[0001] Die Erfindung betrifft einen Schrägaufzug und ein Verfahren zu dessen Steuerung gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Schrägaufzüge sind seit langem bekannt (
DE 12 07 570), wobei eine auf diesen bewegliche Ladeplattform o. dgl. Transportschlitten durch
einen eine entsprechende Steuerung aufweisenden Antrieb in eine jeweilige Ausgangs-
bzw. Endstellung geführt wird. Als Antriebsvorrichtungen haben sich dabei insbesondere
hydraulische Seilwindenantriebe durchgesetzt (
DE 35 11 940 C1). In
DE 86 09 045.3 wird ein Schrägaufzug mit hydraulisch angetriebenen Auslegeelementen vorgeschlagen,
bei dem im Ergebnis einer mittels einer induktiven Wegmesseinrichtung erfassten Lageinformation
die Druckflüssigkeitszufuhr im Bereich eines Hydraulikmotors durch ein Proportionalventil
geregelt werden kann und in
DE 298 08 064 U1 ist das System mit einem Näherungsschalter ausgerüstet, der zur Schlittensteuerung
genutzt wird. Diese Systeme sind mit hohem Aufwand verbunden und erfordern durch jeweilige
auch am oberen Ende der Auslegeelemente vorgesehene Sensorteile hinderliche Kabelverbindungen
am Schrägaufzug. Dieser Nachteil wird in
DE 297 05 980 U1 mittels eines indirekten Drehgebers an einer Schlittenwinde behoben, wobei an dieser
auftretender Seilschlupf o. dgl. belastungsabhängige Einflüsse zu ungewollten Mess-
und Stellfehlern in dem inkrementalen System führen können. Auf dem technischen Gebiet
der Gebäudeausrüstung werden Aufzugskabinen installiert, wobei in einer diese aufnehmenden
Schachtkonstruktion eine Stockwerk-Erkennung mittels berührungsloser Referenzsysteme
vorgesehen ist (
DE 101 26 585 A1), jedoch sind diese Einbausituationen in Gebäuden schon prinzipiell nicht mit einem
auf einem Fahrgestell befindlichen sowie relativ instabil zu bewegenden Schrägaufzug
zu vergleichen.
[0003] In
DE 195 21 421 C2 wird ein gattungsbildender steuerbarer Schrägaufzug vorgeschlagen, der auf einem
Fahrgestell vorgesehen sein kann, so dass diese Einheit insgesamt für Dachdecker-Arbeiten
oder Umzüge effizient einsetzbar wird. Die Steuerung dieser Leiter-Schlitten-Einheit
zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Weg- und Geschwindigkeitssensoren in einem
System eingesetzt werden. Dabei sind jeweilige Seiltrommeln mit inkrementalen Gebern
so verbunden, dass auf Sen soren am oberen Ende eines Paketes von Auslegeelementen
verzichtet werden kann, da die Sensoren für die Position des Transportschlittens relativ
zur Leiteranordnung am unteren Fuß der untersten Leiter angeordnet sind. Das Gesamtsystem
umfasst dabei zumindest vier Sensoren, wobei ein Sensor für die Weg- und Geschwindigkeitsmessung
der Seiltrommel vorgesehen ist, ein zweiter Sensor für eine Geschwindigkeitsmessung
in einer zweiten Seiltrommel angeordnet wird und überdies zwei im Bereich des Paketes
der Auslegeelemente befindliche Positionssensoren jeweilige Referenzpunkte für die
jeweilige Position des Transportschlittens auf dem Leiterpaket schaffen. Zusätzlich
ist noch ein Kraftsensor am Hebelmechanismus der Auslegeelemente installiert, und
eine sämtliche Messwerte der Sensoren aufnehmende Steuereinheit kann zusätzlich noch
mit einer Funkfernsteuerung ausgerüstet werden. Damit wird deutlich, dass der vorgeschlagene
Schrägaufzug durch die Vielzahl von Sensor-Einheiten aufwendig baut, für die praktische
Anwendung ein hoher Wartungsaufwand entsteht und dabei die Bedienfreundlichkeit gering
ist.
