[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen mehrteiligen Kolben für einen Verbrennungsmotor,
mit einem Kolbenoberteil und einem Kolbenunterteil, wobei das Kolbenoberteil und das
Kolbenunterteil jeweils ein inneres und ein äußeres Stützelement aufweisen, die einen
äußeren umlaufenden Kühlkanal und einen inneren Kühlraum begrenzen, dessen Kühlraumboden
eine Öffnung aufweist.
[0002] Ein gattungsgemäßer Kolben ist in der
EP 1 222 364 B1 offenbart. Die Öffnung im Kühlraumboden dient dazu, Kühlöl aus dem inneren Kühlraum
in Richtung des Kolbenbolzens abfließen zu lassen, um den Kolbenbolzen zu schmieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, darf die Öffnung im Kühlraumboden nicht zu groß gewählt
sein, weil dann das Kühlöl nicht mehr dosiert abfließen würde und seine Kühlwirkung
im inneren Kühlraum zumindest verringert würde. Das bedeutet, dass der Kühlraumboden
im Wesentlichen als relativ breiter und dünner, sich in etwa in radialer Richtung
erstreckender, umlaufender Ringsteg im oberen Bereich des Kolbenunterteils ausgebildet
ist. Eine solche Struktur ist aber nur schwierig herzustellen. Insbesondere bei einem
geschmiedeten Kolbenunterteil stellt sich das zusätzliche Problem, dass die Gefügestruktur
des Werkstoffs im Bereich des Ringstegs durch das Schmieden verändert wird.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen gattungsgemäßen Kolben
so weiterzuentwickeln, dass eine gute Kühlwirkung des Kühlöls im inneren Kühlraum
sowie eine wirksame Schmierung des Kolbenbolzens gewährleistet und zugleich die Stabilität
des Kolbenunterteils unbeeinträchtigt ist.
[0004] Die Lösung besteht in einem Kolben mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass die Öffnung mit einem separaten Verschlusselement verschlossen
ist, das mindestens eine Kühlölöffnung aufweist.
[0005] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht es, eine sehr große Öffnung im Kühlraumboden
vorzusehen, so dass der relativ breite und dünne, sich in etwa in radialer Richtung
erstreckende, umlaufende Ringsteg entfällt. Stattdessen wird lediglich eine schmale
umlaufende Struktur zur Halterung des Verschlusselements benötigt. Damit bleibt die
Stabilität des Kolbenunterteils auch dann erhalten, wenn es sich um ein Schmiedeteil
handelt. Die mindestens eine Kühlölöffnung im erfindungsgemäß vorgesehenen Verschlusselement
erlaubt auch eine wesentlich bessere und genauere Dosierung des in Richtung des Kolbenbolzens
abfließenden Kühlöls.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Das Verschlusselement weist vorzugsweise zwei oder mehr Kühlölöffnungen auf, so dass
eine sehr genau dosierte Menge Kühlöl aus dem inneren Kühlraum in Richtung des Kolbenbodens
abfließen kann. Das Verschlusselement kann aus einem beliebigen Werkstoff hergestellt
sein, wobei sich ein Stahlfederblech als gut geeignet erwiesen hat.
[0008] Die mindestens eine Kühlölöffnung im Verschlusselement kann als übliche runde Öffnung
oder bspw. auch als sich vom Rand des Verschlusselements nach innen erstreckender
Schlitz ausgebildet sein.
[0009] Eine bevorzugte Weiterbildung sieht vor, dass das Verschlusselement mittels mindestens
eines Federelements klemmend in mindestens einer im Bereich der Öffnung des Kühlraumbodens
vorgesehenen Rastnut gehalten und somit besonders einfach zu montieren ist. Zu diesem
Zweck kann das Verschlusselement als Federelement einen umlaufenden Klemmflansch oder
mindestens zwei am äußeren Rand angeordnete Federzungen aufweisen. In letzterem Fall
können die die Federzungen begrenzenden Schlitze zugleich als Kühlölöffnungen dienen.
Das Verschlusselement kann in einer anderen Variante aber auch mit dem Kühlraumboden
des Kolbenunterteils verschweißt sein.
[0010] Die Öffnung im Kühlraumboden und das Verschlusselement sind in der Regel im Wesentlichen
rund ausgebildet. Falls die Öffnung im Kühlraumboden oval oder als Langloch ausgebildet
ist, weist das Verschlusselement zweckmäßigerweise eine hierzu korrespondierende Form
auf. Falls das Verschlusselement klemmend gehalten ist, genügt es in diesem Fall,
wenn das Verschlusselement mindestens zwei mittig einander gegenüberliegende Federelemente
aufweist.
[0011] Das Kolbenoberteil und/oder das Kolbenunterteil können Gießteile oder Schmiedeteile
sein, und bspw. aus einem Stahlwerkstoff hergestellt, insbesondere geschmiedet sein.
