[0001] Die Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren für gebleichte organische Fasermaterialien,
wie gebleichte Holzfasern gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, die Verwendung
einer Bleichmischung sowie gebleichtes organisches Fasermaterial gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 11.
[0002] Für die Herstellung von gebleichten organischen Fasermaterialien, wie gebleichte
Holzfasern oder Holzstoffe, wird häufig eine Bleichmischung, auch Bleiche oder Bleichlösung
genannt, in der unter anderem Wasserstoffperoxid vorhanden ist, eingesetzt. Hierbei
tritt häufig das Problem auf, dass Wasserstoffperoxid aufgrund von Schwermetallionen,
die durch unterschiedliche Weise in die Bleiche eingetragen werden können, zersetzt
wird. Wasserstoffperoxid wird in Gegenwart von Schwermetallionen katalytisch zersetzt.
Hiergegen werden häufig zusätzliche Reagenzien der Bleiche hinzugefügt, wodurch höhere
Kosten entstehen. Wasserstoffperoxid wirkt oxidativ.
[0003] DE 43 40 043 A1 beschreibt eine Verwendung stickstoffhaltiger Komplexbildner bei dem Bleichen von
Holzstoffen. Es wird die Verwendung spezieller stickstoffhaltiger Komplexbildner bei
der Holzstoffbleiche mit Wasserstoffperoxid beschrieben. Hierbei werden der alkalischen
Wasserstoffperoxidbleiche, welche üblicherweise mit Na-Wasserglas, Alkalistoffen und
Standard-Metall-Komplexbildnern versehen ist, neuartige, biologisch besser abbaubare
Komplexbildner zugesetzt. Diese Komplexbildner haben hohe Kosten zur Folge.
[0004] DE 196 14 587 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Bleichlösung zum Bleichen von zellulosischen Faserstoffen.
Das Verfahren dient zur Aktivierung von wässrigen, alkalischen und/oder alkoholischen
alkalischen Bleichlösungen, die Wasserstoffperoxid enthalten und unter Sauerstoffdruck
und/oder Stickstoffdruck zur Bleiche von cellulosischen Primär- oder Sekundärfaserstoffen
zur Papierherstellung oder zur Bleiche von Chemiezellstoffen verwendet werden. Zur
Aktivierung der Peroxidverbindung wird einzeln oder als Mischung eine Kombination
bestehend aus isomeren Diazaphenanthrene, beispielsweise Phenanthrolinen, und/oder
einzeln oder als Mischung eine Kombination bestehend aus Dipyridylen verwendet. Es
kann auch eine Mischung mit einer Kombination aus Polyalphahydraxyacrylat und/oder
Phosphonate und/oder Polyaminocarboxylate oder Oxi- oder Polyoxiverbindungen mit 2
bis 7 C-Atomen in der Kohlenstoffkette verwendet werden. Derartige Mischungen sind
aufwendig sowie zeit- und kostenintensiv.
[0005] DE 31 10 882 C2 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bleichen von chemisch hergestellten
Zellstoffen mit Ozon. Hierbei wird ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bleichen
von chemisch hergestelltem Zellstoff mit Ozon im Zusammenhang mit einem Verfeinerungsvorgang
beschrieben.
[0006] Bei der Bleiche organischer Fasermaterialien werden häufig zusätzlich alkalisch wirkende
Substanzen, wie z. B. Natronlauge, verwendet. Diese für die Bleiche verwendete Natronlauge
weist den Nachteil auf, dass diese vergleichsweise teuer ist. Natronlauge trägt zwar
zu einer höheren Bleichwirkung bei, allerdings werden aufgrund der hohen Alkalinität
verstärkt auch organische Substanzen in die Bleichlösung gebracht. Diese führen zu
einem deutlichen erhöhten COD (Chemical Oxygen Demand) -Wert im Abwasser.
[0007] Somit ist es Aufgabe der Erfindung, ein Herstellungsverfahren für gebleichte organische
Fasermaterialien, gebleichte organische Fasermaterialien sowie die Verwendung einer
Bleichmischung hierfür zur Verfügung zu stellen, die kostengünstig und wenig umweltschädlich
sind.
[0008] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der Patentansprüche 1, 7 und 11 gelöst.
[0009] Überraschender Weise hat sich gezeigt, dass die Verwendung von submikroskaligen und
nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikeln in derartigen Bleichen bzw. Bleichlösungen
bzw. Bleichmischungen dazu führt, dass zum einen günstig hergestellte Ca- und Mg-Verbindungspartikel
und damit ein kostengünstiges Herstellungsverfahren und zum anderen durch Einsparung
der Natronlauge ein wenig umweltschädliches Verfahren sowie eine Bleichmischung hierfür
mit hoher Bleichwirkung erhalten werden kann. Die Gesamtkosten können hierdurch sogar
reduziert werden.
