1. Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Brennwert-Heizgerät mit einer besonderen Abgasführung
und Kondensatabführung in die Steigleitung eines Kamins.
2.Stand der Technik
[0002] Brennwert-Heizgeräte sind aus Stand der Technik bekannt und für Öl und Gas verfügbar.
Üblicherweise sind derartige Brennwert-Heizgeräte wandhängend montiert und weisen
an ihrem oberen Ende einen Auslass für das Abgas auf, der über eine steigende Leitung
zu der Steigleitung eines Kamins führt. Das bei der Brennwerttechnik anfallende Kondensat
wird in einer Kondensatwanne gesammelt und über einen Siphon und eine Kondensatleitung
einer Neutralisation zugeführt. Derartige Brennwert-Heizgeräte sind aus der
EP 1 398 579 A1 und der
EP 0 926 439 A2 bekannt und zeigen einen von der Abgasführung separaten Auslass für das anfallende
Kondensat.
[0003] Aus der
DE 42 37 134 A1 ist eine Einrichtung mit einem Abgasrohr bekannt, bei der mehrere Brennwert-Heizgeräte
an einem gemeinsamen, mehrere Geschosse eines Gebäudes durchsetzenden Abgasrohr angeschlossen
sind. Hierbei werden ausschließlich die Abgase der Brennwert-Heizgeräte in die Steigleitung
des Kamins eingeleitet. Das Kondensat jedes Brennwert-Heizgerätes wird über einen
Siphon in ein gemeinsames Fallrohr eingeleitet und einer Neutralisation zugeführt.
[0004] In der
DE 10 2005 003 868 A1 wird vorgeschlagen das abzuführende Kondensat mittels einer Kondensatpumpe auf ein
gewünschtes Niveau oberhalb des Gerätes zu heben und in die Abgasleitung zwischen
Brennwert-Heizgerät und Steigleitung des Kamins einzuleiten.
[0005] Der Nachteil dieser obigen Lösungen besteht darin, dass entweder eine separate Zuführung
für das Kondensat zur Steigleitung des Kamins vorgesehen sein muss oder alternativ
eine Kondensatpumpe vorgesehen sein muss, die das Kondensat, welches sich schwerkraftbedingt
in der Kondensatwanne ansammelt, zu der Abgasleitung zugeführt werden muss, die oben
aus dem Brennwert-Heizgerät austritt. Da das Kondensat hauptsächlich aus schwefeliger
Säure und Schwefelsäure besteht, sind die Kondensatpumpen säurefest auszubilden und
daher vergleichsweise teuer und wartungsanfällig.
[0006] Weiterhin sind derartige wandhängende Brennwert-Heizgeräte schwer zu installieren,
da mehrere Anschlüsse an den Kamin und für neutralisiertes Kondensat an das Abwassersystem
vorgesehen werden müssen. Auch ist für den Kaminkehrer der Zugang zur Revisionsöffnung
des Kamins mühsam, da der Kaminanschluss nur über Leitern etc. erreichbar ist.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Brennwert-Heizgerät mit Abgasrohrleitung
bereitzustellen, welches die oben genannten Nachteile nicht mehr aufweist und das
insbesondere einfacher an einen Kamin angeschlossen werden kann. Weiterhin soll das
Brennwert-Heizgerät kostengünstiger ausgeführt werden und die Montage, Wartung und
Servicefreundlichkeit eines Brennwert-Heizgerätes soll erhöht werden.
3. Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Die oben genannten Aufgaben werden gelöst durch ein Brennwert-Heizgerät mit Abgasrohrleitung
gemäß Anspruch 1 sowie ein System aus mindestens einem Brennwert-Heizgerät und einem
Kamin gemäß Anspruch 8.
[0009] Insbesondere werden die oben genannten Aufgaben gelöst durch ein Brennwert-Heizgerät
mit Abgasrohrleitung aufweisend einen Ventilator zur Zufuhr von Verbrennungsluft zu
dem Heizkessel, eine Kondensatwanne mit einem nach unten mündenden Auslass, wobei
der Auslass gleichzeitig Auslass für anfallendes Kondensat als auch Auslass für Abgase
ist und eine fallend angeordnete Rohrleitung zwischen dem Auslass der Kondensatwanne
und einer Steigleitung eines Kamins für die gemeinsame Abgas- und Kondensatführung
vom Brennwert-Heizgerät zum Kamin.
