Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät, insbesondere einen Trockner zum Trocknen
von Textilien.
Hintergrund
[0002] Wäschetrockner trocknen die in einen Trockenraum, beispielsweise eine Trommel, eingebrachten
feuchten oder nassen Textilien durch Zufuhr warmer Luft in den Trockenraum. Die warme
Luft nimmt die Feuchtigkeit aus den Textilien auf. Die so mit Feuchtigkeit gesättigte
Abluft wird je nach Aufbau des Wäschetrockners einem Wärmetauscher zugeführt oder
an die Umgebung abgegeben. Im Wärmetauscher wird die warme, feuchte Luft abgekühlt
und gibt die Feuchte in Form von Wasser in ein Sammelbecken ab. Nachfolgend wird die
nun trockene, kühle Luft erwärmt und gewährleistet so eine bessere Feuchteaufnahme
im Trockenraum. Diese trockene, warme Luft wird wiederum dem Trockenraum zugeführt.
[0003] In dem geschlossenen Luftkreislauf eines solchen sogenannten Kondensationstrockners
ist zwischen Trockenraum und Wärmetauscher typischerweise ein auch als Flusensieb
bekanntes Luft-Filterelement angeordnet zum Abscheiden von Partikeln aus dem Luftstrom
im Allgemeinen und von Textilflusen im Besonderen. Beim Trockenvorgang selbst nimmt
die trockene, warme Luft nicht nur wie erwünscht die Feuchtigkeit der zu trocknenden
Textilien auf sondern auch Textilpartikel wie Flusen oder andere Abscheidungen des
Trockengutes bedingt durch die mechanischen Beanspruchung der Textilien durch den
Luftstrom, die Trommelrotation, etc.. Ohne ein vorgenanntes Filterelement können Strukturen
des nachfolgenden Wärmetauschers durch ebensolche Partikel verschmutzt werden. Bei
Ablufttrocknern kann ein Filterelement auch mit der Absicht zum Einsatz kommen, die
Belastung der Umwelt mit Partikeln zu verringern.
[0004] Damit die Funktion solcher Filterelemente nicht beeinträchtigt wird, sind diese regelmässig
zu reinigen. Ferner sollte ein solches Filterelement bei Abnutzung oder Defekt auch
ausgetauscht werden können. Insofern sind herkömmliche Filterelemente typischerweise
gut zugänglich im Wäschetrockner angeordnet und manuell reinigbar oder auswechselbar.
[0005] Im Zuge eines erleichterten Unterhalts und einer komfortableren Bedienbarkeit eines
solchen Wäschetrockners sind halb- oder vollautomatisierte Reinigungsmechanismen für
Filterelemente bekannt geworden. Die Vorrichtung, die dabei üblicherweise zum Reinigen
des Filterelements verwendet wird, ist ein sogenannter Abstreifer zum Abstreifen der
am Filterelement mehr oder weniger fest haftenden Partikel, insbesondere von Textilflusen.
[0006] Dabei ist beispielsweise ein bandförmiges Filterelement mit seinen nicht notwendigerweise
Filtermaterial enthaltenden Enden über Umlenkrollen auf zwei Walzen aufgespannt, von
denen zumindest eine elektromotorisch betrieben wird. Zwischen der Filterfläche und
der zweiten Walze ist eine Reinigungsvorrichtung angeordnet. Zum Reinigen des Filterelements
wird das Filtermaterial von der ersten Walze auf die zweite Walze umgewickelt, bis
der mit Flusen bedeckte Teil der Filtereinrichtung vollständig an der Reinigungsvorrichtung
vorbeigeführt und dabei gereinigt wurde. Eine solche Filtervorrichtung ist aus dem
Deutschen Gebrauchsmuster G 94 13 742.0 U1 bekannt und wird als in einem Tunnelfinisher
zum Glätten von Kleidungsstücken angewendet beschrieben.
[0007] Die beschriebene Filtervorrichtung beansprucht einen grossen Bauraum im Trocknungsgerät.
Insbesondere bei in ihren Ausmassen kompakten Haushaltstrocknern ist der Bauraum jedoch
begrenzt.
Darstellung der Erfindung
[0008] Hieraus ergibt sich das Bedürfnis nach einem Haushaltsgerät mit einer kompakten Filtervorrichtung,
die eine automatisierte Reinigung des Filterelements erlaubt. Dieser Zielsetzung wird
durch ein Haushaltsgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 entsprochen.
