[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein dünnwandiges, rohrförmiges Hohlprofil, insbesondere
ein Abstandhalterrohr zur Herstellung von Abstandhalterrahmen einer Isolierverglasung,
sowie ein Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Herstellung.
[0002] Eine herkömmliche Isolierverglasung weist zumindest zwei parallel und voneinander
beabstandet angeordnete Glasscheiben auf, zwischen denen ein Scheibenzwischenraum
definierter Breite vorgesehen ist. Um diesen vordefinierten Scheibenzwischenraum dauerhaft
zu gewährleisten, ist zwischen den beiden Glasscheiben ein umlaufender Abstandhalterrahmen
vorgesehen, der die beiden Glasscheiben im Bereich ihrer Scheibenaußenkanten miteinander
verbindet. Der Abstandhalterrahmen besteht dabei aus einem dünnwandigen Abstandhalterrohr
mit im wesentlichen flach rechteckigem Querschnitt, das zur Bildung des Abstandhalterrahmens
entsprechend umgebogen wurde, oder aus mehreren einzelnen Abstandhalterrohren, die
mittels Eckverbindern aneinander gesetzt sind.
[0003] Bei derartigen Abstandhalterrohren handelt es beispielsweise um Hohlprofile aus Aluminium,
die beispielsweise durch Rollbiegen aus einem Aluminiumstreifen und anschließendem
Verschweißen der aneinander stoßenden Längskanten des Aluminiumstreifens hergestellt
werden. Diese Abstandhalterrohre weisen eine Wandstärke von 0,3-0,6 mm auf. Nachteilig
an den Abstandhalterrohren aus Aluminium ist allerdings, dass sich aufgrund der guten
Wärmeleitfähigkeit von Aluminium der Bereich der Scheibenaußenkanten bzw. der Scheibenrandbereich
bei niedrigen Außentemperaturen stark abkühlt. Dadurch geht wertvolle Heizenergie
verloren. Sinkt die Temperatur in diesem Bereich zudem bis unter den Taupunkt, bildet
sich Kondensat, das insbesondere bei Holzfenstern die Rahmenkonstruktion schädigen
kann.
[0004] Um diese Effekte zu verringern werden ca. seit Mitte der 1990er Jahre und insbesondere
im Zuge der Energiesparverordnung (EnEV), die im Jahr 2002 in Kraft trat, mehr und
mehr Abstandshalterrohre aus Materialien verwendet, die eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit
aufweisen. In diesem Zusammenhang wurde der Begriff "Warme Kante" geprägt. Dieser
Begriff wird für den Bereich einer Isolierverglasung verwendet, in dem die Scheibenaußenkanten
durch die Abstandhalterrohre miteinander verbunden sind, wobei die Abstandhalterrohre
aus einem Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit bestehen.
[0005] Beispielsweise bestehen derartige Abstandhalterrohre aus Edelstahl und weisen eine
Wandstärke von 0,15 bis 0,2mm auf. Diese Edeistahl-Abstandhalterrohre werden ebenfalls
durch Rollbiegen aus einem Edelstahlstreifen und anschließendem Verschweißen der aneinander
stoßenden Längskanten des Streifens hergestellt. Die Abstandhalterrohre aus Edelstahl
zeichnen sich dadurch aus, dass sie gut, insbesondere maschinell, weiter zu verarbeiten
sind. Die Abstandhalterrohre können auf einfache Weise auf die richtige Länge zugeschnitten
und zu den Abstandhalterrahmen gebogen werden. Allerdings sind die Materialkosten
von Edelstahl insbesondere in den letzten Jahren enorm gestiegen.
[0006] Des Weiteren existieren Abstandhalterrohre aus Kunststoff, die durch Extrusion hergestellt
werden. Abstandhalterrohre aus polymeren Werkstoffen mit niedrigen Wärmeleitfähigkeiten
haben im Vergleich zu Abstandhalterrohren aus Edelstahl einen geringere Wärmedurchgangskoeffizienten
und sind kostengünstiger herstellbar. Allerdings ist die Weiterverarbeitung, insbesondere
das Biegen zu den Abstandhalterrahmen, schwierig. Des Weiteren ist Kunststoff nicht
UV-beständig, neigt zur Alterung und ist nicht vollständig diffusionsdicht. Aus diesem
Grund ist es bekannt, die Rückseiten der Abstandhalterrohre mit einer metallischen
Folie abzudecken. Die Folie wirkt als Diffusionssperre. Die übrigen genannten Nachteile
der Abstandhalterrohre aus Kunststoff werden damit aber nicht behoben.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist somit die Bereitstellung eines rohrförmigen,
dünnwandigen Hohlprofils, insbesondere eines Abstandhalterrohrs zur Herstellung von
Abstandhalterrahmen einer Isolierverglasung, mit geringem Wärmedurchgangswert, das
einfach und kostengünstig herstellbar ist und gut weiter verarbeitbar ist.
[0008] Weitere Aufgabe der Erfindung ist die Bereitstellung einer Vorrichtung und eines
Herstellungsverfahrens zur einfachen und kostengünstigen Herstellung eines derartigen
Hohlprofils.
[0009] Diese Aufgaben werden durch die Merkmale der Ansprüche 1, 8 und 12 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den sich jeweils anschließenden Unteransprüchen
gekennzeichnet.