Als Fügeverfahren bietet sich bspw. das Reibschweißen an.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen in einer schematischen, nicht maßstabsgetreuen Darstellung:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens,
wobei die rechte Hälfte der Figur gegenüber der linken Hälfte um 90° gedreht ist;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens,
wobei die rechte Hälfte der Figur gegenüber der linken Hälfte um 90° gedreht ist;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf ein Kolbenunterteil für ein weiteres Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Kolbens.
[0013] Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens 10,
der im Ausführungsbeispiel aus einem Stahlwerkstoff geschmiedet ist. Der erfindungsgemäße
Kolben 10 setzt sich zusammen aus einem Kolbenoberteil 11 und einem Kolbenunterteil
12. Das Kolbenoberteil 11 weist eine Verbrennungsmulde 13, einen umlaufenden Feuersteg
14 und eine umlaufende Ringpartie 15 auf. Das Kolbenunterteil 12 weist einen Kolbenschaft
16, Nabenbohrungen 17 zur Aufnahme eines Kolbenbolzens und Nabenabstützungen 18 auf.
Das Kolbenoberteil 11 und das Kolbenunterteil 12 bilden einen umlaufenden äußeren
Kühlkanal 19 und einen zentrischen inneren Kühlraum 21. Der Kühlraumboden 22 des Kühlraums
21 ist mit einer relativ großen Öffnung 23 versehen.
[0014] Das Kolbenoberteil 11 weist ein inneres Stützelement 24 und ein äußeres Stützelement
25 auf. Das innere Stützelement 24 ist an der Unterseite des Kolbenoberteils 11 ringförmig
umlaufend angeordnet und weist eine Fügefläche 26 auf. Das innere Stützelement 24
bildet ferner einen Teil der umlaufenden Wand des inneren Kühlraums 21. Das äußere
Stützelement 25 des Kolbenoberteils 11 ist im Ausführungsbeispiel unterhalb der Ringpartie
15 ausgebildet und weist eine Fügefläche 27 auf.
[0015] Das Kolbenunterteil 12 weist ebenfalls ein inneres Stützelement 28 und ein äußeres
Stützelement 29 auf. Das innere Stützelement 28 ist an der Oberseite des Kolbenunterteils
12 umlaufend angeordnet und weist eine Fügefläche 31 auf. Das innere Stützelement
28 bildet ferner einen Teil der umlaufenden Wand des inneren Kühlraums 21. Das äußere
Stützelement 29 ist im Ausführungsbeispiel als Verlängerung des Kolbenschafts 16 gebildet
und weist eine Fügefläche 32 auf. Ein Kühlölkanal 43 ist im inneren Stützelement 28
vorgesehen und verbindet den Kühlkanal 19 mit dem Kühlraum 21. Der Kühlölkanal 43
verläuft ausgehend vom Kühlkanal 19 in einem Winkel aufwärts in Richtung des Kühlraums
21.
[0016] Das Kolbenoberteil 11 und das Kolbenunterteil 12 wurden im Ausführungsbeispiel in
an sich bekannter Weise mittels Reibschweißen entlang der Fügeflächen 26, 31 bzw.
27, 32 zusammengefügt.
[0017] Die Öffnung 23 im Kühlraumboden 22 ist mit einem Verschlusselement 33 verschlossen.
Das Verschlusselement 33 ist im Ausführungsbeispiel aus einem Federblech hergestellt,
etwa 0,8mm dick und in der Öffnung 23 klemmend gehalten. Zu diesem Zweck ist im Kühlraumboden
22 im inneren Bereich der Öffnung 23 eine umlaufende Rastnut 34 vorgesehen. Das Verschlusselement
33 ist im Ausführungsbeispiel entlang seinem Randbereich mit sich radial nach innen
erstreckenden Schlitzen 35 versehen, welche in eine Rundung 36 münden. Die Schlitze
35 und die Rundungen 36 dienen als Kühlölöffnungen, die im Betrieb das Abfließen des
Kühlöls aus dem inneren Kühlraum 21 in Richtung des Kolbenbolzens ermöglichen. Die
Schlitze 35 und Rundungen 36 sind im Ausführungsbeispiel aus dem Verschlusselement
33 ausgestanzt.
[0018] Die von den Schlitzen 35 begrenzten Bereiche stellen zugleich Federzungen 37 dar,
mittels derer das Verschlusselement 33 in der Rastnut 34 klemmend gehalten ist. Zur
Montage wird das Verschlusselement 33 aus Richtung der Nabenbohrungen 17 kommend in
die Öffnung 23 des Kühlraumbodens 22 gedrückt. Dabei geben die Federzungen 37 zunächst
nach und rasten anschließend in die Rastnut 34 ein.
[0019] Figur 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Kolbens 110.
