[0001] Die Erfindung betrifft eine Kosmetikeinheit umfassend einen Vorratsbehälter zur Aufnahme
einer kosmetischen Substanz, einen in die kosmetische Substanz eintauchbaren Applikator
und eine an einer Behälteröffnung des Vorratsbehälters angeordnete verstellbare Abstreifteileinheit
zum Abstreifen von kosmetischer Substanz von dem Applikator.
[0002] Derartige Kosmetikeinheiten mit einer verstellbaren Abstreifteileinheit sind bereits
bekannt, beispielsweise aus der
US 4 194 848,
US 4241 743,
US 4261 376,
US 4433 928,
US 4609 300,
DE 35 13025 C2 und
EP 1714 579 B1. Bei diesen bekannten Abstreifern lässt sich eine Abstreiföffnung so verstellen,
dass beim Durchziehen des Applikators durch den Abstreifer eine unterschiedliche Menge
an kosmetischer Substanz abgestreift wird, so dass auf dem Applikator eine in gewissem
Umfang einstellbare Menge der kosmetischen Substanz verbleibt und ein unterschiedlicher
Auftrag erreicht werden kann.
[0003] Die Variation der Abstreiföffnung erfolgt bei den bekannten verstellbaren Abstreifteileinheiten
auf unterschiedliche Weise. In der
US 4 194 848 wird eine Variante beschrieben, bei der das Abstreifelement in sich verdrillt wird.
Dadurch ist allerdings kein gleichmäßiges Abstreifen mehr gewährleistet. Bei einer
anderen Variante, die auch in der
US 4 261 376 beschrieben ist, wird die Position des Abstreifelements relativ zu einer anderen,
ebenfalls mit einer Öffnung versehenen Komponente verändert, so dass die insgesamt
resultierende freie Abstreiföffnung in ihrem Flächeninhalt variiert wird. Bei anderen,
beispielsweise in der
US 4241 743,
US 4 433 928,
US 4 609 300 und
DE 35 13 025 C2 beschriebenen Ausgestaltungen wird das Abstreifelement längs einer weiteren Führungskomponente
geführt oder eine derartige Führungskomponente wird gegen das Abstreifelement gedrückt,
so dass sich im Ergebnis jeweils die Flache der Abstreiföffnung verändert.
[0004] Bei den im Stand der Technik beschriebenen Lösungen kann es vor allem nach längerem
Gebrauch und nach längerer Einstellung ein und derselben Größe der Abstreiföffnung
dazu kommen, dass eine Verstellung nicht mehr möglich ist. Dies kann beispielsweise
aufgrund einer Verklebung des Abstreifelements mit der kosmetischen Substanz und/oder
aufgrund eines (Teil-)Verlusts der Elastizität des Abstreifers resultieren.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, eine Kosmetikeinheit der eingangs
bezeichneten Art anzugeben, die eine dauerhafte Verstellbarkeit der Abstreifteileinheit
gewährleistet.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Kosmetikeinheit entsprechend den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 angegeben. Wesentliche Aspekte dieser erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit
bestehen darin, dass die Abstreifteileinheit aus mehreren separaten Komponenten aufgebaut
ist, wobei trotzdem eine feste Verbindung zwischen der unteren axialen Randzone des
Abstreifers mit dem Vorratsbehälter und der oberen axialen Randzone des Abstreifers
mit dem Halsteil vorgesehen ist. Diese Verbindung ist insbesondere so fest ausgestaltet,
dass sie sich während des normalen Gebrauchs der erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit
- auch nach längerer Gebrauchsdauer und vor allem auch nach mehrfacher Verstellung
der Abstreifteileinheit - nicht löst. Diese feste Anbindung des Abstreifers an die
beiden axial benachbarten Komponenten, also den Vorratsbehälter und den Halsteil,
führt dazu, dass bei einer mittels der Verstellhülse hervorgerufenen Veränderung des
Abstands zwischen der Behälteröffnung und dem Halsteil der Abstreifer zwangsweise
mitgeführt wird, wobei diese Führung sowohl in Richtung eines sich verkleinernden
Abstands als auch in Richtung eines sich vergrößernden Abstands wirkt. Damit ist eine
dauerhafte Verstellbarkeit der erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit gegeben, selbst wenn
die Abstreifteileinheit über eine längere Dauer nicht verstellt worden ist oder der
Abstreifer alterungsbedingt einen Teil seiner Elastizität verloren hat. Die aufgrund
der festen Verbindung mit den benachbarten Komponenten gegebene Führung wirkt auch
in diesen Konstellationen, so dass die Öffnungsfläche der Abstreiföffnung bei der
erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit auch dann noch verändert werden kann.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit ergeben sich aus
den Merkmalen der von Anspruch 1 abhängigen Ansprüche.
