[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Fördertechnik. Sie betrifft ein Klemmelement
zum Aufsetzen auf eine Klemmzunge eines Greifers sowie einen Greifer mit einem solchen
Klemmelement nach den Ansprüchen 1 bzw. 11.
[0002] Die
WO 2007/115421 beschreibt einen Greifer, der zwei Klemmzungen sowie ein Mittel zur Erzeugung einer
Klemmkraft aufweist. Die Klemmzungen sind relativ zueinander um eine Schwenkachse
zwischen zwei Extrempositionen verschwenkbar, was einer offenen bzw. geschlossenen
Konfiguration des Greifers entspricht. Wenigstens eine der Klemmzungen hat am aussen
liegenden Ende zwei seitlich, d.h. parallel zur Schwenkachse, abstehende federnde
Arme. An diesen Armen sind pro Klemmzunge zwei Klemmelemente angebracht, um die Klemmkraft
auf zwei Punkte bzw. Bereiche zu verteilen und innerhalb dieser Klemmbereiche zu vergleichmässigen.
[0003] Klemmelemente, die, wie in der
WO 2007/115421 beschrieben, nur durch Aufstecken an den Klemmzungen angebracht werden, haben den
Nachteil, dass sie sich während des Betriebs von den Klemmzungen lösen können, insbesondere
indem sich die im Betrieb entstehenden kleinen Verschiebungen so addieren, dass das
Klemmelement seitlich vom Arm abfällt.
[0004] Ein fest an der Klemmzunge angebrachter Gummibelag ist bereits aus der
DE-A 310 22 42 bekannt. Der Gummibelag soll einerseits das Produkt vor Beschädigung schützen und
andererseits die zwischen den Klemmzungen und dem Produkt bestehende Haftreibung erhöhen.
Die Klemmzunge ist jedoch im Vergleich zu den zu greifenden Gegenständen relativ schmal.
Zum anderen wird die Klemmkraft über einen ausgedehnten Bereich ausgeübt. Bei Gegenständen
mit Dickenvariationen, z.B. durch eingesteckte Produkte, kann dies dazu führen, dass
die Klemmkraft auf nur einen einzigen Punkt, nämlich am Ort grösster Dicke, konzentriert
ist und sich die gehaltenen Gegenstände um diesen Punkt verdrehen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Klemmelement für Greifer zur
Verfügung zu stellen, welches im Verschleissfall leicht austauschbar ist, im montierten
Zustand jedoch zuverlässig an der Klemmzunge des Greifers befestigt und daher für
einen Dauerbetrieb geeignet ist. Es soll ausserdem eine zuverlässige Klemmwirkung
und stabile Produktlage gewährleisten.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Klemmelement mit den Merkmalen von Anspruch 1 sowie
einen Greifer mit einem solchen Klemmelement gemäss Anspruch 11. Vorteilhafte Weiterbildungen
ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0007] Das erfindungsgemässe Klemmelement ist an solche Greifer angepasst, bei denen wenigstens
eine Klemmzunge T-förmig gestaltet ist, also zwei von einem zentralen Klemmzungenteil
seitlich abstehende Arme aufweist. Zum lösbaren Befestigen des Klemmelements an der
Klemmzunge dient wenigstens ein Befestigungselement, vorzugsweise sind zwei Befestigungselemente
vorhanden. Mit dem/den Befestigungselement(en) kann das Klemmelement flächig bzw.
an mehreren Befestigungsstellen an der Klemmzunge befestigt werden. Erfindungsgemäss
umfasst das Klemmelement einen länglichen Träger, dessen Breite der Breite der Klemmzunge
im Bereich der Arme im wesentlichen entspricht, der also die Arme über ihre gesamte
Breite abdecken kann. Zur sicheren Halterung eines Gegenstands sind wenigstens zwei
voneinander beabstandete Klemmbereiche vorhanden sind, die so am Träger angeordnet
sind, dass sie sich im Anwendungsfall im Bereich der Arme befinden. Die Klemmbereiche
können durch eine entsprechende Form oder Materialwahl einstückig mit dem Träger realisiert
sein, oder es kann sich um mit dem Träger verbundene Elemente handeln, welche die
Klemmbereiche definieren.