[0009] Anspruchsgemäss weist die Filtervorrichtung ein rohrförmiges Filterelement auf.
[0010] Ein Filterelement, das der Form eines Rohrkörpers folgt, kann in seinen Dimensionen
an sich bereits erheblich kompakter gestaltet werden als beispielsweise ein bandförmiges
ausgedehntes Filterelement bei gleicher wirksamer Filterfläche. Weitere bevorzugte
Ausführungsformen zeigen, dass auch ein Antrieb zum automatisierten Herbeiführen einer
insbesondere rotatorischen Relativbewegung zwischen Filterelement und Reinigungsvorrichtung
zum Reinigen des Filterelements in seiner Bauform geringen Platz beansprucht. Aufgrund
dieser geringen baulichen Ausmasse eignet sich eine solche Filtervorrichtung insbesondere
für den Einbau in Haushaltsgeräte. Die geringen baulichen Ausmasse gehen jedoch nicht
zu Lasten der wirksamen Filterfläche als bestenfalls das gesamte rohrförmige Filterelement
Filtermaterial aufweisen kann.
[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen betreffen insofern den Antrieb der beteiligten Elemente.
So kann je nach konstruktiven Vorgaben und zu Verfügung stehendem Bauraum zwischen
mindestens zwei Antriebsarten gewählt werden. Es kann die Reinigungsvorrichtung um
ihre Längsachse bewegt werden wodurch eine Reinigung des Filterelements erzielt wird.
Alternativ kann auch das Filterelement rotatorisch bewegt werden. In beiden Fällen
kann das jeweils andere Element ortsfest angeordnet sein, kann alternativ aber ebenfalls
drehbar gelagert sein. Insofern werden durch diese Weiterbildungen Ausführungsvarianten
beschrieben, die in Haushaltsgeräte unterschiedlichster Konstruktion eingesetzt werden
können und auch einen automatisierten Antrieb erlauben, ohne aber dass ein ungebührend
grosser Bauraum vorgehalten werden muss.
[0012] In anderen vorteilhaften Ausgestaltungen werden zweistufige Filtervorrichtungen beschrieben,
die ein weiteres Filterelement zum Reinigen der Abluft des ersten Filterelements vorsehen.
[0013] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der
abhängigen Ansprüche gekennzeichnet, einzeln für sich, oder in Kombination mit Merkmalen
anderer abhängiger Ansprüche.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0014] Weitere Ausgestaltungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus
der nun folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch einen Wäschetrockner nach dem Stand der Technik,
Figur 2 eine perspektivische Darstellung einer Filtervorrichtung nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
Figur 3 einen Längsschnitt durch eine Filtervorrichtung nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
Figur 4 einen Schnitt durch eine Antriebsvorrichtung für eine Filtervorrichtung nach
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Figur 5 a), b) und c) Ausführungsbeispiele von erfindungsgemässen Abstreifern,
Figur 6 einen Längsschnitt durch eine Filtervorrichtung nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
Figur 7 eine perspektivische Ansicht eines Haushaltsgeräts nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
Figur 8 a) und b) ein Filtermodul nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung im
Schnitt und in perspektivischer Ansicht.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0015] Gleiche oder gleichwirkende Elemente sind in den Figuren figurenübergreifend durch
die gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
Definitionen:
[0016] Der Begriff "rohrförmig" umfasst einen Hohlkörper mit einer Längsausdehnung und einem
Querschnitt. Der Querschnitt kann eine beliebige Form aufweisen, beispielsweise Kreisform,
Ellipsenform oder Polygonform. Der Querschnitt muss über die Längsausdehnung nicht
gleichbleibend sondern kann gegebenenfalls auch veränderbar ausgebildet sein. Längsausdehnung
und Querschnittsgrössen wie Durchmesser oder Kantenlänge können a priori in beliebigem
Verhältnis zueinander stehen. Insbesondere umfasst der Begriff "rohrförmig" hohle,
durch Rotation einer Kurve um eine Längsache erzeugte Körper wie z.B. einen Zylindermantel,
einen Kegelstumpfmantel, oder ähnliches. Ein rohrförmiger Körper im Sinne der Definition
enthält nicht notwendigerweise Stirnabschlusselemente für den rohrförmigen Körper.
