[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorhang-Auftragswerk zur Beschichtung einer laufenden
Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn, aufweisend einen oberhalb der Faserstoffbahn
angeordneten und mindestens der Breite der Faserstoffbahn entsprechenden Vorhang-Auftragskopf
zur Abgabe wenigstens eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums in Form eines ein-
oder mehrschichtigen Vorhangs, der im Wesentlichen der Schwerkraft folgend auf die
Faserstoffbahn herabfällt, wobei zur Führung des Vorhangs über seinen Fallweg hinweg,
d.h. zwischen einer Abrisskante des Auftragskopfes und der Oberfläche der Faserstoffbahn
an seinen beiden Rändern je ein Randführungselement vorgesehen ist, wobei das Randführungselement
mit einer Hilfsflüssigkeit zur Führung des Vorhangs beaufschlagt ist.
[0002] Eine gattungsgemäße Vorrichtung und ein Verfahren ist beispielsweise aus der
DE 197 35 588 bekannt. In dieser Druckschrift ist offenbart, dass zur Spreizung des Vorhangs an
jedem Rand ein getrennter Teilstrom von Streichfarbe der Innenfläche eines unmittelbar
neben dem Austrittsspalt der Schlitzdüse des Vorhangs vorhandenen Führungselementes
zugeführt wird. Unterhalb des Führungselementes ist noch ein Trennelement angeordnet,
das den jeweiligen Rand des Vorhangs abtrennt und nach außen abführt.
[0003] Eine gattungsgemäße Vorrichtung ist aus der
DE -A1 102 32 949 (HPU 11401) bekannt. Hierbei wurde vorgeschlagen, dass der vom Vorhang-Auftragswerk
abgegebene Vorhang mittels Randführungselementen und entsprechenden abgegebenen freien
Strahlen eines Betriebsmediums, sozusagen als Gleitmittel für die Vorhangränder, geführt
wird. Die Führung des Vorhanges ist mit dieser Lösung noch nicht optimal. Ursache
wird in den freifallenden, aber seitlich ungehindertem Ausbreiten und /oder Auslenken
der Betriebsmediumsstrahlen gesehen.
[0004] Mit den bekannten Vorhang-Auftragswerken sind sowohl nur eine Schicht als auch mehrere
Schichten eines Auftragsmediums abgebbar. Die Auftragsmedien können dabei von unterschiedlicher
Art sein. Eine Ausführungsart eines Vorhang-Auftragswerkes ist unter anderem aus der
EP- A1- 1 255 615 bekannt und wird in Fachkreisen als "Slide Die", also Gleitschichtdüse bezeichnet.
Diese so genannte Gleitschichtdüse enthält mindestens zwei Auftragsmediumskammern,
aus denen das Medium jeweils über einen Zufuhrspalt, der wiederum jeweils in eine
schlitzförmige Austrittsdüse übergeht, auf eine Gleitfläche der Gleitschichtdüse gelangt.
Das aus den parallel hintereinander angeordneten Austrittsdüsen austretende Auftragsmedium
legt sich dabei übereinander. An einer Abrisskante oder auch als Ablöselinie zu bezeichnenden
Kante der Düse löst sich diese Mehrfachschicht ab und fällt als mehrschichtiger Vorhang
herab entweder zunächst auf eine zwischengeschaltete Leitplatte oder direkt auf das
zu beschichtende Substrat bzw. die Oberfläche der laufenden Faserstoffbahn.
[0005] Es sind aber auch andere Ausführungen von Auftragsköpfen bekannt, bei denen eine
oder mehrere Schlitzdüsen nach unten in Richtung auf die darunter laufende Faserstoffbahn
zeigen. Hierzu wird auf die
DE-A1 10012344 für einschichtigen Auftrag und die
DE-A1 10359117 für Mehrschichtauftrag verwiesen.
[0006] Beim Streichen - sowohl beim einschichtigen als auch mehrschichtigen Auftrag - mit
dem Vorhang-Auftragswerk (Curtain Coater) kann die Beschichtungsbreite gleich oder
auch kleiner als die Breite der Faserstoffbahn sein, was als "inboard"-Fahrweise bezeichnet
wird.
[0007] Bei so genannter "overboard"-Fahrweise ist dagegen die Vorhangbreite größer als die
Faserstoffbahnbreite.
[0008] In der Praxis werden derzeit Randführungselemente aus porösem Material eingesetzt.
