Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren und einem Steuergerät für eine Anzeige
einer visuellen Warndarstellung nach Gattung der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Zur Warnung eines Fahrers eines Kraftfahrzeugs ist es bekannt, Warnungen an den Fahrer
entweder akustisch und/oder visuell auszugeben. Eine visuelle Ausgabe einer Warnung
erfolgt gemäß des Standes der Technik unter anderem über ein Head-Up-Display. Hierbei
wird die Warnung in dem Blickfeld des Fahrers angezeigt, wobei das Blickfeld die Frontscheibe
des Fahrzeugs und somit auch das Head-Up-Display umfasst. Ferner ist es aus der
DE 199 51 001 A1 bekannt, mittels einer Kamera auf eine Blickrichtung eines Fahrers zu schließen,
so dass nach Ermittlung der Blickrichtung eine Warnung in einem solchen Bereich des
Head-Up-Displays eingeblendet wird, auf welchen der Blick des Fahrers gerichtet ist.
Es erfolgt somit eine ortsabhängige Anzeige einer Warndarstellung innerhalb des Head-Up-Displays
in abhängig der Blickrichtung des Fahrers.
[0003] Eine Erfassung von Verkehrssituationen und eine Beurteilung einer solchen als eine
kritisch erfasste Verkehrssituation mittels Kamera, Radar-, Ultraschall- oder Infrarotsysteme
mit entsprechenden Steuergeräten und Algorithmen sind aus dem Stand der Technik bekannt.
[0004] Vorteile der Erfindung
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenüber
den Vorteil, dass für eine Anzeige einer visuellen Warndarstellung als Warnung vor
einer als kritisch erfassten Verkehrssituation derart erfolgt, dass für die Anzeige
der visuellen Warndarstellung aus einer Gruppe von mindestens zwei, separat voneinander
ansteuerbaren Anzeigeeinheiten eine Anzeigeeinheit in Abhängigkeit der Blickrichtung
des Fahrers ausgewählt wird. Dieses hat den Vorteil, dass ein Fahrer eine Warndarstellung
vor einer als kritisch erfassten Verkehrssituation auf einer solchen Anzeige angezeigt
bekommt, auf welche seine Blickrichtung gerichtet ist.
[0006] Ist beispielsweise die Blickrichtung des Fahrers im Zuge einer Bedientätigkeit an
einer zentralen Bedienkonsole auf eine Anzeigeeinheit der Bedienkonsole gerichtet,
so erscheint eine Warndarstellung, welche in einem Head-Up-Display dargestellt wird,
nicht in seinem Blickfeld. Diese Warnung erreicht ihn erst dann, wenn er seine Blickrichtung
von der Bedienkonsole weg und hin zu dem Head-Up-Display richtet. Auch in dem Fall,
dass zusammen mit einer Anzeige einer visuellen Warndarstellung im Head-Up-Display
gemeinsam eine akustische Warnung an den Fahrer ausgegeben wird, um den Fahrer dazu
zu veranlassen, seinen Blick auf das Head-Up-Display zu errichten, so erreicht ihn
die visuelle Warndarstellung erst nach der Änderung seiner Blickrichtung und somit
zeitverzögert. Demgegenüber wird bei erfindungsgemäßer Auswahl einer Anzeigeeinheit,
beispielsweise des Displays der Bedienkonsole, die visuelle Warndarstellung sofort
im Blickfeld des Fahrers bzw. in seiner Blickrichtung ausgegeben, so dass der Fahrer
durch die visuelle Warndarstellung auf der ausgewählten Anzeige vor einer als kritisch
erfassten Verkehrssituation ohne Zeitverzögerung gewarnt wird. Eine Warnung auf dem
Head-Up-Display gemäß des Standes der Technik ist für einen Fahrer mitunter nicht
sofort als explizite Warnung erfassbar, wohingegen die erfindungsgemäße visuelle Warndarstellung,
welche den Fahrer sofort erreicht, den Fahrer unmittelbar auf die kritische Verkehrssituation
aufmerksam macht, so dass der Fahrer bereits eine erhöhte Aufmerksamkeit auf die ihn
umgebende Verkehrssituation aufweist, wenn seine Blickrichtung weg von der Anzeige
der Bedienkonsole hin zu der Verkehrssituation, welche ihn umgibt, richtet. Da im
Straßenverkehr mitunter in kritischen Verkehrssituationen innerhalb von Sekundenbruchteilen
durch einen Fahrer Maßnahmen eingeleitet werden müssen, wird durch das erfindungsgemäße
Verfahren es einem Fahrer ermöglicht, diese Maßnahmen früher bzw. schneller einzuleiten,
als bei einer gemäß des Standes der Technik angezeigten Warndarstellung in einem Head-Up-Display.
