[0001] Die Erfindung betrifft eine Lüfteranordnung mit einem Radiallaufrad, das eine zumindest
im Wesentlichen rotationssymmetrisch zu einer Mittelachse ausgebildete Tragscheibe
aufweist, die zur Festlegung an einer Antriebswelle einer Antriebseinrichtung ausgebildet
ist, und die mehrere, in radialer Richtung beabstandet zur Mittelachse angeordnete,
in axialer Richtung erstreckte Hauptschaufeln trägt, die mit einem axial beabstandet
zur Tragscheibe angeordneten Tragring verbunden sind, sowie mit einer Lochblende,
die dem Tragring auf einer den Hauptschaufeln entgegengesetzten Seite gegenüberliegend
zugeordnet ist und die eine Einströmöffnung für ein vom Radiallaufrad zu förderndes
Fluid begrenzt.
[0002] Aus der
DE 203 03 443 U1 ist ein Radiallüfterrad mit einer eine Eintrittsöffnung aufweisenden Deckscheibe
und einer Bodenscheibe, die über einen Schaufelkranz miteinander verbunden sind, bekannt.
Die Bodenscheibe ist als Kreisscheibe ausgebildet und trägt eine zentral angeordnete
Nabenanordnung mit einer Öffnung, die mit einer Antriebseinheit, insbesondere einem
Elektromotor, verbunden werden kann, um das Radiallüfterrad anzutreiben. Die Deckscheibe
verläuft ausgehend von einem die Eintrittsöffnung begrenzenden stirnseitigen Rand
trompetenförmig nach außen aufgeweitet in einen äußeren, ringförmig ausgebildeten
Randbereich. Ein derartiges Radiallüfterrad wird unter anderem in der Klima- und Belüftungstechnik
sowie für die Luftumwälzung in Öfen eingesetzt. Für einen geordneten Luftstrom wird
das Radiallüfterrad stromabwärts hinter einer Ansaugplatte, die beispielsweise als
Ofenwand ausgebildet sein kann, angeordnet. Die Ansaugplatte kann mit einer gegensätzlich
zum Radiallüfterrad ausgebildeten, trompetenartig in Richtung des Radiallüfterrads
verjüngten Einlaufdüse versehen sein, deren Endbereich in die von der Deckscheibe
begrenzte Eintrittsöffnung eintaucht. Bei Einhaltung einer geringen Spaltweite zwischen
Einlaufdüse und Deckscheibe kann ein hoher Wirkungsgrad zwischen der in das Radiallüfterrad
von der Antriebseinheit eingespeisten Bewegungsenergie und der vom Radiallüfterrad
geförderten Fluidmenge gewährleistet werden.
[0003] Nachteilig bei dem bekannten Radiallüfterrad ist es, dass bei zunehmender Spaltweite
zwischen Einlaufdüse und Deckscheibe eine deutliche Verschlechterung des Wirkungsgrades
eintritt. Wenn das bekannte Radiallüfterrad in einem breiten Temperaturspektrum, beispielsweise
für einen Luftumwälzungsbetrieb in einem Ofen oder im sogenannten freilaufenden Betrieb,
beispielsweise als Dachventilator oder Brandschutzventilator eingesetzt wird, darf
aus Gründen der Betriebssicherheit keine Überdeckung zwischen Einlaufdüse und Deckscheibe
vorliegen. Vielmehr muss ein Eintauchen der Einlaufdüse in die Eintrittsöffnung der
Deckscheibe ausgeschlossen werden, um das Risiko eines Anschleifens zwischen der Deckscheibe
des Radiallüfterrads und der Einlaufdüse, insbesondere bei hohen Fluidtemperaturen,
ausschließen zu können. Durch die fehlende Überdeckung zwischen Einlaufdüse und Deckscheibe
stellt sich jedoch ein ungünstiger Wirkungsgrad für das Radiallüfterrad ein, der zu
einer unwirtschaftlichen Betriebsweise für eine entsprechende Lüfteranordnung führt.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Lüfteranordnung zu schaffen, die auch
bei ungünstigen Betriebsbedingungen mit einem hohen Wirkungsgrad eingesetzt werden
kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Lüfteranordnung der eingangs genannten Art gelöst,
bei der ein von der Einströmöffnung bestimmter Einlassquerschnitt größer als ein vom
Tragring bestimmter Ansaugquerschnitt gewählt ist und bei der der Tragring an einer
der Tragscheibe entgegengesetzten Oberfläche mit Leitschaufeln versehen ist. Mit diesen
Maßnahmen wird eine Lüfteranordnung bereitgestellt, die auch bei hohen Temperaturen
ohne die Gefahr einer Berührung zwischen Radiallaufrad und Lochblende mit einem hohen
Wirkungsgrad betrieben werden kann.
