[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Zuführung von Druckbogen für die Herstellung
von Buchblocks, Büchern oder dgl. Druckerzeugnissen, mit mehreren oberhalb und entlang
eines Förderers in Abständen hintereinander an einem Maschinengestell angeordneten,
den Förderer mit einzelnen Druckbogen taktweise beschickenden Druckbogenanlegern,
denen zur Aufnahme gestaffelter Druckbogen eine Stapelvorrichtung zugeordnet und die
zur Entnahme einzelner Druckbogen aus der Stapelvorrichtung durch eine Beschickungsvorrichtung
ausgebildet ist.
[0002] Einrichtungen der eingangs genannten Art werden in unterschiedlichen Anwendungen
zum Zusammentragen von einzelnen Druckbogen für die Fertigung von Druckerzeugnissen
eingesetzt. Ihre Aufgabe besteht darin, in einer Stapelformation bereitgestellte flächige
Druckvorprodukte, wie Umschläge, gefaltete Druckbogen, Karten, CD/DVD oder ähnliche
flächige Produkte zu vereinzeln, in einem Förderer zu sammeln und in eine Verarbeitungsmaschine,
z.B. einen zu Klebebinder überführen. Der Förderer wird gebildet durch einen quer
zur Förderrichtung horizontalen oder geneigten Kanal, durch den die Druckvorprodukte
mittels an einem Zugmittel befestigten Mitnehmern geschoben werden. Der Kanal ist
gegen oben offen ausgebildet und die Druckvorprodukte befinden sich darin durch ihr
Eigengewicht und/oder Führungsanordnungen in einer stabilen Lage. Alternativ können
die Druckvorprodukte auch auf umlaufend angetriebene Fächer abgegeben und auf diesen
gesammelt werden.
Bei einem ersten Stand der Technik, wie er beispielsweise in der
EP 1 520 817 beschrieben ist, werden derart ausgebildete Einrichtungen für das Zusammentragen
von Druckvorprodukten, wie Druckbogen, Karten, CD/DVD oder ähnlichen flächigen Produkten
zu losen Buchblocks eingesetzt. Dazu sind längs eines Förderers Anleger mit in einem
Stapel bevorrateten Druckvorprodukten angeordnet, die die Druckvorprodukte vereinzeln
und taktweise dem Förderer zuführen, wobei der Stapel zur Förderrichtung senkrecht
ausgerichtet ist. Der Förderer weist in regelmässigen Abständen an einem umlaufend
angetriebenen Zugmittel befestigte Aufnahmestellen auf, denen die Druckvorprodukte
in der vorgesehenen Reihenfolge durch die Anleger zuführbar sind. Die Anleger sind
oberhalb des Förderers in kurzen gegenseitigen Abständen angeordnet, die so kurz sein
können, dass aufeinanderfolgende Anleger sich schuppenartig überlappen. Der Nachteil
dieser kompakten Bauform äussert sich in einer beschränkten Zugänglichkeit zum Förderer,
im Falle von Wartungsarbeiten oder bei der Beseitigung von Störungen, die einen Eingriff
in den Bereich des Förderers erfordern.
[0003] Die
EP 536 863 A1 bzw. die
EP 536 463 A1 bilden einen zweiten Stand der Technik, bei dem eine Einrichtung zum Zusammentragen
und Zuführen von unterschiedlichen Umschlägen an einen Klebebinder vorgesehen ist.
