[0001] Die Erfindung betrifft ein Einmessverfahren zur Bestimmung eines Kennfelds einer
Steuerelektronik bzw. Regelelektronik eines hydraulischen Antriebs gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Einmessvorrichtung gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12.
[0002] Hydraulische Antriebe werden seit geraumer Zeit mit Steuerelektroniken oder Regelelektroniken
ausgestattet, um die in der industriellen Antriebstechnik geforderte Genauigkeit,
hohe Ansprechgeschwindigkeiten und die Einhaltung von vorgegebenen Bahnkurven zu gewährleisten.
Es ist wünschenswert, verschiedene hydraulische Antriebe mit möglichst einer standardisierten
Steuer- oder Regelelektronik ausstatten zur können. Aufgrund einer Vielzahl variierender
mechanischer Parameter der verschiedenen Ventile und Ventiltypen, der hydraulischen
Verbraucher, und nicht zuletzt der installieren Druckmittelquelle und des Druckmittelleitungssystems,
besitzt aber nahezu jedes elektro-hydraulische System sein eigenes Steuer- bzw. Regelverhalten.
Daher besitzen übliche Steuerelektroniken oder Regelelektroniken eine Vielzahl einstellbarer
Parameter, um das Steuer- bzw. Regelverhalten des hydraulischen Systems möglichst
optimal an die mechanischen Gegebenheiten anzupassen. Bei einer hydraulischen Steuerkette
- typischerweise ein Proportionalventil mit einem hachgeschalteten hydraulischen Verbraucher
- ist das Ansteuersignal des Proportionalventils meist ein Maß für die Geschwindigkeit
des hydraulischen Verbrauchers. Die Geschwindigkeit steht jedoch normalerweise in
einem nicht-linearen Zusammenhang zu dem Ansteuersignal des Proportionalventils. Dies
ist hauptsächlich durch die Gestaltung der Steuerquerschnitte am Ventil, dem nicht-linearen
fluiddynamischen Zusammenhang zwischen Öffnungsquerschnitt und Durchflussmenge, sowie
durch Überdeckungen in der Nullstellung des Ventils und durch die Flächenasymmetrie
hydraulischer Verbraucher - z.B. Differentialzylinder - hinsichtlich der Bewegungsrichtung
bedingt.
[0003] Das nicht-lineare Verhalten der hydraulischen Steuerkette wird mittels Kennfeldem
in der Steuerelektronik oder Regelelektronik soweit möglich ausgeglichen. Vereinfacht
gesagt, ist im Kennfeld eine inverse Kennlinie der hydraulischen Steuerkette abgelegt.
Indem das Stellsignal für die hydraulische Steuerkette über das Kennfeld modifiziert
wird, um ein Ansteuersignal für das Proportionalventil zu erhalten, erzielt man über
weite Bereiche des Stellsignals einen konstanten Signal-Geschwindigkeits-Zusammenhang
- im Folgenden auch Verstärkung genannt - der Kette aus Kennfeld, Proportionalventil
und hydraulischer Verbraucher.
[0004] Aufgrund der Vielzahl der mechanischen Parameter der Ventile und hydraulischen Verbraucher,
muss für jede Kombination aus Proportionalventil und hydraulischem Verbraucher eine
eigene Kennlinie vermessen und ein eigenes Kennfeld berechnet werden. Es gibt Versuche
dieses möglichst automatisiert durchzuführen.
[0005] In der
DE 198 06 544 B4 wird für ein elektro-hydraulisches System aus einer Steuerelektronik, einem Proportionalventil
und einem Differentialzylinder ein Verfahren beschrieben, um eine Geschwindigkeits-Strom-Kennlinie
der hydraulischen Steuerkette zu erhalten. Dabei wird für eine bestimmte Zeit ein
bestimmter Ansteuerstrom an das Ventil geschaltet. Aus der in der bestimmten Zeit
zurückgelegten Strecke des Zylinders wird dessen Geschwindigkeit bestimmt. Dieses
Verfahren wird mit verschiedenen Werten für den Ansteuerstrom wiederholt, um Stützpunkte
der Kennlinie zu erhalten. Ein Mikrokontroller der Steuerelektronik modifiziert mittels
dieser gemessenen Kennlinie die Arbeitskennlinie für die Ansteuerung des Proportionalventils.
[0006] Nachteilig an diesem Konzept ist die zeitaufwendige Erfassung der einzelnen Geschwindigkeitswerte
über separate Messungen. Es erfolgt zu Beginn jeder Messung eine starke Beschleunigung
und am Ende der Messung ein starkes Abbremsen. Die Beschleunigung und das Abbremsen
sollten nicht innerhalb der Messstrecke liegen, um das Messergebnis nicht zu verfälschen:
Es ist eine separate Beschleunigungs- und Bremsstrecke einzuplanen. Der Zylinder muss
vor einer Messung ggf. in eine geeignete Position gefahren werden, um genügend freie
Strecke zur Verfügung zu haben. Dies erhöht den Zeitaufwand zusätzlich. Durch die
abrupten Beschleunigungs- und Bremsvorgänge wird das elektro-hydraulische System mechanisch
stark belastet. Es können Schwingungen auftreten, die die Belastung noch erhöhen und
das Messergebnis verfälschen.
[0007] Die
US 6,282,891 B1 beschreibt eine elektro-hydraulische Steuerung für eine mobile Arbeitsmaschine. Zum
Einmessen von Kennfeldern ist ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem Proportionalventile
mit verschiedenen elektrischen Strömen C beaufschlagt werden. Dabei wird eine Positionsmessung
an den über die jeweiligen Proportionalventile versorgten hydraulischen Zylinder vorgenommen.
Aus der Positionskurve wird eine Fluidmenge Q errechnet, welche dem elektrischen Ansteuerstrom
zugeordnet ist. Im Kennfeld wird einem Stromwert C der anteilige Wert Q% der Fluidmenge
bei maximalen Ansteuerstrom zugeordnet. Es wird vorgeschlagen, eine Zeitverzögerung
bei der Ventilansteuerung dadurch auszugleichen, dass ein nachfolgender, bei höherem
Strom aufgenommener Q-Messwert mit dem eigentlichen Q-Messwert gemittelt wird.