[0007] Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen des in dem unabhängigen Anspruch angegebenen Verfahrens möglich.
[0008] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird zur Anzeige einer visuellen
Warndarstellung eine einzige Anzeigeeinheit ausgewählt. Wird als diese einzige Anzeigeeinheit
jene Anzeigeeinheit gewählt, deren Position im Fahrzeug am ehesten mit der Blickrichtung
des Fahrers übereinstimmt, so wird durch die Ausgabe der visuellen Warndarstellung
über diese einzige Anzeigeeinheit dem Fahrer nur auf einer einzigen Anzeigeeinheit
eine Warnung angezeigt, wodurch er nicht durch mehrere Warnungen auf unterschiedlichen
Anzeigeeinheiten verunsichert wird.
[0009] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung, werden für die Anzeige der visuellen
Warndarstellungen jeweilige Anzeigeeinheiten über jeweilige, separate Schnittstellen
zur Einspeisung von Bilddaten angesteuert. Dieses hat den Vorteil, dass nicht nur
eine einzige Anzeigeeinheit zur Ausgabe einer visuellen Warndarstellung verwendet
werden kann, sondern dass jeweilige Anzeigeeinheiten, welche im Kraftfahrzeug vorhanden
sind, über ihre jeweiligen, separaten Schnittstellen angesteuert werden können. Durch
eine derartige Ansteuerung können Bilddaten in die Anzeigeeinheiten eingespeist werden
und über diese Anzeigen angezeigt werden. Hierdurch lassen sich unterschiedliche,
in einem Kraftfahrzeug vorhandene Anzeigeeinheiten verwenden, was gegenüber dem Stand
der Technik den Vorteil hat, dass aufgrund der Einspeisung von Bilddaten die visuelle
Form der visuellen Warndarstellung, bzw. das Bild selbst, bestimmt wird. Vorzugsweise
dienen die jeweiligen Anzeigeeinheiten lediglich zur Anzeige eines eingespiesenen
Bildes. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität bezüglich der darzustellenden visuellen
Warndarstellungen bzw. der darzustellenden Bilder, so dass die Form der Darstellung
nicht durch die Anzeigeeinheiten, sondern durch die eingespeisten Bilddaten bestimmt
wird.
[0010] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei einer ersten
Sensoreinheit um eine Bilderfassungseinheit, welche als erste Sensordaten Bilddaten
bereitstellt. Derartige Sensordaten in Form von Bilddaten einer Bilderfassungseinheit
(beispielsweise einer Kamera) können, wie aus dem Stand der Technik bekannt, dahingehend
ausgewertet werden, dass auf eine Blickrichtung des Fahrers geschlossen wird. Gemäß
einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei der ersten Sensoreinheit
um eine Bilderkennungseinheit, welche als erste Sensordaten die Blickrichtung des
Fahrers bereitstellt. Derartige Bilderkennungseinheiten können beispielsweise durch
eine Kombination einer Bilderfassungseinheit, in Form einer Kamera, sowie eines Steuergerätes
zur Bilderkennung gegeben sein, wobei das Steuergerät durch die von der Bilderfassungseinheit
bereitgestellten Bilddaten auf die Blickrichtung des Fahrers schließt und diese Blickrichtung
als erste Sensordaten bereitstellt. Ferner handelt es sich vorzugsweise bei einer
weiteren, zweiten Sensoreinheit um mindestens eine Bedieneinheit zur Bedienung durch
einen Fahrer, welche als weitere Sensordaten Daten bezüglich der durch den Fahrer
vorgenommenen Bedienung bereitstellt. Dieses hat den Vorteil, dass nicht nur durch
eine Bilddatenauswertung von durch Bilderfassungseinheiten bereitgestellten Bilddaten
auf eine Blickrichtung des Fahrers geschlossen wird, sondern dass ferner auch weitere
Sensordaten, welche durch Bedieneinheiten bereitgestellt werden, dahingehend ausgewertet
werden, dass auf die Blickrichtung des Fahrers geschlossen wird. Ist beispielsweise
an einem Drehdruckknopf im Bereich der Mittelkonsole eines Fahrzeugs eine hohe Bedientätigkeit
festgestellt worden, so lässt sich durch diese weiteren Sensordaten eine Plausibilisierung
bzw. eine Überprüfung einer durch Bilddaten bekannten Blickrichtung durchführen. Hierdurch
ergibt sich eine vorteilhafte höhere Sicherheit bei der Entscheidung bezüglich einer
ermittelten Blickrichtung eines Fahrers.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es sich bei der visuellen
Warndarstellung um ein beispielhaftes Bild einer Verkehrssituation, eine beispielhafte
Videosequenz einer Verkehrssituation, ein reales Bild einer momentanen Verkehrssituation
des Fahrzeugs oder eine reale Videosequenz einer momentanen Verkehrssituation des
Fahrzeugs. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass durch unterschiedliche Formen von
Bilddaten der Fahrer in unterschiedlicher Weise auf eine als kritisch erfasste Verkehrssituation
aufmerksam gemacht werden kann. Wird beispielsweise ein beispielhaftes Bild einer
Verkehrssituation dargestellt, so ist durch ein solches Bild, beispielsweise ein Piktogramm,
für einen Fahrer die Kritizität der Verkehrssituation auf einfache Weise erfassbar.