[0004] Die Erfindung befasst sich mit dem Problem, einen insbesondere mit einem Fahrgestell
ausgerüsteten Schrägaufzug zu schaffen, der mit geringem technischem Aufwand in der
Anwendung verbessert ist, im Bereich der Steuerung eine bedienfreundliche Handhabung
aufweist und nach schneller Positionierung in der Gebrauchsstellung einen weitgehend
automatischen Arbeitsablauf ermöglicht.
[0005] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit einem Verfahren zur Steuerung eines Schrägaufzuges
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 bzw. einer Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
10. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 9 bzw.
11 bis 18.
[0006] Ausgehend von an sich bekannten Schrägaufzügen mit sensorischer Positionserfassung
und einer entsprechenden Steuerungseinheit zeichnet sich das erfindungsgemäße Steuerungsverfahren
für die Baugruppen des Schrägaufzuges dadurch aus, dass bereits die mittels einer
einzigen elektronischen Distanzmessung gewonnenen Daten nur eines Wegaufnehmers ausreichend
sind, um Arbeitsabläufe und Korrekturbewegungen des Systems optimal zu steuern und
damit den technischen Aufwand bei der Ausrüstung und Bedienung des Schrägaufzuges
überraschend zu senken. Durch eine Optimierung der spezifischen Einbaubedingungen
des Systems wird erreicht, dass bei diesem aus einer (minimalen) Verformung der Stützbauteile
resultierende Abweichungen von der Linearität beim Bedienen des Schrägaufzuges effizient
kompensiert werden und damit eine vergleichsweise einfache Laser-Distanzmessung erstmals
mit einem fahrbaren Schrägaufzug praktikabel kombiniert ist.
[0007] Ausgehend von diesem Grundkonzept wird die Abfolge bei der Inbetriebnahme des Schrägaufzuges
vor Ort wesentlich vereinfacht, da die Steuerung bzw. das in dieser enthaltene Programm
ohne Lernfahrt aktiviert werden kann und im nachfolgenden Arbeitsbetrieb des Transportschlittens
durch eine permanente Lageüberwachung mittels der insbesondere Laser-Distanzmessung
eine schnelle Korrektur von Abweichungen möglich ist. Dazu ist lediglich erforderlich,
dass nach dem Aufrichtbetrieb des Schrägaufzuges bei Erreichen der geneigten Betriebsstellung
jeweilige im Bereich der Auslegeelemente bereitgestellte Daten der Ausfahrlänge mit
denen des Laser-Sensors in der Steuereinheit verknüpft werden und danach der vorgesehene
Betrieb des Transportschlittens erfolgen kann. Eine bisher vorgesehene zusätzliche
Bewegung des Transportschlittens (Teaching-Fahrt) ist nach Eingabe der vorliegenden
Ausfahrlänge nicht mehr erforderlich und damit das System schneller betriebsbereit.
[0008] Durch die elektronische Distanzmessung mittels des Laser-Sensors können beim nachfolgenden
Betrieb des Transportschlittens sämtliche Abweichungen im System, beispielsweise auch
Längenänderungen im Bereich der Seilzüge, erfasst und so ausgeglichen werden. Auch
in beliebigen Zwischenlagen ist eine Erfassung des Transportschlittens permanent möglich,
so dass dieser auf vorgesehene Positionen, beispielsweise im Bereich einer oberen
Ladekante, eingeregelt werden kann. Ebenso ist durch die Distanzmessung bzw. mittels
aus dieser erlangter Positionsangaben eine optimale Vorgabe von Beschleunigungs- und
Bremszonen, insbesondere nahe einer oberen bzw. unteren Beladekante, möglich und damit
die Bewegung des Transportschlittens variabel an die jeweilige Transportaufgabe anpassbar.
Mit der Anwendung der Laser-Distanzmessung ist ein zusätzlicher Sensor zur Schlaffseilsicherung
entbehrlich.