[0006] Die Aufgabe der Leitschaufeln auf der Oberfläche der Tragscheibe besteht darin, das
durch die Lochblende strömende Fluid zumindest teilweise in den axialen Spalt zwischen
Lochblende und Radiallaufrad abzulenken, um dort eine radial nach außen gerichtete
Fluidströmung zu erzeugen. Mit dieser Fluidströmung wird ein Auftreten von unerwünschten
Wirbeln zwischen der axialen Stirnfläche des Radiallaufrads und der Lochblende vermindert
oder gänzlich verhindert. Zudem werden am Rand der Lochblende definierte Strömungsverhältnisse
geschaffen und es findet eine Vergleichmäßigung der Luftströmung sowohl im Ansaug-
als auch im Ausblasbereich des Radiallaufrads statt. Die effektive Schaufelbreite
der Hauptschaufeln wird wenigstens um die Breite der Zusatzschaufeln vergrößert, wodurch
ein wesentlich gleichmäßigeres Geschwindigkeitsprofil für das vom Radiallaufrad geförderte
Fluid bewirkt wird. Dadurch kann trotz des Sicherheitsabstands zwischen Lochblende
und Radiallaufrad ein hoher Wirkungsgrad für die Lüfteranordnung gewährleistet werden.
[0007] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Einströmöffnung in der Lochblende
kreisförmig mit einem Innendurchmesser ausgebildet ist, der wenigstens dem Innendurchmesser
des Tragrings entspricht. Durch die kreisringförmige Ausgestaltung der Einströmöffnung
wird eine homogene Anströmung des im Wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildeten
Radiallaufrads gewährleistet, die sich vorteilhaft auf den Wirkungsgrad der Lüfteranordnung
auswirkt. Zudem wird durch die erfindungsgemäße Auswahl der Innendurchmesser der Lochblende
und des Tragrings eine vorteilhafte Anströmung der Leitschaufeln gewährleistet. Das
vom Radiallaufrad angesaugte Fluid, das durch die Lochblende strömt, wird selbst bei
einem geringem Abstand zwischen Radiallaufrad und Lochblende sanft umgelenkt. Bedingt
durch den größeren Innendurchmesser der Lochblende wird das Fluid lediglich aus einer
Strömungsrichtung, die im Wesentlichen orthogonal zur größten Oberfläche der Lochblende
gerichtet ist, in eine radiale Strömungsrichtung umgelenkt.
[0008] Vorteilhaft ist es, wenn der Außendurchmesser des Tragrings gleich oder größer als
der Außendurchmesser der Tragscheibe gewählt ist. Dadurch können die am Tragring festgelegten
Leitschaufeln einen größeren effektiven Schaufeldurchmesser als die zwischen Tragring
und Tragscheibe angeordneten, vorzugsweise mit der umlaufenden Außenkante der Tragscheibe
abschließenden Hauptschaufeln einnehmen. Hierdurch wird eine besonders effektive Radialströmung
zwischen Lochblende und Radiallaufrad erreicht, was darauf beruht, dass das von den
Leitschaufeln geförderte Fluid aufgrund des größeren effektiven Schaufeldurchmessers
der Leitschaufeln eine höhere Austrittsgeschwindigkeit hat als das von den Hauptschaufeln
geförderte Fluid. Das am Randbereich der Lochblende unmittelbar in Richtung der Leitschaufeln
abströmende Fluid erleichtert durch seine höhere Strömungsgeschwindigkeit den Zustrom
des von den Hauptschaufeln zu fördernden Fluids durch die Lochblende, wodurch die
gewünschte Verbesserung des Wirkungsgrads der Lüfteranordnung erzielt wird.
