[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verteilung von Tablettenrohlingen
auf die Matrizen einer Tablettenpresse gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung ein System bestehend aus der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und einer Tablettenpresse. Beschrieben wird ferner ein Verfahren zum Formen
von Tabletten aus Tablettenrohlingen.
[0002] Es ist bekannt, Tabletten zumindest teilweise aus Rohlingen zu formen. Dies geschieht
beispielweise in einer Tablettenpresse. Dafür müssen die Tablettenrohlinge der Tablettenpresse
zugeführt werden.
[0003] Zum Zuführen der Tablettenrohlinge zu der Tablettenpresse sind im Stand der Technik
verschiedene Vorrichtungen bekannt.
[0004] Die
EP 0 349 777 A offenbart eine Übergabeeinrichtung zur Übergabe von Tablettenrohlingen an eine Mantelpresse,
welche einen drehbaren Rotor aufweist, an dessen Umfang mehrere Radialarme angeordnet
sind. An den freien Enden der Radialarme befinden sich Übergabeköpfe, in denen Tablettenrohlinge
aufgenommen werden können.
[0005] Aus der
DE 10 95 462 B ist eine weitere Tablettenzuführvorrichtung bekannt, die einen Rotor mit radialen
Armen aufweist, an deren freien Enden Tablettenrohlinge in eine Tablettenpresse gefördert
werden können.
[0006] Eine weitere Tablettenzuführvorrichtung, welche einen Rotor mit sich radial erstreckenden
Armen aufweist, ist aus der
US 2 963 993 A bekannt.
[0007] Die
DE 918 374 C offenbart eine Vorrichtung zur Verteilung von Tablettenrohlingen auf die Matrizen
einer Tablettenpresse mit einer rotierenden Scheibe, an deren Umfang Einbuchtungen
angeordnet sind, in welchen die Tablettenrohlinge teilweise formschlüssig aufgenommen
werden können.
[0008] Eine weitere Vorrichtung zur Verteilung von Tablettenrohlingen auf die Matrizen einer
Tablettenpresse mit einer rotierenden Scheibe wird in der
EP 0 458 764 A2 offenbart. Die Scheibe dieser Vorrichtung weist ebenfalls an ihrem Umfang Einbuchtungen
auf, in welchen die Tablettenrohlinge teilweise formschlüssig aufgenommen werden können.
[0009] Auch in der
US 2 879 724 A wird eine Verteilungsvorrichtung für Tablettenrohlinge offenbart, die eine Scheibe
mit im Umfangsbereich der Scheibe vorgesehenen Einbuchtungen aufweist.
[0011] In der Druckschrift
US 3 836 299 A wird eine Tablettenpresse zur Umhüllung von Saatgut vorgeschlagen. Dabei werden die
Saatkörner vereinzelt und mittels einer rotierenden Scheibe zur Pressform transportiert,
wo sie in Pulver eingebettet und zu Tabletten gepresst werden.
[0012] Das Dokument
US 3 836 299 A offenbart eine Vorrichtung gemäss dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die aus dem Stand
der Technik bekannten Vorrichtungen bringen den Nachteil mit sich, dass es beim Bestücken
der Einbuchtungen mit den Tablettenrohlingen oftmals nicht gelingt, sämtliche Einbuchtungen
mit Tablettenrohlingen zu füllen, so dass die Kapazität der Tablettenpresse nicht
vollständig genutzt werden kann.
[0013] Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Verteilung
von Tablettenrohlingen auf die Matrizen einer Tablettenpresse zur Verfügung zu stellen,
bei welcher die vorhandene Kapazität der Tablettenpresse besser ausgenutzt wird.
[0014] Gelöst wird die Aufgabe mit einer Vorrichtung zur Verteilung von Tablettenrohlingen
auf die Matrizen einer Tablettenpresse mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Es
war für den Fachmann überaus erstaunlich und nicht zu erwarten, dass es mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gelingt Tablettenrohlinge zu vereinzeln und den Matrizen einer Tablettenpresse
gezielt zuzuführen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist einfach aufgebaut und zu
betreiben.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist Teil eines Tablettenherstellungsprozesses, bei
dem ein Tablettenrohling in einer Tablettenpresse in eine ganz bestimmte Form gepresst
wird. Dementsprechend muss die Tablette so zusammengesetzt sein, dass sie verformbar
ist und anschließend diese Form beibehält. Dabei kann es sich um Kaltverformen oder
um Verformen bei einer erhöhten Temperatur handeln. Vorzugsweise ist die Form und
Größe des Rohlings bereits an die gewünschte Form und Größe der Tablette angepasst.