[0009] Der zur Durchführung des Verfahrens ausgerüstete Schrägaufzug weist damit im Bereich
seiner verlagerbaren Baugruppen nur den einen für eine elektronische Distanzmessung
vorgesehenen Wegaufnehmer auf. In Verbesserung der an sich bekannten Wegmessung an
Schrägaufzügen wird mit dem erfindungsgemäßen berührungslosen Distanzmesser - erstmals
in einem derartigen Schrägaufzug-System - eine Ermittlung von Entfernungen bzw. Abstandsmaßen
mittels einer jeweilige Laufzeitmessungen von elektromagnetischen oder akustischen
Wellen nutzenden Messeinrichtung durchgeführt. Neben der bereits als vorteilhaft herausgestellten
Anwendung eines Laser-Sensors als ausgewählte Lidar-Basisbaugruppe dieser Messeinrichtung
ist ebenfalls denkbar, die elektronische Distanzmessung durch eine Radareinrichtung
oder eine Ultraschallwellen nutzende Sonareinrichtung zu realisieren.
[0010] Diese den Laser-Sensor aufweisende Messeinrichtung kann in konstruktiv variablen
Einbaupositionen an einer Basisbaugruppe im Bereich der Auslegeelemente am Schrägaufzug
positioniert werden, wobei zur Verfolgung des Bewegungsablaufs im Bereich des Transportschlittens
an diesem ein entsprechender Reflektor angeordnet ist.
[0011] Die Funktion des Schrägaufzuges mit dem nur einen Laser-Sensor ist auch dann gewährleistet,
wenn die beim Aufrichtbetrieb erreichte Ausfahrlänge der Auslegeelemente per Hand
im Bereich der Steuerungseinheit eingegeben wird, so dass nachfolgend für die elektronische
Distanzmessung ein entsprechender Grenzwert als systeminterne Bezugsgröße definiert
ist. Durch das Konzept der "Direktverfolgung" des Transportschlittens ist auch das
hydraulische Antriebssystem des Schrägaufzuges mit weniger Steuerbauteilen preiswerter
ausführbar, da zusätzliche Regelkomponenten, beispielsweise zum Ausgleich von Lageänderungen
beim Beladen, entbehrlich sind.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein zweiter Laser-Sensor in
das Paket der Auslegeelemente integriert wird. Damit kann deren Verlagerungsweg so
verfolgt werden, dass insbesondere die zur Steuerung des Systems notwendige Ausgangsinformation
schnell bereitgestellt, in die Steuerungseinheit übertragen und mit der Distanzmessung
am Transportschlitten kombiniert werden kann.
[0013] Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. eines für dieses ausgelegten Schrägaufzuges ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung und den Zeichnungen, die mehrere Ausführungsbeispiele zeigen. In der
Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines in Gebrauchsstellung ausgefahrenen Schrägaufzuges,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht auf ein Basiselement der Ausleger mit innen liegenden Seilzügen,
- Fig. 3
- eine Ansicht ähnlich Fig. 2 mit im Basisteil befindlichem Sensor,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht ähnlich Fig. 1 mit einer zweiten Ausführung des zur Distanzmessung
vorgesehenen Laser-Sensors, und
- Fig. 5
- eine Seitenansicht ähnlich Fig. 4 mit dem Teleskopschlitten in einer oberen Endstellung
auf den Auslegeelementen.
[0014] In Fig. 1 ist ein insgesamt mit 1 bezeichneter Schrägaufzug dargestellt, der insbesondere
als fahrbare Baugruppe mit einem Fahrgestell 2 versehen ist. Mit diesem Fahrgestell
2 sind jeweilige in einem Basiselement 3 in einer eingefahrenen Packstellung positionierbare
Auslegeelemente 4, 5, 6 vorgesehen, wobei diese mittels eines Seilzuges 7 (Fig. 2)
aus der Packstellung in die in Fig. 1, Fig. 4 und Fig. 5 dargestellte Gebrauchslage
teleskopierbar sind.
[0015] Auf diesen Auslegeelementen 4, 5, 6 bzw. dem Basiselement 3 ist ein mittels eines
zweiten Seilzuges 8 in jeweilige Bedienstellungen (Pfeil A, Fig. 4; Pfeil A', Fig.
5) verlagerbarer Lastkorb o. dgl. Transportschlitten 9 vorgesehen. Bei am Markt befindlichen
Schrägaufzügen 1 und aus dem Stand der Technik (
DE 195 21 421) ersichtlichen Lösungen ist bekannt, jeweilige Positionen dieses Transportschlittens
9 am oberen Ende E (Fig. 5) bzw. unteren Ende E' (Fig. 4) der Hubhöhe H, H' durch
eine mit Sensoren verbundene Steuerungseinheit 10 zu erfassen und damit vorliegende
Annäherungssignale einem entsprechenden Schaltschrank 11 zuzuführen.