[0010] Derartige Ca- oder Mg-Verbindungspartikel sind vergleichsweise günstig herzustellen
und können mit wenig Verunreinigungen, also mit einem geringen Anteil an Schwermetallionen,
welche eine katalytisch abbauende Wirkung auf das enthaltende Peroxid bzw. Wasserstoffperoxid
hat, produziert werden. Durch die bisher stattgefundene katalytisch abbauende Wirkung
von Schwermetalionen auf das Peroxid stand dieses im eigentlichen Bleichprozess nicht
mehr zur Verfügung. Dies führte zu höheren Herstellungskosten.
[0011] Ca-Verbindungen weisen bekanntlich einen höheren pH-Wert auf und erzielen dadurch
eine stärkere bleichende Wirkung für die organischen Fasermaterialien. Allerdings
neigen Ca-lonen auch zur Bildung unlöslicher Verbindungen, wie z. B. Oxalate, die
sich im Herstellungsverfahren nachteilig innerhalb der Bleichmischung ablagern können.
Dies wird durch die Verwendung von schwerlöslichen Ca-Verbindungspartikeln in einer
Variante der Erfindung vermieden, bei welcher nur Mg-Ionen zur Bleichwirkung beitragen.
[0012] Erfindungsgemäß weist die Bleichmischung zur Verwendung in einem Herstellungsverfahren
für gebleichte organische Fasermaterialien, wie gebleichte Holzfasern bzw. Holzstoffe,
Wasserstoffperoxid, alkalisch oder alkalisch reagierende Materialien, sowie - bezogen
auf Partikeldurchmesser- submikroskalige oder nanoskalige Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel
zum Bleichen der organischen Fasermaterialien auf.
[0013] Vorteilhaft weisen die submikroskaligen Partikel einen Durchmesser von 0,1-0,3 µm
auf.
[0014] Die nanoskaligen Partikel können vorteilhaft einen Durchmesser von weniger als 100
nm aufweisen.
[0015] Sowohl die submikroskaligen als auch die nanoskaligen Partikel sind bevorzugt oval
und/oder sphärisch in ihrer Form ausgebildet. Sie sind demzufolge nicht plättchen-
oder faserförmig in ihrer Form.
[0016] Die angegebenen Partikeldurchmesser beziehen sich auf eine Messung als d50 mittels
Laserbeugung, z.B. Cilas-Gerät, Fa. Quantachrome, REM (Raster Electron Microscopy)
oder TEM (Transmission Electron Microscopy). Bevorzugt werden submikroskalige oder
nanoskalige Verbindungspartikel aus den Verbindungen CaO, Ca(OH)
2, CaCO
3, MgO, Mg(OH)
2 sowie Mischungen hieraus ausgewählt. Dies kann in jedem Verhältnis sowie in Form
von Folgeprodukten, Pulver sowie wässriger Suspension erfolgen.
[0017] Als Rohstoffe für die Herstellung der Mg- und/oder Ca-Verbindungspartikel werden
bevorzugt natürliche, vergleichsweise reine Carbonate eingesetzt, wie beispielsweise
MgCa(CO
3)
2 (Dolomit). Alternativ können auch synthetische bevorzugt chemisch reine Materialien
hierfür verwendet werden.
[0018] Alternativ zu der hier genannten natürlichen Ca- und/oder Mg-Verbindung als Rohstoff
können auch alle anderen natürlich vorkommenden oder synthetischen Mischverbindungen
dieser oder verwandter Art als Basis für Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel und damit
für die Bleichmischung herangezogen werden. Ein Beispiel hierfür ist beispielsweise
Huntit, welches eine Ca-Mg-CO
3-Mischverbindung ist.
[0019] Ebenso können sämtliche Mischungen bzw. Verbindungen der hier vorgeschlagenen Ca-
bzw. Mg-Verbindungen und deren Folgeprodukte mit allen anderen geeigneten Ca- oder
Mg- oder sonstigen Verbindungen vermischt werden, um eine Modifizierung zu erhalten,
die letztendlich zu einem ähnlichen Ergebnis in der Funktion, gegebenenfalls zu einer
Verstärkung, Milderung oder Verzögerung der gewünschten Eigenschaften, führt. Dies
betrifft insbesondere Verbindungen der zweiten Hauptgruppe des Periodensystems oder
anderer zweiwertiger Metallionen.
[0020] Organische Fasermaterialien, wie gebleichte Holzstoffe, insbesondere Holzfasern können
durch eine derartige Bleichmischung gebleicht werden. Dies ist vorteilhaft in der
Papierindustrie einzusetzen. Üblicherweise erfolgt die Bleiche derartiger Holzfasern
oxidativ mit Hilfe von Wasserstoffperoxid. Zusätzlich können Wasserglas, alkalische
oder alkalisch reagierende Materialien sowie Komplexbildner vorhanden sein.
