[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Halteklammer für Karten, wie Identifikationskarten
und Ausweiskarten, mit zwei über ein Joch verbundenen Halteschenkeln, die zwischen
sich einen entgegen einer Einschubrichtung für die Karte geöffneten Aufnahmeschlitz
bilden.
[0002] Kartenhalter der vorgenannten Art sind bekannt. Sie werden beispielsweise an Halsbändern
oder Schlüsselbunden angebracht, um dort eine ldentifikations- oder Ausweiskarte für
etwaiges Sicherheitspersonal offensichtlich mit sich zu führen. Der Aufnahmeschlitz
des Kartenhalters ist in der Regel mit zumindest abschnittsweise quer zur Einschubrichtung
in den Aufnahmeschlitz hineinragenden Halteelementen versehen, die einen Reib-, Kraft-
und/oder Formschluss mit einer in den Schlitz eingeschobenen Karte herstellen, um
diese festzuhalten. Insbesondere der Reibschluss kann begünstigt werden, wenn die
Halteelemente einen relativ hohen Haftreibkoeffizienten aufweisen.
[0003] Ein derartiger Kartenhalter ist beispielsweise in der
US-Patentanmeldung 2006/0117630 A1 beschrieben. Die Halteschenkel dieses Kartenhalters umspannen einen Aufnahmeraum
für eine Karte, der sich entgegen der Einschubrichtung öffnet und mit einem formschlüssig
befestigten elastischen Einsatz versehen ist. Der elastische Einsatz hat zwei von
einem Joch ausgehende Schenkel, von denen aus sich jeweils mit ihren flachen Köpfen
gegenüberstehende Haltelamellen erstrecken, die zwischen sich einen Aufnahmeschlitz
für die Karte vorgeben. Die Haltelamellen sind in Einschubrichtung geneigt. Dies soll
ein Einschieben der Karte erleichtern und deren Herausziehen erschweren.
[0004] Die Druckschrift
DE 75 25 780 U zeigt einen Kalter mit zwei Klemmstücken, die einen Aufnahmeschlitz für flächige
Kennzeichnungsträger bilden, wobei ein angeformter Nocken deren sicheres Festhalten
ermöglicht.
[0005] In der Druckschrift
DE 650 290 A ist ein Preisschildhalter beschrieben, bei dem durch einen wellenförmigen Einsteckschlitz
Hervorwölbungen gebildet sind, die einen festen Sitz eines in den Einsteckschlitz
eingeschobenen Kartons gewährleisten.
[0006] Bei den bekannten und insbesondere dem in der
US-Patentanmeldung 2006/0117630 A1 genannten gattungsgemäßen Kartenhalter ist von Nachteil, dass er nur unzufriedenstellend
bei Karten verschiedener Dicke oder anderen zu haltenden Gegenständen, wie beispielsweise
einzelnen dünnen Blättern aus Papier oder Plastik, eingesetzt werden kann. So geben
die Halteelemente eine festgelegte minimale Spaltbreite vor und können keine Karten
oder Ähnliches halten, deren Dicke diese Spaltbreite unterschreitet. Bei verhältnismäßig
dicken Karten hingegen steigt der Kraftaufwand zum Einsetzen und Herausziehen überproportional
an, weil die vorgegebene Schlitzbreite weit überschritten wird und dies eine starke
Verformung der Haltelamellen nach sich zieht, die in der Folge beschädigt werden können.
[0007] Der Erfindung liegt folglich die Aufgabe zugrunde, den eingangs genannten Kartenhalter
zu verbessern und insbesondere ein schonendes Halten von Karten verschiedener Dicken
mit angemessener Haltekraft zu ermöglichen.
[0008] Bei einer gattungsgemäßen Halteklammer der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass wenigstens einer der beiden Halteschenkel mit
wenigstens einem sich zumindest abschnittsweise zum jeweils anderen Halteschenkel
hervorwölbenden Andruckkissen versehen ist, das aus einem weicheren Material als der
Halteschenkel gebildet ist.
[0009] Gegenüber dem Stand der Technik hat diese Lösung der Vorteil, dass die Wölbung des
Andruckkissens dank seiner Elastizität einen punktuellen Reib- und Kraftschluss mit
dem Klemmgut, wie einer zu haltenden Karte oder einem Blattgutstapel, ermöglicht.
