[0001] Die Erfindung betrifft eine Mehrweg-Transporteinrichtung für Textilien, insbesondere
für hängend transportierte Kleidungsstücke, mit einer Plattform mit unterseitig angeordneten
Rollen, sowie an gegenüberliegenden Seiten der Plattform angeordneten Vertikalträgern,
die einen Horizontalträger zum Einhängen von Textilien tragen.
[0002] Gattungsgemäße Mehrweg-Transporteinrichtungen sind durch offenkundige Vorbenutzung
im Bereich der Textillogistik, also insbesondere der Belieferung von Warenhäusern
und Boutiquen mit Kleidungsstücken hinlänglich bekannt. Es handelt sich üblicherweise
um eine Plattform oder einen Rahmen, der mit Rollen versehen ist. Auf Plattform oder
Rahmen sind vertikale Träger aufgesetzt, die durch einen Horizontalträger miteinander
verbunden sind. Der Horizontalträger dient als Kleiderstange zum Einhängen von Kleidungsstücken
an Kleiderbügeln.
[0003] Textillogistikunternehmen nutzen diese Transporteinrichtungen zur Belieferung von
Warenhäusern oder Boutiquen, stellen diese vor den Geschäften ab und übergeben diese
während der Geschäftszeiten an die Mitarbeiter. Im Gegenzug werden gleichartige Transporteinrichtungen
von der vorherigen Lieferung rückgeführt.
[0004] Diese Mehrweg-Transporteinrichtungen sind in vielerlei Hinsicht nachteilig. Zunächst
hängen die Kleidungsstücke offen, allenfalls durch eine um die Kleidungsstücke herum
gelegte Folie geschützt. Sie sind folglich der Gefahr von Beschädigung und Verschmutzung
ausgesetzt. Der offene Transport hat weiterhin den Nachteil, dass die Kleidungsstücke
insbesondere bei Anlieferung vor den Geschäftszeiten offen im Warenannahmebereich
der Geschäfte stehen. Allein die Sichtbarkeit der Ware führt zu einem erheblich höheren
Diebstahlrisiko. Weiterhin sind die aus dem Stand der Technik bekannten Transporteinrichtungen
insbesondere bei der Rückführung recht sperrig. Obwohl keine Waren befördert werden,
nehmen die Transporteinrichtungen denselben Raum ein wie bei der Warenbeförderung.
Schließlich haben die aus Stabilitätsgründen meist aus Metall gefertigten Transporteinrichtungen
ein nicht unerhebliches Eigengewicht.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es folglich, eine Mehrweg-Transporteinrichtung für insbesondere
hängend transportierte Textilien zu schaffen, die die Nachteile aus dem Stand der
Technik überwindet.
[0006] Gelöst wird die Aufgabe von einer Mehrweg-Transporteinrichtung mit den Merkmalen
des Anspruches 1, insbesondere mit den kennzeichnenden Merkmalen, wonach die Vertikalträger
Teil einer auf der Plattform angeordneten Hülse sind, die einen Deckel trägt.
[0007] Der wesentliche Vorteil der erfindungsgemäßen Transporteinrichtung ist, dass die
Kleidungsstücke innerhalb der Hülse gelagert sind. So sind sie sicher gegen Beschädigung
und Verschmutzung geschützt. Hinzu kommt der durch die Hülse bewirkte Sichtschutz,
der die Gefahr des Gelegenheitsdiebstahls wesentlich reduziert. So kann die Transporteinrichtung
auch außerhalb der Geschäftszeiten ausgeliefert werden.
[0008] Zur Gewichtsreduzierung ist vorgesehen, dass Plattform, Deckel und Hülse aus Kunststoff
gefertigt sind. Dabei sind Plattform und Deckel im Tiefziehverfahren, insbesondere
im Twinsheet-Tiefziehverfahren hergestellt, die Hülse hingegen wird bevorzugt extrudiert.
