[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abscheidung einer Hartchromschicht
auf einer Substratoberfläche. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zur Abscheidung von Hartchromschichten bei hohen Abscheidegeschwindigkeiten.
[0002] Hartchromschichten sind als Beschichtungen von technischen Bauteilen weit verbreitet.
So ist es beispielsweise bekannt, Ventilkörper, Laufbuchsen, Bremskolben oder Achsnaben
mit Hartchromschichten zu versehen. Hierbei dient die abgeschiedene Chromschicht einerseits
als Korrosionsschutzschicht für die darunter befindliche Substratoberfläche, andererseits
auch als tribologische Verschleißschutzschicht, da die abgeschiedenen Hartchromschichten
eine hohe Härte besitzen.
[0003] Zur galvanischen Abscheidung von Chromschichten werden die zu beschichtenden Substratoberflächen
nach einer geeigneten Vorbehandlung zur Aufbereitung der Oberfläche mit einem zumindest
das abzuscheidende Metall (Chrom) aufweisenden Elektrolyten in Kontakt gebracht, wobei
eine Abscheidungsspannung zwischen der katodisch kontaktierten Substratoberfläche
und einer Anode angelegt wird. Hierdurch scheidet sich das im Elektrolyten gelöste
Chrom als Schicht auf der Substratoberfläche ab.
[0004] Die so abgeschiedenen Schichten können Zug- oder Druckeigenspannungen aufweisen.
Druckeigenspannungen können dazu führen, daß die abgeschiedenen Schichten mikrorissig
sind, was bedeutet, daß die Schichten nicht durchgängig geschlossen sind, sondern
ein Netzwerk von Mikrorissen aufweisen.
[0005] Zugeigenspannungen hingegen können zu tiefen Rissen in den abgeschiedenen Schichten
führen in welche Feuchtigkeit oder aggressive Substanzen migrieren und so zu Korrosionserscheinungen
der unter der Chromschicht befindlichen Substratoberfläche führen können, wodurch
letztendlich eine Beschädigung der Chromschicht bis hin zu deren Abplatzen auftreten
kann.
[0006] Darüber hinaus ist die von solchen Schichten aufgewiesene Zugeigenspannung für viele
Anwendungen, wie beispielsweise der Verchromung von Achsnaben, nachteilig, da sich
diese negativ auf die Biegewechselfestigkeit des Substrates bzw. Bauteils auswirkt.
Darüber hinaus wird vermutet, dass der bei der Abscheidung von Chromschichten unvermeidbare
Auftritt von gasförmigen H
2 zu einem Einbau von Wasserstoff in die Schicht und das Substrat führt, was wiederum
zur Ausbildung von Rissen in der Schicht und zu einer Schädigung des Substrates führen
kann.
[0007] Um die abgeschiedenen Chromschichten hinsichtlich ihrer auftretenden Zugeigenspannungen
zu entlasten, werden die beschichteten Substratoberflächen im Stand der Technik mechanisch
beispielsweise durch Schleifen oder Hohnen nachbearbeitet, um die in den Schichten
auftretenden Zugeigenspannungen abzubauen. Neben dem damit verbundenen Fertigungsaufwand
kann die Bearbeitung auch zu einer Verletzung der abgeschiedenen Chromschichten führen,
wodurch letztendlich deren Eigenschaft als Korrosionsschutzschicht drastisch reduziert
wird.
[0008] Obwohl Chrom an sich ein chemisch relativ unedles Metall ist, wirken Chromschichten
durch die Ausbildung einer dünnen Oxidschicht auf der Oberfläche und dem damit einhergehenden
sehr positiven Potential korrosionsschützend und zeigen hinsichtlich Ihres Korrosions-
und Anlaufschutzes mit Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin vergleichbare Korrosionsschutzeigenschaften.