Insbesondere bei mit einer Vertiefung oder einem Halteloch versehenen Karten kann
die Wölbung darüber hinaus in die Vertiefung oder das Halteloch eingreifen und einen
Formschluss mit der Karte herbeiführen. Des Weiteren können Karten verschiedener Dicken
unter angemessenem Kraftaufwand entlang der Wölbung in den Aufnahmeschlitz eingeführt
und bis zum Anschlag an einen Scheitelpunkt des Joches in allen Richtungen unter gleichem
Kraftaufwand genau positioniert werden.
[0010] Diese erfindungsgemäße Lösung kann mit den folgenden weiteren jeweils für sich vorteilhaften
Ausführungsformen beliebig kombiniert und weiter verbessert werden:
[0011] So kann gemäß einer ersten möglichen vorteilhaften Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Halteklammer vorgesehen sein, dass das Andruckkissen in der Einschubrichtung zumindest
abschnittsweise den ihn gegenüberliegenden Halteschenkel überlappt. Somit besteht
kein Zwischenraum zwischen dem als Halteelement fungierenden Andruckkissen und dem
ihm am Aufnahmeschlitz gegenüberliegenden Halteschenkel. Folglich ist für die zu haltenden
Karten keine minimale Dicke durch die Weite eines Aufnahmespaltes vorgegeben und es
können beliebig dünne Karten in einer erfindungsgemäßen Halteklammer gehalten werden.
[0012] Gemäß einer weiteren möglich vorteilhaften Ausführungsform kann der eine Halteschenkel
eine Ausnehmung aufweisen, in die das Andruckkissen des anderen Halteschenkels hineinragt.
Die Ausnehmung kann beispielsweise lediglich als Vertiefung oder als durchgehendes
Loch ausgestaltet sein. Indem das Andruckkissen in die Ausnehmung hineinragt kann
eine Überlappung des Haltekissens und des ihm gegenüberliegenden Halteschenkels einfach
realisiert werden.
[0013] Die elastischen Eigenschaften des Andruckkissens lassen sich gemäß einer weiteren
möglichen vorteilhaften Ausführungsform verbessern, wenn das Andruckkissen auf einer
vom Aufnahmeschlitz abgewandten Seite eine in Richtung des Aufnahmeschlitzes gewölbte
Aussparung aufweist. Die Aussparung kann das Andruckkissen gezielt schwächen, um im
Bereich seiner kalottenförmigen Wölbung in Richtung des ihm gegenüberliegenden Halteschenkels
eine erhöhte Materialdicke zu vermeiden und die Verformbarkeit des Andruckkissens
quer zur Einschubrichtung zu verbessern. Insbesondere bei relativ dicken Karten wird
somit vermieden, dass der Kraftaufwand zum Ein- und Ausstecken der Karte überproportional
ansteigt. Zugleich sind die auf Karten verschiedener Dicke wirkenden Haltekräfte dank
der verbesserten Elastizität des Andruckkissens ähnlich groß bzw. bei relativ dicken
Karten nicht übermäßig erhöht und bei relativ dünnen Karten nicht zu sehr geschwächt.
[0014] Gemäß einer weiteren möglichen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein,
dass der mit dem Andruckkissen versehene Halteschenkel eine Ausnehmung aufweist, in
die das Andruckkissen zumindest teilweise eingelassen ist. Die Ausnehmung kann auch
als durchgehendes Loch ausgestaltet sein, die das Andruckkissen wenigstens teilweise
einfasst. Somit ist der Halt des Andruckkissens an dem Halteschenkel insbesondere
parallel zur Einschubrichtung verbessert. Dadurch kann ein Ablösen des Andruckkissens
vom Halteschenkel beim Bewegen einer Karte im Aufnahmeschlitz vermieden werden.
