(19)
(11) EP 2 180 125 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.04.2010  Patentblatt  2010/17

(21) Anmeldenummer: 08020148.6

(22) Anmeldetag:  19.11.2008
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 1/02(2006.01)
E06B 9/17(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA MK RS

(30) Priorität: 22.10.2008 DE 202008014057 U

(71) Anmelder: Kunststoffwerk Katzbach GmbH & Co. KG
93413 Cham (DE)

(72) Erfinder:
  • Erber, Arnold
    93413 Cham (DE)

(74) Vertreter: Blaumeier, Jörg 
LINDNER I BLAUMEIER Patent- und Rechtsanwälte Dr.-Kurt-Schumacher-Strasse 23
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Fenster- oder Türzarge


(57) Fenster- oder Türzarge, mit einem Bodenteil und zwei damit verbundenen Seitenteilen, wobei die Seitenteile (3, 4) jeweils wenigstens ein einen Hohlraum zumindest teilweise umschließendes Schienenprofil (8, 12) aufweisen.













Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Fenster- oder Türzarge, mit einem Bodenteil und zwei damit verbundenen Seitenteilen.

[0002] Fenster- oder Türzargen werden verwendet, um den Einbau von Fenstern oder Türen in die dafür vorgesehenen Gebäudeöffnungen zu erleichtern. In der Vergangenheit sind bereits Versuche mit Zargen aus Holz, Kunststoff oder Aluminium vorgenommen worden. Diese Zargen wiesen allerdings den Nachteil auf, dass die erforderliche Fugendichtigkeit nur mit hohem Aufwand erzielt werden konnte und die genaue Positionierung des Fensters oder der Tür schwierig war.

[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Fenster- oder Türzarge anzugeben, die die Anforderungen an die Fugendichtigkeit erfüllt und mit der der Einbau des Fensters oder der Tür erleichtert wird.

[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einer Fenster- oder Türzarge der eingangs genannten Art erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Seitenteile jeweils wenigstens ein einen Hohlraum zumindest teilweise umschließendes Schienenprofil aufweisen. Durch die Seitenteile, die jeweils ein Schienenprofil aufweisen, wird ein fugendichter Einbau des Fensters oder der Tür ermöglicht, die nach der Montage seitlich an den Seitenteilen der Fenster- oder Türzarge anliegen, gleichzeitig wird das Fenster oder die Tür bei der Montage automatisch richtig positioniert, sodass der Einbau besonders leicht und schnell vorgenommen werden kann.

[0005] Bei der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge wird es besonders bevorzugt, dass die beiden Schienenprofile symmetrisch ausgebildet sind und jeweils wenigstens eine Nut oder Aussparung aufweisen. Die beiden gegenüberliegenden Schienenprofile verleihen der Fenster- oder Türzarge eine erhöhte Festigkeit und Stabilität, sodass diese leicht aber dennoch stabil hergestellt werden kann.

[0006] In diesem Zusammenhang wird es besonders bevorzugt, dass die Schienenprofile mit den Seitenteilen verklebt und/oder verschraubt sind.

[0007] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann es vorgesehen sein, dass das Schienenprofil der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge zweiteilig ausgebildet ist und einen inneren Profilabschnitt und einen äußeren Profilabschnitt umfasst. Vorzugsweise kann das Schienenprofil als Baukastensystem ausgebildet sein, indem der äußere Profilabschnitt mit einem inneren Profilabschnitt, der eine Nut oder Aussparung z. B. für einen Rollladenpanzer aufweist, zusammengesetzt ist. Der innere und der äußere Profilabschnitt können dabei zusammengesteckt, geklipst, geklebt, verschraubt, vernietet oder verschweißt sein. Alternativ kann der äußere Profilabschnitt mit einem anderen inneren Profilabschnitt, der eine zusätzliche Nut oder Aussparung für ein Fliegengitter oder einen Screen (Sonnenschutz) aufweist, zusammengesetzt sein. Als weitere Alternative ist denkbar, dass der äußere Profilabschnitt mit einem drei Nuten oder Aussparungen aufweisenden Profilabschnitt zu dem Schienenprofil zusammengesetzt ist. Durch dieses modulartige Zusammensetzen des Schienenprofils wird der Vorteil erzielt, dass der äußere Profilabschnitt, der als Grundschiene dient, mit unterschiedlichen inneren Profilabschnitten kombiniert werden kann, wodurch sich eine höhere Flexibilität und eine größere Möglichkeit an Anwendungen ergibt.