[0009] In der industriellen Fertigung von galvanisch beschichteten Massenartikeln wie beispielsweise
Ventilen für Viertaktverbrennungsmotoren, Stoßdämpfer, Achsnaben oder ähnlichen mechanischen
Bauteilen ist es notwendig, Chromschichten mit einer hinreichend hohen Abscheidegeschwindigkeit
auf Substratoberflächen abzuscheiden, um eine wirtschaftlich sinnvolle Fertigung gewährleisten
zu können. Höhere Abscheidegeschwindigkeiten werden in der Regel durch das Einstellen
höherer Stromdichten beim galvanischen Abscheideprozess erreicht. Als eine Nebenreaktion
bei der galvanischen Abscheidung von Chromschichten tritt jedoch die Bildung von Wasserstoff
an der Kathode auf. Da als Kathode in den galvanischen Beschichtungsprozessen die
zu beschichtenden Substratoberflächen dienen, kann es durch den entstehenden Wasserstoff
zu einer Blasenbildung auf den Substratoberflächen kommen, wodurch das Abscheideergebnis
der galvanischen Chromabscheidung stark beeinflußt wird. So können sich bedingt durch
die entstandenen Wasserstoffblasen Poren oder Fehlstellen ausbilden, welche die Korrosionsschutzeigenschaften
der abgeschiedenen Chromschichten deutlich negativ beeinflussen.
[0010] Durch Erhöhung der Stromdichte, um hinreichend hohe Abscheidegeschwindigkeiten zu
erreichen, kommt es ebenfalls zu einer deutlich verstärkten Wasserstoffbildung an
den Substratoberflächen.
[0011] Das in den galvanisch abgeschiedenen Chromschichten durch Druckeigenspannungen auftretende
Rißnetzwerk hat jedoch nicht nur negativen Einfluß auf die Korrosionsschutzeigenschaft
der abgeschiedenen Schicht, sondern führt positiverweise zu verbesserten mechanischen
Eigenschaften der so beschichteten Laufteile, da sich etwaige Schmierstoffe zur Verringerung
des tribologischen Widerstandes zwischen sich bewegenden Bauteilen in den Mikrorissen
einlagern können die so eine Depotwirkung für die Schmiermittel besitzen. Diese Fähigkeit
der Schichten wird als Öltragevermögen bezeichnet und ist durchweg für entsprechende
mechanische Bauteile erwünscht. Wichtig ist dies beispielsweise im Fall von Kolbenringen
zur Aufrechterhaltung der Brandstabilität.
[0012] Unter Berücksichtigung des zuvor Ausgeführten ist es daher die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Abscheidung von Hartchromschichten
anzugeben, mit welchem sich bei hoher Abscheidegeschwindigkeit Hartchromschichten
mit hoher Korrosionsbeständigkeit und guten mechanischen Eigenschaften abscheiden
lassen.
[0013] Gelöst wir diese Aufgabe durch ein Verfahren zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht
auf einer Substratoberfläche, aufweisend die Verfahrensschritte:
- Kontaktieren der zu beschichtenden Substratoberfläche mit einem zur galvanischen Abscheidung
geeigneten chromhaltigen Elektrolyten;
- Anlegen einer Spannung zwischen der zu beschichtenden Substratoberfläche und einer
Gegenelektrode zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht auf der Substratoberfläche,
wobei die Abscheidung in einem gegenüber der Umgebung im Wesentlichen gasdichten Behälter
erfolgt, wobei zumindest während des Anlegens der Spannung in dem im Wesentlichen
gegenüber der Umgebung gasdichten Behälter ein Unterdruck eingestellt wird und wobei
Substratoberfläche und chromhaltiger Elektrolyt mit einer Relativgeschwindigkeit von
0,1 m/s bis 5 m/s, bevorzugt > 1 m/s bis 5 m/s zueinander bewegt werden.
[0014] Die Reduzierung des Drucks gegenüber dem Umgebungsdruck während der galvanischen
Abscheidung führt zu einer verbesserten Ablösung der während des galvanischen Abscheideprozesses
entstehenden Wasserstoffblasen auf der Substratoberfläche. Unterstützt wird diese
Ablösung durch die Relativbewegung von Substratoberfläche und Elektrolyt zueinander.
Gemeinsam führt dies zur Abscheidung einer Hartchromschicht, welche auch bei hohen
Abscheidestromdichten im Wesentlichen frei von Poren oder Fehlstellen ist.