[0008] Die in den Ansprüchen 2 und 3 genannten Rastnut-Rastwulst-Verbindungen stellen eine
einfache, aber doch dauerhaft wirksame feste Verbindung zwischen dem Abstreifer und
der jeweils benachbarten Komponente, also dem Vorratsbehälter bzw. dem Halsteil, dar.
[0009] Aufgrund der gemäß Anspruch 4 vorgesehen Einschnürung verformt sich der Abstreifer
gerade im Bereich der Abstreiföffnung besonders effizient, wenn eine Zug- oder Druckkraft
in axialer Richtung, d.h. in Richtung einer zentralen Mittellangsachse der Kosmetikeinheit,
aufgebracht wird. Die Fläche der Abstreiföffnung verändert sich dadurch wunschgemäß.
Die Einschnürung des Abstreifers steht, abgesehen von dem auf der Innenseite angeordneten
Applikator und dessen Stiel, mit keinem anderen Element der Kosmetikeinheit in unmittelbarem
Kontakt, insbesondere nicht an der Außenseite des Abstreifers. Ganz allgemein wird
bei der erfindungsgemäßen Kosmetikeinheit eine Veränderung der Abstreiföffnungsfläche
führungsfrei, d.h. ohne Kontakt zu Führungskomponenten, die ansonsten bei bekannten
Kosmetikeinheiten mittels entsprechender Anlageflächen eine Veränderung der Abstreiföffnung
herbeiführen, erreicht. Die Variation der Abstreiföffnungsfläche ergibt sich aufgrund
einer Eigenverformung im Bereich der Einschnürung ausschließlich aufgrund einer axial
auf den Abstreifer einwirkenden Zug- oder Druckkraft.
[0010] Die gemäß Anspruch 5 vorgesehene Ausgestaltung bewirkt, dass der Vorratsbehälter
und das Halsteil nur in axialer Richtung gegeneinander in ihrer Position verändert
werden können. Eine relative Positionsveränderung in Umfangsrichtung wird dagegen
durch den in die Wandausnehmung eingreifenden Kopplungssteg verhindert.
[0011] Das gemäß Anspruch 6 vorgesehene Hülsengewinde setzt eine Drehbewegung in einfacher
Weise in eine Längsbewegung um, so dass die gewünschte Zug- oder Druckkraft in axialer
Richtung auf den Abstreifer aufgebracht werden kann.
[0012] Die Ausgestaltungen gemäß der Ansprüche 6 und 7 verhindern ein Überdrehen des Hülsengewindes
und damit eine Zerstörung der Kosmetikeinheit.
[0013] Die Zwangsführungen gemäß Anspruch 9 und 10 stellen sicher, dass das Halsteil bei
einem Verdrehen der Verstellhülse unabhängig von der Drehrichtung axial bezüglich
des Vorratsbehälters nach oben oder nach unten verschoben wird. Die Zwangsführung
wirkt also insbesondere in beide Richtungen, bezogen auf die Verstellhülse also in
beide Drehrichtungen und bezogen auf das Halsteil und den Vorratsbehälter in beide
axiale Richtungen.
[0014] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1 und 2:
- ein Ausführungsbeispiel einer Kosmetikeinheit mit einer verstellbaren Abstreifteileinheit
in einem Längsquerschnitt bzw. einer Seitenansicht,
- Fig. 3
- einen Längsquerschnitt eines Vorratsbehälters mit aufgesetzter Abstreifteileinheit
der Kosmetikeinheit gemäß Fig. 1 und 2,
- Fig. 4 bis 6
- einen Vorratsbehälter der Kosmetikeinheit gemäß Fig. 1 und 2 in zwei Seitenansichten
bzw. einem Längsquerschnitt,
- Fig. 7 und 8
- ein Halsteil der Abstreifteileinheit der Kosmetikeinheit gemäß Fig. 1 und 2 in einer
perspektivischen Ansicht bzw. einem Längsquerschnitt,
- Fig. 9 und 10
- eine Verstellhülse der Abstreifteileinheit der Kosmetikeinheit gemäß Fig. 1 und 2
in einer perspektivischen Ansicht bzw. einem Längsquerschnitt,
- Fig. 11 bis 13
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Abstreifers der Abstreifteileinheit der Kosmetikeinheit
gemäß Fig. 1 und 2 in einer perspektivischen An- sicht, einem Längsquerschnitt bzw.
einer Draufsicht von einer axialen Stirnseite aus, und
- Fig. 14
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Abstreifers der Abstreifteileinheit der Kosmetikeinheit
gemäß Fig. 1 und 2 in einem Längsquerschnitt.
