[0001] Die Erfindung betrifft einen Durchlaufdampferzeuger mit einer Brennkammer mit einer
Anzahl von Brennern für fossilen Brennstoff, der heizgasseitig in einem oberen Bereich
über einen Horizontalgaszug ein Vertikalgaszug nachgeschaltet ist, wobei die Umfassungswand
der Brennkammer aus gasdicht miteinander verschweißten, einem Wasserabscheidesystem
strömungsmediumsseitig vorgeschalteten Verdampferrohren und aus gasdicht miteinander
verschweißten, dem Wasserabscheidesystem strömungsmediumsseitig nachgeschalteten Überhitzerrohren
gebildet ist, wobei das Wasserabscheidesystem eine Anzahl von Wasserabscheideelementen
umfasst, wobei jedes der Wasserabscheideelemente ein mit den jeweils vorgeschalteten
Verdampferrohren verbundenes Einströmrohrstück umfasst, das in seiner Längsrichtung
gesehen in ein Wasserableitrohrstück übergeht, wobei im Übergangsbereich eine Anzahl
von Abströmrohrstücken abzweigt, die mit einem. Eintrittssammler der jeweils nachgeschalteten
Überhitzerrohre verbunden sind.
[0002] In einem fossil befeuerten Dampferzeuger wird die Energie eines fossilen Brennstoffs
zur Erzeugung von überhitztem Dampf genutzt, der anschließend beispielsweise in einem
Kraftwerk einer Dampfturbine zur Stromerzeugung zugeführt werden kann. Insbesondere
bei den in einer Kraftwerksumgebung üblichen Dampftemperaturen und -drücken werden
Dampferzeuger üblicherweise als Wasserrohrkessel ausgeführt, das heißt, das zugeführte
Wasser fließt in einer Anzahl von Rohren, welche die Energie in Form von Strahlungswärme
der Brennerflammen und/oder durch Konvektion und/oder durch Wärmeleitung vom bei der
Verbrennung entstehenden Rauchgas aufnehmen.
[0003] Im Bereich der Brenner bilden die Dampferzeugerrohre dabei üblicherweise die Brennkammerwand,
indem sie gasdicht miteinander verschweißt werden. In weiteren, der Brennkammer rauchgasseitig
nachgeschalteten Bereichen können auch im Abgaskanal angeordnete Dampferzeugerrohe
vorgesehen sein.
[0004] Fossil befeuerte Dampferzeuger sind anhand einer Vielzahl von Kriterien kategorisierbar:
Basierend auf der Strömungsrichtung des Gasstroms können Dampferzeuger beispielsweise
in vertikale und horizontale Bauarten eingeteilt werden. Bei fossil befeuerten Dampferzeugern
in vertikaler Bauweise werden dabei üblicherweise Einzug- und Zweizugkessel unterschieden.
[0005] Bei einem Einzug- oder Turmkessel strömt das durch die Verbrennung in der Brennkammer
erzeugte Rauchgas stets senkrecht von unten nach oben. Sämtliche im Rauchgaskanal
angeordneten Heizflächen liegen rauchgasseitig oberhalb der Brennkammer. Turmkessel
bieten eine vergleichsweise einfache Konstruktion und einfache Beherrschung der durch
die thermische Ausdehnung der Rohre entstehenden Spannungen. Weiterhin sind sämtliche
Heizflächen der im Rauchgaskanal angeordneten Dampferzeugerrohre horizontal und daher
vollständig entwässerbar, was in frostgefährdeten Umgebungen erwünscht sein kann.
[0006] Beim Zweizugkessel ist in einem oberen Bereich der Brennkammer rauchgasseitig ein
Horizontalgaszug nachgeschaltet, welcher in einen Vertikalgaszug mündet. In diesem
zweiten vertikalen Gaszug strömt das Gas üblicherweise senkrecht von oben nach unten.
Es erfolgt beim Zweizugkessel also eine mehrfache Umlenkung des Rauchgases. Vorteile
dieser Bauweise sind beispielsweise die niedrigere Bauhöhe und die daraus resultierenden
geringeren Herstellkosten.