Diese Randführungselemente führen den Vorhang, der ca. 200m lang ist, bis nahe an
die Faserstoffbahn heran. Nachteilig ist dabei, dass das poröse Material häufig verstopft.
[0009] Die als Gleitmittel dienende Hilfsflüssigkeit bzw. Wasser ist seiner Menge noch undefiniert.
Die verwendete Flüssigkeit muss ständig laufen, weil sonst Verstopfungsgefahr droht.
Die benötigte Flüssigkeitsmenge ist dadurch enorm hoch und beträgt mindestens 2 bis
15l/h. Diese Menge ist umso höher, je höher die Durchflussmenge des Vorhangs ist.
[0010] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung anzugeben, die die Nachteile
des Standes der Technik nicht mehr aufweist.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einem Vorhang-Auftragswerk mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0012] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass jedes Randführungselement aus einer Halterung
und einer in der Halterung aufgenommenen Führungsleiste besteht, wobei ein Teilbereich
der Außenfläche der Führungsleiste dem Vorhangrand zugewandt und erhaben ausgebildet
ist und wobei das Randführungselement derart gestaltet ist, dass zwei parallel zum
Vorhang die Führungsleiste hinabgleitende Ströme an Hilfsflüssigkeit vorhanden sind,
die den Vorhang bzw. den Rand des Vorhangs beidseitig führen.
[0013] Die Erfinder haben erkannt, dass mit zwei parallelen Hilfsflüssigkeitsströmen eine
erheblich sichere und stabilere Führung des flüssigen Vorhangs möglich ist.
[0014] Die sich in Bahnlängsrichtung erstreckende Halterung umgreift den Umfang der Führungsleiste
zu etwa 30 bis 70%. Die Länge der Halterung und die der Führungsleiste sind im Wesentlichen
gleich.
[0015] In einer zweckmäßigen Ausführungsform weist die Halterung zwei sich diametral gegenüberliegende,
die Hilfsflüssigkeit aufnehmende Aussparungen bzw. Kanäle auf. In einer ersten Ausführungsform
befindet sich die Führungsleiste mittig zwischen den beiden Kanälen. In einer weiteren
möglichen Ausführungsform weist die in der Halterung aufgenommene Führungsleiste die
beiden Kanäle auf.
[0016] Bei beiden Varianten ist es so, dass von jedem Kanal ausgehend, ein Flüssigkeits-Durchlassspalt
zwischen Halterung und Führungsleiste besteht. Wichtig ist dabei, dass die Führungsleiste
zumindest an der dem Vorhang zugewandten Seite bzw. an ihrem mit der Hilfsflüssigkeit
beaufschlagten Teil des Außenumfanges einschließlich einer Kontaktfläche zum fallenden
Vorhang erhaben, vorzugsweise abgerundet ausgebildet ist. Die Vorhangsränder können
sich dadurch in etwa konkav an diese Kontaktfläche anlegen und sich in Richtung der
Scheitelpunkte der Führungsleiste strecken.
[0017] Der Vorhang wird dadurch zwischen den zwei zueinander parallelen, senkrecht entlang
der Außenfläche der Führungsleiste fallenden Hilfsflüssigkeitsströmen bzw. Filmen
parallel zur Fallrichtung des Vorhangs geführt. Die beiden Filme stellen dadurch eine
Barriere dar, die der Vorhang an seinem Randbereich nicht überspringen kann. Oder
anders ausgedrückt: der Auftragsmediumsvorhang läuft entlang der Führungsleiste nach
unten und bildet dabei eine Sperre zwischen den beiden Hilfsflüssigkeitsströmen. Der
Vorhang ist sozusagen gefangen zwischen den beiden Hilfsflüssigkeitsströmen und kann
dadurch nicht abweichen oder auslenken. Offenbar unterstützt dabei die Oberflächenspannung
des Auftragsmediums, also die des Vorhangs, diesen Akt der Führung. Der Auftragsmediumsvorhang
fällt dadurch sehr stabil.
Es wurde in Versuchen ebenfalls festgestellt, dass sich in bestimmten Fällen die Hilfsflüssigkeit
mit den Vorhang am äußeren Vorhangrand leicht vermischt. Ebenso wurde festgestellt,
dass keine Vermischung stattfand.
[0018] Völlig überraschend hat sich in allen Versuchen aber der Vorhang selbsttätig an die
Kontaktfläche angelegt, ohne dass das Bedienpersonal der Streichmaschine händisch
nachhelfen musste.