[0017] Der Begriff "Filterelement" bezeichnet dasjenige Element, das das Filtermaterial
zum Filtern der zugeführten Luft enthält. Bestenfalls ist das gesamte "Filterelement"
aus Filtermaterial hergestellt. Es können aber auch Haltestrukturen für das Filtermaterial
vorgesehen sein. So kann ein beispielsweise zylindermantelförmiges Filterelement komplett
aus Filtermaterial bestehen. Eingeschlossen ist aber auch eine Ausbildung, bei der
beispielsweise eine Mantelhälfte aus einer Kunststoffhaltevorrichtung, und die andere
Mantelhälfte aus dem eigentlichen Filtermaterial hergestellt ist. Die sprachliche
Kombination aus "rohrförmig" und "Filterelement" enthält damit alle möglichen Ausführungsformen,
bei denen zumindest ein Teil des rohrförmigen Körpers aus Filtermaterial gebildet
ist
[0018] Der Begriff "Filterfläche" oder "wirksame Filterfläche" ist diejenige Fläche des
Filterelements, die mit Filtermaterial bestückt ist.
[0019] Figur 1 zeigt einen konventionellen Wäschetrockner nach dem Kondensationsprinzip
im Schnitt, wobei die Pfeile die Luftströmung des geschlossenen Luftkreislaufs im
Betrieb des Wäschetrockners andeuten.
[0020] Ein Trockenraum 1 in Form einer Trommel ist typischerweise mit Trockengut bestückt
und wird mit warmer, trockener Luft durch rückwärtige Zuführungen versorgt. Die Luft
nimmt die Feuchte aus dem Trockengut im Trockenraum 1 auf. Die feuchte, warme Luft
wird über die Tür 2 des Wäschetrockners abgeführt und in einer als Flusensieb ausgebildeten
Filtervorrichtung 3 von Partikeln, insbesondere Flusen, befreit. Die so gereinigte
Luft wird einem Wärmetauscher 4 zugeführt, in dem sie in einer Kühleinrichtung 41
zur Feuchteabgabe zunächst abgekühlt, und dann mittels einer Heizeinrichtung 42 wieder
erwärmt wird. Der Kreislauf wird geschlossen, indem die so erwärmte, trockene Luft
über ein Gebläse 5 wieder dem Trockenraum 1 zugeführt wird.
[0021] Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Filtervorrichtung 3. Ein Filterelement
31 der Filtervorrichtung 3 ist zylindermantelförmig ausgebildet und kann an seiner
einen Stirnseite über Befestigungsmittel, im vorliegenden Aufbau beispielsweise mit
einer Rohrschelle 61, mit einem nicht eingezeichneten Rohr für die Luftzufuhr verbunden
werden. An seiner anderen Stirnseite kann das Filterelement 31 mit einem nicht eingezeichneten
Boden verschlossen werden. Als Filtermaterial kann beispielsweise ein Draht- oder
Kunststoffgitter dienen, dessen Maschengrösse an die Grösse der abzuscheidenden Partikel
angepasst ist. Andere Luftfiltermaterialien, beispielsweise Luftfilter auf porösem
Filtermaterial können gleichfalls eingesetzt werden.
[0022] Innerhalb des Filterelements 31 ist ein Abstreifer 32 als Reinigungsvorrichtung angeordnet.
Der Abstreifer 32 dient zum Abstreifen von Partikeln von dem Filterelement 31, insbesondere
von Flusen. Dabei ist der Abstreifer 32 üblicherweise in Kontakt mit dem Filterelement
31 und wird über die wirksame Filterfläche bewegt. Auch ein Abstreifen von Filterelementflächen,
die nicht wirksame Filterflächen darstellen, ist sinnvoll, als dort anhaftende Partikel
ebenfalls in einem später zu beschreibenden Flusendepot aufgesammelt werden können.
[0023] Der Abstreifer 32 weist eine Achse 321 auf, an der mehrere Abstreifhalter 323 angeordnet
sind. An den Abstreifhaltern 323 wiederum sind Abstreiflippen 322 angeordnet, die
während eines Reinigungsvorgangs das Filterelement 31 von innen abstreifen. Abstreiflippen
322 können beispielsweise aus Gummi hergestellt oder als Borstenelemente ausgebildet
sein.