Dies wird verlangt, wenn im gleichen Produktionslauf den zu bindenden Buchblocks,
je nach Empfänger, unterschiedliche Umschläge zugeführt werden müssen. Längs einem
Förderer sind Anleger mit in einem Stapel bevorrateten Umschlägen angeordnet. Die
Stapel werden gebildet durch auf einem Tisch geschuppt übereinanderliegende Umschläge,
die durch den Anleger vereinzelt und dem Förderer zugeführt werden, wobei eine Maschinensteuerung
denjenigen Anleger aktiviert, der die für ein zu fertigendes Druckprodukt vorgesehene
Sorte von Umschlägen enthält. Wie beim beschriebenen ersten Stand der Technik sind
die Anleger oberhalb des Förderers in kurzen gegenseitigen Abständen angeordnet, die
ebenfalls so kurz sein können, dass aufeinanderfolgende Anleger sich schuppenartig
überlappen. Im Falle von Wartungsarbeiten oder bei der Beseitigung von Störungen,
die einen Eingriff in den Bereich des Förderers erfordern, ergeben sich ebenfalls
die gleichen Nachteile. Bei einer Weiterbildung der oben beschriebenen Einrichtung
ist bekannt, dass der Tisch um eine in einem seiner Endbereiche angeordnete, horizontale
Achse nach oben schwenkbar ausgebildet ist. Dadurch wird ein freier Zugang zum Förderer
ermöglicht, wobei der Tisch vorgängig geleert und abschliessend wieder gefüllt werden
muss, was einen sehr grossen Einsatz des Bedienpersonals erfordern kann. Es ist naheliegend,
dass bei der Verarbeitung von identischen Umschlägen ebenfalls alle Anleger benutzbar
sind und sich damit eine grössere Speicherkapazität der Anleger erreichen lässt.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, bei Sammeleinrichtungen für Druckvorprodukte, mit direkt
oberhalb des Förderers sich überlappend angeordneten Druckbogenanlegern, auf eine
einfache Art und Weise, eine freie Zugänglichkeit zum Förderer zu schaffen.
[0005] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Stapelvorrichtung und/oder
die Beschickungsvorrichtung eines Druckbogenanlegers mittels einer mit dem Maschinengestell
verbundenen Führungsanordnung in eine seitlich des Förderers vorgesehene Ausserbetriebslage
versetzbar sind.
[0006] Anschliessend wird die vorgeschlagene Einrichtung unter Bezugnahme auf die Zeichnung
und den zitierten Stand der Technik, auf die bezüglich aller in der Beschreibung nicht
erwähnten Einzelheiten verwiesen wird, anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- Eine räumliche Ansicht einer Zusammentragvorrichtung für Umschläge in einer ersten
Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine räumliche Ansicht einer Zusammentragvorrichtung für Umschläge in einer zweiten
Ausführungsform,
- Fig. 3
- eine räumliche Ansicht einer Zusammentragvorrichtung für Druckbogen mit Druckbogenanlegern
in Betriebslage,
- Fig. 4
- die Zusammentragvorrichtung nach Fig.3 mit einem Druckbogenanleger in Ausserbetriebslage
und
- Fig. 5
- eine räumliche Ansicht einer Zusammentragvorrichtung für Druckbogen mit Druckbogenanlegern
in einer weiteren Ausbildungsform.
[0007] Die Fig. 1 und Fig. 2 zeigen eine Zusammentragvorrichtung 1 zur Zuführung von Druckbogen
3 zur Herstellung von Buchblocks, Büchern oder dgl. Druckerzeugnisse, mit einem als
Umschlaganleger 11 ausgebildeten Druckbogenanleger 4 zur Zuführung von Umschlägen
oder anderen flächigen Gegenständen, wie CD/DVD, Warenmustern oder Broschüren, nachfolgend
als Druckbogen 3 bezeichnet, an einen Klebebinder. Dazu weist die Zusammentragvorrichtung
1 mehrere entlang und oberhalb eines Förderers 2 in Abständen hintereinander an einem
Maschinengestell 10 angeordnete, den Förderer 2 mit einzelnen Druckbogen 3 taktweise
beschickende Druckbogenanleger 4 auf, denen zur Aufnahme gestaffelter Druckbogen 3
eine Stapelvorrichtung 5 zugeordnet ist und die zur Entnahme einzelner Druckbogen
3 aus der Stapelvorrichtung 5 durch eine Beschickungsvorrichtung 6 ausgebildet sind.