[0019] Es ist auch vorteilhaft, wenn ein dünner Film an Hilfsflüssigkeit sich zwischen Mediumsvorhang
und Führungsleiste ausbildet, also wenn Hilfsflüssigkeit die senkrechte Führungsleiste
herabfließt. Dadurch lassen sich mögliche Ablagerungen an der Kontaktfläche vermeiden.
[0020] Zweckmäßig ist es, dass die Stabilität des Vorhangs durch Einstellung der Strömungsmenge
optimiert werden kann. Als optimale Strömungsmenge wurden in Versuchen 1 bis 10l/h
ermittelt.
[0021] Als Hilfsflüssigkeit ist vorzugsweise Wasser, höchstvorzugsweise demineralisiertes
Wasser vorgesehen. Aber auch ein Wasser/Streichfarbengemisch oder beispielsweise ein
Wasser/Tensid-, Wasser/Verdicker-, Wasser/Stärke-Gemisch usw. ist gut geeignet.
[0022] Die beiden parallelen Hilfsflüssigkeiten können von gleicher Art sein, aber auch
unterschiedlich sein.
[0023] Als Führungsleiste eignet sich besonders, wie schon gesagt, ein kreiszylindrischer
Stab mit einem Durchmesser von 2-20mm, vorzugsweise 2,5-6mm, höchstvorzugsweise 4-5mm.
Sie kann allerdings auch halbrund, elliptisch-zylindrisch, halbelliptisch oder prismenzylindrisch
mit abgerundeten Ecken ausgebildet sein.
Zumindest sollte die Führungsleiste aber an der zum Mediumsvorhang weisenden Seite
erhaben ausgebildet sein. Auch hierbei sind Radien bei kreiszylindrischer Form zwischen
1-10mm, vorzugsweise 1,25-3, höchstvorzugsweise 2-2,5mm vorgesehen.
[0024] Positiv beeinflusst wird das Ablaufverhalten der Hilfsflüssigkeit, wenn zumindest
die Kontaktfläche zum Vorhang aus einem nichtrostenden Metall, welches zudem noch
poliert ist, besteht. Als Werkstoff kann Aluminium, Messing oder Edelstahl Verwendung
finden. Die Ablauffläche kann allerdings auch aus Kunststoff, insbesondere Teflon
bestehen.
[0025] Die Aufgabe der Erfindung wird auch mit einem Vorhang- Auftragswerk gemäß Anspruch
10 gelöst.
Es konnte eine Lösung zur Verbesserung der Vorhangstabilität und zur Vermeidung der
unerwünschten Randverdickungen gefunden werden.
[0026] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass sich am unteren, der Oberfläche der Faserstoffbahn
zugeordneten Ende des Randführelementes ein Absaugsystem befindet. Dieses Absaugsystem
weist eine erste Absaugöffnung und eine zweite Absaugöffnung auf. Die erste Absaugöffnung
kann mit einer Gegenfläche zusammenarbeiten. Die Gegenfläche stellt hier die laufende
Faserstoffbahn dar. Während des Streichbetriebes (bei inboard-Fahrweise) wird die
Bahn gegen diese erste Absaugöffnung gedrückt und diese dadurch verschlossen. Die
Saugwirkung, d.h. die Saugkraft und Sauggeschwindigkeit der zweiten in Bahnebene wirkenden
Absaugöffnung wird dadurch größer. Dadurch kann der Vorhangrand, einschließlich Hilfsflüssigkeit,
an seinem untern Ende optimal abgesaugt werden. Gleichzeitig werden unerwünscht auftretende
Auftragsmediumsanhäufungen durch Einschnürung auf der Bahnoberfläche egalisiert. Die
Absaugung saugt die Bahn etwas mit an und dadurch wird zugleich die Bahn im Randbereich
stabilisiert. Der Abstand der Bahn zu den Vorhanghaltern, d.h. den Randführelementen,
wird dadurch automatisch auf 0mm eingestellt.
Ohne diese Saugwirkung (wenn die Bahn nicht am Randführungselement entlangläuft oder
das Randführungselement von der Bahn abgehoben ist) wird wesentlich weniger oder gar
kein Auftragsmedium vom Vorhang eingesaugt, so dass das Auftragsmedium nicht oder
nur zum geringen Teil in das Absaugsystem gelangen kann.