[0009] Um eine wesentliche Volumenreduzierung bei der Rückführung der Mehrwegbehälter zu
erreichen, ist vorgesehen, dass die Hülse zusammenlegbar und zwischen Plattform und
Deckel lagerbar ist. Hierdurch wird eine wesentliche Höhenreduzierung der erfindungsgemäßen
Transporteinrichtung erreicht.
[0010] Die Rückführung lässt sich weiterhin wesentlich optimieren, wenn der Deckel mit der
Lage der Plattformrollen korrespondierende Vertiefungen aufweist, so dass mehrere
Mehrwegbehälter - Plattform auf Deckel - stapelbar sind. Die Vertiefungen im Deckel
nehmen die Plattformrollen zumindest teilweise auf. Selbstverständlich ist auch das
Stapeln der mit Textilien bestückten Mehrwegbehälter bei Warenauslieferung denkbar.
[0011] Es ist von wesentlichem Vorteil, wenn Plattform und Deckel Riegeleinrichtungen tragen,
die eine sichere Verbindung zwischen Plattform und Hülse, Deckel und Hülse sowie zwischen
Plattform und Deckel gewährleisten.
[0012] Für die Logistikkette, insbesondere die eigentliche Auslieferung zum Kunden und das
Verbringen der Transporteinrichtung zum Aufstellungsort der Ware, ist es von Vorteil,
wenn die Grundfläche der Transporteinrichtung ein bestimmtes Maß nicht überschreitet.
Als besonders günstiges Maß hat sich eine Grundfläche von 1200 x 600 mm erwiesen.
Dies begrenzt jedoch die Maximalhöhe der zwischen Deckel und Plattform zu lagernden
Hülse auf das zur Verfügung stehende Plattforminnenmaß. Um dennoch eine ausreichende
Höhe der Transporteinrichtung zur Aufnahme hängender Kleidungsstücke zu gewährleisten,
ist es vorteilhaft, wenn die Plattform eine zum Deckel gerichtete Wandung aufweist,
die mit einer Profilierung zur Halterung der an der Wandung anordenbaren Hülse versehen
ist. Die Addition von Wandungshöhe und Hülsenhöhe ergibt eine ausreichende Höhe der
Transporteinrichtung. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch bei demontierter Hülse ein
ausreichender Aufnahmeraum für weitere Kleinteile, beispielsweise Kleiderbügel, vorhanden
ist. Dies ermöglicht nicht nur eine Rückführung der Transporteinrichtung, sondern
auch zu dieser zugehörige Teile.
[0013] Es ist vorgesehen, dass die zwischen Plattform und Deckel angeordnete Hülse die maximal
zur Einlage zur Verfügung stehende Grundfläche einnimmt, um eine ausreichende Höhe
der Transporteinrichtung für hängend zu transportierende Textilien zu gewährleisten.
[0014] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Hülse vertikal
derart zweiteilig ausgebildet ist, dass eine Behälterseitenwand mittels Demontage
eines Hülsenteils frei zugänglich ist. Durch Demontage eines Hülsenteils und somit
einer Behälterseitenwand wird eine größtmögliche Bedienöffnung zum Ein- bzw. Aushängen
der Kleidungsstücke geschaffen.
[0015] Es ist vorgesehen, dass der Deckel vertikal zweigeteilt ist, beide Teile über eine
Schwenkeinrichtung mit einer horizontalen Schwenkachse miteinander verbunden sind,
so dass der Deckel in eine Offenstellung schwenkbar ist.
[0016] Diese Ausführungsform hat den wesentlichen Vorteil, dass sich die Transporteinrichtung
durch Aufschwenken des einen Deckelteils öffnen lässt, während der zweite Deckelteil
auf der Hülse verankert bleibt. Die Bedienöffnung wird so weiter vergrößert, das Einhängen
der zu transportierenden Kleidungsstücke weiter vereinfacht.