[0015] Einander entsprechende Teile sind in den Fig. 1 bis 14 mit denselben Bezugszeichen
versehen.
[0016] Das in Fig. 1 und 2 gezeigte Ausführungsbeispiel einer Kosmetikeinheit 1 umfasst
als Hauptbestandteile einen Vorratsbehälter 2 zur Aufnahme einer nicht näher gezeigten
kosmetischen Substanz, beispielsweise von Mascara-, Eyeliner-, Lipgloss-, Eyeshadow-,
Nagellack- oder Haarfarbesubstanz, eine Abstreifteileinheit 3 sowie eine weitere kombinierte
Teileinheit mit einem Applikator 4, der mittels eines Applikatorstiels 5 und eines
Gewindeeinsatzes 6 mit einer Kappe 7 verbunden ist. Die Kappe 7 dient zum einen zum
Verschließen des Vorratsbehälters 2 und zum anderen auch als Griff zur Handhabung
des Applikators 4. Die Kosmetikeinheit 1 hat eine zentrale Mittellängsachse 8. Die
Kosmetikeinheit 1 ist aus Kunststoff gefertigt. Die einzelnen Komponenten und insbesondere
der Vorratsbehälter 2 können jeweils als geblasenes oder gespritztes Kunststoffteil
ausgeführt sein.
[0017] Wie insbesondere aus der Längsschnittdarstellung gemäß Fig. 3 hervorgeht, in der
der Vorratsbehälter 2 mit aufgesetzter Abstreifteileinheit 3 gezeigt ist, umfasst
die Abstreifteileinheit 3 ebenfalls mehrere separate, zusammengefügte Einzelkomponenten,
nämlich einen elastisch verformbaren Abstreifer 9 als eigentliches Abstreifelement,
ein Halsteil 10, eine Verstellhülse 11 und ein an einem oberen axialen Ende des Halsteils
10 eingesetztes Dichtungselement 12. Letzteres weist wie der Abstreifer 9 eine gewisse
Elastizität auf, ist aber unabhängig von dem Abstreifer 9 ausgeführt. Das Dichtungselement
12 liegt insbesondere mit seinem oberen axialen Umfangsrand bei aufgesetzter Kappe
7 eng an dem auf das Halsteil 10 aufgeschraubten Gewindeeinsatz 6 an, wodurch eine
sichere Abdichtung der Kosmetikeinheit 1 erreicht wird und die in dem Vorratsbehälter
2 eingefüllte kosmetische Substanz nicht auslaufen kann.
[0018] Das Dichtungselement 12 hat auch einen hohlzylindrischen Fortsatz, der in eine Öffnung
des Halsteils 10 eingesteckt ist und dort mittels einer Ringwulst, die in eine zugehörige
Ringnut 13 (siehe Fig. 8) an einer Innenwand 10 der Öffnung des Halsteils 10 eingreift,
gesichert ist.
[0019] Ringnut-Ringwulst-Verbindungen sind auch zwischen dem Abstreifer 9 und dem Vorratsbehälter
2 sowie dem Halsteil 10 vorgesehen. An einer oberen axialen Randzone 14 läuft an einer
Außenwand des Abstreifers 9 ein Sicherungswulst 15 ringsum (siehe Fig. 12). Dieser
Sicherungswulst 15 greift im montierten Zustand in eine an einer Innenwand des Halsteils
10 vorgesehene korrespondierende, ebenfalls ringsum laufende Sicherungsnut 16 ein
(siehe Fig. 8). Eine ähnliche Verbindung ist auch an einer unteren axialen Randzone
17 des Abstreifers 9 vorgesehen, wo an einer Außenwand des Abstreifers 9 ein weiterer
Sicherungswulst 18 vorgesehen ist (siehe Fig. 12). Letzterer greift in eine an einer
Innenwand eines Behalterhalses 19 vorgesehene Sicherungsnut 20 ein (siehe Fig. 6).
Zusätzlich hat der Abstreifer 9 eine obere, die obere axiale Randzone 14 begrenzende
Schulter 21, die sich im montierten Zustand an einem an der Innenwand des Halsteils
10 vorgesehenen rings umlaufenden Vorsprung 21a abstützt, sowie eine untere, die untere
axiale Randzone 17 begrenzende Schulter 22, die sich im montierten Zustand an einem
oberen Rand des Vorratsbehälters 2 bzw. des Behalterhalses 19 abstützt (siehe Fig.