[0027] Aufgrund der konstruktiven Ausgestaltung des Absaugsystems erfolgt die Funktionsänderung
- Absaugen mit oder ohne Gegenfläche- automatisch. Der Vorteil ist, dass ohne zusätzlichen
konstruktiven oder verfahrenstechnischen Aufwand die Absaugung im Streichbetrieb optimal
arbeitet, dass sie aber außerhalb des Streichbetriebes ohne Gegenfläche das Einsaugen
von Auftragsmedium reduziert.
[0028] Die erfindungsgemäßen Vorhang-Auftragswerke haben folgende Vorteile:
- stabile Führung des flüssigen Vorhangs ohne Auslenkung und Schwankung
- der Vorhang löst sich nicht vom Führungselement
- der Vorhang legt sich selbsttätig an die Führungsleisten an
- die Führungsleisten sind selbstreinigend
- die Führung des Vorhangs ist sowohl bei niedrigen (2,5l/min/m) als auch bei hohen
(>30l/min/m) Durchflussmengen stabil
- der vom Auftragswerk abgegebene Vorhang erzeugt keine Randwülste bzw. Strichgewichtserhöhungen
auf der Oberfläche der Faserstoffbahn
- die vorgeschlagene Vorhangsführung eignet sich für Auftragswerke mit Schlitzdüsen,
für Gleitschichtdüsen, für Tandem- und Twindüsen sowie für Einschicht- oder Mehrschichtauftrag
- die vorgeschlagene Vorhangsführung eignet sich gleichermaßen gut für inboard-Fahrweise
(Bahnbreite ist größer als die Vorhangsbreite) und overboard-Fahrweise (Bahnbreite
ist kleiner als die Vorhangbreite)
- die vorgeschlagene Vorhangsführung eignet sich gleichermaßen gut für einen Auftrag
im gestützten Bereich der Faserstoffbahn, als auch für einen Auftrag im freien Zug,
- für die Vorhangführung ist nur eine geringe Hilfsflüssigkeitsmenge notwendig
- einfache Bauweise
- neuartiges Absaugsystem
- nachträglicher Einbau in bestehende Vorhang-Auftragswerke ist möglich
[0029] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Figur 1:
- ein erfindungsgemäßes Vorhang-Auftragwerk mit Randführungselementen in schematischer
perspektivischer Darstellung
- Figur 2:
- eine Schnittdarstellung des erfindungsgemäßen Randführungselementes aus Figur 1, entlang
der Schnittlinie AA,
- Figur 3a bis 3d:
- eine Schnittdarstellung des erfindungsgemäßen Randführungselementes aus Figur 1, entlang
der Schnittlinie AA,
- Figur 4:
- eine Seitenansicht auf den unteren Bereich des erfindungsgemäßen Randführungselementes
aus Figur 1,
- Figur 5a und 5b:
- schematische Darstellungen des Auftragsergebnisses ohne und mit erfindungsgemäßem
Auftragswerk
[0030] In der
Figur 1 ist ein Vorhang-Auftragswerk 1 zur Beschichtung einer in Richtung L sich bewegenden
Papier-, Karton- oder anderen Faserstoffbahn 2 mit einem flüssigen bis pastösen Auftragsmedium
M gezeigt. Es umfasst neben einigen hier nicht mit dargestellten Einheiten, wie Luftgrenzschicht-Bekämpfungseinrichtungen,
Start-Stopp-Auffangeinrichtungen, insbesondere Rinnen oder Wannen, Messeinrichtungen,
Zuführleitungen usw. einen oberhalb der Faserstoffbahn 2 und von ihr beabstandet angeordneten
und nur ansatzweise angedeuteten Vorhang- Auftragskopf 3. Dieser Auftragskopf 3 kann
als so genannte Gleitschichtdüse oder Schlitzdüse ausgebildet sein und ist maschinenbreit,
also über die Breite der Faserstoffbahn 2 reichend, ausgeführt. Der Auftragskopf 3
kann sowohl für einen Mehrschichtauftrag als auch für einschichtigen Auftrag, also
für einen ein- oder mehrschichtigen Vorhang 4 ausgebildet sein. Der ein- oder mehrschichtige
Vorhang 4 fällt von der Abrisskante 5 des Auftragskopfes 3 aus im wesentlichen der
Schwerkraft folgend, auf die in Richtung L laufende Faserstoffbahn 2 herab und legt
sich auf deren Oberfläche als Auftragsschicht AS ab.
