[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gasbrenner mit einem Gemischverteiler, einer
im Flammenbereich einer Brenneroberfläche angeordneten Ionisationselektrode, die einen
von der Verbrennung eines Gas-Luft-Gemisches abhängigen Ionisationsstrom erfasst,
einer Signalverarbeitungseinrichtung, die in Abhängigkeit von einem Ionisationsstromsignal
eine Regelgrösse für eine Regeleinrichtung bereitstellt, die das Gas-Luft-Verhältnis
für die Verbrennung nach einem Sollwert einstellt.
[0002] Ein Gasbrenner der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der
EP 1 036 984 B1 bekannt. Der bekannte Vormischbrenner weist einen Gemischverteiler in Form einer
Brennerplatte auf, die mit einer Mehrzahl von Gemischdurchtrittsöffnungen versehen
ist. Eine Ionisationselektrode ist am linken Rand der Brennerplatte angeordnet und
erstreckt sich in den Bereich der Brennerplatte hinein. Im Bereich der Ionisationselektrode
ist die Gemischdurchtrittsfläche des Gemischverteilers vergrössert, wodurch die Flächenbelastung
des Brenners im Bereich der Ionisationselektrode erhöht ist. Dadurch wird im unteren
Leistungsbereich des Brenners ein erhöhtes Ionisationssignal erhalten, wodurch der
nutzbare Leistungsbereich des Brenners nach unten hin erweitert wird. Das Ionisationssignal
kann von einer Zusatzelektronik derart verarbeitet werden, dass es die Luftzahl des
Vormischbrenners repräsentiert.
[0003] Bei Gasbrennern, denen das Gas-Luft-Gemisch mittels eines Gebläses zugeführt wird,
tritt insbesondere im unteren, häufig aber auch im oberen Leistungsbereich des Brenners
eine starke Verminderung des Ionisationssignals auf. Das Ionisationssignal wird dabei
durch den Strömungswiderstand der Brenneroberfläche im Bereich der Ionisationselektrode
bestimmt. Bei vorgegebener Brennerleistung kann mit der aus dem Stand der Technik
bekannten Massnahme das Ionisationssignal nicht weiter erhöht werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gasbrenner dahingehend zu verbessern,
dass dieser ein Ionisationsstromsignal für eine Gas-Luft-Verbundregelung bereitstellt,
dessen Signalhub über den gesamten Leistungsbereich des Brenners verbessert ist.
[0004] Die Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass der Gasbrenner einen Gemischzufuhrraum
aufweist, der einen der Ionisationselektrode zugeordneten Bereich umfasst, der durch
eine Abtrennung von dem übrigen Bereich des Gemischzufuhrraumes getrennt ist, wobei
der Gemischzufuhrraum so aufgebaut ist, dass das Gas-Luft-Gemisch in dem der Ionisationselektrode
zugeordneten Bereich einen höheren Druck aufweist als in dem übrigen Bereich des Gemischzufuhrraumes.
[0005] Die Erfindung hat den Vorteil, dass aufgrund des im Bereich der Ionisationselektrode
im Gemischzufuhrraum herrschenden höheren Drucks, die Strömungsmenge des Gas-Luft-Gemisches
pro Flächeneinheit der Brenneroberfläche im Bereich der Ionisationselektrode erhöht
wird, wodurch der von der Ionisationselektrode erfasste Ionisationsstrom über den
gesamten Leistungsbereich des Brenners erhöht wird.
[0006] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0007] Nachfolgend werden verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren
beschrieben. Es zeigen:
Figuren 1A und 1B ein erstes Ausführungsbeispiel,
Figuren 2A und 2B ein zweites Ausführungsbeispiel,
Figuren 3A und 3B ein drittes Ausführungsbeispiel,
Figur 4 einen Signalverlauf des Ionisationsstromes und
Figur 5 eine Gas-Luft-Verbundregelung.
Figuren 1A und 1B zeigen in einer Seiten- und Profilansicht einen zylinderförmigen
Gasbrenner mit einem durch eine Abtrennung 25 unterteilten Gemischzufuhrraum 26, 27
und einer Ionisationselektrode 2. Ein Gas-Luft-Gemisch 12 wird dem der Ionisationselektrode
2 zugeordneten Bereich 26 zugeführt, wobei der Bereich 26 durch die Abtrennung 25
abgeschlossen ist. An der Gemischzufuhrseite sind mehrere Öffnungen 29 vorgesehen,
durch die Gas-Luft-Gemisch 12 in den übrigen Bereich 27 strömt. Die Öffnungen 29 bewirken
dabei einen Druckabfall, der von den Abmessungen der Öffnungen 29 abhängig ist. In
dem Bereich 27 herrscht ein Druck, der geringer ist als der Druck in dem der Ionisationselektrode
2 zugeordneten Bereich 26 des Gemischzufuhrraumes. Aufgrund des höheren Druckes in
dem Bereich 26 wird die Strömungsmenge des Gas-Luft-Gemisches 12 pro Flächeneinheit
der Brenneroberfläche 23 im Bereich der Ionisationselektrode 2 erhöht.