Der mit dem Maschinengestell 10 verbundene Förderer 2 wird im Wesentlichen gebildet
durch einen Kanal und mit in regelmässigen Abständen an einem umlaufend angetriebenen
Zugmittel 14 angeordneten Mitnehmern 13, die die vom Druckbogenanleger 4 zugeführten
Druckbogen 3, resp. Umschläge entlang des sich über die Länge des Förderers 2 erstreckenden
Kanals schiebend fördern. Der Druckbogenanleger 4 weist zur Aufnahme der in einer
Schuppenformation 8 gestaffelt zugeführten Druckbogen 3, einen die Stapelvorrichtung
5 bildenden, gegen die Beschickungsvorrichtung 6 geneigten Fördertisch 9 auf. Wenigstens
die Stapelvorrichtung 5, resp. der Fördertisch 9 des Druckbogenanlegers 4 ist mittels
einer mit dem Maschinengestell 10 verbundenen und durch Führungen 12 gebildeten Führungsanordnung
7 quer zur Förderrichtung F in Verschieberichtung V in eine seitlich des Förderers
2 vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar. Vorzugsweise ist dabei der Fördertisch
9, resp. die Stapelvorrichtung 5 von der Beschickungsvorrichtung 6 förderwirksam entkoppelt
in die seitlich des Förderers 2 vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar. In einer
weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Fördertisch 9 entgegen der Förderrichtung
F versetzbar von der Beschickungsvorrichtung 6 entkoppelbar ist. Dazu ist gemäss Fig.
1 der Fördertisch 9 mit Rollen 19 auf mit dem Maschinengestell 10 verbundenen Schienen
18 horizontal oder leicht ansteigend gegen die Förderrichtung F verschiebbar gelagert,
wobei jede andere Art von Linearführungen ebenfalls denkbar ist. Alternativ kann nach
Fig. 2 die Verschiebbarkeit des Fördertischs 9 mittels einer durch um Schwenkachsen
16 verschwenkbare Hebel 17 gebildeten Gelenkanordnung 15 erreicht werden. Die Endlagen
der Hebel 17 sind vorzugsweise derart wählbar, dass die Achsen 20 in den beiden Endlagen
auf unterschiedlichen Seiten zu den Schwenkachsen 16 liegen und infolge der Schwerkraft
beide Endlagen stabil sind. Der Antrieb für die Verschiebung des Fördertischs 9 in
Förderrichtung F und/oder Verschieberichtung V kann von Hand, elektrisch, pneumatisch
oder hydraulisch erfolgen. Ebenfalls denkbar ist eine Verschiebung der Stapelvorrichtung
in eine Richtung zwischen Förderrichtung F und Verschieberichtung V, resp. einer Überlagerung
der Bewegungen der beiden Richtungen, ein Drehen um eine im Wesentlichen senkrechte
Achse oder ein Anheben. Die Fig. 3 bis Fig. 5 zeigen eine Zusammentragvorrichtung
1, zum Zusammentragen von Druckbogen 3 in einer vorgegebenen Reihenfolge zu losen
Buchblocks, die anschliessend einem Klebebinder zugeführt und durch diesen gebunden
werden. Die förderwirksam mit dem Klebebinder verbundene Zusammentragvorrichtung 1
weist wenigstens einen Druckbogenanleger 4 auf, wobei der Druckbogenanleger 4 eine
die Druckbogen 3 übereinanderliegend gestaffelt aufnehmende Stapelvorrichtung 5 und
eine die Druckbogen 3 der Stapelvorrichtung 5 entnehmende sowie einem Förderer 2 etwa
gleichsinnig zur Förderrichtung F zuführende Beschickungsvorrichtung 6 aufweist. Die
Druckbogen 3 werden durch die Druckbogenanleger 4 vereinzelt und einem unterhalb der
Druckbogenanleger 4 angeordneten Förderer 2 zugeführt. Der mit dem Maschinengestell
10 verbundene Förderer 2 wird im Wesentlichen gebildet durch an einem umlaufend angetriebenen
Zugmittel 14 in regelmässigen Abständen angeordnete Mitnehmer 13, die die vom Druckbogenanleger
4 zugeführten Druckbogen 3 entlang eines sich über die Länge des Förderers 2 erstreckenden
Kanals schiebend fördern. In einer alternativen Ausbildungsform kann der Förderer