[0031] Wie aus Figur 1 zu entnehmen ist, weist das Vorhang-Auftragswerk 1 jeweils an jeder
Vorhangseite, also an Führerseite FS und Triebseite TS, (in den Figuren ist immer
nur eine Seite dargestellt) ein seitliches, säulenartig ausgebildetes Randführungselement
6 auf. Dadurch will man Querkontraktionen vermeiden. Dieses Randführungselement 6
dient damit der Führung und auch Formatbegrenzung des ca. 200mm langen ein- oder mehrschichtigen
Vorhanges 4 zwischen der Abrisskante 5 und der Oberfläche der Faserstoffbahn 2 an
seinen seitlichen Rändern. In der Figur 1 ist wie schon gesagt, nur der eine Rand
4a dargestellt.
[0032] Das in Figur 1 sichtbare Randführungselement 6 ist in Breitenrichtung des Vorhanges
4 verstellbar, wie der waagerechte Doppelpfeil V angibt. Im gezeigten Beispiel befindet
sich das Randführungselement 6 innerhalb der Breite der Faserstoffbahn 2, was als
"inboard"-Fahrweise bezeichnet wird.
[0033] In
Figur 2 ist eine das Randführungselement 6 aus Figur 1 deutlicher dargestellt. Es zeigt dieses
im Schnitt entlang der Schnittlinie A-A aus Figur 1
[0034] Das Randführungselement 6 weist in dieser Ausführungsform eine Halterung 7 auf, in
die zwei diametral gegenüberliegende Aussparungen bzw. Kanäle 8a und 8b eingearbeitet
sind. Diese Kanäle 8a und 8b sind mit einer Hilfsflüssigkeit 9, insbesondere Wasser
zur Führung bzw. als Gleitmittel für den Vorhang 4 beaufschlagt. Zwischen den die
Hilfsflüssigkeit 9 führenden Aussparungen bzw. Kanälen 8 ist mittig eine teilweise
die Innenseite 10 des Randführelementes 6 bildende Führungsleiste 11 eingebaut. Wie
deutlich in Figur 2 zu erkennen ist, sind von den Aussparungen bzw. den Kanälen 8a,
8b ausgehende Hilfsflüssigkeits-Durchlass-Spalte 12 von ca. 0,5 bis 5mm Breite zwischen
Halterung 7 und Führungsleiste 11 vorhanden. Die Hilfsflüssigkeit 9 wird am obersten
Punkt der senkrecht stehenden Führungsleiste 11 in die Kanäle 8a, 8b von oben nach
unten geleitet. Durch die Wirkung der Schwerkraft fließt die Hilfsflüssigkeit in gleicher
Richtung wie der geführte Vorhang 4. Die Führungsleiste 11 ist zumindest im Bereich
der Innenseite 10 des Randführungselementes 6 bzw. an ihrer mit der Hilfsflüssigkeit
9 beaufschlagten Außenfläche 13 einschließlich einer Kontaktfläche 14 für den fallenden
Vorhang 4 abgerundet (auch elliptisch oder polygonal mit Abrundungen) geformt. Der
Vorhang bzw. sein Rand 4a benetzt diesen erhabenen Bereich zu beiden Seiten des Vorhangs
4 und verhindert dabei das Ablösen von der Führungsleiste. Als Hilfsflüssigkeit 9
wird vorzugsweise Wasser vorgesehen, welches im Bereich einer Papiermaschine oder
Streichmaschine in ausreichendem Maße vorhanden ist. Nur ca. 1 bis 10l/h Hilfsflüssigkeit
9 sind zur Führung und Stabilisierung des fallenden Vorhangs 4 bei Verwendung des
aus Halterung 7 und Führungsleiste 11 bestehenden Randführungselementes 6 notwendig.
[0035] Die Führungsleiste 11 hat, wie schon erwähnt, einen kreisrunden Querschnitt, an dessen
Außenfläche 13 sich der Vorhangrand 4a bzw. nicht gezeigte Vorhangrand 4b besonders
gut anlegt und der Vorhang 4 sich dadurch über seine gesamte Fallhöhe nicht einschnürt
und stabil bleibt.
[0036] Die Kontaktfläche 14 der Führungsleiste 11 kann poliert sein. Im gewählten Beispiel
ist die Führungsleiste ein kreisrunder Stab mit einem Durchmesser von 4 mm und ist
außerdem aus Aluminium gefertigt.
[0037] Die sich in Bahnlängsrichtung erstreckende, oben beschriebene Halterung 7 umgreift
den Umfang der Führungsleiste 11 zu etwa 30 bis 70% und ist in der Figur 2 mit einem
kreisbogenförmigen Pfeil U (für Umschlingung) angegeben. Die Länge der Halterung und
die der Führungsleiste sind im Wesentlichen gleich und entspricht im Wesentlichen
der Fallhöhe des Vorhangs 4.