[0010] Dadurch, dass der Auslass der Kondensatwanne gleichzeitig als Auslass für anfallendes
Kondensat als auch als Auslass für die Abgase benutzt wird und von dort aus eine Rohrleitung
fallend zur Steigleitung eines Kamins führt, kann sowohl auf einen Siphon als auch
auf eine Kondensatpumpe verzichtet werden. Abgas und Kondensat werden über die gemeinsame
Rohrleitung der Steigleitung eines entsprechenden Kamins zugeführt. Das Kondensat
läuft dabei schwerkraftbedingt durch die fallend angeordnete Rohrleitung in die Steigleitung
des Kamins, wodurch es zusammen mit dem im Kamin anfallenden Kondensat und dem Kondensat
weiterer Brennwert-Heizgeräte einer gemeinsamen Neutralisation zugeführt wird.
[0011] Da dem Heizkessel die Verbrennungsluft mittels eines Ventilators zugeführt wird,
entsteht in dem Heizkessel ein Überdruck an Verbrennungsgas, welches ebenfalls durch
die fallend angeordnete Rohrleitung in den Kamin geblasen wird. Eine steigende Zuführung
bzw. eine Zuführung über das obere Ende des Brennwert-Heizgerätes - die bei älteren
Anlagen für einen thermischen Auftrieb (Zug) notwendig war - ist nicht mehr notwendig.
Somit kann für Abgas und Kondensat die gleiche Rohrleitung zum Kamin verwendet werden.
[0012] Das Brennwert-Heizgerät kann dadurch sehr kostengünstig ausgeführt werden und weist
auch weitere technische Vorteile auf. Durch den Wegfall des Siphons kann dieser nicht
trocken fallen, genauso wenig kann eine Kondensatpumpe durch das sauere Kondensat
zerstört werden. Am Kamin muss lediglich ein einziger Anschluss vorhanden sein. Ein
Anschluss für Abwasser, oder gar eine eigene Leitung für Kondensat kann eingespart
werden.
[0013] Weiterhin ergibt sich insbesondere bei wandhängenden Geräten der Vorteil, dass die
Rohrleitung zwischen Brennwert-Heizgerät und Kamin an der Unterseite des Geräts austritt
und damit sehr leicht zugänglich ist. Dadurch werden Prüf- und Revisionsvorgänge sehr
erleichtert.
[0014] Weiterhin wird eine interne Abgasführung, die bei Brennwert-Heizgeräten nach dem
Stand der Technik von der Kondensatwanne nach oben führt, ebenfalls eingespart werden.
Insgesamt kann damit das Brennwert-Heizgerät kleiner ausgeführt werden oder bei gleicher
Größe kann es für eine höhere Leistung ausgelegt werden. Damit kann das Brennwert-Heizgerät
auch besser in Möbel, wie beispielsweise Küchenschränke oder Dielenschränke, integriert
werden.
[0015] Durch die gemeinsame Nutzung der Steigleitung im Kamin zur Kondensatabführung bei
mehreren an den Kamin angeschlossenen Brennwert-Heizgeräten braucht das gesamte System
lediglich einen Siphon am Kaminsockel zum Auffangen des Kondensats und zum Weiterleiten
an eine Neutralisationsbox. Ein gemeinsamer Siphon fällt weniger schnell trocken als
ein Siphon an jedem Brennwert-Heizgerät, da insgesamt mehr Kondensat anfällt. In das
Kaminrohr eindringender Regen und Schnee hilft ebenfalls ein Trockenfallen des Siphons
zu vermeiden.
[0016] In einer bevorzugen Ausführungsform weist die Rohrleitung ein Gefälle von 1° bis
10°, bevorzugt 2° bis 5° und noch bevorzugter im Wesentlichen 3° auf. Dadurch ist
ein sicherer schwerkraftbedingter Ablauf des Kondensats zu der Steigleitung des Kamins
gewährleistet. Dadurch läuft auch Kondensat ab, wenn das Brennwert-Heizgerät ausgeschaltet
ist und dessen Ventilator nicht mehr arbeitet.
