[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Stiftes, insbesondere
eines holzgefassten Stiftes für Schreib-, Mal- oder Kosmetikzwecke. Der äußeren Gestaltung
eines solchen Stiftes, insbesondere der Gestaltung von dessen Oberfläche kommt insofern
eine relativ große Bedeutung zu, als diese den Markterfolg entscheidend beeinflusst.
Der Gestaltung der Stiftoberfläche sind aber hinsichtlich des herstellungstechnischen
Aufwands Grenzen gesetzt. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass der für die Gestaltung
betriebene Aufwand in einem angemessenem Verhältnis zum Gesamtwert des Stiftes stehen
muss.
[0002] Bei einem aus
EP 1 700 713 B1 bekannten holzgefassten Stift ist dieser mit einem üblichen Lacküberzug versehen,
wobei aus gestalterischen Gründen und aus Gründen einer verbesserte Handhabung erhabene
Strukturen auf der Stiftoberfläche vorhanden sind. Diese werden dadurch erzeugt, das
der Lack durch erhöhte Temperaturen expandierbare Mikrohohlkugeln enthält. Durch selektive
Beaufschlagung bestimmter Bereiche mit einem Stempel werden diese zur Expansion gebracht
und stehen dann als erhabene Strukturen aus der Stiftoberfläche vor. Neben einer dadurch
eventuell verbesserten Haptik wird auf die genannte Weise eine dreidimensionale Strukturierung
der Oberfläche erreicht. Bei dieser Art der Vorgehensweise ist man jedoch hinsichtlich
der farblichen Gestaltung auf die Farbe des aufgebrachten, Mikrohohlkugeln enthaltenden
Lackes beschränkt. Einschränkungen bestehen auch hinsichtlich der Art des Lackes.
Die Mikrohohlkugeln werden durch Lösemittel enthaltende Lacke, insbesondere bei längerer
Lagerdauer, angelöst, so dass sie im Extremfall ihre Expansionsfähigkeit völlig verlieren.
[0003] Bei anderen Stiften ist es bekannt, noppenförmige Strukturen auf der Oberfläche dadurch
zu erzeugen, dass auf die Oberfläche eine fließfähigen Masse etwa in Tropfenform aufgebracht
und diese verfestigt wird (
EP 1 177 108 B1).
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines Stiftes, insbesondere
eines holzgefassten Stiftes anzugeben, mit dem sich auf einfache Weise eine optisch
ansprechende Oberfläche gestalten lässt, insbesondere eine solche Oberfläche, die
ein dreidimensionales Erscheinungsbild aufweist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Danach wird zumindest
auf einem Teil der Stiftoberfläche eine erste Beschichtung aufgebracht. In dem beschichteten
Oberflächenbereich werden dann durch Eindrücken eines Stempelwerkzeugs vertiefte Bereiche
und nicht vertiefte Bereiche erzeugt. Schließlich werden die vertieften Bereiche zumindest
teilweise mit einer zweiten Beschichtung versehen. Eine solche Vorgehensweise gestattet
es, Stiftoberflächen mit einer Vielzahl von Mustern zu erzeugen, wobei die nicht vertieften
Bereiche, die im Folgenden "erhabene Bereiche" genannt werden, als deutlich sichtbare
Strukturelemente mit der Farbe der jeweiligen ersten Beschichtung hervortreten. Als
erste Beschichtung kommen übliche Beschichtungsmittel wie Farblacke auf Lösungsmittel-
oder Wasserbasis in Frage. Denkbar ist auch eine Beschichtung mit einem Kunststoff,
beispielsweise einem thermoplastisch erweichbaren, etwa durch eine Koextrusion aufgebrachten
Polymer. Die vertieften Bereiche lassen sich auf vielfältige Art auf einfache Weise
gestalten und anordnen. Dazu müssen lediglich entsprechende Stempelwerkzeuge bereitgestellt
werden. Diese lassen sich leicht beispielsweise durch spanende Bearbeitung eines Metallblocks
herstellen. Durch die in die vertieften Bereich eingebrachte zweite Beschichtung eröffnet
sich die Möglichkeit, diese Bereiche von den erhabenen Bereichen optisch abzugrenzen.