[0038] In
Figur 3a ist eine andere Ausführungsform gegenüber der in Figur 2 gezeigten dargestellt. Diese
Ausführungsform zeigt eine halbelliptisch ausgebildete Führungsleiste 11. Die Halterung
7 ist hier dreiteilig, bestehend aus Halteplatte 7a und Seitenteilen 7b und 7c ausgebildet.
Im Seitenteil 7a befindet sich der Kanal 8a und im Seitenteil 7b der Kanal 8b. Der
Vorhang 4 ist hier zwischen den an der Führungsleiste 11 herablaufenden Hilfsflüssigkeitsströmen
9 eingeklemmt, so dass der Vorhang die Kontaktfläche 14 berührt.
[0039] In
Figur 3b ist gezeigt, dass die Führungsleiste 11 einen halbkreisförmigen Querschnitt und eine
Halterung 7, die in Teile 7a, 7b geteilt ist, aufweist. Ebenfalls wie in den vorherigen
Figuren gezeigt sind die Kanäle 8a und 8b in der Halterung 7 vorhanden. Die von den
Kanälen ausgehende Hilfsflüssigkeit 9 hat hier einen dünnen Film zwischen Führungsleiste
11 und dem Vorhang 4 einschließlich der Kontaktfläche 14 gebildet.
[0040] In
Figur 3c ist eine einteilig ausgeführte Halterung 7, wie in Figur 2 zu sehen, vorhanden. Lediglich
ist die Führungsleiste 11 anstelle einer kreisrunden oder elliptischen Form hier als
Polygon so geformt, dass im Endeffekt sich eine konvexe Form ergibt.. Der Vorhang
4 ist hier ebenfalls wie bei Figur 2 und 3a zwischen den an der Führungsleiste 11
herablaufenden Hilfsflüssigkeitsströmen 9 eingeklemmt, so dass der Vorhang 4 die Kontaktfläche
14 berührt.
[0041] Die
Figur 3d zeigt eine weitere Ausführungsform der Halterung 7 und der Führungsleiste 11. Die
Halterung ist hier U- förmig ausgestaltet. Im Gegensatz zu den vorherigen, gezeigten
Ausführungsformen beinhaltet hierbei die Führungsleiste 7 die zwei sich gegenüberstehenden
und die Hilfsflüssigkeit 9 aufnehmende Kanäle 8a und 8b. Die Führungsleiste 7 ist
so gestaltet, dass zwischen den Kanälen 8a und 8b ein Fortsatz 15 vorhanden ist. Der
Fortsatz 15 befindet sich an seiner zum Vorhang 4 zugewandten Seite und weist auch
die Kontaktfläche 14 für den fallenden Vorhang 4 auf. Auch bei dieser Ausführungsform
sind zwischen den Kanälen 8a, 8b die Flüssigkeits-Durchlass-Spalte 12 zwischen Halterung
7 und Führungsleiste 11 (hier am Fortsatz15) vorhanden. Die zum Vorhang 4 zeigenden
Seite mit der Kontaktfläche 14 ist ebenfalls erhaben bzw. abgerundet ausgebildet.
Der Radius beträgt ca. 2mm.
[0042] Figur 4 zeigt eine neue Ausführungsform für eine Absaugung von Auftragsmedium im Randbereich
der Faserstoffbahn. An der Unterseite des Randführelementes 6 ist ein Absaugsystem
angeordnet. Es weist eine erste Absaugöffnung 16 und eine zweite Absaugöffnung 17
auf. Die erste Absaugöffnung 16 ist mit einer Gegenfläche, insbesondere mit der laufenden
Faserstoffbahn 2 während des Beschichtungsvorgangs verschließbar. Das bedeutet, die
Absaugung arbeitet mit der Gegenfläche anders als ohne Gegenfläche. Mit der gegen
die Absaugöffnung 16 gedrückten Gegenfläche ist die Saugwirkung der zweiten zum Vorhang
4 hin gerichteten, parallel zur Bahnebene wirkenden Absaugöffnung 17 dadurch erheblich
größer. Ohne Gegenfläche (ohne dass sich die Faserstoffbahn beispielsweise unter der
Randführungsleiste 6 befindet) wird wesentlich weniger oder gar kein Auftragsmedium
eingesaugt. Die Funktionsänderung wird durch das dargestellte Funktionsprinzip bewirkt
und schaltet quasi automatisch um. Der Vorteil ist, dass die Absaugung im Streichbetrieb
optimal arbeitet, dass sie aber außerhalb des Streichbetriebes, also wenn die Gegenfläche
bzw. Faserstoffbahn 2 nicht die Absaugöffnung 16 verschließt, das Einsaugen (siehe
Pfeil E1) auf ein Minimum reduziert wird. Dadurch kann möglichst wenig Auftragsmedium
in das Absaugsystem bzw. Leitungen 18 (Pfeil E2) gelangen. Die Absauganlage wird dadurch
weniger verschmutzt und ist weniger störanfällig.