2 als in regelmässigen Abständen am Zugmittel 14 befestigten Ablagetischen ausgebildet
sein, auf denen die Druckbogen 3 zu losen Buchblocks gesammelt werden. Im Sinne einer
platzsparenden Bauweise sind die Druckbogenanleger 4 mit derart kurzen Abständen hintereinander
angeordnet, dass sie sich vertikal partiell überdecken. Zur Schaffung eines einfachen
Zugangs zum Förderer 2 sind nach Fig. 5 die Stapelvorrichtung 5 und/oder die Beschickungsvorrichtung
6 des Druckbogenanlegers 4 an einer mit dem Maschinengestell 10 verbundenen, durch
Führungen 12 gebildete Führungsanordnung 7, in Verschieberichtung V quer zur Förderrichtung
F verschiebbar gelagert und in eine seitlich des Förderers 2 vorgesehene Ausserbetriebslage
versetzbar. Bei der Zusammentragvorrichtung 1 nach den Fig. 3 und Fig. 4 sind die
Stapelvorrichtung 5 und die Beschickungsvorrichtung 6 untrennbar miteinander verbunden
und somit der Druckbogenanleger 4 als eine Einheit in eine seitlich des Förderers
2 vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar. Obwohl in allen Fig. die Ausserbetriebslage
in Förderrichtung F gesehen links des Förderers 2 vorgesehen ist, betrifft die Erfindung
ebenfalls eine Ausserbetriebslage auf der gegenüberliegenden, rechten Seite des Förderers
2.
1. Einrichtung zur Zuführung von Druckbogen (3) für die Herstellung von Buchblocks, Büchern
oder dgl. Druckerzeugnissen, mit mehreren oberhalb und entlang eines Förderers (2)
in Abständen hintereinander an einem Maschinengestell (10) angeordneten, den Förderer
(2) mit einzelnen Druckbogen (3) taktweise beschickenden Druckbogenanlegern (4), denen
zur Aufnahme gestaffelter Druckbogen (3) eine Stapelvorrichtung (5) zugeordnet und
die zur Entnahme einzelner Druckbogen (3) aus der Stapelvorrichtung (5) durch eine
Beschickungsvorrichtung (6) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelvorrichtung (5) und/oder die Beschickungsvorrichtung (6) eines Druckbogenanlegers
(4) mittels einer mit dem Maschinengestell (10) verbundenen Führungsanordnung (7)
in eine seitlich des Förderers (2) vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, mit wenigstens einem als Umschlaganleger (11) ausgebildeten
Druckbogenanleger (4), wobei der Umschlaganleger (11) zur Aufnahme von in einer Schuppenformation
(8) gestaffelt zugeführter Druckbogen (3) eine gegen die Beschickungsvorrichtung (6)
als geneigten Fördertisch (9) ausgebildete Stapelvorrichtung (5) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (9) von der Beschickungsvorrichtung (6) förderwirksam entkoppelt
in eine seitlich des Förderers (2) vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (9) entgegen der Förderrichtung (F) versetzbar von der Beschickungsvorrichtung
(6) entkoppelbar ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (9) an einer Gelenkanordnung (15) verschwenkbar ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Fördertisch (9) in der Führungsanordnung (7) verschiebbar ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, mit wenigstens einem Druckbogenanleger (4) einer mit
einem Klebebinder förderwirksam verbundenen Zusammentragvorrichtung (1), wobei der
Druckbogenanleger (4) eine die Druckbogen (3) übereinanderliegend gestaffelt aufnehmende
Stapelvorrichtung (5) und eine die Druckbogen (3) der Stapelvorrichtung (5) entnehmende
sowie einem Förderer (2) etwa gleichsinnig zur Förderrichtung (F) zuführende Beschickungsvorrichtung
(6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelvorrichtung (5) und/oder die Beschickungsvorrichtung (6) eines Druckbogenanlegers
(4) in eine seitlich des Förderers (2) vorgesehene Ausserbetriebslage versetzbar sind.