[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Durchgangssperre mit einem zwischen einer
geöffneten Stellung und einer geschlossenen Stellung bewegbaren Sperrelement, Antriebsmitteln,
mit denen das Sperrelement von einer in die jeweils andere Stellung antreibbar ist,
einer Steuerung, mittels der die Antriebsmittel steuerbar sind, sowie einer mit der
Steuerung verbundenen Sensoreinheit. Darüber hinaus betrifft die Erfindung ein Sperrelement
für die Durchgangssperre sowie ein Verfahren zum Betrieb der Durchgangssperre.
[0002] Durchgangssperren der gattungsgemäßen Art finden im Stand der Technik vielfältige
Anwendung, beispielsweise um den Zugang beziehungsweise Zugriff zu geschützten und/oder
kostenpflichtigen Bereichen regeln zu können. Durchgangssperren werden vielfach beispielsweise
bei öffentlichen Verkehrsmitteln, Flughäfen, hier insbesondere bei Sicherheitsschleusen,
aber auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern, Sportstätten und dergleichen
eingesetzt. Sie dienen unter anderem dazu, den Zugang von Personen nur bei Vorliegen
einer Berechtigung zu ermöglichen beziehungsweise den Zugang von Personen zu vereinzeln.
[0003] So ist beispielsweise bei einer Sicherheitsschleuse eine Durchgangssperre in Form
zweier gegenüberstehender, schwenkbar angetriebenen Türflügel vorgesehen, die automatisch
in eine geöffnete Stellung verschwenkt werden, wenn eine eine Berechtigung aufweisende
Person Zugang wünscht und die Durchgangssperre passieren möchte. Die Person gibt dazu
in eine Prüfeinheit, mit der eine Berechtigung geprüft werden kann, einen Berechtigungsausweis
ein, woraufhin bei Gültigkeit der Berechtigung die mit der Prüfeinheit verbundene
Steuerung die Antriebsmittel ansteuert, so dass die Türflügel der Schwenktüren in
die geöffnete Stellung verschwenkt werden. Die Person kann dann die geöffnete Durchgangssperre
passieren. Nach passieren der Durchgangssperre werden die Türflügel automatisch wieder
geschlossen. Das Passieren der Durchgangssperre wird mittels der Sensoreinheit erfaßt
und ein entsprechendes Signal an die Steuerung übermittelt. Nach Passieren der Durchgangssperre
wird das Sperrelement in die geschlossene Stellung bewegt. Als Sensoreinheit ist eine
Lichtschranke vorgesehen, mittels der im Wesentlichen punktuell eine aktuelle Position
der Person erfaßt werden kann. Die Erfassung ist jedoch nur unzureichend, weil die
Lichtschranke einen sehr kleinen, im Wesentlichen linienförmigen Erfassungsbereich
aufweist. Außerhalb des Erfassungsbereichs kann keine Person erfaßt werden. Darüber
hinaus besteht der Nachteil, dass die Lichtschranke durch Einwirkung von Fremdlicht
falsche Erfassungswerte liefert. Es kann daher zu Fehlsteuerungen durch die Steuerung
kommen.
[0004] Um zu vermeiden, dass eine Person durch die Bewegung der Türflügel verletzt werden
kann, ist die von den Antriebsmitteln auf die Türflügel übertragbare Energie begrenzt.
Befindet sich eine Person beim Öffnen oder Schließen eines Türflügels im Schwenkbereich
dieses Türflügels, weil sie ihre Bewegungsrichtung geändert hat, stehen geblieben
ist, oder dergleichen, so wird der Türflügel an diese Person anstoßen und aufgrund
der begrenzten Energie seine Bewegung beenden, so dass die Person möglichst wenig
verletzt wird. Die Durchgangssperre weist somit eine passive Sicherheit auf. Gleichwohl
kann natürlich bereits ein Kontaktieren des Türflügels durch die Person zu schmerzhaften
Kollisionen, wenn nicht sogar zu Verletzungen führen, insbesondere wenn die Person
noch Gepäckstücke mit sich führt. Darüber hinaus beschränkt dieses Konzept der passiven
Sicherheit die Gestaltung der Türflügel insbesondere hinsichtlich des Gewichts, der
Größe und der Geschwindigkeit der Bewegung. Gerade in diesem Bereich kann keine Lichtschranke
vorgesehen sein, weil diese durch die Türflügel in ihrer bestimmungsgemäßen Funktion
beeinträchtigt wäre.
[0005] Der Erfindung liegt somit die
Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, über die reine passive Sicherheit der Durchgangssperre
hinaus die Sicherheit von Personen im Bereich der Durchgangssperren weiter zu verbessern.
[0006] Als
Lösung wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass die Sensoreinheit einen kapazitiven Sensor
aufweist.
[0007] Mit dem kapazitiven Sensor ist es möglich, Personen insbesondere im Bewegungsbereich
des Sperrelements zu erfassen. Das Sperrelement kann beispielsweise durch eine Schwenktür
oder auch ein Paar von Schwenktüren sowie zum Beispiel auch durch eine Schiebetür,
ein Drehkreuz, eine Schranke, Kombinationen hiervon oder dergleichen gebildet sein.
Das Sperrelement kann auch ein- oder mehrteilig ausgebildet sein, beispielsweise indem
eine Schwenktür ein- oder mehrflüglig ausgebildet ist. Der kapazitive Sensor ist vorzugsweise
derart ausgebildet, dass er ein in einen benachbarten Raum, insbesondere in den benachbarten
Raum der Durchgangssperre sich erstreckendes elektrisches Feld erzeugt und Änderungen
detektiert.
[0008] Grundsätzlich wirken bei dieser Art Sensor folgende Effekte:
1. Isolatoren im Plattenkondensator
[0009] Durch einbringen eines Dielektrikums (Isolator) in einen geladenen Kondensator wird
aufgrund der Polarisation das elektrische Feld geschwächt. Die Plattenspannung sinkt,
da keine Ladung nachfließen kann. Die Kapazität des Kondensators steigt an.
2. Elektrisch leitfähige, ungeerdete Materialien im Plattenkondensator
[0010] Durch einbringen eines elektrisch leitfähigen Gegenstands in einen geladenen Plattenkondensator
kommt es durch den Influenzeffekt zu einer Feldschwächung. Die Feldlinien werden durch
den eingebrachten Leiter verkürzt. Es kommt, anschaulich gesehen, zu einer Verringerung
des Plattenabstandes. Die Kapazität des Kondensators steigt.