[0016] Durch entsprechende Eingaben im Bereich eines Bedientableaus 12 ist das System insgesamt
aktivierbar, wobei mittels der Steuerungseinheit 10 zumindest ein im Bereich der Seilzüge
7, 8 vorgesehener Hydraulikantrieb 13, 14 (Fig. 3) ansteuerbar ist.
[0017] Das erfindungsgemäß Konzept des Schrägaufzuges 1 sieht vor, dass dieser im Bereich
seiner verlagerbaren Baugruppen 4, 5, 6; 9 mit zumindest einem eine elektronische
Distanzmessung mittels elektromagnetischer oder akustischer Wellen bewirkenden Wegaufnehmer
W versehen ist. Diese Ermittlung von Entfernungen mittels einer Laufzeitmessung von
elektromagnetischen oder akustischen Wellen kann dabei durch einen Sonar-Sensor (Schall-
oder Ultraschallwellen), einen Radar-Sensor (elektromagnetische Wellen) oder einen
Lidar-Sensor (Licht bzw. Laser) realisiert werden. Es hat sich gezeigt, dass die Anwendung
eines handelsüblichen Laser-Sensors 15 für die Anwendung an den Baugruppen des Schrägaufzuges
1 besonders geeignet ist und dabei ein überraschend effizientes Steuerungskonzept
mit geringem Aufwand an dem Schrägaufzug 1 realisiert werden kann.
[0018] Dabei ist mit nur einem Laser-Sensor 15 eine Direktverfolgung von weitgehend beliebigen
Verlagerungen des Transportschlittens 9 so vorgesehen, dass aus dessen Lageparametern
ein optimales Steuerungskonzept abgeleitet werden kann.
[0019] Ein von dem ortsfesten Laser-Sensor 15 ausgehender Messstrahl M wird dabei im Bereich
des verlagerbaren Transportschlittens 9 reflektiert und zur Basisbaugruppe des Laser-Messsystems
zurückgeführt. Die Festlegung des Laser-Sensors 15 kann dabei am Basiselement 3 der
Auslegeelemente vorgesehen sein. In der dargestellten Ausführungsform (Fig. 1, Fig.
4, Fig. 5) ist ein Stützbauteil 16 zur Aufnahme des Laser-Sensors 15 vorgesehen, und
der zugeordnete Reflektor 17 kann unmittelbar am Auflageboden 18 des einen Schienenteil
9' aufweisenden Transportschlittens 9 gehalten sein (Fig. 4, Fig. 5). Das Stützbauteil
16 ist in der dargestellten Ausführung (Fig. 2, Fig. 3) mit zwei Tragstreben 25, 26
versehen, die einerseits mit dem Basiselement 3 verbunden sind und andererseits eine
den Sensor 15 aufnehmende Querstrebe 27 aufweisen. Mit dieser Baugruppe ist gewährleistet,
dass der Sensor 15 im erforderlichen Mindestabstand, beispielsweise 500 mm, zum Reflektor
17 lagestabil positioniert ist.
[0020] In der Ausführungsform gemäß Fig. 1 wird deutlich, dass der Reflektor 17 an einer
am Transportschlitten 9 gehaltenen und im wesentlichen senkrecht zum Basiselement
3 ausgerichteten Tragplatte 19 vorgesehen ist. Diese kann in entsprechender Einbaulage
optimal an den Verlauf des Messstrahls M angepasst werden, wozu auch die Einstellbarkeit
des Reflektors 17 bewirkende Stellelemente (nicht dargestellt) am Schlitten 9 bzw.
der Tragplatte 19 denkbar sind.
[0021] Die Prinzipdarstellung gemäß Fig. 3 verdeutlicht eine erweiterte Ausführung des vorbeschriebenen
Messsystems, wobei zusätzlich zum im Bereich des Transportschlittens 9 wirksamen Laser-Sensors
15 ein zweiter Sensor 20 als Wegaufnehmer W' im Bereich der Auslegeelemente 4, 5,
6 positioniert ist.