[0015] Das Einführen einer Karte in den Aufnahmeschlitz lässt sich gemäß einer weiteren
möglichen vorteilhaften Ausführungsform dadurch erleichtern, dass sich eine dem Aufnahmeschlitz
zugewandet Oberfläche des Halteschenkels zumindest in der Einschubrichtung im Wesentlichen
absatzfrei in einer Oberfläche des Andruckkissens fortsetzt. Somit kann eine Karte
einfach entlang des mit dem Andruckkissen versehenen Halteschenkels auf das Andruckkissen
geschoben werden. In anderen Worten setzt sich die Oberfläche des Andruckkissens in
einem Verbindungs- oder Übergangsbereich zu dem mit dem Andruckkissen versehenen Klemmschenkel
zumindest abschnittsweise bündig in einer Oberfläche des Klemmschenkels fort bzw.
schließt damit bündig ab. Von dieser Oberfläche aus kann die Wölbung des Andruckkissens
in Richtung des ihm gegenüberliegenden Halteschenkels ansteigen, was ein Heraufschieben
einer Karte auf die Wölbung erleichtert.
[0016] Gemäß einer weiteren möglichen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein,
dass das Andruckkissen stoffschlüssig, mit einem der beiden Klemmschenkel verbunden
ausgeformt ist. Durch den Stoffschluss wird eine innige Verbindung zwischen Anduckkissen
und Halteschenkel gewährleistet, die den Halt des Andruckkissens am Halteschenkel
und folglich die Stabilität einer erfindungsgemäßen Halteklammer verbessert.
[0017] Gemäß einer weiteren möglichen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein,
dass sie auf einer vom Aufnahmeschlitz abgewandten Seite eine sich vom Joch weg erstreckende
und mit einem Befestigungsmittel versehene Befestigungslasche aufweist. An dem Befestigungsmittel,
beispielsweise an einem Loch in der Befestigungslasche, können Anbringungsmittel,
wie beispielsweise Halsbänder oder Ringe eines Schlüsselbundes, einfach befestigt
werden.
[0018] Die Handhabung einer erfindungsgemäßen mit einer Befestigungslasche versehenen Halteklammer
kann verbessert werden, wenn gemäß einer weiteren möglichen vorteilhaften Ausführungsform
vorgesehen ist, dass die Befestigungslasche sich in einem seitlichen Querschnitt des
Kartenhalters von einer Mitte des Joches weg erstreckt. Die mittige Anbringung der
Befestigungslasche an dem Joch werden an ihr angreifende Zugkräfte entlang einer Mittelachse
bzw. Mittenebene in die Halteklammer eingeleitete und diese kann somit weitgehend
ausbalanciert aufgehängt werden, was die Darstellung von ihr gehaltener Karten im
Gegensatz zu einer schrägen, unbalancierten Aufhängung verbessern kann.
[0019] Gemäß einer weiteren möglichen vorteilhaften Ausführungsform kann vorgesehen sein,
dass die Halteklammer als ein Spritzgussteil ausgeführt ist. Beispielsweise können
sowohl ein das Joch und die Halteschenkel umfassender Grundkörper als auch das Andruckkissen
einfach aus thermoplastischen und spritzfähigen Kunststoffen hergestellt werden. Dies
hilft, die Herstellungskosten einer erfindungsgemäßen Halteklammer zu mindern. Des
Weiteren ist es denkbar, dass eine innige, formschlüssige und womöglich stoffschlüssige
Verbindung zwischen dem Andruckkissen und dem Rundkörper erzeugt wird, wenn das Andruckkissen
an dem Grundkörper an- bzw. in diesen eingespritzt wird.
[0020] Im Folgenden wird die Erfindung anhand vorteilhafter Ausführungsformen mit Bezug
auf die Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Die beschriebenen Ausführungsformen
stellen dabei lediglich mögliche Ausgestaltungen dar, bei denen jedoch die einzelnen
Merkmale, wie oben beschrieben ist, unabhängig voneinander realisiert und weggelassen
werden können. In den Erläuterungen werden gleiche Elemente der Erfindung durchgehend
mit gleichen Bezugszeichen benannt, um unnötig wiederholende Beschreibungen zu vermeiden.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Perspektivansicht einer erfindungsgemäßen Halteklammer;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Halteklammer;
- Fig. 3
- eine schematische Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Halteklammer;
- Fig. 4
- eine schematische Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Halteklammer entlang der
Schnittlinie A-A in Fig. 3.