[0024] In der vorliegenden Ausführung ist der Abstreifer 32 drehbar um seine Achse 321 gelagert,
welche beispielsweise in einem Boden und am Lufteinlass drehbar gelagert ist.
[0025] Im Allgemeinen kann die Reinigungsvorrichtung alternativ oder zusätzlich zu einem
Abstreifer Luftreinigungsmittel, Wasserreinigungsmittel, oder andere Reinigungsmittel
aufweisen. Beispielsweise kann der Abstreiferhalter 323 einen mit Düsen versehenen
Schlauch halten, dessen Düsen auf die Innenfläche des Filterelements 31 gerichtet
sind und welcher Schlauch zum Reinigen mit Druckluft beaufschlagt wird. Mittels einer
Drehbewegung einer solchen Reinigungsvorrichtung relativ zum Filterelement 31 kann
das Filterelement 31 gleichermassen von Partikeln befreit werden. Vorzugsweise ist
ein solcher Schlauch dann zumindest gering beabstandet zur Innenseite des Filterelements
31 angeordnet. In einem ähnlichen Wirkungsmechanismus kann dem Schlauch anstelle von
Druckluft auch eine Reinigungsflüssigkeit, beispielsweise Wasser, unter Druck zugeführt
werden.
[0026] Der vorgenannte Boden kann auch in lös- und wieder verschliessbarer Weise an dem
Filterelement 31 angebracht sein, beispielsweise geschraubt, verspannt, oder eingerastet.
Eine Lösbarkeit des Bodens ist von Vorteil für das Ausbringen von abgeschiedenen Partikeln
aus dem Inneren des Filterelements 31, oder aber auch zum Austauschen oder Instandsetzen
der innen im Filterelement 31 angeordneten Reinigungsvorrichtung.
[0027] Der Boden ist vorzugsweise aus luftundurchlässigem Material hergestellt. Dies hat
zur Folge, dass die über das Rohr zugeführte Luft radial aus dem Filterelement 31
durch die Filterfläche austritt und dabei gefiltert wird. Ein solcher Filteraufbau
bewirkt folglich neben der Filterfunktion eine Umlenkung des Luftstroms.
[0028] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Filtervorrichtung mit einem rohrförmigen
Filterelement 31 und mit einem Abstreifer 32 als Reinigungsvorrichtung im Längsschnitt.
Das Filterelement 31 ist vollumfänglich aus Filtermaterial hergestellt und nimmt die
Form eines Zylindermantels ein. Im Zylindermantel innen liegend ist ein Abstreifer
32 angeordnet, wiederum mit einer Achse 321, die der Längsachse der gesamten Filtervorrichtung
3 entspricht, einem Abstreifhalter 323 und mit einer Abstreiflippe 322, die mit dem
Abstreifhalter 323 verbunden ist. Der spiralförmige Abstreifhalter 323 ist über Stege
327 mit der Achse 321 verbunden. Der Abstreifer 32 weist Raumspiralenform auf. Unter
Raumspirale wird eine dreidimensionale Spiralenform verstanden, die beispielsweise
dem Mantel eines Kegelstumpfs folgt, oder wie in vorliegenden Figur insbesondere Helixform
aufweist. Nahe seinem bodenseitigen Ende kann der Abstreifer 32 einen nicht eingezeichneten
Sammler in Form beispielsweise eines Halbkreises aufweisen, der die abgeschiedenen
Partikel möglichst vor einem Zurückfallen in den vorderen Innenraum des Filterelements
31 bewahrt und sie stattdessen in einem kammerartigen Bereich am bodenseitigen Ende
des Filterelements 31, dem sogenannten Flusendepot 33, sammelt. Ein solcher raumspiralförmiger
Abstreifer 32 kann je nach konstruktiver Ausbildung auch Transportfunktion für die
abgeschiedenen Partikel übernehmen und das Sammeln dieser Partikel an einem dafür
vorgesehenen Ort konzentrieren.
[0029] In Figur 3 ist ein Gehäuse 7 der Filtervorrichtung 3 ersichtlich. Das Gehäuse 7 ist
stirnseitig mit einem abnehmbaren Boden 35 verbunden. Zum Leeren des Flusendepots
33 wird der Boden 35 entfernt. Die Achse 321 des Abstreifers ist in vorliegendem Beispiel
in einer Führung 351 eines unten beschriebenen weiteren Filterelements 37 gelagert.