Eine Anzeige eines realen Bildes oder einer realen Videosequenz einer momentanen Verkehrssituation
des Fahrzeugs hat den Vorteil, dass der Fahrer ohne Änderung seiner Blickrichtung
die momentane Verkehrssituation des Fahrzeugs dargestellt bekommt. Er kann somit bereits
in dem Moment, in welchem er seine Blickrichtung weg von der Anzeige hin zu der momentanen
Verkehrssituation ändert, Maßnahmen zur Steuerung des Fahrzeugs einleiten.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die visuelle Warndarstellung
in Abhängigkeit eines erfassten Typs einer kritischen Verkehrssituation gewählt. Dieses
hat den Vorteil, dass durch eine Klassifizierung einer kritischen Verkehrssituation
als ein bestimmter Typ einer Verkehrssituation Einfluss darauf genommen werden kann,
welche Art einer visuellen Warndarstellung angezeigt wird. Hierdurch lassen sich je
nach kritischer Verkehrssituation bzw. des klassifizierten Typs der Verkehrssituation
unterschiedliche Warndarstellungen auswählen, welche ein direktes Informieren des
Fahrers über die Art der momentan vorliegenden Verkehrssituation ermöglichen.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung handelt es bei der Anzeigeeinheit
um ein Head-Up-Display, ein Display eines Combi-Instrumentes, ein Display eines Navigationsgerätes,
ein Display einer Head-Unit, ein Display eines Mobiltelefons oder ein Display einer
mobilen Rechnereinheit. Dieses hat den Vorteil, dass unterschiedliche, in einem Kraftfahrzeug
vorkommende Anzeigeeinheiten genutzt werden, welche über Schnittstellen in einer zentralen
Steuereinheit zur Ausgabe der visuellen Warnung verbunden sind und dass eine Vielzahl
von Anzeigen derartiger Geräte genutzt werden kann.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird nach Betätigung einer Eingabeeinheit
durch den Fahrer die Darstellung der visuellen Warndarstellung beendet. Dieses ist
vorteilhaft, da mitunter vor einer als kritisch erfassten Verkehrssituation durch
die Anzeigeeinheit auch dann gewarnt wird, wenn ein Fahrer diese erfasste Verkehrssituation
bereits erkannt hat. Durch Betätigung der Eingabeeinheit kann der Fahrer die Darstellung
der visuellen Warndarstellung auf eigenen Wunsch beenden. Dieses kann beispielsweise
dann der Fall sein, wenn der Fahrer durch die visuelle Warndarstellung nicht weiter
abgelenkt werden möchte.