[0022] Zunächst wird eine erfindungsgemäße Haltekammer 1 anhand ihrer schematischen Perspektivansicht
in Fig. 1 erklärt. Die Halteklammer 1 hat zwei über ein Joch 2 verbundene Halteschenkel
3, 4. Die Halteschenkel 3, 4 sind voneinander beabstandet und bilden zwischen sich
einen Aufnahmeschlitz 5 für eine Karte, wie beispielsweise eine Identifikationskarte.
In dem Aufnahmeschlitz 5 ist ein kalottenförmiges Andruckkissen 6 angeordnet, das
sich vom Halteschenkel 4 in Richtung des Halteschenkels 3 hervorwölbt. In einem dem
Andruckkissen 6 gegenüberliegenden Bereich des Halteschenkels 3 ist dieser mit einer
Ausnehmung 7 in Form einer Durchführung versehen, in die das Andruckkissen 6 hineinragt.
[0023] Auf einer vom Aufnahmeschlitz 5 abgewandten Seite des Joches 2 ist die Halteklammer
1 mit einer Befestigungslasche 8 versehen. Die Befestigungslasche 8 weist ein Befestigungsmittel
9 in Form einer Durchführung bzw. eines Loches auf. An dem Befestigungsmittel 9 können
Anbringungsmittel (nicht gezeigt), wie beispielsweise Bänder oder Schlüsselringe,
befestigt werden, um die Halteklammer 1 bequem mit sich führen zu können.
[0024] In Fig. 2 ist der Kartenhalter 1 aus Fig. 1 in einer schematischen Seitenansicht
gezeigt. Hier wird deutlich, dass das Andruckkissen 6 sich von dem Halteschenkel 4
aus hervorwölbend mit dem Halteschenkel 3 überlappt. Somit existiert an einer Projektion
in einer Einschubrichtung E zwischen dem Andruckkissen 6 und dem ihm gegenüberliegenden
Halteschenkel 3 kein Spalt oder Zwischenraum, der eine minimale Dicke mit der Halteklammer
1 festklammbarer Güter vordefiniert. Es können folglich beliebig dünne Karten oder
beispielsweise Bleche, Blätter oder Blattgutstapel sicher von der Halteklammer 1 im
Aufnahmeschlitz 5 aufgenommen und gehalten werden.
[0025] Ferner ist in Fig. 2 ersichtlich, dass die Befestigungslasche 8 sich von einer vom
Aufnahmeschlitz abgewandten Seite 10 des Joches aus mittig weg erstreckt. Die Halteschenkel
3, 4, das Joch 2 und die Befestigungslasche 8 sind folglich symmetrisch zu einer Mittelachse
M der Halteklammer 1 angeordnet.
[0026] In Fig. 3 ist die Halteklammer 1 aus Fig. 1 und 2 in einer schematischen Vorderansicht
gezeigt. In dieser Ansicht wird insbesondere deutlich, dass das Andruckkissen 6 am
Halteschenkel 4 direkt gegenüber der Ausnehmung 7 im Halteschenkel 3 angeordnet ist.
Die Ausnehmung 7 hat einen größeren Umfang als das Haltekissen 6, das sich von einem
flachen Abschnitt einer dem Halteschenkel 3 zugewandten Oberfläche 11 aus hervorwölbt.
Der größere Umfang der Ausnehmung 7 gegenüber dem Umfang des Andruckkissens 6 ist
vorteilhaft, weil insbesondere relativ dicke Klemmgüter mit einer gewissen Elastizität
sich der Kontur des Haltekissens 6 und der Ausnehmung 7 anpassen können, wozu die
Umfangsdifferenz zwischen Andruckkissen und Ausnehmung ihnen einen benötigten Freiraum
gewährt.
[0027] Ferner ist in Fig. 3 zu erkennen, dass die Halteklammer 1 symmetrisch zu einer Symmetrieachse
S aufgebaut ist und somit eine Rundung 12 der Halteschenkel 3, 4 auf deren entgegen
der Einführrichtung E weisenden Seite einen Scheitelpunkt 13 hat, der auf der Symmetrieachse
S liegt. Neben ästhetischen Aspekten erleichtert die Rundung 12 ein Einführen von
Klemmgütern in den Aufnahmeschlitz 5, weil die Klemmgüter für eine möglichst ausbalancierte
Aufnahme in der Halteklammer 1 am Scheitelpunkt 13 der Rundung 12 ausgerichtet werden
können.