3 und 12). Insgesamt ergibt sich vor allem aufgrund des Zusammenwirkens der Sicherungswulste
15 und 18 mit der jeweils zugehörigen Sicherungsnut 16 bzw. 20 eine feste Verbindung
zwischen dem Abstreifer 9 und dem Halsteil 10 bzw. dem Vorratsbehälter 2. Diese Verbindung
ist insbesondere so fest, dass sie sich nach der während der Montage erfolgten Einrastung
der jeweiligen Wulst-Nut-Kopplung später während des normalen Gebrauchs der Kosmetikeinheit
1 nicht mehr löst.
[0020] Der Behalterhals 19 hat zwei Wandausnehmungen 23 und 24, die sich ausgehend vom öffnungsseitigen
axialen oberen Rand bzw. Ende des Vorratsbehälters 2 bzw. des Behälterhalses 19 in
axialer Richtung, also in Richtung der Mittellangsachse 8, nach unten in Richtung
des Behälterbodens erstrecken (siehe Fig. 4 bis 6). Die Wandausnehmungen 23 und 24
liegen einander gegenüber. Sie haben in der in Fig. 4 gezeigten Seitenansicht eine
rechteckige Querschnittskontur. Sie sind dadurch gebildet, dass die Behälterwand in
zwei kreisringsektorförmigen Abschnitten, die an den oberen Rand des Behalterhalses
19 angrenzen, mit geringerer Wandstärke ausgeführt ist als an anderen Stellen des
Behalterhalses 19. In radialer Richtung erstrecken sich die Wandausnehmungen 23 und
24 ausgehend von außen ein Stück weit in das Material der Behälterwand hinein, wobei
aber eine Restwand mit der geringeren Wandstärke stehen bleibt. Dadurch bleibt der
Vorratsbehälter 2 auch im Bereich der Wandausnehmungen 23 und 24 dicht gegenüber einem
Austritt der in den Vorratsbehälter 2 eingefüllten kosmetischen Substanz.
[0021] An der Unterseite des Halsteils 10 sind zwei Kopplungsstege 25 und 26 angeformt,
deren Form an die der Wandausnehmungen 23 und 24 angepasst ist. Die Kopplungsstege
25 und 26 erstrecken sich am abstreiferseitigen axialen Ende des Halsteils 10 in axialer
Richtung nach unten weg (siehe Fig. 7 und 8). Im montierten Zustand der Kosmetikeinheit
1 greifen die beiden Kopplungsstege 25 und 26 jeweils mindestens ein Stück weit in
eine der beiden Wandausnehmungen 23 und 24 ein. Dadurch wird erreicht, dass der Vorratsbehälter
2 und das Halsteil 10 zwar in axialer Richtung gegeneinander verschoben werden können,
nicht jedoch in Umfangsrichtung. Hierdurch wird auch eine Führung für das Halsteil
10 erreicht.
[0022] Das Halsteil 10 ist in seiner oberen Hälfte mit einem zweigängigen Außengewinde 27
versehen, auf das der innerhalb der Kappe 7 fest eingesetzte Gewindeeinsatz 6, der
ein korrespondierendes Innengewinde aufweist, aufgeschraubt werden kann. Außerdem
ist in diesem Bereich auch mindestens ein Rastvorsprung 28 vorgesehen, der bei vollständig
aufgeschraubter Kappe 7 in eine nicht näher gezeigte korrespondierende Rastausnehmung
hör- und fühlbar einschnappt, wodurch dem Benutzer angezeigt wird, dass die Kosmetikeinheit
1 nun korrekt verschlossen ist. Außerdem wird durch diesen Rastmechanismus (Click-Close-System)
ein selbstständiges Öffnen der Kosmetikeinheit 1 verhindert.
[0023] Die von außen sicht- und betätigbare Verstellhülse 11 ist sowohl am Halsteil 10 als
auch am Behälterhals 19 drehbeweglich gelagert. Sie stellt neben dem Abstreifer 9
eine weitere Verbindung zwischen dem Vorratsbehälter 2 und dem Halsteil 10 her. Diese
Verbindung ist beweglich. Die Verstellhülse 11 umgibt eine Behälteröffnung 19a des
Vorratsbehälters 2 am oberen Rand des Behälterhalses 19 sowie den Abstreifer 9 und
auch zumindest ein Stück weit das Halsteil 10.