[0008] Um die Anzahl der Einsatzmöglichkeiten noch weiter zu erhöhen, kann es auch vorgesehen sein, dass das Schienenprofil, insbesondere ein innerer oder äußerer Profilabschnitt, ein als Sollbruchstelle ausgebildetes, entfernbares Profilteil aufweist, das nach dem Entfernen eine Ausnehmung oder Nut freigibt. Das Profilteil kann dabei über Bereiche mit verringerter Wandstärke mit dem restlichen Teil des Profilabschnitts verbunden sein und manuell oder mit einem Werkzeug herausgebrochen werden. Dadurch wird eine Nut oder Ausnehmung in dem Schienenprofil freigelegt, in der ein Rollladenpanzer, eine Jalousie, ein Fliegengitter, eine Markisolette oder ein Screen geführt werden kann.

[0009] Eine Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türenzarge sieht vor, dass die Seitenteile einen L-förmigen Querschnitt mit einem langen und einem kurzen Schenkel aufweisen, wobei sich der kurze Schenkel in der Ebene der Fenster- oder Türöffnung erstreckt. Auf diese Weise bilden die beiden gegenüberliegenden Schienenprofile eine Anschlagfläche für ein Fenster oder eine Tür, wodurch sich eine aufwändige Ausrichtung oder Positionierung der Tür oder des Fensters erübrigt.

[0010] Um die erforderliche Stabilität und Festigkeit der Fenster- oder Türzarge zu gewährleisten, kann es vorgesehen sein, dass das Schienenprofil aus Metall besteht, insbesondere aus Stahl oder Aluminium. Alternativ kann das Schienenprofil auch aus Kunststoff oder Holz hergestellt sein. Die Schienenprofile können als extrudierte Profile hergestellt sein.

[0011] Um die Anforderungen an die Wärmedämmung zu erfüllen, wird es bei der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge besonders bevorzugt, dass die Seitenteile aus einem geschäumten Kunststoff bestehen. Insbesondere kann expandierbares Polypropylen (EPP) oder expandierbares Polystyrol (EPS) oder expandierbares Polyethylen (EPE) als geschäumter Kunststoff verwendet werden. Diese geschäumten Kunststoffe zeichnen sich durch hervorragende Wärmedämmeigenschaften aus, die bei kalten Außentemperaturen den Verlust von Wärmeenergie über die Zarge nach außen und bei warmen Außentemperaturen eine unerwünschte Erwärmung des Gebäudes verhindern.

[0012] Die erwähnten geschäumten Kunststoffe können eine Dichte zwischen 5 kg/m3 und 200 kg/m3 aufweisen.

[0013] Damit die erfindungsgemäße Fensterzarge auch bei mit einer Fensterbank versehenen Fenstern einsetzbar ist, kann es vorgesehen sein, dass die Seitenteile im Bereich ihres mit dem Bodenteil verbundenen Endes eine zur Fensteröffnung gerichtete Aussparung oder ein entfernbares Einsatzstück aufweisen. Die Aussparung kann entweder herstellerseitig erzeugt werden, alternativ kann die Aussparung anwenderseitig durch Heraustrennen des Einsatzstücks hergestellt werden. Das Heraustrennen kann optional auch durch vorgefertigte Ausstanzungen, Schnitte oder dergleichen erleichtert werden.

[0014] Bei der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge wird es besonders bevorzugt, dass das Bodenteil wenigstens einen Vorsprung oder eine Nut, der bzw. die als Anschlag für ein Fenster oder eine Tür dient, aufweist. In die Nut bzw. auf den Vorsprung kann ein entsprechend gegengleich ausgebildeter Rahmenabschnitt des Fensters oder der Tür ein- oder aufgesetzt werden, wodurch das Fenster oder die Tür automatisch richtig positioniert ist. Da die ansonsten erforderliche Anpassung und Überprüfung der Einbauposition entfällt, kann die benötigte Montagezeit mit der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge verringert werden.