[0015] Durch geeignete Maßnahmen wie beispielsweise Pumpen kann ein entsprechender Unterdruck
erzeugt werden. Vorteilhafterweise liegt der einzustellende Druckunterschied in einem
Bereich von 10 mbar bis 800 mbar, bevorzugt 20 mbar bis 200 mbar.
[0016] In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird auf eine erste abgeschiedene
Hartchromschicht eine zweite Hartchromschicht abgeschieden, wobei zur Abscheidung
der ersten Hartchromschicht ein Pulsstrom zwischen Substratoberfläche und Gegenelektrode
angelegt wird und zur Abscheidung der zweiten Hartchromschicht auf der ersten Hartchromschicht
ein Gleichstrom angelegt wird.
[0017] Durch diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine erste Hartchromschicht
abgeschieden, welche aufgrund des angelegten Pulsstroms keinerlei Eigenspannungen
aufweist und frei von Mikrorissen ist. Durch das anschließende Anlegen eines Gleichstroms
zwischen der zu beschichtenden Substratoberfläche und der Gegenelektrode wird auf
der bereits abgeschiedenen eigenspannungs- und rissfreien ersten Hartchromschicht
eine zweite Hartchromschicht abgeschieden, welche Zugeigenspannung und die mechanisch
gewünschte Mikrorissigkeit aufweist.
[0018] Der hierdurch erhaltene Schichtverbund zeigt eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit
und weist darüber hinaus aufgrund der in der oberen Chromschicht auftretenden Mikrorisse
hervorragende mechanische Eigenschaften als Lauf- oder Gleitflächen auf.
[0019] Zur Abscheidung der ersten Chromschicht kann der Pulsstrom mit einer Pulsfrequenz
von 5 Hz bis 5000 Hz, bevorzugt 50 Hz bis 1000 Hz angelegt werden. Hierbei kann eine
Stromdichte zwischen 25 A/dm
2 und 1000 A/dm
2, bevorzugt 50 A/dm bis 500 A/dm
2 eingestellt werden.
[0020] Zur Abscheidung der zweiten Chromschicht kann ein Gleichstrom mit einer Stromdichte
im Bereich zwischen 25 A/dm
2 und 1000 A/dm
2, ebenfalls mit einem bevorzugten Bereich zwischen 50 A/dm
2 und 500 A/dm
2 eingestellt werden.
[0021] Die zu beschichtende Substratoberfläche kann mit dem chromhaltigen Elektrolyten erfindungsgemäß
bei einer Temperatur zwischen 30°C und 85°C kontaktiert werden, wobei der Elektrolyt
einen pH-Wert im Bereich ≤ pH 3, bevorzugt ≤ pH 1 aufweisen kann.
[0022] Der chromhaltige Elektrolyt kann erfindungsgemäß eine Leitfähigkeit K von 200 mS/cm
bis 550 mS/cm (bei 20°C) aufweisen.
[0023] Vorteilhafterweise kann das Verfahren mit lediglich einem Elektrolyten in einer einzigen
Beschichtungszelle durchgeführt werden.
[0024] Hierbei kann es erfindungsgemäß vorgesehen sein, zumindest zeitweise zwischen dem
Elektrolyten und der zu beschichtenden Substratoberfläche eine Relativbewegung zu
erzeugen. Erfindungsgemäß kann die Relativgeschwindigkeit hierbei einen Bereich zwischen
0,1 m/s und 5,0 m/s liegen.
[0025] Zur Erzeugung der Relativbewegung zwischen Elektrolyten und Substratoberfläche können
die Substratoberflächen bewegt oder der Elektrolyt entsprechend gefördert werden.
Zu Förderung des Elektrolyten sind unter anderem Rühreinrichtungen oder Pumpen geeignet.
[0026] Durch die so erzeugte Relativbewegung zwischen Substratoberfläche und Elektrolyten
wird eine Ablösung der entstehenden Wasserstoffblasen zusätzlich zum angelegten Unterdruck
gefördert.