[0008] Die Erfindung schlägt daher vor, statt mehrerer einseitig auf die Klemmzunge aufgesteckter
Klemmelemente einen ausgedehnten Träger zu verwenden, an dem wenigstens zwei Klemmbereiche
realisiert sind und der in geeigneter Weise an den Armen der Klemmzunge befestigt
werden kann.
[0009] Unter Klemmbereich wird derjenige Bereich des Klemmelements verstanden, in dem im
Anwendungsfall die Klemmkräfte auf den gehaltenen Gegenstand hauptsächlich übertragen
werden. Durch die zwei oder mehr unabhängigen Klemmbereiche wird eine auf verschiedene
Bereiche konzentrierte Klemmwirkung realisiert. Eine Verschiebung des Produkts wird
somit auch dann verhindert, wenn dieses in den gehaltenen Bereichen Dickenvariationen
aufweist. Dieses kann dadurch unterstützt werden, dass die Arme federnd am zentralen
Klemmzungenteil angebracht sind und somit zusätzlich Dickenvariationen ausgleichen
können. Die Klemmbereiche unterscheiden sich von den übrigen Bereichen des Trägers
beispielsweise durch einen vergrösserten Querschnitt (z.B. kissenartige Verdickung
im Träger) und/oder durch das Elastizitätsmodul, insbesondere geringere Nachgiebigkeit
in Klemmrichtung. Im Klemmbereich ist vorzugsweise eine gewisse Elastizität/Flexibilität
vorhanden, um durch Anpassung an die Form des Gegenelements oder an das Produkt die
Klemmwirkung über die geklemmte Fläche zu vergleichmässigen und insbesondere eine
parallel zum Produkt bzw. zum Gegenelement verlaufende Frontfläche zu erreichen.
[0010] Indem zwei oder mehr Klemmbereiche an demselben Träger realisiert sind und dieser
den beiden symmetrisch zueinander angeordneten Armen zugeordnet sind, können zusätzlich
solche Kräfte ausgeglichen werden, die im Betrieb auf das Klemmelement wirken und
bei einem beispielsweise nur einem Arm zugeordneten Träger und Klemmbereich zu einem
Ablösen des Trägers führen können.
[0011] Die Art der Befestigung an der Klemmzunge ist vorzugsweise an die Form der Klemmzunge
angepasst, insbesondere wirken die Befestigungselemente form- oder kraftschlüssig
mit der Klemmzunge zusammen, beispielsweise indem sie diese bzw. die beiden Arme zumindest
teilweise zwischen sich einschliessen. Die Befestigungselemente begrenzen vorzugsweise
den Bereich, in dem sich das Klemmelement relativ zur Klemmzunge verschieben kann,
so dass es im Betrieb nicht zu einem unbeabsichtigten Ablösen des Klemmelements kommen
kann. Das Befestigungselement ist beispielsweise flächig-ausgedehnt und erstreckt
sich beispielsweise über die gesamte Breite der Klemmzunge. Alternativ können wenigstens
zwei voneinander beabstandete Befestigungselemente vorhanden sein.
[0012] Als Befestigungselemente können beispielsweise Klammern dienen, mit denen der Träger
auf die Klemmzunge aufgesteckt wird und die sich über die gesamte Breite des Trägers
erstrecken oder die an den Stirnflächen des Trägers angeordnet sein können. Es kommen
auch Befestigungselemente wie Schrauben oder dergleichen oder eine lösbare Rastverbindung
in Frage. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Träger selbst wenigstens bereichweise
flexibel und kann derart verformt werden, dass er unter Krafteinwirkung auf die Klemmzunge
aufgesetzt werden kann und in entspanntem Zustand insbesondere form- oder kraftschlüssig
an dieser gehalten ist.