[0028] In Fig. 4 ist die Halteklammer aus den Fig. 1 bis 3 in einer schematischen Schnittansicht
entlang der Schnittlinie A-A in Fig. 3 gezeigt. Die Schnittlinie A-A liegt auf der
Symmetrieachse S der Halteklammer 1.
[0029] In Fig. 4 wird deutlich, dass eine kalotten- bzw. kugelabschnittsförmige Wölbung
14 von der dem Halteschenkel 3 zugewandten Oberfläche 11 aus hervorstehend bis in
die Ausnehmung 7 des Halteschenkels 3 hineinragt. Somit überlappt sich das Andruckkissen
6 bzw. dessen Wölbung 14 in der Einschubrichtung E mit dem Halteschenkel 3. Klemmgüter,
deren Dicke kleiner als eine Weite W des Aufnahmeschlitzes 5 ist bzw. deren Dicke
die Weite nicht wesentlichen übersteigt, können in den Aufnahmeschlitz 5 eingeführt
werden. Damit die Klemmgüter auf das Andruckkissen 6 und dessen Wölbung 14 geschoben
werden können, schließt die Oberfläche 11 des Andruckkissens 6 in einem Verbindungsbereich
15 zwischen dem Andruckkissen 6 und dem Halteschenkel 4 bündig mit einer dem Halteschenkel
3 zugewandten Seite 16 des Halteschenkels 4 bzw. deren Oberfläche bündig ab. In anderen
Worten befindet sich kein Absatz im Übergang von der Oberfläche 16 des Halteschenkels
3 zur Oberfläche 11 des Andruckkissens 6.
[0030] Insbesondere bei relativ dicken Klemmgütem ist es von Vorteil, dass das Andruckkissen
6 auf einer vom Aufnahmeschlitz 5 abgewandten Seite 17 mit einer Ausnehmung 18 versehen
ist. Die Ausnehmung 18 ist auf einer Symmetrieachse H des Andruckkissens 6 angeordnet,
auf der auch ein Scheitelpunkt 19 der Wölbung 14 des Andruckkissens 6 liegt. Die Ausnehmung
18 schwächt das Andruckkissen 6 in einem Bereich, in dem dessen Stärke B aufgrund
der Wölbung 14 gleich einer maximalen Stärke B' ist, die eine Dicke bzw. Stärke D
des Halteschenkels 4 übersteigt. Dadurch wird die Elastizität des Andruckkissens 6
quer zur Einschubrichtung E bzw. entlang dessen Symmetrieachse H verbessert und die
vom Andruckkissen 6 auf das Klemmgut in Richtung des Halteschenkels 3 quer zur Einschubrichtung
E ausgeübte Andruckkraft steigt nicht übermäßig an, wenn eine Dicke des Klemmgutes
in etwa der Weite W des Aufnahmeschlitzes 5 entspricht.
[0031] Des Weiteren ist Fig. 4 zu entnehmen, dass das Andruckkissen 6 aus einem anderen
Material als ein das Joch 2, die Halteschenkel 3, 4 und die Befestigungslasche 8 umfassender
Grundkörper 20 der Halteklammer 1 besteht. So kann der Grundkörper 20 beispielsweise
als eine auf einem Kunststoff, wie beispielsweise Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS)
als Hartkomponente und das Andruckkissen 6 aus einem thermoplastischen Elastomer (TPE)
gebildet sein. Der Grundkörper 20 und das Andruckkissen 6 können in Spritzgussverfahren
ausgeformt werden. Dabei ist es insbesondere von Vorteil, wenn das Andruckkissen 6
an den Grundkörper 20 bzw. in eine Ausnehmung 21 am Halteschenkel 3 angespritzt wird.
Dabei kann die Ausnehmung 18 am Andruckkissen 6 in Form einer Kalotte als Anspritzpunkt
verwendet werden.