[0027] In einer besonders vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist
vorgesehen, daß die zu beschichtende Substratoberfläche mit dem Elektrolyten in einer
Zelle kontaktiert wird, in welcher der chromhaltige Elektrolyt von unten einströmt
und über einen Überlauf abfließen kann, wobei eine hinreichende Strömungsgeschwindigkeit
eingestellt wird, um das Ablösen der entstehenden Wasserstoffblasen zu unterstützen.
[0028] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere ein Beschichtungsreaktor
geeignet, welcher zylinderförmig ausgebildet ist und mit einer zylindrischen Innenanode
aus platiniertem Metall wie beispielsweise platiniertes Titan, Niob oder Tantal ausgerüstet
ist. An der Ober- und Unterseite des Beschichtungsreaktors können sich Aufnahmen für
das zu verchromende Bauteil befinden. Ein so ausgebildeter Beschichtungsreaktor eignet
sich in besonderer Weise zur Beschichtung zylindrischer Bauteile. Mindestens eine
der beiden Aufnahmen dient der Stromzufuhr zu dem zu beschichtenden Bauteil und ist
entsprechend als elektrischer Kontakt ausgebildet.
[0029] Von der Unterseite wird ein Elektrolyt aus einem Vorratsbehälter durch den Reaktor
zum oberen Teil des Reaktors mittels einer geeigneten Pumpe gesaugt und von dieser
zurück in den Vorratsbehälter gefördert. Im Vorratsbehälter kann der Elektrolyt mittels
geeigneter Einrichtungen entgast werden. Das dabei abzuscheidende Gasgemisch wird
nach außen über einen Tropfenabscheider abgeführt. Alternativ kann ein separater Entgasungsbehälter
vorgesehen sein.
[0030] Im Vorratsbehälter können Einrichtungen zur Temperierung des Elektrolyten, also Heizungen
und/oder Kühlungen vorgesehen sein. Der Vorratsbehälter kann über Dosierpumpen mit
weiteren Vorratsbehältern verbunden sein, welche Zusammensetzungen zur Ergänzung des
im Vorratsbehälter befindlichen Elektrolyten aufnehmen, sofern eine Nachdosierung
des Elektrolyten notwendig ist. Zur Reduktion des Volumens kann der durch die angelegte
Abscheidespannung erhitzte Elektrolyt über eine Verdampfereinheit geführt werden,
wobei dem Elektrolyten Wasser entzogen wird und dieser gleichzeitig gekühlt wird.
[0031] Vorteilhafterweise ist ein solcher erfindungsgemäß ausgebildeter Reaktor mit mindestens
einer beweglichen Stirnseite ausgestattet, welche die Zuführung und Entnahme des zu
beschichtenden Bauteils erleichtert. Darüber hinaus können übliche Handlingsysteme
und Dichtungen zur Automatisierung des Prozesses vorgesehen sein.
[0032] In einer Ausgestaltung eines solchen Beschichtungsreaktors kann das beschichtete
Bauteil im Reaktor mit Spülwasser oder Wasserdampf gespült oder zumindest vorgespült
werden. Hierzu kann die Elektrolytzufuhr zum Reaktor unterbrochen und durch Spülwasser
oder Wasserdampf ersetzt werden. Im Fall einer lediglichen Vorspülung des beschichteten
Bauteils im Reaktor kann die endgültige Spüle in einem zweiten Reaktor erfolgen, welcher
im Wesentlichen baugleich mit dem ersten Reaktor ist, jedoch keine Anode und Stromzuführung
aufweist.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend im Rahmen von Ausführungsbeispielen
dargestellt, wobei sich die erfindungsgemäße Idee nicht auf die Ausführungsbeispiele
beschränken läßt.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1:
[0034] Ein zu verchromendes Werkstück (Kolbenstangen aus Stahl Typ CK 45) wurde in einem
gemäß der Erfindung ausgebildeten Reaktor mit einem Elektrolyten zur Abscheidung einer
Hartchromschicht kontaktiert, welcher 370 g/l Chromsäure und 5,3 g/l Schwefelsäure
aufwies, wobei der Elektrolyt von unten in den entsprechenden Reaktor einströmte und
über einen Überlauf an der Oberseite des Reaktors abgeführt wurde. Die hierbei zwischen
der Substratoberfläche des zu beschichtenden Werkstücks und dem Elektrolyten eingestellte
Relativgeschwindigkeit betrug 4 m/s. Der Elektrolyt wies eine Temperatur von 70°C
auf. Mittels geeigneter Einrichtungen wurde innerhalb des Reaktors ein Druck von 50
mbar eingestellt. Nach einer entsprechenden Konditionierung und Aktivierung des Werkstücks
durch Anlegen einer geeigneten Stromrampe wurde anschließend durch Einstellen einer
Stromdichte von 235 A/dm
2 innerhalb von 300 Sekunden eine Hartchromschicht abgeschieden. Anschließend wurde
das Substrat gespült.