[0008] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Bestimmung eines Kennfelds - insbesondere
zur Verwendung bei einem hydraulischen Antrieb - zu vereinfachen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Einmessverfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst. Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Einmessvorrichtung
gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 9 gelöst.
[0010] Das erfindungsgemäße Einmessverfahren zur Bestimmung eines Kennfelds einer Steuerelektronik
bzw. Regelelektronik eines hydraulischen Antriebs, bei dem ein hydraulischer Verbraucher
mittels eines Stellglieds ansteuerbar ist, bei dem das Kennfeld eine Zuordnung von
Stellsignalwerten zu Ansteuersignalwerten für das Stellglied angibt, und bei dem eine
Position des hydraulischen Verbrauchers mittels eines Positionssensors erfassbar ist,
umfasst die folgenden Schritte: Es wird eine Ansteuersignalvorgabekurve erzeugt, welche
in einem Vorgabezeitraum ein vorgegebenes Ansteuersignalintervall im Wesentlichen
stetig durchläuft. Weiter wird die Ansteuersignalvorgabekurve und die Geschwindigkeitskurve
des hydraulischen Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum aufgezeichnet. Die Geschwindigkeitskurve
wird mit Hilfe von erfassten Positionswerten des hydraulischen Verbrauchers bestimmt.
Das Kennfeld wird anhand der aufgezeichneten Ansteuersignalvorgabekurve und der aufgezeichneten
Geschwindigkeitskurve berechnet.
[0011] Dieses Verfahren erlaubt es, eine Vielzahl - wenn nicht sogar alle - der für die
Berechnung des Kennfeldes benötigten Daten innerhalb eines zusammenhängenden vorgegebenen
Erfassungszeitraums aufzuzeichnen. Da die Ansteuersignalvorgabekurve im Erfassungszeitraum
ein Intervall durchläuft, stehen im Erfassungszeitraum eine große Zahl eng beieinander
liegender Messpunkte sowohl für das Ansteuersignal als auch für die Geschwindigkeit
des Verbrauchers zur Verfügung. Anstatt für jeden Ansteuersignalwert eine eigene Geschwindigkeitsmessprozedur
durchzuführen, kann die Geschwindigkeitskurve und die Ansteuersignalvorgabekurve gemäß
der vorliegenden Erfindung in einem kontinuierlichen Vorgang aufgezeichnet werden.
Die Geschwindigkeit des Verbrauchers liegt ggf. in der Steuer- oder Regelelektronik
ohnehin in Form eines Ableitungssignals der Position des Verbrauchers vor. Andernfalls
lässt sie sich mit wenig Aufwand aus den Positionswerten berechnen. Mit der aufgezeichneten
Geschwindigkeitskurve und der aufgezeichneten Ansteuersignalvorgabekurve liegen die
zur Erzeugung des Kennfelds unmittelbar benötigten Daten bereits vor. Die Berechnung
des Kennfelds aus diesen Daten gestaltet sich sehr einfach.
[0012] Zur Verbesserung der erzielten Genauigkeit kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
ohne weiteres auf statistische Methoden, beispielsweise eine Mittelwertbildung, zurückgegriffen
werden. Der im Wesentlichen stetige Verlauf der Ansteuersignalvorgabekurve erlaubt
es, den Messvorgang mit maßvollen Beschleunigungswerten und einer geringen mechanischen
Belastung des hydraulischen Antriebs durchzuführen.
[0013] Da der Einmessvorgang mit wenig Aufwand durchführbar ist, kann er in regelmäßigen
oder unregelmäßigen Abständen wiederholt werden, um z.B. eine Alterung des hydraulischen
Antriebs auszugleichen. Aus der Veränderung des Kennfelds kann ggf. auf den Verschleiß-Zustand
des hydraulischen Antriebs geschlossen werden. Diese Information kann im Rahmen eines
Condition Monitoring verwendet werden.
[0014] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung ist eine Einmessvorrichtung zur Bestimmung
eines Kennfelds einer Steuerelektronik bzw. Regelelektronik eines hydraulischen Antriebs
mittels eines Einmessverfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11 vorgesehen, welche
die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik umfasst. Die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik
ist so eingerichtet, dass zumindest die folgenden Schritte des Einmessverfahrens durch
die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik ausführbar sind: Aufzeichnen der Ansteuersignalvorgabekurve
in dem Vorgabezeitraum, Erfassen von Positionswerten des hydraulischen Verbrauchers
in dem Vorgabezeitraum, und Aufzeichnen der Geschwindigkeitskurve des hydraulischen
Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum mit Hilfe der erfassten Positionswerte.
[0015] Auf diese Weise kann der Einmessvorgang weitestgehend automatisiert durchgeführt
werden. Der Aufwand und die Anforderungen an zusätzliche Hardware sind sehr gering,
da wichtige Schritte des Einmessverfahrens bereits durch die ohnehin vorhandene Steuerelektronik
bzw. Regelelektronik unter Verwendung deren üblichen Eingangs- und Ausgangsschnittstellen
- z.B. der Ventilansteuerausgang, der Sollwerteingang, der Eingang für den Positionssensor
- durchgeführt werden. Die Berechnung der Kennlinie kann z.B. anhand der aufgezeichneten
Werte auf einem handelsüblichen Computer erfolgen.
[0016] Bei der vorliegenden Erfindung wird die Ansteuersignalvorgabekurve durch Zuführen
einer Positionsvorgabekurve an die Regelelektronik erzeugt. Dadurch wird eine ohnehin
vorhandene Eingangsschnittstelle der Regelelektronik verwendet. Außerdem ist die Position
des hydraulischen Verbrauchers stets durch die Positionsvorgabekurve bestimmt, d.h.
die tatsächliche Position wird über die Regelelektronik der Vorgabeposition nachgeführt.
Das Verhalten des hydraulischen Verbrauchers während der Aufzeichnung von Messwerten
ist vorhersehbar. Es wird keinerlei zusätzliche Überwachung der Position des Verbrauchers
während des Aufzeichnungsvorgangs benötigt. Dadurch kann der Einmessvorgang auf einfache
und besonders sichere Weise auch an einer betriebsfertig installierten hydraulischen
Anlage durchgeführt werden. Auch für mobile hydraulische Arbeitsmaschinen ist die
einfache Vorhersehbarkeit der Verbraucherpositionskurve eine bedeutende Erleichterung
zur Gewährleistung der Sicherheit während des Einmessvorgangs.