[0032] Es ist von Vorteil, wenn das Andruckkissen 6, wie in Fig. 4 gezeigt, in die Ausnehmung
21 des Halteschenkels 4 eingelassen ist. Somit hat das Andruckkissen 6 einen festen
Halt am Halteschenkel 4 und kann insbesondere durch in Einschubrichtung E wirkende
Kräfte nicht vom Halteschenkel 4 bzw. vom Grundkörper 20 gelöst werden. Ferner ermöglicht
das Einlassen des Andruckkissens 6 in die Ausnehmung 21, die Halteklammer 1 möglichst
flach und somit platzsparend auszuführen.
[0033] Im Rahmen des Erfindungsgedankens sind Abweichungen von der oben beschriebenen Ausführungsform
möglich. So muss das Andruckkissen 6 nicht zwangsläufig kalottenförmig ausgeformt
sein, sondern kann auch andere, wie beispielsweise im Querschnitt im Wesentlichen
dreieckige Formen aufweisen, die ebenso wie die Wölbung 14 eine Schräge bilden, auf
die in den Einführspalt 5 eingeführte Güter aufgeschoben und bequem zwischen dem Andruckkissen
6 und dem ihm gegenüberliegenden Halteschenkel 4 festgeklemmt werden können.
[0034] Des Weiteren können eine Vielzahl von Haltekissen 6 vorgesehen werden, die sich vom
Halteschenkel 3 aus hervorwölben.
[0035] Wenn sich das Haltekissen 6 mit dem ihm gegenüberliegenden Halteschenkel 4 in Einschubrichtung
E überlappt, kann ein Überlappungsbereich auch als quer zur Einschubrichtung E vom
Halteschenkel 4 in Richtung des Einführspaltes hervorstehende Rastnase oder Klemmleiste
ausgeführt sein. Wenn zur Überlappung vorgesehen ist, dass das Andruckkissen 6 in
einer Ausnehmung am Halteschenkel 4 hineinragt, ist es nicht zwingend ertorderlich,
dass diese Ausnehmung als Durchführung ausgebildet ist, sondern die Ausnehmung kann
auch als einfache Vertiefung am Halteschenkel 4 ausgeführt sein.
1. Halteklammer (1) für Karten, wie Identfikations- und Ausweiskarten, mit zwei über
ein Joch (2) verbundenen Halteschenkeln (3, 4), die zwischen sich einen entgegen einer
Einschubrichtung (E) für die Karte geöffneten Aufnahmeschlitz (5) bilden, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der beiden Halteschenkel (3, 4) mit wenigstens einem sich zumindest
abschnittsweise zum jeweils anderen Halteschenkel (3, 4) hervorwölbenden Andruckkissen
(6) versehen ist, das aus einem weicheren Material als der Halteschenkel (3, 4) gebildet
ist.
2. Halteklammer (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Andruckkissen (6) in der Einschubrichtung (E) zumindest abschnittsweise den ihm
gegenüberliegenden Halteschenkel (3, 4) überlappt.
3. Halteklammer (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass einer der Halteschenkel (3, 4) eine Ausnehmung aufweist, in die das Andruckkissen
(6) des anderen Halteschenkels (3, 4) hineinragt.
4. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Andruckkissen (6) auf einer vom Aufnahmeschlitz (5) abgewandten Seite (17) eine
in Richtung des Aufnahmeschlitzes (5) gewölbte Ausnehmung (18) aufweist.
5. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Andruckkissen (6) versehene Halteschenkel (3) eine Ausnehmung (21) aufweist,
in die das Andruckkissen (6) zumindest teilweise eingelassen ist.
6. Halteklammer (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine dem Aufnahmeschlitz (5) zugewandte Oberfläche (16) des Halteschenkels (3)
zumindest in der Einschubrichtung (E) im Wesentlichen absatzfrei in einer Oberfläche
(11) des Andruckkissens (6) fortsetzt.
7. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Andruckkissen (6) stoftschlossig mit einem der beiden Halteschenkel (3, 4) ausgeformt
ist.
8. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie auf einer vom Aufnahmeschlitz (5) abgewandten Seite (10) eine sich vom Joch (2)
weg erstreckende und mit einem Befestigungsmittel (9) versehene Befestigungslasche
(8) aufweist.
9. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungslasche (8) sich in einem seitlichen Querschnitt der Halteklammer
(1) von einer Mitte des Joches (2) weg erstreckt.
10. Halteklammer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie als ein Spritzgussteil ausgeführt ist.