[0015] Die erfindungsgemäße Steuereinheit zur Auswahl einer Anzeigeeinheit aus einer Gruppe
von mindestens zwei Anzeigeeinheiten zur Anzeige einer visuellen Warndarstellung zur
Warnung eines Fahrers eines Fahrzeugs vor einer kritischen Verkehrssituation weist
unterschiedliche Schnittstellen auf. Die Steuereinheit weist mindestens eine erste
Schnittstelle zur Ansteuerung einer ersten Anzeigeeinheit sowie mindestens eine weitere,
zweite Schnittstelle zur Ansteuerung einer weiteren, zweiten Anzeigeeinheit auf. Ferner
weist die Steuereinheit eine dritte Schnittstelle zu mindestens einer Sensoreinheit
auf, welche Sensordaten bereitstellt, anhand derer die Steuereinheit auf eine Blickrichtung
des Fahrers schließt. Ferner weist die Steuereinheit eine vierte Schnittstelle zu
einer Erfassungseinheit zur Erfassung einer kritischen Verkehrssituation auf, wobei
die Erfassungseinheit der Steuereinheit eine Erfassung einer kritischen Verkehrssituation
signalisiert. Die Steuereinheit ist dadurch gekennzeichnet, dass bei Signalisierung
einer kritischen Verkehrssituation an die Steuereinheit die Steuereinheit eine der
Anzeigeeinheiten zur Anzeige der visuellen Warndarstellung in Abhängigkeit der Blickrichtung
des Fahrers auswählt. Gegenüber dem Stand der Technik weist die erfindungsgemäße Steuereinheit
den Vorteil auf, dass nicht nur in einem bestimmten Bereich eines Head-Up-Display
eine Anzeige einer visuellen Warndarstellung erfolgt, sondern dass zur Anzeige der
visuellen Warndarstellung aus mindestens zwei Anzeigeeinheiten eine Anzeigeeinheit
ausgewählt wird. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Steuereinheit wird vorzugsweise
eine einzige Anzeigeeinheit ausgewählt. Dieses hat den Vorteil, dass die Steuereinheit
durch Auswahl einer einzigen Anzeigeeinheit zur Anzeige der visuellen Warndarstellung
dafür sorgt, dass dem Fahrer die visuelle Warndarstellung nur an einer einzigen Stelle
des Kraftfahrzeugs angezeigt wird, so dass der Fahrer nicht durch mehrere visuelle
Warndarstellungen einer Warnung abgelenkt oder irritiert wird.
Zeichnungen
[0016] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Zeichnung 1 zeigt einen Kfz-Innenraum aus einer Fahreransicht.
Zeichnung 2 zeigt den derartigen Kfz-Innenraum aus einer Seitenansicht.
Figur 3 zeigt eine erfindungsgemäße Steuereinheit.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0017] Die Figur 1 zeigt einen Kfz-Innenraum 1 aus Sicht eines Fahrers. Dargestellt ist
eine Frontscheibe 11, innerhalb derer ein Bereich 20, dargestellt durch eine gestrichelte
Linie, als Anzeigebereich eines Head-Up-Displays vorgesehen ist. Ferner ist unterhalb
der Frontscheibe 11 ein Kombi-Instrument 22 vorhanden, welches vorzugsweise einen
Tachometer 23 aufweist, sowie ein Display 24 zur Darstellung von Bilddaten. Im zentralen,
mittleren Bereich des Kfz-Innenraums 1 befindet sich ferner vorzugsweise eine zentrale
Bedienkonsole 13, beispielsweise eine Head-Unit, welche vorzugsweise ein Navigationsgerät,
ein Radio, einen CD-Spieler, eine Klimaanlage oder ähnliche Geräte aufweist. Diese
Geräte werden vorzugsweise mittels mindestens einer Bedieneinheit 18 der zentralen
Bedienkonsole 13 angesteuert. Bei der mindestens einen Bedieneinheit 18 kann es sich
beispielsweise um ein Keyboard, ein Dreh-Druckschalter, einen Trackball oder ähnliche
Bedieneinheiten handeln. Die zentrale Bedienkonsole 13 weist ferner ein Display 17
zur Darstellung von Informationen, beispielsweise des Navigationsgerätes, des CD-Spielers,
der Klimaanlage oder anderer Geräte auf. Vorzugsweise weist die zentrale Bedienkonsole
13 ferner eine Halteschale 15 zur Aufnahme eines Mobiltelefons 14 auf, wobei das Mobiltelefon
14 ferner über ein eigenes Display 16 verfügt. Alternativ ist es möglich, dass die
Halteschale 15 nicht in der zentralen Bedienkonsole 13 vorgesehen ist, sondern in
einem weiteren Bereich des Kfz-Innenraums 1. Vorzugsweise sind weitere, in der Figur
1 nicht dargestellte mobile Recheneinheiten vorgesehen, welche ebenfalls über Anzeigeeinheiten
in Form von Displays verfügen.
[0018] Erfindungsgemäß erfolgt zur Anzeige einer visuellen Warndarstellung eine Auswahl
einer der Anzeigeeinheiten 16, 17, 24, 20 in Abhängigkeit einer Blickrichtung des
Fahrers. Hierbei wird durch eine Sensoreinheit 21, vorzugsweise eine Kamera im oberen,
mittleren Bereich der Frontscheibe 11, Sensordaten bereitgestellt, anhand derer auf
die Blickrichtung des Fahrers geschlossen wird. Vorzugsweise befindet sich die Kamera
an einer anderen Position in dem Fahrzeug, beispielsweise in einem Kombi-Instrument
einer Instrumententafel.