[0009] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Leitschaufeln
unabhängig von den Hauptschaufeln ausgebildet sind. Aus fertigungstechnischer Sicht
kann je nach Aufbauweise des Radiallaufrads durch die unabhängige Ausbildung der Leitschaufeln
eine vereinfachte Herstellung der Tragscheibe und des Tragrings mit den daran angebrachten
Schaufeln erreicht werden. Darüber hinaus können die Hauptschaufeln und die Leitschaufeln
unabhängig voneinander im Hinblick auf ihre Geometrie, ihren Anstellwinkel bezüglich
der Umfangsgeschwindigkeit des Radiallaufrads und ihrer, gegebenenfalls von der Senkrechten
abweichenden, Ausrichtung gegenüber den Oberflächen der Tragscheibe bzw. des Tragrings
optimiert werden.
[0010] Vorteilhaft ist es, wenn größte Oberflächen der Leitschaufeln spitze Winkel mit größten
Oberflächen der Hauptschaufeln einschließen. Bei einem Radiallaufrad, bei dem die
Ansaugung des Fluids durch den freien Innenquerschnitt des Tragrings und ein Abströmen
des Fluids in radialer Richtung nach außen erfolgt, sind die Hauptschaufeln bezogen
auf die Rotationsrichtung rückwärts gerichtet. Das heißt, dass die größten Oberflächen
der Hauptschaufeln mit einem am Außenumfang der Tragscheibe tangential angetragenen
Umfangsgeschwindigkeitsvektor einen spitzen Winkel (in einem Intervall zwischen 0
Grad und 90 Grad) einschließen. Vorzugsweise schließen die größten Oberflächen der
Leitschaufeln mit dem Umfangsgeschwindigkeitsvektor ebenfalls einen spitzen Winkel
ein, der gleich oder größer als der zwischen Hauptschaufeln und Umfangsgeschwindigkeitsvektor
eingeschlossene Winkel ist. Mit zunehmendem Winkel zwischen Umfangsgeschwindigkeitsvektor
und größter Oberfläche der Leitschaufeln stellt sich bei jeweils gleicher Drehzahl
des Radiallaufrads eine größere Förderleistung der Leitschaufeln ein, so dass der
Winkel als Optimierungsparameter eingesetzt werden kann. Dies gilt insbesondere dann,
wenn die Länge und die Höhe der größten Oberflächen der Leitschaufeln konstant gehalten
werden.
[0011] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich die größten Oberflächen
der Leitschaufeln in radialer Richtung erstrecken. Dadurch läst sich ein besonders
einfacher und kostengünstiger Aufbau des Radiallaufrads, insbesondere aus Blechteilen
oder als Kunststoffspritzgussteil, verwirklichen. Dabei kann vorgesehen sein, dass
eine radial außenliegende Stirnseite der Leitschaufel in axialer Richtung jeweils
als Fortsetzung einer radial außenliegenden Stirnseite einer Hauptschaufel angeordnet
ist. Alternativ können Hauptschaufeln und Leitschaufeln in gleicher Teilung, jedoch
mit einem Winkelversatz zueinander am Radiallaufrad vorgesehen sein. Möglich ist es
auch, verschiedene Anzahlen für die Hauptschaufeln und die Leitschaufeln zu wählen,
so dass diese mit jeweils unterschiedlicher Teilung am Radiallaufrad angebracht sind.
[0012] Vorzugsweise ist der Tragring zumindest bereichsweise als paraboloidabschnittsförmig
oder kegelabschnittsförmig verjüngter Saugmund ausgebildet. Durch die in Strömungsrichtung
des von dem Radiallaufrad angesaugten Fluids in axialer Richtung vorgesehene Aufweitung
des Tragringes wird eine vorteilhafte Anströmung der Hauptschaufeln sichergestellt.
Die vorteilhafte Anströmung ergibt sich dadurch, dass die trichterartige Aufweitung
des Tragrings eine Beschleunigung des Fluids in einem radial außenliegenden, ringförmigen
Raumabschnitt bewirkt.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung schließt sich der Saugmund an einen radial
außenliegenden Planringbereich des Tragrings an. Der Planringbereich gewährleistet,
dass sich der zwischen benachbarten Hauptschaufeln und dem Tragring sowie der Tragscheibe
ausgebildete Strömungsquerschnitt für das Fluid im radial außenliegenden Bereich nicht
ändert. Dies verhindert eine unerwünschte überproportionale Beschleunigung des Fluids
und gewährleistet dadurch einen vorteilhaften Wirkungsgrad für die Lüfteranordnung.