[0024] Zur drehbeweglichen Lagerung am Halsteil 10 hat die Verstellhülse 11 an ihrem oberen
axialen Rand einen nach innen gerichteten Ringvorsprung 29, der an der Innenwand der
Verstellhülse 11 ringsum läuft. Im montierten Zustand liegt dieser Ringvorsprung 29
auf einer korrespondierenden Schulter 30, die an der Außenseite des Halsteils 10 ebenfalls
ringsum laufend vorgesehen ist (siehe Fig. 8 und 10). Darüber hinaus sind in der oberen
Hälfte der Verstellhülse 11 an der Innenwand unterhalb des Ringvorsprungs 29 zwei
kreisringsektorförmige, insbesondere viertelkreisringsektorförmige Wulstvorsprunge
31 vorgesehen, von denen in Fig. 10 nur einer dargestellt ist. Die Wulstvorsprünge
31 sind in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilt an der Innenwand der Verstellhülse
11 angeordnet. Grundsätzlich kann anstelle der beiden Wulstvorsprünge 31 auch ein
durchgehend umlaufender Ringvorsprung vorgesehen sein. Die beiden Wulstvorsprünge
31 greifen im montierten Zustand in eine an der Außenwand des Halsteils 10 ringsum
laufende Nut 32 ein. Aufgrund der zusammenwirkenden Elemente 29 bis 32 wird eine Zwangsführung
zwischen der Verstellhülse 11 und dem Halsteil 10 in beide axiale Richtungen erreicht.
Die Kombination von Ringvorsprung 29 und Schulter 30 überträgt dabei ausschließlich
eine in Richtung des Bodens des Vorratsbehälters 2 gerichtete Kraft von der Verstellhülse
11 auf das Halsteil 10, wohingegen die Kombination der Wulstvorsprünge 31 mit der
Nut 32 in beide axiale Richtungen wirkt. Insofern ist die Kraftwirkung, die von der
Versteilhülse 11 auf das Halsteil 10 in Richtung des Bodens des Vorratsbehälters 2
ausgeübt werden kann, größer als die in entgegengesetzter Richtung.
[0025] In der unteren Hälfte hat die Verstellhülse 11 Kopplungs- bzw. Lagerungselemente,
die zur Kopplung mit dem Behälterhals 19 bestimmt sind. Hierbei handelt es sich um
an der Innenwand vorstehende Gewindevorsprünge 33, 34, 35 und 36, die paarweise axial
nebeneinander und durch einen Gewindegang 37 bzw. 38 axial voneinander getrennt angeordnet
sind. Die beiden Paare der Gewindevorsprunge 33 und 34 einerseits bzw. 35 und 36 andererseits
sind in Umfangsrichtung um 180° versetzt zueinander angeordnet. In den Gewindegängen
37 und 38 sind im montierten Zustand Gewindesegmente 39 und 40 eines am Behälterhals
19 angeordneten Außengewindes geführt. Wie aus Fig. 5 ersichtlich, sind die beiden
Gewindesegmente 39 und 40 versetzt zueinander angeordnet. Sie erstrecken sich in Umfangsrichtung
jeweils über 180°. Ihre End-/Anfangsabschnitte sind axial hintereinander angeordnet.
Außerdem sind ihre an diesen End-/Anfangsabschnitten vorgesehenen Flanken 41 bzw.
42 schräg hinterschnitten. Die Flanken 41, 42 der Gewindesegmente 39, 40 wirken mit
den Gewindevorsprüngen 33 bis 36 der Verstellhülse 11 so zusammen, dass Anschläge
für eine Anfangs- und Enddrehposition der Verstellhülse 11 gegeben sind. In diesen
beiden Endpositionen liegt mindestens eine der Flanken 41, 42 an einer Seitenwand
43 eines der Gewindevorsprünge 33 bis 36 an. Die Seitenwand 43 ist in Fig. 9 beispielhaft
nur für den Gewindevorsprung 34 eingezeichnet. Die Seitenwand 43 ist korrespondierend
zu den Flanken 41, 42 ebenfalls schräg hinterschnitten. Aufgrund dieser aneinander
angepassten schrägen Hinterschneidungen sind die zwischen den Gewindevorsprüngen 33
bis 36 und den Flanken 41, 42 jeweils gebildeten Anschläge besonders sicher. Auf diese
Weise wird selbst bei erhöhtem Kraftaufwand ein Überdrehen der Verstellhülse 11 über
diese Anschläge hinaus verhindert. Der an den Flanken 41, 42 und den Seitenwänden
43 jeweils vorgesehene Hinterschneidungswinkel liegt beispielsweise bei 20°.
