[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage, insbesondere mit einem grubenlosen Aufzugsschacht,
und technische Sicherungsmassnahmen gegen das Abstürzen von Fahrgästen in eine Schachttüre
oder in den Aufzugsschacht.
[0002] Als Normal-Anhalteposition ist im Folgenden eine Position der Aufzugskabine zu verstehen,
bei der das Niveau ihres Kabinenbodens mit dem Niveau des Bodens eines jeweiligen
Stockwerks im Wesentlichen übereinstimmt. Die Aufzugskabinen bleiben jedoch in Notsituationen
oder bei Stromausfällen in Positionen stehen, die von diesen Normal-Anhaltepositionen
abweichen. In diesen ungewollten Stillstandspositionen und insbesondere in solchen
Stillstandspositionen, in denen der Kabinenboden versetzt oberhalb einer Stockwerksöffnung
zum Stehen kommt, sind die Fahrgäste bei einem eigenständig unternommenen Rettungsversuch
oder bei einer Bergung durch Rettungspersonal aus der Kabine heraus einer hohen Absturzgefahr
in eine Schachttüre oder den Aufzugsschacht ausgesetzt. Zur Vermeidung dieser Gefahr
sind allgemein aus dem Stand der Technik Sicherheitsschürzen bekannt. Diese sind in
der Regel aus einem starken Blech, das an der Unterseite des Kabinenbodens befestigt
ist, genauer gesagt unterhalb der stockwerksseitigen Türschwellen-Kante der Kabine.
Es sind Sicherheitsschürzen bekannt, die aus Elementen bestehen, die sich teleskopartig
ineinander schieben oder als mechanische Klappen ausgestaltet sind. Solche technische
Lösungen sind jedoch hinsichtlich Geräuschentwicklung, Wartungserfordernis und Kostenverursachung
nachteilig. Zur Vermeidung dieser Nachteile sind starre, einstückig ausgeformte Sicherheitsschürzen
bevorzugt. Bei einer Kabinen- bzw. Schachttür-Höhe von üblicherweise ca. 2 m, muss
die Sicherheitsschürze zur Vermeidung der Absturzgefahr von Passagieren in den Aufzugsschacht
mindestens 1 m lang sein. Dieses wiederum bedeutet, dass im Falle einer starren Sicherheitsschürze
der Aufzugsschacht eine Schachtgrube unterhalb der untersten Normal-Anhalteposition
der Kabine aufweisen muss, die die Sicherheitsschürze aufnimmt. Eine so tiefe Schachtgrube
ist jedoch bei gewissen baulichen Gegebenheiten gar nicht realisierbar oder verursacht
zumindest Mehrkosten.
[0003] In der europäischen Veröffentlichung
EP1340707A1 ist eine Aufzugsanlage offenbart, die im Lichte der gleichen Problemstellung wie
bei der vorliegenden Anmeldung Folgendes offenbart: Zur Vermeidung der Absturzgefahr
wird immer noch eine Sicherheitsschürze vorgeschlagen, die aber auf ca. 15-30 cm verkürzt
ist, weil als zusätzliche technische Sicherungsmassnahme Ver- und Entriegelungssperren
vorgesehen sind, die das Öffnen der Kabinen- und/oder Schachttüren verhindern oder
beschränken.
[0004] Aus
JP04080191A ist eine Aufzugsanlage bekannt, die ebenso eine Sicherheitsvorrichtung umfasst. Bei
dieser Aufzugsanlage ist am Kabinentür-Türflügel ein Kopplungselement vorhanden, das
den Kabinentür-Türflügel mit einem gegenüberliegenden Schachttür-Türflügel koppelt,
wenn sich die Aufzugskabine auf einem Schachttür- bzw. Stockwerksniveau befindet.
Zwischen vertikal benachbarten Schachttüren ist jeweils eine vertikale Anschlagplatte
an der türseitigen Innenwand des Aufzugsschachts befestigt. Diese Anschlagplatte begrenzt
eine Öffnungsbewegung eines am Schachttür-Türflügel fixierten Kopplungselements, und
damit des Schachttür-Türflügels selbst, wenn die Aufzugskabine so weit unterhalb einer
Schachttüre zugeordneten Normal-Anhalteposition angehalten hat, dass sich die Horizontalprojektionen
des Kopplungselements und der Anschlagplatte überlagern.
[0005] Bei der Aufzugsanlage gemäss
JP04080191A wird zur Vermeidung des Öffnens der Türen in unvorhergesehenen Positionen gemäss
Beschreibung eine Anschlagplatte "zwischen den Einstiegen" montiert. Die Fig. 1 hingegen
zeigt eine Anschlagplatte, die nicht die gesamte Höhe zwischen den Schachttüren abdeckt.
Unter der Anschlagplatte ist an der Schachtwand eine Abdeckplatte eingezeichnet, und
die Aufzugskabine weist eine Sicherheitsschürze auf. Dieses offenbart somit eine Sicherheitsvorkehrung
für Stillstandspositionen der Kabine unterhalb der Normal-Anhaltepositionen. Anscheinend
nicht verhindert bzw. begrenzt wird jedoch das Öffnen der Kabinentüre und der Schachttüre,
wenn die Aufzugskabine zu weit oberhalb der Normal-Anhalteposition steht. In dieser
Situation jedoch besteht die Gefahr, dass ein Fahrgast beim Versuch, vom Kabinenboden
auf den Stockwerksboden auszusteigen, durch die unterhalb der Kabinentürschwelle liegende
Schachttür-Öffnung in den offenen Aufzugsschacht stürzt. Ein solcher Sturz in den
Aufzugsschacht könnte zwar durch eine ausreichend hohe Sicherheitsschürze verhindert
werden, die an der Kabinentürschwelle der Aufzugskabine fixiert ist und sich von dort
um mindestens einen Meter nach unten erstreckt. Eine solche Sicherheitsschürze bedingt
jedoch erneut eine entsprechend tiefe Schachtgrube unterhalb des Niveaus der untersten
Schachttüre. Die Lösung gemäss
JP04080191A erfordert ausserdem relativ lange Anschlagplatten in jedem Zwischenraum zwischen
den Schachttüren, wobei die Anschlagplatten mit beträchtlichem Aufwand an der Schachtwand
befestigt und ausgerichtet werden müssen. Nachteilig ist auch, dass bei Aufzugsanlagen
mit unterschiedlichen Höhen zwischen den Stockwerken die Längen der Anschlagplatten
diesen unterschiedlichen Höhen zwischen den Stockwerken angepasst sein müssen.