[0014] Vorteilhaft ist es, wenn die Leitschaufeln auf dem Planringbereich des Tragrings
angeordnet sind. Dies ermöglicht eine einfache Gestaltung und Anbringung der Leitschaufeln
am Tragring, insbesondere bei einem aus Blechteilen hergestellten Radiallaufrad, bei
dem die Blechteile durch Fügeverfahren wie Löten oder Schweißen miteinander verbunden
werden, da keine Rücksicht auf gekrümmte Oberflächen genommen werden muss.
[0015] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, dass die
axiale Erstreckung der Leitschaufeln in Richtung der Lochblende gleich oder kleiner
als die axiale Erstreckung des Saugmunds in Richtung der Lochblende ist. Das heißt,
dass die Leitschaufeln in axialer Richtung gegenüber dem Saugmund zurückversetzt sind.
Dadurch ist sichergestellt, dass bei einer aus Flachmaterial hergestellten Lochblende
stets ein größerer Zwischenraum zwischen den Leitschaufeln und der Lochblende als
zwischen dem Saugmund und der Lochblende besteht. Dadurch stellen sich vorteilhafte
Strömungsverhältnisse in dem Zwischenraum zwischen Lochblende und Tragring ein. Ergänzend
oder alternativ kann vorgesehen sein, dass der Saugmund bei geeigneter Auswahl des
Innendurchmessers der Lochblende eine von der größten Oberfläche der Lochblende bestimmte,
dem Radiallaufrad zugewandte Ebene berührt oder durchsetzt. Die Leitschaufeln sind
hingegen in Strömungsrichtung hinter der Lochblende von dieser beabstandet angeordnet.
Dadurch kann bei geeigneter Auswahl des Innendurchmessers der Lochblende, der Verjüngung
des Saugmunds und der Geometrie der Leitschaufeln eine besonders vorteilhafte Anströmung
des Radiallaufrads durch das Fluid gewährleistet werden.
[0016] Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass größte Oberflächen der
Hauptschaufeln und/oder der Leitschaufeln tangential zu Spiralen, insbesondere zu
archimedischen Spiralen, angeordnet sind, deren Mittelpunkte auf der Mittelachse der
Tragscheibe liegt. Dadurch wird eine vorteilhafte Anströmung der rückwärts gerichteten
Hauptschaufeln und der ebenfalls rückwärts gerichteten Leitschaufeln im Betrieb der
Lüfteranordnung gewährleistet.
[0017] Vorteilhaft ist es, wenn die Leitschaufeln als einstückige Fortsätze der Hauptschaufeln
ausgebildet sind und den Tragring durchsetzen. Dadurch lässt sich eine besonders einfache
Aufbauweise für ein aus Metallteilen aufgebautes Radiallaufrad verwirklichen. Beispielsweise
kann der Tragring mit Schlitzen versehen sein, die auf die einstückig miteinander
verbundenen Haupt- und Leitschaufeln angepasst sind, so dass der Tragring nach Festlegung
der Hauptschaufeln an der Tragscheibe auf die Hauptschaufeln aufgesteckt und gegebenenfalls
stoffschlüssig mit den Hauptschaufeln verbunden werden kann.
[0018] Für ein Gebläse mit einer Antriebseinrichtung wird die Aufgabe der Erfindung durch
eine Lüfteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 13 gelöst. Bei dem Gebläse kann
es sich um ein Umluftgebläse oder ein freies Gebläse handeln, wie es beispielsweise
im Bereich des Ofenbaus, der Lüftungs- und Klimatechnik oder der Brandschutztechnik,
insbesondere zur Rauchabsaugung in Gebäuden, eingesetzt wird.
[0019] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Dabei
zeigt:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung eines Radiallaufrads und einer Lochblende in einer
Explosionsdarstellung,
- Figur 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Teilbereichs des Radiallaufrads gemäß der Figur
1,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung des Radiallaufrads mit in Strömungsrichtung vorgelagerter
Lochblende,
- Figur 4
- eine zweite Ausführungsform eines Radiallaufrads,
- Figur 5
- eine dritte Ausführungsform eines Radiallaufrads, und
- Figur 6
- eine vierte Ausführungsform eines Radiallaufrads.