Die Stirnseiten der Filterelemente 31 und 37 können Öffnungen aufweisen, sodass die
Partikel aus dem Flusendepot 33 bei abgenommenem Boden 35 herausgeschüttelt werden
können.
[0030] Die Ausgestaltung nach Figur 3 weist neben dem Filterelement 31 ein weiteres Filterelement
37 auf. Dieses weitere Filterelement 37 ist ebenfalls rohrförmig ausgebildet, insbesondere
zylindermantelförmig, und umschliesst dabei das Filterelement 31. Somit ist die Filtervorrichtung
3 zweistufig ausgebildet, das heisst, die zugeführte Luft wird zweifach gefiltert.
Damit kann der Reinigungsgrad erhöht werden. Das weitere Filterelement 37 kann gleiche
Filterwirkung aufweisen wie das Filterelement 31, kann vorzugsweise aber eine höhere
Filterwirkung aufweisen und beispielsweise feinmaschiger sein als das Filterelement
31, sodass das Filterelement 31 die Luft zunächst von grossen Partikeln befreit, während
das weitere Filterelement 37 von der so gefilterten Luft kleinere Partikel abscheidet.
Auch das weitere Filterelement 37 ist vollumfänglich aus Filtermaterial hergestellt,
sodass die gefilterte Luft radial aus dem weiteren Filterelement 37 austritt.
[0031] Zum Reinigen des weiteren Filterelements 37 ist ein weiterer Abstreifer 38 vorgesehen,
der ebenfalls raumspiralförmig ausgebildet ist und zwischen dem Filterelement 31 und
dem weiteren Filterelement 37 angeordnet ist. Insbesondere ist der weitere Abstreifer
38 fest mit dem Filterelement 31 verbunden. Auf diese Weise kann der Antrieb wesentlich
vereinfacht werden: Wird in obiger Anordnung nur das Filterelement 31 einer Drehbewegung
unterzogen und sind Abstreifer 32 und weiteres Filterelement 37 ortsfest, so kann
mit nur einem Antriebselement eine zweistufige Filtervorrichtung gereinigt werden.
Alternativ sind Antriebsformen vorstellbar, bei denen die beiden Filterelemente 31
und 37 ortsfest sind, wohingegen beide Abstreifer 32 und 38 drehbar gelagert sind.
Wiederum alternativ können die Filterelemente 31 und 37 drehbar gelagert sein, wohingegen
die Abstreifer 32 und 38 ortsfest ausgebildet sind. Auch eine drehbare Lagerung aller
Abstreifer 32, 38 und aller Filterelemente 31, 37 ist möglich. Je nach Antriebsart
und Drehrichtung können abgestreifte Partikel in die eine oder die andere Richtung
entlang der Achse 311 abtransportiert werden. Vorzugsweise transportieren beide Abstreifer
32 und 38 Partikel in Richtung bodenseitigem Flusendepot 33 ab, da ein Transport in
Richtung der Lufteinlassseite gegen die Luftströmung zu erfolgen hätte und die Gefahr
der Verschmutzung antriebsrelevanter, eingangsseitig angeordneter Bestandteile bestünde.
[0032] In vorliegendem Ausführungsbeispiel sind die beiden Filterelemente 31 und 38 zumindest
teilweise von dem Gehäuse 7 umgeben. Am Gehäuse 7 ist ein Antrieb 34 befestigt, insbesondere
ein Elektromotor. Die Antriebskraft des Elektromotors wird über nicht näher eingezeichnete
Getriebeelemente 39, wie Zahnräder, Zahnstangen oder ähnliches, auf das anzutreibende
Element übertragen.
[0033] Durch die Kombination aus helixförmigem Abstreifer 32 und zylindrischem Filterelement
31 wird eine Filtervorrichtung geschaffen, die kleinvolumige Antriebsmechanismen begünstigt,
wie zum Beispiel den Antrieb über ein Schneckengetriebe, da die zueinander zu bewegenden
Elemente im Betrieb typischerweise einer Drehbewegung unterliegen.
[0034] In Figur 3 kennzeichnen Pfeile den Luftstrom durch die Filtervorrichtung. Die zu
filternde Luft strömt durch den stirnseitigen Lufteinlass in die Filtervorrichtung.