[0006] Besondere optische Effekte sind noch dadurch erzielbar, dass vor dem Aufbringen der
zweiten Beschichtung auf die vertieften Bereiche eine sich optisch von den erhabenen
Bereichen absetzende Schicht aufgebracht wird. In herstellungstechnisch einfacher
Weise wird dies mit Hilfe einer eine farbige Prägeschicht aufweisenden Prägefolie,
vorzugsweise einer Heißprägefolie, im Zuge der Erzeugung der vertieften Bereiche bewerkstelligt.
Diese wird zwischen dem Stempelwerkzeug und der zu bearbeitenden Stiftoberfläche so
angeordnet, dass die die Prägeschicht tragende Folienseite dem Stift zugewandt ist.
Beim Prägevorgang wird ein sich unterhalb eines die Vertiefung erzeugenden Bereichs
des Stempelwerkzeugs befindlicher Teil der Prägeschicht auf den vertieften Bereich
übertragen, wie weiter unten noch näher erläutert wird. Anschließend wird dann der
Stift mit der zweiten Beschichtung versehen. Die Prägeschicht kann beispielsweise
eine metallisch glänzende oder eine gefärbte Oberfläche aufweisen. In Verbindung mit
einer darauf aufgebrachten zweiten Beschichtung lassen sich vielfältige optische Effekte
erzielen.
[0007] Eine bevorzugte Verfahrensvariante zur Erzeugung der zweiten Beschichtung sieht vor,
dass zunächst auf den gesamten Oberflächenbereich ein verfestigbares Beschichtungsmaterial
in fließfähiger Form aufgebracht und dieses, bevor es verfestigt ist, von den erhabenen
Bereichen zumindest teilweise wieder entfernt wird. Diese Vorgehensweise lässt sich
mit geringem herstellungstechnischen Aufwand realisieren. Bei einer nur die vertieften
Bereiche betreffenden Beschichtung, was ebenfalls eine denkbare Beschichtungsvariante
ist, wäre der Aufwand, beispielsweise bei Anwendung eines Druckverfahrens, höher.
Bei der vorgeschlagenen Vorgehensweise lassen sich die erhabenen Bereiche zumindest
so weit von dem Beschichtungsmaterial befreien, dass die Farbe der sie bedeckenden
ersten Beschichtung sichtbar ist. Auf besonders einfache und effektive Weise wird
dies mit Hilfe eines Abstreifers, insbesondere in Verbindung mit einem Durchstoßverfahren
bewerkstelligt. Bei einem solchen, zur Lackierung von Stiften üblichen Verfahren wird
ein Stift durch einen mit dem Lack befüllten Behälter hindurch gestoßen, wobei an
der Austrittsöffnung, über die der Stift den Behälter wieder verlässt, ein den Stiftumfang
umgreifender Abstreifer vorhanden ist. Wenn gemäß einer besonders bevorzugten Verfahrensvariante
ein transluzentes Beschichtungsmaterial verwendet wird, sind Materialreste auf den
erhabenen Bereichen unproblematisch. Je nach der Farbe der ersten Beschichtung kann
die Transluzenz des Materials für die zweite Beschichtung so gewählt werden, dass
die Farbe der erhabenen Bereich praktisch unverändert bleibt. Anders ist dies in den
vertieften Bereichen, in denen das Beschichtungsmaterial mit einer gegenüber den Materialresten
wesentlich größeren Schichtdicke vorhanden ist. Entsprechend der größeren Schichtdicke
ist auch die Lichtdurchlässigkeit verringert, so dass die vertieften Bereiche je nach
Lichtdurchlässigkeit und Schichtdicke des Materials der zweiten Beschichtung mehr
oder weniger abgedeckt werden, so dass die Farbe der darunter liegenden ersten Beschichtung
oder einer Prägeschicht überhaupt nicht mehr oder in deutlich veränderter Form, etwa
milchig trüb oder silbrig glänzend, in Erscheinung tritt. Weitere Effekte lassen sich
etwa erzielen, wenn dem Beschichtungsmaterial lichtreflektierende Partikel, insbesondere
Perlglanzpigmente beigemischt sind. Die vertieften Bereiche erscheinen dann durch
Lichtreflexionen heller. In Verbindung mit dunkel gehaltenen erhabenen Bereichen lässt
sich der Eindruck einer dreidimensionalen Oberflächenstruktur erzeugen, selbst wenn
die vertieften Bereiche vollständig gefüllt sind, d.h. wenn das darin vorhandene Beschichtungsmaterial
mit der Oberfläche der erhabenen Bereiche fluchtet. Neben oder anstelle von reflektierenden
Partikeln können in der zweiten Beschichtung auch Farbmittel enthalten sein, wodurch
sich weitere optische Effekte erzielen lassen.