[0019] Der in der Figur 1 dargestellte Kfz-Innenraum 1 ist wiederum in der Figur 2 als Kfz-Innenraum
2 aus Seitenansicht dargestellt. Auch hier ist die Frontscheibe 11 mit einem Bereich
20 als Anzeigebereich eines Head-Up-Displays dargestellt. Ferner ist ein Kombiinstrument
22 mit einem Display 24, als auch eine zentrale Bedienkonsole 13 mit einem Display
17 sowie vorzugsweise einer Bedieneinheit 18 dargestellt. Vorzugsweise befindet sich
in der Zentralbedienkonsole 13 ein Mobiltelefon mit einem Display 16. Im oberen Bereich
der Frontscheibe 11 ist vorzugsweise eine Sensoreinheit 21 in Form einer Kamera vorgesehen.
Auf einem Sitz 101 sitzt ein Fahrer 100, welcher gemäß Fig. 2 unterschiedliche Blickrichtungen
aufweisen kann. Die Blickrichtungen sind durch jeweilige Pfeile 31 bis 35 von den
Augen des Fahrers hin zu den jeweiligen Anzeigeeinheiten 20, 24, 16, 17 dargestellt.
Eine erste Blickrichtung des Fahrers 31 führt von den Augen des Fahrers hin zu dem
Head-Up-Display 20. Eine zweite Blickrichtung des Fahrers 32 führt hin zu dem Display
24 des Kombininstruments 22. Eine dritte Blickrichtung 33 führt hin zu einem Display
16 eines Mobiltelefons. Eine vierte Blickrichtung 34 führt hin zu einem Display 17
einer zentralen Bedienkonsole 13, beispielsweise einer Headunit. Die in diesem Ausführungsbeispiel
dargestellten und erwähnten Anzeigeeinheiten stellen nur eine Auswahl an möglichen
Anzeigeeinheiten dar, welche gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Anzeige einer
visuellen Bahndarstellung angesteuert werden können. Es ist für einen Fachmann verständlich,
dass weitere, in einem KFZ vorhandene Anzeigeeinheiten zur Anzeige einer visuellen
Bahndarstellung verwendet werden können. Die dargestellten Anzeigeeinheiten sind durch
jeweilige Schnittstellen mit einer zentralen Steuereinheit, durch die hier nicht dargestellt
ist, verbunden, so dass eine Ansteuerung der Anzeigeeinheiten zur Anzeige der visuellen
Bahndarstellung möglich ist. Derartige Schnittstellen bzw. Datenschnittstellen zur
Übermittlung von Bilddaten, können beispielsweise ein CAN-Bus, drahtgebundene aber
auch nicht drahtgebundene Schnittstellen in Form von beispielsweise USB-Schnittstellen
oder W-Lan-Schnittstellen sein.
[0020] Wird durch in den Figuren nicht dargestellte Erfassungseinheiten - beispielsweise
Umfeldkameras, Radarsysteme oder Infrarotsysteme oder auch Ultraschallsysteme - sowie
eine entsprechende Steuereinheit eine Verkehrssituation als kritisch erfasst, so ist
eine Warnung des Fahrers vor dieser Verkehrssituation durch eine Anzeige einer visuellen
Warndarstellung notwendig. Gemäß des Stands der Technik ist es hierbei möglich, in
unterschiedlichen Teilbereichen eines Head-Up-Displays 20 eine visuelle Warndarstellung
anzeigen zu lassen. Ist jedoch der Blick des Fahrers nicht auf das Head-Up-Display
20 gerichtet, sondern auf eine der weiteren Anzeigen 24, 16, 17 so erreicht den Fahrer
diese visuelle Warndarstellung auch bei Erregung seiner Aufmerksamkeit durch eine
zusätzliche akustische Warnung nur verzögert, denn die visuelle Warndarstellung ist
für ihn erst dann wahrnehmbar, wenn er seine Blickrichtung weg von den weiteren Anzeigeeinheiten
24, 16, 17 hin zu dem Head-Up-Display 20 richtet. Hierdurch gehen mitunter Sekundenbruchteile
verloren, bevor der Fahrer reagieren kann, welches im Straßenverkehr mitunter äußerst
kritisch ist.
