[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Doppelhebel-Korkenzieher mit einer mit einem
Drehgriff, einer Zahnstange und einem Korkengewinde versehenen Spindel, mit zwei mit
je einer mit der Zahnstange kämmenden Zahnscheibe versehenen Hebelarmen und mit einem
Gehäusekörper, der an seinem unteren Ende einen Flaschenansatz und an seinem oberen
Ende eine Spindelführung, sowie beidseitig neben der Spindelführung Gelenkschultern
zur schwenkbaren Lagerung der Hebelarme aufweist.
[0002] Bei der Verwendung dieser Korkenzieher wird das Korkengewinde der Spindel mit dem
Drehgriff in den im Flaschenhals sitzenden Korken eingeschraubt wird, wobei der Gehäusekörper
des Korkenziehers mit seinem Flaschenansatz zuerst locker am Flaschenrand aufsitzt,
und die Spindel beim weiteren Einschrauben in der Spindelführung des Gehäusekörpers
nach unten gleitet. Die Spindel ist im Bereich der Spindelführung als drehsymmetrische
Zahnstange ausgebildet, deren Zähne mit den Zähnen der Zahnscheibe der Hebelarme in
Eingriff sind. Wandert nun die Zahnstange durch das Einschrauben des Korkengewindes
weiter nach unten, werden auch die Zähne der Zahnscheibe nach unten gedrückt, wodurch
die Zahnscheibe um ihre Lagerachse gedreht wird, und die Hebelarme, die anfangs neben
dem Gehäusekörper herunterhängen, durch die Hebelwirkung nach oben geschwenkt werden
und sich immer weiter vom Gehäusekörper abheben, bis sie schließlich in ihrer Endlage
schräg oder senkrecht nach oben abstehen. Diese Endlage legt auch die maximale Eindringtiefe
des Korkengewindes in den Korken fest. Ist nun die Spindel weit genug in den Korken
eingeschraubt, müssen nur mehr die Hebelarme heruntergedrückt werden, wodurch die
Spindel aufgrund der Hebelwirkung mit großer Kraft, aber dennoch gut dosierbar, angehoben,
und damit der Korken aus der Flasche gezogen wird.
[0003] Doppelhebel-Korkenzieher der eingangs genannten Art sind seit langem bekannt, beispielsweise
wird das Prinzip bereits in der
US-1,753,026 von 1. April 1930 offenbart, noch früher, am 19. November 1928, datiert die Veröffentlichung
der
FR 647.023, die ebenfalls einen Doppelhebel-Korkenzieher dieser Bauart beschreibt. Aufgrund
der einfachen Verwendung, der stabilen und langlebigen Ausbildung, der kostengünstigen
Herstellung sowie der optisch ansprechenden Form erfreuen sich diese Korkenzieher
immer noch größter Beliebtheit und sind in fast jedem Haushaltsgeschäft erhältlich
und in vielen Haushalten zu finden. Korkenzieher dieser Bauart werden von unterschiedlichsten
Herstellern erzeugt, und es sind von einfachen, kostengünstigen Gebrauchsgeräten,
bis hin zu teureren Designergeräten eine Vielzahl von Ausführungsformen im Handel
erhältlich.
[0004] Gemeinsam ist allen diesen Geräten die grundlegende Funktionsweise, die in all den
Jahren kaum weiterentwickelt wurde. Dennoch gibt es auch bei einem derart erfolgreichen
Modell in der Verwendung immer wieder Nachteile, die von den Konsumenten bisher als
gegeben hingenommen wurden. Einer dieser Nachteile ist der begrenzte Spindel-Hub,
der mit den Hebelarmen erzielt werden kann. Der Hub liegt bei handelsüblichen Geräten
dieser Bauart im Allgemeinen zwischen etwa 3 bis 4 cm und ist vor allem durch die
Größe bzw. den Radius der Zahnscheibe des Hebelarms begrenzt. Dieser Radius kann jedoch
nicht beliebig vergrößert werden, da dies eine Verbreiterung der Gelenksschultern
und somit des ganzen Korkenziehers nach sich ziehen würde. Ein zu großer Korkenzieher
würde nicht nur klobig wirken, es wäre auch vielen Personen mit kleineren Händen damit
nicht mehr möglich, den Gehäusekörper mit den angelegten Hebelarmen mit einer Hand
fest zu umfassen, um den nach dem Zusammendrücken der Hebel noch im Flaschenhals steckenden
Rest des Korkens per Hand aus der Flasche zu ziehen.