Aufgrund des luftundurchlässigen oder nur schwach luftdurchlässigen Bodens 35 an der
gegenüberliegenden Stirnseite passiert der Luftstrom die beiden Filterelemente 31
und 37 radial, siehe Austrittspfeilrichtung. Der weitere Verlauf des Luftstroms wird
durch die Geometrie des Gehäuses 7 bestimmt, das vorzugsweise in Richtung der nachfolgenden
Kühleinrichtung offen ist, sodass die gefilterte Luft der Kühleinrichtung zugeführt
wird. Die Kühleinrichtung kann in geringem Abstand zum Luftaustritt aus dem ggf. weiteren
Filterelement angeordnet sein, beispielsweise in einem Abstand zwischen 2 und 5 cm.
[0035] Ein typischer Wert für den Durchmesser des Lufteinlasses, der bei der Filtervorrichtung
nach Figur 3 in etwa dem Durchmesser des Filterelements 31 entspricht, ist ca. 10
cm. Ein typischer Wert für den Durchmesser des Filterelements ist 9 cm, für den Durchmesser
des weiteren Filterelements 11 cm. Vorzugsweise weist ein zylindrisches Filterelement
32 einen Durchmesser zwischen 5 und 15 cm auf. Die Längsausdehnung des rohrförmigen
Filterelements 31 wird mitunter bestimmt durch das erwünschte Volumen für den Aufnahmeraum
für Partikel, auch Flusendepot 33 genannt. Dieses Volumen ist bei zylindrischer Form
des Filterelements 31 bestimmt durch den Durchmesser des Filterelements 31 und der
überschüssigen Länge des Filterelements 31, die nicht von dem Abstreifer 32 durchsetzt
ist. Im vorliegenden Beispiel hat das Flusendepot mit 9 cm Durchmesser und 8 cm Länge
ein Aufnahmevermögen von ca. 5 dl. Die Gesamtlänge des Filterelements ist vorzugsweise
grösser als 10 cm, und insbesondere grösser als 15 cm.
[0036] Ein vergrösserter Ausschnitt einer beispielhaften Antriebseinrichtung ist in Figur
4 gezeigt: Bei dieser Ausführungsform sind Filterelement 31 und Abstreifer 32 separat
voneinander drehbar gelagert und elektromotorisch antreibbar. Die Achse 321 des Abstreifers
32 endet dabei in einer Kreuzstrebe 324. Die Kreuzstrebe 324 hält einen Zahnkranz
325, der mit einer nicht eingezeichneten Schnecke ein Schneckengetriebe bildet. Das
Filterelement 31 enthält stirnseitig ebenfalls eine Kreuzstrebe 311. Diese Kreuzstrebe
311 hält ebenfalls ein Getriebeelement 39 in Form eines Zahnkranzes, der mit einer
nicht eingezeichneten Schnecke ein Schneckengetriebe bildet. An ihren Stirnseiten
sind Abstreifer 32 und Filterelement 31 durch Dichtungen 328 gegeneinander abgedichtet.
Im Gehäusedeckel 75 können wiederum Antriebszahnräder eingelassen sein, die im zusammengebauten
Zustand mit den Zahnkränzen von Abstreifer 32 und Filterelement 31 zusammenwirken
und diese antreiben. Diese Antriebszahnräder können auf Wellen angeordnet sein, die
durch den Gehäusedeckel 75 geführt sind und beispielsweise elektromotorisch angetrieben
werden.
[0037] Figur 5 veranschaulicht verschiedene Ausführungsvarianten eines Abstreifers. Formgebung
und Herstellungsverfahren dieser Abstreifer können auch auf Reinigungsvorrichtungen
übertragen werden, die nach anderen Reinigungsmechanismen arbeiten.
[0038] Figur 5a) zeigt einen helixförmigen Abstreifer mit Abstreifhalter 323 und Abstreiflippe
322, wobei der Abstreifhalter 323 als Drahtbiegeteil geformt ist. Das Drahtbiegeteil
ist mit einem Zahnkranz 325 verbunden, das durch eine Kreuzstrebe 324 stabilisiert
wird, in deren Mittelpunkt das Drahtbiegeteil befestigt ist.