[0007] Dampferzeuger können weiterhin als Naturumlauf-, Zwangumlauf- oder Durchlaufdampferzeuger
ausgelegt sein. In einem Durchlaufdampferzeuger führt die Beheizung einer Anzahl von
Verdampferrohren zu einer vollständigen Verdampfung des Strömungsmediums in den Verdampferrohren
in einem Durchgang. Das Strömungsmedium - üblicherweise Wasser - wird nach seiner
Verdampfung den Verdampferrohren nachgeschalteten Überhitzerrohren zugeführt und dort
überhitzt. Die Position des Verdampfungsendpunkts, d. h. der Ort, an dem der Wasseranteil
der Strömung vollständig verdampft ist, ist dabei variabel und betriebsartabhängig.
Beim Volllastbetrieb eines derartigen Durchlaufdampferzeugers liegt der Verdampfungsendpunkt
beispielsweise in einem Endbereich der Verdampferrohre, so dass die Überhitzung des
verdampften Strömungsmediums bereits in den Verdampferrohren beginnt (mit der verwendeten
Nomenklatur ist diese Beschreibung genau genommen nur bei Teillasten mit unterkritischem
Druck im Verdampfer gültig. Der Anschaulichkeit halber wird diese Darstellung jedoch
in der folgenden Beschreibung durchgehend verwendet).
[0008] Ein Durchlaufdampferzeuger unterliegt im Gegensatz zu einem Natur- oder Zwangumlaufdampferzeuger
keiner Druckbegrenzung, so dass er für Frischdampfdrücke weit über dem kritischen
Druck von Wasser (P
Kri ≈ 221 bar)- wo bei keiner Temperatur Wasser und Dampf gleichzeitig vorkommen können
und damit auch keine Phasentrennung möglich ist - ausgelegt werden kann.
[0009] Im Schwachlastbetrieb oder beim Anfahren wird ein derartiger Durchlaufdampferzeuger
üblicherweise mit einem Mindeststrom an Strömungsmedium in den Verdampferrohren betrieben,
um eine sichere Kühlung der Verdampferrohre zu gewährleisten. Dazu reicht gerade bei
niedrigen Lasten von beispielsweise weniger als 40 % der Auslegungslast der reine
Durchlaufmassenstrom durch den Verdampfer üblicherweise nicht mehr zur Kühlung der
Verdampferrohre aus, so dass dem Durchlauf an Strömungsmedium durch den Verdampfer
im Umlauf ein zusätzlicher Durchsatz an Strömungsmedium überlagert wird. Der betriebsgemäß
vorgesehene Mindeststrom an Strömungsmedium in den Verdampferrohren wird somit beim
Anfahren oder im Schwachlastbetrieb in den Verdampferrohren nicht vollständig verdampft,
so dass bei einer derartigen Betriebsart am Ende der Verdampferrohre noch unverdampftes
Strömungsmedium, insbesondere ein Wasser-Dampf-Gemisch, vorhanden ist.
[0010] Da die den Verdampferrohren des Durchlaufdampferzeugers üblicherweise erst nach einer
Durchströmung der Brennkammerwände nachgeschalteten Überhitzerrohre jedoch nicht für
eine Durchströmung unverdampften Strömungsmediums ausgelegt sind, sind Durchlaufdampferzeuger
üblicherweise derart ausgelegt, dass auch beim Anfahren und im Schwachlastbetrieb
ein Wassereintritt in die Überhitzerrohre sicher vermieden wird. Dazu sind die Verdampferrohre
üblicherweise mit den ihnen nachgeschalteten Überhitzerrohren über ein Wasserabscheidesystem
verbunden. Der Wasserabscheider bewirkt dabei eine Trennung des beim Anfahren oder
im Schwachlastbetrieb aus den Verdampferrohren austretenden Wasser-Dampf-Gemisches
in Wasser und in Dampf. Der Dampf wird den dem Wasserabscheider nachgeschalteten Überhitzerrohren
zugeführt, wohingegen das abgeschiedene Wasser beispielsweise über eine Umwälzpumpe
wieder den Verdampferrohren zugeführt oder über einen Entspanner abgeführt werden
kann.
