(19)
(11) EP 2 181 847 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.05.2010  Patentblatt  2010/18

(21) Anmeldenummer: 09174012.6

(22) Anmeldetag:  26.10.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B41F 13/00(2006.01)
B41F 13/08(2006.01)
B41F 13/008(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 31.10.2008 DE 102008054192

(71) Anmelder: manroland AG
63075 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Schäfer, Andre
    86199, Augsburg (DE)
  • Steger, Friedrich
    86152, Augsburg (DE)
  • Wagner, Frank
    86163, Augsburg (DE)

(74) Vertreter: Epp, Matthias Heinz 
manroland AG Intellectual Property (IP) Alois-Senefelder-Allee 1
86153 Augsburg
86153 Augsburg (DE)

   


(54) Druckeinheit


(57) Die Erfindung betrifft eine Druckeinheit einer Druckmaschine, insbesondere einer als Illustrationsdruckmaschine ausgebildeten Rollendruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk jeweils einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder, ein Farbwerk und vorzugsweise ein Feuchtwerk umfasst, und wobei mindestens einem Druckwerk ein Antriebsmotor (18) zugeordnet ist, der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt. Erfindungsgemäß ist mindestens einem Antriebsmotor (18), der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, eine Schwungmasse (19) zugeordnet, die verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors (18) verbunden ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckeinheit nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Eine Druckeinheit einer als Illustrationsdruckmaschine ausgebildeten Rollendruckmaschine verfügt typischerweise über zwei Druckwerke, wobei jedes Druckwerk einen Übertragungszylinder, einen Formzylinder, ein Farbwerk und ein Feuchtwerk umfasst. Die Übertragungszylinder werden auch als Gummizylinder und die Formzylinder auch als Plattenzylinder bezeichnet. Die Übertragungszylinder der Druckwerke einer solchen Druckeinheit rollen unter Ausbildung eines Druckspalts aufeinander ab, wobei ein in der Druckeinheit zu bedruckender Bedruckstoff in horizontaler Richtung durch den Druckspalt gefördert wird.

[0003] Aus der Praxis ist es bereits bekannt, jedem Druckwerk einer solchen Druckeinheit einen separaten Antriebsmotor zuzuordnen, wobei die Antriebsmotoren entweder in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreiben. Vorzugsweise treiben die Antriebsmotoren einer solchen Druckeinheit in die Übertragungszylinder der jeweiligen Druckwerke ein, wobei dann die Formzylinder von den Übertragungszylindern aus angetrieben werden.

[0004] In einer solchen Druckeinheit bildet die Massenträgheit des Antriebsmotors mit den Massenträgheiten der vom Antriebsmotor anzutreibenden Zylinder ein Schwingungssystem, welches eine gewisse Eigenfrequenz aufweist. Wenn dieses Schwingungssystem mit einer Frequenz angeregt wird, die in der Größenordnung der Eigenfrequenz desselben liegt, bilden sich Schwingungen aus, welche die Druckqualität negativ beeinträchtigen. Daher ist der Antriebsregler des jeweiligen Antriebsmotors so ausgelegt, dass von ihm keine Anregung des Schwingungssystems mit dessen Eigenfrequenz erfolgt. Dies wird dadurch erreicht, dass Störungen im Lastmomentenverlauf im Bereich der Eigenfrequenz des Schwingungssystems vom Regler ausgefiltert und somit nicht ausgeregelt werden.

[0005] Da jedoch auch in der Nähe der Eigenfrequenz des Schwingungssystems durchaus Drehmomentschwankungen auf den Antriebsmotor einwirken können, die aufgrund der Filterung im Antriebsregler des Antriebsmotors nicht erkannt und damit nicht ausgeregelt werden können, kann sich im Druckbild ein die Druckqualität beeinträchtigendes Dublieren ausbilden.

[0006] Es besteht daher Bedarf an einer Druckeinheit einer Druckmaschine, die Regelgüte des Antriebs und damit die Druckqualität zu erhöhen.

[0007] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine neuartige Druckeinheit zu schaffen. Diese Aufgabe wird durch eine Druckeinheit gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß ist mindestens einem Antriebsmotor, der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, eine Schwungmasse zugeordnet, die verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors verbunden ist.

[0008] Erfindungsgemäß ist mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors eine Schwungmasse starr und damit verdrehsteif verbunden. Durch diese Schwungmasse wird das Massenträgheitsmoment des Antriebsmotors erhöht, wodurch sich auch die Eigenfrequenz des Schwingungssystems aus Antriebsmotor und angetriebenen Zylindern erhöht. Dies hat zur Folge, dass auch der Filterbereich des Filters des Antriebsreglers des jeweiligen Antriebsmotors angehoben wird. Der Antriebsregler des Antriebsmotors kann dann Störungen in einem niedrigeren Frequenzbereich, nämlich im Bereich der ursprünglichen Eigenfrequenz, besser ausregeln, wodurch eine insgesamt stabilere Regelung realisiert werden kann. Hierdurch kann dann ein Dublieren im Druckbild weitestgehend vermieden und die Druckqualität erhöht werden.