[0017] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Ansteuersignalvorgabekurve im Vorgabezeitraum
ein Ansteuersignalintervall aufwärts und abwärts durchläuft und bezüglich eines in
diesem Ansteuersignalintervall durchschrittenen Extrempunkt im Wesentlichen symmetrisch
ist. Mittels den so aufgezeichneten Kurven des Ansteuersignals und der Verbrauchergeschwindigkeit
lassen sich durch Mittelwertbildung Beschleunigungseffekte im Ansteuersignal herausmitteln,
so dass bei der Kennlinienberechnung eine genaue Zuordnung eines Ansteuersignalwerts
zu einem Geschwindigkeitswert erfolgen kann. Vorzugsweise wird zu einem Geschwindigkeitswert
ein Ansteuersignalmittelwert aus zwei dem Geschwindigkeitswert jeweils zugeordneten
Werten aus einem ansteigenden und einem abfallenden Bereich der Ansteuersignalkurve
gebildet und für die Berechnung des Kennfelds verwendet. Alternativ kann jedoch auch
zu einem Ansteuersignalwert ein Geschwindigkeitsmittelwert aus zwei dem Ansteuersignalwert
jeweils zugeordneten Werten aus einem ansteigenden und einem abfallenden Bereich der
Geschwindigkeitskurve gebildet und für die Berechnung des Kennfelds verwendet werden.
[0018] Auf besonders einfache Weise wird die Ansteuersignalvorgabekurve und/oder die Positionsvorgabekurve
gemäß einer periodischen Grundfunktion erzeugt. Vorzugsweise durchläuft die Ansteuersignalvorgabekurve
und/oder die Positionsvorgabekurve in dem Vorgabezeitraum wenigstens eine, vorzugsweise
aber zwei oder mehr Perioden der Grundfunktion. Geeignete Grundfunktionen sind z.B.
die Kreisfunktionen, insbesondere Sinus und Kosinus. Unter Verwendung der Kreisfunktionen
lassen sich kontinuierliche, sprungfreie Verläufe der Ansteuersignalvorgabekurve,
der Geschwindigkeitskurve des Verbrauchers und der auf den Verbraucher wirkenden Beschleunigung
erzielen.
[0019] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0020] Eine weitere bevorzugten Ausbildung der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass die
Anzahl erfasster Datenwerte der Ansteuersignalvorgabekurve und/oder der Geschwindigkeitskurve
in einem Bereich eines geringen Betätigungsgrads des Stellglieds größer ist als in
einem Bereich eines stärkeren Betätigungsgrads des Stellglieds. Auf diese Weise lässt
sich die Genauigkeit des Kennfelds im Überdeckungsbereich des Ventils steigern. Außerdem
lässt sich die Anzahl der aufgezeichneten Messwerte verringern und damit der Rechenaufwand
und Speicherbedarf für die Bestimmung des Kennfelds verringern.
[0021] Eine bereits vorhandene Steuerelektronik bzw. Regelelektronik - insbesondere wenn
diese einen Mikrokontroller besitzt - benötigt nur eine geringe Anpassung um das Einmessverfahren
durchzuführen, wenn neben der Steuerelektronik bzw. Regelelektronik eine Rechenvorrichtung
vorhanden ist, die dazu eingerichtet ist, den Schritt des Berechnens des Kennfelds
anhand der Ansteuersignalvorgabekurve und der Geschwindigkeitskurve auszuführen. In
diesen Fällen reicht die in der Steuerelektronik bzw. Regelelektronik vorhandene Rechenkapazität
oder Speicherkapazität üblicherweise aus, um zumindest die Erzeugung der Ansteuersignalvorgabekurve
und das Aufzeichnen der Ansteuersignalvorgabekurve und der Geschwindigkeitskurve durchzuführen.
Die Rechenvorrichtung benötigt neben einer Schnittstelle zur Steuerelektronik bzw.
Regelelektronik keinerlei weitere Schnittstelle mit dem hydraulischen Antrieb und
kann daher als marktüblicher Büro PC oder Industrie PC ausgebildet sein.
[0022] Der Einmessvorgang kann noch besser automatisch abgearbeitet werden und gestaltet
sich für den Bediener einfacher, wenn die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik dazu
eingerichtet ist, den Schritt des Berechnens des Kennfelds anhand der Ansteuersignalvorgabekurve
und der Geschwindigkeitskurve auszuführen, vorzugsweise ebenfalls den Schritt des
Erzeugens der Ansteuersignalvorgabekurve. Dies erlaubt beim Einmessvorgang zudem den
Verzicht auf externe vom Bediener bereitzustellende Hardware. Zudem kann der Einmessvorgang
z.B. auch vollautomatisch ohne Überwachung oder Unterstützung eines Bedieners in regelmäßigen
oder unregelmäßigen Abständen durch den hydraulischen Antrieb bzw. seine Steuerung
selbst durchgeführt werden. Erfolgt die Berechnung auf dem Mikrokontroller der Regelelektronik
bzw. Steuerelektronik so konzentrieren sich die erfassten Datenwerte vorzugsweise
auf den Bereich eines geringen Betätigungsgrads des Stellglieds. Dadurch kann die
Berechnung auch bei geringer Speicherkapazität und Rechenkapazität zügig durchgeführt
werden. Der wichtige Bereich nahe der Überdeckung des Stellglieds wird dennoch genau
erfasst.
[0023] Eine besonders platzsparende und hoch integrierte Bauform eines hydraulischen Antriebs
wird erzielt, wenn die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik auf dem Gehäuse des Stellglieds
des hydraulischen Antriebs angeordnet ist. Zusammen mit der Fähigkeit zur automatischen
Ermittlung des Kennfelds kann ein hydraulischer Antrieb als vollständige, kompakte
und vor allem selbstkonfigurierende Baueinheit zur Verfügung gestellt werden.