Nach der Formgebung in der Tablettenpresse kann der geformte Rohling noch weiterbehandelt
werden, beispielsweise mit einem Überzug versehen werden.
[0017] Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung eine sich drehende Scheibe auf, die an ihrem
Umfang Einbuchtungen aufweist. Diese Einbuchtungen nehmen die
[0018] Tablettenrohlinge zumindest teilweise formschlüssig auf, d.h. der Rohling liegt mit
seiner Oberfläche zumindest teilweise an der Einbuchtung an. Vorzugsweise ist die
Einbuchtung so gestaltet, dass der Tablettenrohling nicht über den Rand der Scheibe
heraussteht. Vorzugsweise weist die Einbuchtung einen Einlaufbereich auf, der eine
Aufnahme des Rohlings in der Einbuchtung während der Rotation der Scheibe vereinfacht.
[0019] Um zu vermeiden, dass der Tablettenrohling durch Zentrifugalkräfte wieder aus der
Einbuchtung herausgeschleudert wird, weist die erfindungsgemäße Vorrichtung im Umfangsbereich
der Scheibe vorzugsweise eine äußere Rohlingsführung auf. Diese Rohlingsführung erstreckt
sich besonders bevorzugt von dem Bereich, in dem der Tablettenrohling an die Scheibe
übergeben wird, bis in den Bereich, in dem der Tablettenrohling von der Einbuchtung
in die Matrize der Tablettenpresse gelangt.
[0020] Vorzugsweise weist die Vorrichtung oberhalb jeder Einbuchtung einen Auswerfer auf.
Besonders bevorzugt drückt dieser Auswerfer den Rohling aus der Einbuchtung hinaus,
so dass der Rohling in die Matrize fällt und/oder in die Matrize gedrückt wird. Besonders
bevorzugt ist der Auswerfer von der Einbuchtung beabstandet angeordnet, beispielsweise
von der Einbuchtung wegweisend vorgespannt. Besonders bevorzugt weist die Vorrichtung
einen Aktuator, beispielsweise eine Rampe oder ein sich drehendes Mittel, insbesondere
einen Zylinder, auf, der den Aktuator in Richtung der Einbuchtung und dadurch den
Tablettenrohling aus der Einbuchtung drückt. Danach bewegt sich der Aktuator insbesondere
durch eine Federkraft wieder in seine Ausgangslage zurück.
[0021] Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung einen Eingangsbereich und einen Ausgangsbereich
auf, wobei die Tablettenrohlinge im Eingangsbereich an die Scheibe und im Ausgangsbereich
an die Matrizen übergeben werden. Vorzugsweise sind der Eingangs- und/oder der Ausgangsbereich
am Umfang der Scheibe angeordnet. Vorzugsweise sind der Eingangs- und der Ausgangsbereich
um ≥ 90°, besonders bevorzugt ≥ 180° und ganz besonders bevorzugt ≥ 270° zueinander
versetzt.
[0022] Vorzugsweise ist im Ausgangsbereich der Aktuator angeordnet, der jeweils mit einem
Auswerfer zusammenwirkt und so den jeweiligen Tablettenrohling aus der jeweiligen
Einbuchtung in Richtung der jeweiligen Matrize drückt.
[0023] Um sicherzustellen, dass jede Einbuchtung mit einem Tablettenrohling befüllt wird,
weist die erfindungsgemäße Vorrichtung im Eingangsbereich ein Beschleunigungsmittel
-auf, das den Tablettenrohling in die Einbuchtung drückt. Erfindungsgemäß handelt
es sich dabei um ein Rotationsmittel, das kurzzeitig in Eingriff mit dem jeweiligen
Tablettenrohling gerät und diesen dabei in Richtung der Einbuchtungen transportiert,
drückt und/oder beschleunigt. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Mittel um ein Rotationsmittel,
das besonders bevorzugt an seinem Umfang mit einer gummiartigen Substanz versehen
ist, durch die die kinetische Energie des Rotationsmittels besonders gut an die Tablettenrohlinge
übertragen wird.