[0009] Insbesondere können ungünstige Lastzustände, wie z. B. Zahnflankenabheben im Räderzug der vom Antriebsmotor anzutreibenden Zylinder sowie niederfrequente Störungen z. B. aus dem Farbwerk, besser ausgeregelt werden.

[0010] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1:
einen Ausschnitt aus einer erfindungsgemäßen Druckeinheit einer Druckmaschine.


[0011] Die hier vorliegende Erfindung betrifft eine Druckeinheit einer Druckmaschine, insbesondere eine Druckeinheit einer als Illustrationsdruckmaschine ausgebildeten Rollendruckmaschine. Bei der erfindungsgemäßen Druckeinheit kann es sich auch um eine Druckeinheit einer als Zeitungsdruckmaschine ausgebildeten Rollendruckmaschine handeln.

[0012] Eine Druckeinheit einer Rollendruckmaschine verfügt über mehrere Druckwerke. Jedes Druckwerk verfügt über einen Formzylinder, der auch als Plattenzylinder bezeichnet wird, über einen auf den Formzylinder abrollenden Übertragungszylinder, der auch als Gummizylinder bezeichnet wird, sowie über ein Farbwerk und vorzugsweise über ein Feuchtwerk.

[0013] Vorzugsweise ist jedem Druckwerk einer solchen Druckeinheit ein separater Antriebsmotor zugeordnet, der entweder in den Formzylinder des jeweiligen Druckwerks oder in den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt. Dann, wenn der Antriebsmotor in den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, wird der Formzylinder des jeweiligen Druckwerks vom Übertragungszylinder aus über eine Zahnradverbindung angetrieben.

[0014] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer erfindungsgemäßen Druckeinheit im Bereich eines Übertragungszylinders, wobei vom Übertragungszylinder lediglich eine Welle 10 des Übertragungszylinders gezeigt ist, die über ein Lager 11 in einer Seitenwand 12 der Druckeinheit drehbar gelagert ist. Auf der Welle 10 des Übertragungszylinders ist ein Zahnrad 13 positioniert, welches in ein auf einer Ritzelwelle 14 positioniertes Zahnrad 15 einkämmt. Die Ritzelwelle 14 ist über eine Ausgleichskupplung 16 mit einer Motorwelle 17 eines Antriebsmotors 18 gekoppelt, wobei über die Ausgleichskupplung 16 Fluchtungsfehler zwischen der Ritzelwelle 14 und der Motorwelle 17 ausgeglichen werden können.

[0015] Erfindungsgemäß ist dem Antriebsmotor 18, der in Fig. 1 über die Ritzelwelle 14 in den Übertragungszylinder eingreift, eine Schwungmasse 19 zugeordnet, die gemäß Fig. 1 mit der Motorwelle 17 des Antriebsmotors 18 und damit dem Läufer desselben verdrehsteif bzw. starr verbunden ist. Über die Schwungmasse 19, wird das Massenträgheitsmoment des Läufers des Antriebsmotors 18 erhöht, wodurch sich die Eigenfrequenz des Schwingungssystems aus Antriebsmotor 18, Ritzelwelle 14 und Übertragungszylinder erhöht. Durch die erhöhte Eigenfrequenz dieses Schwingungssystems kann in einem nicht dargestellten Antriebsregler des Antriebsmotors 18 ein Filterbereich, der auf die Eigenfrequenz des Schwingungssystems abgestellt ist, in Richtung auf höhere Werte verschoben werden, wodurch dann vom Antriebsregler Störungen bzw. Drehmomentschwankungen in einem geringeren Frequenzbereich besser ausgeregelt werden können. Hiermit kann Dublieren im Druckbild vermieden und die Druckqualität erhöht werden.

[0016] Im gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst die Schwungmasse 19 ein Schwungrad 20, welches über Schrauben 21 verdrehsteif und starr mit einer Scheibe 22 der Schwungmasse 19 verbunden ist. Die Scheibe 22, mit welcher das Schwungrad 20 verdrehsteif bzw. starr verbunden ist, ist ihrerseits über ein in Fig. 1 als Konusklemmnabe ausgebildetes Verbindungselement 23 verdrehsteif und starr mit der Motorwelle 17 des Antriebsmotors 18 verbunden.