[0039] Figur 5b) zeigt eine alternative Ausführungsform eines helixförmigen Abstreifers,
gefertigt aus einer Kunststoffachse 321 und halbkreis- oder ellipsenförmigen Kunststoff-Abstreifhaltern
323, die axial geneigt an der Achse 321 angeordnet sind und an ihrem gebogenen Aussenrand
die Abstreiflippe 322 halten. Damit ist die Abstreiflippe 322 über den gesamten Abstreifer
zwar nicht einteilig. Eine einfache maschinelle Fertigung mag jedoch für diese Variante
sprechen.
[0040] In Figur 5c) sind Abstreifhalter 323 und Abstreiflippe 322 denjenigen aus Figur 5a)
nachempfunden, jedoch nicht als Drahtbiegeteil sondern als Kunststoffspritzgussteil
hergestellt. Stege 327 verbinden den Abstreifhalter 323 mit der Achse 321. Mit Ausnahme
der Abstreiflippe 322 sind sämtliche Bestandteile des Abstreifers nach Figur 5c) als
Kunststoffspritzteile hergestellt, die zu einem Abstreifer zusammengesteckt werden
können.
[0041] Als Besonderheit weist der Abstreifer nach Figur 5c) einen Sammler 326 auf, der das
Sammeln und Abstreifen der abgeschiedenen Partikel unterstützt.
[0042] Figur 6 zeigt eine Filtervorrichtung im Schnitt mit einer alternativen Ausführungsform
eines Abstreifers 32, der mit einem zylindermantelförmigen Filterelement 31 zusammenwirkt.
Der Abstreifer 32 enthält einen scheibenförmigen Abstreifhalter 323 mit einer Abstreiflippe
322 an seinem Aussenumfang. Dieser Abstreifer wird nun zum Reinigen nicht rotatorisch
gegen das Filterelement 31 bewegt sondern translatorisch im Inneren des Filterelements
31 durch einen Antrieb 34. Anstelle des Abstreifmechanismus können auch andere Reinigungsmechanismen
zur Anwendung kommen. Als Flusendepot dient wiederum der bodenseitige Raum des Filterelements
31.
[0043] Figur 7 zeigt ein beispielhaftes Haushaltsgerät in Form eines Wäschetrockners mit
einem Trockenraum 1, einer Türe 2, einer Filtervorrichtung 3 und einem Gehäuse 8.
Die Filtervorrichtung 3 wird über ein Rohr 6 mit der Abluft gespeist, die aus dem
Trockenraum 1 über die Türe 2 aufgenommen wird. Die Filtervorrichtung 3 ist ihrerseits
in einem Gehäuse 7 angeordnet. Das Gehäuse 7 weist eine Tür 71, Führungen 72, und
Positionskeile 74 auf. Über die Tür 71 ist die Filtereinrichtung 3 zugänglich. Die
Führungen 72 helfen beim Ein- und Ausführen der Filtervorrichtung 3 in das Gehäuse
7. Die Positionskeile 74 erleichtern das Schliessen und Öffnen der Tür 71. Das Gehäuse
7 kann auch so mit dem Haushaltsgerät verbunden sein, dass Gehäuse 7 inklusive Filtervorrichtung
3 als komplettes Filtermodul aus dem Haushaltsgerät entnommen werden können, beispielsweise
zu Zwecken der Wartung, zum Austausch, oder zur Entleerung des Flusendepots 33.
[0044] Die Filtervorrichtung 3 ist vorzugsweise in einem Gerätefuss 9 des Haushaltsgerätes
angeordnet. Das Haushaltsgerät wird mit dem Gerätefuss 9 auf den Untergrund aufgestellt.
Vorzugsweise ist die Filtervorrichtung 3 dabei im Gerätefuss 9 in Türnähe angeordnet,
um die Länge des Rohrs 6 gering zu halten. Sie ist vorzugsweise durch eine Bedienluke
unterhalb der Türöffnung zugänglich.
[0045] Figur 8a) zeigt eine Filtervorrichtung 3 angeordnet in einem Gehäuse 7 im Schnitt,
Figur 8b) dieselbe Anordnung aus perspektivischer Ansicht. Die Luftzufuhr erfolgt
von der in der Figur rückseitig dargestellten Öffnung der Filtervorrichtung 3, d.h.
aus der Zeichnungsblattebene heraus. Der Luftstrom tritt radial aus der Filtervorrichtung
3 aus. Durch die Geometrie des Gehäuses 7 wird die Luft der Kühleinrichtung 42 zugeführt.