3. Elektrisch leitfähiger, geerdeter Gegenstand im Plattenkondensator (Abschattungsmodus)
[0011] Befindet sich im Plattenkondensator ein geerdeter, elektrisch leitfähiger Körper
(Mensch/Tier) wird die messbare Kapazität kleiner. Ein Teil der influenzierten Ladungsträger
wird über die "Elektrode des Körpers" abgeleitet. Voraussetzung für dieses Messprinzip
ist ein Massebezug der Versorungsspannung.
[0012] Im konkret hier vorgestellten Ausführungsbeispiel wird nach der Methode 3 verfahren.
Die anderen beiden Verfahren sind aber sehr wohl auch verwendbar, wenn man beispielsweise
eine galvanisch erdfreie Messspannung zur Verfügung hat.
[0013] Bekanntermaßen verändert ein dielektrisch permeabler Körper, aber auch ein elektrisch
leitfähiger Körper, worunter auch ein Mensch, ein Tier oder ein anderes Lebewesen
fällt, das elektrische Feld. Handelt es sich um einen dielektrisch permeablen Körper,
wird das Feld geschwächt und damit steigt die Kapazität des Sensors. Geerdete elektrisch
leitfähige Körper, zum Beispiel ein Mensch oder ein Tier, lassen die Kapazität sinken.
Die Kapazitätsänderung kann mittels einer geeigneten Auswerteschaltung erfasst und
für weitere Zwecke in Form von geeigneten Signalen bereitgestellt werden. Vorzugsweise
erfasst der Sensor einen Raumbereich, der wenigstens den einen Bewegungsbereich des
Sperrelements umfasst. Der Sensor kann beispielsweise ortsfest an der Durchgangssperre
angeordnet sein. Seine Abmessungen sind vorzugsweise an das Sperrelement und/oder
an den zu detektierenden dielektrisch permeablen Körper angepasst ausgebildet, so
dass eine gute Erfassung des Körpers gewährleistet werden kann. Die Erfassung der
Kapazität des Sensors kann beispielsweise mittels Lade- beziehungsweise Entladepulsen,
mittels Frequenzänderungen und/oder dergleichen erfasst werden. So können beispielsweise
eine Messfrequenz, eine Flankensteilheit eines Messimpulses oder dergleichen bedarfsgerecht
eingestellt sein. Vorzugsweise ist der kapazitive Sensor entfernt von weiteren, dielektrisch
permeablen oder elektrisch leitfähigen Bauteilen angeordnet, so dass eine Beeinflussung
durch derartige Bauteile weitgehend vermieden werden kann. Darüber hinaus können Kompensationsschaltungen
und/oder -funktionen vorgesehen sein, um störende dielektrisch permeable oder elektrisch
leitfähige Bauteile hinsichtlich der Auswertung des Sensors vernachlässigen beziehungsweise
kompensieren zu können. Der Sensor kann beispielsweise segmentiert aufgebaut sein,
um unterschiedlich große Körper mit unterschiedlicher Genauigkeit erfassen zu können.
Derart gewonnene zusätzliche Informationen können auch für Steuerungszwecke verwendet
werden, indem beispielsweise das Sperrelement nur bei Vorliegen der Aktivierung bestimmter
einzelner Sensoren des segmentierten Sensors aktiviert wird. Natürlich kann ein Betriebssignal
für den Sensor an die zu erfassenden dielektrisch permeablen oder elektrisch leitfähige
Körper angepasst sein, um die Erfassung zu verbessern. Der kapazitive Sensor ist an
die Sensoreinheit angeschlossen, die Signale des Sensors auswerte und ihrerseits ein
entsprechendes Signal an die Steuerung übermittelt. Die Steuerung wertet dieses Signal
aus und veranlasst gegebenenfalls ein geeignetes Ansteuern des Antriebsmittels für
das Sperrelement.
[0014] Vorteilhaft ist der Sensor am Sperrelement angeordnet. Auf diese Weise kann erreicht
werden, dass der Sensor vorzugsweise den Bereich erfasst, in dem das Sperrelement
bewegbar ist. Dies ermöglicht es, einen Sensor mit Richtwirkung einzusetzen, so dass
die Erfassung eines Körpers weiter verbessert werden kann. Darüber hinaus können separate
Mittel für die Anordnung des Sensors eingespart werden.
[0015] Für den Sensor selbst kann eine Auswerteschaltung vorgesehen sein, die den Sensor
mit einem entsprechenden Betriebssignal beaufschlagt und ein entsprechendes Messsignal
des Sensors als Antwortsignal auswertet. Die Auswerteschaltung kann an die Steuerung
angeschlossen sein. Die Auswerteschaltung kann ein Signal, welches einem erfassten
Messwert entspricht, an die Steuerung und/oder an eine entfernte Zentrale übermitteln.
[0016] Vorzugsweise ist der Sensor zumindest teilweise durch einen elektrisch leitfähigen
Bereich gebildet. Der elektrisch leitfähige Bereich kann durch einen elektrisch leitfähigen
Stoff wie Metall, ein Elektrolyt oder dergleichen gebildet sein. Es kann aber auch
ein elektrisch leitfähiger Kunststoff, eine elektrisch leitfähige Keramik oder dergleichen
vorgesehen sein, die den elektrisch leitfähigen Bereich bilden. Darüber hinaus kommt
natürlich auch eine Ausgestaltung in Form eines Verbundwerkstoffes in Frage, bei dem
beispielsweise eine elektrisch leitfähige Schicht auf einen isolierenden Werkstoff
aufgebracht ist. Der elektrisch leitfähige Bereich kann über eine oder mehrere Leitungen
an die Auswerteschaltung angeschlossen sein. Ist der Sensor am Sperrelement angeordnet,
kann der leitfähige Bereich das gesamte Sperrelement oder auch nur Teile hiervon umfassen.
Darüber hinaus können auch Hilfselektroden vorgesehen sein, mit denen das elektrische
Feld des Sensors in gewünschter Weise beeinflusst werden kann, um die Erfassung des
Körpers weiter zu verbessern. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass der Sensor
benachbarte Teilsensoren aufweist, die mit unterschiedlich hohen elektrischen Spannungen,
vorzugsweise gleicher Polarität beaufschlagt werden. So kann beispielsweise eine Richtwirkung
erreicht werden.