[0024] Nachfolgend werden die vorliegende Erfindung und deren Vorteile unter Bezugnahme
auf das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel näher erläutert.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein einfaches Schaltbild eines hydraulischen Antriebs, auf dem das erfindungsgemäße
Einmessverfahren durchführbar ist, mit einer Regelelektronik, einem durch die Regelelektronik
angesteuerten Proportionalventil und einen hydraulischen Verbraucher,
- Fig. 2
- die Grundzüge eines Ablaufschemas für das erfindungsgemäße Einmessverfahren, und
- Fig. 3
- einen zeitlichen Verlauf einer Positionskurve des hydraulischen Verbrauchers, einer
Ansteuersignalvorgabekurve und einer Geschwindigkeitskurve des hydraulischen Verbrauchers.
[0026] In der Figur 1 ist ein elektrohydraulischer Antrieb 1 dargestellt, der eine geregelte
hydraulische Achse 3 sowie eine Druckmittelversorgung 5 und Druckmittelrückführung
umfasst. Die hydraulische Achse 3 besitzt als ihre wesentlichen Komponenten eine Regelelektronik
7, ein Propörtionalventit 9 üblicher Bauart - z.B. ein Ventil vom Typ 4WRSE der Firma
Bosch Rexroth AG - und einen Hydrozylinder 11. Die Position der Kolbenstange des Hydrozylinders
11 wird über einen Positionssensor 12 erfasst und an die Regelelektronik 7 zurückgemeldet.
[0027] Neben dem Eingang 14 für den Messwert des Positionssensors 12 verfügt die Regelelektronik
7 über einen Sollwerteingang 16 und über eine Schnittstelle 18 zur Anbindung einer
zusätzlichen Einmesshardware. Dabei handelt es sich im beschriebenen Ausführungsbeispiel
um einen Industrie PC 20.
[0028] In der Regelelektronik 7 sind der Sensoreingang 14 und der Sollwerteingang 16 auf
ein Additionsglied 22 geführt. Des weiteren kann dem Additionsglied 22 das Signal
eines internen Sollwertgenerators 24 zugeführt sein. Das vom Additionsglied 22 erhaltene
Regeldifferenzsignal wird einer Regelstufe 26 zugeführt. Die Regelstufe 26 enthält
eines oder mehrere von an sich bekannte Regelgliedern, z.B. einen P-Regler, einen
PID-Regler oder einen PDT1-Regler. Das von der Regelstufe 26 erhaltene Stellsignal
wird durch ein weiteres Additionsglied 30 geführt und dabei im Rahmen einer Zustandsrückführung
mit einem Geschwindigkeitssignal aus einem Ableitungsglied 28 modifiziert. Das so
modifizierte Stellsignal 32 ist einem Kennlinienglied 34 zugeführt. Durch das Kennlinienglied
34 wird Signalwerten des Stellsignals 32 ein jeweiliger Signalwert als Ansteuersignal
36 für das Proportionalventil 9 zugeordnet. Das Kennlinienglied 34 ist für den Normalbetrieb
so eingestellt, dass die Gesamtverstärkung der Kette aus dem Kennlinienglied 34, dem
Proportionalventil 9 und dem Hydrozylinder 11 möglichst unabhängig von der Amplitude
des Stellsignals 32 ist.
[0029] Die Regelelektronik 7 ist durch einen Mikrokontroller implementiert. Neben den zuvor
beschriebenen Reglerkomponenten besitzt dieser eine Ablaufsteuerung zur Ausführung
von Programmen (nicht dargestellt) und einen Datenspeicher 40. In dem Datenspeicher
40 können Signalwerte des Ansteuersignals 36 und Signalwerte eines Geschwindigkeitssignals
des Hydrozylinders 12 - in diesem Beispiel das Ausgangssignal des Ableitungsglieds
28 - aufgezeichnet werden. Der Datenspeicher 40 kann vom Industrie PC 20 über die
Schnittstelle 18 ausgelesen werden. Der Mikrokontroller lässt es weiterhin zu, eine
im Kennlinienglied 34 abgelegte Zuordnungskennlinie neu zu beschreiben. Dies erfolgt
ebenfalls über die Schnittstelle 18 mit vom Industrie PC 20 eingespielten Daten. Gegebenenfalls
kann ein vorgegebenes intern erzeugtes Ansteuersigrial 38 an das Proportionalventil
9 ausgegeben werden.
[0030] Die Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm für ein Einmessverfahren, welches zur Ausführung
auf dem elektrohydraulischen Antrieb 1 vorgesehen ist. In der Figur 3 sind zugehörige
Signalkurven dargestellt.
[0031] Das Einmessverfahren wird durch einen Bediener des Antriebs 1 oder automatisch, z.B.
als Teil eines Initialisierungsablaufes gestartet. Im Kennlinienglied 34 ist zunächst
eine vorläufige Zuordnungskennlinie gespeichert, z.B. eine lineare Stellsignal - Ansteuersignal
Zuordnung.
[0032] In einem ersten Schritt s1 wird ein Ansteuersignal 36 (durchgezogene Kurve 50 in
Figur 3) erzeugt. Die Erzeugung des Ansteuersignals 36 erfolgt dadurch, dass durch
den Signalgenerator 24 eine Sinus-Signalkurve erzeugt wird, welche dem Additionsglied
22 als intern vorgegebenes Sollwertsignal 25 zugeführt ist. Der Hydrozylinder 11 unterliegt
dabei einer Positionsregelung. Nach dem Starten des Signalgenerators folgt der Hydrozylinder
11 der Positionsvorgabe durch das Sollwertsignal 25 des Signalgenerators 24. Ein Positions-
oder Geschwindigkeitssprung, der ggf. beim Starten des Signalgenerators in der Regelschleife
auftritt, ist nach einer kurzen Einregelphase abgebaut. Die Positionskurve des Hydrozylinders
11 ist die gestrichelte Linie 52 in Figur 3. Das mit Hilfe des Rückkopplungsmechanismus
der Regelschleife - aus den Komponenten 7, 9, 11 und 12 gebildet - erzeugte Ansteuersignal
36 durchläuft mit einer Phasenverschiebung zum zyklischen Sollwertsignal bzw. der
Positionskurve 52 des Hydrozylinders 11 die ebenfalls zyklische Funktionskurve 50.
Durch die zeitliche Ableitung der Positionskurve 52 erhält man die strichpunktierte
Geschwindigkeitskurve 54. Die Geschwindigkeitskurve 54 wird dabei gleitend durch das
Ableitungsglied 28 aus den Positionsmesswerten des Sensors 12 ermittelt.