[0015] Um den Montageaufwand auf der Baustelle noch weiter zu verringern, kann es bei der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge vorgesehen sein, dass sie einen aufgesetzten Rollladenkasten als Deckenteil aufweist. Die Fenster- oder Türzarge mit dem Bodenteil, den beiden Seitenteilen und dem Rollladenkasten wird als vorgefertigtes Modul zur Verfügung gestellt, das in die Gebäudeöffnung eingesetzt und dort befestigt wird. Die Befestigung kann dabei beispielsweise mit Schrauben oder mit einem Klebeschaum erfolgen. Als Rollladenkasten kann ein Aufsatzkasten oder ein Mauersturzkasten verwendet werden.

[0016] Bei der erfindungsgemäßen Fenster- oder Türzarge wird es bevorzugt, dass die Seitenteile jeweils wenigstens eine, vorzugsweise eine Mehrzahl von Öffnungen aufweisen. Die Öffnungen können kreisförmig ausgebildet sein und die Seitenteile in einer oder mehreren Reihen durchsetzen. In diese Öffnungen, die über die Fläche der Seitenteile verteilt angeordnet sein können, dringt bei der Montage der Klebeschaum ein, sodass eine Durchbiegung der Seitenteile vermieden wird, die ansonsten durch den Druck des expandierenden Klebeschaums entstehen könnte.

[0017] Um eine besonders hohe Einbruchsicherheit zu erzielen, kann es vorgesehen sein, dass die erfindungsgemäße Fenster- oder Türzarge im montierten Zustand über eine insbesondere als Lochblech ausgebildete Einlage mit einem Mauerwerk verbunden ist, insbesondere kann die Fenster- oder Türzarge mit dem Mauerwerk verschraubt sein. Als Material für die Einlage kann Kunststoff, glasfaserverstärkter Kunststoff (Fiberglas), verzinktes Stahlblech, Aluminium, Titan oder Edelstahl vorgesehen sein. Bei der Montage wird zunächst der äußere Profilabschnitt des Schienenprofils über die Einlage mit dem Mauerwerk verschraubt, anschließend wird der innere Profilabschnitt im Bereich der Nut für den Rollladenpanzer mit dem äußeren Profilabschnitt des Schienenprofils verschraubt.

[0018] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Figuren erläutert. Die Figuren sind schematische Darstellungen und zeigen:
Fig. 1A
eine Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Fensterzarge;
Fig. 1B
eine Ansicht von unten der Fensterzarge von Fig. 1A;
Fig. 1C
eine Seitenansicht der Fensterzarge von Fig. 1A;
Fig. 1D
eine perspektivische Ansicht der Fensterzarge von Fig. 1A;
Fig. 2
eine weitere perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Fensterzarge;
Fig. 3A
eine geschnittene Ansicht eines Seitenteils einer erfindungsgemäßen Fensterzarge;
Fig. 3B
eine Seitenansicht des Seitenteils von Fig. 3A;
Fig. 3C
eine perspektivische Ansicht des Seitenteils von Fig. 3A;
Fig. 4A
ein Schienenprofil einer erfindungsgemäßen Fensterzarge;
Fig. 4B
ein weiteres Schienenprofil;
Fig. 5
eine Explosionsansicht der Einzelteile einer erfindungsgemäßen Fensterzarge mit Lochblech und einem Fenster;
Fig. 6
eine perspektivische Ansicht des Lochblechs und eines Mauerwerks;
Fig. 7
das in Fig. 6 gezeigte Mauerwerk bei der Montage der erfindungsgemäßen Fensterzarge; und
Fig.8
die in Fig. 7 gezeigte erfindungsgemäße Fensterzarge mit aufgesetztem Rollladenkastenl