[0017] Damit eine Beeinflussung des Sensors durch äußere Umgebungsbedingungen reduziert
und zugleich auch eine Gefährdung von Personen durch Elektrizität vermieden werden
kann, ist der Sensor vorzugsweise elektrisch isoliert ausgebildet. Hierzu kann der
leitfähige Bereich beispielsweise mit einer isolierenden Lackierung, einer isolierenden
Beschichtung, vorzugsweise aus einem isolierenden Kunststoff oder dergleichen beschichtet
sein. Parasitäre Ströme in den Sensor können reduziert werden.
[0018] Weiterhin kann der Sensor eine insbesondere offene Leiterschleife und/oder eine Leiterfläche
aufweisen. Die Leiterschleife beziehungsweise die Leiterfläche sind aus einem elektrisch
leitfähigen Stoff, vorzugsweise aus einem elektrisch gut leitfähigem Material wie
Kupfer, Aluminium, Messing oder dergleichen gebildet. Die Leiterfläche beziehungsweise
die Leiterschleife sind mit der Auswerteschaltung elektrisch verbunden. Die Leiterschleife
kann beispielsweise als Spirale, insbesondere als archimedische Spirale auf dem Sperrelement
ausgebildet sein. Die Leiterschleife kann ebenso wie die Leiterfläche rund, insbesondere
kreis- oder ellipsenförmig, aber auch eckig, beispielsweise rechteckig, mehreckig
oder dergleichen ausgebildet sein. Vorzugsweise befindet sich die Leiterschleife beziehungsweise
die Leiterfläche in einer geometrisch ebenen Fläche, beispielsweise einer Oberfläche
des Sperrelements wie zum Beispiel einer Oberfläche des Sperrelements wie eines Türflügels
einer Schwenktür oder dergleichen. Die Leiterfläche kann eine Strukturierung aufweisen,
um eine günstige Feldwirkung erreichen zu können. So kann die Leiterfläche unterschiedliche,
miteinander elektrisch verbundene Flächenbereiche aufweisen. Die Erfassung des Körpers
kann weiter verbessert werden.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die Durchgangssperre wenigstens zwei insbesondere
gemeinsam bewegbare Sperrelemente aufweisen. Die Sperrelemente können gegenüberliegend
im Durchgang der Durchgangssperre angeordnet sein und gemeinsame oder auch separate
Antriebsmittel aufweisen. Die Antriebsmittel können beispielsweise durch elektrische
Antriebe wie Elektromotoren oder dergleichen gebildet sein, sie können aber auch hydraulisch
und/oder pneumatisch ausgebildet sein. Der gemeinsame Antrieb kann daneben auch mittels
eines Getriebes realisiert sein, mittels welchem die Sperrelemente gemeinsam antreibbar
sind. So kann beispielsweise bei Schiebetüren vorgesehen sein, dass zwei sich gegenüberstehende
Schiebetüren mittels des beziehungsweise der Antriebe zum Freigeben des Durchgangs
derart betätigt werden, dass die Schiebetüren aus dem Durchgangsbereich heraus verfahren
werden. Bei Schwenktüren kann vorgesehen sein, dass die Schwenktüren zugleich in die
geöffnete Stellung verschwenkt werden können. Natürlich kann das Sperrelement auch
mehrteilig ausgebildet sein, beispielsweise indem eine Schwenktür zugleich als Falttür
ausgebildet ist, wodurch der Raumbereich, in den das Sperrelement eingreift, reduziert
werden kann. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, die Durchgangssperre in vielfältiger
Weise an die jeweiligen Erfordernisse angepasst gestalten zu können.
[0020] Mit der Erfindung wird ferner ein Sperrelement für die Durchgangssperre vorgeschlagen.
Beispielsweise kann der Sensor einstückig mit dem Sperrelement ausgebildet sein. Dies
ermöglicht nicht nur eine Reduzierung von Bauteilen sondern erhöht auch die Zuverlässigkeit,
da der Sensor durch das Sperrelement geschützt sein kann. Hierfür kann das Sperrelement
selbst elektrisch leitfähige Bereiche, Leiterschleifen und/oder Leiterflächen aufweisen,
die in das Sperrelement integriert sind. Das Sperrelement kann Ausnehmungen aufweisen,
in die der Sensor eingebracht werden kann und die anschließend mit einem geeigneten
Stoff verschlossen werden. Der Sensor kann darüber hinaus auch durch eine Schicht
auf dem Sperrelement gebildet sein, die beispielsweise durch Bedampfen oder einem
anderen schichtbildenden Verfahren auf eine Oberfläche des Sperrelements aufgebracht
werden kann. Darüber hinaus können ferner Schutzschichten aufgebracht sein, mit denen
sowohl der Sensor als auch das Sperrelement gegen äußere Einwirkungen geschützt werden
können.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung kann das Sperrelement zweiteilig oder mehrteilig ausgebildet
sein. Dies ermöglicht es, das Sperrelement kompakt auszubilden, insbesondere in der
geschlossenen Stellung, so dass insgesamt eine kompakte Durchgangssperre erreicht
werden kann. Das Sperrelement kann hierzu beispielsweise segmentiert sein, in Form
einer Falttür oder dergleichen.
[0022] Mit der Erfindung wird ferner ein Verfahren zum Betrieb einer Durchgangssperre vorgeschlagen,
wobei ein Sperrelement mittels Antriebsmitteln zwischen einer geöffneten Stellung
und einer geschlossenen Stellung bewegt wird, wobei die Antriebsmittel von einer Steuerung
gesteuert werden, wobei eine Anwesenheit eines insbesondere dielektrisch permeablen
und/oder elektrisch leitfähigen Körpers in einem Raumbereich im Bereich des Sperrelements
mittels eines kapazitiven Sensors erfaßt und an die Steuerung übermittelt wird. Vorzugsweise
kann der Sensor eine Bewegung des Körpers erfassen.