[0006] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Aufzugsanlage mit einer Sicherheitsvorrichtung
vorzuschlagen, bei der eine erhöhte Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet ist. Besonders
bevorzugt öffnen sich Kabinentüre und/oder die Schachttüre(n) nur, wenn sich die Kabine
in einer regulären Normal-Anhalteposition befindet; andererseits wird das Öffnen der
Kabinentüre und/oder der Schachttüre(n) ausserhalb der Normal-Anhaltepositionen behindert.
Dabei soll aus den oben angegebenen Gründen auf eine unterhalb der Kabinentürschwelle
angebrachte Sicherheitsschürze weitgehend verzichtet werden. Ausserdem soll die vorgeschlagene
Lösung mit geringerem Material- und Montageaufwand realisierbar sein, wobei unterschiedliche
Stockwerkshöhen nicht unterschiedliche Komponenten der Sicherheitsvorrichtung erforderlich
machen sollen.
[0007] Die Lösung der Aufgabe besteht in einer erfindungsgemässen Aufzugsanlage mit technischen
Mitteln, die Normal-Anhaltepositionen für die Aufzugskabine definieren. Ausserhalb
dieser Normal-Anhaltepositionen verhindern erfindungsgemäße Sperrvorrichtungen ein
Öffnen der Türen.
[0008] Die Aufzugsanlage weist beispielsweise mehrere, übereinander angeordnete Schachttüren
mit jeweils mindestens einem horizontal verschiebbaren Schachttür-Türflügel, sowie
mit einer Aufzugskabine mit einer Kabinentüre mit mindestens einem horizontal verschiebbaren
Kabinentür-Türflügel auf, wobei am Kabinentür-Türflügel ein sich vertikal erstreckendes
Sperrlineal als Anschlagmittel angebracht ist und jeweils zwei vertikal voneinander
beabstandete, ortsfeste Anschlagnocken so auf einer zwischen den Schachttür-Türflügeln
liegenden Höhe befestigt sind, dass jeweils einer der Anschlagnocken die horizontale
Öffnungsbewegung des Sperrlineals und damit des Kabinentür-Türflügels begrenzt. Die
eben beschriebene Sperrvorrichtung gebildet aus Sperrlineal und Anschlagmittel kann
auch umgekehrt angeordnet sein, d.h. das Sperrlineal ortsfest an Schachttürwand oder
an dem oder den Schachttür-Türflügeln und das oder die Anschlagmittel an der Aufzugskabine.
Jedenfalls soll die Versperrung vorzugsweise nur dann stattfinden, wenn die Position
der Aufzugskabine in positiver oder negativer Vertikalrichtung, d.h. in Aufwärts-
oder Abwärtsrichtung, um eine definierte Mindestdistanz von der Normal-Anhalteposition
abweicht.
[0009] Durch die Erfindung werden im Wesentlichen die folgenden Vorteile erreicht:
[0010] Die erfindungsgemässe Aufzugsanlage benötigt keine ausgedehnte Sicherheitsschürze
und somit auch nicht unbedingt einen Aufzugsschacht mit einer Schachtgrube. Die Höhe
des Aufzugsschachts kann dem tatsächlichen Hub der Aufzugskabine (maximaler Aufzugsweg
genannt) plus der Höhe eines normalerweise darüber angeordneten Motorraums entsprechen.
[0011] Die Passagiere werden im Fall eines nicht vorgesehenen Halts der Aufzugskabine ausserhalb
der Normal-Anhalteposition nicht nur bei zu tief stehender Aufzugskabine vor einem
Sturz in den Raum zwischen Aufzugskabine und Schachtwand bewahrt, sondern auch bei
einer zu hoch stehenden Aufzugskabine, also vor der Gefahr eines Sturzes auf den Stockwerksboden
im Bereich der Schachttürschwelle und von dort aus in den offenen Spalt zum Aufzugsschacht.
Die Fahrgäste werden vielmehr einer Absturzgefahr aufgrund einer Stillstandsposition
der Aufzugskabine ausserhalb einer Normal-Anhalteposition überhaupt nicht mehr ausgesetzt.
[0012] Die Sicherheitsvorrichtung ist mit geringerem Material- und Montageaufwand realisierbar,
da in einer speziellen Ausführungsform nur ein einziges Anschlagmittel, das Sperrlineal
an der Kabinen- oder Schachttüre, mit einer Länge von mehr als 1 m erforderlich ist
und die übrigen Anschlagmittel, die Anschlagnocken, nur geringe Längen, typischerweise
von weniger als 50 mm, aufweisen. Die Anschlagnocken sind daher einfacher zu montieren,
da im Wesentlichen nur auf ihre korrekte Position und nicht auf genaue vertikale Ausrichtung
zu achten ist.
[0013] Auch bei unterschiedlichen Höhen zwischen den Stockwerken bzw. längeren schachttürlosen
Schachtabschnitten sind stets Anschlagmittel (Anschlagnocken) von einheitlicher Länge
verwendbar.
[0014] Durch die mechanischen Vorrichtungen zum Blockieren der Türen (sei es der Kabinen-
oder der Schachttüren) ausserhalb der Normal-Anhaltepositionen wird ein Öffnen ausserhalb
der Normal-Anhaltepositionen verhindert.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor und sind im Folgenden beschrieben.
[0016] Die Anschlagnocken sind vorzugsweise an der Aufzugskabine und das Sperrlineal an
einem Schachttürflügel angeordnet. Die Anschlagnocken können aber auch an den Schachttür-Türflügeln
oder an der Schachtwand, d.h. ortsfest, angeordnet sein und mit einem Sperrlineal
an der Kabinentüre zusammenwirken. Aber auch eine umgekehrte Anordnung mit einem ortsfesten
Sperrlineal an der Schachtwand und Anschlagnocken an der Kabine (z.B. in Form eines
Sperrriegels an der Kabinentüre) sind denkbar. Erfindungsgemäss entscheidend ist eine
durch die Anordnung Anschlagnocken-Sperrlineal geschehende Definition der Normal-Anhaltepositionen
und eine Öffenbarkeit der Türen in diesen und ausserhalb nicht. Dieses kann in der
Weise geschehen, dass die Türen grundsätzlich (abgesehen von einer Notentriegelung)
nicht öffenbar sind und nur in den Normal-Anhaltepositionen überhaupt ein Öffnungsmechanismus
(z.B. durch das Entriegeln eines Sperrriegels) zum Greifen kommt. Es kann jedoch auch
in der Weise geschehen, dass ausserhalb der Normal-Anhaltepositionen aktiv ein Blockiermechanismus
greift, jedoch nicht in den Normal-Anhaltepositionen.