[0022] Mittels dieses Sensors 20 kann eine jeweilige Ausfahrlänge L der Auslegeelemente
4, 5, 6 in Bezug auf das Basiselement 3 erfasst werden. In zweckmäßiger Ausführung
ist der zweite Sensor 20 ebenfalls als ein Laser-Sensor zur Wegaufnahme W' vorgesehen.
Bei dieser Ausführung kann der Laser-Sensor 20 eine innerhalb des Paketes der Auslegeelemente
4, 5, 6 verlaufende Messstrecke M' definieren (Fig. 3), die einen insbesondere am
vorderen Auslegeelement 6 befindlichen Reflektor 17' aufweist. Mit diesem zweiten
Sensor 20 wird ein in Fig. 1 mit D bezeichneter Datensatz als Ausgangsinformation
für die Steuerungseinheit 10 bereitgestellt. Ebenso ist denkbar, im Bereich des Antriebs
des Seilzuges 7 einen an sich bekannten Sensor 20' (Fig. 1), beispielsweise einen
inkrementalen Drehgeber, als zweite Wegmessbaugruppe zu installieren und mit der Steuereinheit
10 zu verbinden.
[0023] Aufbauend auf dieser erfindungsgemäßen Bauteilkombination im Bereich des Schrägaufzuges
1 kann mit einer vergleichsweise geringen Anzahl von Messdaten eine optimale Verfahrensführung
erreicht werden.
[0024] Bei der Inbetriebnahme des Schrägaufzuges 1 am Einsatzort sind die Auslegeelemente
4, 5, 6 in die gemäß Fig. 1 bzw. Fig. 4 ersichtliche Gebrauchsstellung so ausgefahren,
dass ein dabei erreichtes Maß der Ausfahrlänge L' (Fig. 4) als Ausgangsinformation
im Bereich der Steuerungseinheit 10 bzw. des Schaltschrankes 11 mit Bedientableau
12 für den Bediener vorliegt. Diese Längeninformationen L' werden als Ausgangsgröße
in ein Programm P der Steuerungseinheit 10 übernommen, so dass danach jede Verlagerung
A, A' des Transportschlittens 9 nur mittels der einen elektronischen Distanzmessung
W gesteuert bzw. korrigiert werden kann. Bei Anwendung dieser Distanzmessung W kann
in Gebrauchsstellung des Schrägaufzuges 1 eine jeweilige Ausgangsposition des Transportschlittens
9 (Fig. 1) auf den Auslegeelementen 4, 5, 6 bzw. dem Basiselement 3 vorteilhaft ohne
eine bisher übliche Lernfahrt erfasst werden. Im nachfolgenden Arbeitsbetrieb (Verlagerung
A) des Transportschlittens 9 kann dessen vorgesehene Lage permanent durch die Distanzmessung
des Wegaufnehmers korrigiert werden.
[0025] In denkbar einfachster Ausführung kann die einen maximalen Fahrweg des Transportschlittens
9 enthaltende Ausgangsinformation zur Fahrlänge L' vom Bediener erfasst und mittels
des Bedientableaus 12 in die Steuerungseinheit 10 als verarbeitbarer Datensatz eingegeben
werden. Entsprechend dem Programm P können danach die Daten der jeweils aktuellen
Distanzmessung W auf den eingegebenen Maximalwert bezogen und dabei bei Abweichungen
von vorprogrammierten Sollvorgaben der Hydraulikantrieb 13, 14 o. dgl. Stellelemente
zur Lagekorrektur aktiviert werden.
[0026] Das Verfahren kann dabei so ausgelegt sein, dass mittels des nur einen die Distanzmessungen
W durchführenden Wegaufnehmers auch jeweilige Zwischenpositionen, Seilspannungen u.
dgl. belastungsabhängige Änderungen im Bereich des Transportschlittens 9 bzw. der
Auslegeetemente 4, 5, 6 erfasst werden. Für den Fall, dass dabei von einem vorgegebenen
Sollwert abgewichen wird, ist auch hier mittels des Hydraulikantriebes 13, 14 eine
schnelle Korrektur möglich. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn beispielsweise
in einer oberen Beladephase (Pfeil G, Fig. 5) ein "Einfedern" des Systems erfolgt
und bezüglich einer oberen Beladekante K eine entsprechende Korrektur erforderlich
ist.