[0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine perspektivische Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Hohlprofils in Form
eines Abstandhalterrohres
- Figur 2:
- Das erfindungsgemäße Hohlprofil gemäß Figur 1 im Querschnitt
- Figur 3:
- Einen Querschnitt eines Profilwandungsstreifens aus einem mit einem Kunststoffstreifen
beschichteten Metallstreifen mit in den Kunststoffstreifen eingebrachten Längssicken
vor der Rollverformung zum erfindungsgemäßen Hohlprofil
- Figur 4:
- Eine geschnittene Seitenansicht einer Klebstoffauftragseinrichtung einer Klebeeinrichtung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
- Figur 5:
- Eine Seitenansicht einer Schweißeinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
[0011] Das erfindungsgemäße dünnwandige, rohrförmig Hohlprofil 1 (Fig.1,2) weist eine Profilwandung
2 mit einer Profilaußenfläche 3 und einer Profilinnenfläche 4 auf, wobei die Profilinnenfläche
4 einen Profilinnenraum 5 umschließt bzw. festlegt. Gemäß der Erfindung ist das Hohlprofil
1 zudem doppelwandig ausgeführt, das heißt die Profilwandung 2 weist eine Außenwandung
6 und eine Innenwandung 7 auf, die miteinander, vorzugsweise fest bzw. unverschieblich,
verbunden sind. Die Außenwandung 6 besteht dabei aus Metall, insbesondere Edelstahl
oder Aluminium, und die Innenwandung 7 besteht aus Kunststoff. Des Weiteren weist
die Außenwandung 6 eine Wandstärke von vorzugsweise 0,04 bis 0,1 mm, bevorzugt 0,05
bis 0,08 mm auf. Die Innenwandung 7 weist eine Wandstärke von vorzugsweise 0,15 bis
0,5 mm, bevorzugt 0,3 mm auf. Zudem weist das Hohlprofil 1 eine Längserstreckung in
Richtung einer Profillängsachse 8 auf.
[0012] Bei dem Material der Innenwandung 7 handelt es sich dabei vorzugsweise um einen verrottenden
bzw. kompositierbaren Kunststoff, der zweckmäßigerweise aus nachwachsendem Rohstoff
besteht. Des Weiteren ist der Kunststoff zweckmäßigerweise dazu geeignet, mit Ultraschall
behandelt, insbesondere mittels Ultraschall verprägt bzw. eingekerbt und spritzgegossen
und extrudiert zu werden. Insbesondere weist der Kunststoff Biopolymer, bevorzugt
Polyhydroxialkanoate und/oder Polycaprolacton und/oder Polyester und/oder Lignin,
und/oder Lignozellulose und/oder Naturharze und/oder natürliche Fettsäuren und/oder
natürliche Wachse auf bzw. besteht aus diesen Stoffen. Der Schmelzpunkt des Kunststoffs
liegt zweckmäßigerweise bei 100-170°C, bevorzugt 120-150°C. Des Weiteren weist der
Kunststoff vorzugsweise folgende Materialeigenschaften (alternativ oder kumulativ)
auf.
| |
Norm |
|
bevorzugt |
| Zugfestigkeit sM [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
40 bis 60 |
45 bis 55 |
| Dehnung eM [%] |
DIN EN ISO 527 |
2 bis 2,8 |
2,3 bis 2,5 |
| Bruchspannung s8 [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
20 bis 30 |
23 bis 27 |
| Bruchdehnung eM [%] |
DIN EN ISO 527 |
7 bis 10 |
9 bis 9,8 |
| Zug-E-Mudul E [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
2600 bis 2800 |
2720 bis 2780 |
| Schlagzähigkeit (23°C) acU [kJm2] |
EN ISO 179/1 |
50 bis 65 |
55 bis 60 |
| Schmelzindex (190°C/2, 16 kg) [g/1min] |
DIN ISO 1133 |
3 bis 5 |
4 bis 4,5 |
| Dichte [g/cm3] |
|
1 bis 1,3 |
1,2 bis 1,25 |
[0013] Das erfindungsgemäße Hohlprofil 1 ist durch Rollverformung aus einem doppellagigem
Profilwandungsstreifen 29 (Fig. 3) hergestellt, der einen mit einem Kunststoffstreifen
9 beschichteten Metallstreifen 10, insbesondere einen Edelstahlstreifen oder Aluminiumstreifen,
aufweist, worauf weiter unten näher eingegangen wird. Infolgedessen weist das Hohlprofil
1 eine sich parallel zur Profillängsachse 8 erstreckende Längsschweißnaht 11 auf.
Mittels der Längsschweißnaht 11 sind die Bereiche zweier nach dem Rollbiegen aneinander
grenzender Längskanten 12 des Metallstreifens 10 miteinander verschweißt. Insbesondere
ist die Außenwandung 6 im Bereich der beiden Längskanten 12 in den Profilinnenraum
5 hinein umgebogen, so dass zwei Flanschwangen 13 ausgebildet werden, wobei die beiden
Flanschwangen 13 aneinander liegen und mittels der Längsschweißnaht 11 miteinander
verbunden sind. Die Längsschweißnaht 11 ist somit vorzugsweise eine Bördelnaht und
die Schweißverbindung ist als Flanschschweißverbindung ausgeführt. Alternativ dazu
kann die Längsschweißnaht 11 auch als überlappende Naht oder als Stumpfnaht ausgebildet
sein.
[0014] Des Weiteren handelt es sich bei dem Hohlprofil 1 vorzugsweise um ein Abstandhalterrohr
14, aus dem Abstandhalterrahmen für Isolierverglasungen herstellbar sind. Dazu weist
das Abstandhalterrohr 14 einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt auf, wobei
die Profilwandung 2 eine, vorzugsweise ebenflächige, Deckenwandung 15, eine dieser
gegenüberliegende und zweckmäßigerweise zu dieser parallele, bevorzugt ebenflächige,
Bodenwandung 16 und zwei, vorzugsweise ebenflächige, Seitenwandungen 17 aufweist.