[0008] Die vertieften Bereiche können sich ausschließlich innerhalb der ersten Beschichtung
erstrecken, sofern diese eine entsprechende Schichtdicke aufweist. In diesem Fall
wäre es denkbar, das Einprägen der vertieften Bereich vorzunehmen, wenn das Beschichtungsmaterial
noch nicht verfestigt ist. Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass sich die vertieften
Bereich in das Stiftmaterial hineinerstrecken, so dass nur eine Beschichtung mit geringer
Schichtdicke erforderlich. Eine solche Vorgehensweise eignet sich daher insbesondere
für holzummantelte Stifte.
[0009] Sowohl bei Holzstiften als auch Stiften etwa aus einem Kunststoffmaterial wird vorzugsweise
ein beheiztes Stempelwerkzeug verwendet. Auf diese Weise wird im Falle von thermoplastisch
erweichbaren ersten Beschichtungen verhindert, dass diese durch den Prägevorgang das
optische Erscheinungsbild störende Sprünge und Risse bekommen.
[0010] Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Abbildungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Teilansicht mit einer nach einem erfindungsgemäßen Verfahren gestalteten Oberfläche,
- Fig. 2a - c
- schematische Darstellungen, welche eine erste Verfahrensvariante aufzeigen, wobei
von dem Stift jeweils eine Querschnittdarstellung etwa entsprechend Linie II-II und
von einem zur Bearbeitung dienenden Stempelwerkzeug eine entsprechende Schnittdarstellung
gezeigt ist,
- Fig. 3a - c
- schematische Darstellungen, welche eine weitere Verfahrensvariante aufzeigen, wobei
es sich bei den Darstellungen ebenfalls um Schnitte der oben genannten Art handelt
- Fig. 4
- einen Stift mit alternativ gestalteter Oberfläche in Schnittdarstellung,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer zur Beschichtung eines Stifts dienenden Vorrichtung.
[0011] Fig. 1 zeigt einen Stift 1, der einen Mantel 2 aus Holz und eine darin zentral angeordnete
Mine 3 umfasst. Auf der Oberfläche des Stiftes sind vertiefte Bereiche 4 vorhanden,
die z.B. eine polygone Umrissform mit abgerundeten Ecken aufweisen. Die ursprüngliche
Stiftoberfläche 5 bleibt zwischen den vertieften Bereichen 4 erhalten. Die entsprechenden
Bereiche der ursprünglichen Oberfläche 5 sind nicht vertiefte bzw. erhabene Bereiche
6. Die vertieften Bereiche 4 sind durch das im folgenden geschilderte Verfahren so
gestaltet, dass sie sich optisch von den erhabenen Bereichen 6 unterscheiden, etwa
derart, dass auch dann, wenn die vertieften Bereiche 4 vollständig mit einem Material
bis zu ursprünglichen Oberfläche 5 bündig gefüllt sind, der Eindruck einer dreidimensional
strukturierten Oberfläche entsteht. Dies kann z.B. erreicht werden, wenn als Material
für die zweite Beschichtung ein transluzentes Beschichtungsmaterial, etwa ein Lack,
verwendet wird. Unter einem transluzenten Beschichtungsmaterial ist ein solches zu
verstehen, das von dem auftreffenden Licht nur einen Anteil durchlässt. Der andere
Anteil wird beispielsweise von in dem Material enthaltenden Partikeln gestreut oder
absorbiert.