[0017] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass an der Schachttüre oder
an einem Schachttür-Türflügel ein Sperrlineal vorhanden ist, das mit einem als Anschlagnocken
dienenden Sperrriegel in Wechselwirkung tritt, wenn die Aufzugskabine an der Schachttüre
vorbeifährt. Der Sperrriegel sitzt in diesem Fall vorzugsweise an der Aufzugskabine
(z.B. an der Kabinentürschwelle) im Bereich der Kabinentüre. Der Sperrriegel blockiert
die Kabinentüre im Normalfall. Nur wenn die Aufzugskabine eine Normal-Anhalteposition
erreicht (die durch die Länge des Sperrlineals definiert ist), wird die Kabinentüre
entriegelt und lässt sich öffnen.
[0018] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung sieht ein Versperren der Schachttür-Türflügel
vor, wenn die Aufzugskabine in die Nähe der Schachttüre kommt. Mittels eines Sperrlineals
an den Schachttür-Türflügeln und einem Anschlagnocken an der Aufzugskabine, beispielsweise
an der Türschwelle der Aufzugskabine, lässt sich Folgendes erreichen: Die Aufzugskabine
nähert sich beispielsweise von oben einer Schachttüre. Noch vor Erreichen der Normal-Anhalteposition
ergibt das Mass der Versetzung zwischen Schachttür-Plafond und Kabinenboden-Oberseite
eine (obere) Spalthöhe, die ab dann als kritisch einzustufen ist, sobald eine Person
- bei offenen Türen - durchpassen würde. Ab diesem Ausmass der Spalthöhe (bzw. dem
Mass der Versetzung Schachttüre-Aufzugskabine) beginnt das Anschlagmittel an der Aufzugskabine
mit dem Sperrlineal an den Schachttür-Türflügeln so zu überlappen, dass ein Öffnen
der Schachttür-Türflügel blockiert ist. Auf dem weiteren Abwärtsweg der Aufzugskabine
hält die Überlappung zwischen Anschlagmittel und Sperrlineal so lange an, bis die
Aufzugskabine das kritische Versetzungsmass zwischen Schachttüre und Aufzugskabine
wieder verlassen hat. Dieses wiederum ist dann der Fall, wenn das Mass der (unteren)
Spalthöhe zwischen Kabinenboden-Unterseite und Schachttür-Boden so gering geworden
ist, dass eine Person nicht mehr durchpassen würde. Danach erst, bei der weiteren
Abwärtsbewegung, würde die Aufzugskabine ihre Normal-Anhalteposition erreichen. Bei
einer Aufwärtsbewegung der Aufzugskabine würde in Analogie zum eben Beschriebenen
das Gleiche passieren.
[0019] Ausschlaggebend für das Mass der noch zugelassenen oberen Spalthöhe, für die Dauer
der Versperrung der Schachttüren und für das Mass der noch zugelassenen unteren Spalthöhe
ist die Länge des Sperrlineals. Mit anderen Worten gesagt, definiert das Mass der
oberen bzw. unteren Spalthöhe, die man gerade noch zulässt, weil eine Person wünschenswerterweise
nicht durchpasst, einen kritischen Bereich beim Passieren der Aufzugskabine vorbei
an der Schachttüre. Dieser kritische Bereich kann allgemein als Δ
K, als eine Differenz zwischen y und x definiert werden, wobei y die Abmessung der
Schachttür-Höhe abzüglich der oberen Spalthöhe und x die untere Spalthöhe plus der
Dicke des Kabinenbodens ist. Die untere und obere Spalthöhe können gleich gewählt
sein, müssen aber nicht, je nachdem, ob man feststellt, dass z.B. ein unterer Spalt
ein höheres Gefahrenpotenzial in sich birgt. Eine Spalthöhe, durch die eine Person,
auch ein Kind, gerade nicht mehr durchpasst, kann beispielsweise 150 mm betragen.
[0020] Die so definierte Anordnung bzw. Länge des kritischen Bereichs Δ
K wiederum ist ausschlaggebend für die Anordnung bzw. Länge des Sperrlineals. Im Falle
der Anordnung eines Anschlagnockens an der Unterkante des Kabinenbodens berechnet
sich die Länge des Sperrlineals, um dem kritischen Bereich Δ
K zu entsprechen, nach der allgemeinen Formel Schachttür-Höhe minus obere Spalthöhe
minus untere Spalthöhe minus Dicke des Kabinentür-Bodens minus Dicke des Anschlagmittels.
Die beschriebene Ausgestaltung der Erfindung stellt gegenüber Ausgestaltungsvarianten,
bei denen die Kabinen- oder Schachttür-Türflügel generell ausserhalb der Normal-Anhaltepositionen
gesperrt sind, insofern eine eingeschränkte Untervariante dar, als dass nur bei der
(Schacht-)Türe eine Sicherheitsvorkehrung getroffen ist, bei der sich die Aufzugskabine
gerade befindet. Alle anderen Schachttüren wären entriegelt und stellen dadurch eine
Gefahr für Abstürze aus den Schachttüren in den Aufzugsschacht auf dessen Boden oder
auf die Aufzugskabine dar. Um jedoch auch diesem Sicherheitsaspekt zu genügen, kann
die Aufzugsanlage so ausgestaltet sein, dass beim Öffnen der Schachttür-Türflügel
einen Widerstand überwinden werden muss. Dieser Widerstand könnte vorzugsweise mechanisch-hydraulisch
oder mechanisch-pneumatisch (z.B. gasfederbewehrt) ausgestaltet sein und so hoch ausgelegt
sein, dass eine Person von der Schachttüre heraus die Kraft zum Öffnen der Türen nicht
aufbringen kann, aber die maschinell betriebenen Mitnehmer an den sich öffnenden Kabinentür-Türflügeln
sehr wohl.
[0021] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass keine Sperrlineale, sondern
sowohl auf der Schachtwand, als auch auf der Kabinenwand Anschlagnocken verwendet
werden.