[0027] Die Bedienung des Schrägaufzuges 1 ist in einer weiteren Verfahrensvariante so ausgelegt,
dass mittels eines im Bereich der Steuerungseinheit 10 beim Aufrichtbetrieb des Schrägaufzuges
1 wirksamen Bedienelementes im Bereich des Bedientableaus 12 eine jeweilige Ist-Position
L" (Fig. 4) des Transportschlittens 9 aktiviert bzw. gespeichert wird und danach jeweilige
Positionsänderungen A, A' bzw. Auslenkungen des Systems und/oder ungewollte Lageänderungen
durch die die Messsignale der Distanzmessung W aufnehmende Steuerungseinheit 10 im
Zusammenwirken mit dem Hydraulikantrieb 13, 14 kompensiert werden.
[0028] Als vorteilhaft hat sich eine Verfahrensführung herausgestellt, bei der der zur direkten
Verfolgung des Transportschlittens 9 vorgesehene Laser-Sensor 15 im Bereich der Steuerungseinheit
10 mit einem zweiten Sensor 20 (Fig. 3) zusammenwirkt. Mit diesem zweiten Sensor 20
kann zumindest die als Ausgangsinformation zur Aktivierung des Laser-Sensors 15 erforderliche
Positionsangabe zur Lage der Auslegeelemente 4, 5, 6 als elektronischer Datensatz
so bereitgestellt werden, dass unabhängig vom Bediener eine automatische Arbeitsfunktion
erreicht wird. Auch in der nachfolgenden Arbeitsphase des Schrägaufzuges 1 kann der
Transportschlitten 9 durch die in der Steuerungseinheit 10 permanent verarbeiteten
Distanz- bzw. Positionsdaten in einem Automatikbetrieb gefahren werden. Dabei kann
es erforderlich sein, dass zur Realisierung dieses Automatikbetriebes der Transportschlitten
9 mit mehreren Reglern im Bereich der Steuerungseinheit 10 zusammenwirkt (nicht dargestellt).
[0029] Ebenso ist denkbar, dass an Stelle des ebenfalls als Laser-Sensor ausgebildeten zweiten
Sensors 20 in das Stützsystem der Auslegeelemente 4, 5, 6 bzw. dessen Seilantrieb
7 ein an sich bekannter inkrementaler, kapazitiver, induktiver o. dgl. Aufnehmer integriert
wird (nicht dargestellt) und damit die Ausgangsinformationen bei Inbetriebnahme des
Schrägaufzuges 1 bereitgestellt werden.
[0030] Bei der praktischen Realisierung der Distanzmessung W am Schrägaufzug 1 ist zur Normierung
des Systems vorgesehen, dass das zur Auslieferung an den Benutzer betriebsfertige
System - mit zugeschalteter Messtechnik und entsprechender Aktivierung der Steuerungseinheit
10 - im Bereich der Auslegeelemente 4, 5, 6 nacheinander in eine obere und untere
Bedienstellung E, E' verfahren wird und damit die maximale Ausfahrlänge L' (in Bezug
zu einer Messstrecke L"', Fig. 5) in das System aufgenommen ist. Auch der Verfahrweg
L' des Transportschlittens 9 kann durch eine herstellerseitige Eichung in die Steuerungseinheit
10 übernommen, so dass bei nachfolgenden Anwendungen des Systems beim Benutzer die
sonst üblichen Lernfahrten entbehrlich werden und der Bedienkomfort verbessert ist.
[0031] Während der praktischen Anwendung des Schrägaufzuges 1 wird auch die Geschwindigkeit
des Transportschlittens 9 mit der Distanzmessung W überprüft, so dass beispielsweise
bei einem mechanischen Verklemmen von Baugruppen (Geschwindigkeit = 0) eine automatische
Ventilsteuerung im Bereich des Hydraulikantriebes 13, 14 wirksam wird und eine schnelle
Unterbrechung des Förderstroms möglich ist. Damit wird gleichzeitig die Gefahr eines
sogenannten "Schlaffseils" überwunden, da die zur Systembewegung vorgesehenen Förderseile
21, 22 weder gelockert noch von den entsprechenden Transportrollen 23, 24 abspringen
können (Schlaffseilsicherung).