[0021] Die Sensoreinheit 21 stellt Sensordaten bereit, anhand derer auf eine Blickrichtung
des Fahrers geschlossen werden kann. Bei diesen Sensordaten kann es sich beispielsweise
um Bilddaten handeln, welche durch eine zentrale Steuereinheit derart ausgewertet
werden, dass auf eine Blickrichtung geschlossen wird. Alternativ kann es sich bei
der Sensoreinheit 21 um eine Einheit handeln, welche als erste Sensordaten die Blickrichtung
des Fahrers bereitstellt, wobei die Sensoreinheit 21 in diesem Fall eine Bilderkennungseinheit
aufweist, welche eine Auswertung von Bilddaten selbstständig durchführt. Ist also
auf die Blickrichtung des Fahrers geschlossen worden, so kann in dem Fall, dass der
Fahrer beispielsweise zu dem Display 17 der zentralen Bedienkonsole 13 hinschaut,
die Anzeige der visuellen Warndarstellung auf dem Display 17 der Bedienkonsole 13
vorgenommen werden. Hierdurch wird dem Fahrer die visuelle unmittelbar Warndarstellung
dargeboten, so dass bereits vor der Änderung der Blickrichtung des Fahrers 100 von
der Blickrichtung 34 von dem Display 17 hin zu der Blickrichtung 31 in Richtung der
Frontscheibe 11 der Fahrer darüber informiert ist, dass eine kritische Verkehrssituation
vorliegt.
[0022] Mit Ausgabe der visuellen Warndarstellung auf einer Anzeigeeinheit, welche in Abhängigkeit
der Blickrichtung des Fahrers ausgewählt wird, kann vorzugsweise eine akustische Warnung
erfolgen. Vorzugsweise wird von den in dem Kfz-Innenraum 1 vorhandenen Anzeigeeinheiten
20, 24, 16, 17 eine einzige Anzeigeeinheit ausgewählt, um die visuelle Warndarstellung
anzuzeigen, so dass der Fahrer nicht durch mehrere Warndarstellungen auf mehreren
Anzeigeeinheiten irritiert wird.
[0023] Vorzugsweise handelt es sich bei Sensoreinheiten zur Bereitstellung von Sensordaten
ferner um Bedieneinheiten, beispielsweise der Bedieneinheit 18 der zentralen Bedienkonsole
13, welche Daten bezüglich einer durch den Fahrer vorgenommenen Bedienung bereitstellen.
Hierzu ist die Bedieneinheit 18 ebenfalls über eine Schnittstelle zur Übermittlung
der Sensordaten bezüglich der durch den Fahrer vorgenommenen Bedienung mit einer zentralen
Steuereinheit verbunden.
[0024] Ferner kann es sich bei Bedieneinheiten vorzugsweise auch um ein Lenkrad handeln,
dessen Betätigung durch den Fahrer 100 von einer Steuereinheit ausgewertet wird. Auch
hierbei ist es notwendig, dass an dem Lenkrad Sensoren zur Übermittlung einer Bedientätigkeit
des Fahrers über Schnittstellen mit der zentralen Steuereinheit verbunden sind.
[0025] Vorzugsweise wird als visuelle Warndarstellung ein beispielhaftes Bild oder eine
beispielhafte Videosequenz einer Verkehrssituation dargestellt. Derart beispielhafte
Bilddarstellungen haben den Vorteil, dass durch eine Abstraktion von Bildinformationen,
beispielsweise durch Piktogramme, einem Fahrer eine entsprechende Warnung auf für
ihn einfach verständliche Weise angezeigt werden kann. Diese beispielhaften Bilddarstellungen
können ferner in Abhängigkeit eines Typs einer kritischen Verkehrssituation angezeigt
werden, als welcher die erfasste Verkehrssituation klassifiziert wird. Ist also beispielsweise
eine kritische Verkehrssituation erfasst worden, bei welcher ein Fußgänger die Fahrbahn
überquert, so kann dann ein entsprechendes beispielhaftes Bild oder eine beispielhafte
Videosequenz eines Fußgängers auf einer Fahrbahn als visuelle Warndarstellung ausgewählt
und dem Fahrer angezeigt werden. Liegt als kritisch erfasste Verkehrssituation beispielsweise
eine rote Ampel vor, so kann eine beispielhafte Darstellung einer roten Ampel als
beispielhaftes Bild als visuelle Warndarstellung gewählt werden. Weitere Typen von
Verkehrssituationen können beispielsweise eine Verkehrssituation mit einem Radfahrer
sein, eine Annäherung an eine Kreuzung, ein Kraftfahrzeug welches vorausfährt und
bremst oder ein einscherendes Kraftfahrzeug.