[0017] In einer weiteren bevorzugen Ausführungsform ist die Kondensatwanne im Wesentlichen
symmetrisch geformt und der Auslass für Kondensat und Abgas ist im Wesentlichen zentrisch
in der Kondensatwanne angeordnet. Dadurch ist die Kondensatwanne einfacher zu fertigen
und die Strömungsverhältnisse durch den Brennraum bzw. den nachgeschalteten Wärmetauscher
sind sehr homogen. Dadurch kann die Wärmeeffizienz des Brennwert-Heizgerätes weiter
verbessert werden.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform läuft das Kondensat direkt ohne einen
Siphon und ohne eine Kondensatpumpe in die Steigleitung des Kamins. Ein Siphon am
Auslass des Brennwert-Heizgerätes sowie eine Kondensatpumpe werden eingespart.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform bestehen die Kondensatwanne und die
fallend angeordnete Rohrleitung aus einem säurebeständigen Kunststoff bevorzugt PVDF.
Dadurch sind Kondensatwanne und Rohrleitung besonders resistent gegen das anfallende
saure Kondensat und weisen eine hohe Lebensdauer auf.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Brennwert-Heizgerät weiterhin mindestens
eine Rückstromsperre für die Zuluft zur Verhinderung der Vermischung von Abgas und
Zuluft bei abgeschaltetem Brennwert-Heizgerät auf. Die Rückstromsperre verhindert,
dass Abgas von anderen, am gleichen Kaminrohr angeschlossenen Brennwert-Heizgeräten
bei einem abgeschalteten Brennwert-Heizgerät aus der Öffnung für die Frischluftzufuhr
austreten kann.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird an einem Überdruckventil anfallendes
Wasser aus dem Heizkreislauf in die Kondensatwanne und/oder die fallende Rohrleitung
eingeleitet und in die Steigleitung des Kamins abgeführt. Brennwert-Heizgeräte weisen
üblicherweise ein Überdruckventil auf, bei dem bei einem zu hohen Druck Wasser aus
dem Heizkreislauf austreten kann. Dieses Wasser wird wiederum durch einen Siphon aufgefangen
und der Kanalisation zugeführt. Durch die fallend angeordnete Rohrleitung ist es nun
möglich dieses am Überdruckventil gegebenenfalls austretende Wasser ebenfalls in die
Steigleitung des Kamins einzuleiten. Dadurch kann weiterer Installationsaufwand und
insbesondere ein Anschluss des Brennwert-Heizgerätes an die Abwasserleitungen eingespart
werden.
[0022] Die oben genannten Aufgaben werden ebenfalls gelöst durch ein System aus mindestens
einem Brennwert-Heizgerät gemäß den obigen Ausführungsformen und einem Kamin, wobei
der Kamin eine Steigleitung aus einem säurebeständigen Kunststoffmaterial aufweist
und als Gegenstrom-Wärmetauscher zur Erwärmung der Zuluft des Brennwert-Heizgeräts
ausgeführt ist. Dadurch wird die Zuluft durch kondensierende Abgase vorgewärmt, wobei
die im Abgas vorhandene Wärmeenergie zurückgewonnen wird.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das System einen gemeinsamen
Siphon für das Kondensat aller an die Steigleitung angeschlossenen Brennwert-Heizgeräte
auf, wobei der Siphon am unteren Ende der Steigleitung angeordnet ist. Über diesen
gemeinsamen Siphon wird das in den Brennwert-Heizgeräten anfallende Kondensat sowie
das in der Steigleitung des Kamins zusätzlich anfallende Kondensat gemeinsam aufgefangen
und der Neutralisation zugeführt.
4. Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0024] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung mit Bezug auf die
Figuren beschrieben. In denen zeigt:
- Fig. 1
- ein Brennwert-Heizgerät gemäß dem Stand der Technik mit Siphon und Auslauf von Kondensat
und separatem Abgasrohr; und
- Fig. 2
- ein erfindungsgemäßes Brennwert-Heizgerät mit gemeinsamer Leitung für Kondensat und
Abgas.
5. Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
[0025] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung mit Bezug auf die
Figuren beschrieben.
[0026] Fig. 1 zeigt ein Brennwert-Heizgerät 1 gemäß dem Stand der Technik. Das Brennwert-Heizgerät
1 nach dem Stand der Technik ist raumluftunabhängig und weist einen Ventilator 10
zur Zufuhr von Verbrennungsluft zu dem Heizkessel 12 auf. In dem Heizkessel ist weiterhin
ein Wärmetauscher 13 angeordnet, der dem Verbrennungsgas zusätzlich Wärme entzieht
und der Heizung zur Verfügung stellt. Anfallendes Kondensat wird in einer Kondensatwanne
24 gesammelt und über einen Siphon 14 einer Kondensatleitung 16 zugeführt, die zu
einer Neutralisationsbox (nicht gezeigt) führt. In dieser Neutralisationsbox wird
das saure Konzentrat mittels Kalkstein zu Gips und Wasser neutralisiert.
[0027] Die Abgase des Brennwert-Heizgeräts 1 nach dem Stand der Technik werden über eine
interne Abgasführung 18 nach oben geführt und über ein steigend angeordnetes Rohr
20 einer Steigleitung 32 eines Kamins 30 zugeführt. Zuluft für die Verbrennung wird
im Ringspalt 31 des Kamins angesaugt und durch die Restwärme des Abgases in der Steigleitung
32 vorgewärmt. Die Zuluft gelangt dann über einen Zuluftkanal 22 zu dem Brennwert-Heizgerät
1 wo sie von dem Ventilator 10 angesaugt wird und in den Heizkessel 12 eingeblasen
wird.
[0028] Man erkennt aus dieser schematischen Darstellung eines Brennwert-Heizgerätes 1 gemäß
dem Stand der Technik, dass es notwendig ist, für die Kondensatabfuhr und für die
Abfuhr des Abgases unterschiedliche Leitungen zu verwenden. Weiterhin erkennt man,
dass die Abgasleitung 20 und der Zuluftkanal 22 für den Installateur und Kaminkehrer
schlecht erreichbar sind und daher einen hohen Montageaufwand und Wartungsaufwand
erfordern. Schließlich sieht man, dass eine interne Abgasführung 18 vorgesehen sein
muss, um das Abgas nach oben aus dem Brennwert-Heizgerät 1 zu leiten.
[0029] Diese Nachteile treten bei einem Brennwert-Heizgerät 1 gemäß der vorliegenden Erfindung
nicht auf. Eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennwert-Heizgerätes 1 ist
in Fig. 2 dargestellt. Fig. 2 zeigt symbolisch ein Stockwerk mit einem Brennwert Heizgerät
1. Das Heizungssystem 100 kann jedoch mehrere Brennwert-Heizgeräte 1 umfassen, beispielsweise
auf mehreren Stockwerken, die alle an den dargestellten gemeinsamen Kamin 30 angeschlossen
sind.
[0030] Das Brennwert-Heizgerät 1 umfasst einen Ventilator 10 für die Zufuhr von Verbrennungsluft
zu dem Heizkessel 12. Im Heizkessel 12 wird Wasser für die Heizung bzw. Brauchwasser
in einem Wärmetauscher 13 erwärmt. Dabei anfallendes Kondensat wird in einer Kondensatwanne
24 gesammelt. Die Kondensatwanne 24 ist bevorzugt symmetrisch ausgebildet und weist
einen Auslass 26 auf, der zentrisch in der Kondensatwanne 24 angeordnet ist. Durch
diesen Auslass 26, der nach unten mündet, wird gleichzeitig sowohl Kondensat aus der
Kondensatwanne 24 als auch die entstehenden Abgase abgeführt.