[0019] Die in den Figuren 1A bis 1D gezeigte Fensterzarge 1 besteht im Wesentlichen aus einem Bodenteil 2 und damit verbundenen Seitenteilen 3, 4. Das Bodenteil 2 ist rechtwinklig mit den Seitenteilen 3, 4 verbunden, sodass die Fensterzarge 1 U-förmig ausgebildet ist. An der dem Bodenteil gegenüberliegenden Seite ist ein Rollladenkasten 5 angebracht. Der Rollladenkasten 5 ist vorgefertigt und enthält in seinem Inneren einen Rollladenpanzer, der auf einer Welle aufgewickelt ist. Der vorgefertigte Rollladenkasten 5 wird mit den beiden freien Enden der Seitenteile 3, 4 verbunden, sodass eine vorgefertigte, einbaubereite Fensterzarge entsteht. Der Rollladenkasten 5 kann als Mauerkasten oder alternativ als Aufsatzkasten ausgebildet sein. Die Seitenteile 3, 4 können mit dem Bodenteil 2 und dem Rollladenkasten 5 durch Verkleben und/oder Verschrauben verbunden sein. In den Seitenteilen 3, 4 ist jeweils ein Schienenprofil 8 angebracht, das in dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus Stahl besteht und eine Nut für den Rollladenpanzer aufweist, so dass dieser in der Nut geführt wird.

[0020] Die Seitenteile 3, 4 bestehen aus einem geschäumten Kunststoff, wahlweise kann expandierbares Polypropylen (EPP), expandierbares Polystyrol (EPS) oder expandierbares Polyethylen (EPE) verwendet werden, jeweils in einer Dichte von 5 kg/m3 bis 200 kg/m3. Ebenso kann das Bodenteil 2 und der Rollladenkasten 5 aus einem der erwähnten geschäumten Kunststoffe bestehen.

[0021] Im Eckbereich zwischen dem Bodenteil 2 und dem Seitenteil 3 bzw. dem Bodenteil 2 und dem Seitenteil 4 sind entfernbare Einsatzstücke 6 vorgesehen, die nach dem Entfernen eine Aussparung freigeben, um eine Fensterbank in die Fensterzarge 1 einzusetzen.

[0022] In der in Fig. 2 gezeigten perspektivischen Ansicht erkennt man, dass das Bodenteil an seiner Innenseite einen parallel zur Vorderkante verlaufenden Vorsprung 7 aufweist, der als Anschlag für ein Fenster dient. Durch diesen Vorsprung 7 kann das in die Fensterzarge 1 einzusetzende Fenster leicht positioniert werden, da sich die richtige Position zwangsweise beim Aufsetzen auf den Vorsprung 7 ergibt. In Fig. 2 sieht man, dass die Seitenteile 3, 4 einen L-förmigen Querschnitt mit einem langen und einem kurzen Schenkel aufweisen, wobei sich der kurze Schenkel jeweils in der Ebene der Fensteröffnung erstreckt.

[0023] In den Fig. 3A, 3B und 3C ist das Seitenteil 3 in einer geschnittenen Ansicht, einer Seitenansicht und einer perspektivischen Ansicht gezeigt.

[0024] Fig. 4A zeigt ein Schienenprofil 8, das an der Innenseite der Seitenteile 3, 4 befestigt wird. Die Fensterzarge 1 wird mit dem montierten Schienenprofil 8 versehen, das lediglich aus Gründen der Übersichtlichkeit in Fig. 1D nicht gezeigt ist. Das Schienenprofil 8 umschließt einen Hohlraum teilweise und weist eine Nut 9 auf. In der Nut 9 kann der in dem Rollladenkasten 5 angeordnete Rollladenpanzer laufen. Das Schienenprofil 8 ist als Baukastensystem ausgebildet und umfasst einen äußeren Profilabschnitt 10 und einen inneren Profilabschnitt 11. Die beiden Profilabschnitte 10, 11 können miteinander verrastet, verklebt, verschraubt oder auf eine andere Weise miteinander verbunden sein. Der äußere Profilabschnitt 10 wird mit dem zugehörigen Seitenteil verklebt oder mit Spezialdübeln verschraubt. Mit dem äußeren Profilabschnitt 10 kann jeweils ein unterschiedlicher innerer Profilabschnitt kombiniert werden, um eine Anpassung an unterschiedliche Einsatzzwecke zu ermöglichen. Beispielsweise könnte der äußere Profilabschnitt 10 auch mit einem anderen als dem in Fig. 4A gezeigten inneren Profilabschnitt 11 kombiniert werden, der beispielsweise eine zusätzliche Nut oder Aussparung für ein Fliegengitter oder einen Screen aufweist, ebenso wäre es denkbar, alternativ einen anderen inneren Profilabschnitt zu verwenden, der drei Nuten oder Aussparungen aufweist. In diesen Nuten oder Aussparungen kann auch eine Markisolette oder dergleichen aufgenommen werden.