[0015] Die Seitenwandungen 17 sind vorzugsweise senkrecht zur Deckelwandung 15 und zur Bodenwandung
16 angeordnet. Zweckmäßigerweise ist zudem zwischen jeweils einer Seitenwandung 17
und der Bodenwandung 16 eine Übergangswandung 18 vorgesehen. Die Seitenwandungen 17
und die Deckenwandung 15 gehen vorzugsweise direkt ineinander über. Des Weiteren sind
die aneinander angrenzenden Wandungen 15;16;17;18 jeweils abgewinkelt zueinander angeordnet
und gehen jeweils über eine Knickkante bzw. Eckkante 33 ineinander über. Die beiden
Übergangswandungen 18 sind dabei vorzugsweise als Art Fase ausgebildet, das heißt
der Eckbereich zwischen jeweils einer Seitenwandung 17 und der Bodenwandung 16 wird
durch die Übergangswandungen 18 abgeflacht.
[0016] Des Weiteren ist die Erstreckung des Abstandhalterrohres 14 zweckmäßigerweise in
eine zur Längsachse 8 senkrechte Breitenrichtung 19a größer als in eine dazu und zur
Längsachse 8 senkrechte Höhenrichtung 19b. Dabei erstrecken sich die Deckenwandung
15 und die Bodenwandung 16 parallel zur Längsachse 8 und zur Breitenrichtung 19a und
die Seitenwandungen 17 erstrecken sich parallel zur Längsachse 8 und zur Höhenrichtung
19b.
[0017] Die Deckenwandung 15 ist im eingebauten Zustand des Abstandhalterrohres 14 in der
Isolierverglasung einem zwischen zwei Scheiben gebildeten Scheibenzwischenraum zugewandt
angeordnet und die beiden Seitenwandungen 17 liegen an den Glasscheiben an und sind
mit diesen in an sich bekannter Weise feuchtigkeits- und luftdicht mittels eines geeigneten
Klebemittels verbunde. Die Bodenwandung 16 weist folglich vom Scheibenzwischenraum
weg. Infolgedessen ist die Längsschweißnaht 11, um im eingebauten Zustand des Abstandhalterrohres
14 nicht sichtbar zu sein, vorzugsweise nicht im Bereich der Deckenwandung 15 angeordnet.
Bevorzugt ist die Längsschweißnaht 11 im Bereich einer der beiden Seitenwandungen
17 angeordnet.
[0018] In die Deckenwandung 15 sind außerdem vorzugsweise mehrere an sich bekannte Durchgangaussparungen
bzw. Perforationsöffnungen 20, bevorzugt in Form von durch die Deckenwandung 15 durchgehenden
Schlitzen eingebracht, insbesondere eingestanzt, wobei die Perorationsöffnungen 20
eine strömungstechnische Verbindung zwischen dem Profilinnenraum 5 und dem Scheibenzwischenraum
schaffen. Die Perforationsöffnungen 20 können zumindest teilweise auch als Langlöcher
ausgeführt sein, die sich parallele zur Breitenrichtung 19a erstrecken (nicht dargestellt).
[0019] Im Folgenden wird nun die Herstellung des erfindungsgemäßen Hohlprofils 1, insbesondere
anhand der Herstellung des Abstandhalterrohres 14, mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung
näher erläutert.
[0020] Wie bereits oben erläutert erfolgt die Herstellung des Hohlprofils 1 mittels Rollbiegen
und Längsverschweißen. Dazu wird zunächst ein relativ breites Metallband, insbesondere
ein Edelstahlband oder ein Aluminiumband, in einer Metallstreifenschneideinrichtung
in mehrere zueinander parallele Metalllängsstreifen 10, insbesondere Edelstahllängsstreifen
oder Aluminiumlängsstreifen, geschnitten und diese vorzugsweise auf eine Haspel aufgewickelt.
Alternativ dazu liegen die Metalllängsstreifen 10 auf einer Haspel aufgewickelt bereits
vor.
[0021] Zweckmäßigerweise zeitgleich zur Erzeugung der Metallstreifen 10 wird in einer Kunststoffstreifenschneideinrichtung
ein relativ breites Kunststoffband in mehrere zueinander parallele Kunststofflängsstreifen
9 geschnitten und diese vorzugsweise auf eine Haspel aufgewickelt. Alternativ dazu
liegen auch die Kunststoffstreifen 9 auf einer Haspel aufgewickelt bereits vor. Insbesondere
sind das Kunststoffband oder die Kunststoffstreifen 9 durch Extrusion hergestellt.