[0005] Dies ist meistens erforderlich, da ein Hub von 3 bis 4 cm auch bei kurzen Korken
selten ausreicht, um den Korken mit einem Hebelschwenk ganz aus dem Flaschenhals herauszuziehen.
Nach dem Herabdrücken der Hebelarme verbleibt fast immer ein Rest des Korkens im Flaschenhals,
und dieser muss entweder von Hand herausgezogen werden, oder die Spindel wird nochmals
weiter in den Korken eingeschraubt, um den Rest des Korkens über die Hebelarme herausziehen
zu können. Hierbei kommt es manchmal auch vor, dass der halb herausgezogene Korken
sich im Flaschenhals mit der Spindel mitdreht, das Korkengewinde sich also nicht weiter
in den Korken einschrauben lässt, der Widerstand des Korkens im Flaschenhals, zum
Beispiel durch den entstehenden Unterdruck, aber noch zu hoch ist, um den Korken vertikal
per Hand aus der Flasche zu ziehen, zumindest nicht ohne sehr hohem Kraftaufwand.
Wird der Rest des Korkens dann mit großer Kraft herausgezogen, kann sich dieser sehr
plötzlich lösen, was zum Ausspritzen des Flascheninhalts führen kann. Vor allem bei
hochwertigen Rotweinen, die lange lagerfähig sein sollen, werden oftmals sehr lange
Korken, manchmal mit einer Länge von 6 cm und mehr, verwendet, sodass ein Öffnen solcher
Flaschen mit einem Doppelhebel-Korkenzieher sehr mühsam sein kann, noch dazu, wo solche
Korken zu einem Verkleben mit der Halsinnenwandung neigen.
[0006] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, einen Korkenzieher der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit dem auch sehr lange Korken sicher und einfach aus der Flasche
gezogen werden können, ohne dass dadurch die Bedienungsfreundlichkeit des Korkenziehers
beeinträchtigt wird.
[0007] Dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass die Lagerungen der Hebelarme als Stellgelenke
ausgebildet sind, deren einer Teil eine Führungskulisse aufweist, über die die unbelasteten
Hebelarme relativ zu den Gelenksschultern zwischen einer Arbeitslage, in der die Zähne
der Zahnscheibe mit den Zähnen der Zahnstange im Eingriff sind, und einer Nachfasslage,
in der die Hebelarme gegenüber der Spindel frei schwenkbar sind, bewegbar gelagert
ist, und wobei jede Führungskulisse für die in der Arbeitslage befindliche Lagerachse
der belasteten Hebelarme einen Rastanschlag aufweist.
[0008] Ein derart ausgebildeter Korkenzieher erlaubt es, die Hebelarme, nach einem ersten
Hebelschwenk, auszukuppeln, in Ausgangslage zu schwenken, und für einen weiteren Hebelvorgang
in der angehobenen Position wieder mit der Zahnstange in Eingriff zu bringen, sodass
der im Flaschenhals verbliebene Korken mit den Hebeln weiter aus der Flasche gezogen
werden kann, ohne dass zuvor die Spindel tiefer in den Korken eingeschraubt werden
muss. Der Gehäusekörper verändert dabei seine Lage nicht, sondern sitzt weiterhin
mit seinem Flaschenansatz auf der Falschenöffnung. Der Korkenzieher kann dabei im
Wesentlichen die gleichen praktischen Abmessungen aufweisen, wie die beliebten herkömmlichen
Geräte, mit der Ausnahme, dass der "Hals" des Korkenziehers, also die Zahnstange,
länger ausgeführt sein muss, um ein Nachfassen zu ermöglichen. Auch die Gelenksschultern
des Gehäusekörpers sind gegenüber den herkömmlichen Korkenzieher etwas größeren ausgebildet,
allerdings nur geringfügig, sodass diese Verbreiterung der Schultern nicht zu einer
Verbreiterung des gesamten Korkenziehers im Griffbereich führen muss, der Korkenzieher
also weiterhin gut mit einer Hand umfasst werden kann. Um längere Korken aufnehmen
zu können, kann auch der Gehäusekörper im Bereich zwischen dem Flaschenansatz und
den Gelenksschultern gegenüber den bekannten Modellen entsprechend verlängert sein.
[0009] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann die Führungskulisse als ein in die Gelenksschulter
eingebrachtes Langloch ausgebildet sein, in dem ein den Schwenkmittelpunkt der Hebelarme
festlegender Gelenksbolzen zwischen einer Arbeitslage und einer Nachfasslage verschiebbar
geführt ist. Ein derart gestalteter Korkenzieher ist einfache herzustellen und kann
ist überdies sehr stabil gestaltet werden. Die Rastposition für den Gelenksbolzen
befindet sich an einer Endlage des Schlitzes.