[0025] Fig. 4B zeigt ein weiteres Schienenprofil 12, bestehend aus dem äußeren Profilabschnitt 10 und einem inneren Profilabschnitt 13, der aus dem in Fig. 4A gezeigten inneren Profilabschnitt 11 durch Entfernen eines Profilteils 14 hergestellt wurde, das nach dem Entfernen eine Nut 15 freigibt. In dieser Nut 15 kann wie bereits erwähnt ein Fliegengitter, ein Screen oder dergleichen aufgenommen werden.

[0026] Zur Einbruchshemmung wird die Fensterzarge 1 mit dem äußeren Profilabschnitt 10 des Schienenprofils 8, 12 an der Gebäudewand verschraubt und verdübelt, wobei der innere Profilabschnitt 11, 13, der die Führung und Lauffläche für den Rolladenpanzer oder eine Jalousie bildet, zusätzlich separat verschraubt werden kann.

[0027] Fig. 5 zeigt eine Explosionsansicht der Einzelteile einer Fensterzarge mit Lochblech und einem Fenster. Die Fensterzarge 16 besteht im Wesentlichen aus dem Bodenteil 2 und Seitenteilen 17, 18. An der Innenseite des Fensters wird eine als Formteil ausgebildete Fensterbank 19 an dem Bodenteil 2 angebracht. Die Seitenteile 17, 18 weisen jeweils eine Mehrzahl von kreisförmigen Öffnungen 20 auf, die in einer Reihe angeordnet sind. An jedem Seitenteil 17, 18 wird ein Schienenprofil angebracht, bestehend aus einem äußeren Profilabschnitt 21, der als Rollladenlaufschiene ausgebildet ist, und einem inneren Profilabschnitt 22, der als Unterputzschiene ausgebildet ist. An der Außenseite der Seitenteile 17, 18 ist jeweils eine als Lochblech 23 ausgebildete Einlage vorgesehen, unterhalb des Bodenteils 2 wird ein Lochblech 24 angebracht. Bei der Montage wird zunächst der äußere Profilabschnitt 21 des Schienenprofils über die als Lochblech 23 ausgebildete Einlage mit einem Mauerwerk verschraubt, anschließend wird der innere Profilabschnitt 22 mit dem äußeren Profilabschnitt 21 des Schienenprofils verschraubt. In analoger Weise erfolgt die Verschraubung des Bodenteils 2 über das Lochblech 24 mit dem Mauerwerk.

[0028] Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht der Lochbleche 23, 24 und eines Mauerwerks 25. Die als Lochblech 23, 24 ausgebildete Einlage kann eine Dicke von 0,5 mm bis 5 mm aufweisen, eine Breite von 170 mm bis 500 mm und in Abhängigkeit von dem beabsichtigten Einsatzzweck eine Höhe von bis zu 4.000 mm. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Einlage aus verzinktem Stahlblech, alternativ kann sie aus Kunststoff, glasfaserverstärktem Kunststoff, Aluminium, Titan oder Edelstahl bestehen. Durch die Verschraubung der Lochbleche 23, 24 mit dem Mauerwerk 25 entsteht eine besonders stabile Verbindung der Fensterzarge mit dem Mauerwerk 25 und damit eine einbruchshemmende Wirkung. Ebenso kann die Montage des Fensters bei Bedarf außerhalb der Laibung erfolgen.

[0029] Fig. 7 zeigt die Fensterzarge 16 bei der Befestigung an dem Mauerwerk 25. Wie dort zu sehen ist, wurde die Fensterzarge 16 mittels schematisch dargestellter Schrauben 26 über die Lochbleche 23, 24 mit dem Mauerwerk 25 verschraubt. Die Schrauben halten dabei den äußeren Profilabschnitt 21, die Seitenteile 17, 18 und die Lochbleche 23, 24 ah dem Mauerwerk 25. Der Zwischenraum zwischen dem Mauerwerk 25 und der Außenseite der Seitenteile 17, 18 wird mit einem Klebeschaum ausgeschäumt, wobei überschüssiger Klebeschaum durch die Öffnungen 20 der Seitenteile 17, 18 entweichen kann. Im Anschluß an die Befestigung des äußeren Profilabschnitts 21 erfolgt die Verschraubung des inneren Profilabschnitts 22, wodurch sich das Schienenprofil ergibt, in dessen Nut der Rollladenpanzer geführt ist. Die Position der Fensterzarge 16 kann in Richtung des in Fig. 7 gezeigten Pfeils 27 variiert werden, um diese an örtliche Einbauverhältnisse anzupassen, insbesondere kann die Fensterzarge 16 bei der Verwendung eines Vollwärmeschutzes in die äußere Dämmebene verschoben werden. Daher eignet sich die Fensterzarge 16 besonders gut für Energiesparhäuser, Passivhäuser und die energetische Sanierung von Altbauten.