[0011] Das Wasserabscheidesystem kann dabei eine Vielzahl von Wasserabscheideelementen umfassen,
die direkt in die Rohre integriert sind. Dabei kann insbesondere jedem der parallel
geschalteten Verdampferrohre ein Wasserabscheideelement zugeordnet sein. Die Wasserabscheideelemente
können weiterhin als so genannte T-Stück-Wasserabscheideelemente ausgebildet sein.
Jedes T-Stück-Wasserabscheideelement umfasst dabei jeweils ein mit dem vorgeschalteten
Verdampferrohr verbundenes Einströmrohrstück, das in seiner Längsrichtung gesehen
in ein Wasserableitrohrstück übergeht, wobei im Übergangsbereich ein mit dem nachgeschalteten
Überhitzerrohr verbundenes Abströmrohrstück abzweigt.
[0012] Durch diese Bauweise ist das T-Stück-Wasserabscheideelement für eine Trägheitsseparation
des aus dem vorgeschalteten Verdampferrohr in das Einströmrohrstück einströmenden
Wasser-Dampf-Gemisches ausgelegt. Aufgrund seiner vergleichsweise höheren Trägheit
strömt nämlich der Wasseranteil des im Einströmrohrstück strömenden Strömungsmediums
an der Übergangsstelle bevorzugt in axialer Verlängerung des Einströmrohrstücks weiter
und gelangt somit in das Wasserableitrohrstück und von dort aus üblicherweise weiter
in einen angeschlossenen Sammelbehälter. Der Dampfanteil des im Einströmrohrstück
strömenden Wasser-Dampf-Gemisches kann hingegen aufgrund seiner vergleichsweise geringeren
Trägheit besser einer aufgezwungenen Umlenkung folgen und strömt somit über das Abströmrohrstück
zum nachgeschalteten Überhitzerrohrstück. Ein Durchlaufdampferzeuger dieser Bauart
ist beispielsweise aus der
EP 1 701 091 bekannt.
[0013] Bei einem Durchlaufdampferzeuger mit einem derart ausgelegten Wasserabscheidesystem
kann durch die dezentrale Integration der Wasserabscheidung in die einzelnen Rohre
des Rohrsystems des Durchlaufdampferzeugers die Wasserabscheidung ohne vorherige Sammlung
des aus den Verdampferrohren abströmenden Strömungsmediums erfolgen. Damit ist auch
eine direkte Weitergabe des Strömungsmediums in die nachgeschalteten Überhitzerrohre
möglich.
[0014] Konstruktionsbedingt ist darüber hinaus die Übergabe von Strömungsmedium an die Überhitzerrohre
nicht nur auf Dampf beschränkt, vielmehr kann nunmehr auch ein Wasser-Dampf-Gemisch
an die Überhitzerrohre weitergeführt werden, indem die Wasserabscheideelemente überspeist
werden. Dadurch kann der Verdampfungsendpunkt bedarfsweise in die Überhitzerrohre
hineinverschoben werden. Damit ist eine besonders hohe betriebliche Flexibilität auch
im Anfahr- oder Schwachlastbetrieb des Durchlaufdampferzeugers erreichbar. Insbesondere
kann die Frischdampftemperatur in vergleichsweise großen Grenzen durch Beeinflussung
der Speisewassermenge geregelt werden.
[0015] Allerdings ist bei derartigen Systemen zu berücksichtigen, dass aufgrund der Integration
der Wasserabscheidefunktion in die einzelnen Rohre hinein gerade im Bereich des Abscheidesystems
eine vergleichsweise hohe Anzahl einzelner Rohrstücke oder -elemente erforderlich
ist.
[0016] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Durchlaufdampferzeuger der
oben genannten Art anzugeben, der unter Beibehaltung einer besonders hohen betrieblichen
Flexibilität einen vergleichsweise geringeren Konstruktions- und Reparaturaufwand
mit sich bringt.
[0017] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem dampfseitig zwischen dem jeweiligen
Wasserabscheideelement und dem Eintrittssammler ein Verteilerelement angeordnet ist.