[0017] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform kennzeichnet sich dadurch, dass der Deckel
eine entlang der Schwenkachse verlaufende Nut aufweist, dass die Schwenkachse in der
Nutwandung angeordnet ist, dass ein Haltemittel für Textilien an der Nutwandung angeordnet
ist, dass ein Eingriffsmittel für das Haltemittel vorgesehen ist, dass Haltemittel,
Nutwandung und Schwenkachse derart einander zugeordnet sind, dass eine Anordnung von
Haltemittel und Eingriffsmittel bei geschlossenem Deckel unlösbar, bei geöffnetem
Deckel jedoch lösbar ist.
[0018] Durch das Anordnen des Haltemittels - es kann sich hierbei um eine Kleiderstange
handeln, aber auch einzelne Ösen sind denkbar - an der Nutwandung, insbesondere im
Nutraum selbst vergrößert sich die nutzbare Innenhöhe weiter, da der tiefste Punkt
des Haltemittels bevorzugt mit der Unterseite des Deckels abschließt. Das Haltemittel
ist somit innerhalb des vom Deckel in Anspruch genommenen Bauraumanteils der Transporteinrichtung
gelagert.
[0019] Die Nut ist durch die Schwenkachse in etwa zweigeteilt. Bei geschlossenem Deckel
weist die Nutöffnung in Richtung Plattform. Durch Öffnen des Deckels wird auch ein
Teil der Nutwandung weggeschwenkt, so dass der Nutraum einen Eingriff auch in horizontaler
Richtung erlaubt. In das im Nutraum einliegende Haltemittel können nunmehr Kleidungsstücke
mittels eines geeigneten Eingriffsmittels, beispielsweise einem Kleiderhaken, eingehängt
werden. Bei Schließen des Deckels schwenkt die Nutwandung in ihre Ausgangsstellung
zurück, die nunmehr den für das Einhängen notwendigen Horizontaleingriff blockiert.
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass auch die zur Einhängrichtung entgegengesetzte
horizontale Entnahmerichtung durch die Nutwandung blockiert ist. Folglich können sich
die Eingriffsmittel vom Haltemittel während des Transports nicht unbeabsichtigt lösen.
[0020] Es ist daher vorgesehen, dass die Nutwandung das Eingriffsmittel am Haltemittel hält.
[0021] Im Zusammenhang mit der Demontage einer Behälterseitenwand durch Zweiteilung des
Hülsenteils ist es von besonderem Vorteil, wenn die Hülse vertikal derart zweiteilig
ausgebildet ist, dass eine Behälterseitenwand mittels Demontage eines Hülsenteils
frei zugänglich ist.
[0022] So ist gewährleistet, dass das demontierbare Hülsenteil bei geschlossener Transporteinrichtung
durch den Deckel und die Plattform gehalten ist. Bei geöffnetem Deckel kann das demontierbare
Hülsenteil von der Plattform angenommen werden, so dass eine größtmögliche Bedienöffnung
der Transporteinrichtung bei vorteilhafter Halterung geschaffen ist.
[0023] Es ist vorgesehen, dass Plattform und aufgesetzte Hülse und/oder Hülse und aufgesetzter
Deckel mit einem Ein- und/oder Mehrwegverschlussmittel miteinander verbunden sind,
insbesondere wenn das Einwegverschlussmittel eine Plombe und das Mehrwegverschlussmittel
ein Vorhängeschloss ist.
[0024] Die erfindungsgemäßen Verschlussmittel, gleich ob Einweg- oder Mehrwegverschlussmittel
behindern den unberechtigten Zugang zum Innenraum der Transporteinrichtung.
[0025] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung
eines Ausführungsbeispiels. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erfindungsgemäße Mehrweg-Transporteinrichtung in Lieferkonfiguration in perspektivischer
Ansicht,
- Fig. 2
- die Transporteinrichtung gemäß Fig. 1 in Rückführkonfiguration,
- Fig. 3
- die Transporteinrichtung gemäß Fig. 2 ohne Deckel,
- Fig. 4
- die Transporteinrichtung gemäß Fig. 3 mit aufgesetzter Halbhülse,
- Fig. 5
- die Transporteinrichtung gemäß Fig. 4 mit aufgesetztem und geöffnetem Deckel,
- Fig. 6
- Detailansicht des geöffneten Deckels gemäß Fig. 5,
- Fig. 7
- ein Deckel für die Transporteinrichtung gemäß Fig. 1 bis 6,
- Fig. 8
- und 9 Vertikalschnitte durch den geöffneten bzw. geschlossenen Deckel gemäß Schnittlinie
I-I in Fig. 7.