[0023] Mittels des kapazitiven Sensors wird somit erfasst, ob in dem Raumbereich in der
Nähe des Sperrelements, insbesondere in einem Bereich, in den das Sperrelement bewegt
wird, ein dielektrischer Körper, insbesondere eine Person ist. Dies wird vorzugsweise
an die Steuerung übermittelt und kann als Grundlage für die Steuerung der Antriebsmittel
dienen. Ein dielektrisch permeabler Körper ist ein Körper, der eine relative dielektrische
Permeabilität größer als 1, insbesondere größer als 10, vorzugsweise größer als 15
aufweist. Bei den hier erkennbaren Körpern kann es sich um dielektrisch permeable
(Isolatoren) oder elektrisch leitfähige Körper handeln. Dies können demnach auch Lebewesen,
insbesondere Menschen und Tiere sein. Ein detektierbarer Körper kann aber auch ein
Gegenstand sein, der eine relative dielektrische Permeabilität größer als 1 aufweist,
beispielsweise Kunststoffe, Keramiken, Ferrite, Kombinationen hiervon sowie Kombinationen
mit anderen Werkstoffen und/oder dergleichen aber auch elektrisch leitfähige Körper
wie zum Beispiel Metallkoffer.
[0024] Der kapazitive Sensor kann ortsfest gegenüber dem Sperrelement angeordnet sein, er
kann jedoch auch am Sperrelement selber angeordnet sein. Vorzugsweise weist der kapazitive
Sensor eine Richtwirkung auf, so dass die Sensitivität in einem gewünschten Bereich
erhöht ausgebildet sein kann. Vorzugsweise ist die Sensitivität in dem Bereich erhöht,
in dem das Sperrelement zwischen den beiden Stellungen bewegt wird. Hierzu kann der
Sensor selbst aus mehreren einzelnen Teilsensoren gebildet sein, mit denen eine entsprechende
Richtwirkung erreicht werden kann. Darüber hinaus kann durch eine geeignete Ausgestaltung
des Sensors eine Störfestigkeit hinsichtlich elektromagnetischer Verträglichkeit verbessert
werden. Hierzu kann der Sensor beispielsweise strukturiert, in Form von Verzweigungsmustern
oder dergleichen ausgebildet sein.
[0025] Das Verfahren der Erfindung sieht ferner vor, dass die Antriebsmittel durch die Steuerung
deaktiviert werden. Die Deaktivierung erfolgt vorzugsweise dann, wenn in dem Raumbereich
im Bereich des Sperrelements ein Körper detektiert wird, der beispielsweise der Bewegung
des Sperrelements im Wege steht. Durch die Deaktivierung der Antriebsmittel kann die
Energie bei einer Kollision des Sperrelements mit dem Körper reduziert werden. Bei
bewegten Körpern kann darüber hinaus erreicht werden, dass eine Kollision mit dem
Sperrelement für den Körper mit weniger Energieaufnahme verbunden ist, da das Sperrelement
vorzugsweise während der Kollision frei beweglich ist, das heißt, der Antrieb keine
zusätzliche Energie bei der Kollision liefert. Lediglich die Energie eines Differenzimpulses
ist vom Körperelement und dem Sperrelement entsprechend aufzunehmen. Die Beschädigung
von Körpern, insbesondere die Verletzung einer Person beziehungsweise eines Tieres
kann somit deutlich reduziert werden.
[0026] Gemäß einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass eine Berechtigung für den Durchgang
geprüft wird. So kann der Körper mit einer Berechtigung in Form eines Barcodes, eines
auslesbaren Transponders oder dergleichen versehen sein, wobei ein Berechtigungscode
ausgelesen und geprüft wird und bei positiver Prüfung die Antriebsmittel zum Bewegen
des Sperrelements in die geöffnete Stellung betätigt werden können. Ist die Berechtigung
nicht gültig, bleibt das Antriebsmittel deaktiviert und das Sperrelement verbleibt
in seiner geschlossenen Stellung. Vorzugsweise ist das Sperrelement in der geschlossenen
Stellung verriegelt, so dass es nicht unberechtigt durch äußere Einwirkung geöffnet
werden kann.
[0027] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass der Durchgang des Körpers verfolgt und/oder
aufgezeichnet wird. Dies ermöglicht es, das Passieren des Körpers durch den Durchgang
der Durchgangssperre hindurch nachzuvollziehen. So kann vorgesehen sein, dass nach
Passieren des Durchgangs durch den Körper das Sperrelement mittels der Antriebsmittel
automatisch in die geschlossene Stellung bewegt wird. Vorzugsweise soll die Bewegung
jedoch erst dann erfolgen, wenn der Körper außerhalb der Reichweite der Bewegung des
Sperrelements ist, um eine Kollision zu vermeiden. Hierfür kann der Sensor kontinuierlich
und/oder zeitdiskret in entsprechend kurzen Anständen ausgewertet werden, um die Position
des Körpers in der Durchgangssperre ermitteln zu können. Die ermittelten Werte für
die Position des Körpers können aufgezeichnet werden, um beispielsweise ein Bewegungsprofil
und/oder eine Klassifizierung des Körpers zu erstellen. Es kann erreicht werden, dass
beispielsweise mehrere Personen in der Durchgangssperre identifiziert werden können.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, bei vorgesehener Einzelpassierung der Durchgangssperre
das unberechtigte Passieren mehrerer Personen zu erfassen und gegebenenfalls zu melden.
[0028] Weiterhin kann mittels des Sensors die Stellung des Sperrelements überwacht werden.
Der Sensor kann beispielsweise zweiteilig ausgebildet sein, wobei ein Teil des Sensors
am Sperrelement und ein weiterer Teil an einer anderen Position ortsfest an der Durchgangssperre
vorgesehen ist. Bei mehrteiligen Sperrelementen beispielsweise zweiflügligen Türen
kann der Sensor auch an den Türflügeln beziehungsweise den mehreren Teilen des Sperrelements
angeordnet sein. Dies ermöglicht es, die Stellung des Sperrelements zu überwachen
und die Antriebsmittel entsprechend geeignet anzusteuern. Darüber hinaus ermöglicht
diese Ausgestaltung, dass auch Zwischenstellungen zwischen der geöffneten Stellung
und der geschlossenen Stellung erfasst werden können. So kann vorgesehen sein, dass
das Sperrelement vorgegebene Zwischenstellungen kontrolliert einnehmen kann. Vorzugsweise
ist das Sperrelement in diesen Zwischenstellungen ebenfalls verriegelbar, so dass
es durch äußere Einwirkung nicht bewegt werden kann.