[0024] Erfindungsgemäß ist im Eingangsbereich eine Rinne, vorhanden, die die Tablettenrohlinge
in Richtung der Scheibe führt. In dieser Rinne werden die Rohlinge vorzugsweise auf
Stoß geführt und stehen vorzugsweise zumindest im letzten Bereich der Führung so unter
Druck, dass sie in die jeweilige Einbuchtung gedrückt werden. -Diese Rinne weist zumindest
in einem Teilbereich einen Schlitz auf, durch den das oben beschriebene Beschleunigungsmittel
in die Rinne eingreift und die Tablettenrohlinge in Richtung der Scheibe mit den Einbuchtungen
drückt.
[0025] Die unten gemachte Offenbarung betreffend das erfindungsgemäße System sowie das erfindungsgemäße
Verfahren gelten für die erfindungsgemäße Vorrichtung gleichermaßen.
[0026] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein System aufweisend die
erfindungsgemäße Vorrichtung und eine Tablettenpresse mit Matrizen.
[0027] Die oben gemachte Offenbarung und die Offenbarung, die weiter unten zu dem erfindungsgemäßen
Verfahren gemacht wird, gelten für das erfindungsgemäße System gleichermaßen.
[0028] Erfindungsgemäß weist das System die oben beschriebene Vorrichtung sowie eine Tablettenpresse
auf. Bei dieser Tablettenpresse kann es sich um jede dem Fachmann geläufige Tablettenpresse
handeln, in der die Wirk- und Zusatzstoffe zu einer Tablette gepresst werden. In der
Regel weisen diese Tablettenpressen eine Vielzahl von Matrizen auf, die jeweils oben
und unten von einem Stempel abgeschlossen werden. Diese Stempel pressen den Tablettenrohling
vorzugsweise unter einstellbarem Druck zusammen, so dass er die Positivform der jeweiligen
Matrize annimmt. Der untere Stempel dient außerdem als Auswerfer, um die gepresste
Tablette aus der Matrize auszustoßen. Die Matrizen sind vorzugsweise in einem sich
drehenden Körper angeordnet. Die beiden Stempel, die einer Matrize zugeordnet sind
drehen sich mit dieser mit.
[0029] Erfindungsgemäß legt die oben beschriebene Vorrichtung die Tablettenrohlinge in die
jeweilige Matrize ein. Während einer Umdrehung der Matrize in der Tablettenpresse
wird der Tablettenrohling in die gewünschte Form gepresst und dann aus der Matrize
ausgeworfen.
[0030] Vorzugsweise drehen sich die Scheibe der erfindungsgemäßen Vorrichtung, die die Tablettenrohlinge
vereinzelt und in die Matrize einlegt, und das Bauteil, in dem die Matrizen angeordnet
sind, synchron. Diese Synchronisation kann durch eine entsprechende Elektronik erreicht
werden. Vorzugsweise wird die Drehbewegung der Scheibe jedoch von der Drehbewegung
der Tablettenpresse mechanisch abgeleitet. Durch diese Zwangssynchronisation ist sichergestellt,
dass die jeweilige Einbuchtung der Scheibe und die jeweilige Matrize bei der Übergabe
des Tablettenrohlings fluchten. Besonders bevorzugt treiben die Stempel, die den Tablettenrohling
verformen, die Scheibe -an. Dafür ist vorzugsweise unterhalb der Scheibe ein Bauteil
mit Fingern angeordnet, die zwischen die Stempel der Tablettenpresse eingreifen und
so mit den Stempeln der Tablettenpresse kämmen und von diesen angetrieben werden.
[0031] Vorzugsweise entspricht die Anzahl der Einbuchtungen der Anzahl der Matrizen.