[0021] Die für die Bleichmischung erfindungsgemäß verwendeten Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel
können sowohl als Pulver als auch in Form einer Suspension hergestellt werden.
[0022] Aufgrund der Verwendung von submikroskaligen und nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikeln
kann erreicht werden, dass durch die Verwendung dieser Primärartikel eine sehr hohe
Reaktivität und damit Bleichwirkung innerhalb der Bleichmischung, auch aufgrund des
erhöhten Oberflächenanteils bedingt durch die Vielzahl der Partikel, erhalten wird.
[0023] Bevorzugt werden die Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel im submikroskaligen und
nanoskaligen Bereich dadurch hergestellt, dass natürliche Karbonate durch thermische
Verfahren zumindest teilweise in die Oxide überführt werden. Durch Wahl der entsprechenden
Verfahrensparameter bei der thermischen Behandlung werden Primärpartikel in submikro-
und nanoskalige Korngrößen erhalten. Durch die Umsetzung dieser werden sie in andere
Verbindungen, z. B. die Hydrate, überführt, wobei sich die Korngröße der Primärpartikel
praktisch nicht verändert. Hierdurch bleiben die submikro- bzw. nanoskaligen Partikelgrößen
erhalten.
[0024] Besonders vorteilhaft ist bei den Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikeln und der damit
zusammenhängenden Bleichmischung, dass diese durch die Wahl der Parameter der thermischen
Beanspruchung in der Reaktivität und den Eigenschaften gezielt modifiziert werden
können und so den Gegebenheiten in der Endanwendung angepasst werden können.
[0025] In teilkalziniertem Dolomit liegt beispielsweise nur MgO neben CaCO
3 und gegebenenfalls kleinen Resten an MgCO
3 vor, wobei die Primärpartikel in ihrer Größe submikro- bis nanoskalig sind. Die Alkalinität
resultiert in diesem Fall nur aus dem MgO bzw. dem Mg(OH)
2. Die ausreichende Funktion des Mg(OH)
2 ist wegen der Submikron- bzw. Nanopartikel sichergestellt. CaCO
3 liegt nahezu ungelöst vor und kann somit keine störenden Ablagerungen bilden.
[0026] Vollkalzinierter Dolomit kann ebenfalls verwendet werden, sofern dies wegen der höheren
Alkalinität gewünscht und vom Ablagerungsverhalten möglich ist.
[0027] Zwischen Teil- und Vollkalzinat können anforderungsspezifische Dreiphasensysteme
aus CaCO
3, MgO und CaO bzw. CaCO
3, Mg(OH)
2 und Ca(OH)
2 gewählt werden, um die ideale Kombination aus Reaktivität und Ablagerungen oder sonstiger
positive Eigenschaften zu erzielen.
[0028] Die Ca- und Mg-Produkte sind zudem preiswert und chemisch hochrein, so dass nahezu
keine Sekundärverunreinigung durch Metall- oder Schwermetallionen stattfindet und
daher auch Komplexierungsmittel eingespart und trotzdem eine ausreichende Qualität
erzielt werden kann. Die hohe chemische Produktreinheit zeigt sich auch in dem sehr
hohen Weißgrad, welcher zusätzliche Vorteile bei der Herstellung sehr heller Faserprodukte
bringt.
[0029] Es wird gezeigt in:
- Fig. 1a und 1 b
- zeigen REM- Aufnahmen von natürlichem Mg(OH)2;
- Fig. 2a und 2b
- zeigen REM- Aufnahmen von synthetischem Mg(OH)2;
- Fig. 3a und 3b
- zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem Dolomit;
- Fig. 4a und 4b
- zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem Dolomit;
- Fig. 5a und 5b
- zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem Dolomit;
- Fig. 6a und 6b
- zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem Dolomit;
- Fig. 7a und 7b
- zeigen REM-Aufnahmen von hydratisiertem Dolomit; und
- Fig. 8a und 8b
- zeigen REM-Aufnahmen von hydratisiertem Dolomit.
Beispiele, wie sie nach erfolgter Kalzinierung und Hydratisierung in der Bleichmischung
vorliegen könnten.
Beispiel 1: Referenz 1 (Negativbeispiel)
[0030] Fig. 1a. 1b zeigen REM- Aufnahmen von natürlichem Mg(OH)
2.
Das Mg(OH)
2 enthält feine, natürliche Partikel in einer Korngröße von etwa 1-3 µm, vereinzelt
auch feiner.
Beispiel 2: Referenz 2 (Negativbeispiel)
[0031] Fig. 2a, 2b zeigen REM- Aufnahmen von synthetischem Mg(OH)
2.
In synthetischem Mg(OH)
2 sind gut ausgebildete Kristalle zu erkennen. Die Korngröße beträgt etwa 0.5-1 µm.
Vereinzelt sind Aggregate vorhanden.