[0008] Anstelle mehrerer Öffnungen 29 kann auch nur eine Öffnung vorhanden sein. Auch können
die Abmessungen der Öffnungen (29) mittels eines austauschbaren Einsatzes verändert
werden, wodurch der durch die Öffnungen (29) bewirkte Druckabfall an die Brennerleistung
bzw. an den Brennertyp anpassbar ist.
[0009] Der Gemischzufuhrraum 26, 27 ist durch einen Gemischverteiler 24 und einen Brennerabschluss
30 abgeschlossen. Der Gemischverteiler weist eine homogene Gemischdurchtrittsfläche
auf, durch die das Gas-Luft-Gemisch 12 über eine homogene Brenneroberfläche 23 in
einen Feuerraum 28 strömt, in dem das Gas-Luft-Gemisch gezündet und verbrannt wird.
Die Ionisationselektrode 2 erfasst dabei einen von der Verbrennung des Gas-Luft-Gemisches
abhängigen Ionisationsstrom.
[0010] Figuren 2A und 2B zeigen in einer Seiten- und einer Profilansicht ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines Zylinderbrenners. Dieser unterscheidet sich gegenüber dem in den Figuren 1A
und 1B gezeigten Gasbrenner dadurch, dass die Abtrennung 25 keine geschlossene Fläche,
sondern eine homogene Gemischdurchtrittsfläche für das Gas-Luft-Gemisch bildet.
Das dem Bereich 26 zugeführte Gas-Luft-Gemisch 12 strömt durch die Abtrennung 25 in
den übrigen Bereich 27 des Gemischzufuhrraumes. Dabei bewirkt die Abtrennung 25 einen
Druckabfall, der abhängig von der Gemischdurchtrittsfläche ist. In dem Bereich 27
herrscht ein Druck, der geringer ist als der Druck in dem Bereich 26.
[0011] Gemäss einer Weiterbildung kann die Gemischdurchtrittsfläche der Abtrennung mittels
eines austauschbaren Einsatzes verändert werden. Dadurch kann der durch die Abtrennung
bewirkte Druckabfall an die Brennerleistung bzw. an den Brennertyp angepasst werden.
[0012] Figuren 3A und 3B zeigen in einer Seiten- und Profilansicht einen Flachbrenner. Dieser
weist wie der in den Figuren 2A und 2B gezeigte Zylinderbrenner eine Abtrennung 25
mit einer homogenen Gemischdurchtrittsfläche auf. Auf der Gemischzufuhrseite wird
dem Bereich 26 das Gas-Luft-Gemisch 12 zugeführt, welches durch die Abtrennung 25
in den übrigen Bereich 27 des Gemischzufuhrraumes strömt. Dabei bewirkt die Abtrennung
25 einen Druckabfall, so dass der Druck in dem übrigen Bereich 27 geringer ist als
der Druck in dem der Ionisationselektrode zugeordneten Bereich 26.
[0013] Der Gemischzufuhrraum 26, 27 ist durch einen Gemischverteiler 24 abgeschlossen, der
eine homogene Gemischdurchtrittsfläche aufweist. Der Gemischverteiler 24 verteilt
das Gas-Luft-Gemisch 12 an eine homogene Brenneroberfläche 23, durch die das Gas-Luft-Gemisch
12 in einen Feuerraum 28 strömt, in dem das Gas-Luft-Gemisch gezündet und verbrannt
wird. Die im Flammenbereich der Brenneroberfläche 23 angeordnete Ionisationselektrode
2 erfasst dabei einen von der Verbrennung des Gas-Luft-Gemisches 12 abhängigen Ionisationsstrom.
[0014] Figur 4 zeigt in einem Diagramm einen Signalverlauf des Ionisationsstroms I in Abhängigkeit
von der Brennerleistung P. Das durch die Erfindung erhaltene Ionisationsstromsignal
21 weist gegenüber dem strichlinierten Ionisationssignal 20 des Standes der Technik
einen über den gesamten Leistungsbereich des Brenners erhöhten Signalhub 22 auf, wodurch
die Qualität der Gas-Luft-Verbundregelung verbessert wird.