[0029] Gemäß einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass mehrere Sensoren, insbesondere
Sensoren benachbarter Durchgangssperren verwendet werden, die im Zeitmultiplex ausgewertet
werden. Dies erlaubt es, die Sensoren hinsichtlich ihrer Wechselwirkung entkoppeln
zu können. Darüber hinaus ermöglicht diese Ausgestaltung die Reduzierung der Auswerteschaltung,
da vorzugsweise nur eine einzige Auswerteschaltung vorgesehen ist, die mittels eines
Multiplexers im Zeitmultiplex mit den einzelnen Sensoren gekoppelt wird.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass der Sensor insbesondere automatisch
abgeglichen wird. Mittels des Abgleichs des Sensors kann erreicht werden, dass störende
Einflüsse, parasitäre Kapazitäten und dergleichen sowie auch Einflüsse aufgrund von
Änderungen von Luftdruck, Luftfeuchtigkeit oder dergleichen berücksichtigt werden
können, so dass der Sensor im Wesentlichen unabhängig von den möglichen Änderungen
von Randbedingungen wie Luftfeuchtigkeit, Temperatur und/oder dergleichen ein zuverlässig
auswertbares Signal liefern kann. Vorzugsweise erfolgt der Abgleich automatisch, so
dass manuelle Eingriffe eingespart werden können. Hierfür können beispielsweise entsprechende
Messmittel vorgesehen sein, mit denen Änderungen der Randbedingungen erfasst und bei
der Auswertung berücksichtigt werden. Es kann auch vorgesehen sein, dass ein entsprechendes
Betriebssignal für den Sensor in Abhängigkeit der Randbedingungen angepasst wird,
um einen entsprechenden Abgleich zu bewirken.
[0031] Weitere Vorteile und Merkmale sind der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
zu entnehmen. Im Wesentlichen gleichbleibende Bauteile sind mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet. Ferner wird bezüglich gleicher Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung
zum Ausführungsbeispiel in Figur 1 verwiesen. Die Zeichnungen sind Schemazeichnungen
und dienen lediglich der Erläuterung des folgenden Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
[0032]
- Fig. 1
- eine Durchgangssperre gemäß der Erfindung mit einem Sperrelement, welches zwei gegenüberliegend
zueinander angeordnete schwenkbare Türflügel mit kapazitiven Sensoren aufweist,
- Fig. 2
- eine Prinzipschaltung für eine Auswerteschaltung für die kapazitiven Sensoren gemäß
Fig. 1 und
- Fig. 3
- ein Diagramm, welches Kapazitätsänderungen bei der Bewegung der Sperrelemente über
der Zeit darstellt (geerdeter Körper).
[0033] In Fig. 1 ist schematisch ein Gate 10 als Durchgangssperre dargestellt, wie es beispielsweise
in Sicherheitsbereichen auf Flughäfen zum Einsatz kommt. Das Gate 10 umfasst zwei
Türflügel 12, 14 als Sperrelemente, die zwischen einer geöffneten Stellung und einer
geschlossenen Stellung bewegbar sind und die in einem nicht näher bezeichneten, geerdeten
Durchgangsbereich des Gates 10 angeordnet sind. Die Erdung ist für die Erfindung grundsätzlich
nicht erforderlich. Gleichwohl baut das im Folgenden angegebene Ausführungsbeispiel
auf dem eingangs in der Beschreibung als 3. Effekt angegebenen Funktionsprinzip (Abschattungsmodus)
auf, weshalb die Erdung vorliegend vorgesehen ist.
[0034] In der Fig. 1 ist die geschlossene Stellung dargestellt. Die Türflügel 12, 14 sind
mittels zweier Antriebe in Form von Elektromotoren 16, 18 als Antriebsmittel antreibbar,
wobei die Türflügel 12, 14 von einer in die jeweils andere Stellung antreibbar sind.
Der Antrieb 16 kann den Türflügel 12 bewegen, wohingegen der Antrieb 18 den Türflügel
12 bewegen kann. Über eine Steuerung 20 sind die Antriebe 16, 18 steuerbar.
[0035] Die Türflügel 12, 14 weisen zwei kapazitive Sensoren 22, 24 auf, wobei jeder der
Sensoren 22, 24 durch ein Paar offener Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 gebildet ist.
Die offenen Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 sind einstückig mit den Türflügeln 12,
14 ausgebildet, indem diese durch ein geeignetes Herstellungsverfahren als leitfähige
Schicht auf die Oberfläche der Türflügel 12, 14 aufgebracht sind. Die Türflügel 12,
14 sind vorliegend aus einem Sicherheitsglas gebildet, auf welchem die offenen Leiterschleifen
26, 28, 30, 32 aufgedampft sind. Vorliegend ist der Sensor 22 durch die offenen Leiterschleifen
26, 28 gebildet und der Sensor 24 durch die offenen Leiterschleifen 30, 32. Wie aus
Fig. 1 ersichtlich ist, ist somit jeder der beiden Sensoren 22, 24 hälftig auf einem
der Türflügel 12, 14 angeordnet. Die offenen Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 sind zu
Kontaktierungszwecken in den Anlenkungsbereich der Türflügel 12, 14 geführt, wo sie
mittels entsprechender, nicht bezeichneter elektrischer Leitungen kontaktiert sind,
um die offenen Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 an eine Auswerteschaltung 36 als Sensoreinheit
anzuschließen (Fig. 2).
[0036] Fig. 2 zeigt eine schematische Blockschaltbilddarstellung der Auswerteschaltung 36,
an die die Sensoren 22, 24 mit ihren offenen Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 angeschlossen
sind. Hierfür weist die Auswerteschaltung 36 Anschlusskontakte 38, 40, 42, 44 auf,
an die wie in Fig. 2 dargestellt, die offenen Leiterschleifen 26, 28, 30, 32 angeschlossen
sind. Die Anschlusskontakte 38, 40, 42, 44 sind intern in der Auswerteschaltung 36
auf einen Multiplexer 50 geführt, der wechselseitig im Zeitmultiplex die Sensoren
22, 24 abwechselnd mit den weiteren für den Betrieb sowie die Auswertung der Sensoren
22, 24 erforderlichen Baugruppen verbindet.