[0032] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zum Formen von
Tabletten aus Tablettenrohlingen, aufweisend die folgenden Schritte:
- a. Fördern der Rohlinge in Richtung einer sich drehenden Scheibe,
- b. Aufnahme der Rohlinge in Einbuchtungen in der Scheibe in einem Eingangsbereich,
- c. Rotieren der Rohlinge vom Eingangsbereich zum Ausgangsbereich und
- d. Übergabe der Rohlinge an eine Matrize einer Tablettenpresse,
- e. Formen der Rohlinge in einer Tablettenpresse.
[0033] Die oben gemachten Ausführungen zu der Vorrichtung und zu dem System gelten für das
erfindungsgemäße Verfahren gleichermaßen.
[0034] Vorzugsweise werden die Rohlinge in die Einbuchtungen gedrückt. Dies erfolgt besonders
bevorzugt und bewirkt, dass sich der Rohling hinreichend weit und schnell genug in
die Einbuchtung einlegt und nicht zu weit aus dieser heraussteht, was zu einer Beschädigung
des Tablettenrohlings führen könnte. Das Drücken der Tablette erfolgt wie oben beschrieben
beispielsweise mit einem Beschleunigungsrad.
[0035] Vorzugsweise werden die Rohlinge in dem Ausgangsbereich von einem Auswerfer aus den
Einbuchtungen in die Matrize der Tablettenpresse gedrückt.
[0036] Vorzugsweise wird die Drehung der Scheibe und der Matrizen synchronisiert. Dafür
wird die Drehung der Scheibe besonders bevorzugt mechanisch von der Drehbewegung der
Tablettenpresse abgeleitet.
[0037] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der
Figuren 1 bis 6 erläutert. Diese Erläuterungen sind lediglich beispielhaft und schränken den allgemeinen
Erfindungsgedanken nicht ein. Die Erläuterungen gelten für alle Gegenstände der Erfindung
gleichermaßen.
- Figur 1
- zeigt das erfindungsgemäße System.
- Figur 2
- zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung.
- Figur 3
- zeigt einen Schnitt durch die Scheibe der Vorrichtung gemäß Figur 2.
- Figur 4
- zeigt Details der Scheibe.
- Figur 5
- zeigt eine weitere Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
- Figur 6
- zeigt schematisch eine Tablettenpresse.
[0038] In
Figur 1 ist das erfindungsgemäße System dargestellt. Dieses weist die erfindungsgemäße Vorrichtung
1 sowie eine nur teilweise dargestellte Tablettenpresse 4 auf. Über eine Rinne 15
werden Tablettenrohlinge 2, die in dem vorliegenden Fall im Wesentlichen zylindrisch
sind, auf Stoß in Richtung der Scheibe 5 transportiert und dort vereinzelt. Um einen
kontinuierlichen Strom von Tablettenrohlingen 2 zu erzielen und um sicherzustellen,
dass diese mit einem gewissen Druck in Richtung der Scheibe 5 gefördert werden, weist
die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 ein Beschleunigungsmittel 14, in dem vorliegenden
Fall eine angetriebene Scheibe, auf, die die Rohlinge in Richtung der Scheibe 5 drückt.
Die Scheibe 5 dreht sich im Uhrzeigersinn und weist an ihrem Umfang 6, wie insbesondere
in Figur 4 deutlich zu erkennen ist, Einbuchtungen 7 auf. In diesen Einbuchtungen
7 werden die Tablettenrohlinge 2 einzeln aufgenommen und im Uhrzeigersinn zu der Tablettenpresse
4 transportiert, die eine Vielzahl von Matrizen 3 aufweist und sich gegen den Uhrzeigersinn
dreht. In diese Matrizen 3 werden die Tablettenrohlinge eingelegt. Dafür weist die
erfindungsgemäße Vorrichtung eine Vielzahl von Auswerfern 9 auf, die sich oberhalb
der Einbuchtung befinden und die sich mit diesen synchron im Uhrzeigersinn drehen.