[0026] Eine Mehrweg-Transporteinrichtung - vereinfacht auch nur als Transporteinrichtung
bezeichnet - ist in den Fig. insgesamt mit der Bezugsziffer 10 versehen.
[0027] Die Transporteinrichtung 10 umfasst eine als Boden dienende Plattform 11, welche
auf Rollen 12 steht. Die Plattform 11 ist mit einer umlaufenden, zum Deckel 13 gerichteten
Wandung 14 versehen, die bei bevorzugter Ausführungsform einstückig stoffschlüssig
mit der Plattform 11 ausgebildet ist. Über eine nur schematisch dargestellte Profilierung
15 ist an der Wandung 14 eine Hülse 16 angeordnet, auf welcher der Deckel 13 aufgelegt
ist. Die Hülse 16 ist vertikal zweigeteilt und umfasst ein erstes Hülsenteil 17 und
ein zweites Hülsenteil 18. Plattform, Deckel und Hülse sind aus Kunststoff gefertigt.
[0028] Die Transporteinrichtung 10 dient dem Verbringen von hängend zu lagernden Kleidungsstücken,
insbesondere der Belieferung von Warenhäusern und Boutiquen durch Logistikunternehmen.
Die zum hängenden Transport notwendige Behälterhöhe wird insbesondere durch die zwischen
Plattform 11 und Deckel 13 angeordnete Hülse 16 gewährleistet. In der in Fig. 1 dargestellten
Lieferkonfiguration ist die Transporteinrichtung 10 mit Hängetextilien bestückt und
wird dem Empfänger überstellt.
[0029] In Fig. 2 ist die Transporteinrichtung 10 in ihrer Rückführkonfiguration dargestellt.
Die Hülse 16 wurde hierfür von der Wandung 14 und dem Deckel 13 gelöst, zusammengelegt
und ist innerhalb der so beträchtlich in ihrer Höhe reduzierten Transporteinrichtung
10, nämlich im Zwischenraum zwischen Deckel 13 und Plattform 11 gelagert. Der in Fig.
2 dargestellte Rückführcontainer bietet im Zwischenraum zwischen Deckel 13 und Plattform
11 jedoch nicht nur ausreichend Raum für die zusammengelegte Hülse 14, sondern auch
Raum für die weitere, an den Versender rückzuführende Teile, wie beispielsweise Kleiderbügel.
[0030] Es ist offensichtlich, dass die Rückführung der Transporteinrichtung 10 in der in
der Fig. 2 dargestellten Konfiguration durch die wesentliche Volumenreduzierung der
Transporteinrichtung 10 erhebliche Vorteile hat. Der für die Rückführung benötigte
Raum wird wesentlich reduziert, was die Rückführung kostengünstiger macht. Zudem sind
zumindest in der Rückführkonfiguration der Transporteinrichtung 10 mehrere Rückführcontainer
übereinander stapelbar. Hierzu weist der Deckel nach oben hin offene Vertiefungen
19 auf, die in ihrer Anordnung der Anordnung der plattformseitigen Rollen 12 entsprechen.
So kann auf den in Fig. 2 dargestellten Rückführcontainer ein ebensolcher aufgesetzt
werden, indem dessen Rollen in die dafür vorgesehenen Vertiefungen 19 des Deckels
13 eines weiteren Rückführcontainers eingesetzt werden.
[0031] In Fig. 3 ist die Transporteinrichtung 10 ohne Deckel 13 und Hülse 16 dargestellt.