[0037] Mit 52 ist ein Generator bezeichnet, der ein Wechselspannungssignal mit einer vorgebbaren
Flankensteilheit erzeugt. Dieses Signal wird ebenfalls auf den Multiplexer 50 gegeben,
über den das Wechselspannungssignal wechselweise auf den Anschlusskontakt 40 beziehungsweise
44 geschaltet wird. Die beiden Anschlusskontakte 38, 40 werden im gleichen Rhythmus
wechselweise mittels des Multiplexers 50 auf eine Signalauswerteeinheit 54 geschaltet,
die die Signale auswertet und für die weitere Verarbeitung aufbereitet. Das Ausgangssignal
der Signalauswerteeinheit 54 wird auf den positiven Eingang zweier Komparatoren 60,
62 geschaltet, die dieses Signal mit Referenzsignalen der Referenzsignalgeber I und
II 56, 58 vergleichen. Die Ausgänge der Komparatoren 60, 62 sind auf die Anschlusskontakte
46, 48 der Auswerteschaltung 36 geführt. An die Anschlüsse 46, 48 ist die Steuerung
20 über nicht bezeichnete Anschlussleitungen angeschlossen.
[0038] Zusammen mit dem Multiplexer 50 werden auch die Referenzsignalgeber I und II 56,
58 getaktet, so dass jeweils nur einer der Komparatoren I und II 60, 62 ein Ausgangssignal
liefert, dessen zugehöriger Sensor 22, 24 gerade ausgewertet wird.
[0039] Die beiden offenen Leiterschleifen 26, 28 des Sensors 22 sowie die beiden offenen
Leiterschleifen 30, 32 des Sensors 24 bilden aus Sicht der Auswerteschaltung 36 veränderliche
Kondensatoren, deren Kapazität gemessen werden soll. Im Betrieb bildet sich deshalb
zwischen den beiden Türflügeln 12, 14 ein elektrisches Feld aus, dass im stationären
Fall im wesentlichen unveränderlich ist und der Auswerteschaltung 36 eine vorgebbare
Ruhekapazität des Sensors 22, 24 simuliert. Bewegt sich nun ein dielektrisch permeabler
Körper in einen Raumbereich 34 im Bereich der Türflügel 12, 14, so verändert sich
das stationäre elektrische Feld, so dass es zu einer Kapazitätsänderung kommt, die
durch die Auswerteschaltung 36 detektiert werden kann. Sobald eine hinreichende Kapazitätsänderung
festgestellt wurde, erzeugt die Signalauswerteeinheit 54 ein Signal, welches das jeweilige
Referenzsignal der Referenzsignalgeber I und II 56, 58 überschreitet, woraufhin der
entsprechend aktive Komparator I beziehungsweise II 60, 62 ein diesbezügliches Ausgangssignal
auf seinen entsprechenden Anschluss 46, 48 ausgibt. Dieses wird an die an die Anschlüsse
46, 48 angeschlossene Steuerung 20 für weitere Steuerungszwecke übermittelt.
[0040] Ebenso wird ein Öffnen beziehungsweise ein Schließen der Türflügel 12, 14 erfasst.
Hierdurch ändert sich nämlich ebenfalls die Kapazität der Sensoren 22, 24.
[0041] Die Erfindung erlaubt es somit, die Bewegung eines Körpers, insbesondere die Bewegung
einer Person im Raumbereich 34 im Bereich der Türflügel 12, 14 zu erfassen und an
die Steuerung 20 zu übermitteln. Die Auswerteschaltung 34 kann in die Steuerung 20
integriert sein.
[0042] Wird eine Bewegung eines Körpers in dem Raumbereich 34 erfasst, werden die Antriebe
16, 18 durch die Steuerung 20 deaktiviert. Dadurch ist es möglich, dass die Türflügel
12, 14 frei beweglich sind, so dass eine sich im Schwenkbereich der Türflügel 12,
14 befindliche Person die Türflügel 12, 14 wegdrücken kann, ohne sich zu verletzen.
Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Antriebe abrupt gebremst und festgestellt
werden.
[0043] In der vorliegenden Ausgestaltung ist ferner vorgesehen, dass vor dem Deaktivieren
der Antriebe 16, 18 diese in einen Ruhezustand verbracht werden, so dass sich die
Türflügel 12, 14 nicht weiterbewegen. Erst wenn der Ruhezustand erreicht ist, wird
eine Entkopplung von den Antrieben 16, 18 vorgenommen. Auf diese Weise wird vermieden,
dass die weitere Schwenkbewegung eines der Türflügel 12, 14 zu einer Kollision mit
dem Körper beziehungsweise der Person führen kann. Die Türen verbleiben also in ihrer
aktuellen Schwenkposition, wobei sie manuell bewegbar sind. Darüber hinaus kann vorgesehen
sein, dass die Antriebe im gebremsten (blockierten) Zustand verharren und, nachdem
die Person beziehungsweise der Körper aus dem Schwenkbereich entfernt worden ist,
in eine definierte End- oder Mittellage verbracht werden.
[0044] Nicht dargestellt ist, dass die Durchgangssperre 10 eine Prüfeinheit aufweist, in
die eine Durchgang wünschende Person einen Berechtigungsausweis eingibt. Wird die
Berechtigung als gültig erkannt, werden mittels der Steuerung 20 und der Antriebe
16, 18 die Türflügel 12, 14 in die geöffnete Stellung bewegt. In der geöffneten Stellung
der Türflügel 12, 14 wird mittels der Sensoren 22, 24 das Passieren der den Durchgang
wünschenden Person erfasst. Sobald die Person die Durchgangssperre 10 passiert hat
und außerhalb des Raumbereichs 34 im Bereich der Türflügel 12, 14 ist, wird mittels
der Steuerung 20 und der Antriebe 16, 18 automatisch ein Schließen der Durchgangssperre
10 ausgeführt, indem die Türflügel 12, 14 in die geschlossene Stellung bewegt werden.
Weiterhin wird der Durchgang der Person verfolgt und aufgezeichnet. Dies ermöglicht
es, ein personenbezogenes Durchgangsprofil der Person zu erstellen. Auf diese Weise
kann ein Berechtigungsprofil erstellt werden, so dass eine personenbezogene Berechtigung
anhand des Durchgangsprofils verifiziert werden kann. Im Falle einer Abweichung kann
eine Meldung an eine Zentrale oder dergleichen erfolgen.
[0045] Mittels der Sensoren 22, 24 kann zugleich auch die Stellung der Türflügel 12, 14
zueinander überwacht werden. Dies ermöglicht es, im Wesentlichen kontinuierlich oder
auch zeitdiskret Öffnungsbewegungen beziehungsweise Schließbewegungen der Türflügel
12, 14 zu überwachen. Darüber hinaus ermöglicht diese Ausgestaltung, die Türflügel
12, 14 in vorgebbare Zwischenstellungen zu bewegen.