[0022] Anschließend werden die beiden Streifen 9;10 in einer Klebeinrichtung, zweckmäßigerweise
unter Verwendung eines Schmelzklebstoffes 23, miteinander verklebt. Die Klebeeinrichtung
weist dazu eine Klebstoffauftragseinrichtung 21 (Fig. 4) auf, die einen beheizbaren
Schmelztank 22 zur Aufnahme von flüssigem Schmelzklebstoff 23, eine um eine horizontale
Drehachse antreibbare Auftragswalze 24, eine ebenfalls um eine horizontale Drehachse,
allerdings in gegenläufige Drehrichtung antreibbare Gegendruckwalze 25 sowie zweckmäßigerweise
zwei Abstreifer 26,27, nämlich einen Dosierabstreifer 26 und einen Verschließabstreifer
27, aufweist. Dabei ist die Auftragswalze 24 unterhalb des Schmelztanks 22 angeordnet,
so dass sie diesen nach unten abschließt und der Schmelzklebstoff 23 an dem dem Schmelztank
22 zugewandten Bereich einer Mantelfläche 24a der Auftragswalze 24 verteilt ist. Die
beiden Abstreifer 26;27 sind benachbart zur Auftragswalze 24, von dieser um einen
ringförmigen Spalt beabstandet angeordnet. Der Abstand des Dosierabstreifer 26 zur
Auftragswalze 24 bestimmt dabei die Dicke der Klebstoffschicht, die die Auftragswalze
24 nach Passieren des Dosierabstreifers 26 auf ihrer Mantelfläche 24a aufweist und
somit die Dicke der aufzutragenden Klebstoffschicht. Der Verschließabstreifer 27 verhindert
den Klebstoffaustritt bei stehender Walze 24. Zum Auftragen des Schmelzklebstoffes
23 auf einen Metallstreifen 10 wird dieser in eine Transportrichtung 28 zwischen den
beiden Walzen 24;25 durch geführt. Dabei wird der von der Auftragswalze 24 vom Schmelztank
22 aufgenommene Schmelzklebstoff 23 auf eine Metallstreifenoberseite 10a des Metallstreifens
10 aufgetragen. Nach dem Auftragen des Klebstoffes 23 wird der Kunststoffstreifen
9 mit einer Kunststoffstreifenunterseite 10b auf die mit Klebstoff 23 versehene Metallstreifenoberseite
9a aufgelegt und an diese angedrückt, so dass die beiden Streifen 9;10 vollflächig
miteinander verklebt werden und den Profilwandungsstreifen 29 bilden. Insbesondere
wird der Kunststoffstreifen 9 dabei mittig in Bezug auf die Erstreckung des Profilwandungsstreifens
29 in eine Streifenbreitenrichtung 30 auf den Metallstreifen 10 aufgelegt. Zudem ist
die Erstreckung des Kunststoffstreifens 9 in Streifenbreitenrichtung 30 geringer als
die Erstreckung des Metallstreifens 10 in Streifenbreitenrichtung 30, so dass jeweils
beidseits ein Randbereich 31 des Metallstreifens 10 unbeschichtet ist (Fig. 3). Das
Zusammenfügen von Kunststoffstreifen 9 und Metallstreifen 10 erfolgt dabei vorzugsweise
kontinuierlich durch, insbesondere horizontales, Fördern des Metallstreifens 10 in
seine Längsrichtung, Abziehen des Kunststoffstreifens 9 von der Haspel, Ablegen des
Kunststoffstreifens 9 auf dem Metallstreifen 10 und Andrücken der beiden Streifen
9;10 aneinander mittels Walzen.
[0023] Bei dem verwendeten Schmelzklebstoff 23 handelt es sich dabei vorzugsweise um einen
Heißschmelzklebstoff, insbesondere um einen 1-Komponenten-Polyurethan-Klebstoff, dessen
Basisstoffe insbesondere Polyurethanprepolymere mit Isocyanatgruppen sind. Zweckmäßigerweise
weist der verwendete Schmelzklebstoff 23 eine Dichte von 1,15 bis 1,25 g/cm
3 auf. Zudem weist der Schmelzklebstoff 23 vorzugsweise eine Viskosität (dynamisch)
von 18000 bis 34000 mPas auf. Der Schmelzklebstoff 23 ist außerdem bevorzugt unlöslich
in Wasser.
[0024] Der durch das Verkleben hergestellte Profilwandungsstreifen 29 wird zweckmäßigerweise
einer Trocknungseinrichtung, insbesondere einer Trocknungsstrecke, zugeführt, in der
der Schmelzklebstoff 23 trocknen und aushärten kann.
[0025] Anschließend wird der Profilwandungsstreifen 29 einer Kerb- bzw. Prägeeinrichtung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zugeführt, mittels der Längsrillen bzw. Längssicken
bzw. sich längserstreckende Kerben 32 in eine von dem Metallstreifen 10 weg gerichtete
Kunststoffstreifenoberseite 9a eingebracht, insbesondere eingeprägt werden. Die Längsrillen
32 erstrecken sich parallel zu einer Streifenlängsrichtung 36 und weisen zweckmäßigerweise
einen V-förmigen Querschnitt auf. Die Längsrillen 32 werden dort eingebracht, wo beim
späteren Hohlprofil 1 die Knickkanten 33 liegen. Das Einbringen der Längsrillen 32
erfolgt dabei zweckmäßigerweise durch Erhitzen des Kunststoffmaterials mittels Ultraschall
und Einprägen der, vorzugsweise keilförmigen, Längsrillen 32 in das erhitzte Material.
Dazu weist die Kerbeinrichtung eine Ultraschallerzeugungseinrichtung, eine Sonotrode
zum Zuleiten der erzeugten Schwingungen zu dem zu verprägenden Kunststoffstreifen
9 und eine um eine horizontale Drehachse antreibbare Ambosswalze auf. Die Ambosswalze
ist unterhalb der Sonotrode angeordnet und von dieser um einen definierten Spalt beabstandet
angeordnet. Die Sonotrode weist eine horizontale, der Ambosswalze zugewandte Prägefläche
auf, die mehrere benachbart zueinander angeordnete, von der Prägefläche abstehende
Wulste zur Einbringung der Längsrillen 32 aufweist. Die Wulste erstrecken sich parallel
zu einer, zweckmäßigerweise horizontalen, Transportrichtung und sind senkrecht zur
Transportrichtung zueinander benachbart angeordnet. Die Anordnung und Anzahl der Wulste
hängt dabei von der Anordnung und Anzahl der Knickkanten 33 ab. Zum Verprägen wird
der Profilwandungsstreifen 29 mit der Kunststoffoberseite 9a der Sonotrode zugewandt
in der Transportrichtung, die parallel zur Streifenlängsrichtung 36 ist, zwischen
der Prägefläche und der Ambosswalze durchgeführt. Dabei wird das Kunststoffmaterial
mittels der Sonotrode erhitzt und unter Anwendung von Druck mittels der Wulste die
Längsrillen 32 in die Kunststoffstreifenoberseite 9a eingeprägt.