[0020] Eine in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Lüfteranordnung umfasst eine erste Ausführungsform
eines Radiallaufrads 10 und eine Lochblende 44. Das Radiallaufrad umfasst eine kreisscheibenförmig
ausgebildete Tragscheibe 12, mehrere in gleicher Teilung an der Tragscheibe 12 festgelegte
Hauptschaufeln 14 und einen mit Leitschaufeln 16 versehenen Tragring 18, der beabstandet
zur Tragscheibe 12 an den Hauptschaufeln 14 festgelegt ist.
[0021] Die Tragscheibe 12 ist mit einer zentralen Ausnehmung 20 versehen, wobei eine Mittelachse
der Ausnehmung 20 mit einer Mittelachse 22 der Tragscheibe 12 zusammenfällt. In einem
radial innenliegenden Bereich ist die aus einer Blechplatine hergestellte Tragscheibe
12 mit einer Nabe versehen, die eine zuverlässige Befestigung an einer nicht dargestellten
Antriebseinrichtung und einen stabilen Rundlauf des Radiallaufrads 10 auch bei hohen
Umfangsgeschwindigkeiten gewährleisten soll. Die Hauptschaufeln 14 sind bei der vorliegenden
Ausführungsform rückwärts geneigt an der Tragscheibe 12 angeordnet. Das heißt, dass
ein tangential am Außenumfang der Tragscheibe 12 angetragener Umfangsgeschwindigkeitsvektor
24 einen spitzen Winkel mit einer größten Oberfläche 26 der Hauptschaufel 14 einschließt,
wie dies symbolisch in der Figur 1 dargestellt ist.
[0022] Bei der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Ausführungsform des Radiallaufrads sind
die Leitschaufeln 16 einstückig mit den Hauptschaufeln 14 ausgeführt, so dass größte
Oberflächen 54 der Leitschaufeln 16 den gleichen spitzen Winkel mit dem Umfangsgeschwindigkeitsvektor
24 einschließen wie größte Oberflächen 26 der Hauptschaufeln 14. Die Hauptschaufeln
14 sind jeweils an einem den Leitschaufeln 16 entgegengesetzten Endbereich rechtwinkelig
abgewinkelt, so dass sie beispielsweise durch Kleben oder Punktschweißen an der vorzugsweise
aus Metall hergestellten Tragscheibe 12 stoffschlüssig festgelegt werden können. Die
Leitschaufeln 16 ragen orthogonal von der Oberfläche der Tragscheibe 12 ab.
[0023] Der Tragring 18 ist mit nicht näher dargestellten Schlitzen versehen, die von den
mit den Hauptschaufeln 14 einstückig verbundenen Leitschaufeln 16 durchsetzt werden.
Die Leitschaufeln 16 sind mittels einer stoffschlüssigen Verbindung, insbesondere
einer Löt- oder Schweißverbindung, an dem Tragring 18 festgelegt und ragen von diesem
orthogonal ab. Radial außenliegende Stirnseiten der Hauptschaufeln 14 und der Leitschaufeln
16 sind bei der vorliegenden Ausführungsform des Radiallaufrads orthogonal zu einer
größten Oberfläche 30 der Tragscheibe 12 ausgerichtet. Radial innenliegende Stirnseiten
32 der Hauptschaufeln 14 sind gekrümmt ausgebildet und somit nur im Wesentlichen orthogonal
zur größten Oberfläche 30 der Tragscheibe 12 ausgerichtet.
[0024] Der Tragring 18 ist bei der vorliegenden Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis
3 einstückig aus einem Planring 34 und einem sich radial innenliegend anschließenden,
konusmantelabschnittsförmigen Saugmund 36 ausgebildet. Die Leitschaufeln 16 sind so
dimensioniert, dass sie sich vom radial außenliegenden Rand 38 des Planrings 34 bis
zum radial innenliegenden Rand 40 des Planrings 34 erstrecken. Der innere Rand 42
des Saugmunds 36 begrenzt den Ansaugquerschnitt des Radiallaufrads 10.
[0025] Gemäß der Figur 3 ist die Lochblende 44 auf einer den Hauptschaufeln 14 entgegengesetzten
Seite des Tragrings 18 beabstandet zum Saugmund 36 und somit in Strömungsrichtung
des vom Radiallaufrad 10 angesaugten Fluids vor dem Tragring 18 angeordnet. Ein Innendurchmesser
einer in der Lochblende 44 ausgebildeten Einströmöffnung 46 ist größer als der Innendurchmesser
des Saugmunds 36 gewählt. Die Lochblende 44 ist derart gegenüber dem Radiallaufrad
10 angeordnet, dass der Saugmund 36 eine die Vorderseite der Lochblende 44 umfassende
Ebene 48 nicht durchsetzt.
