[0001] Die Erfindung betrifft einen Schmiededorn zum Warmschmieden rohrförmiger Werkstücke
aus Metall gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Das Warmschmieden rohrförmiger Werkstücke, wie z.B. nahtloser Stahlrohre, ist aus
der
DE 10 2005 052 178 A1 bekannt.
[0003] Bei diesem Verfahren wird ausgehend von einem auf Umformtemperatur erwärmten Block,
in einem ersten Umformschritt durch Lochen ein dickwandiger Hohlblock erzeugt, der
anschließend durch einen Radialschmiedeprozess unter Verwendung eines in den Hohlblock
eingeschobenen Schmiededorns als Innenwerkzeug und mindestens zwei auf die Mantelfläche
des Hohlblockes einwirkender Schmiedebacken einer Schmiedemaschine zu einem nahtlosen
Rohr geschmiedet wird. Dabei wird der Hohlblock getaktet in der Phase des Leerhubes
der Schmiedebacken gedreht und axial verschoben.
[0004] Der Schmiededorn wird während des Schmiedeprozesses beträchtlichen thermischen und
mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt, was zu Verschleißerscheinungen an der Werkzeugoberfläche
führt und die Standzeit des Schmiededorns herabsetzt. Beispielsweise können die Schmiedetemperaturen
bis über 1300°C betragen.
[0005] Um thermisch bedingte Verschleißerscheinungen zu minimieren ist es aus der gattungsgemäßen
DE 2825940 A1 bekannt, den Schmiededorn von der Innenseite her zu kühlen, um die Wärmeabfuhr von
der Oberfläche des Dorns in den Dorn hinein zu beschleunigen.
[0006] Um die Verschleißfestigkeit des Dorns zu erhöhen, wird weiterhin vorgeschlagen, den
Dornkörper mit einem Außenmantel aus hochwarmfesten Werkstoff wie z.B. einer Nickel-
oder Kobaltbasislegierung zu umgeben.
[0007] Dieser Schmiededorn ist mit mehreren Nachteilen behaftet. Zum einen ist dieser Schmiededorn
sehr aufwändig und teuer in der Herstellung, zum anderen wird der Wärmeeintrag in
den Dornwerkstoff nicht verringert, was bei hoher Temperaturbeanspruchung die Formstabilität
des Schmiededorns verringert und damit zu einem frühzeitigen Ausfall führt.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schmiededorn zum Warmschmieden rohrförmiger Werkstücke
aus Metall anzugeben, der kostengünstig herstellbar ist und eine hohe Verschleißfestigkeit
bei gleichzeitig großer Formstabilität auch bei hohen Schmiedetemperaturen aufweist.
[0009] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit dem kennzeichnenden
Teil des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterführungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0010] Nach der Lehre der Erfindung besteht der Dornwerkstoff aus einer warmfesten Legierung,
wobei der Dornkörper mindestens im Arbeitsbereich mit einer die Wärmeableitung während
des Schmiedens in den Dornkörper vermindernden und auf dem Dornkörper fest haftenden
Schicht versehen ist und die Schicht mindestens eine Dicke von 50 µm aufweist.
[0011] Die wesentliche Neuerung dieser Erfindung ist, dass die den Dornkörper umgebende
Schicht eine geringere Wärmeleitfähigkeit als der Dornkörper aufweist, wodurch der
Wärmeeintrag in den Dornkörper deutlich vermindert und damit eine deutlich verbesserte
Formstabilität auch bei hohen Schmiedetemperaturen erreicht wird.
[0012] Die Schicht weist dabei erfindungsgemäß eine Wärmeleitfähigkeit auf, die deutlich
unter derjenigen des Dornkörperwerkstoffes liegt, vorteilhaft um mindestens 50 %.
[0013] Die Schicht auf dem Dornkörper kann dabei erfindungsgemäß vorteilhaft sehr kostengünstig
durch Verzundern erzeugt werden oder aber durch Auftragen einer entsprechenden Schicht
z. B. durch thermische Verfahren.