Beispiel 3: (Positivbeispiel)
[0032] Dazu wird Dolomit CaMg(CO
3)
2 bei erhöhter Temperatur in teil- bis vollkalzinierten Dolomit (CaCO
3 und MgO über ein Dreiphasensystem CaO, CaCO
3 und MgO bis hin zu CaO und MgO) überführt. Durch die Wahl des gezeigten Temperaturprofils
und der Erwärmungszeit lässt sich dabei submikro- bzw. nanoskaliges MgO- und CaCO
3 (Teilkalzinierung) analog dem Dreiphasensystem bis zum MgO und CaO (Vollkalzinat)
herstellen.
Kalzinierung Teilkalzinat (CaCO3 und MgO):
[0033]
Tabelle 1. Kalzinierung Teilkalzinat (CaCO
3 und MgO).
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Temperatur, °C |
600-1300 |
650-1200 |
700-1000 |
750-950 |
| Zeit, min. |
0-300 min |
0-180 |
0-90 |
0-60 |
Kalzinierung Vollkalzinat (CaO und MgO):
[0034]
Tabelle 2. Kalzinierung Vollkalzinat (CaO und MgO)
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Temperatur, °C |
750-1450 |
800-1400 |
900-1300 |
1000-1200 |
| Zeit, min. |
0-300 min |
0-180 |
0-90 |
0-60 |
[0035] Fig. 3a, 3b und 4a, 4b zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem
Dolomit.
[0036] Beim teilkalzinierten Dolomit sind Primärpartikel aus MgO und CaCO
3 in einer Komgröße von 50 bis 100 nm zu erkennen.
[0037] Beim vollkalzinierten Dolomit liegen die Primärpartikel ebenfalls in einer Korngröße
von 50 bis 100 nm vor und bestehen aus CaO und MgO.
Beispiel 4 (Positivbeispiel)
[0038] Nanoskalige Primärpartikel bei teil- bis vollkalziniertem Dolomit lassen sich auch
erhalten, wenn Dolomit innerhalb sehr kurzer Zeit auf sehr hohe Temperatur gebracht
wird.
Kalzinierung Teilkalzinat:
[0039]
Tabelle 3. Kalzinierung Teilkalzinat.
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Temperatur, °C |
700-1700 |
800-1650 |
900-1600 |
1000-1500 |
| Zeit, s |
0-240 |
0-180 |
0-120 |
0-60 |
Kalzinierung Vollkalzinat:
[0040]
Tabelle 4. Kalzinierung Vollkalzinat.
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Temperatur, °C |
700-1700 |
800-1650 |
900-1600 |
1000-1500 |
| Zeit, s. |
0-1200 min |
0-900 |
0-720 |
0-600 |
[0041] Fig. 5a, 5b und 6a, 6b zeigen REM- Aufnahmen von teilkalzinierten bzw. vollkalziniertem
Dolomit.
[0042] Die bei der Kurzzeit-Kalzinierung erhaltenen teil- bis vollkalzinierten Materialien
enthalten ebenfalls nanoskalige Primärpartikel mit einer Korngröße von 50-100 nm.
Beispiel 5 (Positivbeispiel)
[0043] Bei teilkalziniertem Dolomit (aus Beispiel 3 oder 4) lässt sich das MgO durch wässrige
Hydratisierung in submikron- bzw. nanoskalige Mg(OH)
2-Partikel überführen, wobei die Größe der CaCO
3-Partikel erhalten bleibt. Diese Partikel können dann der Bleichmischung zugemischt
werden. Der Umsetzungsgrad von MgO zu Mg(OH)2 beträgt > 80 % bis hin zu > 90 % der
Theorie.
Hydratisierung
[0044]
Tabelle 5. Hydratisierung.
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Suspension, Trockensubstanz TS in Ma-% |
0-99 |
0-85 |
0-70 |
0-65 |
[0045] Fig. 7a, 7b zeigen REM-Aufnahmen von hydratisiertem Dolomit aus Beispiel 3 und 4.
Beispiel 5.
[0046] Das Material enthält Aggregate und freiliegende Partikel. Die Korngroße der Primärpartikel
beträgt etwa 50-200 nm. Diese bestehen aus Mg(OH)
2 und CaCO
3.
Beispiel 6 (Positivbeispiel)
[0047] Bei vollkalziniertem Dolomit (aus Beispiel 3 oder 4) lässt sich sowohl MgO und auch
CaO durch wässrige Hydratisierung in submikron- bzw. nanoskalige Mg(OH)
2- und Ca(OH)
2-Partikel überführen, wobei die Größe der ursprünglichen Oxid-Partikel erhalten bleibt.
Der Umsetzungsgrad von MgO zu Mg(OH)
2 bzw. von CaO zu Ca(OH)
2 beträgt > 90 % der Theorie.