[0026] Vom Radiallaufrad 10 angesaugtes, durch die Einströmöffnung 46 strömendes Fluid wird
entweder durch den Saugmund 36 geleitet und von den Hauptschaufeln 14 in radialer
Richtung nach außen beschleunigt oder tritt in einen zwischen Saugmund 36 und Lochblende
44 ausgebildeten Spalt 50 ein, dessen engster Querschnitt durch den Abstand 56 zwischen
der Vorderkante des Saugmunds 36 und der Oberfläche der Lochblende 44 bestimmt wird.
Nach Durchströmen dieses engsten Querschnitts wird das Fluid in einen sich erweiternden
Zwischenraum 52 zwischen der Lochblende 44 und dem paraboloidabschnittsförmigen Saugmund
36 geleitet, in dem durch die Aufweitung eine Beschleunigung des Fluids in radialer
Richtung stattfindet.
[0027] Im Gegensatz zu einem nicht dargestellten Radiallaufrad aus dem Stand der Technik
wird durch die Leitschaufeln 16, wie sie bei der in den Figuren 1 bis 3 dargestellten
Ausführungsform vorgesehen sind, eine definierte Fluidströmung im Spalt 50 zwischen
Lochblende 44 und Tragring 18 hervorgerufen, so dass in diesem Bereich unerwünschte
Turbulenzen, die den Wirkungsgrad einer mit dem Radiallaufrad 10 ausgestatteten Lüfteranordnung
reduzieren könnten, vermieden werden.
[0028] Bei der nachstehenden Beschreibung weiterer Ausführungsformen werden für funktionsgleiche
Komponenten die gleichen Bezugszeichen wie in der Beschreibung der ersten Ausführungsform
gemäß den Figuren 1 bis 3 genutzt.
[0029] Die in der Figur 4 dargestellte Ausführungsform eines Radiallaufrads 110 unterscheidet
sich von der Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis 3 durch einen Tragring 118, der
einen größeren Außendurchmesser als die Tragscheibe 12 aufweist. Zudem sind die Leitschaufeln
116 unabhängig von den Hauptschaufeln 114 ausgeführt, wenngleich sie in gleicher Teilung
deckungsgleich zu den Hauptschaufeln 114 angeordnet sind. Die Leitschaufeln 116 erstrecken
sich über die gesamte Breite des Planrings 134 und grenzen an den in axialer Richtung
gegen die Strömungsrichtung des Fluids verjüngten Saugmund 136 an. Durch den größeren
Durchmesser des Tragrings 118 wird eine stärkere Beschleunigung des an den Leitschaufeln
116 vorbeistreichenden Fluids verglichen mit dem an den Hauptschaufeln 114 vorbeistreichenden
Fluid erreicht. Damit ist für alle Betriebszustände des Radiallaufrads 110 sichergestellt,
dass in einem radial außenliegenden Bereich der Leitschaufeln 116 ein zumindest geringfügig
höherer Fluiddruck als in einem radial außenliegenden Bereich der Hauptschaufeln 114
vorliegt. Dadurch wird eine zwangsweise Strömungsrichtung für das Fluid vorgegeben
und ein unerwünschtes Überströmen von Fluid, das von den Hauptschaufeln 114 gefördert
wurde, in den Spalt zwischen Radiallaufrad 110 und der in den Figuren 4 bis 6 aus
Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellten Lochblende 44 vermieden.
[0030] Bei den Ausführungsformen gemäß den Figuren 5 und 6 sind die Leitschaufeln 216, 316
der Radiallaufräder 210, 310 jeweils in radialer Richtung ausgerichtet. Sie erstrecken
sich über die Breite des Planrings 234 bzw. 334 und ragen orthogonal zu dessen Oberfläche
ab. Die Leitschaufeln 216 bei der Ausführungsform gemäß Figur 5 sind in gleicher Teilung
und dekkungsgleich mit den radial außenliegenden Stirnkanten der Hauptschaufeln 214
angeordnet. Bei der Ausführungsform der Figur 6 sind die Leitschaufeln 316 in Umfangsrichtung
des Radiallaufrads 310 versetzt zu den Hauptschaufeln 314 angeordnet. Dadurch wird
eine homogenere Durchmischung der durch die Hauptschaufeln 314 beschleunigten Fluidströme
mit den durch die Leitschaufeln 316 beschleunigten Fluidströmen gewährleistet. Somit
werden unerwünschte Druckschwankungen im radial außenliegenden Bereich des Radiallaufrads
310 vermieden.