Eine Gehäusewand des Filtergehäuses 7 ist durch ein Flusensieb 73 ersetzt, das als
weiteres Filterelement dient. Eine Tür 71 des Gehäuses 7 erlaubt den Zugang zur Filtervorrichtung.
[0046] Während in der vorliegenden Anmeldung bevorzugte Ausführungen der Erfindung beschrieben
sind, ist klar darauf hinzuweisen, dass die Erfindung nicht auf diese beschränkt ist
und in auch anderer Weise innerhalb des Umfangs der folgenden Ansprüche ausgeführt
werden kann.
| 1 |
Trockenraum |
| 2 |
Türe |
| 3 |
Filtervorrichtung |
| |
31 |
Filterelement |
| |
311 |
Kreuzstrebe |
| |
32 |
Abstreifer |
| |
|
321 |
Achse |
| |
|
322 |
Abstreiflippe |
| |
|
323 |
Abstreifhalter |
| |
|
324 |
Kreuzstrebe |
| |
|
325 |
Zahnkranz |
| |
|
326 |
Sammler |
| |
|
327 |
Steg |
| |
|
328 |
Dichtung |
| |
33 |
Flusendepot |
| |
34 |
Antrieb |
| |
35 |
Boden |
| |
|
351 |
Führung |
| |
36 |
Befestigungseinrichtung |
| |
37 |
Weiteres Filterelement |
| |
38 |
Weiterer Abstreifer |
| |
39 |
Getriebeelemente |
| 4 |
Wärmetauscher |
| |
41 |
Kühleinrichtung |
| |
42 |
Heizeinrichtung |
| 5 |
Gebläse |
| 6 |
Rohr |
| |
61 |
Rohrschelle |
| 7 |
Gehäuse |
| |
71 |
Tür |
| |
72 |
Führung |
| |
73 |
Filtersieb |
| |
74 |
Positionskeil |
| |
75 |
Deckel |
|
| 8 |
Trocknergehäuse |
| 9 |
Gerätefuss |
1. Haushaltsgerät, mit einer Filtervorrichtung (3) zum Abscheiden von Partikeln aus einem
Luftstrom, welche Filtervorrichtung (3) ein Filterelement (31) und eine Reinigungsvorrichtung
zum Reinigen des Filterelements (31) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (31) rohrförmig ausgebildet ist.
2. Haushaltsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (31) vollumfänglich Filtermaterial enthält.
3. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Lufteinlass an einer Stirnseite des Filterelements (31).
4. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsvorrichtung als Abstreifer (32) ausgebildet und innerhalb des rohrförmigen
Filterelements (31) angeordnet ist.
5. Haushaltsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (31) mantelförmig ausgebildet ist, und dass der Abstreifer (32)
Raumspiralenform aufweist.
6. Haushaltsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (31) die Form eines Zylindermantels aufweist, und dass der Abstreifer
(32) als Helix ausgebildet ist.
7. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (31) ortsfest angeordnet ist, und dass der Abstreifer (32) drehbar
gelagert ist.
8. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreifer (32) ortsfest angeordnet ist, und dass das Filterelement (31) drehbar
gelagert ist.
9. Haushaltsgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreifer (32) in seiner Form dem Innenumfang des Filterelements (31) entspricht
und entlang der Längsachse des Filterelements (31) verschiebbar angeordnet ist.
10. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine weiteres Filterelement (37), welches weitere Filterelement (37) das erste Filterelement
(31) radial umschliesst.
11. Haushaltsgerät nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch einen weiteren Abstreifer (38), der zwischen dem ersten Filterelement (31) und dem
weiteren Filterelement (37) angeordnet ist.
12. Haushaltsgerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der weitere Abstreifer (38) fest mit dem ersten Filterelement (31) verbunden ist,
und dass das erste Filterelement (31) drehbar gelagert ist.
13. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtervorrichtung (3) unterhalb eines Trockenraumes (1) in einem Gerätefuss (9)
zum Abstellen des Haushaltsgeräts auf den Untergrund angeordnet ist.
14. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Filtervorrichtung (3) als dem Haushaltsgerät entnehmbares Filtermodul ausgebildet
ist.
15. Haushaltsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Haushaltsgerät zum Trocknen von Wäsche ausgebildet ist, und dass das Filterelement
(31) als Flusensieb ausgebildet ist.