[0031] An den Auslass 26 ist eine fallend angeordnete Rohrleitung 28 angeschlossen, die
das Brennwert-Heizgerät mit einer Steigleitung 32 eines Kamins 30 verbindet. Über
diese fallend angeordnete Rohrleitung 28 werden gleichzeitig das Abgas und das im
Brennwert-Heizgerät 1 anfallende Kondensat zur Steigleitung 32 geleitet. Zuluft zu
dem Brennwert-Heizgerät 1 wird durch den Ringspalt 31 angesaugt und über einen Zuluftkanal
22 dem Brennwert-Heizgerät 1 zugeführt. Das erfindungsgemäße Brennwert-Heizgerät 1
kann daher grundsätzlich sowohl raumluftabhängig als auch raumluftunabhängig ausgeführt
werden. Die Zuluft wird durch die Restwärme des Abgases in dem Kamin 30, der als Gegenstromwärmetauscher
arbeitet, vorgewärmt.
[0032] Um zu verhindern, dass bei einem abgeschalteten Brennwert-Heizgerät Abgase von anderen
Brennwert-Heizgeräten - beispielsweise aus anderen Stockwerken - sich mit der Zuluft
vermischen, ist eine Rückstromsperre 34 vorgesehen, die verhindert, dass Abgase durch
den Heizkessel 12 und durch den Ventilator 10 in das Gehäuse des Brennwert-Heizgerätes
einströmen.
[0033] Mit dem Plus- und Minuszeichen sind die Druckverhältnisse in dem System 100 aus Brennwert-Heizgerät
1 und dem Kamin 30 dargestellt. Der Ventilator 10 zieht Frischluft über das Gehäuse
des Brennwert-Heizgerätes 1 aus dem Zuluftkanal 22 und aus dem Ringspalt 31 des Kamins.
Daher herrscht in dem Gehäuse 1 ein Unterdruck an Zuluft. Durch das Einblasen der
Zuluft in den Heizkessel 12 über den Ventilator 10 und die dort stattfindende Verbrennung
herrscht im Heizkessel 12 und in der daran dicht angeschlossenen Rohrleitung 28 sowie
in der Steigleitung 32 des Kamins ein Überdruck an Abgasen. Auf Grund dieses Überdrucks
ist es nicht notwendig, die Abgase über ein steigendes Rohr abzuführen. Ein thermischer
Auftrieb wird nicht mehr benötigt. Die Abgase werden quasi durch den Ventilator 10
abwärts durch die Rohrleitung 28 in die Steigleitung 32 des Kamins 30 gepumpt. Gleichzeitig
läuft das anfallende Kondensat rein schwerkraftbedingt über die fallend angeordnete
Rohrleitung in die Steigleitung 32 ab. Teure und wartungsanfällige Kondensatpumpen
können somit vermieden werden. Gleichfalls ist es nicht notwenig im Brennwert-Heizgerät
die Abgase aufwendig nach oben abzuführen. Das Brennwert-Heizgerät 1 kann daher kleiner
oder, bei identischen Abmessungen, leistungsstärker ausgeführt werden.
[0034] Die Rohrleitung 28 weist bevorzugt ein Gefälle von 1° - 10°, noch bevorzugter von
2° - 5° und in einer speziellen Ausführungsform von 3° auf. Auf Grund dieses Gefälles
kann sich kein Kondensat stauen. Dadurch ist es ebenfalls möglich, falls in einem
Stockwerk kein Brennwert-Heizgerät 1 angeschlossen ist, die fallend angeordnete Rohrleitung
28 mit einem Deckel zu verschließen, wobei durch die fallende Anordnung sichergestellt
ist, dass sich hier kein Kondensat ansammeln kann. Zusätzlich sollte auch der Zuluftkanal
22 verschlossen werden, damit die vorgewärmte Zuluft nicht unerwünscht ausströmt oder
Raumluft angesaugt wird.
[0035] Die Rückstromsperre 34 ist bevorzugt als eine kleine Rückschlagmembran aus Silikon
im Ansauggeräuschdämpfer des Ventilators 10 ausgeführt. Falls notwendig kann eine
zweite Rückstromsperre 34 hinter der ersten Rückstromsperre 34 angeordnet werden,
um bei einem Defekt der Membran kein Abgas in die Zuluft einzuleiten. Bei raumluftunabhängigen
Geräten ist ein Abgasaustritt aus dem Kessel in den Aufstellraum jedoch auch bei einem
Defekt der Membran ausgeschlossen, da das Kesselgehäuse samt Zuluftzufuhr luftdicht
ausgeführt ist.