Hydratisierung
[0048]
Tabelle 6. Hydratisierung.
| |
Bereich |
bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
Noch mehr bevorzugt |
| Suspension, Trockensubstanz TS in Ma-% |
0-99 |
0-85 |
0-70 |
0-65 |
[0049] Fig. 8a, 8b zeigen REM-Aufnahmen von hydratisiertem Dolomit aus Beispiel 3 und 4.
Beispiel 6.
[0050] Das Material enthält Aggregate und freiliegende Partikel. Die Korngroße der Primärpartikel
beträgt etwa 50-200 nm. Diese bestehen aus Mg(OH)
2 und Ca(OH)
2.
Bewertung
[0051] Die Beispiele zeigen, dass es auf dem hier beschriebenen Weg möglich ist, Oxide,
Carbonate und Hydroxide in submikro- bzw. nanoskaliger Primärkorngroße herzustellen,
die sich in ihrer Größe und Reinheit von den bisher bekannten analogen Materialien
unterscheiden und sich durch die daraus resultierende sehr hohe Reaktivität besonders
für die Bleiche organischer Fasermaterialien eignen.
Produktbeschreibung
Teilkalzinierter Dolomit: MgO und CaCO3
[0052]
Tabelle 7. Teilkalzinierter Dolomit MgO und CaCO
3.
| |
Einheit |
Bereich |
Bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
| Chem. Zusammensetzung |
|
|
|
|
| SiO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<1 |
| Al2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| Fe2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| MnO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| TiO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| K2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Na2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Feuchtigkeit, 120 °C |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest außer CaO, MgO und CO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<2 |
| Mineral Inhalt |
|
|
|
|
| MgCO3 |
Ma-% |
<15 |
<10 |
<5 |
| CaCO3 |
Ma-% |
<85 |
<80 |
<75 |
| MgO |
Ma-% |
>20 |
>23 |
>25 |
| CaO |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| Mg(OH)2 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| Ca(OH)2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| Quarz |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<3 |
| |
|
|
|
|
| Phys. Daten |
|
|
|
|
| Weißgrad R 457 |
% |
>75 |
>80 |
>85 |
| L |
|
>70 |
>75 |
>80 |
| Abrasion Einlehner |
mg |
<500 |
<250 |
<100 |
| Nassiebrst. >100µm |
Ma-% |
<3 |
<1 |
<0,5 |
| Spez. Oberfl. BET |
m2/g |
>1 |
>2 |
>3 |
| Korngröße Laserbeug. µm |
|
|
|
|
| > 40 |
Ma-% |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 40 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 30 |
Ma-% |
>25 |
>35 |
>45 |
| < 20 |
Ma-% |
>30 |
>40 |
>50 |
| <10 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 5 |
Ma-% |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 2 |
Ma-% |
>5 |
>10 |
>15 |
| < 1 |
Ma-% |
>1 |
>2 |
>3 |
| Primärpartikel REM, nm |
|
|
|
|
| > 300 |
Ma-%* |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 300 |
Ma-%* |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 200 |
Ma-%* |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 100 |
Ma-%* |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 50 |
Ma-%* |
>5 |
>10 |
>15 |
[0053] Meist bevorzugt:
Ziel Primärkorngröße: Schwerpunkt bei 50-200 nm
Ziel Korngröße mittels Laserbeugung, z.B. Cilas-Gerät, Fa. Quantachrome: d99=20, d90=10.
d50=2 µm
Vollkalzinierter Dolomit: MgO und CaO:
[0054]
Tabelle 8. Vollkalzinierter Dolomit MgO und CaO.
| |
Einheit |
Bereich |
Bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
| Chem. Inhalt |
|
|
|
|
| SiO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<1 |
| Al2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| Fe2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| MnO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| TiO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| K2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Na2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Feuchtigkeit, 120 °C |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest außer CaO, MgO und CO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<2 |
| Mineral Inhalt |
|
|
|
|
| MgCO3 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| CaCO3 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| MgO |
Ma-% |
>25 |
>30 |
>35 |
| CaO |
Ma-% |
>40 |
>45 |
>50 |
| Mg(OH)2 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| Ca(OH)2 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| Quarz |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<3 |
| |
|
|
|
|
| Phys. Daten |
|
|
|
|
| Weißgrad R 457 |
% |
>75 |
>80 |
>85 |
| L |
|
>70 |
>75 |
>80 |
| Abrasion Einlehner |
mg |
<500 |
<250 |
<100 |
| Nassiebrst. >100µm |
Ma-% |
<3 |
<1 |
<0,5 |
| Spez. Oberfl. BET |
|
>1 |
>2 |
>3 |
| Korngröße Laserbeug. µm |
|
|
|
|
| > 40 |
Ma-% |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 40 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 30 |
Ma-% |
>25 |
>35 |
>45 |
| < 20 |
Ma-% |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 10 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 5 |
Ma-% |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 2 |
Ma-% |
>5 |
>10 |
>15 |
| < 1 |
Ma-% |
>1 |
>2 |
>3 |
| Primärpartikel REM, nm |
|
|
|
|
| > 300 |
Ma-%* |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 300 |
Ma-%* |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 200 |
Ma-%* |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 100 |
Ma-%* |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 50 |
Ma-%* |
>5 |
>10 |
>15 |
[0055] Meist bevorzugt
Ziel Primärkorngröße: Schwerpunkt bei 50-200 nm
Ziel Korngröße mittels Laserbeugung, z.B. Cilas-Gerät, Fa. Quantachrome: d99=20, d90=10.