[0018] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass durch die dezentrale Wasserabscheidung,
die bei der oben beschriebenen Bauweise separat in jedem der parallel geschalteten
Verdampferrohre erfolgt, eine vergleichsweise große Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen
zu Konstruktionsproblemen bei der großtechnischen Anwendung führen kann. Durch die
Platzprobleme, die die Notwendigkeit der Unterbringung einer derart großen Anzahl
von Wasserabscheideelementen mit sich bringen kann, kann eine solche Bauweise infolge
des mit ihr verbundenen hohen Konstruktionsaufwands auch erhebliche Mehrkosten und
Einschränkungen der geometrischen Parameter des Durchlaufdampferzeugers mit sich bringen.
[0019] Eine Reduzierung des Konstruktionsaufwands des Durchlaufdampferzeugers könnte durch
eine einfachere Auslegung des Wasserabscheidesystems erzielt werden. Dazu kann die
Anzahl der verwendeten Wasserabscheideelemente reduziert werden. Um jedoch die Vorteile
einer dezentralen Wasserabscheidung, wie beispielsweise die Möglichkeit der Durchspeisung
mit Wasser-Dampf-Gemisch zu erhalten, sollte die grundsätzliche Bauweise in Form von
T-Stück-Wasserabscheideelementen beibehalten werden. Die Kombination beider vorgenannten
Konzepte kann durch eine Sammlung des Strömungsmediums von jeweils einer Mehrzahl
von Verdampferrohren in jeweils ein Wasserabscheideelement erreicht werden.
[0020] Durch eine reduzierte Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen kann eine direkte
dampfseitige Weiterleitung an die Eintrittssammler der nachgeschalteten Überhitzerrohre
jedoch zu Inhomogenitäten bei der Verteilung auf die verschiedenen Überhitzerrohre
führen. Um daher nach dem Austritt des Dampfes oder des Wasser-Dampf-Gemisches aus
dem T-Stück-Wasserabscheideelement eine gleichmäßige Verteilung auf die nachgeschalteten
Überhitzerrohre zu erreichen, ist dampfseitig zwischen dem jeweiligen Wasserabscheideelement
und dem Eintrittssammler ein Verteilerelement angeordnet.
[0021] Vorteilhafterweise sind die geometrischen Parameter einer Anzahl von Ausgangsrohren
derart gewählt, dass eine homogene Strömungsverteilung auf den Eintrittssammler der
jeweils nachgeschalteten Überhitzerrohre gewährleistet ist. Dadurch wird bereits ein
homogener Eintrag in den Eintrittssammler erreicht, welcher sich dementsprechend in
die nachgeschalteten Überhitzerrohre fortsetzt. Die Ausgangsrohre können dabei beispielsweise
gleiche Durchmesser aufweisen und in gleichmäßigen Abständen parallel zueinander in
den Eintrittssammler geführt sein.
[0022] In vorteilhafter Ausgestaltung ist das Verteilerelement als Sternverteiler ausgelegt,
d. h. es umfasst eine Prallplatte, ein senkrecht zur Prallplatte angeordnetes Eingangsrohr
und eine Anzahl von sternförmig um die Prallplatte in deren Ebene angeordneten Ausgangsrohren.
Das einströmende Wasser trifft auf die Prallplatte und wird in symmetrischer Weise
senkrecht zur Einströmrichtung verteilt und in die Ausgangsrohre geleitet. Dabei ist
die Prallplatte in besonders vorteilhafter Ausgestaltung kreisförmig und die Ausgangsrohre
konzentrisch zur Mitte der Prallplatte in gleichen Abständen zu den jeweiligen benachbarten
Ausgangsrohren angeordnet. Auf diese Weise ist eine besonders homogene Verteilung
auf die verschiedenen Ausgangsrohre gewährleistet.
[0023] Dabei sind vorteilhafterweise zwischen 5 und 20 Ausgangsrohre pro Verteilerelement
vorgesehen. Bei einer geringeren Anzahl könnte eine ausreichende Homogenisierung des
Eintrags von Dampf oder Wasser-Dampf-Gemisch in den Eintrittssammler nicht mehr gewährleistet
werden, während eine höhere Anzahl problematisch in der geometrischen Ausgestaltung
des Verteilerelements sein kann, insbesondere wenn dieses als Sternverteiler ausgelegt
ist.