[0012] Bei der Herstellung eines Stiftes etwa der in Fig. 1 gezeigten Art wird zunächst
ein Stiftrohling 7 (Fig. 2a), in dem zweckmäßiger Weise bereits eine Mine 3 vorhanden
ist, mit einer ersten Beschichtung 8 versehen. Die Beschichtung 8 weist beispielsweise
eine Dicke von 0,2mm auf. Die Art, wie die Beschichtung 8 aufgebracht ist sowie deren
Material ist im Prinzip beliebig. Denkbar ist es beispielsweise, dass die Beschichtung
8 auf die Holzoberfläche des Stiftrohlings 7 aufextrudiert wird. In diesem Falle wird
als Material für die Beschichtung ein thermoplastisches Polymer z.B. auf Basis von
Polyacrylat, Polycrylat Copolymere, Polyvinylbutyral, Polyvinylacetat und deren Mischungen
verwendet. Vorzugsweise werden jedoch zur Herstellung der Beschichtung 8 für Stifte
übliche Lacke auf Wasser- oder Lösungsmittelbasis verwendet. Im Falle eines Lackes
erfolgt der Auftrag zweckmäßigerweise nach dem Eingangs schon kurz beschriebenen Durchstoßverfahren
(Fig. 4). Denkbar ist natürlich auch, dass der Lack aufgesprüht, durch Tauchen oder
auf sonstige Weise aufgebracht wird.
[0013] Beispiele für lösemittelbasierte Beschichtungen: Acrylharze, Aldehyd- und Ketonharze,
Alkydharze, Amide / Polyamide, Amine / Polyamine, Butadienharze, Cardolöl (cnsl),
Cellulose Derivate, Epoxidharze, Fluorpolymerharze, Harnstoffharze, Isocyanatharzen,
Kautschuk, Kolophoniumester, Maleinharze, Melaminharze, Oligomere pflanzliche Ölpolymere,
Phenolharze, Phenoxiharze, Phthalsäureanhydride, Polyester Harze, Polyether, Pulverlackharze,
Resinate, Silanharze, Silikate, Silikonharze, Siloxanharze, Styrolharze, Urethane
/ Polyurethane, Strahlenhärtende-Harze, Vinylharze und deren Mischungen.
[0014] Beispiele für wasserbasierte Beschichtungen: Acrylatdispersionen, Polyurethandispersionen,
Styroldispersionen, Styrolacrylatdispersionen, Polyurethan-Acrylat-Copolymerdispersionen
und deren Mischungen.
[0015] Als Beschichtungsmaterialien kommen desweiteren strahlenhärtende Harze auf Basis
wässriger Dispersionen und deren Mischungen, sowie strahlenhärtende Harze z.B. auf
Basis von Acrylaten, Polyurethan, Polyester oder Polyether in Frage.