[0033] In einem nächsten Schritt s2 werden Werte der Ansteuersignalkurve 50 im Speicher
40 aufgezeichnet. Ein einem weiteren Schritt s3 werden Werte der Geschwindigkeitskurve
54 im Speicher 40 aufgezeichnet. Das Aufzeichnen einzelner Ansteuersignalwerte und
Geschwindigkeitswerte erfolgt dabei möglichst zeitgleich. Das Zeitintervall, in dem
die Aufzeichnung durchgeführt wird, beginnt nach der zuvor beschriebenen Einregelphase.
Die Aufzeichnung der Ansteuersignalwerte und Geschwindigkeitswerte wird für mindestens
eine Periode der Ansteuersignalkurve 50 durchgeführt. Üblicherweise werden jedoch
mehrere Perioden der Ansteuersignalkurve 50 und der Geschwindigkeitskurve 54 aufgezeichnet.
[0034] Nach einer vorbestimmten Aufzeichnungsdauer oder Periodenzahl der aufgezeichneten
Kurven wird die Aufzeichnung beendet und in einem Schritt s4 eine neue Zuordnungskennlinie
des Kennfeldes 34 berechnet. Im beschriebenen Ausführungsbeispiel werden die aufgezeichneten
Kurven dazu aus dem Speicher 40 über die Schnittstelle 18 auf den Industrie PC 20
übertragen. Auf dem Industrie PC 20 erfolgt aus den aufgezeichneten Kurven die Berechnung
der Zuordnungskennlinie. Die berechnete Zuordnungskennlinie wird über die Schnittstelle
18 an das Kennfeld 34 als neue Zuordnungskennlinie übertragen und ersetzt die vorläufige
Zuordnungskennlinie.
[0035] Die Berechnung der Zuordnungskennlinie des Kennfelds 34 erfolgt nach der Maßgabe,
dass ein möglichst linearen Zusammenhang zwischen dem Stellsignal 32 und der tatsächlichen
Geschwindigkeit des Zylinders 11 erhalten wird.
[0036] In dem hydrautischen System aus dem Proportionalventil 9 und dem Hydrozylinder 11
folgt die Geschwindigkeit des Hydrozylinders 11 nahezu unmittelbar einem Ansteuersignalwert
des Proportionalventils 9. Daher kann durch einen Vergleich der Ansteuersignalkurve
50 und der Geschwindigkeitskurve 54 zu gleichen Zeitpunkten eine Zuordnung zwischen
einem Ansteuersignalwert und einem Geschwindigkeitswert auf einfache Weise ermittelt
werden.
[0037] Ein gewisses Vorteilen der Geschwindigkeitskurve 54 bei Abbremsvorgängen bzw. ein
Nacheilen bei Beschleunigungsvorgängen ist durch die Massenträgheit des Zylinders,
ggf. durch die Massenträgheit einer Last und durch die Ölfeder bedingt. Außerdem kommen
in der Abweichung der beiden Kurven 54 und 50 voneinander die nichtlineare Ansteuersignal
- Öffnungsquerschnitt Relation des Proportionalventils 9 und die ggf. unsymmetrische
Flächengestaltung des Hydrozylinders 11 zum Ausdruck.
[0038] Betrachtet man das Ansteuersignal, so enthält dieses bei einer Erhöhung der Geschwindigkeit
und auch bei einer Erniedrigung der Geschwindigkeit Signalanteile, die auf die Beschleunigungsvorgänge
zurückgehen. Diese beschleunigungsbedingten Signalanteile besitzen eine zu den Extrempunkten
der Ansteuersignalkurve 50 bzw. der weitgehend phasengleichen Geschwindigkeitskurve
54 ungerade Symmetrie.
[0039] Durch Bildung eines Mittelwerts zweier Ansteuersignalwerte bei gleicher Verbrauchergeschwindigkeit,
jedoch bei unterschiedlichem Vorzeichen der Beschleunigung, können Beschleunigungseffekte
bei der Berechnung des Kennfelds unterdrückt werden. Die benötigten Ansteuersignalwerte
werden dem ansteigenden Abschnitt und dem fallenden Abschnitt einer halben Periode
der Ansteuersignalkurve entnommen. Bei dieser Art der Berechnung kann eine hohe Genauigkeit
in der Zuordnung von einer Verbrauchergeschwindigkeit zu einem Ansteuersignalwert
erreicht werden.
[0040] Alternativ kann die Mittelung auch über zwei Geschwindigkeitswerte erfolgen, die
bei gleichem Ansteuersignalwert, aber unterschiedlichem Vorzeichen der Beschleunigung
erfasst sind. Diese Art der Berechnung ist einfacher, weil das zur Verfügung stehende
Intervall von Ansteuersignalwerten vorab festgelegt ist. Daher ist diese Berechnungsmethode
eher für Systeme mit geringer Rechen- und Speicherkapazität geeignet.
[0041] Die nichtlineare Ansteuersignal - Öffnungsquerschnitt Relation des Proportionalventils
9 und die ggf. unsymmetrische Flächengestaltung des Hydrozylinders 11 fließen dagegen
auch bei der beschriebenen Mittelwertbildung in die Berechnung des Kennfelds ein,
da diese Effekte einen Anteil der Geschwindigkeitskurve mit bezüglich der Extrempunkte
gerader Symmetrie bilden. Die Berücksichtigung der nichtlineare Ansteuersignal - Öffnungsquerschnitt
Relation des Proportionalventils 9 und die ggf. unsymmetrische Flächengestaltung des
Hydrozylinders 11 ist für die Kennfeldberechnung ausdrücklich erwünscht, um mittels
des Kennfelds einen möglichst linearen Zusammenhang zwischen dem Stellsignal 32 und
der tatsächlichen Geschwindigkeit des Zylinders 11 zu gewährleisten.