[0032] Bei Erreichen der jeweiligen Endlagen E, E' wird die Bewegung des Transportschlittens
9 ebenfalls mittels der Distanzmessung W geregelt, wobei gleichzeitig eine Längung
oder Verkürzung des den Transportschlitten 9 bewegenden Förderseils 21 kompensiert
wird.
[0033] Auch beim Aus- und Einfahren der Auslegeelemente 4, 5, 6 wird die Position des Transportschlittens
9 mittels der Distanzmessung W permanent geregelt, so dass die vorgesehene Ausgangsposition,
insbesondere Position E' (Fig. 4), erhalten bleibt und entsprechende Regelungen des
Förderseils 22 erfolgen.
[0034] Mit der Distanzmessung W kann auch die in Fig. 5 mit G dargestellte Gewichtsbelastung
ausgeglichen werden. Zusätzlich kann am Schrägaufzug 1 ein nicht dargestellter Drucksensor
mit dem Hydrauliksystem 13, 14 bzw. der Steuerungseinheit 10 verbunden sein und auch
ein zusätzlicher Drehwinkelsensor im Bereich der angetriebenen Transportrollen 23,
24 bzw. der Auslegeelemente 4, 5, 6 ist denkbar, um die Steuerung mittels des Laser-Sensors
15 weiter zu optimieren. Die mit diesen zusätzlichen Sensoren (nicht dargestellt)
ermittelten Daten werden ebenfalls im Programm P der Steuerungseinheit 10 erfasst,
wobei in deren Bereich zusätzlich auch ein für die Auswertungen von Arbeitsbelastungen
am Schrägaufzug 1 sachdienlicher Fahrtenzähler integriert sein kann.
1. Verfahren zur Steuerung eines Schrägaufzuges (1) mit Transportschlitten (9), wobei
zumindest jeweilige Positionen (E, E') des in Gebrauchsstellung auf teleskopierbaren
Auslegeelementen (4, 5, 6) verfahrbaren Transportschlittens (9) sensorisch erfasst
und dabei bereitgestellte Daten einer mit einem Hydraulikantrieb (13, 14) des Schrägaufzuges
(1) zusammenwirkenden Steuerungseinheit (10) zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Auslageelemente (4, 5, 6) in Gebrauchsstellung ausgefahren, ein
dabei erreichtes Maß der Ausfahrlänge (L, L') als Ausgangsinformation bereitgestellt,
diese in ein Programm (P) der Steuerungseinheit (10) übernommen und danach jede Verlagerung
(A, A') des Transportschlittens (9) nur mittels einer elektronischen Distanzmessung
(W) gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur elektronischen Distanzmessung (W) ein Sonar-, Radar- oder Lidar-Sensor als Wegaufnehmer
verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in Gebrauchsstellung des Schrägaufzuges (1) eine jeweilige Ausgangsposition des Transportschlittens
(9) auf den Auslegeelementen (4, 5, 6) ohne Lernfahrt erfasst und im nachfolgenden
Arbeitsbetrieb des Transportschlittens (9) dessen vorgesehene Lage permanent durch
Distanzmessungen (W) des Wegaufnehmers korrigiert wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die einen maximalen Fahrweg des Transportschlittens (9) enthaltende Ausgangsinformation
mittels eines Bedientableaus (12) in die Steuerungseinheit (10) als Datensatz eingegeben,
danach dieser gemeinsam mit den Daten der Distanzmessung (W) in einem Steuerprogramm
(P) verarbeitet und bei Abweichungen von programmierbaren Sollvorgaben der Hydraulikantrieb
(13, 14) des Schrägaufzuges (1) zur Lagekorrektur aktiviert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des nur einen die Distanzmessungen (W) durchführenden Wegaufnehmers jeweilige
Zwischenpositionen, Seilspannungen u. dgl. belastungsabhängige Änderungen (G) im Bereich
des Transportschlittens (9) bzw. der Auslegeelemente (4, 5, 6) erfasst, im Steuerprogramm
(P) der Steuerungseinheit (10) verarbeitet und mittels des Hydraulikantriebes (13,
14) korrigiert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mittels eines im Bereich der Steuerungseinheit (10) beim Aufrichtbetrieb des Schrägaufzuges
(1) betätigbaren Schalters eine jeweilige Ist-Position (L") des Transportschlittens