[0017] Im bevorzugten Ausführungsbeispiel ist die Schwungmasse 19 gegenüber dem Antriebsmotor 18 als separate Baugruppe ausgeführt, wobei gemäß Fig. 1 die Schwungmasse 19 derart mit dem Läufer des Antriebsmotors 18, nämlich der Motorwelle 17 desselben verbunden ist, dass das Schwungrad 20 die Ausgleichskupplung 16 konzentrisch umschließt. Im Unterschied hierzu ist es auch möglich, dass die Schwungmasse in den Antriebsmotor 18 derart integriert ist, dass dieselbe innerhalb des Gehäuses des Antriebsmotors positioniert und mit dem Läufer des Antriebsmotors 18 verdrehsteif bzw. starr verbunden ist.

[0018] Wie bereits ausgeführt, ist nach dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Druckeinheit jedem Druckwerk der Druckeinheit ein Antriebsmotor 18 mit einer verdrehsteif bzw. starr mit dem Läufer des Antriebsmotors verbundenen Schwungmasse zugeordnet. Bei einer Druckeinheit einer Illustrationsdruckmaschine, die zwei Druckwerke umfasst, bei denen die Druckwerke nicht über Zahnradeingriff miteinander verbunden sind, kann so eine Abweichung im Synchronlauf zwischen den Übertragungszylindern der Druckwerke und ein daraus folgendes Dublieren zwischen den beiden Druckwerken der Druckeinheit weitestgehend vermieden werden. Ebenso kann ein Dublieren zwischen mehreren Druckeinheiten einer Druckmaschine weitestgehend vermieden werden.

[0019] Die Erfindung ist auch bei Druckeinheiten einsetzbar, bei welchen mehreren mit Zahnradeingriff verbundenen Druckwerken einer Druckeinheit mindestens ein gemeinsamer Antriebsmotor zugeordnet ist, der in einen Formzylinder oder einen Übertragungszylinder eines der Druckwerke, denen mindestens ein gemeinsamer Antriebsmotor zugeordnet ist, eintreibt, wobei dann diesem Antriebsmotor wiederum eine verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors verbundene Schwungmasse zugeordnet ist. Bei einer Druckmaschine, die zwei oder mehr Druckeinheiten umfasst, kann somit ein Dublieren zwischen den Druckeinheiten weitestgehend vermieden werden.

Bezugszeichenliste



[0020] 
10
Welle
11
Lager
12
Seitenwand
13
Zahnrad
14
Ritzelwelle
15
Zahnrad
16
Ausgleichskupplung
17
Motorwelle
18
Antriebsmotor
19
Schwungmasse
20
Schwungrad
21
Schraube
22
Scheibe
23
Verbindungselement



Ansprüche

1. Druckeinheit einer Druckmaschine, insbesondere einer als Illustrationsdruckmaschine ausgebildeten Rollendruckmaschine, mit mindestens einem Druckwerk, wobei das oder jedes Druckwerk jeweils einen Formzylinder, einen Übertragungszylinder, ein Farbwerk und vorzugsweise ein Feuchtwerk umfasst, und wobei mindestens einem Druckwerk ein Antriebsmotor zugeordnet ist, der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einem Antriebsmotor (18), der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, eine Schwungmasse (19) zugeordnet ist, die verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors (18) verbunden ist.
 
2. Druckeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe mehrere Druckwerke umfasst, wobei jedem Druckwerk ein separater Antriebsmotor (18) zugeordnet ist, der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder des jeweiligen Druckwerks eintreibt, und dass jedem dieser Antriebsmotoren (18) jeweils eine Schwungmasse (19) zugeordnet ist, die verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors verbunden ist.
 
3. Druckeinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dasselbe mehrere Druckwerke umfasst, wobei mehreren Druckwerken mindestens ein gemeinsamer Antriebsmotor zugeordnet ist, der in den Formzylinder oder den Übertragungszylinder eines der Druckwerke, denen ein gemeinsamer Antriebsmotor zugeordnet ist, eintreibt, und dass jedem dieser Antriebsmotoren jeweils eine Schwungmasse zugeordnet ist, die verdrehsteif mit dem Läufer des jeweiligen Antriebsmotors verbunden ist.
 
4. Druckeinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Schwungmasse (19) ein Schwungrad (20) umfasst, welches mit einer Scheibe (22) verdrehfest verbunden ist, und dass die Scheibe (22) verdrehfest mit der Welle (17) des Läufers des Antriebsmotors dicht an dessen Lagerschild verbunden ist.
 
5. Druckmaschine, insbesondere als Illustrationsdruckmaschine ausgebildete Rollendruckmaschine, gekennzeichnet durch mehrere Druckeinheiten nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4.
 




Zeichnung







Recherchenbericht