[0022] Eine Untervariante sowohl der Ausgestaltungsvariante mit Sperrlineal und Anschlagnocken,
als auch der Ausgestaltungsvariante nur mit Anschlagnocken wiederum kann so ausgestaltet
sein, dass sich sowohl an der Unter- als auch an der Oberkante der Aufzugskabine ein
(oder auch mehrere) Anschlagnocken befindet (befinden). Gleichzeitig können auch an
der Ober- und Unterkante der Schachttüren Anschlagnocken angeordnet sein. Diese Anordnung
von Anschlagnocken erlaubt eine Erfassung der Normal-Anhaltepositionen, z.B. dadurch,
dass erst dann die Öffenbarkeit der Türen eintritt, wenn die jeweiligen oberen und
die jeweiligen unteren Anschlagnocken korrespondieren. Dieses Korrespondieren kann
auf unterschiedlichste Weisen geschehen, wie z.B. mittels einer mechanischen Formschlüssigkeit,
elektrischer oder elektro- oder dauermagnetischer Schalter oder mittels Lichtschranken
oder mittels optischer Erfassung der Kabine. Erfindungsgemäss entscheidend ist, dass
das Korrespondieren z.B. eines unteren Anschlagnockens an der Kabine mit einem oberen
Anschlagnocken an der Schachttüre noch zu einer Nein-Schaltung führt. Erst das darauffolgende
Korrespondieren des unteren Kabinen-Anschlagnockens mit einem unteren Schachttür-Anschlagnocken
führt zu einer Ja-Schaltung. Unter Schaltung kann hierbei generell ein Schaltbefehl
an eine zentrale Steuerung der Aufzugsanlage oder ein direktes Eingreifen in die Türmechanik
verstanden werden. Abgesehen von elektrisch, magnetisch, elektronisch, optisch unterstützten
Erfassungen der Normal-Anhaltepositionen oder Kombinationen hiervon, kann auch eine
rein mechanische Lösung insofern getroffen werden, als dass die Anschlagnocken selbst
drei Schaltpositionen erlauben. Wenn man z.B. alleine den unteren Anschlagnocken an
der Kabine betrachtet, so kann er z.B. in der obersten Normal-Anhalteposition der
Kabine, korrespondierend mit dem unteren Anschlagnocken an der unteren Kante der obersten
Schachttüre, eine erste Schaltposition "JA" im Sinne einer Öffenbarkeit der Türen
einnehmen. Fährt die Kabine nun abwärts los, verlässt der Anschlagnocken an der Kabinenunterkante
den (in diesem Falle jetzt mechanischen) Einfluss des unteren Anschlagnockens der
obersten Schachttüre und schaltet dadurch, z.B. als federbewehrte Ratschenschaltung
ausgestaltet, auf eine zweite, nämlich eine Schaltposition "NEIN" für die Öffenbarkeit
der Kabinentüren. Die dritte Schaltposition (die die Türen aber immer noch blockiert)
tritt ein, weil der untere Anschlagnocken an der Kabinenunterseite auf seinem Abwärtsweg
zwar einen Schachttüren-Anschlagnocken passiert, aber noch nicht den richtigen. Der
untere Anschlagnocken an der Unterseite der Kabine (oder/und auch Anschlagnocken an
der Oberseite der Kabine) beschreiben somit bei einer Kabinenfahrt zyklische Abfolgen
von NEIN (Tür zu)-VORSTUFE zum JA (aber Tür zu)-JA (Tür offen).
[0023] Eine andere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass eine Notentriegelung aller
Schachttüren ausser derjenigen stattfinden kann, in deren Nähe die Aufzugskabine unvorhergesehen
stillsteht. Dieses ist so ausgestaltet, dass die Schachttüren grundsätzlich immer
zu sind, jedoch mit einem Schlüssel vom jeweiligen Stockwerk aus oder zentral von
einer anderweitig platzierten Stelle aus geöffnet werden können. Dieses soll erfindungsgemäss
jedoch nicht für diejenige Schachttüre der Fall sein, vor der die Aufzugskabine in
einer von der Normal-Anhalteposition abweichenden Position stehengeblieben ist. Technisch
kann dieses im Falle einer Ausgestaltung mit einem Sperrlineal und Anschlagnocken
folgendermassen bewerkstelligt sein: Die Kabinentüre und die Schachttüren haben korrespondierende
Mitnehmer, sofern sich die Aufzugskabine in einer Normal-Anhalteposition befindet.
Wenn dieses jedoch nicht der Fall ist, dann blockieren sich das Sperrlineal und der
Anschlagnocken. Die Kabinen- bzw. Schachttür kann nicht geöffnet werden. Das geschlossene
Sperrlineal kann jedoch in dieser Stellung auch selber Sperre für einen Schachtwand-Anschlagnocken
sein, der bei der Notentriegelung eine zur Kabinentür-Öffnung gegenläufige Bewegung
beschreibt. Dadurch wäre die Notentriegelung bei der "kritischen" Schachttüre blockiert,
bei allen anderen jedoch nicht.
[0024] Eine weitere technische Lösung für eine Notentriegelung, die bei der "kritischen"
Schachttüre ausser Funktion gesetzt ist, ist die Schachttür-Türflügel mit einem Anschlaglineal
auszustatten, das auf einen fixen Anschlag an der Aufzugskabine (z.B. an der Kabinentürschwelle)
auftrifft.
[0025] Im Falle einer Ausgestaltung der Aufzugsanlage ohne Sperrlineal (nur mit Anschlagnocken)
können auch die Schachttür-Anschlagnocken eine Schaltung aufweisen, die die Öffnung
der Schachttüren freigibt oder nicht. Ein Schachttür-Anschlagnocken, an dem zwei Kabinen-Anschlagnocken
passiert sind, sperrt hierbei die Schachttür, nicht jedoch den Mechanismus der Notentriegelung.
Wenn hingegen nur ein Kabinen-Anschlagnocken (der untere oder der obere) einen Schachttür-Anschlagnocken
passiert hat, dann ist die Schachttüre auch zu, aber zusätzlich bleibt hier der Notentriegelungsmechanismus
wirkungslos.
[0026] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht eine an einem anderen Ort als in der
Kabine platzierte Notentriegelung der Kabinentüren vor. Sie könnte beispielsweise
funkgesteuert funktionieren. Darüber hinaus einen Kondensator-Betrieb, der auch bei
Stromausfall und unabhängig von einem Notstromaggregat ein Verfahren der Kabine bis
zu der nächsten Normal-Anhalteposition gewährleistet.
[0027] Vorteile beim Evakuieren von Passagieren aus Aufzugskabinen, die zu weit von einer
Normal-Anhalteposition entfernt blockiert sind, bringt eine Ausführungsform der Erfindung,
bei der die Anschlagnocken gegenüber dem Sperrlineal in Öffnungsrichtung des Kabinentür-Türflügels
so weit versetzt angeordnet sind, dass eine Begrenzung der Öffnungsbewegung erst stattfindet,
wenn ein Kabinentürspalt von mindestens 30 mm vorhanden ist. Dadurch lässt sich in
der erwähnten Situation der Kabinentür-Türflügel und durch das Wartungspersonal auch
der zugeordnete Schachttür-Türflügel bis auf eine noch genügend Sicherheit gewährleistende
Türspaltbreite öffnen, sodass das Wartungspersonal die eingeschlossenen Fahrgäste
über den Ablauf der vorgesehenen Evakuierung informieren und beispielsweise mit Verpflegung
versorgen kann.
[0028] Gemäss einer Ausgestaltung der Erfindung sind die ortsfesten Anschlagnocken an ortsfesten
Elementen der Schachttüren, beispielsweise an den Schachttür-Türschwellen, an den
Türkämpfern oder an Verkleidungselementen fixiert. Dadurch wird erreicht, dass die
Anschlagmittel nicht bei der Montage an der Schachtwand befestigt werden müssen, deren
Lage in Bezug auf die Schachttüren und die Kabinentüre stark variieren kann. Aufwändige
Bohr- und Ausrichtarbeiten bei der Montage lassen sich dadurch vermeiden.