[0013] Der erfindungsgemässe Greifer hat, wie an sich bekannt, eine erste und eine zweite
Klemmzunge sowie ein Mittel zur Erzeugung einer Klemmkraft, z.B. eine Feder. Die Klemmzungen
weisen an ihren distalen Enden jeweils Klemmelemente auf und sind relativ zueinander
um eine Schwenkachse derart schwenkbar, dass der Greifer in eine offene Konfiguration
bzw. eine geschlossene Konfiguration gebracht werden kann, wobei die Klemmelemente
beider Klemmzungen in der geschlossenen Konfiguration aneinander oder am flachen Gegenstand
anliegen und durch die Klemmkraft gegeneinander gepresst werden. Wenigstens eine der
Klemmzungen weist zwei seitliche Arme auf, so dass eine T-Form gebildet ist. Wenigstens
eines der Klemmelemente ist wie oben beschrieben mit einem länglichen Träger, wenigstens
zwei Klemmbereichen und wenigstens einem Befestigungselement ausgebildet und lösbar
an der T-förmigen Klemmzunge befestigt.
[0014] Bevorzugt erstreckt sich das Klemmelement im wesentlichen über die gesamte Breite
der Klemmzunge einschliesslich der Arme und ist an beiden Armen vorzugsweise lösbar
befestigt.
[0015] Die Erfindung hat den Vorteil, dass die Klemmelemente durch die Kraftverteilung in
zwei Klemmbereiche ein zuverlässiges Festhalten der Gegenstände durch den Greifer
ermöglichen. Sie sind bei Verschleiss oder Verschmutzung leicht auswechselbar, verschieben
sich jedoch im Betrieb nicht oder nur in geringem Mass gegenüber der Klemmzunge.
[0016] Beispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und nachfolgend beschrieben.
Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1a+b
- einen Greifer mit einem Klemmelement in verschiedenen Ansichten;
- Fig. 2a+b
- ein Klemmelement in verschiedenen Ansichten;
- Fig. 3+4
- eine Klemmzunge mit Klemmelement;
- Fig. 5-8
- verschiedene Beispiele für die Gestaltung der Klemmbereiche.
[0017] Fig. 1a+b zeigt einen Greifer 40 mit zwei Klemmzungen 42, 44, die um eine Schwenkachse
S relativ zueinander verschwenkbar sind, in einer Ansicht in Richtung der Schwenkachse
(Fig. 1a) bzw. in Aufsicht senkrecht dazu (Fig. 1b). Mit einem Mittel zur Erzeugung
einer Klemmkraft 46, z.B. einer Feder, werden die distalen Enden der Klemmzungen 42,
44 im geschlossenen Zustand des Greifers gegeneinander bzw. gegen das aufgenommene
Produkt gedrückt. Wie Fig. 1b zeigt, ist eine der Klemmzungen 42 in der Aufsicht T-förmig
gestaltet und weist seitlich abstehende Arme 43, 43' auf. Derartige Greifer sind beispielsweise
aus den eingangs erwähnten Schriften
DE-A 310 2242 und
WO 2007/115421 oder aus der
EP-A 0 600 183 bekannt, auf die hier hinsichtlich der weiteren Konstruktion und Funktionweise verwiesen
wird.
[0018] Um das Produkt nicht zu beschädigen, die Auszugskraft im geschlossenen Zustand zu
vergrössern und die Klemmkraft auf zwei Bereiche zu konzentrieren, sind an den distalen
Enden der Klemmzungen 42, 44 Klemmelemente 1, 1' angeordnet. Das auf die T-förmige
Klemmzunge 42 aufgesetzte Klemmelement 1 ist gemäss der Erfindung gestaltet; das weitere
Klemmelement 1' kann konventionell ausgeführt sein. Das erfindungsgemässe Klemmelement
1 weist einen länglichen Träger 10 auf, der sich über die gesamte Breite (in Richtung
der Schwenkachse S gesehen) der Klemmzunge 42 im distalen Bereich, d.h. einschliesslich
der Arme 43, 43', erstreckt. Der Träger 10 (teilweise gestrichelt gezeichnet) befindet
sich an der in Blickrichtung anderen Seite der Klemmzunge 42. An den aussen liegenden
Enden des Trägers 10 befinden sich zwei Befestigungselemente 30, 30', mit denen der
Träger 10 an der Klemmzunge 42 bzw. an den Armen 43, 43' gehalten ist, insbesondere
auf die Arme 43, 43' aufgesteckt ist. An den äusseren Enden sind ausserdem zwei Klemmbereiche
20, 20' ausgebildet, in denen die Klemmwirkung des Klemmelements 1 am grössten ist.