[0036] Wie in Fig. 2 schematisch zu sehen, ist das Brennwert-Heizgerät 1 durch die unterseitige
Abgasführung sehr gut für den Kaminkehrer zugänglich. Eine Revisionsöffnung, die in
der Rohrleitung 28 und dem Zuluftkanal 22 vorhanden ist, befindet sich in Arbeitshöhe
und muss nicht mehr mit Leitern oder Stühlen erreicht werden. Dadurch erhöht sich
die Servicefreundlichkeit und Kontrollarbeiten können in einer ergonomischen Höhe
durchgeführt werden. Ebenfalls wird die Montage des Brennwert-Heizgerätes 1 an der
Wand und der Anschluss an dem Kamin 30 erleichtert.
[0037] Grundsätzlich kann das Brennwert-Heizgerät 1 in jeder beliebigen Höhe an einer Wand
befestigt werden. Durch den nach unten weisenden kombinierten Abgas- und Kondensatauslass,
durch die bauartbedingte kleinere Baugröße und durch den fehlenden zusätzlichen Anschluss
an das Abwassersystem lässt sich das Brennwert-Heizgerät 1 wesentlich besser in Möbelstücke
integrieren als herkömmliche Brennwert-Heizgeräte.
[0038] Das Brennwert-Heizgerät 1 eignet sich insbesondere für System 100, bei denen mehrere
Brennwert-Heizgeräte (beispielsweise für jedes Stockwerk oder für jede Wohnung eines)
an einem gemeinsamen Kamin 30 angeschlossen sind. Dann wird das anfallende Kondensat
aller Brennwert-Heizgeräte in die Steigleitung 32 eingeleitet und kann durch einen
großen Siphon am Kaminsockel gefangen und der Neutralisation zugeführt werden. Dadurch
dass mehrere Brennwert-Heizgeräte ihr Kondensat in die Steigleitung 32 einleiten,
verringert sich die Gefahr, dass der Siphon trocken fällt. Zusätzlich kann auch Regen
und Schnee in die Steigleitung 32 eindringen und hilft dies ebenfalls zu vermeiden.
[0039] Das Brennwert-Heizgerät 1 an sich braucht keinen separaten Siphon für die Kondensatabführung.
Ebenfalls wird keine Kondensatpumpe benötigt.
[0040] Durch die fallende Anordnung der Rohrleitung 28 kann zusätzlich Wasser, das in gewissen
Situationen an einem Überdruckventil des Heizkreislaufs anfällt, abgeleitet werden.
Bevorzugt wird hierzu das an dem Überdruckventil anfallende Wasser, in die Kondensatwanne
eingeleitet und/oder über die fallende Rohrleitung 28 in die Steigleitung 32 des Kamins
30 abgeführt.
Bezugszeichenliste:
[0041]
- 1
- Brennwert-Heizgerät
- 10
- Ventilator
- 12
- Heizkessel
- 13
- Wärmetauscher
- 14
- Siphon
- 16
- Kondensatleitung mit Siphon
- 18
- interne Abgasführung
- 20
- Rohrleitung
- 22
- Zuluftkanal
- 24
- Kondensatwanne
- 26
- Auslass
- 28
- fallend angeordnete Rohrleitung
- 30
- Kamin
- 31
- Ringspalt
- 32
- Steigleitung
- 100
- System
1. Brennwert-Heizgerät (1) mit Abgasrohrleitung (28) aufweisend:
a) einen Ventilator (10) zur Zufuhr von Verbrennungsluft zu einem Heizkessel (12);
b) eine Kondensatwanne (24) mit einem nach unten mündenden Auslass (26), wobei der
Auslass (26) gleichzeitig Auslass für anfallendes Kondensat als auch Auslass für Abgase
ist; und
c) wobei die Abgasrohrleitung (28) an den Auslass (26) und fallend angeordnet ist
die an der Unterseite aus dem Brennwert-Heizgerät (1) austritt und zwischen dem Auslass
(26) der Kondensatwanne (24) und einer Steigleitung (32) eines Kamins (30) eines Gebäudes
angeordnet werden kann, für die gemeinsame Abgas- und Kondensatführung vom Brennwert-Heizgerät
(1) zum Kamin (30), wobei das Kondensat schwerkraftbedingt durch die fallend angeordnete
Abgasrohrleitung (28) in den Kamin eines Gebäudes (30) läuft und eine eigene Leitung
für Kondensat eingespart werden kann.