[0026] Die Gewindevorsprünge 33 bis 36 sind an ihrer dem unteren axialen Rand der Verstellhülse
11 zugewandten Seite angeschrägt. Dementsprechend sind auch die Gewindesegmente 39
bis 40 ihrer dem oberen axialen Rand 25 des Vorratsbehälters 2 zugewandten Seite angeschrägt.
Dadurch lässt sich die Verstellhülse 11 einfach über die Gewindesegmente 39, 40 aufschnappen.
Da an den anderen Seiten der Gewindevorsprünge 33 bis 36 und der Gewindesegmente 39
und 40 keine vergleichbare Abschrägung vorgesehen ist, lässt sich die Verstellhülse
11 nach einmal erfolgter Montage nicht ohne Beschädigung wieder von dem Vorratsbehälter
2 abziehen. Die Verstellhülse 11 ist also in axialer Richtung fest, aber drehbeweglich
mit dem Vorratsbehälter 2 verbunden. Gleiches gilt aufgrund des Ringvorsprungs 29
und der Schulter 30 auch für die Verbindung zwischen der Verstellhülse 11 und dem
Halsteil 10. Die ineinandergreifenden Gewindevorsprünge 33 bis 36 und Gewindesegmente
39, 40 bilden eine Zwangsführung zwischen der Verstellhülse 11 und dem Vorratsbehälter
2 in beide axiale Richtungen.
[0027] Aufgrund des zwischen dem Behälterhals 19 und der Verstellhülse 11 vorgesehenen Hülsengewindes
wird eine Drehbewegung der Verstellhülse 11 in eine axiale Bewegung zwischen dem Vorratsbehälter
2 einerseits und der Verstellhülse 11, sowie dem mit der Verstellhülse 11 axial gekoppelten
Halsteil 10 andererseits umgesetzt. Mittels einer entsprechenden Verdrehung der Verstellhülse
11 kann insbesondere das Halsteil 10 näher an den Vorratsbehälter 2 herangezogen werden,
wodurch eine axiale Druckkraft auf den Abstreifer 9 ausgeübt wird. Mit der Reduzierung
des axialen Abstands zwischen dem Halsteil 10 und dem Vorratsbehälter 2 reduziert
sich auch die axiale Ausdehnung des Abstreifers 9. Eine Folge davon ist eine Veränderung,
insbesondere eine Verkleinerung einer Abstreiföffnung 44, die im Mittelbereich des
Abstreifers 9 gebildet ist. An dieser Stelle weist der Abstreifer 9 eine ringförmige
Einschnürung 45 auf, so dass der Abstreifer 9 in diesem Bereich in etwa die Form eines
Hyperboloiden aufweist. Der in Fig. 12 und 13 gezeigte Abstreifer 9 hat im Bereich
der Einschnürung 45 in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilt angeordnete Schlitze 46,
so dass die Abstreiföffnung 44 eine im Wesentlichen kreisrunde Öffnungsfläche aufweist,
die mit zusätzlichen zackenartigen Ausnehmungen am Umfangsrand versehen ist (siehe
Fig. 13).
[0028] Grundsätzlich sind auch andere Ausgestaltungen der Abstreiföffnung 44 möglich. Bei
einem diesbezüglich anderes, aber ansonsten im Wesentlichen identisch ausgestalteten
Abstreifer 47, der in Fig. 14 dargestellt ist, hat eine Abstreiföffnung 48 eine runde
Öffnungsfläche, da keine Schlitze 46 im Bereich der Einschnürung 45 vorgesehen sind.
Darüber hinaus sind auch andere geometrische Formen von Abstreiföffnungen möglich,
beispielsweise sternförmige, geschlitzte, usw.
[0029] Die Abstreifer 9 und 47 bestehen aus einem flexiblen Material, wie beispielsweise
Gummi oder Silikon. Die Abstreifer 9 und 47 sind im Mittelbereich nicht vollständig
symmetrisch zur Ebene der Abstreiföffnungen 44 bzw. 48 ausgebildet. So ist die Wandstärke
des Abstreifers 9 bzw. 47 im Bereich der Einschnürung 45 oberhalb der Einschnürung
45 größer als unterhalb. Dadurch wird eine Abstreifkraft gewährleistet, die beim Herausziehen
des Applikators 4 der Bewegungsrichtung des Applikators 4 entgegenwirkt. Außerdem
läuft der Abstreifer 9 bzw. 47 mit einem kegelstumpfförmigen unteren Abschnitt auf
die Abstreiföffnung 44 bzw. 48 zu, wohingegen der obere auf die Abstreiföffnung 44
bzw. 48 zulaufende Abschnitt bauchig mit einer insbesondere nach außen gerichteten
Wölbung ausgeführt ist.