[0043] Im Übrigen wird die Faserstoffbahn 2 bei der Absaugung etwas angesaugt, wodurch sich
in vorteilhafter Weise die Faserstoffbahn 2 im Randbereich stabilisiert.
Der Abstand a der Bahn 2 vom Randführungselement 7 wird dadurch automatisch auf 0mm
eingestellt. Der besondere Vorteil hierbei ist, dass "schwere Ränder", also Randverdickungen
19 in der Auftragsschicht AS, bedingt durch Einschnürungen 20 des Vorhangs 4 vermieden
werden. Diese unerwünschte Auswirkung mit der Randverdickung 19, Einschnürung 20 und
einem Abstand a zwischen Oberfläche der Faserstoffbahn und der Unterseite des Randführelementes
6 ist in Figur 5a angedeutet.
Figur 5b zeigt dagegen eine mit dem erfindungsgemäßen Auftragswerk erzielte ebene Auftragsschicht
AS ohne die Randverdickungen bzw. Randwülste 19 ohne Einschnürung 20 und auch einen
Abstand a von 0mm.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Vorhang-Auftragswerk
- 2
- Faserstoffbahn
- 3
- Vorhang-Auftragskopf
- 4
- Vorhang
- 4a, 4b
- seitlicher Vorhangrand
- 5
- Abrisskante
- 6
- Randführungselement
- 7
- Halterung
- 7a
- Halteplatte
- 7b, 7c
- Seitenteil
- 8a, 8b
- Kanal- bzw. Aussparung
- 9
- Hilfsflüssigkeit
- 10
- Innenseite
- 11
- Führungsleiste
- 12
- Durchlass- Spalt
- 13
- Außenfläche
- 14
- Kontaktfläche
- 15
- Fortsatz der Führungsleiste
- 16
- erste Absaugöffnung
- 17
- zweite Absaugöffnung
- 18
- Absaugleitung
- 19
- Randverdickung der Auftragsschicht
- 20
- Einschnürung des Vorhangs
- AS
- Auftragsschicht
- L
- Laufrichtung
- M
- Auftragsmedium
- FS
- Führerseite
- TS
- Triebseite
- V
- Doppelpfeil-Verstellrichtung
- E1, E2
- Pfeil-Absaugrichtung
- U
- Umschlingung
1. Vorhang-Auftragswerk (1) zur Beschichtung einer laufenden Papier-, Karton- oder anderen
Faserstoffbahn (2), aufweisend einen oberhalb der Faserstoffbahn (2) angeordneten
und mindestens der Breite der Faserstoffbahn (2) entsprechenden Vorhang-Auftragskopf
(3) zur Abgabe wenigstens eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums (M) in Form
eines ein- oder mehrschichtigen Vorhangs (4), der im Wesentlichen der Schwerkraft
folgend auf die Faserstoffbahn (2) herabfällt, wobei zur Führung des Vorhangs (4)
über seinen Fallweg hinweg, d.h. zwischen einer Abrisskante (5) des Auftragskopfes
(3) und der Oberfläche der Faserstoffbahn (2) an seinen beiden Rändern (4a, 4b) je
ein Randführungselement (6) vorgesehen ist, wobei das Randführungselement (6) mit
einer Hilfsflüssigkeit (9) zur Führung des Vorhangs (4) beaufschlagt ist ,
dadurch gekennzeichnet, dass
jedes Randführungselement (6) aus einer Halterung (7) und einer in der Halterung (7)
aufgenommenen Führungsleiste (11) besteht, wobei ein Teilbereich der Außenfläche (13)
der Führungsleiste (11) dem Vorhangrand (4a, 4b) zugewandt und erhaben ausgebildet
ist und wobei das Randführungselement (6) derart gestaltet ist, dass zwei parallel
zum Vorhang (4) die Führungsleiste hinabgleitende Ströme an Hilfsflüssigkeit (9) vorhanden
sind, die den Vorhang (4) bzw. den Rand (4a, 4b) des Vorhangs (4) beidseitig führen.