2. Brennwert-Heizgerät gemäß Anspruch 1, wobei die Abgasrohrleitung (28) ein Gefälle
von 1° - 10°, bevorzugt von 2° - 5° und noch bevorzugter von im Wesentlichen 3° aufweist.
3. Brennwert-Heizgerät gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Kondensatwanne
(24) im Wesentlichen symmetrisch geformt ist und der Auslass (26) für Kondensat und
Abgas im Wesentlichen zentrisch in der Kondensatwanne (26) angeordnet ist.
4. Brennwert-Heizgerät gemäß einem der vorherigen Ansprüche wobei das Kondensat direkt
ohne einen Siphon (14) und ohne eine Kondensatpumpe in die Steigleitung (32) des Kamins
(30) abläuft.
5. Brennwert-Heizgerät gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Kondensatwanne
(24) und die fallend angeordnete Abgasrohrleitung (28) aus einem säurebeständigen
Kunststoff, bevorzugt PVDF, bestehen.
6. Brennwert-Heizgerät gemäß einem der vorherigen Ansprüche, weiterhin aufweisend mindestens
eine Rückstromsperre (34) für die Zuluft zur Verhinderung der Vermischung von Abgas
und Zuluft bei abgeschaltetem Brennwert-Heizgerät (1).
7. Brennwert-Heizgerät gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei an einem Überdruckventil
anfallendes Wasser aus dem Heizkreislauf in die Kondensatwanne (24) und/oder die fallende
Abgasrohrleitung (28) eingeleitet wird und in die Steigleitung (32) des Kamins (30)
abgeführt wird.
8. System (100) aus mindestens einem Brennwert-Heizgerät (1) gemäß einem der vorherigen
Ansprüche und einem Kamin (30), wobei der Kamin (30) eine Steigleitung (32) aus einem
säurebeständigen Kunststoffmaterial aufweist und als Gegenstrom-Wärmetauscher zur
Erwärmung der Zuluft des Brennwert-Heizgeräts (1) ausgeführt ist.
9. System gemäß Anspruch 8, weiterhin aufweisend einen gemeinsamen Siphon für das Kondensat
aller an die Steigleitung (32) angeschlossenen Brennwert-Heizgeräte (1), wobei der
Siphon am unteren Ende der Steigleitung (32) angeordnet ist.
1. Calorific value heater (1) with an exhaust gas pipe (28), comprising:
a) a fan (10) for the supply of combustion air to a boiler (12);
b) a condensate pan (24) with an outlet (26) that opens downwards, wherein the outlet
(26) is simultaneously outlet for occurring condensate as well as outlet for exhaust
gases; and wherein
c) the exhaust gas pipe (28) is arranged at the outlet (26) in an declining manner,
wherein the exhaust gas pipe (28) extends from the bottom side of the calorific value
heater (1) and can be arranged between the outlet (26) of the condensate pan (24)
and a rising pipe (32) of a chimney (30) of a building, for the simultaneous conduction
of exhaust gas and condensate from the calorific value heater (1) to the chimney (30),
wherein the condensate runs through the decliningly arranged exhaust gas pipe (28)
due to gravity into the chimney (30) of a building and a separate pipe for the condensate
can be spared.
2. Calorific value heater according to claim 1, wherein the exhaust gas pipe (28) comprises
a decline of 1° to 10°, preferably 2° to 5° and more preferably of essentially 3°.
3. Calorific value heater according to one of the preceding claims, wherein the condensate
pan (24) is substantially formed symmetrically, and the outlet (26) for condensate
and exhaust gas is essentially arranged centrically in the condensate pan (26).
4. Calorific value heater according to one of the preceding claims, wherein the condensate
drains off directly without a siphon (14) and without a condensate pump into the rising
pipe (32) of the chimney (30).
5. Calorific value heater according to one of the preceding claims, wherein the condensate
pan (24) and the decliningly arranged exhaust gas pipe (28) consist of an acid-resistant
polymer, preferably PVDF.