[0029] Die Anschlagnocken können so platziert sein, dass eine Schachttüre, vor der die Aufzugskabine
eine Position einnimmt, in der ein Anschlagnocken die vollständige Öffnungsbewegung
des Sperrlineals und des Kabinentür-Türflügels verhindert, durch Wartungspersonal
ganz geöffnet werden kann. Dieses unter der Bedingung, dass die Aufzugskabine so weit
von der Normal-Anhalteposition entfernt steht, dass die Mitnehmervorrichtung zwischen
Kabinentür-Türflügel und Schachttür-Türflügel nicht mehr im Eingriff ist. Durch die
vollständig geöffnete Schachttüre hat das Wartungspersonal bei blockierter Aufzugskabine
und blockiertem Kabinentür-Türflügel beispielsweise Zugang zum Kabinentürantrieb,
auf das Kabinendach oder zu unter der Aufzugskabine vorhandenen Aufzugskomponenten.
Unter der erwähnten Mitnehmervorrichtung ist eine Kopplungsvorrichtung zu verstehen,
über die bei einem Stockwerkshalt der Aufzugskabine der Schachttür-Türflügel vom Kabinentür-Türflügel
aus entriegelt und geöffnet bzw. geschlossen wird. Die Funktion der Mitnehmervorrichtung
ist jedoch nur innerhalb einer begrenzten Zone im Bereich der Normal-Anhalteposition
gegeben.
[0030] Besonders grosse Vorteile in Bezug auf Herstellkosten und Montageaufwand ergeben
sich bei der erfindungsgemässen Aufzugsanlage daraus, dass alle Anschlagnocken und
Sperrlineale auch bei unterschiedlichen Stockwerks- bzw. Türhöhen stets gleiche Abmessungen
aufweisen.
[0031] Vorteilhafterweise beträgt die Höhe der ortsfesten Anschlagnocken höchstens 50 mm.
Dadurch werden Ausrichtarbeiten bei der Montage sowie Materialkosten und Transportgewicht
minimiert.
[0032] Grundsätzlich kann bei der erfindungsgemässen Aufzugsanlage die Länge des Sperrlineals
einfach bestimmt werden. Sie entspricht der Höhe der Schachttüre, reduziert um die
Summe der nach oben und nach unten zugelassenen Abweichungen der Ist-Position der
Aufzugskabine von ihrer Normal-Anhalteposition. Ein nach dieser Regel bestimmtes Sperrlineal
weist die minimale Länge auf, bei der die Funktionen der beschriebenen Sicherheitsvorrichtungen
realisierbar sind.
[0033] Um grössere Beschädigungen an der Aufzugsanlage zu vermeiden, falls die Aufzugskabine
infolge einer Steuerungspanne bei nicht vollständig geschlossener Kabinentüre eine
Vertikalbewegung ausführen und das Sperrlineal mit einem der Anschlagnocken kollidieren
sollte, sind die ortsfesten Anschlagnocken so befestigt - beispielsweise an ortsfesten
Elementen der Schachttüre - , dass sie vertikal verschiebbar sind. Zusätzlich dazu
können die Sperrlineale bzw. Anschlagnocken gegen ihre Enden verjüngt ausgestaltet
sein, sodass eine Kollision wegen kleineren möglichen Kollisionsflächen vermieden
wird.
[0034] Erhebliche Einsparungen an Montage- und Ausrichtarbeiten lassen sich dadurch erzielen,
dass das Sperrlineal und/oder die Anschlagnocken bereits bei der Lieferung der Aufzugsanlage
am Kabinentür-Türflügel bzw. an Elementen der Schachttüren montiert sind.
[0035] Bei Aufzugsanlagen, bei denen über eine relativ grosse Höhe - beispielsweise über
mehrere Stockwerkshöhen - keine Schachttüre vorhanden ist, sind in den entsprechenden
schachttürfreien Zonen anstelle einer durchgehenden Anschlagplatte, wie beim Stand
der Technik erforderlich, eine Anzahl von Anschlagnocken in der Länge des Sperrlineals
entsprechenden Abständen entlang der türseitigen Schachtwand fixiert. Auch damit können
erhebliche Kosten eingespart werden.
[0036] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemässen Aufzugsanlage, beziehungsweise
der entsprechend ausgestalteten Aufzugskabine, bilden die Gegenstände der abhängigen
Ansprüche. Die beschriebenen Ausgestaltungsvarianten werden als miteinander kombinierbar
angesehen.
[0037] Weitere durch die Erfindung erreichte Vorteile sind der Beschreibung zu entnehmen.
[0038] Die Erfindung und Ausführungsvarianten hierzu werden im Folgenden anhand von Beispielen
und mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. Die Figuren werden zusammenhängend
und übergreifend beschrieben, sodass Elemente aus vorhergehenden Figuren in den nachfolgenden
nicht wiederholt werden und eine in einem Patentanspruch beanspruchte Ausgestaltung
der Erfindung nicht zwingend nur aus einer Figur ersichtlich ist. Gleiche Bezugszeichen
bedeuten gleiche Bauteile, Bezugszeichen mit unterschiedlichen Indices geben funktionsgleiche
oder ähnliche Bauteile an. Es zeigen dabei
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer bekannten Aufzugsanlage;
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Aufzugsanlage;
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Aufzugsanlage
mit den Merkmalen der Aufzugsanlage aus Fig. 2 und einer Sicherheitsvorrichtung mit
einem Sperrlineal und Anschlagnocken;
Fig. 3a zwei Positionen einer Aufzugskabine gegenüber einer Schachttüre von einer
weiteren erfindungsgemässen Aufzugsanlage;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemässen Aufzugsanlage
mit den Merkmalen der Aufzugsanlage aus Fig. 2 und einer Sicherheitsvorrichtung nur
mit Anschlagnocken;
Fig. 5 eine Schnittdarstellung gemäss der Schnittachse III-III aus Fig. 3;
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen Anschlagnockens und
Fig. 7 eine Schnittdarstellung des erfindungsgemässen Anschlagnockens gemäss der Schnittachse
V-V aus Fig. 6.
[0039] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Beschreibung werden Begriffe verwendet, die
auch in einschlägigen Normen Verwendung finden. Es sei jedoch angemerkt, dass die
Verwendung dieser Begriffe lediglich dem besseren Verständnis dienen soll. Der erfinderische
Gedanke und der Schutzumfang der Patentansprüche sollen durch die spezifische Wahl
der Begriffe nicht in der Auslegung eingeschränkt werden. Die Erfindung lässt sich
ohne Weiteres auf andere Begriffssysteme und/oder Fachgebiete übertragen. In anderen
Fachgebieten sind die Begriffe sinngemäss anzuwenden.