[0026] Vorzugsweise handelt es sich bei der visuellen Warndarstellung um eine reale Videosequenz
einer momentanen Verkehrssituation des Fahrzeugs oder ein reales Bild einer momentanen
Verkehrssituation des Fahrzeugs des Fahrzeugs. Ein solches reales Bild oder eine solche
reale Videosequenz kann beispielsweise durch Umfeldkameras erfasst werden und dem
Fahrer somit auf einer solchen Anzeige, auf welche gerade seine Blickrichtung gerichtet
ist, die momentane Verkehrsituation angezeigt werden, ohne dass der Fahrer erst die
Blickrichtung hin zur Frontscheibe 11 verändern muss. Ebenso ist bei Vorhandensein
eines Night-Vision-Systems es möglich ein solches Bild als ein reales Bild oder eine
reale Videosequenz auf dem Night-Vision-System anzuzeigen.
[0027] Vorzugsweise wird die Anzeige der visuellen Darstellung dann beendet, wenn der Fahrer
eine Eingabeeinheit betätigt hat. Hierdurch ist es möglich, dass der Fahrer die visuelle
Warndarstellung selbsttätig beendet, falls er sich durch die visuelle Warndarstellung
abgelenkt fühlt, oder diese für nicht weiter wichtig erachtet.
[0028] Erfolgt keineBetätigung der Eingabeeinheit durch den Fahrer so wird die visuelle
Warndarstellung vorzugsweise spätestens nach einer Beendigung der als kritisch erfassten
Verkehrssituation sowie frühestens bei einer erkannten situationsadäquaten Reaktion
des Fahrers beendet.
[0029] Die Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Steuereinheit 40, welche über eine erste Schnittstelle
51 mit mindestens einer ersten Anzeigeeinheit 61 verbunden ist. Die Steuereinheit
40 ist ferner über eine zweite Schnittstelle 52 mit mindestens einer zweiten Anzeigeinheit
62 verbunden. Vorzugsweise ist es ferner möglich, dass die Steuereinheit 40 über weitere
Schnittstellen mit weiteren Anzeigeeinheiten verbunden ist. Über eine dritte Schnittstelle
53 ist die Steuereinheit 40 mit einer Sensoreinheit 63 verbunden. Die Sensoreinheit
63 stellt Sensordaten bereit, anhand derer die Steuereinheit 40 auf eine Blickrichtung
des Fahrers schließt. Über eine vierte Schnittstelle 54 ist die Steuereinheit 40 über
eine Erfassungseinheit 64 zur Erfassung einer kritischen Verkehrssituation verbunden.
Wird durch die Erfassungseinheit 64 an die Steuereinheit 40 die Erfassung einer kritischen
Verkehrssituation signalisiert, so schließt die Steuereinheit 40 anhand der Sensordaten
der Sensoreinheit 63 auf die Blickrichtung des Fahrers und wählt in Abhängigkeit der
Blickrichtung eine der Anzeigeeinheiten 61, 62 zur Anzeige einer visuellen Warndarstellung
aus. Vorzugsweise wählt die Steuereinheit 40 eine einzige Anzeigeeinheit aus.
[0030] Die Steuereinheit 40 steuert hierbei die Anzeigeeinheiten 61, 62 vorzugsweise über
die jeweiligen Schnittstellen der Anzeigeeinheiten 61, 62 an, wobei die visuelle Warndarstellung
in Form von Signalisierungsdaten zur Ausgabe einer Warndarstellung oder in Form von
Bilddaten übermittelt wird. Werden beispielhafte Bilder oder beispielhafte Videosequenzen
als Bilddaten an die Anzeigeeinheiten 61, 62 ausgegeben, so kann die Steuereinheit
40 hierbei über einen Speicher verfügen, in welchem derartige beispielhafte Bilddaten
gespeichert sind. Vorzugsweise verfügt die Steuereinheit 40 über eine fünfte Schnittstelle
55 zu einer Bilderfassungseinheit 65, bei welcher es sich beispielsweise um eine Umfeldkamera
oder einer Kamera eines Night-Vision-Systems handelt. Bilddaten einer derartigen Bilderfassungseinheit
65 können vorzugsweise als reale Bilder oder als reale Videosequenzen von der Steuereinheit
40 an die Anzeigeeinheiten 61, 62 ausgegeben werden. Bei den Anzeigeeinheiten 61,
62 kann es sich vorzugsweise um Anzeigeeinheiten handeln, welche gemäß der Figuren
1 oder 2 dargestellt und beschrieben sind.