[0010] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Doppelhebel-Korkenziehers
kann das Langloch zwischen der weiter innen, d.h. näher bei der Spindel, und weiter
unten, d.h. näher beim Flaschenansatz, gelegen Arbeitslage und der weiter außen, d.h.
weiter entfernt von der Spindel, und weiter oben, d.h. weiter entfernt vom Flaschenansatz,
gelegen Nachfasslage einen geraden, gekrümmten, oder abgewinkelten Verlauf aufweisen.
Da beim Herunterdrücken der Hebelarme diese vom Benutzer meist ganz automatisch nach
innen und nach unten gedrückt werden, verhindert eine weiter unten liegende Arbeitslage,
dass die Hebelarme während des Zusammendrückens aus der Arbeitsposition gleiten, und
der Zahneingriff ungewollt gelöst wird.
[0011] In besonders vorteilhafter Weise kann das Langloch ausgehend vom Rastanschlag in
einem ersten Schenkel im Wesentlichen parallel zur Spindelachse bis zu einem oberhalb
des Rastanschlags angeordneten Winkel und von dem Winkel im Wesentlichen normal zur
Spindelachse zur außerhalb des Winkels gelegenen Nachfasslage verlaufen. Durch diesen
abgewinkelten Verlauf des Langlochs ist ein klar definierter Rastanschlag geschaffen,
in dem der Gelenksbolzen beim Betätigen der Hebelarme aufgrund der auf den Bolzen
wirkenden Kräfte fest gehalten ist, ohne dass zusätzliche Halteorgane, wie etwa ein
Schnappmechanismus oder eine andere mechanische Sperre des Gelenksbolzens, erforderlich
wären.
[0012] Dennoch kann in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung das Langloch
für den in der Arbeitslage befindlichen Gelenksbolzen ein zusätzliches Halteorgan,
wie etwa eine Schnappfeder oder einen manuell oder federnd betätigten Sperrriegel,
aufweisen. Ein solches Halteorgan ist zwar für die Funktion des Korkenziehers nicht
zwingend erforderlich, es könnte jedoch zu einem stabileren Gesamteindruck beitragen,
da die Hebelarme auch im unbelasteten Zustand zur Betätigung der Spindel bewegt werden
können, ohne dass dabei die Zahnscheiben der Hebelarme aus dem Eingriff mit der Zahnstange
gleiten. Zusätzlich könnte, etwa durch eine manuell betätigte Sperre, der Korkenzieher
in einer Konfiguration festgelegt werden, die der eines herkömmlichen Doppelhebel-Korkenziehers
entspricht, falls, beispielsweise zum Öffnen von mit kurzen Korken versehener Flaschen,
zweitweilig auf die Nachfassfunktion verzichtet werden soll.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann jeder Hebelarm
im Bereich der Zahnscheibe ein vorzugsweise L- bzw. bogenförmiges Langloch aufweisen,
in dem ein an der entsprechenden Gelenksschulter fix montierter Gelenksbolzen, der
die Schwenkachse für den Hebelarm bildet, verschiebbar gelagert ist. Dieser Ausführungsform
liegt eine kinematische Umkehrung des Stellgelenks zugrunde, wobei die kinematischen
Verhältnisse, aufgrund der Tatsache, dass die Ausrichtung des in die Zahnscheibe eingebrachten
Langloches veränderlich ist, da es sich mit der Drehung der Zahnscheibe (beim Anheben
und herunterdrücken der Hebelarme) mitdreht, etwas komplexer sind. Da der Drehmittelpunkt
in der Nachfasslage im Bezug auf den Mittelpunkt des Zahnbogens der Zahnscheibe außermittig
angeordnet ist, kann der Hebel beim Nachfassen nicht ganz nach oben angehoben werden,
da die Zähne der Zahnscheibe beim Anheben des Hebels in der Nachfasslage ab einem
gewissen Winkel wieder mit den Zähnen der Zahnstange in Eingriff gelangen. Dies kann
jedoch auch gewünscht sein, da der Nachfassweg kinematisch genauer definiert ist,
der Hebel nur bei nahezu ganz angelegter Stellung aus der Arbeitslage ausgeschwenkt
werden kann, und die Zähne der Zahnscheibe beim Nachfassen wieder in einer richtigen
Position in die Zähne der Zahnstange eingreifen.