[0015] Figur 5 zeigt in einem Funktionsblockschaltbild eine Gas-Luft-Verbundregelung mit
einem Gasbrenner 1 gemäss der Erfindung, einer Ionisationselektrode 2, die einen von
der Verbrennung abhängigen Ionisationsstrom erfasst, einer Signalverarbeitungsschaltung
3 die in Abhängigkeit vom Ionisationsstromsignal 13 eine Regelgrösse 14 für eine Regeleinheit
4 bereitstellt.
[0016] Einem Gebläse 6 wird z.B. Umgebungsluft 8 und einem Gasventil 5 wird z.B. ein Brennstoffgas
9 zugeführt. Ein Mischer 7 mischt die durch das Gebläse 6 eingestellte Luftmenge 10
mit der durch das Gasventil 5 eingestellten Brennstoffgasmenge 11 zu einem Gas-Luft-Gemisch
12, welches dem Gasbrenner 1 zugeführt wird.
[0017] Bei einer Wärme- bzw. Leistungsanforderung 15, 16, generiert die Regeleinheit 4 die
Steuersignale 17, 18, wodurch die Luftmenge bzw. Gasmenge 10, 11 eingestellt wird.
Das Steuersignal 17 steuert z.B. das Gasventil 5 und das Steuersignal 18 steuert das
Gebläse 6. Das Signal 19 ist optional und bezeichnet eine Rückmeldung der Gebläsemenge
10.
1. Gasbrenner mit einem Gemischverteiler (24), einer im Flammenbereich einer Brenneroberfläche
(23) angeordneten Ionisationselektrode (2), die einen von der Verbrennung eines Gas-Luft-Gemisches
(12) abhängigen Ionisationsstrom erfasst, einer Signalverarbeitungseinrichtung (3)
die in Abhängigkeit von einem Ionisationsstromsignal (13, 21) eine Regelgrösse (14)
für eine Regeleinrichtung (4) bereitstellt, die das Gas-Luft-Verhältnis (12) für die
Verbrennung nach einem Sollwert einstellt, dadurch gekennzeichnet, dass der Gasbrenner einen Gemischzufuhrraum (26, 27) für das Gas-Luft-Gemisch (12) aufweist,
der einen der Ionisationselektrode (2) zugeordneten Bereich (26) umfasst, der durch
eine Abtrennung (25)von dem übrigen Bereich (27) des Gemischzufuhrraumes getrennt
ist, wobei der Gemischzufuhrraum (26, 27) so aufgebaut ist, dass das Gas-Luft-Gemisch
(12) in dem der Ionisationselektrode (2) zugeordneten Bereich (26) einen höheren Druck
aufweist als in dem übrigen Bereich (27).
2. Gasbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (25) eine geschlossene Fläche für das in dem der Ionisationselektrode
(2) zugeordneten Bereich (26) befindliche Gas-Luft-Gemisch (12) bildet und dass an
der Gemischzufuhrseite eine oder mehrere Öffnungen (29) vorgesehen sind, durch die
das Gas-Luft-Gemisch (12) in den übrigen Bereich (27) des Gemischzufuhrraumes strömt,
wobei die Öffnungen (29) einen Druckabfall bewirken.
3. Gasbrenner nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen der Öffnungen (29) mittels eines austauschbaren Einsatzes veränderbar
sind, wodurch der durch die Öffnungen (29) bewirkte Druckabfall an die Brennerleistung
bzw. an den Brennertyp anpassbar ist.
4. Gasbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtrennung (25) eine homogene Gemischdurchtrittsfläche aufweist, durch die das
in dem der Ionisationselektrode (2) zugeordneten Bereich (26) befindliche Gas-Luft-Gemisch
(12) in den übrigen Bereich (27) des Gemischzufuhrraumes strömt, wobei die Abtrennung
(25)einen Druckabfall bewirkt.
5. Gasbrenner nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gemischdurchtrittsfläche der Abtrennung (25) mittels eines austauschbaren Einsatzes
veränderbar ist, wodurch der durch die Abtrennung (25) bewirkte Druckabfall an die
Brennerleistung bzw. an den Brennertyp anpassbar ist.
6. Gasbrenner nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gemischzufuhrraum (26, 27) durch einen Gemischverteiler (24) so abgeschlossen
ist, dass das in dem Gemischzufuhrraum (26, 27) befindliche Gas-Luft-Gemisch (12)
durch eine homogene Gemischdurchtrittsfläche des Gemischverteilers (24) zu der Brenneroberfläche
(23) strömt.
7. Gasbrenner nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Brenneroberfläche (23) zwischen dem Gemischverteiler (24) und einem Feuerraum
(28) so angeordnet ist, dass das Gas-Luft-Gemisch (12) durch die Brenneroberfläche
(23) in den Feuerraum (28) strömt.
8. Gasbrenner nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Brenneroberfläche (23) eine homogene Gemischdurchtrittsfläche aufweist.