[0014] Eine Verzunderung des Domes ist dabei vorteilhaft bei Kohlenstoffstählen anzuwenden,
während bei hochlegierten Dornwerkstoffen die Schicht vorteilhaft durch thermische
Spritzverfahren, wie z. B. Flamm- oder Plasmaspritzen aufgebracht werden kann.
[0015] Die thermisch aufgebrachten Schichten können dabei beispielsweise Zirkoniumoxid,
Aluminiumoxid oder Eisenoxid enthalten.
[0016] Wesentlich ist dabei, dass die Wärmeleitfähigkeit des Beschichtungsmaterials immer
deutlich unter derjenigen des Dornwerkstoffs liegt.
[0017] Damit diese Schicht eine erkennbare Wirkung im Hinblick auf einen deutlich verminderten
Wärmeeintrag in den Dornkörper ausüben kann, ist es vorteilhaft die Schicht mit einer
Mindestdicke von ca. 50 µm auszuführen.
[0018] Der erfindungsgemäße Schmiededorn weist dabei nicht nur Vorteile im Hinblick auf
eine verbesserte Formstabilität auch bei hohen Schmiedetemperaturen auf, sondern auch
im Hinblick auf eine Verringerung des abrasiven Verschleißes. In Untersuchungen hat
sich herausgestellt, dass eine gewisse Schmierwirkung des Schichtmaterials beim Schmieden
vorhanden ist, die den abrasiven Verschleiß reduziert.
[0019] Wesentlich für die Auswahl eines geeigneten Werkstoffes für den Dornkörper ist, diesen
auf den jeweils zu schmiedenden Werkstoff so abzustimmen, dass ein Verschweißen von
Schmiededorn und Schmiedewerkstück vermieden wird.
[0020] Der erfindungsgemäße Schmiededorn weist dabei den vorteilhaften Effekt auf, dass
die Schicht auf dem Dornkörper als Trennschicht wirkt, die einem Verschweißen unter
Schmiededruck und Temperatur entgegenwirkt.
[0021] Da ein gewisser Wärmeeintrag in den Dornkörper nicht vollständig unterbunden werden
kann, kann es zur Unterstützung der Formstabilität des Dorns darüber hinaus sinnvoll
sein, den Dornkörper mit einer zusätzlichen Innenkühlung zu versehen.
[0022] Alternativ kann aber auch vorgesehen werden, in Stillstandsphasen den Dornkörper
von außen zu kühlen, was sehr viel kostengünstiger zu realisieren ist, als eine Innenkühlung.
[0023] Um den Wärmeeintrag in den Dornkörper während des Schmiedevorgangs auf ein Minimum
zu beschränken, kann es darüber hinaus sinnvoll sein, den Dorn beim Schmieden im Werkstück
zu verfahren, da bei diesem Vorgang immer andere Arbeitsbereiche der Schmiededornoberfläche
in Eingriff gelangen und so der lokale Wärmeeintrag reduziert wird.
[0024] Der erfindungsgemäße Schmiededorn wird anhand einer Darstellung näher beschrieben.
[0025] Der in der einzigen Figur dargestellte Schmiededorn, weist einen mit Fasen 3, 4 versehenen
Dornkörper 1 auf, der an einer Haltestange 2 befestigt ist. Die Haltestange 2 wird
benötigt, um den Schmiededorn in einem hier nicht dargestellten rohrförmigen Werkstück
axial und drehbar verfahren zu können.
[0026] Der Dornkörper 1 besteht aus einem warmfesten Stahl, der erfindungsgemäß mit einer
im Arbeitsbereich die Wärmeeinleitung in den Dornkörper 1 vermindernden Schicht 5
versehen ist.
[0027] Die Schicht 5 weist dabei eine deutlich niedrigere Wärmeleitfähigkeit auf, als der
Werkstoff des Dornkörpers 1, um den Wärmeeintrag zu reduzieren und damit die Formstabilität
des Dornkörpers 1 auch bei hohen Schmiedetemperaturen zu gewährleisten.
[0028] Der Dornkörper 1 ist im vorliegenden Fall als Massivkörper ausgebildet, es ist jedoch
auch möglich, diesen mit einer Innenkühlung zu versehen, um den unvermeidbaren Wärmeeintrag
in den Dornkörper 1 während des Schmiedens möglichst rasch abzuführen.