Im Bereich der Matrizen 3 drücken diese Auswerfer 9 die Tablettenrohlinge 2 aus den
Einbuchtungen 7 nach unten, so dass sie in die Matrizen 3 gedrückt werden und/oder
in diese durch die Schwerkraft hineinfallen. Um zu verhindern, dass die Tablettenrohlinge
2 durch die Zentrifugalkraft aus den Einbuchtungen 7 herausgeschleudert werden, weist
die erfindungsgemäße Vorrichtung eine äußere Rohlingsführung 8 auf, an die sich ein
Drucksegment 13 anschließt. Dieses Drucksegment 13 ist drehbar um eine Drehachse 18
senkrecht zur Papierebene an der äußeren Rohlingsführung 8 gelagert und in Richtung
der Scheibe 5 vorgespannt. Durch dieses variable Drucksegment 13 ist sichergestellt,
dass die Tabletten, während der Übergabe von der Einbuchtung 7 in die Matrize 3, in
die Einbuchtung 3 hineingedrückt ist und dadurch besonders gut mit der darunterliegenden
Matrize 3 fluchtet.
[0039] In
Figur 2 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung noch einmal im Detail dargestellt. Wie bereits
beschrieben, werden die Tablettenrohlinge (in dem vorliegenden Fall nicht dargestellt)
von rechts nach links entlang einer Rinne gefördert und durch das als Scheibe gebaute
Beschleunigungsmittel 14, die von oben durch einen Schlitz in die Rinne hineinragt,
in Richtung der Scheibe 5 gefördert bzw. gedrückt. Das Beschleunigungsmittel 14 ist
motorisch angetrieben und weist an ihrem Umfang eine Gummierung auf, die einen besonders
guten Reibschluss zwischen den Tablettenrohlingen und der Scheibe bewirkt und verhindert,
dass die Rohlinge beschädigt werden. Die Scheibe 5 rotiert, wie durch den Pfeil dargestellt,
im Uhrzeigersinn. Sobald eine Einbuchtung 7 an dem Eingangsbereich 10 vorbei rotiert,
wird ein Rohling aufgrund des von der Scheibe erzeugten Drucks in eine Einbuchtung
hineingedrückt und von der Scheibe weiter transportiert. Um zu vermeiden, dass der
Rohling beim Transport durch Auftreten der Zentrifugalkräfte wieder aus der Einbuchtung
7 herausgedrückt wird, weist die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 eine äußere Rohlingsführung
8 auf, die an ihrem Ende in das bereits in Figur 1 beschriebene variable Drucksegment
13 mündet. Dieses Drucksegment 13 befindet sich im Ausgangsbereich 11 der erfindungsgemäßen
Vorrichtung, in dem die Tablettenrohlinge 2 an die jeweilige Matrize 3 übergeben werden.
Die so entleerte Einbuchtung 7 rotiert dann wieder in den Eingangsbereich 10 und wird
erneut mit einem Tablettenrohling 2 bestückt.
[0040] Figur 3 zeigt die Vorrichtung gemäß den Figuren 1 und 2 im Schnitt. Deutlich zu erkennen
ist die Scheibe 5 mit den am Umfang angeordneten Einbuchtungen 7. Unterhalb der Scheibe
5 ist eine Verteilscheibe 10 angeordnet, die sich vom Eingangsbereich 10 bis kurz
vor den Ausgangsbereich 11 erstreckt und verhindert, dass die Tablettenrohlinge nach
unten aus der Scheibe 5 herausfallen. Im Ausgangsbereich ist diese Verteilscheibe
10 nicht vorhanden, damit der Tablettenrohling wie weiter unten beschrieben nach unten
in die Matrize 3 gedrückt werden kann. Oberhalb jeder Einbuchtung 7 ist ein Auswerfer
9 angeordnet, der mit zwei flexiblen Metallstreifen 16 an einer Drehachse aufgehängt
ist. Im Ausgangsbereich 11 ist ein ortsfester Aktuator, in dem vorliegenden Fall ein
Kugellager, angeordnet, das den Auswerfer 9, sobald er an dem ortsfesten Kugellager
17 vorbei rotiert, nach unten drückt. Dadurch wird der Vorsprung an dem Auswerfer
ebenfalls nach unten gedrückt und schiebt den Tablettenrohling aus der Einbuchtung
7 in Richtung der Matrize 3 und/oder in die Matrize 3 hinein. Sobald der Auswerfer
9 an dem Aktuator 17 vorbei rotiert ist, springt er aufgrund der Spannung der Aufhängung
16 in seine ursprüngliche Stellung zurück.