[0042] Wenn zur Berechnung der Zuordnungskennlinie aufgezeichnete Signalwerte aus mehreren
Perioden der Ansteuersignalkurve 50 und der Geschwindigkeitskurve 54 vorhanden sind
können einem bestimmten Ansteuersignalwert mehrere Messwerte für die Verbrauchergeschwindigkeit
zugeordnet werden. Durch die Mittelwertbildung über mehr als 2 Messwerte, z.B. 4,
6 oder 8 Werte lässt sich die Genauigkeit erhöhen. Weiterhin bietet es sich an, Ansteuersignalkurven
und.zugehörige Geschwindigkeitskurven für mehrere unterschiedliche Frequenzen des
Sollwertsignals 25 aufzuzeichnen. Dadurch können unterschiedliche Amplitudenintervalle
für die Ansteuersignalkurve 50 und die Geschwindigkeitskurve 54 des hydraulischen
Verbrauchers vermessen werden. Insbesondere erlaubt ein niederfrequentes Sollwertsignal
25 das genaue Vermessen des hydraulischen Systems bei geringen Ansteuersignalamplituden
und kleinen Verbrauchergeschwindigkeiten, also nahe des Überdeckungsbereichs des Proportionalventils
9. Der Einfluss von Beschleunigungseffekten ist bei Verwendung eines niederfrequenten
Sollwertsignals 25 minimal. Zufriedenstellende Berechnungsergebnisse erhält man z.B.
bei Aufzeichnung von jeweils mindestens 2 Signalperioden der Ansteuersignalkurve 50
und der Geschwindigkeitskurve 54 für 3 verschiedene Frequenzen des Sollwertsignals
25, wobei sich die höchste Frequenz an der technisch maximal erzielbaren Geschwindigkeit
des Hydrozylinders 11 orientiert.
[0043] Im Folgenden werden weitere Varianten des Ausführungsbeispiels beschrieben, die durch
die vorliegende Erfindung umfasst sind.
[0044] Der hydraulische Verbraucher kann unter Anderem ein linear bewegbarer Hydrozylinder
oder ein hydraulischer Rotationsmotor sein. Abhängig von der Art des hydraulischen
Verbrauchers kommt ein entsprechender Positionssensor zum Einsatz, d.h. ein linearer
Wegsensor oder ein Drehwinkelsensor.
[0045] Das Einmessverfahren lässt sich unabhängig von der verwendeten Regelstufe 26 bzw.
unabhängig von dem im Normalbetrieb verwendeten Regelkonzept durchführen. Während
des Einmessverfahrens muss lediglich ein Positionssignal vorliegen. Für die zuvor
beschriebene Erzeugung des Ansteuersignals 36 muss ein Positionsregelkreis für den
hydraulischen Verbraucher geschlossen sein. Im Normalbetrieb selbst kann der hydraulische
Verbraucher auch im Rahmen einer offenen Steuerkette angesteuert werden. Weiterhin
können auch kaskadierte Regelungen - z.B. ein unterlagerter Geschwindigkeitsregler-,
eine Zustandsrückführung und Geschwindigkeits- oder Beschleunigungsvorsteuermechanismen
verwendet werden. Die Regelung kann sich auch auf die durch den hydraulischen Verbraucher
aufgebrachte Kraft beziehen. Dabei wird vorzugsweise die Druckdifferenz über den Verbraucher
als Maß für die Kraft gemessen.
[0046] Das Ansteuersignal 36 braucht nicht innerhalb einer Regelschleife erzeugt werden.
Das Ansteuersignal 36 kann z.B. intern nach einer Vorgabe, z.B. einem Sinus-Signal,
erzeugt werden und als internes Ansteuersignal 38 eingespeist werden. Die Aufzeichnung
der Ansteuersignalvorgabekurve gemäß den Patentansprüchen erschöpft sich dann in der
Übernahme vorhandener numerischer Signalvorgabewerte des Ansteuersignal 38 von einem
Signalgenerator. Weiter ist es bei dieser Art der Erzeugung des Ansteuersignals 36
nicht notwendig eine Positionsregelschleife zu schließen. Das Einmessverfahren kann
auch mit einer offenen Steuerkette durchgeführt werden. Lediglich die Erfassung von
Positionswerten des hydraulischen Verbrauchers zur Erstellung einer Geschwindigkeitskurve
muss gewährleistet sein. Allerdings sollte die Position des Verbrauchers überwacht
werden, um die Einhaltung eines gewissen Positionsintervalls zu gewährleisten. Bei
einem Rotationsantrieb, bei dem als Verbraucher ein hydraulischer Rotationsmotor zum
Einsatz kommt entfällt ggf. diese Notwendigkeit.
[0047] Das Stellglied gemäß den Patentansprüchen kann unter Anderem ein Proportionalventil,
ein getaktetes Schaltventil, das Volumenstellelement einer Verstellpumpe oder das
Volumenstellelement eines hydraulischen Rotationsmotors sein.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Elektrohydraulischer Antrieb
- 3
- Hydraulische Achse
- 5
- Druckmittelversorgung
- 7
- Regelelektronik
- 9
- Proportionalventil
- 11
- Hydrozylinder
- 12
- Positionssensor
- 14
- Sensoreingang
- 16
- Sollwerteingang
- 18
- Schnittstelle
- 20
- Industrie PC
- 22
- Additionsglied
- 24
- Sollwertgenerator
- 25
- Sollwertsignal
- 26
- Regelstufe
- 28
- Ableitungsglied
- 30
- Additionsglied
- 32
- Stellsignal
- 34
- Kennlinienglied
- 36
- Ansteuersignal
- 38
- Ansteuersignal
- 40
- Datenspeicher
- 50
- Ansteuersignalkurve
- 52
- Positionskurve
- 54
- Geschwindigkeitskurve
1. Einmessverfahren zur Bestimmung eines Kennfelds einer Steuerelektronik bzw. Regelelektronik
eines hydraulischen Antriebs, bei dem ein hydraulischer Verbraucher mittels eines
Stellglieds ansteuerbar ist, bei dem das Kennfeld eine Zuordnung von Stellsignalwerten
zu Ansteuersignalwerten für das Stellglied angibt, und bei dem eine Position des hydraulischen
Verbrauchers mittels eines Positionssensors erfassbar ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
Erzeugen einer Ansteuersignalvorgabekurve, welche in einem Vorgabezeitraum ein vorgegebenes
Ansteuersignalintervall im Wesentlichen stetig durchläuft,
Aufzeichnen der Ansteuersignalvorgabekurve in dem Vorgabezeitraum,
Erfassen von Positionswerten des hydraulischen Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum,
Aufzeichnen einer Geschwindigkeitskurve des hydraulischen Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum
mit Hilfe der erfassten Positionswerte, und
Berechnen des Kennfelds anhand der aufgezeichneten Ansteuersignalvorgabekurve und
der aufgezeichneten Geschwindigkeitskurve des hydraulischen Verbrauchers,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Ansteuersignalvorgabekurve durch Zuführen einer Positionsvorgabekurve an die Regelelektronik erzeugt wird,
dass die Ansteuersignalvorgabekurve im Vorgabezeitraum ein Ansteuersignalintervall
aufwärts und abwärts durchläuft und bezüglich eines in diesem Ansteuersignalintervall
durchschrittenen Extrempunkt im Wesentlichen symmetrisch ist, und dass
die Positionsvorgabekurve gemäß einer periodischen Grundfunktion erzeugt wird.
2. Einmessverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuersignalvorgabekurve und die Positionsvorgabekurve in dem Vorgabezeitraum
wenigstens eine, vorzugsweise zwei oder mehr Perioden der Grundfunktion durchläuft.
3. Einmessverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfunktion eine Kreisfunktion ist.
4. Einmessverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuersignalwerte für das Stellglied jeweils ein Maß für die Geschwindigkeit
des hydraulischen Verbrauchers sind.
5. Einmessverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeitskurve durch numerische Differentiation der erfassten Positionswerte
erhalten wird.
6. Einmessverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl erfasster Datenwerte der Ansteuersignalvorgabekurve und/oder der Geschwindigkeitskurve
in einem Bereich eines geringen Betätigungsgrads des Stellglieds größer ist als in
einem Bereich eines stärkeren Betätigungsgrads des Stellglieds.
7. Einmessverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zu einem Geschwindigkeitswert ein Ansteuersignalmittelwert aus zwei dem Geschwindigkeitswert
jeweils zugeordneten Werten aus einem ansteigenden und einem abfallenden Bereich der
Ansteuersignalkurve gebildet und für die Berechnung des Kennfelds verwendet wird.
8. Einmessverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zu einem Ansteuersignalwert ein Geschwindigkeitsmittelwert aus zwei dem Ansteuersignalwert
jeweils zugeordneten Werten aus einem ansteigenden und einem abfallenden Bereich der
Geschwindigkeitskurve gebildet und für die Berechnung des Kennfelds verwendet wird.
9. Einmessvorrichtung zur Bestimmung eines Kennfelds einer Steuerelektronik bzw. Regelelektronik
eines hydraulischen Antriebs mittels eines Einmessverfahrens gemäß einem der Ansprüche
1 bis 8, welche die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik so eingerichtet ist, dass zumindest die
folgenden Schritte des besagten Einmessverfahrens durch die Steuerelektronik bzw.
Regelelektronik ausführbar sind:
Aufzeichnen der Ansteuersignalvorgabekurve in dem Vorgabezeitraum,
Erfassen von Positionswerten des hydraulischen Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum,
Aufzeichnen der Geschwindigkeitskurve des hydraulischen Verbrauchers in dem Vorgabezeitraum
mit Hilfe der erfassten Positionswerte, und
Erzeugen der Ansteuersignalvorgabekurve durch Erzeugen einer Positionsvorgabekurve.
10. Einmessvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass neben der Steuerelektronik bzw. Regelelektronik eine Rechenvorrichtung vorhanden
ist, die dazu eingerichtet ist, den Schritt des Berechnens des Kennfelds anhand der
Ansteuersignalvorgabekurve und der Geschwindigkeitskurve auszuführen.
11. Einmessvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik dazu eingerichtet ist, den Schritt des
Berechnens des Kennfelds anhand der Ansteuersignalvorgabekurve und der Geschwindigkeitskurve
auszuführen.
12. Einmessvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerelektronik bzw. Regelelektronik auf dem Gehäuse des Stellglieds des hydraulischen
Antriebs angeordnet ist.
1. Measuring method for determining a family of characteristics of open-loop control
electronics or closed-loop control electronics of a hydraulic drive, in which a hydraulic
load can be driven using an actuator, in which the family of characteristics indicates
an assignment of actuating signal values to drive signal values for the actuator,
and in which a position of the hydraulic load can be detected using a position sensor,
characterized by the following steps of:
generating a drive signal predefined curve which substantially continuously passes
through a predefined drive signal interval in a predefined time period,
recording the drive signal predefined curve in the predefined time period,
recording position values for the hydraulic load in the predefined time period,
recording a speed curve of the hydraulic load in the predefined time period with the
aid of the recorded position values, and
calculating the family of characteristics using the recorded drive signal predefined
curve and the recorded speed curve of the hydraulic load,
characterized in that
the drive signal predefined curve is generated by supplying a position predefined
curve to the closed-loop control electronics,
in that the drive signal predefined curve runs up and down through a drive signal interval
in the predefined time period and is substantially symmetrical with respect to a bend
point which is passed through in this drive signal interval, and in that
the position predefined curve is generated according to a periodic basic function.
2. Measuring method according to Claim 1, characterized in that the drive signal predefined curve and the position predefined curve pass through
at least one, preferably two or more periods of the basic function in the predefined
time period.
3. Measuring method according to Claim 1 or 2, characterized in that the basic function is a circular function.
4. Measuring method according to at least one of Claims 1 to 3, characterized in that the drive signal values for the actuator are each a measure of the speed of the hydraulic
load.
5. Measuring method according to at least one of Claims 1 to 4, characterized in that the speed curve is obtained by numerically differentiating the recorded position
values.
6. Measuring method according to at least one of Claims 1 to 5, characterized in that the number of recorded data values of the drive signal predefined curve and/or of
the speed curve is greater in an area of a low degree of actuation of the actuator
than in an area of a greater degree of actuation of the actuator.
7. Measuring method according to at least one of Claims 1 to 6, characterized in that, for a speed value, a drive signal average value is formed from two values from a
rising area and a falling area of the drive signal curve, which are each assigned
to the speed value, and is used to calculate the family of characteristics.