Bezugszeichenliste
[0029]
| Nr. |
Bezeichnung |
| 1 |
Dornkörper |
| 2 |
Haltestange |
| 3,4 |
Fase |
| 5 |
Schicht |
1. Schmiededorn zum Warmschmieden rohrförmiger Werkstücke aus Metall, bestehend aus einem
Dornkörper und einer Dornstange, bei dem der Dornkörper aus einem warmfesten Werkstoff
besteht
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dornkörper (1) mindestens im Arbeitsbereich mit einer die Wärmeableitung während
des Schmiedens in den Dornkörper vermindernden und auf dem Dornkörper (1) fest haftenden
Schicht (5) versehen ist, wobei die Schicht (5) eine geringere Wärmeleitfähigkeit
als der Werkstoff des Dornkörpers (1) und mindestens eine Dicke von 50 µm aufweist.
2. Schmiededorn nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (5) eine Zunderschicht ist.
3. Schmiededorn nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (5) flammgespritzt ist.
4. Schmiededorn nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (5) plasmagespritzt ist.
5. Schmiededorn nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wärmeleitfähigkeit der Schicht (5) mindestens 50 % geringer ist, als die Wärmeleitfähigkeit
des Dornwerkstoffs.
6. Schmiededorn nach einem der Ansprüche 1 - 5
dadurch gekennzeichnet,
dass der Dornkörper (1) als mit einer einseitigen Öffnung versehener Hohlkörper ausgebildet
und mit einer mindestens bis in den Arbeitsbereich sich erstreckenden Innenkühleinrichtung
versehen ist.
1. A forging mandrel for the hot forging of tubular workpieces of metal, consisting of
a mandrel body and a mandrel bar, with which the mandrel body is composed of a heat-resistant
material, characterised in that the mandrel body (1) is provided, at least in the working region, with a layer (5)
which reduces heat conduction into the mandrel body during forging and which firmly
adheres on the mandrel body (1), wherein the layer (5) has a lower heat conductivity
than the material of the mandrel body (1) and a thickness of at least 50 µm.
2. A forging mandrel according to claim 1, characterised in that the layer (5) is a scale layer.
3. A forging mandrel according to claim 1, characterised in that the layer (5) is flame sprayed.
4. A forging mandrel according to claim 1, characterised in that the layer (5) is plasma sprayed.
5. A forging mandrel according to any one of the preceding claims, characterised in that the heat conductivity of the layer (5) is at least 50% lower than the heat conductivity
of the mandrel material.
6. A forging mandrel according to any one of claims 1-5, characterised in that the mandrel body (1) is in the form of a hollow body provided with a one-sided opening
and is provided with an internal cooling device extending at least right into the
working region.
1. Mandrin de forgeage pour le forgeage à chaud de pièces tubulaires en métal, constituées
d'un corps de mandrin et d'un poinçon, dans lequel le corps de mandrin est constitué
d'un matériau thermorésistant,
caractérisé en ce que
le corps de mandrin (1) est pourvu, au moins dans la zone de travail, d'une couche
(5) réduisant la dissipation de chaleur au cours du forgeage dans le corps de mandrin
et adhérant solidement au corps de mandrin (1), la couche (5) présentant une conductibilité
thermique plus faible que celle du le matériau du corps de mandrin (1) et au moins
une épaisseur de 50 µm.
2. Mandrin de forgeage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche (5) est une couche de calamine.
3. Mandrin de forgeage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche (5) est métallisée à la flamme.
4. Mandrin de forgeage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la couche (5) est métallisée au plasma.
5. Mandrin de forgeage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la conductibilité thermique de la couche (5) est au moins 50 % inférieure à celle
du matériau du mandrin.
6. Mandrin de forgeage selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
le corps de mandrin (1) se présente sous la forme d'un corps creux doté d'une ouverture
sur un côté et est pourvu d'un dispositif de refroidissement interne s'étendant au
moins jusque dans la zone de travail.