[0031] Die in den Ausführungsbeispielen dargelegten und dargestellten Ausführungsformen
sind nicht nur jeweils separat für sich ausführbar, sondern können zur Erlangung weiterer
Vorteile miteinander kombiniert werden.
1. Verfahren für eine Anzeige einer visuellen Warndarstellung zur Warnung eines Fahrers
(100) eines Fahrzeugs vor einer als kritisch erfassten Verkehrssituation, wobei anhand
von durch mindestens eine Sensoreinheit (21) bereitgestellte Sensordaten auf eine
Blickrichtung (31, 32, 33, 34, 35) des Fahrers (100) geschlossen wird,
dadurch gekennzeichnet, dass für die Anzeige der visuellen Warndarstellung aus einer Gruppe von mindestens zwei,
separat von einander ansteuerbaren Anzeigeeinheiten (20, 24, 17, 16) eine Anzeigeeinheit
in Abhängigkeit der Blickrichtung (31, 32, 33, 34, 35) ausgewählt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine einzige Anzeigeeinheit ausgewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass für die Anzeige der visuellen Warndarstellung die jeweiligen Anzeigeeinheiten (31,
32, 33, 34, 35) über jeweilige, separate Schnittstellen zur Einspeisung von Bilddaten
angesteuert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei einer ersten Sensoreinheit (21) um eine Bilderfassungseinheit handelt,
welche als erste Sensordaten Bilddaten bereitstellt, oder dass es sich bei der ersten
Sensoreinheit um eine Bilderkennungseinheit handelt, welche als erste Sensordaten
die Blickrichtung (31, 32, 33, 34, 35) des Fahrers (100) bereitstellt,
und dass es sich einer weiteren, zweiten Sensoreinheit um mindestens eine Bedieneinheit
(18) zur Bedienung durch den Fahrer (100) handelt, welche als weitere Sensordaten
Daten bezüglich einer durch den Fahrer (100) vorgenommenen Bedienung bereitstellt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der visuellen Warndarstellung um ein beispielhaftes Bild einer Verkehrssituation,
eine beispielhafte Videosequenz einer Verkehrssituation, ein reales Bild einer momentanen
Verkehrssituation des Fahrzeugs oder eine reale Videosequenz einer momentanen Verkehrssituation
des Fahrzeugs handelt.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die visuelle Warndarstellung in Abhängigkeit eines erfassten Typs einer kritischen
Verkehrssituation gewählt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei einer Anzeigeeinheit (20, 24, 17, 16) um ein Head-Up-Display, ein Display
eines Kombiinstrumentes, ein Display eines Navigationsgerätes, ein Display einer Head-Unit,
ein Display eines Mobiltelefons oder ein Display einer mobilen Rechnereinheit handelt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass nach Betätigung einer Eingabeeinheit durch den Fahrer die Anzeige der visuellen Warndarstellung
beendet wird.
9. Steuereinheit (40) zur Auswahl einer Anzeigeeinheit aus einer Gruppe von mindestens
zwei Anzeigeeinheiten (61, 62) zur Anzeige einer visuellen Warndarstellung zur Warnung
eines Fahrers (100) eines Fahrzeugs vor einer kritischen Verkehrssituation,
aufweisend mindestens eine erste Schnittstelle (51) zur Ansteuerung einer ersten Anzeigeeinheit
(61),
aufweisend mindestens eine weitere, zweite Schnittstelle (52) zur Ansteuerung einer
weiteren, zweiten Anzeigeeinheit (62),
aufweisend eine dritte Schnittstelle (53) zu mindestens einer Sensoreinheit (63),
welche Sensordaten bereitstellt, anhand derer die Steuereinheit (40) auf eine Blickrichtung
des Fahrers schließt,
aufweisend eine vierte Schnittstelle (54) zu einer Erfassungseinheit (64) zur Erfassung
einer kritischen Verkehrssituation, wobei die Erfassungseinheit (64) der Steuereinheit
eine Erfassung einer kritischen Verkehrssituation signalisiert,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Signalisierung einer kritischen Verkehrssituation an die Steuereinheit (40) die
Steuereinheit eine der Anzeigeeinheiten (61, 62) zur Anzeige der visuellen Warndarstellung
in Abhängigkeit der Blickrichtung des Fahrers (100) auswählt.
10. Steuereinheit nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (40) eine einzige Anzeigeeinheit auswählt.