[0030] Aufgrund des bereits beschriebenen Wirkungsmechanismus können die Abstreiföffnungen
44 und 48 verändert werden. Durch das Zusammenpressen des Abstreifers 9 bzw. 47 verringert
sich die Öffnungsfläche der Abstreiföffnung 44 bzw. 48. Bei der geschlitzten Ausführungsform
des Abstreifers 9 lässt sich ein Öffnungsdurchmesser D der Abstreiföffnung um bis
zu 2,5 mm, insbesondere um bis zu 2,2 mm verringern. Bei einer in den Fig. 11 bis
13 dargestellten bevorzugten Ausgestaltung liegt der Ausgangswert des Öffnungsdurchmessers
D, also der Durchmesserwert bei unkomprimiertem Abstreifer 9, bei etwa 4,7 mm, wohingegen
der Öffnungsdurchmesser bei maximaler Kompression des Abstreifers 9 nur noch 2,5 mm
beträgt.
[0031] Bei der ungeschlitzten Ausführungsform des Abstreifers 47 beträgt die Verstellmöglichkeit
für den Öffnungsdurchmesser D etwa 1,5 mm, insbesondere 0,9 mm oder auch nur 0,8 mm.
Hierbei gibt es Ausführungsformen, bei denen der Öffnungsdurchmesser D von 4,7 mm
auf 3,2 mm oder auch von 7,9 mm auf 6,4 mm reduziert werden kann.
[0032] Soll die Abstreiföffnung 44 bzw. 48 wieder vergrößert werden, geschieht dies über
ein Zurückdrehen der Verstellhülse 11. Dabei wird nicht nur die auf den Abstreifer
9 bzw. 47 ausgeübte Druckkraft reduziert. Vielmehr wird der Abstreifer 9 bzw. 47 aufgrund
der Nut-Wulst-Verbindungen mittels der Sicherungswulste 15, 18 und Sicherungsnuten
16, 20 aktiv auseinander gezogen. Dadurch wird verhindert, dass der Abstreifer 9 bzw.
47 unbeabsichtigt in seiner zusammengepressten Position mit der engen Öffnungsweite
verbleibt. Bei der verstellbaren Kosmetikeinheit 1 ist eine Zwangsführung der Abstreifeinheit
3 und insbesondere deren Komponenten, wie der Verstellhülse 11 und/oder des Abstreifers
9 bzw. 47, in beide axiale Richtungen vorgesehen.
[0033] Der Appliktorstiel 5 hat an der Stelle, an der die Abstreiföffnung 44 bzw. 48 bei
geschlossener Stellung der Kosmetikeinheit 1 angeordnet ist, eine Verjüngung, um ein
unerwünschtes Ausdehnen oder Ausleiern des Abstreifers 9 bzw. 47 zu verhindern. Die
Verjüngung des Applikatorstiels 5 ist auf den jeweils kleinsten einstellbaren Öffnungsdurchmesser
D der Abstreiföffnung 44 bzw. 48 ausgelegt.
[0034] Grundsätzlich ist es denkbar, mittels der Verstellhülse 11 nur zwei Positionen für
verschiedene Abstreiföffnungen 44 bzw. 48 vorzusehen. Ebenso sind Varianten möglich,
bei denen sich auch Zwischenwerte einstellen lassen oder eine stufenlose Verstellung
der Abstreiföffnung 44 bzw. 48 vorgesehen ist. Weiterhin können am Vorratsbehälter
2 und/oder an der Verstellhülse 11 Markierungen 49 bzw. 50 vorgesehen sein, um dem
Benutzer einen Hinweis auf die aktuell eingestellte Öffnungsweite der Abstreiföffnung
44 bzw. 48 zu geben. Günstig ist es, wenn der maximale Verdrehweg zwischen den beiden
Endpositionen der Verstellhülse 11 nicht mehr als 180°, insbesondere 160° und vorzugsweise
140° betragt. Dann ist kein Umgreifen während des Verdrehens der Verstellhülse 11
erforderlich. Außerdem kann der Benutzer die Markierungen 49 bzw. 50 stets im Blick
behalten. Insgesamt ist somit eine einfachere Handhabung möglich.
[0035] Die Abstreiföffnung 44 bzw. 48 lässt sich bei der Kosmetikeinheit 1 in jedem Gebrauchszustand,
also sowohl bei geöffneter als auch bei geschlossener Kosmetikeinheit 1, verstellen.