Sehr gut erkennbar ist der von der Wandung 14 umgebende Innenraum, in welchem bei
Rückführung der Transporteinrichtung 10 zum Versender die Hülse und weitere Kleinteile
lagerbar sind. Außerdem erkennbar sind Regelöffnungen 20 im Bereich der Profilierung
15 der Wandung 14. In diese greifen nicht dargestellte, deckelseitige Riegel ein,
um in der Rückführkonfiguration gemäß Fig. 2 den Deckel 13 sicher auf der Wandung
14 zu verankern. In der in Fig. 1 dargestellten Lieferkonfiguration verbinden ebenfalls
nicht dargestellte Riegelmittel durch Eingriff in die Riegelöffnungen 20 die Hülse
16 mit der Wandung 14.
[0032] In Fig. 4 ist die Wandung 14 mit dem zweiten Hülsenteil 18 der Hülse 16 versehen
worden. Das zweite Hülsenteil 18, wie auch das nicht dargestellte erste Hülsenteil
17, weist im Bereich der Profilierung 14 deckungsgleich mit den wandungsseitigen Öffnungen
20 angeordnete Riegelöffnungen 21 auf. Weitere Riegelöffnungen 21 befinden sich im
zum Deckel 13 gewandten Bereich der Hülse 16. Diese korrespondieren mit den vorerwähnten
deckelseitigen Riegeln, so dass der Deckel durch seine Riegel sicher auf der Hülse
16 verankert werden kann.
[0033] In Fig. 5 ist die Transporteinrichtung 10 gemäß Fig. 4, jedoch ergänzt um den Deckel
13, dargestellt. Der Deckel 13 befindet sich in seiner Offenstellung, so dass angedeutete
Riegelmittel 22 sichtbar sind. Diese greifen in hülsenseitige Riegelöffnungen 21 bzw.
in der Rückführkonfiguration gemäß Fig. 2 in wandungsseitige Riegelöffnungen 20 ein,
wenn sich der Deckel 13 in seiner Geschlossenstellung befindet. Der Deckel 13 weist
ein Haltemittel 23 in Form einer am Deckel 13 befestigten Kleiderstange 24 auf.
[0034] Fig. 7 zeigt den Deckel 13 in Geschlossenstellung in perspektivischer Aufsicht. Der
Deckel 13 ist vertikal zweiteilig ausgebildet und umfasst folglich ein erstes Deckelteil
25 und ein zweites Deckelteil 26. Beide sind über ein Schwenkmittel 27, bevorzugt
ein Filmscharnier, miteinander verbunden, wobei die Schwenkachse S des Schwenkmittels
27 in der den Deckel 13 zweiteilenden Vertikalebene liegt.
[0035] Das zweite Deckelteil 26 wird vorliegend auch als fest angeordnetes Deckelteil bezeichnet,
da dies sowohl in der Lieferkonfiguration der Fig. 1 wie auch der Rückführkonfiguration
der Fig. 2 ortsfest auf dem zweiten Hülsenteil 18 der Hülse 16 bzw. der Wandung 14
angeordnet ist. Das auch als klappbares Deckelteil bezeichnete erste Deckelteil 25
lässt sich hingegen in den Konfigurationen der Fig. 1 und 2 nach Lösen der in Fig.
7 nicht dargestellten Riegelmittel 22 von der in der Fig. 7 dargestellten geschlossenen
Position in eine Offenposition (siehe Fig. 5 und 6) schwenken.
[0036] Neben den Riegelmitteln 22 dient auch der an den Deckelteilen 25 und 26 umlaufend
angeordnete und zur Plattform 11 weisende Rand 28 der sicheren Deckelanordnung auf
der Hülse 16. Wie aus der Detailansicht des geöffneten Deckels in Fig. 6 deutlich
wird, bildet der Rand 28 den äußeren Wandungsteil einer unterseitig am Deckel angeordneten
Aufsetznut 29, in welcher der obere Hülsenrandbereich gelagert ist. In der Rückführkonfiguration
der Fig. 2 liegt die Profilierung der Wandung 14 in der Aufsetznut 29 ein.