[0016] Nach dem Verfestigen des als erste Beschichtung 8 aufgebrachten Beschichtungsmaterials
z.B. durch Abkühlen, Trocknung oder Härtung mit UV-Strahlung, erfolgt eine Prägung
der Stiftoberfläche 5 mit Hilfe eines Stempelwerkzeugs 10, das auf einer Seite Prägeelemente
12 mit einer zu einem vertieften Bereich 4 komplementären Umrissform aufweist. An
der die Prägeelemente 12 tragenden Seite des Stempelwerkzeuges sind weiterhin Ausnehmungen
13 vorhanden, deren Formgebung der Form der erhabenen Bereiche 6 entspricht. Das Stempelwerkzeug
10 wird mit einer zur Mittellängsachse 14 des Stiftes gerichteten Kraft entsprechend
Pfeil 11 (Fig. 2a) gegen die Stiftoberfläche 5 gedrückt und, was bei einem Stift mit
runden Querschnitten zweckmäßig ist, auf der Oberfläche 5 abgerollt. Die Prägetiefe
15 der Prägeelemente 12 und die Anpresskraft des Stempelwerkzeuges 10 sind so gewählt,
dass sich die Prägeelemente 12 in die Oberfläche der ersten Beschichtung und des Stiftrohlings
7 eindrücken. Die entstehenden vertieften Bereiche 4 erstrecken sich somit in das
Holzmaterial des Stiftmantels 2 hinein. Denkbar ist aber auch, dass eine Beschichtung
8 mit einer größeren Dicke vorgesehen wird, so dass sich die vertieften Bereiche 4
ausschließlich innerhalb der Beschichtung 8 befinden (siehe Fig. 4). In diesem Falle
ist beispielsweise eine Beschichtung 8 aus einem thermoplastischem Kunststoffmaterial
mit einer Dicke z.B. von etwa 0,2mm zweckmäßig.
[0017] Das als Hub- oder Abrollstempel ausgebildete Stempelwerkzeug wird auf eine Temperatur
z.B. von 100 bis 160°C beheizt. Auf diese Weise wird, wie bereits oben erwähnt, verhindert,
dass das Material der Beschichtung während des Einprägens der vertieften Bereiche
4 Risse bekommt oder von der Oberfläche abplatzt. Natürlich müssen, um dies zu verhindern
bei erhöhter Temperatur erweichende Beschichtungsmaterialien verwendet werden. Die
Beschichtung 8 ist z.B. gefärbt, weist beispielsweise einen ins Graue oder Schwarze
gehenden Farbton auf. Prinzipiell sind aber beliebige Färbungen möglich, sofern, wie
später noch gezeigt wird, die Farbgebung der vertieften Bereiche 4 sich von den erhabenen
Bereichen 6 abhebt. Die Beschichtung 8 kann auch aus mehreren Teilschichten bestehen.
So ist es denkbar, zunächst eine Grundierung vorzunehmen und diese mit einem Lack
der gewünschten Farbe zu überdecken. Durch eine Grundierung, insbesondere eine hell
bzw. weiß gefärbte, lässt sich die Farbintensität von vielen Farblacken erhöhen.
[0018] Nach dem Einprägen der vertieften Bereiche 4 wird der Stift 1 mit einer zweiten Beschichtung
17 versehen. Ziel dieser Maßnahme ist es in erster Linie, die vertieften Bereiche
4 zumindest zum Teil mit der zweiten Beschichtung 17 aufzufüllen. Die zweite Beschichtung
17 ist so gefärbt, dass es sich deutlich von den erhabenen Bereichen 6 abhebt. Es
ist etwa denkbar, dass die erste Beschichtung einen dunkleren, beispielsweise einen
dunkelgrauen Farbton aufweist, während die zweite Beschichtung 17 eine helle, etwa
ins Beige oder ins Weiße gehende Farbe aufweist. Dadurch entsteht ein deutlicher Kontrast
zwischen den erhabenen Bereichen 6 und den vertieften Bereichen 4, so dass sich letztere
von ersteren optisch deutlich abheben. Auf diese Weise lassen sich somit je nach Formgestaltung
des Stempelwerkzeugs 10 die unterschiedlichsten Muster erzeugen. Das Aufbringen der
zweiten Deckschicht 17 erfolgt beispielsweise mit dem Durchstoßverfahren, d.h. der
mit den vertieften Bereichen 4 versehene Stift wird über eine erste Öffnung (nicht
gezeigt) in einen mit einem Beschichtungsmaterial 17', beispielsweise einem Lack,
gefüllten Behälter 25 eingeschoben und über eine zweite Öffnung 26 diesem wieder entnommen.