[0024] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
die dampfseitige Anordnung eines zusätzlichen Verteilerelements zwischen dem jeweiligen
Wasserabscheideelement und dem Eintrittssammler der nachgeschalteten Überhitzerheizflächen
eine Gleichverteilung des Strömungsmediums auf die Überhitzerrohre auch bei einer
wesentlich geringeren Anzahl von Wasserabscheideelementen erzielt wird. Durch diese
Maßnahmen wird die Reduzierung der Anzahl von Wasserabscheideelementen überhaupt erst
ermöglicht. Dies bedeutet einen wesentlich geringeren Fertigungsaufwand und eine vergleichsweise
geringere Komplexität des Rohrsystems des Durchlaufdampferzeugers und es ist eine
besonders hohe betriebliche Flexibilität auch im Anfahr- oder Schwachlastbetrieb erreichbar.
[0025] Weiterhin wird eine homogene Temperaturverteilung über die nachgeschalteten Überhitzerrohre
ermöglicht, was zu deutlich geringeren mechanischen Belastungen durch unterschiedliche
thermische Ausdehnung der einzelnen Überhitzerrohre führt. Gleichzeitig bleiben alle
Vorteile der Benutzung von T-Stück-Wasserabscheideelementen erhalten, so z. B. die
Möglichkeit der Weiterleitung von Wasser-Dampf-Gemisch an die Überhitzerrohre, die
eine bedarfsgerechte Regelung der Frischdampftemperatur am Dampfauslass des Durchlaufdampferzeugers
durch die Steuerung der eingebrachten Strömungsmediumsmenge ermöglicht.
[0026] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigt die Figur einen Durchlaufdampferzeuger in Zweizugbauweise in schematischer
Darstellung.
[0027] Der Durchlaufdampferzeuger 1 gemäß der Figur umfasst eine als Vertikalgaszug ausgebildete
Brennkammer 2, der in einem oberen Bereich 4 ein Horizontalgaszug 6 nachgeschaltet
ist. An den Horizontalgaszug 6 schließt sich ein weiterer Vertikalgaszug 8 an.
[0028] Im unteren Bereich 10 der Brennkammer 2 ist eine Anzahl nicht näher gezeigter Brenner
vorgesehen, die einen flüssigen oder festen Brennstoff in der Brennkammer verbrennen.
Die Umfassungswand 12 der Brennkammer 2 ist aus miteinander gasdicht verschweißten
Dampferzeugerrohren gebildet, in die durch eine nicht näher gezeigte Pumpe ein Strömungsmedium
- üblicherweise Wasser - eingepumpt wird, welches durch die von den Brennern erzeugte
Wärme geheizt wird. Im unteren Bereich 10 der Brennkammer 2 können die Dampferzeugerrohre
entweder spiralförmig oder senkrecht ausgerichtet sein. Aufgrund von Unterschieden
sowohl in der Geometrie der Einzelrohre als auch in deren Beheizung stellen sich unterschiedliche
Massenströme und Temperaturen des Strömungsmediums (Schieflagen) in parallelen Rohren
ein. Bei einer spiralförmigen Anordnung ist ein vergleichsweise höherer Konstruktionsaufwand
erforderlich, dafür sind die entstehenden Schieflagen zwischen parallel geschalteten
Rohren vergleichsweise geringer als bei senkrecht berohrter Brennkammer 2.
[0029] Der gezeigte Durchlaufdampferzeuger 1 umfasst weiterhin zur Verbesserung der Rauchgasführung
eine Nase 14, welche direkt in den Boden 16 des Horizontalgaszuges 6 übergeht und
in die Brennkammer 2 hineinragt. Weiterhin ist im Übergangsbereich von der Brennkammer
2 zum Horizontalgaszug 6 im Rauchgaskanal ein Gitter 18 aus weiteren Überhitzerrohren
angeordnet.
[0030] Die Dampfererzeugerrohre im unteren Teil 10 der Brennkammer 2 sind als Verdampferrohre
ausgelegt. Das Strömungsmedium wird in ihnen zunächst verdampft und über Austrittssammler
20 dem Wasserabscheidesystem 22 zugeführt. Im Wasserabscheidesystem 22 wird noch nicht
verdampftes Wasser gesammelt und abgeführt. Dies ist insbesondere im Anfahrbetrieb
notwendig, wenn zur sicheren Kühlung der Verdampferrohre eine größere Menge an Strömungsmedium
eingepumpt werden muss, als in einem Verdampferrohrdurchlauf verdampft werden kann.