[0046] Damit mehrere, benachbarte Durchgangssperren 10 sich möglichst wenig gegenseitig
beeinflussen, kann darüber hinaus vorgesehen sein, dass die Sensoren 22, 24 der benachbarten
Durchgangssperren 10 im Zeitmultiplex zueinander betrieben und ausgewertet werden,
so dass eine gegenseitige Beeinflussung vermieden werden kann. Hierzu kann eine übergeordnete
Steuerung vorgesehen sein, die die Steuerung 20 und die Auswerteschaltung 36 entsprechend
ansteuert. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Ansteuerung in einem 100
ms-Takt wechselt. Die Auswerteschaltung 36 ist direkt oder indirekt mit Erde elektrisch
verbunden.
[0047] Die Referenzwerte der Referenzsignalgeber I und II 56, 58 können einstellbar beziehungsweise
programmierbar ausgebildet sein. Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass mittels
der Steuerung 20 die Referenzsignale entsprechend eingestellt werden können. Beispielsweise
können die Referenzwerte abhängig von der jeweiligen Stellung der Sperrelemente 12,
14 eingestellt werden. Aber auch die Auswerteschaltung 36 selbst kann Mittel zur Nachführung
der Referenzsignale aufweisen, um beispielsweise Randbedingungen wie Luftfeuchtigkeit
und dergleichen ausgleichen zu können. Besonders vorteilhaft erweist es sich, dass
in der vorliegenden Ausgestaltung die Sensoren 22, 24 automatisch abgeglichen werden.
Der automatische Abgleich kann beispielsweise durch zusätzliche Auswertungen der erfassten
Signale, insbesondere des Signals der Signalauswerteeinheit 54 erfolgen. Hier kann
beispielsweise zusätzlich eine Differentiation vorgesehen sein, mit der schnelle Änderungen
im Vergleich zu langsamen Änderungen wie Änderung der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit
oder dergleichen erfasst werden können.
[0048] Fig. 3 zeigt ein Diagramm für den zeitlichen Verlauf einer Kapazitätsänderung, wie
er beispielsweise bei einem bestimmungsgemäßen Betrieb des Gates 10 auftreten kann.
Auf der Abszisse ist die Zeit und auf der Ordinate die Kapazität aufgetragen. Eine
durchgezogene Kurve 64 stellt die gemessene Kapazitätsänderung während eines Öffnens
und eines anschließenden Schließens der Türflügel 12, 14 dar. Wie aus der Fig. 3 ersichtlich
ist, werden im Zeitbereich zwischen t
1 und t
2 die Türflügel 12, 14 in die geöffnete Stellung bewegt. Dies führt zu einer Kapazitätsabnahme,
die mittels der Auswerteschaltung 36 erfasst werden kann. Im Zeitbereich zwischen
t
2 und t
3 befindet sich das Gate 10 in der Durchgangsstellung, in der die Türflügel 12, 14
in der geöffneten Stellung verbleiben. Im Zeitbereich t
3 bis t
4 werden die Türflügel 12, 14 wieder in die geschlossene Stellung bewegt. Dies führt
entsprechend zu einer Erhöhung der Kapazität des Sensors 22, 24, die mittels der Auswerteschaltung
36 erfasst werden kann. Klar ersichtlich ist, dass aus der Änderung der Kapazität
die aktuelle Stellung der Türflügel 12, 14 erkannt werden kann.
[0049] Eine gestrichelte Kurve 66 in Fig. 3 stellt das Öffnen und Schließen der Türflügel
12, 14, wie zuvor anhand der durchgezogenen Kurve beschrieben, dar, wobei zusätzlich
eine Person in den Raumbereich 34 gelangt. Klar ersichtlich ist, dass im Zeitraum
von t
1 bis t
2 die Kapazität deutlich stärker und deutlich schneller beim Öffnen der Türflügel 12,
14 abnimmt, als dies ohne die Einwirkung der Person der Fall wäre. In der geöffneten
Stellung im Zeitraum t
2 bis t
3 stellt sich zunächst eine Kapazität ein, wie sie auch bei der durchgezogenen Kurve
64 auftritt. Erst wenn die Person die Türflügel 12, 14 passiert, ist erneut eine Kapazitätsänderung
erkennbar (Bezugszeichen 68), die nach Passieren der Person im geöffneten Zustand
der Türflügel 12, 14 wieder auf den Wert einschwenkt, wie er durch die durchgezogene
Kurve 66 dargestellt ist. Im Bereich t
3 bis t
4 werden die Türflügel 12, 14 in die geschlossene Stellung bewegt, wobei zusätzlich
der Einfluss der Person in einer Kapazitätsreduktion erkennbar ist. Erst wenn sich
die Person außerhalb des Raumbereichs 34 befindet, stellt sich die Kapazität wieder
auf den Wert ein, wie er mit der durchgezogenen Kurve dargestellt ist.
[0050] Die hier dargestellte Messkurve zeigt das Verhalten eines Messaufbaus, der auf negative
Kapazitätsänderungen reagiert. (Geerdeter elektrisch leitfähiger Körper, erdbezogene
Messspannung). Für den Zeitbereich t
3 bis t
4 ist anhand der oberen gestrichelten Kurve 70 die Grenze der Erkennbarkeit eingezeichnet.
Das System reagiert auf negative Kapazitätsänderungen. Während des Zeitbereichs t
3 bis t
4 erhöht sich die Kapazität jedoch fortlaufend. Tritt nun ein Körper während des Zeitbereichs
t
3 bis t
4 in den Messbereich, muss erst der Wert der Zunahme der Kapazität durch das Schließen
der Türflügel durch einen höheren negativen Wert eines im Schwenkbereich anwesenden
Körper überschritten werden, damit die Messschaltung einen Körper als solchen erkennt.
Die Messempfindlichkeit ist durch diesen Effekt im Zeitbereich t
3 bis t
4 gedämpft. Kapazitätsänderungen im Bereich zwischen durchgezogener Kurve 64 und gestrichelter
Kurve 70 werden vom Meßsystem nicht erkannt.