Indem die Arme 43, 43' beispielsweise federnd an der Klemmzunge 42 angebracht sind
und die Klemmwirkung durch die Form und elastischen Eigenschaften des Klemmelements
1 auf die Klemmbereiche 20, 20' konzentriert wird, können nichthomogene Produktdicken
ausgeglichen und die Produkte sicher gehalten werden.
[0019] Fig. 2a+b zeigt ein Beispiel für ein Klemmelement 1 mit einem länglichen Träger 10,
der hier durch ein Hohlprofil 12 mit mehreren in Längsrichtung durchgehenden Kammern
13 gebildet ist. Der Träger 10 umfasst eine Grundschicht 14 sowie eine sich darüber
wölbende Deckschicht 15. Zwischen Grund- und Deckschicht 14, 15 verlaufen Trennwände
16 schräg zur Grundschicht 14, welche die Kammern 13 voneinander trennen und die Deckschicht
15 auch unter Belastung in einem (variablen) Abstand von der Grundschicht 14 halten.
Die Grundschicht 14 liegt im Anwendungsfall an der Klemmzunge 42 an, und die Deckschicht
15 ist dem zu haltenden Gegenstand bzw. der anderen Klemmzunge 44 zugewandt.
[0020] An den äusseren Enden des Trägers 10 sind zwei Klemmbereiche 20, 20' ausgebildet,
indem der Abstand der Deckschicht 15 von der Grundschicht 14 hier grösser als im mittigen
Bereich ist. Dies ist in Fig. 2b stark übertrieben gezeigt. Die Klemmwirkung wird
daher vor allem in den Endbereichen ausgeübt. Derselbe Effekt könnte beispielsweise
auch bei einer homogenen Dicke des Profils 12 durch unterschiedliche Nachgiebigkeit
in den Endbereichen und im dazwischen liegenden mittleren Bereich erreicht werden,
z.B. indem das Profil 12 nur in den Endbereichen im Inneren mit Trennwänden 16 versehen
ist.
[0021] Die schrägen Trennwände 16 haben unter anderem die Funktion, unterschiedliche Elastizitätsmodule
in den Klemmbereichen 20, 20' zu realisieren, insbesondere ein Herausziehen des zwischen
zwei Klemmelementen 1 gehaltenen Gegenstands entgegen der Orientierung der Trennwände
16 (hier nach unten) zu erschweren und ein Abflachen und damit Vergleichmässigen der
Kraft innerhalb des Klemmbereichs bei Krafteinwirkung in der anderen Richtung zu erleichtern.
Die kissenartige Struktur führt zu einer Abflachung des Klemmbereichs und Vergleichmässigung
der Klemmkraft, auch wenn die Klemmzungen wie im Fall von Fig. 1a unter einem Winkel
aufeinander treffen. Um die richtige Einbaulage sicherzustellen, ist vorliegend eine
Orientierungshilfe 19 am Träger 10 angebracht.
[0022] An den Endbereichen sind an der von der Deckschicht 15 abgewandten Seite des Trägers
10 zwei Befestigungselemente 30, 30' angeordnet. Diese umfassen hier jeweils einen
Hohlkörper 32, 32', der einstückig mit dem Träger 10 gefertigt ist und jeweils einen
Hohlraum 34, 34' umschliesst. Die Form des Hohlraums 34, 34' und der Abstand der Befestigungselemente
30, 30' ist an die Form der Klemmzunge angepasst, hier an davon seitlich abstehende
Arme. Die Hohlräume 34, 34' haben einander zugewandte Öffnungen 36, 36', in die die
Arme im Anwendungsfall eingesteckt werden können, so dass die Klemmzunge zwischen
den Befestigungselementen 30, 30' aufgenommen wird.