[0014] Die Erfindung wird im Folgenden anhand beispielhafter Ausführungsformen und detaillierter
Zeichnungen eingehend beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine Ansicht eines bekannten Doppelhebel-Korkenziehers des Standes der Technik
mit angelegten Hebelarmen,
Fig. 2 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Doppelhebel-Korkenziehers mit angehobenen
Hebelarmen und Langlöchern mit abgewinkeltem Verlauf,
Fig. 3 einen Teilansicht des erfindungsgemäßen Doppelhebel-Korkenziehers der Fig.
2, wobei das "Nachfassen" der Hebelarme schematisch dargestellt ist,
Fig. 4 eine Teilansicht eines Doppelhebel-Korkenziehers mit geraden Langlöchern,
Fig. 5 eine Teilansicht eines Doppelhebel-Korkenziehers mit gekrümmten Langlöchern,
und
Fig. 6a bis Fig. 6e in schematischen Darstellungen mehrere beim Heraushebeln und Nachfassen
nacheinander durchlaufene Stellungen eines Hebelarms mit einem Stellgelenk, bei dem
der Gelenksbolzen fix in der Gelenksschulter montiert ist, und ein Langloch in die
Zahnscheibe des Hebelarms eingebracht ist.
[0015] Um einen Vergleich mit den erfindungsgemäßen Korkenziehern zu erleichtern, ist in
Fig. 1 ein Doppelhebel-Korkenzieher des Standes der Technik dargestellt, wobei zur
Bezeichnung der Elemente des Korkenziehers dieselben Bezugszeichen verwendet werden,
wie sie im Folgenden auch für die Bezeichnung der Teile der erfindungsgemäßen Korkenzieher
verwendet werden, sofern diese Teile eine einander ähnliche bzw. analoge Funktion
ausüben. Der Korkenzieher des Standes der Technik besteht aus einem Gehäusekörper
1, an dessen unterem Ende ein Flaschenansatz 2 vorgesehen ist, mit dem der Korkenzieher
auf den Flaschenhals einer zu öffnenden Flasche aufgesetzt wird. Am oberen Ende des
Gehäusekörpers 1 befindet sich eine im Wesentlichen als Hohlzylinder ausgebildete
Spindelführung 4, die seitlich von einem Paar Gelenkschultern 3 flankiert wird. Die
Gelenksschultern 3 bestehen im wesentlichen aus zwei parallelen Platten, wobei nur
die vordere Platte in der Fig. 1 zu sehen ist, da die hintere Platte zu der vorderen
Platte deckungsgleich ist. Zwischen den Platten erstreckt sich von der Seite her in
den Gelenkschultern 3 ein Schlitz bis zur Spindelführung 4. Auch in den Seiten der
Spindelführung 4 sind entsprechende Schlitze vorgesehen, sodass von der Seite her
ein Zugang zum Inneren der Spindelführung 4 geschaffen ist. An beiden Seiten des Gehäusekörpers
1 sind je ein Hebelarm 9 vorgesehen, wobei jeder Hebelarm 9 an einem Ende eine Zahnscheibe
10 ausbildet. Die Hebelarme 9 sind im Mittelpunkt der Zahnscheibe 10 mittels eines
Gelenksbolzens 13 zwischen den beiden Platten der Gelenkschultern 3 schwenkbar befestigt.
Dabei erstrecken sich die Zähne der Zahnscheibe 10 durch den in der entsprechenden
Seite der Spindelführung 4 vorgesehen Schlitz in die Spindelführung 4 hinein, wobei
die Zähne der Zahnscheibe 10 mit den Zähnen einer im inneren der Spindelführung 4
geführten Zahnstange 7 kämmen. Die Zahnstange 7 bildet den mittleren Teil einer Spindel
5, wobei die Spindel in ihrem unteren Bereich, also im Bereich des Flaschenansatzes
2, ein Korkengewinde 6 aufweist, und wobei oberhalb der Zahnstange 7 ein Drehgriff
8 angebracht ist. Der dargestellte Drehgriff 8 kann aufgrund seiner Form auch als
Öffner für Kronenkorken verwendet werden. Die Verwendung eines solchen Doppelhebel-Korkenziehers
wurde bereits in der Einleitung beschrieben und darf überdies bei einem Fachmann als
bekannt vorausgesetzt werden.
[0016] In der gesamten Beschreibung beziehen sich die Bezeichnungen "oben" und "unten" auf
die Ausrichtung des Korkenzieher, wenn dessen Flaschenansatz 2 auf eine Flaschenöffnung
einer aufrecht stehenden Flasche aufgesetzt ist.