[0037] In Fig. 9 ist eine Schnittansicht des Deckels 13 gemäß der Schnittlinie I-I in Fig.
7 dargestellt. Dabei handelt es sich um einen Vertikalschnitt des Deckels 13, wobei
die Schnittebene orthogonal zur Schwenkachse S ausgerichtet ist. Aus der Schnittdarstellung
der Fig. 9 ist ersichtlich, dass der tiefgezogene Kunststoffdeckel 13 zwei einen Hohlraum
30 bildende Materiallagen 31 und 32 aufweist.
[0038] Der Deckel 13 weist im Bereich der Schwenkachse S eine Nut 33 auf. Diese bildet ihre
Nutöffnung in Richtung Plattform 11 aus und durchzieht den Deckel durchgängig parallel
zur Schwenkachse S. Die Schwenkachse S ist dabei in der Nutwandung N angeordnet. Die
Schwenkachse S teilt die Nutwandung N in zwei Nutwandungsabschnitte 34 und 35.
[0039] Innerhalb des von der Nut 33 gebildeten Nutraumes ist die Kleiderstange 24 angeordnet.
Wie in Fig. 9 dargestellt, wird in die Kleiderstange 24 ein Eingriffsmittel 36 in
Form eines Kleiderbügels 37 zur hängenden Anordnung von Kleidungsstücken eingebracht.
In geschlossenem Zustand des Deckels gemäß Fig. 9 ist der Nutraum nur vertikal von
unten zugänglich.
[0040] In Fig. 8 ist der Deckel 13 ebenfalls im Vertikalschnitt dargestellt, befindet sich
jedoch in seiner Offenstellung. In dieser Stellung ist der Nutraum nicht nur vertikal,
sondern auch in Horizontalrichtung zugänglich. Der dargestellte Kleiderbügel 37 wird
in Horizontalrichtung eingehängt wie auch entnommen. Dies ist bei geöffnetem Deckel
13 gemäß Fig. 8 sehr leicht möglich. Bei geschlossenem Deckel gemäß Fig. 9 blockiert
die Nutwandung 34 jedoch eine Bewegung des Kleiderbügels 37 in horizontaler Richtung.
Zudem liegt die Nutwandung 34 derart dicht über dem Haken des Kleiderbügels bzw. an
diesem an, dass dieser auch nicht vertikal nach oben von der Kleiderstange wegbewegt
werden kann. Bei geschlossenem Deckel gemäß Fig. 9 verhindert folglich die Anordnung
von Kleiderstange 24, Kleiderbügel 37, Nutwandung N mit ihren Nutwandungsabschnitten
34 und 35, sowie die Schwenkachse S eine Entnahme des Kleiderbügels 37 von der Kleiderstange
24. Ein unbeabsichtigtes Lösen des Kleiderbügels während des Transportes der Transporteinrichtung
10 wird somit sicher vermieden. Bei geöffnetem Deckel ist hingegen das einfache Bestücken
der Transporteinrichtung 10 bzw. die einfache Entnahme der Kleidungsstücke möglich.
[0041] Das Bestücken der Transporteinrichtung 10 mit sowie die Entnahme von Kleidungsstücken
wird weiterhin durch die zweiteilige Ausführung der Hülse erleichtert. Wie die vergleichende
Betrachtung der Fig. 1 und 5 zeigt, lässt sich das erste Hülsenteil 17 bei geöffnetem
Deckel von der Wandung 14 lösen und entfernen. Da die vertikale Zweiteilung der Hülse
16 derart ausgebildet ist, dass das erste Hülsenteil 17 in seiner Abmessung zumindest
einer kompletten Seitenwand der Transporteinrichtung 10 entspricht, wird so die größtmögliche
Bedienöffnung geschaffen.
[0042] Die Wandung 14 ermöglicht es, bei vorgegebenen Plattformgrundfläche und der infolge
dessen festgelegten maximalen Hülsenhöhe den Nutzraum der Transporteinrichtung zu
vergrößern. Die Nutzhöhe der Transporteinrichtung 10 wird um den Betrag vergrößert,
der der Höhe der Wandung 14 entspricht.