[0030] Fig. 8 ist eine perspektivische Ansicht und zeigt die Fensterzarge 16 nach der Montage an dem Mauerwerk 25 mit aufgesetztem Rollladenkasten 27 nach dem Einbau des Fensters 28.


Ansprüche

1. Fenster- oder Türzarge, mit einem Bodenteil und zwei damit verbundenen Seitenteilen, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (3, 4) jeweils wenigstens ein einen Hohlraum zumindest teilweise umschließendes Schienenprofil (8, 12) aufweisen.
 
2. Fenster- oder Türzarge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schienenprofile (8. 12) symmetrisch ausgebildet sind und jeweils wenigstens eine Nut (9, 15) oder Aussparung aufweisen.
 
3. Fenster- oder Türzarge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schienenprofile (8, 12) mit den Seitenteilen (3, 4) verklebt und/oder verschraubt sind.
 
4. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schienenprofil (8, 12) zweiteilig ausgebildet ist und einen inneren Profilabschnitt (11, 13) und einen äußeren Profilabschnitt (10) umfasst.
 
5. Fenster- oder Türzarge nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Schienenprofil (8, 12) als Baukastensystem ausgebildet ist und der äußere Profilabschnitt (10) mit einem inneren Profilabschnitt (11), der eine Nut (9) oder Aussparung für einen Rollladenpanzer aufweist oder mit einem inneren Profilabschnitt (13), der eine zusätzliche Nut (15) oder Aussparung für ein Fliegengitter oder einen Screen aufweist oder mit einem drei Nuten oder Aussparungen aufweisenden Profilabschnitt zusammengesetzt ist.
 
6. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schienenprofil (8, 12), insbesondere ein innerer oder äußerer Profilabschnitt (11, 13), ein als Sollbruchstelle ausgebildetes, entfernbares Profilteil (14) aufweist, das nach dem Entfernen eine Ausnehmung oder Nut (15) freigibt.
 
7. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (3, 4) einen L-förmigen Querschnitt mit einem langen und einem kurzen Schenkel aufweisen, wobei sich der kurze Schenkel in der Ebene der Fenster- oder Türöffnung erstreckt.
 
8. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schienenprofil (8, 12) aus Metall besteht, insbesondere aus Stahl oder Aluminium.
 
9. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (3, 4) aus einem geschäumten Kunststoff bestehen, insbesondere aus expandierbarem Polypropylen (EPP) oder expandierbarem Polystyrol (EPS) oder expandierbarem Polyethylen (EPE).
 
10. Fenster- oder Türzarge nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kunststoff eine Dichte von 5 kg/m3 bis 200 kg/m3 aufweist.
 
11. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile (3, 4) im Bereich ihres mit dem Bodenteil (2) verbundenen Endes eine zur Tür- oder Fensteröffnung gerichtete Aussparung oder ein entfernbares Einsatzstück (6) aufweisen.
 
12. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenteil (2) wenigstens einen Vorsprung (7) oder eine Nut, der bzw. die als Anschlag für ein Fenster oder eine Tür dient, aufweist.
 
13. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen aufgesetzten Rollladenkasten (5) aufweist.
 
14. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenteile jeweils wenigstens eine Öffnung, vorzugsweise eine Mehrzahl von Öffnungen aufweisen.
 
15. Fenster- oder Türzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie im montierten Zustand über eine insbesondere als Lochblech ausgebildete Einlage mit einem Mauerwerk verbunden, insbesondere verschraubt ist.
 




Zeichnung