[0035] Die erhaltene Chromschicht wies eine Schichtdicke von 11 µm, zeigte ca. 40 Risse/cm
und besaß eine Korrosionsfestigkeit im neutralen Salzsprühtest von kleiner 100 h auf.
Beispiel 2:
[0036] Ein zu verchromendes Werkstück wurde wie in Beispiel 1 in einem gemäß der Erfindung
ausgebildeten Reaktor mit einem Elektrolyten kontaktiert, welcher 370 g/l Chromsäure,
5,3 g/l Schwefelsäure und 6 g/l Methansulfonsäure aufwies. Die Abscheidebedingungen
entsprachen dem Beispiel 1. Es wurde eine glänzende Chromschicht mit einer Schichtdicke
von 11 µm erhalten, welche ca. 250 Risse/cm und eine Korrosionsbeständigkeit im neutralen
Salzsprühtest kleiner 100 h zeigte.
Beispiel 3:
[0037] Ein zu verchromendes Werkstück wurde mit dem Elektrolyten gemäß Beispiel 2 unter
den in Beispiel 2 genannten Bedingungen kontaktiert, wobei ein Pulsstrom mit einer
Stromdichte während des Pulses von 235 A/dm
2, einer Frequenz von 1000 Hz und einer Einschaltdauer von 50% für 400 Sekunden angelegt
wurde.
[0038] Es wurde eine glänzende, rissfreie Chromschicht mit einer Schichtdicke von 11 µm
erhalten, welche 0 Risse/cm und eine Korrosionsbeständigkeit im neutralen Salzsprühtest
von großer 500 h zeigte.
Beispiel 4:
[0039] Ein zu verchromendes Werkstücke wurde unter den Abscheidebedingungen gemäß Beispiel
3 beschichtet, wobei jedoch zuerst ein Pulsstrom mit einer Stromdichte von 235 A/dm
2 während des Pulses, einer Frequenz von 1000 Hz und einer Einschaltdauer von 50% für
400 Sekunden angelegt wurde und anschließend im gleichen Elektrolyten unter ansonsten
gleichen Bedingungen ein Gleichstrom mit einer Stromdichte von 235 A/dm
2 für 100 Sekunden angelegt wurde.
[0040] Die erhaltene glänzende Chromschicht zeigte eine Schichtdicke von 17 µm und weis
ca. 25 Risse/cm auf, wobei die Schicht eine Korrosionsbeständigkeit im neutralen Salzsprühtest
von größer 500 h besaß.