[0026] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird anstelle der stehenden Sonotrode
eine rotierende Sonotrode verwendet, die um eine horizontale Drehachse in gegenläufige
Drehrichtung zur Ambosswalze antreibbar ist, wobei die Drehgeschwindigkeiten synchronisiert
sind. In diesem Fall weist die Sonotrode auf ihrer Sonotrodenmantelfläche, von dieser
abstehende ringförmige Wulste auf, die zur Einbringung der Längsrillen 32 dienen.
Dazu erstrecken sich die Wulste umlaufend in Umfangsrichtung der Sonotrodenwalze.
[0027] Nach dem Einbringen der Längsrillen 32 werden zweckmäßigerweise die Durchgangslöcher
20 in an sich bekannter Weise in einer Stanzeinrichtung in den Profilwandungsstreifen
29 eingebracht. Dazu wird der Profilwandungsstreifen 29 in einer vorzugsweise horizontalen,
zur Streifenlängsrichtung 36 parallelen Transportrichtung zwischen zwei Stanzrollen
durchgeführt, die in gegenläufige Drehrichtungen um jeweils eine horizontale Achse
angetrieben werden und voneinander vertikal beabstandet angeordnet sind. Die Stanzrollen
weisen entsprechende Stanzmittel auf. Insbesondere weist die eine Stanzrolle von ihrer
Mantelfläche vorstehende Zähne und die andere Stanzrolle dazu korrespondierende Aussparungen
auf.
[0028] Nach dem Einbringen der Durchgangslöcher 20 wird der Profilwandungsstreifen 29 in
einer Rollbiegeeinrichtung bzw. Rollumformeinrichtung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mittels Rollverformung kontinuierlich derart zu einem längsgeschlitzten Endloshohlprofil
38 verformt, dessen Querschnittsform vorzugsweise bereits der später gewünschten Querschnittsform
entspricht. Insbesondere werden zunächst die beiden freien Randbereiche 31 zu den
Flanschwangen 13 umgebogen und anschließend der Profilwandungsstreifen 29 derart zum
längsgeschlitzten Endloshohlprofil 38 gebogen, dass die beiden Flanschwangen 13 aneinander
stoßen. Insbesondere wird der Profilwandungsstreifen 29 an den Längsrillen 32 geknickt
bzw. umgebogen. Der Profilwandungsstreifen 29 wird also um zur Streifenlängsrichtung
36 bzw. zur späteren Längsachse 8 parallel Achsen gebogen. Des Weiteren wird der Profilwandungsstreifen
29 derart verformt, dass der Metallstreifen 10 außen liegt, insbesondere die Metallstreifenunterseite
10b die Profilaußenfläche 3 bildet und zweckmäßigerweise die beiden Flanschwangen
13 oben angeordnet sind. Zur Ausführung einer überlappenden Schweißnaht oder einer
Stumpfnaht erfolgt die entsprechende Vorbereitung analog den Erfordernissen. Das Rollverformen
erfolgt in an sich bekannter Weise mit entsprechenden Rollformwerkzeugen, insbesondere
mit mehreren Umformrollenpaaren (nicht dargestellt), die in einer zur Streifenlängsrichtung
36 parallelen, vorzugsweise horizontalen, Förderrichtung, in die der Profilwandungsstreifen
29 gefördert wird, hintereinander angeordnet sind. Dabei wird der Profilwandungsstreifen
29 jeweils zwischen den beiden Umformrollen eines Umformrollenpaares durchgeführt.
Die eine Umformrolle weist dabei eine konkav gewölbte Umfangsfläche und die andere
Umformrolle eine konvex gewölbte Umfangsfläche, wobei die Umfangsflächen so aufeinander
abgestimmt sind und die Wölbung von Rollenpaar zu Rollenpaar so zunimmt, dass nach
und nach der Profilwandungsstreifen 29 zum längsgeschlitzten Endloshohlprofil 38 gebogen
wird.
[0029] In einer sich an die Rollumformeinrichtung anschließenden Schweißeinrichtung 37 der
erfindungsgemäßen Vorrichtung werden die beiden aneinander stoßenden Flanschwangen
13 durch Erzeugen der Längsschweißnaht 11, insbesondere kontinuierlich, miteinander
verschweißt. Das Verschweißen erfolgt beispielsweise mittels Laserschweißen. Dazu
weist die Schweißeinrichtung 37 eine Laserstrahlerzeugungseinrichtung und Mittel zum
Umlenken des Laserstrahls 34 und Richten des Laserstrahls 34 auf die Flanschwangen
13 auf (Fig. 5). Insbesondere wird der Laserstrahl 34 so ausgerichtet, dass er mit
der horizontalen Förderrichtung 35, in die das Endloshohlprofil 38 gefördert wird,
bzw. mit der zu verschweißenden Oberfläche, einen Winkel a von 8 bis 25°, bevorzugt
10 bis 15° einschließt. Dies bewirkt, dass der Laserstrahl 34 in Form eines elliptischen
Punktes auf das zu verschweißende Material trifft, wodurch ein längeres Schmelzbad
entsteht und die Energie besser in das Material eingeleitet wird. Dies ist besonders
bei der dünnen Wandstärke der Außenwandung 6 ein erheblicher Vorteil und gewährleistet
eine sichere Verschweißung.
[0030] An die Schweißeinrichtung 37 schließt sich eine an sich bekannte Kalibrierungseinrichtung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung an, in der das verschweißte Endloshohlprofil 38
auf seine endgültige Querschnittsform kalibriert wird. Die Kalibrierungsseinrichtung
weist dazu zweckmäßigerweise in an sich bekannter Weise mehrere Kalibrierungsrollen
auf.