[0051] Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel dient lediglich der Erläuterung
der Erfindung und ist für diese nicht beschränkend. So kann die Erfindung natürlich
nicht nur bei Durchgangssperren für Personen zum Einsatz kommen, sondern natürlich
auch bei anderen Zutritts- beziehungsweise Zugriffssteuerungseinrichtungen, beispielsweise
für den Zutritt von Sportstätten, Sicherheitsbereichen in Firmen, aber auch in der
Landwirtschaft bei der Sortierung von Vieh oder dergleichen. Im Übrigen ist angemerkt,
dass ein stationäres elektrisches Feld auch ein stationäres elektrisches Wechselfeld
mit einer vorgegebenen Frequenz und Amplitude sein kann.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 10
- Gate
- 12
- Türflügel
- 14
- Türflügel
- 16
- Antrieb
- 18
- Antrieb
- 20
- Steuerung
- 22
- Kapazitiver Sensor
- 24
- Kapazitiver Sensor
- 26
- offene Leiterschleife
- 28
- offene Leiterschleife
- 30
- offene Leiterschleife
- 32
- offene Leiterschleife
- 34
- Raumbereich
- 36
- Auswerteschaltung
- 38
- Anschluss
- 40
- Anschluss
- 42
- Anschluss
- 44
- Anschluss
- 46
- Anschluss
- 48
- Anschluss
- 50
- Multiplexer
- 52
- Generator
- 54
- Signalauswerteeinheit
- 56
- Referenzsignalgeber II
- 58
- Referenzsignalgeber I
- 60
- Komparator I
- 62
- Komparator II
- 64
- Kurve
- 66
- Kurve
- 68
- Kapazitätsabsenkung
- 70
- Kurve
1. Durchgangssperre (10) mit einem zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen
Stellung bewegbaren Sperrelement (12, 14), Antriebsmitteln (16, 18), mit denen das
Sperrelement (12, 14) von einer in die jeweils andere Stellung antreibbar ist, einer
Steuerung (20), mittels der die Antriebsmittel (16, 18) steuerbar sind, sowie einer
mit der Steuerung (20) verbundenen Sensoreinheit (36),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sensoreinheit (36) einen kapazitiven Sensor (22, 24) aufweist.
2. Durchgangssperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) am Sperrelement (12, 14) angeordnet ist.
3. Durchgangssperre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) zumindest teilweise durch einen elektrisch leitfähigen Bereich
gebildet ist.
4. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) eine insbesondere offene Leiterschleife (26, 28, 30, 32) und/oder
eine Leiterfläche aufweist.
5. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch wenigstens zwei insbesondere gemeinsam bewegbare Sperrelemente (12, 14).
6. Sperrelement (12, 14) der Durchgangssperre (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
7. Sperrelement nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) einstückig mit dem Sperrelement (12, 14) ausgebildet ist.
8. Sperrelement nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement (12, 14) zweiteilig oder mehrteilig ausgebildet ist.
9. Verfahren zum Betrieb einer Durchgangssperre (10), wobei ein Sperrelement (12, 14)
mittels Antriebsmitteln (16, 18), zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen
Stellung bewegt wird, wobei die Antriebsmittel (16, 18) von einer Steuerung (20) gesteuert
werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Anwesenheit eines insbesondere dielektrisch permeablen und/oder elektrisch leitfähigen
Körpers in einem Raumbereich (34) im Bereich des Sperrelements (12, 14) mittels eines
kapazitiven Sensors (22, 24) erfaßt und an die Steuerung (20) übermittelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebmittel (16, 18) durch die Steuerung (20) deaktiviert werden.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Berechtigung für den Durchgang geprüft wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang des dielektrisch permeablen Körpers verfolgt und/oder aufgezeichnet
wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Sensors (22, 24) eine Stellung des Sperrelements (12, 14) überwacht wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Sensoren (22, 24), insbesondere Sensoren benachbarter Durchgangssperren verwendet
werden, die im Zeitmultiplex ausgewertet werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) insbesondere automatisch abgeglichen wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Durchgangssperre (10) mit einem zwischen einer geöffneten Stellung und einer geschlossenen
Stellung bewegbaren, mehrteiligen Sperrelement, Antriebsmitteln (16, 18), mit denen
die mehreren Teile (12, 14) des Sperrelements von einer in die jeweils andere Stellung
antreibbar sind, einer Steuerung (20), mittels der die Antriebsmittel (16, 18) steuerbar
sind, sowie einer mit der Steuerung (20) verbundenen Sensoreinheit (36), welche Sensoreinheit
(36) einen kapazitiven Sensor (22, 24) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
der Sensor (22, 24) an den mehreren Teilen (12, 14) des Sperrelements angeordnet ist.
2. Durchgangssperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) zumindest teilweise durch einen elektrisch leitfähigen Bereich
gebildet ist.
3. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) eine insbesondere offene Leiterschleife (26, 28, 30, 32) und/oder
eine Leiterfläche aufweist.
4. Durchgangssperre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch wenigstens zwei insbesondere gemeinsam bewegbare Sperrelemente.
5. Sperrelement der Durchgangssperre (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
6. Sperrelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) einstückig mit dem Sperrelement ausgebildet ist.
7. Sperrelement nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement zweiteilig oder mehrteilig ausgebildet ist.
8. Verfahren zum Betrieb einer Durchgangssperre (10), wobei mehrere Teile (12, 14) eines
Sperrelements mittels Antriebsmitteln (16, 18), zwischen einer geöffneten Stellung
und einer geschlossenen Stellung bewegt werden, wobei die Antriebsmittel (16, 18)
von einer Steuerung (20) gesteuert werden,
wobei eine Anwesenheit eines insbesondere dielektrisch permeablen und/oder elektrisch
leitfähigen Körpers in einem Raumbereich (34) im Bereich des Sperrelements mittels
eines kapazitiven Sensors (22, 24) erfaßt und an die Steuerung (20) übermittelt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein auf den mehreren Teilen (12, 14) des Sperrelements angeordneter Sensor (22, 24)
verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebmittel (16, 18) durch die Steuerung (20) deaktiviert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Berechtigung für den Durchgang geprüft wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgang des dielektrisch permeablen Körpers verfolgt und/oder aufgezeichnet
wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Sensors (22, 24) eine Stellung des Sperrelements überwacht wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Sensoren (22, 24), insbesondere Sensoren benachbarter Durchgangssperren verwendet
werden, die im Zeitmultiplex ausgewertet werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (22, 24) insbesondere automatisch abgeglichen wird.