Ein üblicherweise in der zweiten Öffnung 26 angeordneter Abstreifer 27 nimmt das Material
der zweiten Beschichtung 17 von den erhabenen Bereichen 6 ab. Würde man für die zweite
Beschichtung 17 einen deckenden Lack verwenden, wäre es nur schwierig zu verhindern,
dass auf den erhabenen Bereichen 6 sichtbare und eventuell das optische Erscheinungsbild
störende Lackreste zurückbleiben. Vorzugsweise wird daher ein transluzentes Beschichtungsmaterial
verwendet. Von dem Abstreifer 26 auf den erhabenen Bereichen 6 zurückgelassene Reste
des Beschichtungsmaterials 17' sind aufgrund deren nur geringen Schichtdicke und auf
Grund der Transluzenz des Materials praktisch nicht sichtbar. Da die Schichtdicke
des Beschichtungsmaterials in den vertieften Bereichen 4 im Vergleich zu eventuell
auf den erhabenen Bereichen 6 zurückgebliebenen Lackresten wesentlich größer ist,
ist die Lichtabsorption entsprechend größer. Optisch besonders ansprechende Effekte,
auch hinsichtlich eines 3D-Eindrucks der Oberfläche können dann erreicht werden, wenn
dem Beschichtungsmaterial Licht streuende Partikel, insbesondere Perlglanzpigmente
zugefügt sind. Dabei entstehen in den vertieften Bereichen 4 Lichtstreueffekte, so
dass diese beispielsweise silbrigfarben glänzen, wobei ein solcher Effekt aufgrund
der äußerst geringen Schichtdicke von Materialresten auf den erhabenen Bereichen 6
dort nicht erkennbar ist. Die Beimengung von Pigmenten der genannten Art kann auch
bei einem nicht transluzenten Beschichtungsmaterial vorteilhaft sein und zu einem
dreidimensionalen Erscheinungsbild führen. Neben dem geschilderten Durchstoßverfahren
ist es auch denkbar, die zweite Beschichtung durch Tauchen oder Sprühen aufzubringen
und von den erhabenen Bereichen wieder zu entfernen, beispielsweise mit einem Abstreifer
der oben genannten Art.
[0019] Ein den 3D-Effekt untersteichender haptischer Effekt kann erzielt werden, wenn die
zweite Beschichtung 17 die vertieften Bereiche 4 nicht vollständig ausfüllt, so wie
dies bei dem in Fig. 2c gezeigten Bereich 4' angedeutet ist. Hier fluchtet die Oberfläche
18 der zweiten Beschichtung 17 nicht mit der Oberfläche 19 der erhabenen Bereiche
6, sondern ist konkav ausgemuldet. Eine Teilfüllung eines vertieften Bereiches 4'
lässt sich im Falle eines Durchstoßverfahrens beispielsweise mit Hilfe des oben erwähnten
Abstreifers 26 erreichen.