[0031] Außerdem weist die erfindungsgemäße Vorrichtung zudem eine sich an die Kalibrierungseinrichtung
anschließende Einrichtung zum Trennen des Endlos hohlprofils 38 in Hohlprofile 1,
insbesondere Abstandhalterrohre 14 vorgegebener Länge auf. Bei der Trenneinrichtung
handelt es sich beispielsweise um eine fliegende Säge, also eine Säge, die sich beim
Schneiden mit dem Endloshohlprofil 38 in Förderrichtung mit bewegt.
[0032] Das erfindungsgemäße Hohlprofil 1 weist aufgrund der Kunststoffinnenwandung 7 und
der aufgrund dessen möglichen geringen Wandstärke der Metallaußenwandung 6 eine sehr
geringen linearen Wärmedurchgangskoeffizienten auf. Insbesondere liegt der lineare
Wärmedurchgangskoeffizient bei 0,03 bis 0,07 W/mK, bevorzugt 0,035 bis 0,05 W/mK,
Die geringe Wandstärke der Metallaußenwandung 6 hat zudem den Vorteil, dass enorme
Materialkosten im Vergleich zu reinen Metallhohlprofilen eingespart werden. Das Vorsehen
so geringer Wandstärken für die Metallaußenwandung 6 ist vor allem deshalb möglich,
da die Kunststoffinnenwandung 7 die Metallaußenwandung 6 unterstützt und stabilisiert,
so dass insbesondere auch bei so geringen Wandstärken die Flanschwangen 13 mit ausreichenden
Anpresskräften aneinander gedrückt werden können und eine sichere Verschweißung erzielt
wird.
[0033] Des Weiteren ist das erfindungsgemäße Hohlprofil 1 hervorragend weiter verarbeitbar.
Insbesondere können aus dem Hohlprofil 1 bestehende Abstandhalterrohre 14 auf herkömmliche
Weise und auf herkömmlichen Maschinen zu Abstandhalterrahmen gebogen werden.
[0034] Aufgrund der metallischen Profilaußenfläche 3 kann das erfindungsgemäße Hohlprofil
1 auch problemlos lackiert werden. Zudem ist die Profilaußenfläche 3 UV-beständig.
Die erfindungsgemäßen Abstandhalterrohre 14 mit der E-delstahlaußenwandung können
aufgrund der Edelstahlaußenfläche auch bei der Renovierung oder dem Ausbau von Gebäuden
verwendet werden, in denen bisher herkömmliche Abstandhalterrohre aus Edelstahl oder
mit metallisch glänzender Oberfläche eingesetzt wurden.
[0035] Besonders vorteilhaft ist zudem die spezielle Auswahl des Schmelzklebstoffes 23 und
des Kunststoffmaterials, wodurch ein vorzugsweise fester bzw. unverschieblicher, dauerhafter
Verbund des Kunststoffstreifens 9 und des Metallstreifens 10 bzw. der Innenwandung
7 und der Außenwandung 6 geschaffen wird.
[0036] Günstig ist außerdem, dass auch die Herstellung des erfindungsgemäßen Hohlprofils
1 weitestgehend auf herkömmlichen Maschinen erfolgen kann. Lediglich das Zuschneiden
und Aufkleben des Kunststoffstreifens 9 auf den Metallstreifen 10 sowie das Einprägen
der Längsrillen 32 kommt hinzu. Das Einprägen der Längsrillen 32 wiederum hat den
Vorteil, dass die Rückstellkräfte nach dem Rollverformen vernachlässigbar gering sind,
da beim Rollverformen kein Kunststoffmaterial verdrängt wird.
[0037] Des Weiteren liegt es wie bereits oben erläutert auch im Rahmen der Erfindung, das
Hohlprofil außenseitig mit Farbe zu beschichten. Dazu wird z.B. zunächst ein relativ
breites Metallband, das zweckmäßigerweise auf einer Haspel aufgewickelt ist, von dieser
abgezogen, durch eine Farbbeschichtungseinrichtung durchgeführt und in dieser kontinuierlich
einseitig mit Farbe beschichtet. Die Beschichtung erfolgt durch Auftragen der Farbe
z.B. mittels einer an sich bekannten Walzendruckeinrichtung mit einer Auftragswalze.
Nach dem anschließenden Trocknen der Farbe in einer Trocknereinrichtung, durch die
das beschichtete Metallband zweckmäßigerweise kontinuierlich durchgeführt wird, wird
das beschichtete Metallband in mehrere zueinander parallele Längsstreifen 10 geschnitten.
Dies erfolgt zweckmäßigerweise ebenfalls kontinuierlich in einer Schneideinrichtung.
[0038] Des Weiteren kann das Herstellungsverfahren insgesamt oder können die einzelnen Verfahrensschritte
kontinuierlich, also in einer einzigen Fertigungsstraße oder auch nicht kontinuierlich,
in einzelnen voneinander getrennten Einrichtungen ablaufen. Bei dem kontinuierlichen
Verfahren sind die einzelnen Einrichtungen entsprechend des Verfahrensablaufes aneinander
nachgeordnet angeordnet.
[0039] Außerdem kann das Einbringen der Längsrillen in den Kunststoffstreifen 9 auch mittels
einer profilieren und erhitzten Profilscheibe oder einer anderen Art der Materialverdrängung
unter thermischem Einfluss erfolgen.