[0023] Das Klemmelement 1 ist einstückig aus einem elastischen Material gefertigt, z.B.
einem thermoplastischen Material. Wie in Fig. 2b angedeutet, kann der Träger 10 senkrecht
zu seiner Längsrichtung gebogen werden, um das Klemmelement 1 auf die Arme der Klemmzunge
aufstecken zu können. Um Materialermüdung vorzubeugen, können in der Grundschicht
14 Entlastungsschlitze 17 vorgesehen sein.
[0024] Das Klemmelement 1 kann in Massenproduktion sehr kostengünstig hergestellt werden,
beispielsweise im Spritzgussverfahren. Aus entformungstechnischen Gründen sind die
Stirnflächen des Klemmelements 1 im gezeigten Beispiel offen; sie könnten bei anderer
Herstellung auch geschlossen sein.
[0025] Fig. 3 und 4 zeigen verschiedene Beispiele für Klemmelemente 1, die auf eine Klemmzunge
42, 44 bzw. auf die davon seitlich abstehenden Arme 43, 43' aufgesetzt sind in Ansichten
auf diejenige Seite der Klemmzungen 42, 44, die der jeweils anderen Klemmzunge zugewandt
sind, also auf die Klemmbereiche 20, 20'. In beiden Beispielen werden jeweils zwei
Klemmbereiche 20, 20' ausgebildet, die voneinander beabstandet sind und deren Lage
etwa der der Arme 43, 43' entspricht. Die Klemmbereiche 20, 20' sind durch den länglichen
Träger 10 miteinander verbunden bzw. sind ein Teil des Trägers 10. Der Träger 10 kann
ausserhalb der Klemmbereiche 20, 20' einfach eine Materialbrücke sein.
[0026] Im Beispiel von Fig. 3 sind die Endbereiche des Trägers 10 an der rückwärtigen Seite
der Klemmbereiche 20, 20' nach Art einer Hülse als Befestigungselemente gestaltet,
z.B. wie in Fig. 2a+b gezeigt, und sind auf die Arme 43, 43' aufgesteckt. Der langgestreckte
Träger 10 bzw. die Materialbrücke verhindert, dass sich das gesamte Klemmelement 1
von der Klemmzunge 42, 44 lösen kann; ein gewisses Spiel in Richtung der Achse S ist
jedoch möglich.
[0027] Fig. 4 zeigt, dass die Arme 43, 43' auch als ein separates Bauteil gefertigt sein
können, welches auf die eigentliche Klemmzunge 42, 44 aufgesetzt ist. Fig. 4 zeigt
eine alternative Befestigung des Klemmelements 1 an den Armen, nämlich mit an den
Endbereichen angebrachten Haken oder Clips, die die Arme in Richtung der Achse S umgreifen
und zwischen sich aufnehmen.
[0028] Fig. 5-8 zeigen in Seitenansicht verschiedene Beispiele für die Gestaltung der Klemmelemente
1 in den Klemmbereichen 20, 20'. Das Klemmelement 1' der zweiten Klemmzunge 44 ist
in allen Figuren ein Profil mit einem Hohlraum, das am wie in Fig. 4 separat gestalteten
Arm beispielsweise angeformt ist. Das Hohlprofil weist eine elastisch deformierbare
Deckschicht auf, die gegen das Klemmelement 1 der ersten Klemmzunge 42 gerichtet ist
und somit die Auflagefläche des Klemmelements 1' bildet.
[0029] Die in den Fig. 5 bis 8 dargestellten Klemmelemente 1.1 bis 1.4 der ersten Klemmzunge
42 sind separat auch dreidimensional dargestellt.