[0017] Bei dem in Fig. 2 dargestellte Doppelhebel-Korkenzieher gemäß der vorliegenden Erfindung
finden sich alle Elemente, die bereits bei dem in Fig. 1 dargestellten Korkenzieher
des Standes der Technik vorhanden sind. Der Korkenzieher ist in einer Stellung mit
angehobenen Hebelarmen dargestellt, wobei zu erkennen ist, dass die Zahnstange 7 erheblich
länger ist, als beim bekannten Korkenzieher der Fig. 1. Dies ist zwar für die Erfindung
eine Voraussetzung, noch wesentlicher für die Erfindung sind jedoch die an den Gelenkschultern
3 vorgesehenen Stellgelenke 11 für die Hebelarme 9. Die Hebelarme 9 sind mittels eines
Gelenksbolzens 13 zwischen den als zwei Platten ausgebildeten Gelenkschultern 3 gelagert,
allerdings sind die Gelenksbolzen 13 über eine Führungskulisse 14 verschiebbar. Im
in Fig. 2 dargestellten Fall ist die Führungskulisse 14 als ein in die Gelenksschulter
3 eingebrachtes, abgewinkeltes Langloch 15 ausgebildet. Das Langloch 15 verläuft von
einem inneren und unteren Ende, an dem sich ein Rastanschlag 16 für den Gelenksbolzen
13 befindet, zuerst im Wesentlichen vertikal nach oben bis zu einem Winkel 20, und
von dem Winkel 20 im Wesentlichen horizontal nach außen hin bis zu einem äußeren Ende
21.
[0018] In der in Fig. 2 dargestellten Lage der Gelenksbolzen 13, die am Rastanschlag 16
des Langlochs anliegen, befinden die Zähne der Zahnscheibe 10 im Eingriff mit den
Zähnen der Zahnstange 7. Mit der Führungskulisse 14 ist es jedoch möglich, den Eingriff
der Zähne der Zahnscheibe 10 mit den Zähnen der Zahnstange 7 zu lösen, indem der Gelenksbolzen
13 entlang des Langlochs verschoben wird, bis er sich an dem äußeren Ende 21 des Langlochs
15 befindet. In dieser Stellung können die Hebelarme frei nach oben und unten geschwenkt
werden, ohne dabei die Spindel 5 zu bewegen.
[0019] Die auf diese Weise auskuppelbaren Hebelarme 9 können verwendet werden, um nach einem
Hebelvorgang zum Heben des Korkens, wenn die Hebelarme 9 bereits seitlich am Gehäusekörper
1 anliegen, der Korken jedoch noch nicht ausreichend weit aus der Flasche herausgezogen
ist, die Hebelarme 9 auszukuppeln, anzuheben, und in einer angehobenen Lage wieder
einzukuppeln, um die Spindel 5 mit den Hebelarme 9 in einem weiteren Hebelvorgang
den Korken noch weiter herauszuziehen. Der Gehäusekörper 1 und die Spindel 5 verändern
dabei ihre Lage im Bezug auf den Flaschenhals bzw. den Korken nicht. Da die Hebelarme
zu jeder Zeit ein- und ausgekuppelt werden können, ist es unerheblich, in welcher
Lage sich die Hebelarme 9 beim Einschrauben des Korkengewindes 6 befinden. Vorzugsweise
sollten die Hebelarme 9 jedoch vor dem Einschrauben der Spindel 5 ausgekuppelt werden,
um das Einschrauben der Spindel 5 nicht durch die Bewegung der Hebelarme 9 zu behindern.
Sobald das Korkengewinde 6 tief genug in den Korken eingeschraubt ist, werden die
Hebelarme 9 beidseitig angehoben, und in angehobener Stellung eingekuppelt, indem
die Gelenksbolzen 13 entlang dem Langloch 15 bis zum Rastanschlag 16 verschoben werden.
Um die Zähne der Zahnscheibe 10 und der Zahnstange 7 miteinander in Eingriff zu bringen,
müssen die Hebelarme 9 unter Umständen ein wenig bewegt werden, wobei die verhältnismäßig
grobe Verzahnung ein Spiel aufweist, das das Einrasten erleichtert. Danach werden
die Hebelarme 9, wie beim herkömmlichen Doppelhebel-Korkenzieher, gleichzeitig nach
unten gedrückt, bis die Hebelarme am Gehäusekörper 1 anliegen. Eine eigene Befestigung
der Gelenksbolzen 13 in ihrer Arbeitslage ist nicht erforderlich, da die Hebelarme
9, und somit die Gelenksbolzen 13, beim Betätigen immer nach unten und nach innen
gedrückt werden, sodass der Gelenksbolzen 13 immer gegen den Rastanschlag 16 gedrückt
wird, und nicht in eine ausgekuppelte Lage rutschen kann. Wenn die Hebelarme 9 einmal
ganz nach unten gedrückt sind, der Korken aber noch nicht ganz aus dem Flaschenhals
herausgezogen ist, kann durch Auskuppeln und Anheben der Hebelarme 9 der Hebelvorgang
ein zweites Mal wiederholt werden, ohne dass die Spindel weiter in den Korken eingeschraubt
werden müsste.