[0041] Figur 4 zeigt Details der Scheibe 5, die an ihrem Umfang 6 eine Vielzahl von Einbuchtungen
7 aufweist, in die die Tablettenrohlinge eingelegt werden können. Es ist deutlich
zu erkennen, dass die Einbuchtungen 7 der Form der Rohlinge 2 angepasst sind, so dass
diese so in der Einbuchtung anliegen, dass ihre Lage eindeutig festgelegt ist. Vorzugsweise
liegt der Tablettenrohling am Fuß und zumindest an einer Seitenwand der Einbuchtung
an. Die Einbuchtung 7 ist so gestaltet, dass nur ein Tablettenrohling darin Platz
findet. Desweiteren ist zu erkennen, dass die Einbuchtungen 7, bezogen auf die durch
den Fall dargestellte Rotationsrichtung, vor den Einbuchtungen jeweils einen Einlaufbereich
7' aufweisen. Dieser Einlaufbereich 7' erleichtert das Einführen der Tablettenrohlinge
2 in die Einbuchtungen 7.
[0042] Figur 5 zeigt nochmals eine Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1. Diese Darstellung
entspricht im Wesentlichen der Darstellung gemäß Figur 2, wobei in dem vorliegenden
Fall noch die Auswerfer 9 oberhalb der Einbuchtungen 7 dargestellt sind. Es ist zu
erkennen, dass jeder Einbuchtung 7 ein Auswerfer 9 zugeordnet ist. Desweiteren ist
der Eingangsbereich 10 relativ zum Ausgangsbereich 11 dargestellt. Es ist zu erkennen,
dass die Tablettenrohlinge 2 vom Eingangsbereich zum Ausgangsbereich im Wesentlichen
eine Drehung um 270° durchführen. In dem vorliegenden Fall wird die Drehung der Scheibe
im Uhrzeigersinn von einer Drehung der Matrizen 3 gegen den Uhrzeigersinn von der
Tablettenpresse abgeleitet. Es ist deshalb vorteilhaft, wenn die Anzahl der Einbuchtungen
7 am Umfang 6 der Scheibe 5 mit der Anzahl der Matrizen in der Tablettenpresse, übereinstimmt.
[0043] Figur 6 zeigt schematisch die Tablettenpresse 4. Diese weist eine Vielzahl von Matrizen 3
auf, die in dem vorliegenden Fall gegen den Uhrzeigersinn rotieren und in die ein
Tablettenrohling 2 eingeführt wird. Oberhalb und unterhalb jeder Matrize 3 ist je
ein Stempel 19 vertikal verschiebbar angeordnet, der jeweils durch eine Kurve bzw.
durch rotierende Räder in seiner Lage veränderbar ist. Durch eine Lageveränderung
in Richtung des Tablettenrohlings wird dieser in die gewünschte Form gepresst. Sobald
dies erfolgt ist, wird der obere Stempel wieder nach ober verfahren und gleichzeitig
wirft der untere Stempel durch eine nach oben gerichtete Bewegung die fertiggestellte
Tablette aus der Matrize 3 aus, die sodann aus der Tablettenpresse 4 entfernt wird,
so dass der gesamte Vorgang von neuem beginnen kann. Die Bewegungsrichtung der Matrizen
bzw. der Stempel ist durch die beiden Pfeile in Figur 6 dargestellt. Die erfindungsgemäße
Vorrichtung legt die Tablettenrohlinge 2 in die Matrizen 3 ein.