[0040] Fig. 1 zeigt eine Aufzugsanlage 101, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Die Figur 1 zeigt ein Fundament 123 eines Gebäudes, in dem sich die Aufzugsanlage
101 mit einem Aufzugsschacht 104 befindet. Es ist des Weiteren das darüberliegende,
unterste Stockwerk 102.0 dargestellt, das in der Regel einem Keller oder einem Parterre
des Gebäudes entspricht. Dieses Stockwerk 102.0 weist eine Schachttüre 103.0 mit einem
Schachttür-Boden 120.0 und mit einem entsprechenden Schachttür-Türflügel 109.0 auf.
Die Gebäudewände weisen an ihrer Innenseite zum Aufzugsschacht 104 hin Anschlagplatten
110 auf. Des Weiteren ist eine Aufzugskabine 105 dargestellt, die den Aufzugsschacht
104 entlangläuft. Die Aufzugskabine 105 hat einen Kabinenboden 112 mit einer Kabinenboden-Oberseite
113 und eine Kabinenboden-Türschwelle 116. Eine Kabinentüre 106 ist in der Regel als
ein Kabinentür-Türflügel 107, z.B. in Form einer Schiebetür, ausgestaltet.
[0041] Der Schachttüre 103.0 gegenüberliegend, und zwar so, dass der Schachttür-Boden 120.0
mit der Kabinenboden-Oberseite 113 fluchtet (d.h. auf der gleichen Höhe liegt), liegt
die unterste Normal-Anhalteposition der Aufzugskabine 105, angedeutet mit gestrichelten
Linien als Position A. Dargestellt ist allerdings eine Position B der Aufzugskabine
105, die oberhalb dieser Normal-Anhalteposition liegt und z.B. die Folge eines Stromausfalls
oder eines Notfalls ist. In dieser Position gibt es bei geöffneter Kabinentüre 106
(und unter Umständen gleichzeitig geöffnetem Schachttür-Türflügel 109.0) eine Absturzmöglichkeit
P eines Passagiers aus der Aufzugskabine 105 in den Aufzugsschacht 104. Um dieses
zu vermeiden, ist eine Sicherung 117 vorgesehen, bekannterweise in Form einer Sicherheitsschürze,
die über die Unterseite des Kabinenbodens 112 so hinausragt, dass die Öffnung zum
Aufzugsschacht 104 verdeckt ist. Die Folge dieser Sicherheitsmassnahme ist dann aber
allerdings, dass der Aufzugsschacht 104 über die unterste Normal-Anhalteposition der
Aufzugskabine 105 hinaus eine Schachtgrube 124 aufweisen muss. Diese Schachtgrube
124 muss mindestens so tief sein, bzw. ein Boden 122 des Aufzugsschachts 104 so weit
von der Unterkante der Aufzugskabine 105 in ihrer untersten Normal-Anhalteposition
entfernt sein, dass die Sicherheitsschürze 117 darin Platz findet.
[0042] Des Weiteren ist aus dem Stand der Technik ein Eingriffselement 108 bekannt, das
im Zusammenspiel mit den Anschlagplatten 110 eine Blockierung der Kabinentüre 106
gibt.
[0043] In Fig. 2 ist eine erfindungsgemässe Aufzugsanlage schematisch und beispielhaft mit
zwei Stockwerken bzw. zwei Schachttüren 103.0 und 103.1 dargestellt. Mit durchgezogenen
Linien ist eine unterste Normal-Anhalteposition 114.0 und mit unterbrochenen Linien
eine zweite Normal-Anhalteposition 114.1 der Aufzugskabine 105 dargestellt. Hierbei
fluchtet die Kabinenboden-Oberseite 113 mit den jeweiligen Schachttür-Böden 120.0
bzw. 120.1. Darüber hinaus ist die Aufzugsanlage 101 so ausgestaltet, dass eine Kabinenhöhe
h
K der Höhe der Schachttüren 103.0 bzw. 103.1, also dem Abstand zwischen dem jeweiligen
Schachttür-Boden 120.0 bzw. 120.1 und einem jeweiligen Schachttür-Plafond 121.0 bzw.
121.1 entspricht. Es ist weiterhin ersichtlich, dass der Aufzugsschacht 104 ohne Grube
oder mit einer in ihrer Tiefe reduzierten Grube ausgestaltet ist. Die Aufzugskabine
105 beschreibt einen maximalen Aufzugsweg h
A. Darüber ist ein Motor 118 in einem Motorraum 115 mit einer Motorraum-Höhe h
M angeordnet. Der Motorraum 115 beherbergt eine Steuerung 126, die mit Steuerleitungen
127 mit den Schachttüren 103.0 und 103.1 verbunden ist.
[0044] Eine Gesamthöhe H des Aufzugsschachts 104 entspricht der Summe des maximalen Aufzugswegs
h
A plus der Motorraum-Höhe H
M.
[0045] Die Aufzugsanlage 101 weist eine Vertikale 111 auf, die der Körperlängsachse des
Aufzugsschachts 104 bzw. der Erstreckung eines Kabels 119 entspricht.
[0046] In Fig. 3 ist ein Stockwerk 102.1 schematisch dargestellt. Es weist eine Stockwerks-Höhe
h
St auf und besteht aus der Schachttüre 103.1 mit einer Schachttür-Höhe h
Scht und einem Schachttür-Plafondstück 125 mit einer Höhe h
P.
[0047] Die Aufzugsanlage 101 weist beispielhaft als eine Sperrvorrichtung 130 ein Sperrlineal
208 an der Kabinentür 106 bzw. am Kabinentür-Türflügel 107 auf. Des Weiteren Anschlagnocken
210.10, 210.11 und 210.20, die ortsfest an einer Schacht-Innenwand 201 angeordnet
sind. Hierbei ist an der Unterkante einer Schachttür-Türschwelle 214.1 am Schachttür-Boden
120.1 der Schachttüre 103.1 ein unterer Anschlagnocken 210.10 und in der Nähe der
Oberkante des Schachttür-Plafonds 121.1 der Schachttüre 103.1 ein oberer Anschlagnocken
210.11 angeordnet.
[0048] Des Weiteren sind zwei Positionen C und D der Aufzugskabine 105 dargestellt. In der
unteren Position C steht sie zu hoch. In diesem Fall blockiert der obere Anschlagnocken
210.11 eine horizontale Öffnungsbewegung des Sperrlineals und somit der Kabinentür
106. Unter horizontal ist eine Achse zu verstehen, die auf die Vertikale 111 senkrecht
steht. In der oberen Position D steht die Aufzugskabine zu tief. In diesem Fall blockiert
der untere Anschlagnocken 210.20 der Schachttüre 103.2 das Sperrlineal 208. Es ist
ersichtlich, dass die Länge des Sperrlineals 208 im Zusammenspiel mit den jeweiligen
Anschlagnocken 210 für die Definition der Normal-Anhaltepositionen 114.0 bis 114.n
der Stockwerke 102.0 bis 102.n geeignet ist.