Dies erfolgt stets von außen mittels der immer zugänglichen Verstellhülse 11. Die
axiale Ausdehnung des Spalts zwischen der Verstellhülse 11 und der Kappe 7 ist bei
jeder Drehstellung 20 der Verstellhülse 11 gleich, so dass sich z.B. stets feststellen
lässt, ob die Kosmetikeinheit 1 fest und insbesondere dicht verschlossen ist.
[0036] Die Kosmetikeinheit ist demnach sehr einfach in der Handhabung. Dies gilt aber auch
für die Herstellung und Abfüllung. So kann die Kosmetikeinheit 1 im Prinzip mit jeder
denkbaren kosmetischen Substanz befüllt werden. Dabei ist es insbesondere möglich,
die Abstreifteileinheit 3 bereits auf den Vorratsbehälter 2 vorzumontieren und erst
danach eine Befüllung mit der jeweiligen kosmetischen Substanz vorzunehmen. Die Befüllung
kann dabei insbesondere auch mit den üblichen Abfüllmaschinen erfolgen.
1. Kosmetikeinheit umfassend
a) einen Vorratsbehälter (2) zur Aufnahme einer kosmetischen Substanz,
b) einen in die kosmetische Substanz eintauchbaren Applikator (4) und
c) eine an einer Behälteröffnung (19a) des Vorratsbehälters (2) angeordnete verstellbare
Abstreifteileinheit (3) zum Abstreifen von kosmetischer Substanz von dem Applikator
(4), wobei
c1) die Abstreifteileinheit (3) als jeweils separate Komponenten einen verformbaren
Abstreifer (9; 47), ein Halsteil (10) und eine von außen zugängliche Verstellhülse
(11) umfasst,
c2) der Abstreifer (9; 47) zwischen der Behälteröffnung (19a) und dem Halsteil (10)
angeordnet ist, wobei eine untere axiale Randzone (17) des Abstreifers (9; 47) fest
mit dem Vorratsbehälter (2) und eine obere axiale Randzone (14) des Abstreifers (9;
47) fest mit dem Halsteil (10) verbunden ist,
c3) die Verstellhülse (11) die Behälteröffnung (19a), den Abstreifer (9; 47) und teilweise
das Halsteil (10) umschließt und am Halsteil (10) sowie am Vorratsbehälter (2) drehbeweglich
gelagert ist,
c4) so dass mittels einer Drehbewegung der Verstellhülse (11) ein axialer Abstand
zwischen der Behälteröffnung (19a) und dem Halsteil (10), eine axiale Ausdehnung des
Abstreifers (9; 47) und eine senkrecht zur axialen Richtung verlaufende Fläche einer
Abstreiföffnung (44; 48) des Abstreifers (9; 47) veränderbar sind.
2. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die untere axiale Randzone (17) des Abstreifers (9; 47) und der Vorratsbehälter (2)
mittels einer Rastnut-Rastwulst-Verbindung miteinander verbunden sind.
3. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die obere axiale Randzone (14) des Abstreifers (9; 47) und das Halsteil (10) mittels
einer Rastnut-Rastwulst-Verbindung miteinander verbunden sind.
4. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstreifer (9; 47) im Bereich der Abstreiföffnung (44; 48) eine außen freistehende
Einschnürung (45) aufweist.
5. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Behälterwand des Vorratsbehälters (2) mindestens eine Wandausnehmung (23, 24)
hat, die sich ausgehend vom öffnungsseitigen axialen oberen Ende des Vorratsbehälters
(2) in axialer Richtung erstreckt, und dass am Halsteil (10) an dessen abstreiferseitigem
axialen Ende mindestens ein vorstehender, sich in axialer Richtung erstreckender Kopplungssteg
(25, 26) vorgesehen ist, der zumindest teilweise in die Wandausnehmung (23, 24) eingreift.
6. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die die Verstellhülse (11) entweder am Vorratsbehälter (2) oder am Halsteil (10)
mittels eines Hülsengewindes gelagert ist.
7. Kosmetikeinheit nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Hülsengewinde als Außengewinde am Vorratsbehälter (2) oder am Halsteil (10) angebracht
ist und zwei gegeneinander versetzte Gewindesegmente (39, 40) aufweist.
8. Kosmetikeinheit nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Verstellhülse (11) mindestens ein nach innen vorstehender Gewindevorsprung
(33 - 36) vorgesehen ist, der einen Anschlag für eine Flanke (41, 42) zumindest eines
der Gewindesegmente (39, 40) bildet.
9. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellhülse (11) am Halsteil (10) zwangsgeführt ist.
10. Kosmetikeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteilhülse (11) am Vorratsbehälter (10) zwangsgeführt ist.