[0043] Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung hat die Grundfläche der Plattform
11 ein Außenmaß von 1200 x 600 mm. Dies schränkt aufgrund des verringerten Innenmaßes
der Plattformbox die Höhe der Hülse auf etwa 1150 mm ein. Durch eine Wandungshöhe
von 200 mm lässt sich eine Gesamtinnenhöhe von 1350 mm schaffen. Die spezielle Anordnung
der Kleiderstange 24 im Deckel 13 gewährleistet, dass diese Höhe auch der nutzbaren
Gesamthöhe entspricht. Wäre die Kleiderstange unterhalb des Deckels angeordnet, würde
sich die nutzbare Innenhöhe um etwa 100 mm verringern, um ein bequemes Ein- und Aushängen
der Kleiderbügel zu gewährleisten.
[0044] Die Kleiderstange weist bevorzugt eine Antirutschbeschichtung auf. Anstelle der Kleiderstange
24 sind auch einzelne Ösen oder ähnliche Haltemittel denkbar. Die Zweiteilung des
Deckels 13 erfolgt bevorzugt im Verhältnis 2:3. Die Hülse kann mit Griffteilen zur
besseren Handhabbarkeit der Transporteinrichtung versehen sein.
[0045] Es ist vorgesehen, die Mehrwegtransporteinrichtung 10 mittels Ein- oder Mehrwegverschlussmitteln
gegen unbeabsichtigten Zugriff zu sichern. Dabei kann es sich um Plomben oder Vorhängeschlösser
oder eine Kombination aus beidem handeln. Solche Verschlussmittel sind in der Lieferkonfiguration
gemäß Fig. 1 zur Verbindung von Deckel und Hülse sowie Hülse und Wandung vorzusehen,
in der Rückführkonfiguration der Fig. 2 lediglich zwischen Deckel 13 und Wandung 14.
[0046] Zusammenfassend wurde eine neuartige Transporteinrichtung 10 geschaffen, deren einzelne
Merkmale jedes für sich deutliche Vorteile gegenüber dem Stand der Technik aufweisen.
In der Summe der Merkmale handelt es sich um eine aufgrund der Verwendung von Kunststoffteilen
- nämlich Kunststoffplattform 11, Kunststoffhülse 16 und Kunststoffdeckel 13 - ausgesprochen
leichte Transporteinrichtung, deren maximal nutzbarer Innenraum, insbesondere die
maximal nutzbare Innenhöhe, bei minimal genutztem Außenraum, insbesondere minimaler
Außenhöhe, realisiert wird.
[0047] Durch die abnehmbare und zusammenlegbare Hülse, die zu dem zwischen Deckel 13 und
Plattform 11 lagerbar ist, wird ein Rückführcontainer geschaffen, dessen Volumen gegenüber
seiner Lieferkonfiguration deutlich reduziert ist. Hierdurch lassen sich insbesondere
bei der Rückführung der Mehrwegtransporteinrichtung 10 enorme Kostenersparungen realisieren.
Bezugszeichenliste:
[0048]
- 10
- Mehrweg-Transporteinrichtung
- 11
- Plattform
- 12
- Rollen
- 13
- Deckel
- 14
- Wandung
- 15
- Profilierung v. 14
- 16
- Hülse
- 17
- erstes Hülsenteil
- 18
- zweites Hülsenteil
- 19
- Vertiefung v. 13
- 20
- Riegelöffnungen v. 14
- 21
- Riegelöffnungen v. 16
- 22
- Riegelmittel v. 13
- 23
- Haltemittel
- 24
- Kleiderstange
- 25
- erstes Deckelteil
- 26
- zweites Deckelteil
- 27
- Schwenkmittel
- 28
- Rand v. 13
- 29
- Aufsetznut
- 30
- Hohlraum v. 13
- 31
- Materiallage v. 13
- 32
- Materiallage v. 13
- 33
- Nut v. 13
- 34
- erster Nutwandungsabschnitt
- 35
- zweiter Nutwandungsabschnitt
- 36
- Eingriffsmittel
- 37
- Kleiderbügel
- S
- Schwenkachse
- N
- Nutwandung
1. Mehrweg-Transporteinrichtung (10) für Textilien, insbesondere für hängend transportierte
Kleidungsstücke, mit einer Plattform (11) mit unterseitig angeordneten Rollen (12),
sowie an gegenüberliegenden Seiten der Plattform (11) angeordneten Vertikalträgern,
die einen Horizontalträger zum Einhängen von Textilien tragen, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalträger Teil einer auf der Plattform (11) angeordneten Hülse (16) sind,
die einen Deckel (13) trägt.
2. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Plattform (11), Deckel (13) und Hülse (16) aus Kunststoff gefertigt sind.
3. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (16) zusammenlegbar und zwischen Plattform (11) und Deckel (13) lagerbar
ist.
4. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Plattform (11) und Deckel (13) Riegeleinrichtungen tragen, die eine sichere Verbindung
zwischen Plattform (11) und Hülse (16), Deckel (13) und Hülse (16) sowie zwischen
Plattform (11) und Deckel (13) gewährleisten.
5. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Plattform (11) eine zum Deckel (13) gerichtete Wandung (14) aufweist, die mit
einer Profilierung (15) zur Halterung der an der Wandung (14) anordenbaren Hülse (16)
versehen ist.
6. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zwischen Plattform (11) und Deckel (13) angeordnete, zusammengelegte Hülse (16)
im Wesentlichen die maximal zur Einlage zur Verfügung stehende Grundfläche einnimmt.
7. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (16) vertikal derart zweiteilig ausgebildet ist, dass eine Behälterseitenwand
mittels Demontage eines Hülsenteils (17, 18) frei zugänglich ist.
8. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (13) vertikal zweigeteilt ist, beide Teile über eine Schwenkeinrichtung
(27) mit einer horizontalen Schwenkachse (S) miteinander verbunden sind, so dass der
Deckel (13) in eine Offenstellung schwenkbar ist.
9. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (13) eine entlang der Schwenkachse (S) verlaufende Nut (33) aufweist,
dass die Schwenkachse (S) in der Nutwandung (N) angeordnet ist, dass ein Haltemittel
(23) für Textilien an der Nutwandung (N) angeordnet ist, dass ein Eingriffsmittel
(36) für das Haltemittel (23) vorgesehen ist, dass Haltemittel (23), Nutwandung (N)
und Schwenkachse (S) derart einander zugeordnet sind, dass eine Anordnung von Haltemittel
(23) und Eingriffsmittel (36) bei geschlossenem Deckel (13) unlösbar, bei geöffnetem
Deckel (13) jedoch lösbar ist.
10. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Nutwandung (N) das Eingriffsmittel (36) am Haltemittel (23) hält.
11. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalteilung der Hülse (16) in der Vertikalebene der Schwenkachse (S) liegt,
so dass ein Hülsenteil (17, 18) bei geöffnetem Deckel (13) entfernbar, bei geschlossenem
Deckel (13) von diesem jedoch gesichert ist.
12. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Plattform (11) und aufgesetzte Hülse (16) und/oder Hülse (16) und aufgesetzter Deckel
(13) mit einem Ein- und/oder Mehrwegverschlussmittel miteinander verbunden sind.
13. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Einwegverschlussmittel eine Plombe und das Mehrwegverschlussmittel ein Vorhängeschloss
ist.
14. Mehrweg-Transporteinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel (13) mit der Lage der Plattformrollen (12) korrespondierende Vertiefungen
(19) aufweist, so dass mehrere Transporteinrichtungen (10) - Plattform (11) auf Deckel
(13) - stapelbar sind.
15. Mehrweg-Transporteinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertikalträger von Hülsenwänden gebildet sind und der Horizontalträger Teil des
Deckels (13) ist.