Bezugszeichenliste:
[0044]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Tablettenrohling
- 3
- Matrizen
- 4
- Tablettenpresse
- 5
- Scheibe
- 6
- Umfang des Rades
- 7
- Einbuchtung
- 7'
- Einlaufbereich der Einbuchtung
- 8
- Äußere Rohlingsführung
- 9
- Auswerfer
- 10
- Eingangsbereich
- 11
- Ausgangsbereich
- 12
- Verteilscheibe
- 13
- Mittel zum Drücken der Tablettenrohlinge in die Einbuchtung, Drucksegment
- 14
- Beschleunigungsmittel zum Beschleunigen der Rohlinge in Richtung der Einbuchtung
- 15
- Rinne
- 16
- Aufhängung der Auswerfer
- 17
- Aktuator, Kugellager
- 18
- Drehachse
- 19
- Stempel
1. Vorrichtung (1) zur Verteilung von Tablettenrohlingen (2) auf die Matrizen (3) einer
Tablettenpresse (4), wobei sie eine sich drehende Scheibe (5) aufweist, an deren Umfang
(6) Einbuchtungen (7) angeordnet sind, die die Tablettenrohlinge (2) zumindest teilweise
formschlüssig aufnehmen und sie einen Eingangsbereich (10) und einen Ausgangsbereich
(11) aufweist, wobei die Tablettenrohlinge im Eingangsbereich (10) an die Scheibe
(5) und im Ausgangsbereich (11) an die Matrizen (3) übergeben werden, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Eingangsbereich (10) ein Beschleunigungsmittel (14) aufweist, das den Tablettenrohling
(2) in Richtung der Einbuchtung (7) beschleunigt und drückt und in die Einbuchtung
(7) drückt, wobei im Eingangsbereich (10) eine Rinne (15) vorhanden ist, die die Tablettenrohlinge
(2) in Richtung der Scheibe (5) führt, wobei die Rinne (15) zumindest in einem Teilbereich
einen Schlitz aufweist, durch den das Beschleunigungsmittel (14) in die Rinne (15)
eingreift und die Tablettenrohlinge (2) in Richtung der Scheibe (5) mit den Einbuchtungen
(7) drückt.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Beschleunigungsmittel (14) ein Rotationsmittel ist, das an seinem Umfang mit
einer gummiartigen Substanz versehen ist.
3. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationsmittel eine angetriebene Scheibe ist, die die Tablettenrohlinge (2)
in Richtung der Scheibe (5) drückt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Umfangsbereich des Scheibe (5) eine äußere Rohlingsführung (8) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie oberhalb jeder Einbuchtung (7) einen Auswerfer (9) aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Ausgangsbereich (11) ein Aktuator (17) angeordnet ist, der jeweils mit einem Auswerfer
(9) zusammenwirkt und so den jeweiligen Tablettenrohrling (2) aus der jeweiligen Einbuchtung
(7) in Richtung der jeweiligen Matrize (3) drückt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Eingangsbereich eine Führung vorhanden ist, die die Tablettenrohlinge in Richtung
der Scheibe (5) führt.
8. System aufweisend eine Vorrichtung (1) gemäß einem der voranstehenden Ansprüche und
eine Tablettenpresse (4) mit Matrizen (3).
9. System nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Scheibe (5) und die Matrizen (4) synchron drehen.
10. System nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehbewegung der Scheibe (5) von der Drehbewegung der Tablettenpresse (4) abgeleitet
ist.
11. System nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass Stempel (19), die den Tablettenrohling (2) verformen, die Scheibe (5) antreiben.
12. System nach einem der Ansprüche 8 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Einbuchtungen (7) der Anzahl der Matrizen (3) entspricht.
1. A device (1) for distributing tablet blanks (2) onto the dies (3) of a tablet press
(4), wherein the device comprises a rotating disc (5) on the circumference (6) of
which indentations (7) are disposed, which receive the tablet blanks (2) at least
partially in a form-locking manner, and the device comprises an inlet area (10) and
an outlet area (11), wherein the tablet blanks are transferred to the disc (5) in
the inlet area (10) and to the dies (3) in the outlet area (11), characterized in that the device comprises an acceleration means (14) in the inlet area (10), which accelerates
the tablet blank (2) in the direction of the indentation (7) and presses it into the
indentation (7), wherein a chute (15) is provided in the inlet area (10) which guides
the tablet blanks (2) in the direction of the disc (5), wherein the chute (15), at
least in a partial portion thereof, comprises a slot through which the acceleration
means (14) engages in the chute (15) and presses the tablet blanks (2) in the direction
of the disc (5) with the indentation (7).