Der erzeugte Dampf wird in die Wände der Brennkammer 2 im oberen Bereich 4 geleitet
und gegebenenfalls auf die in den Wänden des Horizontalgaszuges 6 angeordneten Überhitzerrohre
verteilt.
[0031] Neben dem in der Figur gezeigten Zweizugkessel sind selbstverständlich auch noch
weitere Konfigurationen für fossil befeuerte Kessel, z. B. in der Art eines Turmkessels,
möglich. Die nachfolgend zu beschreibenden Bauteile können bei allen diesen Varianten
zum Einsatz kommen.
[0032] Das Wasserabscheidesystem 22 umfasst eine Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen
24. Jeweils eine Anzahl von Verdampferrohren mündet über einen Austrittssammler 20
in ein gemeinsames Übergangsrohrstück 26, dem jeweils ein T-Stück-Wasserabscheideelement
24 nachgeschaltet ist. Das T-Stück-Wasserabscheideelement 24 umfasst ein Einströmrohrstück
28, das in seiner Längsrichtung gesehen in ein Wasserableitrohrstück 30 übergeht,
wobei im Übergangsbereich ein Abströmrohrstück 32 abzweigt. Das Wasserableitrohrstück
30 mündet in einen Sammler 34. An den Sammler 34 ist über Verbindungsleitungen 35
ein Sammelbehälter 36 (Flasche) nachgeschaltet. An den Sammelbehälter 36 ist ein Auslassventil
38 angeschlossen, über das das abgeschiedene Wasser entweder verworfen oder erneut
dem Verdampfungskreislauf zugeführt werden kann.
[0033] Im T-Stück-Wasserabscheideelement 24 tritt Strömungsmedium M durch das Einströmrohrstück
28 ein. Das anteilige Wasser fließt bedingt durch seine Massenträgheit in das in Längsrichtung
folgende Wasserableitrohrstück 30. Der Dampf hingegen folgt aufgrund seiner geringeren
Masse der durch die Druckverhältnisse aufgezwungenen Umlenkung in das Abströmrohrstück
32. Dem Abströmrohrstück 32 sind die Überhitzerrohre im oberen Bereich 4 der Brennkammer
2 und gegebenenfalls im Gitter und im Bereich des Horizontalgaszuges 6 über einen
Eintrittssammler 40 nachgeschaltet. In den Wandheizflächen und den anschließenden
Konvektivheizflächen wird der Dampf überhitzt und anschließend seiner weiteren Verwendung
zugeführt; üblicherweise ist eine in der Figur nicht näher gezeigte Vorrichtung wie
beispielsweise eine Dampfturbine vorgesehen.
[0034] Bedarfsweise kann das Auslassventil 38 geschlossen werden und so eine Überspeisung
der T-Stück-Wasserabscheideelemente 24 herbeigeführt werden. Dabei tritt noch unverdampftes
Wasser in die Überhitzerrohre ein, so dass diese noch zur weiteren Verdampfung genutzt
werden können, d. h., der Verdampfungsendpunkt kann in die Überhitzerrohre hineinverlagert
werden, was eine vergleichsweise höhere Flexibilität im Betrieb des Durchlaufdampferzeugers
1 ermöglicht.
[0035] Um eine besonders einfache Konstruktion des Durchlaufdampferzeugers 1 zu ermöglichen,
sollte eine vergleichsweise geringere Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen
24 verwendet werden. Um die dadurch entstehenden Inhomogenitäten hinsichtlich der
Verteilung auf die Überhitzerrohre auszugleichen und somit eine derartige Ausgestaltung
überhaupt erst zu ermöglichen, sind den T-Stück-Wasserabscheideelementen 24 Verteilerelemente
42 in der Art von Sternverteilern zwischengeschaltet. Diese sorgen für eine Vorverteilung
des Strömungsmediums im Falle einer Überspeisung der T-Stück-Wasserabscheideelemente
24 auf die Eintrittssammler 40.