6. Calorific value heater according to one of the preceding claims, further comprising
at least one non-return valve (34) for intake air for preventing the mixing of exhaust
gas and intake air, when the calorific value heater (1) is switched off.
7. Calorific value heater according to one of the preceding claims, wherein water that
occurs at a pressure relief valve is conducted from the heating circuit into the condensate
pan (24) and/or into the declining exhaust gas pipe (28) and is dumped into the rising
pipe (32) of the chimney (30).
8. System (100) consisting of at least one calorific value heater (1) according to one
of the preceding claims and a chimney (30), wherein the chimney (30) comprises a rising
pipe (32) made of an acid-resistant polymer material and is realized as counter-current
heat exchanger for heating the intake air of the calorific value heater (1).
9. System according to claim 8, further comprising a combined siphon for the condensate
of all calorific value heaters (1) that are connected to the rising pipe (32), wherein
the siphon is arranged at the lower end of the rising pipe (32).
1. Appareil de chauffage à condensation (1) présentant une tuyauterie à fumées (28) et
comportant :
a) un ventilateur (10) d'alimentation en air de combustion vers une chaudière (12)
;
b) un bac à condensats (24) présentant une sortie (26) débouchant vers le bas, la
sortie (26) étant simultanément la sortie pour les condensats qui en résultent et
la sortie pour les fumées ; et
c) la tuyauterie à fumées (28) étant agencée à la sortie (26) et en descente, qui
sort de l'appareil de chauffage à condensation (1) du côté inférieur et qui est susceptible
d'être agencée entre la sortie (26) du bac à condensats (24) et un conduit ascendant
(32) d'une cheminée (30) d'un bâtiment pour la conduite commune des fumées et des
condensats depuis l'appareil de chauffage à condensation (1) jusqu'à la cheminée (30),
les condensats s'écoulant par gravité à travers la tuyauterie à fumées (28), agencée
en descente, jusque dans la cheminée d'un bâtiment (30), tout en permettant de se
passer d'un conduit propre aux condensats.
2. Appareil de chauffage à condensation selon la revendication 1, dans lequel la tuyauterie
à fumées (28) présente une pente de 1° à 10°, de préférence de 2° à 5°, de manière
particulièrement préférée essentiellement de 3°.
3. Appareil de chauffage à condensation selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel le bac à condensats (24) est essentiellement de forme symétrique et la sortie
(26) pour les condensats et pour les fumées est agencée essentiellement au centre
dans le bac à condensats (26).
4. Appareil de chauffage à condensation selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel les condensats s'écoulent directement dans le conduit ascendant (32) de la
cheminée (30), sans siphon (14) ni pompe à condensats.
5. Appareil de chauffage à condensation selon l'une des revendications précédentes, le
bac à condensats (24) et la tuyauterie à fumées (28) agencée en descente sont constitués
d'une matière plastique résistante aux acides, de préférence en PVDF.
6. Appareil de chauffage à condensation selon l'une des revendications précédentes, comportant
en outre au moins un dispositif de blocage anti-retour (34) pour l'air frais en vue
d'empêcher le mélangeage des fumées et de l'air frais lorsque l'appareil de chauffage
à condensation (1) est mis à l'arrêt.
7. Appareil de chauffage à condensation selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel l'eau accumulée au niveau d'une valve de surpression et provenant du circuit
de chauffage est introduite dans le bac à condensats (24) et/ou dans la tuyauterie
à fumées (28) en descente et elle est évacuée dans le conduit ascendant (32) de la
cheminée (30).
8. Système (100) constitué d'au moins un appareil de chauffage à condensation (1) selon
l'une des revendications précédentes et d'une cheminée (30), la cheminée (30) comprenant
un conduit ascendant (32) constitué d'une matière plastique résistante aux acides
et étant réalisée sous forme d'échangeur de chaleur à contre-courant pour chauffer
l'air frais de l'appareil de chauffage à condensation (1).
9. Système selon la revendication 8, comprenant en outre un siphon commun pour les condensats
de tous les appareils de chauffage à condensation (1) branchés au conduit ascendant
(32), le siphon étant agencé à l'extrémité inférieure du conduit ascendant (32).