angeordnet ist.