d50=2 µm
[0056] Teilkalzinierter Dolomit (MgO und CaCO
3 nach wässriger Hydratisierung:
Tabelle 9. Teilkalzinierter Dolomit (MgO und CaCO3) nach wässriger Hydratisierung.
| |
Einheit |
Bereich |
Bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
| Chem. Inhalt |
|
|
|
|
| SiO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<1 |
| Al2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| Fe2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| MnO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| TiO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| K2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Na2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest außer CaO, MgO CO2 und H2O |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<2 |
| Mineral Inhalt |
|
|
|
|
| MgCO3 |
Ma-% |
<15 |
<10 |
<5 |
| CaCO3 |
Ma-% |
<85 |
<80 |
<75 |
| MgO |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| CaO |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| Mg(OH)2 |
Ma-% |
>25 |
>30 |
>32 |
| Ca(OH)2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| Quarz |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<3 |
| |
|
|
|
|
| Phys. Daten |
|
|
|
|
| Weißgrad R 457 |
% |
>75 |
>80 |
>85 |
| L |
|
>70 |
>75 |
>80 |
| Abrasion Einlehner |
mg |
<500 |
<250 |
<100 |
| Nassiebrst. >100µm |
Ma-% |
<3 |
<1 |
<0,5 |
| Spez. Oberfl. BET |
m2/g |
>1 |
>2 |
>3 |
| Korngröße Laserbeug. µm |
|
|
|
|
| > 40 |
Ma-% |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 40 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 30 |
Ma-% |
>25 |
>35 |
>45 |
| < 20 |
Ma-% |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 10 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 5 |
Ma-% |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 2 |
Ma-% |
>5 |
>10 |
>15 |
| < 1 |
Ma-% |
>1 |
>2 |
>3 |
| Primärpartikel REM, nm |
|
|
|
|
| > 300 |
Ma-%* |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 300 |
Ma-%* |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 200 |
Ma-%* |
<80 |
<70 |
<60 |
| < 100 |
Ma-%* |
<80 |
<70 |
<60 |
| < 50 |
Ma-%* |
>5 |
>10 |
>15 |
[0057] Meist bevorzugt
Ziel Primärkorngröße: Schwerpunkt bei 150-300 nm
Ziel Korngröße mittels Laserbeugung, z.B. Cilas-Gerät, Fa. Quantachrome: d99=20, d90=10.
d50=2 µm
[0058] Teilkalzinierter Dolomit (MgO und CaO) nach wässriger Hydratisierung:
Tabelle 10. Teilkalzinierter Dolomit (MgO und CaO) nach wässriger Hydratisierung.
| |
Einheit |
Bereich |
Bevorzugt |
Mehr bevorzugt |
| Chem. Inhalt |
|
|
|
|
| SiO2 |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<1 |
| Al2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| Fe2O3 |
Ma-% |
<3 |
<0,5 |
<0,1 |
| MnO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| TiO2 |
Ma-% |
<1 |
<0,5 |
<0,1 |
| K2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Na2O |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Feuchtigkeit, 120 °C |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest außer CaO, MgO CO2 und H2O |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<2 |
| Mineral Inhalt |
|
|
|
|
| MgCO3 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| CaCO3 |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<5 |
| MgO |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| CaO |
Ma-% |
<10 |
<5 |
<3 |
| Mg(OH)2 |
Ma-% |
>25 |
>30 |
>35 |
| Ca(OH)2 |
Ma-% |
>40 |
>45 |
>50 |
| Quarz |
Ma-% |
<5 |
<3 |
<1 |
| Rest |
Ma-% |
<10 |
<7 |
<3 |
| |
|
|
|
|
| Phys. Daten |
|
|
|
|
| Weißgrad R 457 |
% |
>75 |
>80 |
>85 |
| L |
|
>70 |
>75 |
>80 |
| Abrasion Einlehner |
mg |
<500 |
<250 |
<100 |
| Nassiebrst. >100µm |
Ma-% |
<3 |
<1 |
<0,5 |
| Spez. Oberfl. BET |
|
>1 |
>2 |
>3 |
| Korngröße Laserbeug. µm |
|
|
|
|
| > 40 |
Ma-% |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 40 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 30 |
Ma-% |
>25 |
>35 |
>45 |
| < 20 |
Ma-% |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 10 |
Ma-% |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 5 |
Ma-% |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 2 |
Ma-% |
>5 |
>10 |
>15 |
| < 1 |
Ma-% |
>1 |
>2 |
>3 |
| Primärpartikel REM, nm |
|
|
|
|
| > 300 |
Ma-%* |
<50 |
<40 |
<30 |
| < 300 |
Ma-%* |
>30 |
>40 |
>50 |
| < 200 |
Ma-%* |
>20 |
>30 |
>40 |
| < 100 |
Ma-%* |
>10 |
>20 |
>30 |
| < 50 |
Ma-%* |
>5 |
>10 |
>15 |
[0059] Meist bevorzugt
Ziel Primärkorngröße: Schwerpunkt bei 150-300 nm
Ziel Korngröße mittels Laserbeugung, z.B. Cilas-Gerät, Fa. Quantachrome: d99=20, d90=10.