8. Measuring method according to at least one of Claims 1 to 7, characterized in that, for a drive signal value, a speed average value is formed from two values from a
rising area and a falling area of the speed curve, which are each assigned to the
drive signal value, and is used to calculate the family of characteristics.
9. Measuring device for determining a family of characteristics of open-loop control
electronics or closed-loop control electronics of a hydraulic drive using a measuring
method according to one of Claims 1 to 8, which device comprises the open-loop control
electronics or closed-loop control electronics,
characterized in that the open-loop control electronics or the closed-loop control electronics are set
up in such a manner that at least the following steps of said measuring method can
be carried out by the open-loop control electronics or closed-loop control electronics:
recording the drive signal predefined curve in the predefined time period,
recording position values for the hydraulic load in the predefined time period,
recording the speed curve of the hydraulic load in the predefined time period with
the aid of the recorded position values, and
generating the drive signal predefined curve by generating a position predefined curve.
10. Measuring device according to Claim 9, characterized in that, in addition to the open-loop control electronics or closed-loop control electronics,
there is a computing device which is set up to carry out the step of calculating the
family of characteristics using the drive signal predefined curve and the speed curve.
11. Measuring device according to Claim 9, characterized in that the open-loop control electronics or closed-loop control electronics are set up to
carry out the step of calculating the family of characteristics using the drive signal
predefined curve and the speed curve.
12. Measuring device according to one of Claims 9 to 11, characterized in that the open-loop control electronics or closed-loop control electronics are arranged
on the housing of the actuator of the hydraulic drive.
1. Procédé de mesurage pour déterminer un diagramme caractéristique d'une électronique
de commande ou d'une électronique de régulation d'un mécanisme d'entraînement hydraulique,
avec lequel une charge hydraulique peut être commandée au moyen d'un actionneur, avec
lequel le diagramme caractéristique indique une association de valeurs de signal de
réglage à des valeurs de signal de commande pour l'actionneur, et avec lequel une
position de la charge hydraulique peut être détectée au moyen d'un détecteur de position,
caractérisé par les étapes suivantes :
génération d'une courbe de consigne de signal de commande, qui traverse pour l'essentiel
en continu un intervalle de signal de commande prédéfini dans une période de consigne,
enregistrement de la courbe de consigne de signal de commande dans la période de consigne,
détection de valeurs de position de la charge hydraulique dans la période de consigne,
enregistrement d'une courbe de vitesse de la charge hydraulique dans la période de
consigne à l'aide des valeurs de position détectées, et
calcul du diagramme caractéristique à l'aide de la courbe de consigne de signal de
commande enregistrée et de la courbe de vitesse enregistrée de la charge hydraulique,
caractérisé en ce que
la courbe de consigne de signal de commande est générée en acheminant une courbe de
consigne de position à l'électronique de régulation,
que la courbe de consigne de signal de commande, pendant la période de consigne, traverse
un intervalle de signal de commande vers le haut et vers le bas et est pour l'essentiel
symétrique par rapport à un point extrême franchi dans cet intervalle de signal de
commande, et en ce que
la courbe de consigne de position est générée conformément à une fonction fondamentale
périodique.
2. Procédé de mesurage selon la revendication 1, caractérisé en ce que la courbe de consigne de signal de commande et la courbe de consigne de position
traversent dans la période de consigne au moins une, de préférence deux ou plus, période
de la fonction fondamentale.
3. Procédé de mesurage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la fonction fondamentale est une fonction circulaire.
4. Procédé de mesurage selon au moins l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les valeurs de signal de commande pour l'actionneur sont respectivement une mesure
pour la vitesse de la charge hydraulique.
5. Procédé de mesurage selon au moins l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la courbe de vitesse est obtenue par différentiation numérique des valeurs de position
détectées.
6. Procédé de mesurage selon au moins l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le nombre de valeurs de données détectées de la courbe de consigne de signal de commande
et/ou de la courbe de vitesse dans une plage de faible degré d'actionnement de l'actionneur
est plus grand que dans une plage de degré d'actionnement plus important de l'actionneur.
7. Procédé de mesurage selon au moins l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que pour une valeur de la vitesse est formée une valeur moyenne de signal de commande
à partir de deux valeurs respectivement associées à la valeur de la vitesse d'une
zone montante et d'une zone descendante de la courbe de signal de commande et celle-ci
est utilisée pour le calcul du diagramme caractéristique.
8. Procédé de mesurage selon au moins l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que pour une valeur de signal de commande est formée une valeur moyenne de la vitesse
à partir de deux valeurs respectivement associées à la valeur de signal de commande
d'une zone montante et d'une zone descendante de la courbe de vitesse et celle-ci
est utilisée pour le calcul du diagramme caractéristique.
9. Dispositif de mesurage pour déterminer un diagramme caractéristique d'une électronique
de commande ou d'une électronique de régulation d'un mécanisme d'entraînement hydraulique
au moyen d'un procédé de mesurage selon l'une des revendications 1 à 8, lequel inclut
l'électronique de commande ou l'électronique de régulation,
caractérisé en ce que l'électronique de commande ou l'électronique de régulation est configurée de telle
sorte qu'au moins les étapes suivantes dudit procédé de mesurage peuvent être exécutées
par l'électronique de commande ou l'électronique de régulation :
enregistrement de la courbe de consigne de signal de commande dans la période de consigne,
détection de valeurs de position de la charge hydraulique dans la période de consigne,
enregistrement de la courbe de vitesse de la charge hydraulique dans la période de
consigne à l'aide des valeurs de position détectées, et
génération de la courbe de consigne de signal de commande par génération d'une courbe
de consigne de position.
10. Dispositif de mesurage selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un dispositif de calcul est présent en plus de l'électronique de commande ou l'électronique
de régulation, lequel est configuré pour exécuter l'étape de calcul du diagramme caractéristique
à l'aide de la courbe de consigne de signal de commande et de la courbe de vitesse.
11. Dispositif de mesurage selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'électronique de commande ou l'électronique de régulation est configurée pour exécuter
l'étape de calcul du diagramme caractéristique à l'aide de la courbe de consigne de
signal de commande et de la courbe de vitesse.
12. Dispositif de mesurage selon l'une des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que l'électronique de commande ou l'électronique de régulation est disposée sur le boîtier
de l'actionneur du mécanisme d'entraînement hydraulique.