2. Vorhang-Auftragswerk (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (7) zwei sich gegenüberstehende, die Hilfsflüssigkeit (9) aufnehmende
Kanäle (8) aufweist, zwischen denen mittig die Führungsleiste (11) derart eingesetzt
ist, dass von den Kanälen (8) ausgehende Flüssigkeits-Durchlass-Spalte (12) zwischen
Halterung (7) und Führungsleiste (11) verbleiben und wobei die Führungsleiste (11)
eine Kontaktfläche (14) für den fallenden Vorhang (4) aufweist.
3. Vorhang-Auftragswerk (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsleiste (7) zwei sich gegenüberstehende, die Hilfsflüssigkeit (9) aufnehmende
Kanäle (8a, 8b) aufweist, zwischen denen ein Fortsatz (15) der Führungsleiste (7)
vorhanden ist, wobei der Fortsatz (15) an seiner zum Vorhang (4) zugewandten Seite
die Kontaktfläche (14) für den fallenden Vorhang (4) aufweist und wobei von den Kanälen
(8a, 8b) ausgehende Flüssigkeits-Durchlass-Spalte (12) zwischen Halterung (7,) und
Führungsleiste (11) vorhanden sind.
4. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führungsleiste (11) vorzugsweise eine zylindrische Form aufweist.
5. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest die dem Vorhang (4) zugewandte Seite der Führungsleiste (11) bzw. des Fortsatzes
(15) abgerundet ist und mit einem Radius zwischen 1-10mm, vorzugsweise 1,25 - 5mm,
höchstvorzugsweise 2 - 2,5mm versehen ist.
6. Vorhang-Auftragswerk nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die gesamte Führungsleiste (11) eine kreiszylindrische Form mit einem Radius zwischen
1 - 10mm, vorzugsweise 1,25 - 3mm, höchstvorzugsweise 2 - 2,5mm aufweist.
7. Vorhang-Auftragswerk nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest die Kontaktfläche (14) der Führungsleiste (11) poliert ist und aus nichtrostendem
Metall, wie Aluminium, Messing oder Edelstahl oder auch aus Kunststoff besteht.
8. Vorhang-Auftragswerk nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass als Hilfsflüssigkeit (9) vorzugsweise Wasser, höchstvorzugsweise demineralisiertes
Wasser, aber auch ein Wasser/Streichfarbengemisch oder ein Gemisch aus Wasser mit
beispielsweise Tensiden, Verdickern, Stärke verwendbar ist.
9. Vorhang-Auftragswerk nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
nur ca. 1 bis 10l/h Hilfsflüssigkeit (9) zur Führung und Stabilisierung des fallenden
Vorhangs (4) notwendig sind.
10. Vorhang-Auftragswerk (1) zur Beschichtung einer laufenden Papier-, Karton- oder anderen
Faserstoffbahn (2), aufweisend einen oberhalb der Faserstoffbahn (2) angeordneten
und mindestens der Breite der Faserstoffbahn (2) entsprechenden Vorhang-Auftragskopf
(3) zur Abgabe wenigstens eines flüssigen bis pastösen Auftragsmediums (M) in Form
eines ein- oder mehrschichtigen Vorhangs (4), der im Wesentlichen der Schwerkraft
folgend auf die Faserstoffbahn (2) herabfällt, wobei zur Führung des Vorhangs (4)
über seinen Fallweg hinweg, d.h. zwischen einer Abrisskante (5) des Auftragskopfes
(3) und der Oberfläche der Faserstoffbahn (2) an seinen beiden Rändern (4a, 4b) je
ein Randführungselement (6) vorgesehen ist, wobei das Randführungselement (6) mit
einer Hilfsflüssigkeit (9) zur Führung des Vorhangs (4) beaufschlagt ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich an der Unterseite des Randführelementes (6) ein Absaugsystem befindet, wobei
eine erste Absaugöffnung (16) und eine zweite Absaugöffnung (17) vorhanden ist und
wobei die erste Absaugöffnung (16) mit einer Gegenfläche, insbesondere der laufenden
Faserstoffbahn (2) während des Beschichtungsvorgangs verschließbar ist und die Saugwirkung
der zweiten zum Vorhang (4) hin gerichteten, parallel zur Bahnebene wirkenden Absaugöffnung
(17) dadurch verstärkbar ist.