[0030] Das Klemmelement 1.1 gemäss Figur 5 ist vom freien Armende her auf beide Arme 43,
43' aufsteckbar. Es weist dafür einen rohrförmigen, beschränkt elastischen Träger
10 auf. In den Endbereichen des rohrförmigen Trägers 10 ist eine innere Platte 51
angeordnet, die in ihrer Mitte eine Kugelkalotte 52 aufweist. Die Arme 43, 43' weisen
an einer entsprechenden Stelle eine der Kugelkalotte 52 entsprechende Vertiefungen
53 auf, deren Tiefe etwas kleiner ist als die Höhe der Kugelkalotte 52. Wenn das Klemmelement
1.1 auf den Armen 43, 43' aufgesteckt ist, sind die Kugelkalotten 52 in den Vertiefungen
53 positioniert, so dass die Platte 51 über ein Kugelgelenk auf dem Arm 30 gelagert
ist. Die innere Platte 51 kann sich dadurch in allen Richtungen an die Auflagefläche
einer Gegen-Klemmbacke oder an einen erfassten Gegenstand anpassen.
[0031] In Figur 5 ist zusätzlich auf der einem erfassten Gegenstand abgewandten Seite des
Armes 43, 43' eine Anformung 55 dargestellt, die in Kooperation mit einer Ausbuchtung
56 des rohrförmigen Trägers 10 das Klemmelement 1.1 am Arm fixiert.
[0032] Das in der Figur 6 dargestellte Klemmelement 1.2 entspricht im Prinzip dem in Fig.
2a+b gezeigten. Es ist ebenfalls von beiden Seiten auf die Arme 43, 43' aufsteckbar
und weist dafür einen rohrförmigen, beschränkt elastischen Träger 10 auf. An diesem
Trägerteil 10 ist ein seitlich offenes, beispielsweise mehrkammeriges Hohlprofil 12
angeordnet, das eine kissenförmige Auflagefläche auf vorteilhafterweise schiefen Stützen
13 bildet.
[0033] Fig. 6 illustriert, dass die Frontfläche des Klemmelements 1 im Klemmbereich 20 an
das gehaltene Produkt bzw. das Gegenelement 1' angepasst wird, obwohl die beiden Klemmzungen
42, 44 im Klemmbereich 20 unter einem Winkel aufeinander treffen. Die Frontfläche
im Klemmbereich 20 verläuft daher bei Krafteinwirkung unter einem Winkel zur Fläche
des eigentlichen Trägers 10. Dies wird durch die Flexibilität des Klemmelements 1
im Klemmbereich 20 ermöglicht, hier durch das in Kammern 12 unterteilte Profil und
Verwendung eines elastischen Materials. Die Kraftverteilung ist damit gleichmässig
und schonend für das Produkt. Fig. 6 zeigt auch, dass die Kammerwände 13 einen Widerstand
bilden, der das Herausziehen des Produkts nach unten erschwert.
[0034] Das in der Figur 7 dargestellte Klemmelement 1.3 besteht im wesentlichen aus einem
Träger 10, an dem zwei allseitig geschlossenes und mit einer Flüssigkeit gefüllte
flache Kissen 62 angebracht sind, welche die Klemmbereiche 20, 20' definieren. Der
Träger 10 wird durch hier nach Art einer Schiene ausgebildete Befestigungselemente
32 an den Armen 43, 43' befestigt. Statt dem Kissen 62 könnte auch ein flacher Block
63 eines elastisch deformierbaren (z.B. viskoelastisch deformierbaren) Material verwendet
werden (Fig. 8).
1. Klemmelement (1) zum Aufsetzen auf eine Klemmzunge (42, 44) eines Greifers (40) zum
Ergreifen eines Gegenstands, wobei die Klemmzunge (42, 44) T-formig mit zwei seitlich
von einem zentralen Klemmzungenteil abstehenden Armen (43, 43') ausgebildet ist, wobei
das Klemmelement (1) wenigstens ein Befestigungselement (30, 30') zum lösbaren Befestigen
des Klemmelements (1) an der Klemmzunge (42, 44) und wenigstens einen Klemmbereich
(20, 20'), in dem das Klemmelement im Anwendungsfall mit einem ergriffenen Gegenstand
bzw. eine Gegenklemmzunge zusammenwirkt, umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmelement (1) einen länglichen Träger (10), dessen Breite der Breite der Klemmzunge
(42, 44) im Bereich der Arme (43, 43') im wesentlichen entspricht, umfasst und dass
wenigstens zwei voneinander beabstandete Klemmbereiche (20, 20') vorhanden sind, die
so am Träger (10) angeordnet sind, dass sie sich im Anwendungsfall im Bereich der
Arme (43, 43') befinden.
2. Klemmelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmbereiche (20, 20') durch eine elastisch verformbare, insbesondere kissenartige
Verdickung am Träger (10) gebildet sind.
3. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmbereiche durch zwei elastische Körper gebildet sind und der Träger eine
Materialbrücke, die die elastischen Körper starr oder elastisch miteinander verbindet,
umfasst.
4. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Form einer Frontfläche des Trägers (10) in den Klemmbereichen (20, 20') unter
Krafteinwirkung variabel ist, insbesondere an die Form und Lage des ergriffenen Gegenstands
bzw. an eine Gegenklemmzunge anpassbar ist.
5. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger ein Hohlprofil (12) mit einer Grundschicht (14) und einer davon beabstandeten
elastisch verformbaren Deckschicht (15) umfasst, wobei der Abstand zwischen Grundschicht
(14) und Deckschicht (15) in den Klemmbereichen (20, 20') gegenüber den übrigen Bereichen
des Trägers vergrössert ist.
6. Klemmelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlprofil (12) wenigstens in den Klemmbereichen (20, 20') mehrere Kammern (13)
mit vorzugsweise schräg zur Grundschicht (14) bzw. Deckschicht (15) orientierten Trennwänden
(16) aufweist.
7. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Befestigungselemente (30, 30') vorhanden sind, die am Träger (10) an den in
seiner Längsrichtung äusseren Enden angeordnet sind.
8. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (10) als Ganzes elastisch verformbar, insbesondere senkrecht zu seiner
Längsrichtung biegbar ist.
9. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (30, 30') durch Aussparungen (34, 34') im Träger (10) gebildet
sind, wobei die Aussparungen (34, 34') einander zugewandte, in Längsrichtung orientierte
Öffnungen (36, 36') aufweisen, deren Form vorzugsweise an die an der Klemmzunge (42,
44) seitlich angeordneten Arme (43, 43') derart angepasst ist, dass die Arme (43,
43') in die Aussparungen (34, 34') einsteckbar sind.
10. Klemmelement nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es wenigstens in den Klemmbereichen (20, 20') derart behandelt ist, dass es farbabstossend
wirkt, insbesondere indem es eine Antihaftbeschichtung aufweist oder aus einem Material
mit geringer Haftung hergestellt ist.
11. Greifer (40) zum Erfassen von flachen Gegenständen, insbesondere Druckereiprodukten,
mit einer ersten und einer zweiten Klemmzunge (42, 44) sowie einem Mittel (46) zur
Erzeugung einer Klemmkraft, wobei die Klemmzungen (42, 44) an ihren distalen Enden
jeweils Klemmelemente (1, 1') aufweisen und relativ zueinander um eine Schwenkachse
(S) derart schwenkbar sind, dass der Greifer (40) in eine offene Konfiguration bzw.
eine geschlossene Konfiguration gebracht werden kann, wobei die Klemmelemente (1,
1') beider Klemmzungen (42, 44) in der geschlossenen Konfiguration aneinander oder
am flachen Gegenstand anliegen und durch die Klemmkraft gegeneinander gepresst werden
und wobei wenigstens eine Klemmzunge T-förmig mit zwei seitlich von einem zentralen
Klemmzungenteil abstehenden Armen (43, 43') ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Klemmelemente (1, 1') gemäss einem der Ansprüche 1-10 ausgebildet
und lösbar an der T-förmigen Klemmzunge (42, 44) befestigt ist.
12. Greifer nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Befestigungselement (30, 30') form- und/oder kraftschlüssig mit
der Klemmzunge (42, 44) bzw. den Armen (43, 43') zusammenwirkt.