(9) gespeichert wird und danach jeweilige Positionsänderungen (A, A'), Auslenkungen
und/oder Lageänderungen des Systems durch die die Messsignale der Distanzmessung (W)
aufnehmende Steuerungseinheit (10) bzw. den mit dieser zusammenwirkenden Hydraulikantriebes
(13, 14) kompensiert werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zur direkten Verfolgung des Transportschlittens (9) vorgesehene Wegaufnehmer
im Bereich der Steuerungseinheit (10) mit einem zweiten Sensor (20) zusammenwirkt,
derart, dass mit diesem zweiten Sensor (20) zumindest die Ausgangsinformationen als
elektronischer Datensatz (D) bereitgestellt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportschlitten (9) durch die in der Steuerungseinheit (10) permanent verarbeitbaren
Distanz- bzw. Positionsdaten in einem Automatikbetrieb verfahren wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Automatikbetrieb des Transportschlittens (9) mehrere Regler im Bereich der Steuerungseinheit
(10) betätigt werden.
10. Schrägaufzug zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
der Schrägaufzug (1) insbesondere mit einem Fahrgestell (2) versehen ist, das mehrere
mittels eines ersten Seilzuges (7) aus einer Packstellung in eine Gebrauchsstellung
teleskopierbare Auslegeelemente (4, 5, 6) trägt, auf diesen ein mittels eines zweiten
Seilzuges (8) in jeweilige Bedienstellungen verlagerbarer Lastkorb o. dgl. Transportschlitten
(9) vorgesehen ist und Positionen des Transportschlittens.(9) in einer mit Sensoren
verbundenen Steuerungseinheit (10) erfassbar sind, wobei mit dieser zumindest ein
Hydraulikantrieb (13, 14) im Bereich der Seilzüge (7, 8) ansteuerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Schrägaufzug (1) im Bereich seiner verlagerbaren Baugruppen (4, 5, 6; 9) mit
zumindest einem eine elektronische Distanzmessung (W, W') mittels elektromagnetischer
oder akustischer Wellen bewirkenden Wegaufnehmer versehen ist.
11. Schrägaufzug nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Distanzmessung (W, W') eine einen Laser-Sensor (15) aufweisende Messeinrichtung
vorgesehen ist.
12. Schrägaufzug nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der nur eine Laser-Sensor (15) für eine Direktverfolgung von Verlagerungen des Transportschlittens
(9) vorgesehen ist, derart, dass ein vom ortsfesten Laser-Sensor (15) ausgehender
Messstrahl (M) im Bereich des verlagerbaren Transportschlittens (9) reflektiert und
zum Laser-Sensor (15) rückführbar ist.
13. Schrägaufzug nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Laser-Sensor (15) zur Distanzmessung (W) an einem ortsfesten Basisteil (3) des
Pakets von Auslegeelementen (4, 5, 6) festgelegt ist und ein zugeordneter Reflektor
(17) am Auflageboden (18) des Transportschlittens (9) vorgesehen ist.
14. Schrägaufzug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Laser-Sensor (15) an einem Stützbauteil (16) mit Abstand zum Basiselement (3)
gehalten ist.
15. Schrägaufzug nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Reflektor (17) an einer vertikal zum Basiselement (3) ausgerichteten Tragplatte
(19) vorgesehen ist.
16. Schrägaufzug nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zum Laser-Sensor (15) im Bereich des Transportschlittens (9) zumindest
ein zweiter Sensor (20) vorgesehen ist, mittels dem die jeweilige Ausfahrlänge (L)
im Bereich der Auslegeelemente (4, 5, 6) erfassbar ist.
17. Schrägaufzug nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Sensor (20) ebenfalls von einem zur Distanzmessung (W') vorgesehenen Laser-Sensor
gebildet ist.
18. Schrägaufzug nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Laser-Sensor (20) eine sich innerhalb des Pakets der Auslegeelemente (4,
5, 6) erstreckende Messstrecke (M') definiert.