[0040] Zudem ist es auch möglich, anstelle des Metallstreifens 10, den Kunststoffstreifen
mit Klebstoff 23 zu versehen. Insbesondere wird in diesem Fall der Klebstoff 23 auf
die Kunststoffstreifenunterseite 9b aufgetragen, wobei der Kunststoffstreifen 9 mit
der Kunststoffstreifenunterseite 9b der Auftragswalze 24 zugewandt zwischen den beiden
Walzen 24;25 durchgeführt wird. Anschließend werden beide Streifen 9:10 wie oben beschrieben
miteinander verklebt.
[0041] Selbstverständlich ist das erfindungsgemäße Hohlprofil 1 nicht auf die Verwendung
als Abstandhalterrohr 14 beschränkt, sondern kann z.B. auch als Handläufer und/oder
Geländerrohr und/oder Wasserrohr und/oder tragende Rohrkonstruktion und/oder Substitution
zur Leichtbauweise eingesetzt werden.
1. Rohrförmiges Hohlprofil (1), insbesondere Abstandhalterrohr zur Herstellung von Abstandhalterrahmen
für Isolierverglasungen, mit einer Profilwandung (2),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Profilwandung (2) doppelwandig ausgebildet ist und eine Außenwandung (6) aus Metall,
insbesondere Edelstahl oder Aluminium, und eine Innenwandung (7) aus Kunststoff aufweist,
die miteinander, vorzugsweise fest bzw. unverschieblich, verbunden sind.
2. Hohlprofil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Hohlprofil (1) durch Rollverformung, insbesondere aus einem doppellagigem Profilwandungsstreifen
(29), hergestellt ist und längsseitig, im Bereich zweier Längskanten (12) durch eine
Längsschweißnaht (11) verschweißt ist.
3. Hohlprofil nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Längskanten (12) zu Flanschwangen (13) umgebogen sind, die mittels der
Längsschweißnaht (11) miteinander verschweißt sind oder die Längsschweißnaht (11)
als überlappende Naht oder als Stumpfnaht ausgeführt ist.
4. Hohlprofil nach Anspruch 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenwandung (7) und die Außenwandung (6) miteinander, insbesondere mittels eines
Schmelzklebstoffes (23), verklebt sind, wobei der Schmelzklebstoff (23) zweckmäßigerweise
ein Heißschmelzklebstoff (23), bevorzugt ein 1-Komponenten-Potyurethan-Kiebstoff ist,
dessen Basisstoffe insbesondere Polyurethanprepolymere mit Isocyanatgruppen sind.
5. Hohlprofil nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Außenwandung (6) eine Wandstärke von 0,04 bis 0,1 mm, bevorzugt 0,05 bis 0,08
mm aufweist.
6. Hohlprofil nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die innenwandung (7) eine Wandstärke von 0,15 bis 0,5 mm, bevorzugt 0,3 mm aufweist.
7. Hohlprofil nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kunststoff der Innenwandung (7) ein verrottender Kunststoff und/oder ein Kunststoff
aus nachwachsenden Rohstoffen ist und vorzugsweise folgende Materialeigenschaften
(alternativ oder kumulativ) aufweist:
| |
Norm |
|
bevorzugt |
| Zugfestigkelt sM [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
40 bis 60 |
45 bis 55 |
| Dehnung eM [%] |
DIN EN ISO 527 |
2 bis 2,8 |
2,3 bis 2,5 |
| Bruchspannung sB [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
20 bis 30 |
23 bis 27 |
| Bruchdehnung eM [%] |
DIN EN ISO 527 |
7 bis 10 |
9 bis 9,8 |
| Zug-E-Modul E [MPa] |
DIN EN ISO 527 |
2600 bis 2800 |
2720 bis 2780 |
| Schlagzähigkeit (23°C) acU [kJm2] |
EN ISO 179/1 |
50 bis 65 |
55 bis 60 |
| Schmelzindex (190°C/2,16 kg) [g/1min] |
DIN ISO 1133 |
3 bis 5 |
4 bis 4,5 |
| Dichte [g/cm3] |
|
1 bis 1,3 |
1,2 bis 1,25 |
8. Vorrichtung zur, insbesondere kontinuierlichen, Herstellung eines rohrförmigen Hohlprofils
(1), insbesondere eines Hohlprofils (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, aufweisend
a) Zweckmäßigerweise eine Metallstreifenschneideinrichtung zum Zerschneiden eines
Metallbandes, insbesondere eines Edelstahlbandes oder eines Aluminiumbandes, in mehrere
zueinander parallele Metalllängsstreifen (10), insbesondere Edelstahlstreifen oder
Aluminiumstreifen,
b) Zweckmäßigerweise eine Kunststofistreifenschneideinrichtung zum Zerschneiden eines
Kunststoffbandes in mehrere zueinander parallele Kunststofflängsstreifen (9),
c) Eine Klebeeinrichtung zum Verkleben des Metallsstreifens (10) mit dem Kunststoffstreifen
(9) zur Ausbildung eines Profilwandungsstreifens (29) mit zwei seitlichen Längskanten
(12),
d) Zweckmäßigerweise eine Kerb.- bzw. Prägeeinrichtung zum Einbringen von Längsrillen
(32) in eine vom Metallstreifen (10) weg gerichtete Kunststoffstreifenoberseite (9a)
des Kunststoffstreifens (9),
e) Eine Rollbiegeeinrichtung zum Verformen des Profilwandungsstreifen (29) zu einem
längsgeschlitzten Endloshohlprofil (38), dessen die Längskanten (12) aufweisenden
Bereiche aneinander stoßen,
f) Eine Schweißeinrichtung (37) zum Erzeugen einer Längsschweißnaht (11) durch Verschweißen
der beiden die Längskanten (12) aufweisenden Bereiche miteinander,
g) Zweckmäßigerweise eine Kalibrierungseinrichtung zur Kalibrierung der Querschnittsform
des Endloshohlprofils (38), und
h) Eine Trenneinrichtung zum Trennen des Endloshohlprofils (38) in Hohlprofile (1)