[0049] Bei der in Fig. 3a gezeigten Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemässen Aufzugsanlage
101 besteht die Sperrvorrichtung 130 aus dem Sperrlineal 208, das an dem Schachttür-Türflügel
109.1 befestigt ist und mit dem Anschlagnocken 210a zusammenwirkt, der an der Unterkante
des Kabinenbodens 112 angeordnet ist. In Fig. 3a ist beispielhaft die Aufzugskabine
105 in einer Position E (deutlich zu hoch gegenüber der Schachttüre 103.1) und in
einer Position F (ein wenig zu hoch gegenüber der Schachttüre 103.1) gezeigt. Diese
beiden Positionen E und F sind nebeneinander dargestellt, um die folgenden Höhen-
und Längenverhältnisse in Relation zu stellen: Die Schachttüre 103.1 weist eine Schachttür-Höhe
h
Scht auf. Das Projektionsmass zwischen dem Schachttür-Plafond 121.1 und der Kabinenboden-Oberkante
113 stellt den oberen Spalt mit einer oberen Spalthöhe h
oSp dar. Der untere Spalt, ersichtlich in Position F, wird von dem Projektionsmass zwischen
dem Schachttür-Boden 120.1 und einer Unterseite 128 des Kabinenbodens 112 bestimmt
und weist eine untere Spalthöhe h
uSp auf. Relativ zu der Oberkante 113 des Kabinenbodens 112, ist somit ein kritischer
Bereich Δ
K definiert, der an seiner unteren und oberen Begrenzung nur solche Spalthöhen zulässt,
durch die keine Personen durchpassen. Die obere Grenze des kritischen Bereichs Δ
K bildet y, wobei y gleich der Schachttür-Höhe h
Scht abzüglich der oberen Spalthöhe h
oSp ist. Die untere Grenze des kritischen Bereichs Δ
K bildet x, wobei x gleich der Summe aus der unteren Spalthöhe h
uSp und der Dicke b des Kabinenbodens 112 ist. Der kritische Bereich Δ
K ist, so definiert, gleich der Differenz y-x. Um exakt diesen kritischen Bereich Δ
K zu "bedienen" (Interaktion zwischen Sperrlineal 208 und Anschlagnocken 210a) ergibt
sich für die Berechnung der Länge des Sperrlineals 208 folgende Formel: Die Länge
L des Sperrlineals 208 ist die Differenz L = L1-L2, wobei

und
L2 = h
uSp + s ist, wobei wiederum s die Dicke des Anschlagnockens 210a ist.
Setzt man dieses in die Formel L = L1-L2 ein, so ergibt das

Sind die untere Spalthöhe h
uSp und die obere Spalthöhe h
oSp eine identische Spalthöhe h
Sp, dann lautet die Formel

[0050] Fig. 4 zeigt schematisch eine weitere erfindungsgemässe Ausgestaltungsvariante mit
einer beispielhaften Anordnung von Anschlagnocken 210 an der Schachttüre 103.1. An
der Unterkante der Schachttüre 103.1 ist der untere Anschlagnocken 210.10 und an der
Oberkante der Schachttüre 103.1 ist der obere Anschlagnocken 210.11 angeordnet. Diesen
beiden Anschlagnocken 210.10 und 210.11, die ortsfest an der Schacht-Innenwand 201
angeordnet sind, stehen, sofern sich wie dargestellt die Aufzugskabine 105 in der
Normal-Anhalteposition 114.1 befindet, ein unterer Anschlagnocken 210a an der Unterkante
der Aufzugskabine 105 und ein oberer Anschlagnocken 210b an der Oberkante der Aufzugskabine
105 gegenüber. Die Sperrvorrichtung 130 ist somit bei dieser Ausgestaltungsvariante
ausschliesslich aus Anschlagnocken 210 gebildet.
[0051] Fig. 5 zeigt eine Schnittdarstellung, die die Schnittachse III-III in Fig. 3 ergibt.
In dieser Darstellung ist ersichtlich, dass sowohl die Türe der Schachttüre 103.2,
als auch die Kabinentüre 106 aus entlang einer Horizontalen 222 verschiebbaren Türflügeln
109.2a und 109.2b bzw. 107a und 107b bestehen. Anschlagnocken 210a, 210b und Sperrlineale
208a, 208b bilden zwei Sperrvorrichtungen 130a und 130b und sind beidseitig und versetzt
angeordnet. Das Mass z der Versetzung ist in der Regel gleich und ist ausschlaggebend
für das (Not-)Öffnungsmass der Schachttür-Türflügel 109.2a und 109.2b im Falle eines
blockierten Zustands aufgrund einer Kabinenposition ausserhalb einer Normal-Anhalteposition.
Die Kabinentür-Türflügel 107a und 107b sind nämlich motorisch angetrieben und öffnen
die Schachttür-Türflügel 109.2a und 109.2b mittels zweier Mitnehmervorrichtungen 218a
und 218b mit. Diese Mitnehmervorrichtungen 218a und 218b können den Druck zweier Gasfedern
129a und 129b überwinden, eine Person, die aus der Schachttüre 103.2 heraus die Schachttür-Türflügel
109.2a und 109.2b auseinanderdrücken will, jedoch nicht.
[0052] In den Fig. 6 und 7 (Schnittdarstellung gemäss Schnittachse V-V aus Fig. 6) ist eine
vorteilhafte Ausführungsform der Befestigung eines quaderförmigen Anschlagnockens
210 an einer Schachttür-Türschwelle 214 dargestellt. Diese Schachttür-Türschwelle
214 weist einerseits eine Führung für den Schachttür-Türflügel 109 auf und andererseits
eine für den Anschlagnocken 210 in einer etwa 1 mm tiefen Vertikalnut 220 in der Frontwand
der Schachttür-Türschwelle 214 geführt. Der Anschlagnocken 210 ist mit einer in Vertikalrichtung
durchgehenden, T-förmigen Nut 221 versehen. In diese Nut 221 ist eine Spezialschraube
226 mit einem der T-Nut angepassten Schraubenkopf von möglichst geringer Höhe eingeführt.