[0036] In den als Sternverteiler ausgebildeten Verteilerelementen 42 trifft das Strömungsmedium
auf eine kreisförmige Prallplatte und prallt von dort in sternförmig, konzentrisch-symmetrisch
angeordnete Ausgangsrohre 44. Durch die symmetrische Anordnung wird dabei jedem Ausgangsrohr
44 etwa die gleiche Menge an Strömungsmedium zugeteilt. Diese münden in gleichen Abständen
in die Eintrittssammler 40, so dass bereits eine Vorverteilung des Strömungsmediums
auf die gesamte Breite der Eintrittssammler 40 erfolgt.
[0037] Bei einer direkten Einleitung des Strömungsmediums über eine einzige Leitung pro
T-Stück-Wasserabscheideelement 24 würde das Strömungsmedium in den Eintrittssammlern
40 nicht gleichmäßig verteilt werden können, da diese aufgrund ihrer Breite nicht
für eine derartige homogene Verteilung aus beispielsweise einer einzigen Zuleitung
geeignet sind.
[0038] Durch die als Sternverteiler ausgelegten Verteilerelemente 44 wird somit eine einfachere
und somit auch kostengünstigere Konstruktion des Durchlaufdampferzeugers 1 möglich,
da eine vergleichsweise geringere Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen 24 verwendet
werden kann. Weiterhin werden Temperaturunterschiede durch die bessere Vermischung
des Strömungsmediums im Vergleich zu einer vollständig dezentralisierten Wasserabscheidung
mit einer größeren Anzahl von T-Stück-Wasserabscheideelementen 24 besser ausgeglichen
und somit eine homogenere Temperaturverteilung auf die nachfolgenden Überhitzerrohre
erreicht. Damit werden Schäden durch unterschiedliche thermische Ausdehnung von miteinander
verschweißten Rohren vermieden.
1. Durchlaufdampferzeuger (1) mit einer Brennkammer (2) mit einer Anzahl von Brennern
für fossilen Brennstoff, der heizgasseitig in einem oberen Bereich (4) über einen
Horizontalgaszug (6) ein Vertikalgaszug (8) nachgeschaltet ist, wobei die Umfassungswand
(12) der Brennkammer (2) aus gasdicht miteinander verschweißten, einem Wasserabscheidesystem
(22) strömungsmediumsseitig vorgeschalteten Verdampferrohren und aus gasdicht miteinander
verschweißten, dem Wasserabscheidesystem (22) strömungsmediumsseitig nachgeschalteten
Überhitzerrohren gebildet ist, wobei das Wasserabscheidesystem (22) eine Anzahl von
Wasserabscheideelementen (24) umfasst, wobei jedes der Wasserabscheideelemente (24)
ein mit den jeweils vorgeschalteten Verdampferrohren verbundenes Einströmrohrstück
(28) umfasst, das in seiner Längsrichtung gesehen in ein Wasserableitrohrstück (30)
übergeht, wobei im Übergangsbereich eine Anzahl von Abströmrohrstücken (32) abzweigt,
die mit einem Eintrittssammler (40) der jeweils nachgeschalteten Überhitzerrohre verbunden
sind, und wobei dampfseitig zwischen dem jeweiligen Wasserabscheideelement (24) und
dem Eintrittssammler (40) ein Verteilerelement (42) angeordnet ist.
2. Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 1, bei dem die geometrischen Parameter einer
Anzahl von Ausgangsrohren (44) des jeweiligen Verteilerelements (42) derart gewählt
sind, dass eine homogene Strömungsverteilung auf den Eintrittssammler (40) der jeweils
nachgeschalteten Überhitzerrohre gewährleistet ist.
3. Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das jeweilige Verteilerelement
(42) eine Prallplatte, ein senkrecht zur Prallplatte angeordnetes Eingangsrohr und
eine Anzahl von sternförmig um die Prallplatte in deren Ebene angeordneten Ausgangsrohre
(44) umfasst.
4. Durchlaufdampferzeuger (1) nach Anspruch 3, bei dem die Prallplatte kreisförmig ist
und die Ausgangsrohre (44) konzentrisch zur Mitte der Prallplatte in gleichen Abständen
zu den jeweiligen benachbarten Ausgangsrohren (44) angeordnet sind.
5. Durchlaufdampferzeuger (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem das jeweilige
Verteilerelement (42) zwischen fünf und 20 Ausgangsrohre (44) umfasst.