d50=2 µm
Dreiphasensysteme:
[0060] Wie oben beschrieben können zwischen Teil- und Vollkalzinat anforderungsspezifische
Dreiphasensysteme aus CaCO
3, MgO und CaO gewählt werden, um die ideale Kombination aus Reaktivität und akzeptabler
Ablagerungen zu erzielen.
Beispiele:
a) Oxid-Carbonat-Mischungen:
[0061] Mischung der Komponenten MgO, CaO und CaCO
3. Diese Produktgruppe liegt chemisch zwischen Teil- und Vollkalzinat.
b) Hydroxid-Carbonat-Mischungen:
[0062] Mischung der Komponenten Mg(OH)
2, Ca(OH)
2 und CaCO
3. Das Ausgangsmaterial zu diesem Produkt liegt chemisch zwischen Teil- und Vollkalzinat,
wurde hier aber hydratisiert.
Alkalische Peroxidbleiche organischer Fasermaterialien unter Verwendung der beschriebenen
Produkte
[0063] Hierzu wird ungebleichter Holzstoff bzw. Holzfasern unter Verwendung von verschiedenen
alkalisch wirkenden Zusätzen mit Peroxid gebleicht und vom Produkt der Weißgrad sowie
der Gelbwert bestimmt. Parallel dazu wird auch der COD-Gehalt bestimmt.
Tabelle 11.
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
COD |
Brightn. |
Yellown. |
| Nr. |
NaOH |
Ca(OH)2 |
Vollkalzinat |
Teilkalzinat |
Vollkalzinat |
Teilkalzinat |
Mg(OH)2 |
NaWG |
[Kg/T] |
R457 |
|
| |
Standard |
Standard |
Pulver |
Pulver |
Slurry/Hydrat. |
Slurry/Hydrat. |
Standard |
|
|
|
|
| 0 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
64,8 |
25,4 |
| 1 |
1,9 |
|
|
|
|
|
|
0,0 |
46,8 |
63,7 |
25,3 |
| 2 |
1,9 |
|
|
|
|
|
|
2,0 |
51,4 |
76,7 |
18,3 |
| 3 |
|
0,9 |
|
|
|
|
|
0,0 |
27,7 |
67,7 |
23,0 |
| 4 |
|
0,9 |
|
|
|
|
|
2,0 |
29,1 |
74,0 |
20,2 |
| 5 |
|
|
0,9 |
|
|
|
|
0,0 |
30,3 |
69,8 |
22,4 |
| 6 |
|
|
0,9 |
|
|
|
|
2,0 |
30,6 |
75,2 |
19,5 |
| 7 |
|
|
|
0,9 |
|
|
|
0,0 |
26,4 |
74,7 |
20,1 |
| 8 |
|
|
|
0,9 |
|
|
|
2,0 |
29,4 |
75,9 |
19,3 |
| 9 |
|
|
|
|
0,9 |
|
|
0,0 |
31,6 |
74,1 |
20,4 |
| 10 |
|
|
|
|
0,9 |
|
|
2,0 |
34,4 |
75,7 |
19,3 |
| 11 |
|
|
|
|
|
0,9 |
|
0,0 |
30,2 |
74,0 |
20,3 |
| 12 |
|
|
|
|
|
0,9 |
|
2,0 |
32,3 |
76,1 |
19,0 |
| 13 |
|
|
|
|
|
|
0,9 |
0,0 |
32,9 |
75,9 |
19,3 |
| 14 |
|
|
|
|
|
|
0,9 |
2,0 |
35,1 |
75,8 |
19,3 |
NaWG = Natronwasserglas Komplexierungsmittel: Na5DTPA
Feststoffgehalt = 23 % COD = chemical oxygen demand
Brightn. = Weißgrad R 457 Temperature = 65 °C
Dauer = 3 h H2O2 = 3 |
[0064] Gebleichte organische Fasermaterialien mit dem höchsten Weißgrad und/oder dem niedrigsten
Gelbwert und/oder dem niedrigsten COD im Prozesswasser wurden dann erhalten, wenn
die beschriebenen Ca-Mg-Produkte als alkalisch wirkende Komponente für die oxidische
Bleiche eingesetzt wurden.