[0020] In Fig. 3 sind mehrere Stellungen eines Hebelarms 9 dargestellt, die bei einem solchen
Nachfassvorgang durchlaufen werden. In der Ausgangsposition A des Hebelarms 9 liegt
der Gelenksbolzen 13 am Rastanschlag 16 des Langlochs 15 an. Die Zähne der Zahnscheibe
10 sind also mit den Zähnen der Zahnstange 7 verzahnt. Die Spindel 5 ist in einer
mittleren Lage dargestellt. Diese Position entspricht der Lage, die sich beispielsweise
ergibt, wenn die Spindel 5 nach einem ersten Hebelvorgang bereits einmal angehoben
wurde, ein Teil des Korkens 23 aber immer noch im Flaschenhals 22 sitzt. In der Figur
ist der Flaschenansatz 2 des Gehäusekörpers 1 also auf das obere Ende des Flaschenhalses
22 aufgesetzt, das Korkengewinde 6 der Spindel 5 ist in den Korken 23 eingeschraubt,
und der Korken 23 (mit Strichlinien dargestellt) steckt etwa noch zur Hälfte im Flaschenhals
22.
[0021] Um den Hebelarm 9 auszukuppeln, wird dieser leicht zurückgeschwenkt, wobei sowohl
die in den Korken 23 eingeschraubte Spindel 5, als auch der Gehäusekörper 1 im Bezug
auf den Flaschenhals 22 und den Korken 23 ihre Position nicht wesentlich verändern.
Beim durch das Zurückschwenken bewirkten Aufwärtsbewegen des Gelenksbolzens 13 entlang
des vertikalen Teils des Langlochs 15 schwenkt der Handgriff des Hebelarms 9 ein wenig
nach Außen, da die Zähne der Zahnscheibe 10 noch mit den Zähnen der Zahnstange 7 verzahnt
sind. Danach wird der Gelenksbolzen 13 mit dem Hebelarm 9 bis zum äußeren Ende des
Langlochs 15 gezogen, wodurch die Verzahnung mit der Zahnstange 7 gelöst wird, und
der Hebel frei bewegbar ist (mit Strichlinien dargestellte Position B). Der ausgekuppelte
Hebelarm 9 wird nun über die Position C bis etwa zur Position D angehoben. Danach
wird der Gelenksbolzen 13 im Langloch 15 wieder bis zum Rastanschlag 16 zurückgeschoben,
wobei der Hebelarm gegebenenfalls etwas geschwenkt werden muss, um den Eingriff der
Verzahnung zu ermöglichen. Am Ende des Nachfassens befindet sich der Hebel 9 in der
mit E bezeichneten Lage und kann für ein weiteres Aushebeln des Korkens 23 wieder
nach unten gedrückt werden.
[0022] Auch wenn in der Fig. 3 nur ein Hebelarm dargestellt ist, wird das Nachfassen üblicherweise
mit beiden Hebeln gleichzeitig durchgeführt.
[0023] Das Langloch 15 kann auch einen anderen als den abgewinkelten Verlauf aufweisen.
In Fig. 4 ist der Schulterbereich einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Doppelhebel-Korkenziehers dargestellt, bei dem die Führungskulisse 14 als gerades,
diagonal zur Spindelachse verlaufendes Langloch 15' ausgebildet ist. Auch hierbei
wird der Gelenksbolzen 13 beim Hebelvorgang fest in den Rastanschlag 16 gedrückt,
sodass keine Fixierung des Gelenksbolzens 13 erforderlich ist. Ein Einrasten des Gelenksbolzens
13 kann jedoch vorteilhaft sein, daher sind in dieser Ausführungsform in den Gelenkschultern
3 zu beiden Seiten des Langlochs Schnappfedern 18 angeordnet. Die Schnappfedern 18
können einfache gebogene Blatt- oder Drahtfedern sein, die von der Seite her in das
Langloch hineinreichen. Ein Herausziehen des Gelenksbolzens 13 aus der Arbeitslage
- und auch ein Zurückschieben des Gelenksbolzens 13 - ist nur bei Überwindung der
Federkraft der Schnappfedern 13 möglich. Dadurch bleiben die Hebelarme 9 auch dann
in ihrer eingekuppelten Lage, wenn sie unbelastet bewegt werden, ohne dass eine Zugkraft
auf die Spindel übertragen werden muss. Der Einschnappmechanismus vermittelt dem Benutzer
einen qualitativ höherwertigen Eindruck, da der Korkenzieher mangels frei schwenkbarer
Handhebel stabiler wirkt.