1. Verfahren zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht auf einer Substratoberfläche,
aufweisend die Verfahrensschritte:
- Kontaktieren der zu beschichtenden Substratoberfläche mit einem zur galvanischen
Abscheidung geeigneten chromhaltigen Elektrolyten;
- Anlegen einer Spannung zwischen der zu beschichtenden Substratoberfläche und einer
Gegenelektrode zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht auf der Substratoberfläche,
wobei die Abscheidung in einem gegenüber der Umgebung im Wesentlichen gasdichten Behälter
erfolgt, wobei zumindest während des Anlegens der Spannung in dem im Wesentlichen
gegenüber der Umgebung gasdichten Behälter ein Unterdruck eingestellt wird und wobei
Substratoberfläche und chromhaltiger Elektrolyt mit einer Relativgeschwindigkeit von
0,1 m/s bis 5 m/s, bevorzugt > 1 m/s bis 5 m/s zueinander bewegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei auf eine erste abgeschiedene Hartchromschicht eine
zweite Hartchromschicht abgeschieden wird, wobei zur Abscheidung der ersten Hartchromschicht
ein Pulsstrom zwischen Substratoberfläche und Gegenelektrode angelegt wird und zur
Abscheidung der zweiten Hartchromschicht auf der ersten Hartchromschicht ein Gleichstrom
angelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Druckdifferenz zum Umgebungsdruck von 10 mbar
und 800 mbar, bevorzugt zwischen 20 mbar und 200 mbar eingestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 und 3, wobei zur Abscheidung der ersten Hartchromschicht
eine Pulsspannung mit einer Frequenz von 5 Hz bis 5000 Hz, bevorzugt zwischen 50 Hz
und 1000 Hz angelegt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zur Abscheidung der Hartchromschicht
eine Stromdichte zwischen 25 A/dm2 und 1000 A/dm2, bevorzugt zwischen 50 A/dm2 und 500 A/dm2 eingestellt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu beschichtende Substratoberfläche
mit dem chromhaltigen Elektrolyten bei einer Temperatur zwischen 30°C und 85°C kontaktiert
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Elektrolyten ein pH-Wert
im Bereich ≤ pH 3, bevorzugt ≤ pH 1 eingestellt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu beschichtende Substratoberfläche
mit dem Elektrolyten in einer Zelle kontaktiert wird, in welche der chromhaltige Elektrolyt
von unten einströmt und über einen Überlauf abfließt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Verfahren zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht auf einer Substratoberfläche,
aufweisend die Verfahrensschritte:
- Kontaktieren der zu beschichtenden Substratoberfläche mit einem zur galvanischen
Abscheidung geeigneten chromhaltigen Elektrolyten;
- Anlegen einer Spannung zwischen der zu beschichtenden Substratoberfläche und einer
Gegenelektrode zur galvanischen Abscheidung einer Hartchromschicht auf der Substratoberfläche,
wobei die Abscheidung in einem gegenüber der Umgebung im Wesentlichen gasdichten Behälter
erfolgt, wobei zumindest während des Anlegens der Spannung in dem im Wesentlichen
gegenüber der Umgebung gasdichten Behälter ein Unterdruck eingestellt wird und wobei
Substratoberfläche und chromhaltiger Elektrolyt mit einer Relativgeschwindigkeit von
0,1 m/s bis 5 m/s, bevorzugt > 1 m/s bis 5 m/s zueinander bewegt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass auf eine erste abgeschiedene Hartchromschicht eine zweite Hartchromschicht abgeschieden
wird, wobei zur Abscheidung der ersten Hartchromschicht ein Pulsstrom zwischen Substratoberfläche
und Gegenelektrode angelegt wird und zur Abscheidung der zweiten Hartchromschicht
auf der ersten Hartchromschicht ein Gleichstrom angelegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei eine Druckdifferenz zum Umgebungsdruck von 10 mbar
und 800 mbar, bevorzugt zwischen 20 mbar und 200 mbar eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei zur Abscheidung der ersten Hartchromschicht eine
Pulsspannung mit einer Frequenz von 5 Hz bis 5000 Hz, bevorzugt zwischen 50 Hz und
1000 Hz angelegt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 und 3, wobei zur Abscheidung der Hartchromschicht
eine Stromdichte zwischen 25 A/dm2 und 1000 A/dm2, bevorzugt zwischen 50 A/dm2 und 500 A/dm2 eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu beschichtende Substratoberfläche
mit dem chromhaltigen Elektrolyten bei einer Temperatur zwischen 30°C und 85°C kontaktiert
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Elektrolyten ein
pH-Wert im Bereich ≤ pH 3, bevorzugt ≤ pH 1 eingestellt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die zu beschichtende Substratoberfläche
mit dem Elektrolyten in einer Zelle kontaktiert wird, in welche der chromhaltige Elektrolyt
von unten einströmt und über einen Überlauf abfließt.