1. Lüfteranordnung mit einem Radiallaufrad (10; 110; 210; 310), das eine zumindest im
Wesentlichen rotationssymmetrisch zu einer Mittelachse (22) ausgebildete Tragscheibe
(12) aufweist, die zur Festlegung an einer Antriebswelle einer Antriebseinrichtung
ausgebildet ist und die mehrere, in radialer Richtung beabstandet zur Mittelachse
(22) angeordnete, in axialer Richtung erstreckte Hauptschaufeln (14; 114; 214; 314)
trägt, die mit einem axial beabstandet zur Tragscheibe (12) angeordneten Tragring
(18; 118) verbunden sind, sowie mit einer Lochblende (44), die den Tragring (18; 118)
auf einer den Hauptschaufeln (14; 114; 214; 314) entgegengesetzten Seite gegenüberliegend
zugeordnet ist und die eine Einströmöffnung (46) für ein vom Radiallaufrad (10; 110;
210; 310) zu förderndes Fluid begrenzt, dadurch gekennzeichnet, dass ein von der Einströmöffnung (46) bestimmter Einlassquerschnitt größer als ein vom
Tragring (18; 118) bestimmter Ansaugquerschnitt gewählt ist und dass der Tragring
(18; 118) an einer der Tragscheibe (12) entgegengesetzten Oberfläche mit Leitschaufeln
(16; 116; 216; 316) versehen ist.
2. Lüfteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einströmöffnung (46) in der Lochblende (44) kreisringförmig mit einem Innendurchmesser
ausgebildet ist, der wenigstens dem Innendurchmesser des Tragrings (18; 118) entspricht.
3. Lüfteranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser des Tragrings (18; 118) gleich oder größer als der Außendurchmesser
der Tragscheibe (12) gewählt ist.
4. Lüfteranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschaufeln (116; 216; 316) unabhängig von den Hauptschaufeln (114; 214; 314)
ausgebildet sind.
5. Lüfteranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass größte Oberflächen (54) der Leitschaufeln (16; 116; 216; 316) spitze Winkel mit größten
Oberflächen (26) der Hauptschaufeln (14; 114; 214; 314) einschließen.
6. Lüfteranordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die größten Oberflächen (54) der Leitschaufeln (216; 316) in radialer Richtung
erstrecken.
7. Lüfteranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragring (18; 118) zumindest bereichsweise als paraboloidabschnittsförmig oder
kegelabschnittsförmig verjüngter Saugmund (36) ausgebildet ist.
8. Lüfteranordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Saugmund (36) an einen radial außenliegenden Planringbereich (34; 134; 234;
334) des Tragrings (18, 118) anschließt.
9. Lüfteranordnung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschaufeln (16; 116; 216; 316) auf dem Planringbereich (34) des Tragrings
(18; 118) angeordnet sind.
10. Lüfteranordnung nach einem vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Erstreckung der Leitschaufeln (16; 116; 216; 316) in Richtung der Lochblende
(44) gleich oder kleiner als die axiale Erstreckung des Saugmunds (36; 136) in Richtung
der Lochblende (44) ist.
11. Lüfteranordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Saugmund (36) in Richtung der Lochblende (44) verjüngt.
12. Lüfteranordnung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass größte Oberflächen (26) der Hauptschaufeln (14; 114; 214; 314) und/oder der Leitschaufeln
(16; 116; 216; 316) tangential zu Spiralen, insbesondere zu archimedischen Spiralen
angeordnet sind, deren Mittelpunkte auf der Mittelachse (22) der Tragscheibe (12)
liegen.
13. Lüfteranordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitschaufeln (16) als einstückige Fortsätze der Hauptschaufeln (14) ausgebildet
sind und den Tragring (18) durchsetzen.
14. Gebläse mit einer Antriebseinrichtung und einer Lüfteranordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.