[0024] In Fig. 5 ist ein Korkenzieher mit einer weiteren möglichen Ausführung eines Langlochs
15" mit einem bogenförmigen Verlauf dargestellt. Das Langloch 15" mit bogenförmigen
Verlauf stellt einen Mittelweg zwischen den in Fig. 2 (bzw. Fig. 3) und Fig. 4 gezeigten
Ausführungsformen dar. Anstelle von Langlöchern könnten in allen obigen Fällen auch
in die Innenseite der Platten der Gelenksschultern 3 gefräste Führungsnuten die Gelenksbolzen
aufnehmen und führen. Dies ist jedoch aufgrund der aufwändigeren Herstellung solcher
Nuten nicht bevorzugt.
[0025] Eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform ist in den Fig. 6a bis 6e erläutert.
In dieser Ausführungsform ist die Führungskulisse 14 als ein in die Zahnscheibe des
Hebelarms 9 eingebrachtes Langloch 17 ausgebildet, durch welches ein in den Gelenkschultern
3 fix montierter Gelenksbolzen 12 verläuft. Je nach Lage des Hebelarms 9 ist der Gelenksbolzen
12 in dem Langloch 17 zwischen einem in der Mitte der Zahnscheibe 10 gelegenen Rastanschlag
16 und einem außermittigem Langlochende 19 verschiebbar gelagert, wobei nicht der
Gelenksbolzen 12 verschoben wird, sondern der Hebelarm 9 entlang des in der Gelenkschulter
3 fix montierten Gelenksbolzens 12 verschoben wird.
[0026] Da die Zahnscheibe 10, und mit dieser das Langloch 17 sich beim Anheben und Absenken
des Hebelarms in seiner Lage verdreht, sind die kinematischen Zusammenhänge jedoch
etwas komplexer als in den zuvor dargelegten Fällen, da dann beim Verschwenken des
Hebels in der ausgerückten Lage der Drehpunkt zum Mittelpunkt der Zahnscheibe 10 exzentrisch
ist. Dennoch ist, durch eine sorgfältige Gestaltung der Form des Langlochs 17, auch
mit einer solchen Ausführungsform ein Nachfassen möglich, wobei sich aus den kinematischen
Einschränkungen auch einige Vorteile ergeben können.
[0027] In den Fig. 6a bis 6e ist jeweils immer nur ein Hebelarm 9 und die Verzahnung der
Zahnstange 7 schematisch dargestellt, um die wesentlichen Punkte klarer erkennbar
zu machen. Fig. 6a zeigt den Hebelarm 9 mit dem darin eingebrachten Langloch 17 in
angehobener Lage (Position I). Aufgrund der Lage des Langloches ist es in diesem Fall
nicht möglich, den Hebelarm auszukuppeln. Erst beim Herunterdrücken des Hebelarms
9 (über die in Fig. 6b dargestellte Position II in die in Fig. 6c dargestellte Position
III) gelangt das Langloch 17 in eine Lage, die ein Auskuppeln des Hebelarms ermöglicht.
Das Langloch 17 weist eine Krümmung auf, wobei sich das Langloch 17 von einem in der
Zahnscheibe mittig angeordnetem Rastanschlag 16 zu einem außermittig angeordneten
Langlochende 19 erstreckt. Während des Herunterdrückens wird der Gelenksbolzen 12
ständig gegen den Rastanschlag 16 gedrückt und bleibt somit immer in der im Bezug
auf die Zahnscheibe 10 mittigen Arbeitsposition. Fig. 6c zeigt, wie der Hebelarm 9
aus der Position III in die mit Strichlinien dargestellte Position IV ausgekuppelt
wird. Fig. 6d zeigt, wie der ausgekuppelte Hebelarm 9 (Position IV) so weit angehoben
werden kann, bis er sich in der in Fig. 6d in Strichlinien dargestellten Position
V befindet. In Position IV ist der Hebel unmittelbar ausgekuppelt worden, der Gelenksbolzen
12 befindet sich im außermittigen Lochende 19 und die Verzahnung ist gelöst. Wird
nun der Hebelarm 9 um das außermittige Lochende 19 geschwenkt (von Position IV in
Position V) so gelangen die Zähne der Zahnscheibe 10 noch bevor der Hebelarm 9 ganz
angehoben ist wieder in Eingriff mit den Zähnen der Zahnstange 7 (Position V). Der
Hebelarm 9 kann also nicht ganz bis nach oben gehoben werden, sondern muss bereits
etwa auf halber Höhe wieder eingekuppelt werden, indem die Hebelarme 9 entlang des
Langlochs 17 in die in Fig. 6e dargestellte Position VI gebracht werden. Die Position
VI entspricht im Bezug auf den Hebelarm 9 im Wesentlichen der Position II der Fig.