Mittels einer selbstsichernden Schraubenmutter 224 und einer Blattfeder 225 ist die
Spezialschraube 226 und mit ihr der Anschlagnocken 210 an der Schachttür-Türschwelle
214 fixiert. Bei der gezeigten Befestigung ist der Anschlagnocken 210 dank der Führung
in der Vertikalnut 220 in Horizontalrichtung 222, d. h. in der Richtung in der das
Sperrlineal 208 auf ihn einwirkt, stark belastbar. Unter Einwirkung einer Vertikalkraft
kann der Anschlagnocken 210 jedoch entlang der Vertikalnut 220 aus seiner Fixierung
herausgepresst werden, wobei die erforderliche Vertikalkraft von der Vorspannkraft
der Blattfeder 225 abhängig ist. Diese Befestigungsart der Anschlagnocken kann von
grossem Vorteil sein, wenn ein oder beide Sperrlineale 208a und 208b infolge einer
Fehlfunktion der Aufzugssteuerung 126 bei vertikal bewegter Aufzugskabine 105 und
mindestens teilweise geöffneten Kabinentür-Türflügeln 107a und 107b mit einem oder
beiden Anschlagnocken 210a und 210b kollidiert. Dank der gezeigten Befestigungsart
der Anschlagnocken 210 sind grössere Beschädigungen der Aufzugsanlage 101 vermeidbar.
1. Aufzugsanlage (101) mit einem Aufzugsschacht (104) mit mindestens einer untersten
(103.0) und einer obersten (103.1) Schachttüre (103) mit jeweils einem Schachttür-Boden
(120) und einem oder zwei Schachttür-Türflügeln (109), mit einer Aufzugskabine (105)
zur Beförderung von Passagieren, mit einer Kabinentüre (106) und mit einem Kabinenboden
(112) mit einer Kabinenboden-Oberseite (113),
wobei die Aufzugskabine (105) in dem Aufzugsschacht (104) einen maximalen Aufzugsweg
(hA) mit Normal-Anhaltepositionen (114) beschreibt,
wobei in den Normal-Anhaltepositionen (114) die Kabinenboden-Oberseite (113) mit dem
jeweiligen Schachttür-Boden (120) im Wesentlichen fluchtet und
wobei die Aufzugsanlage (101) eine Sicherung aufweist, die ein Abstürzen eines Passagiers
in den Aufzugsschacht (104) verhindert, falls die Aufzugskabine (105) ausserhalb einer
Normal-Anhalteposition (114) anhält.
2. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kabinentüre (106) und/oder der Schachttür-Türflügel (109) blockierbar sind, wenn
sich die Aufzugskabine (105) ausserhalb einer Normal-Anhalteposition (114) befindet.
3. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Normal-Anhaltepositionen (114) eine Toleranz von mindestens ± 100 mm aufweisen,
wobei die Kabinentüre (106) und/oder der Schachttür-Türflügel (109) nicht blockiert
sind, wenn sie die Aufzugskabine (105) innerhalb eines dadurch definierten Bereichs befindet.
4. Aufzugsanlage (101) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Aufzugsweg (hA) jeweils bei jeder Schachttüre (103) einen kritischen Bereich (ΔK) aufweist, der in der Höhe in einer Vertikalen (111) durch die Differenz y-x definiert
ist, wobei y die Differenz einer oberen Spalthöhe (hoSp) von einer Schachttür-Höhe (hScht) der Schachttüre (103) darstellt und x die Summe
einer unteren Spalthöhe (huSp) und der Dicke (b) des Kabinenbodens (112) darstellt.
5. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Spalthöhe (huSp) und die obere Spalthöhe (hoSp) mindestens 150 mm betragen.
6. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie im jeweiligen Bereich einer Schachttüre (103) eine Sperrvorrichtung (130) aufweist,
bestehend aus mindestens einem Sperrlineal (208) und mindestens einem Anschlagnocken
(210),
wobei das Sperrlineal (208) an dem oder den Schachttür-Türflügeln (109) angeordnet
ist und
wobei der oder die Anschlagnocken (210) gegenüberliegend an der Aufzugskabine (105)
angeordnet ist/sind.
7. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der kritische Bereich (Δ
K) eine Länge (L) des Sperrlineals (208) so definiert, dass
- die Länge (L) des Sperrlineals (208) gleich der Schachttür-Höhe (hScht) abzüglich
der oberen Spalthöhe (hoSp) abzüglich der unteren Spalthöhe (huSp) abzüglich der Dicke (b) des Kabinenbodens (112) abzüglich einer Dicke (s) des Anschlagnockens
(210) ist
- und dass die Schachttür-Türflügel (109) durch die Sperrvorrichtung (130) in diesem
kritischen Bereich (ΔK) sperrbar sind.
8. Aufzugsanlage (101) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrlineal (208) ortsfest an den Schachttür-Türflügeln (109) oder an der Schacht-Innenwand
(201) und der Anschlagnocken (210) an einer Unterkante des Kabinenbodens (112) der
Aufzugskabine (105) angeordnet ist.
9. Aufzugsanlage (101) nach einem der Ansprüche 6-8, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Anschlagnocken (210.2) an der Oberkante der Aufzugskabine (105) angeordnet
ist.
10. Aufzugsanlage (101) nach einem der Ansprüche 6-9, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikale Länge der Anschlagnocken (210) in einem Bereich von 10-50 mm liegt,
vorzugsweise jedoch 30 mm beträgt.
11. Aufzugsanlage (101) nach einem der Ansprüche 6-10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stockwerkshöhe (hSt) jeweils aus einer Höhe (hScht) der Schachttüre (103) und einer Höhe (hSchtP) eines Schachttür-Plafondstücks (125) gebildet ist und bei unterschiedlichen Stockwerkshöhen
(hSt) gleichlange Sperrlineale (208) und gleichlange Anschlagnocken (210) angeordnet sind.
12. Aufzugsanlage (101) nach einem der Ansprüche 6-11, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem gesamten maximalen Aufzugsweg (hA) Sperrlineale (208) und Anschlagnocken (210) so angeordnet sind, dass alle Normal-Anhaltepositionen
(114) dadurch definiert sind.
13. Aufzugsanlage (101) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schachttür-Türflügel (109) und die Kabinentüre (106) immer blockiert sind und
nur in den Normal-Anhaltepositionen (114), bzw. in einem kleinen Toleranzbereich ober-
und unterhalb, entblockierbar sind.
14. Aufzugsanlage (101) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schachttür-Türflügel (109) und die Kabinentüre (106) in den Normal-Anhaltepositionen
(114) öffenbar sind und ausserhalb der Normal-Anhaltepositionen (114) durch die Sperrvorrichtung
(130) blockierbar sind.
15. Aufzugsanlage (101) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Aufzugskabine (105) eine Notentriegelung für die blockierte Kabinentüre (106)
vorgesehen ist und für die Schachttür-Türflügel (109) eine von der Kabinentür-Notentriegelung
unabhängige Schachttür-Notentriegelung vorgesehen ist.