[0065] Die Ca-Mg-Produkte sind hinsichtlich Weißgraderzielung besser als Calciumhydroxid
und sind vergleichbar dem Magnesiumhydroxid. Der stabilisierende Effekt von Wasserglas
ist bei allen Ca-Mg-Produkten immer noch deutlicher (1 bis 2 Weißgradpunkte) als bei
Magnesiumhydroxid. Zwar wird bei Natriumhydroxid mit Natriumsilikat der höchste Endweißgrad
erhalten, allerdings auch der mit Abstand höchste COD-Wert. Dieser ist bei den Ca-Mg-Produkten
deutlich reduziert. Die Pulver- (= Oxid) oder Slurry- (= Hydrat) Form zeigt keine
Unterschiede auf, beide sind gleichermaßen geeignet.
[0066] Da auch die Reinheit der Ca-Mg-Produkte deutlich höher und die Kosten deutlich niedriger
als z.B. bei Natronlauge oder Mg(OH)
2 sind und zudem auch die Ca-Komponente an die spezifischen Anforderungen (Reaktivität
vs. Ablagerungstendenz) angepasst werden kann sind die anfangs gestellten Aufgaben
bzw. Ziele gelöst worden.
[0067] Es werden organische Fasermaterialien, hergestellt unter Verwendung von submikro-
und nanoskaligen Calcium- und Magnesiumverbindungen sowie deren Herstellung beschrieben.
[0068] Die REM-Aufnahmen der Ca-Mg-Produkte zeigen deutliche Unterschiede dieser im Vergleich
zu den bereits bekannten Materialien, hauptsächlich in der Korngröße der Primärpartikel
sowie der Kornform und Korngröße sowie der Mikrostruktur oder der Anlagerung der Partikel
zueinander.
[0069] Daraus lässt sich folgern, dass die Ca-Mg-Produkte sich von den marktbekannten Produkten
unterscheiden und aufgrund der submikro- und nanoskaligen Partikelgröße auch eine
erhebliche andere verbesserte und umfangreichere Funktionalität in der Anwendung zeigen,
wie durch die Versuche belegt werden konnte. Im Ergebnis lassen sich damit gebleichte
organische Fasermaterialien mit besserer Qualität erzeugen.
1. Herstellungsverfahren für gebleichte organische Fasermaterialen, wie gebleichte Holzfasern,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Bleichmischung mit Wasserstoffperoxid, alkalischen oder alkalisch reagierenden
Materialien sowie, bezogen auf Partikeldurchmesser, submikroskalige oder nanoskalige
Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel zum Bleichen der organischen Fasermaterialien
verwendet wird.
2. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel einen Partikeldurchmesser
von 0,1 -0,3 µm aufweisen.
3. Herstellungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel einen Partikeldurchmesser von
weniger als 100 nm aufweisen.
4. Herstellungsverfahren nach einem der vorangegangen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen und nanoskaligen Verbindungspartikel ovale und/oder sphärische
Formen aufweisen.
5. Herstellungsverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen und nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel aus CaO
und/oder Ca(OH)2 und/oder CaCO3 und/oder MgO und/oder Mg(OH)2 zusammengesetzt werden.
6. Herstellungsverfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen und nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel in einem
vorausgehenden Herstellungsschritt durch teilweise oder vollständiges Kalzinieren
von MgCa(CO3)2 (Dolomit) oder anderen Ca-Mg-CO3-Mischverbindungen wie Huntit, hergestellt werden.
7. Verwendung einer Bleichmischung mit Wasserstoffperoxid, alkalischen oder alkalisch
reagierenden Materialien, sowie, bezogen auf Partikeldurchmesser, submikroskalige
und/oder nanoskalige Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel zum Bleichen von organischen
Fasermaterialien, wie gebleichte Holzfasern.
8. Verwendung einer Bleichmischung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel einen Partikeldurchmesser
von 0,1 -0,3 µm aufweisen.
9. Verwendung einer Bleichmischung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel einen Partikeldurchmesser von
weniger als 100 nm aufweisen.
10. Verwendung einer Bleichmischung nach einem der Ansprüche 7 - 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die submikroskaligen und nanoskaligen Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel aus CaO
und/oder Ca(OH)2 und/oder CaCO3 und/oder MgO und/oder Mg(OH)2 zusammengesetzt werden.
11. Gebleichtes organisches Fasermaterial, wie gebleichter Holzstoff,
dadurch gekennzeichnet, dass
zu, dessen Herstellung eine Bleichmischung mit Wasserstoffperoxid, alkalischen oder
alkalisch reagierenden Materialien, sowie, bezogen auf Partikeldurchmesser, submikroskalige
oder nanoskalige, Ca- und/oder Mg-Verbindungspartikel zum Bleichen der organischen
Fasermaterialien Anwendung findet.