6b, mit dem Unterschied, dass der Hebelarm 9 nunmehr um einige Zähne weiter unten
in die Zahnstange 7 eingreift, sodass diese mit dem Hebelarm 9 jetzt erheblich weiter
nach oben gedrückt werden kann, damit es möglich ist, auch einen übermäßig langen
Korken ganz aus dem Flaschenhals zu ziehen.
1. Doppelhebel-Korkenzieher mit einer mit einem Drehgriff (8), einer Zahnstange (7) und
einem Korkengewinde (6) versehenen Spindel (5), mit zwei mit je einer mit der Zahnstange
kämmenden Zahnscheibe (10) versehenen Hebelarmen (9) und mit einem Gehäusekörper (1),
der an seinem unteren Ende einen Flaschenansatz (2) und an seinem oberen Ende eine
Spindelführung (4), sowie beidseitig neben der Spindelführung (4) Gelenkschultern
(3) zur schwenkbaren Lagerung der Hebelarme (9) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerungen der Hebelarme (9) als Stellgelenke (11) ausgebildet sind, deren einer
Teil eine Führungskulisse (14) aufweist, über die die unbelasteten Hebelarme (9) relativ
zu den Gelenksschultern (3) zwischen einer Arbeitslage, in der die Zähne der Zahnscheibe
(10) mit den Zähnen der Zahnstange (7) im Eingriff sind, und einer Nachfasslage, in
der die Hebelarme gegenüber der Spindel frei schwenkbar sind, bewegbar gelagert ist,
und wobei jede Führungskulisse (14) für die in der Arbeitslage befindliche Lagerachse
der belasteten Hebelarme (9) einen Rastanschlag (16) aufweist.
2. Doppelhebel-Korkenzieher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskulisse (14) als ein in die Gelenksschulter (3) eingebrachtes Langloch
(15) ausgebildet ist, in dem ein den Schwenkmittelpunkt der Hebelarme (9) festlegender
Gelenksbolzen (13) zwischen einer Arbeitslage und einer Nachfasslage verschiebbar
geführt ist.
3. Doppelhebel-Korkenzieher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Langloch (15) zwischen der weiter innen, d.h. näher bei der Spindel (5), und
weiter unten, d.h. näher beim Flaschenansatz (2), gelegen Arbeitslage und der weiter
außen, d.h. weiter entfernt von der Spindel (5), und weiter oben, d.h. weiter entfernt
vom Flaschenansatz (2), gelegen Nachfasslage einen geraden, gekrümmten, oder abgewinkelten
Verlauf aufweist.
4. Doppelhebel-Korkenzieher nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Langloch (15) ausgehend vom Rastanschlag (16) in einem ersten Schenkel im Wesentlichen
parallel zur Spindelachse bis zu einem oberhalb des Rastanschlags (16) angeordneten
Winkel (20) und von dem Winkel (20) im Wesentlichen normal zur Spindelachse zur außerhalb
des Winkels (20) gelegenen Nachfasslage verläuft.
5. Doppelhebel-Korkenzieher nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Langloch (15) für den in der Arbeitslage befindlichen Gelenksbolzen (13) ein
zusätzliches Halteorgan, wie etwa eine Schnappfeder oder einen manuell oder federnd
betätigten Sperrriegel, aufweist.
6. Doppelhebel-Korkenzieher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Hebelarm (9) im Bereich der Zahnscheibe (10) ein vorzugsweise L- bzw. bogenförmiges
Langloch (17) aufweist, in dem ein an der entsprechenden Gelenksschulter (3) fix montierter
Gelenksbolzen (12), der die Schwenkachse für den Hebelarm (9) bildet, verschiebbar
gelagert ist.