vorgegebener Länge.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Klebeeinrichtung eine Klebstoffauftragseinrichtung (21) aufweist, die einen beheizbaren
Schmelztank (22) zur Aufnahme von flüssigem Schmelzklebstoff (23), eine um eine horizontale
Drehachse antreibbare Auftragswalze (24), eine ebenfalls um eine horizontale Drehachse,
in gegenläufige Drehrichtung antreibbare Gegendruckwalze (25), sowie zweckmäßigerweise
zwei Abstreifer (26,27), nämlich einen Dosierabstreifer (26) und einen Verschließabstreifer
(27), aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 und/oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kerbeinrichtung Mittel zum Einbringen der Längsrillen (32) mittels Ultraschall
aufweist, wobei die Kerbeinrichtung vorzugsweise eine Ultraschallerzeugungseinrichtung,
eine Sonotrode zum Zuleiten der erzeugten Schwingungen zu dem zu verprägenden Kunststoffstreifen
(9) und eine um eine horizontale Drehachse antreibbare Ambosswalze zum Transport des
Profilwandungsstreifens (29) aufweist, wobei die Sonotrode bevorzugt eine stehende
oder eine rotierende Sonotrode ist.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schweißeinrichtung (37) eine Laserstrahlerzeugungseinrichtung und Mittel zum Umlenken
eines Laserstrahls (34) und Richten des Laserstrahls (34) auf die zu verschweißenden
Bereiche des Endloshohlprofils (38) aufweist, wobei der Laserstrahl (34) vorzugsweise
so ausgerichtet ist, dass er mit einer Förderrichtung (35), in die das Endloshohlprofil
(38) zum Verschweißen förderbar ist, einen Winkel a von 8 bis 25 °, bevorzugt 10 bis
15 ° einschließt.
12. Verfahren zur insbesondere kontinuierlichen Herstellung eines Hohlprofils (1), insbesondere
zur Herstellung eines Hohlprofils (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
7, vorzugsweise unter Verwendung einer Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
8 bis 11 mit den folgenden Verfahrensschritten:
a) Zweckmäßigerweise Zerschneiden eines Metallbandes, insbesondere eines Edelstahlbandes
oder eines Aluminiumbandes, in mehrere zueinander parallele Metalllängsstreifen (10),
insbesondere Edelstahllängsstreifen oder Aluminiumlängsstreifen,
b) Zweckmäßigerweise Zerschneiden eines Kunststoffbandes in mehrere zueinander parallele
Kunststofflängsstreifen (9),
c) Verkleben des Metallsstreifens (10) mit dem Kunststoffstreifen (9) zu einem Profilwandungsstreifen
(29) mit zwei seitlichen Längskanten (12),
d) Zweckmäßigerweise Einbringen von Längsrillen (32) in eine von dem Metallstreifen
(10) weggerichtete Kunststoffstreifenoberseite (9a) des Kunststoffstreifens (9),
e) Rollverformen des Profilwandungsstreifens (29) zu einem längsgeschlitzten Endloshohlprofil
(38), bei dem die beiden die Längskanten (12) aufweisenden Bereiche aneinander liegen,
wobei der Profilwandungsstreifen (29) derart gebogen wird, dass der Metallstreifen
(10) eine Außenwandung (6) und der Kunststoffstreifen (9) eine Innenwandung (7) des
Endloshohlprofils (38) bildet,
f) Erzeugen einer Längsschweißnaht (11) durch Verschweißen der die beiden Längskanten
(12) aufweisenden Bereiche miteinander,
g) Zweckmäßigerweise Kalibrieren des Endloshohlprofils (38) auf seine endgültige Querschnittsform,
h) Trennen des Endloshohlprofils (38) in Hohlprofile (1) definierter Länge.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Verkleben ein Schmelzklebstoff (23) verwendet wird, der zweckmäßigerweise ein
Heißschmelzklebstoff (23), bevorzugt ein 1-Komponenten-Polyurethan-Klebstoff ist,
dessen Basisstoffe insbesondere Polyurethanprepolymere mit isocyanatgruppen sind.
14. Verfahren nach Anspruch 12 und/oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Vergeben der Klebstoff (23) auf eine Metallstreifenoberseite (10a) oder eine Kunststoffstreifenunterseite
(9b) aufgetragen wird und anschließend der Kunststoffstreifen (9) mit einer Kunststoffstreffenunterseite
(9b) auf der mit Klebstoff versehenen Metallstreifenoberseite (10a) angeordnet wird
und die Streifen (9;10) vorzugsweise aneinander gedrückt werden, wobei der Schmelzklebstoff
(23) vorzugsweise kontinuierlich mittels einer Auftragswalze (24) auf die Metallstreifenoberseite
(10a) oder die Kunststoffstreifenunterseite (9b) aufgetragen wird.
15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längsrillen (32) mittels Erhitzen des Kunststoffs durch Ultraschall und Eindrücken
der Längsrillen (32) in das erhitzte Material erzeugt werden.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
beim Rollverformen der Profilwandungsstreifen (29) im Bereich der Längsrillen (32)
geknickt bzw. umgebogen wird, so dass Knickkanten (33) des Endloshohlprofils (38)
im Bereich der Längsrillen (32) liegen.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verschweißen durch Laserstrahlschweißen mittels eines auf das zu verschweißende
Material gerichteten Laserstrahls (34) erfolgt, wobei zweckmäßigerweise ein Laserstrahl
(34) verwendet wird, der einen Winkel a von 8 bis 25 °, bevorzugt 10 bis 15° mit einer
Förderrichtung (35), in die das Endloshohlprofil (38) gefördert wird, einschließt.