2. The device (1) according to claim 1, characterized in that the acceleration means (14) is a rotation means which is equipped with a rubber-like
substance on its circumference.
3. The device (1) according to one of claims 1 or 2, characterized in that the rotation means is a driven disc which presses the tablet blanks (2) in the direction
of the disc (5).
4. The device according to any one of the preceding claims, characterized in that an outer blank guide (8) is disposed in the circumferential area of the disc (5).
5. The device according to any one of the preceding claims, characterized in that the device comprises an ejector (9) above each indentation (7).
6. The device according to any one of the preceding claims, characterized in that an actuator (17) is disposed in the outlet area (11), which actuator cooperates with
a respective ejector (9) and thus presses the respective tablet blank (2) from the
respective indentation (7) in the direction of the respective die (3).
7. The device according to any one of the preceding claims, characterized in that a guide which guides the tablet blanks in the direction of the disc (5) is provided
in the inlet area.
8. A system comprising a device (1) according to any one of the preceding claims and
a tablet press (4) with dies (3).
9. The system according to claim 8, characterized in that the disc (5) and the dies (4) rotate synchronously.
10. The system according to claim 9, characterized in that the rotational movement of the disc (5) is derived from the rotational movement of
the tablet press (4).
11. The system according to claim 10, characterized in that punches (19) which deform the tablet blank (2) drive the disc (5).
12. The system according to any one of claims 8 - 11, characterized in that the number of indentations (7) corresponds to the number of dies (3).
1. Dispositif (1) de distribution d'ébauches de comprimés (2) sur les matrices (3) d'une
presse à comprimés (4), dans lequel il présente un disque rotatif (5), sur la périphérie
(6) duquel des renfoncements (7) sont agencés, qui reçoivent au moins en partie par
correspondance de forme les ébauches de comprimés (2) et il présente une zone d'entrée
(10) et une zone de sortie (11), dans lequel les ébauches de comprimés sont transférées
dans la zone d'entrée (10) au disque (5) et dans la zone de sortie (11) aux matrices
(3), caractérisé en ce qu'il présente dans la zone d'entrée (10), un moyen d'accélération (14), qui accélère
l'ébauche de comprimés (2) en direction du renfoncement (7) et la presse et la presse
dans le renfoncement (7), dans lequel il y a une goulotte (15) dans la zone d'entrée
(10), qui guide les ébauches de comprimés (2) en direction du disque (5), dans lequel
la goulotte (15) présente au moins dans une zone partielle une fente, par laquelle
le moyen d'accélération (14) entre en prise avec la goulotte (15) et presse les ébauches
de comprimés (2) en direction du disque (5) avec les renfoncements (7).
2. Dispositif (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que le moyen d'accélération (14) est un moyen de rotation, qui est doté sur sa périphérie
d'une substance de type caoutchouc.
3. Dispositif (1) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le moyen de rotation est un disque entrainé, qui presse les ébauches de comprimés
(2) en direction du disque (5).
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un guide d'ébauches extérieur (8) est agencé dans la zone périphérique du disque (5).
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il présente un éjecteur (9) au-dessus de chaque renfoncement (7).
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un actionneur (17) est agencé dans la zone de sortie (11) qui coopère respectivement
avec un éjecteur (9) et presse l'ébauche de comprimés respective (2) hors du renfoncement
respectif (7) en direction de la matrice respective (3).
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'il y a un guide dans la zone d'entrée, qui guide les ébauches de comprimés en direction
du disque (5).
8. Système présentant un dispositif (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes
et une presse à comprimés (4) avec des matrices (3).
9. Système selon la revendication 8, caractérisé en ce que le disque (5) et les matrices (4) tournent de façon synchrone.
10. Système selon la revendication 9, caractérisé en ce que le mouvement de rotation du disque (5) est dérivé du mouvement de rotation de la
presse à comprimés (4).
11. Système selon la revendication 10, caractérisé en ce que des tampons (19) déforment l'ébauche de comprimés (2), entraînent les disques (5).
12. Système selon l'une quelconque des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que le nombre de renfoncements (7) correspond au nombre de matrices (3).