[0020] Bei der in Fig. 3a bis c verdeutlichten Verfahrensvariante wird beim Einprägen der
vertieften Bereiche 4 zwischen der Stiftoberfläche und dem Stempelwerkzeug 2 eine
Prägefolie 20, insbesondere eine Heißprägefolie, positioniert. Wie Fig. 3c entnehmbar
ist, setzt sich eine einfach gestaltete Prägefolie 20 aus einem Trägerfilm 22 und
einer Prägeschicht 23 zusammen. Die Prägeschicht 23 ist gefärbt. Bei der Beaufschlagung
mit den Prägeelementen 12 unter Druck und/oder erhöhter Temperatur wird ein der Fläche
eines Prägeelementes 12 entsprechender Bereich 24 der Prägeschicht 23 auf die Oberfläche
eines vertieften Bereiches 4 übertragen. Beim Abziehen der Prägefolie 20 vom Stift
wird der Bereich 24 der Prägeschicht 23 vom Trägerfilm 22 abgetrennt, wobei er an
der Beschichtung 8 des vertieften Bereiches haften bleibt. Gegebenenfalls kann die
dem Stift 1 zugewandte Seite der Prägeschicht 23 mit einem Kleberauftrag (nicht dargestellt)
versehen sein, um die Haftung zu verbessern. Die Prägeschicht 23 der Prägefolie 20
weist eine sich von der Farbgebung von der ersten Beschichtung 8 abweichende Färbung
auf. Es entsteht also schon ohne das Aufbringen der zweiten Beschichtung ein Muster
der in etwa Fig. 1 gezeigten Art. Die zweite Beschichtung, die etwa auf die gleiche
Art und Weise aufgebracht werden kann, wie oben beschrieben, dient hier etwa dazu,
weitere optische Effekte zu erzeugen, indem beispielsweise Lichtreflektierende Pigmente,
insbesondere Perlglanzpigmente in der zweiten Beschichtung 17 vorhanden sind. Denkbar
ist hier natürlich auch, dass hier für die zweite Beschichtung einfach ein Klarlack
verwendet wird, etwa nur zu dem Zweck, um beim Prägevorgang entstandene scharfe kanten
am Übergang zwischen den erhabenen Bereichen 6 und den vertieften Bereichen 4 zu überdecken.
Die zweite Beschichtung kann so angebracht werden, dass sie die Vertiefungen vollständig
füllt, also dass deren Oberfläche 18 mit der Oberfläche 19 der erhabenen Bereiche
6 fluchtet. Denkbar ist aber auch eine nur teilweise Füllung entsprechend dem vertieften
Bereich 4' in Fig. 2c.
1. Verfahren zur Herstellung eines Stiftes für Schreib-, Mal- oder Kosmetikzwecke, mit
folgenden Schritten:
a) zumindest auf einem Teil der Stiftoberfläche wird eine erste Beschichtung (8) aufgebracht,
b) in dem beschichteten Oberflächenbereich (16) werden durch Eindrücken eines Stempelwerkzeugs
(10) vertiefte Bereiche (4) und nicht vertiefte - erhabene - Bereiche (6) erzeugt,
c) die vertieften Bereiche (4) werden zumindest teilweise mit einer zweiten Beschichtung
(17) versehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Durchführung des Schritts b) zwischen dem Stempelwerkzeug (10) und der Stiftoberfläche
eine Prägefolie (20) angeordnet wird, auf deren dem Stift (1) zugewandten Seite eine
sich optisch von den erhabenen Bereichen (6) absetzende Prägeschicht (23) vorhanden
ist, wobei durch den Prägevorgang jeweils ein Teil der Prägeschicht (23) auf die vertieften
Bereiche (4) übertragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Erzeugung der zweiten Beschichtung (17) auf den gesamten Oberflächenbereich (16)
ein verfestigbares Beschichtungsmaterial in fließfähiger Form aufgebracht wird und
dieses, bevor es verfestigt ist, von den erhabenen Bereichen (6) zumindest teilweise
wieder entfernt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zumindest teilweise Entfernen des Beschichtungsmaterials von den erhabenen Bereichen
(6) mit Hilfe eines Abstreifers (27) erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die zweite Beschichtung (17) ein transluzentes Beschichtungsmaterial (17') verwendet
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
die Verwendung eines lichtreflektierende Partikel enthaltenden Materials für die zweite
Beschichtung (17).
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Beschichtungsmaterial Perlglanzpigmente enthält.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für die zweite Beschichtung (17) ein Beschichtungsmaterial verwendet wird, das eine
andere Färbung aufweist als die erste Beschichtung (8).
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stempelwerkzeug (10) derart in die Stiftoberfläche eingedrückt wird, dass sich
die vertieften Bereiche in das Stiftmaterial hinein erstrecken.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es zur Herstellung eines Holzstiftes verwendet wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
die Verwendung eines beheizten Stempelwerkzeugs (10).