Der Kolben 110 ist im Wesentlichen baugleich mit dem Kolben 10 gemäß Figur 1, so dass
gleiche Strukturen mit denselben Bezugszeichen versehen sind und hinsichtlich dieser
Bezugszeichen auf die Beschreibung zu Figur 1 verwiesen wird.
[0020] Ein wesentlicher Unterschied zum Kolben 10 gemäß Figur 1 besteht darin, dass der
Kühlraumboden 22 im inneren Bereich der Öffnung 23 keine Rastnut aufweist. Ferner
ist das die Öffnung 23 verschließende Verschlusselement 133 in üblicher Weise mit
runden Öffnungen 138 zum Durchtritt des Kühlöls aus dem Kühlraum 21 in Richtung des
Kolbenbolzens versehen. Das Verschlusselement 133 besteht im Ausführungsbeispiel aus
einem metallischen Werkstoff und ist im Bereich der Öffnung 23 mit dem Kühlraumboden
22 verschweißt. Zu diesem Zweck weist das Verschlusselement 123 einen Schweißflansch
139 auf. Der Kühlraumboden 22 ist im Bereich der Öffnung 23 mit einem korrespondierenden,
um die Öffnung 23 umlaufenden Auflagerand 142 für den Schweißflansch 139 versehen.
[0021] Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf ein Kolbenunterteil 12 für ein weiteres Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Kolbens 210. Der Kolben 210 bzw. das Kolbenunterteil 12 sind
im Wesentlichen baugleich mit dem Kolben 10 gemäß Figur 1, so dass gleiche Strukturen
mit denselben Bezugszeichen versehen sind und hinsichtlich dieser Bezugszeichen auf
die Beschreibung zu Figur 1 verwiesen wird.
[0022] Ein wesentlicher Unterschied zum Kolben 10 gemäß Figur 1 besteht darin, dass der
Kühlraumboden 22 im Kolbenunterteil 12 eine in etwa langlochförmige Öffnung 223 aufweist.
Die Öffnung 223 ist mit einem Verschlusselement 233 verschlossen, das im Wesentlichen
korrespondierend zur Öffnung 223 ausgebildet ist, um diese vollständig verschließen
zu können.
[0023] Das Verschlusselement 233 ist im Ausführungsbeispiel ebenfalls aus einem Federblech
hergestellt und in der Öffnung 223 klemmend gehalten. Zu diesem Zweck sind im Kühlraumboden
22 im inneren Bereich der Öffnung 223 zwei mittig angeordnete, einander gegenüberliegende
Rastnuten 234 vorgesehen. Das Verschlusselement 233 ist im Ausführungsbeispiel mit
mittig angeordneten, einander gegenüberliegenden, sich radial nach innen erstreckenden
Schlitzen 35 versehen, welche in eine Rundung 36 münden. Im Ausführungsbeispiel liegen
je drei Schlitze 35 einander gegenüber. Die Schlitze 35 und die Rundungen 36 dienen
als Kühlölöffnungen, die im Betrieb das Abfließen des Kühlöls aus dem inneren Kühlraum
21 in Richtung des Kolbenbolzens ermöglichen. Die Schlitze 35 und Rundungen 36 sind
im Ausführungsbeispiel aus dem Verschlusselement 233 ausgestanzt.
[0024] Die von den Schlitzen 35 begrenzten Bereiche stellen zugleich Federzungen 37 dar,
mittels derer das Verschlusselement 233 in den Rastnuten 234 klemmend gehalten ist.
Zur Montage wird das Verschlusselement 233 aus Richtung der Nabenbohrungen 17 kommend
in die Öffnung 223 des Kühlraumbodens 22 gedrückt. Dabei geben die Federzungen 37
zunächst nach und rasten anschließend in die Rastnuten 234 ein. Die sich an den Klemmbereich
anschließenden Bereiche 241 des Verschlusselements 233 liegen unterhalb der Öffnung
223 des Kühlraumbodens 22 an.
[0025] Insbesondere in dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass die im Stand der Technik
benötigten breiten radial umlaufenden Ringstege entfallen sind.
1. Mehrteiliger Kolben (10, 110, 210) für einen Verbrennungsmotor, mit einem Kolbenoberteil
(11) und einem Kolbenunterteil (12), wobei das Kolbenoberteil (11) und das Kolbenunterteil
(12) jeweils ein inneres (24, 28) und ein äußeres (25, 29) Stützelement aufweisen,
die einen äußeren umlaufenden Kühlkanal (19) und einen inneren Kühlraum (21) begrenzen,
dessen Kühlraumboden (22) eine Öffnung (23, 223) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (23, 223) mit einem separaten Verschlusselement (33, 133, 233) verschlossen
ist, das mindestens eine Kühlölöffnung (35, 36, 138) aufweist.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement zwei oder mehr Kühlölöffnungen (35, 36, 138) aufweist.
3. Kolben nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (33, 133, 233) aus einem Stahlfederblech hergestellt ist.
4. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Kühlölöffnung im Verschlusselement als sich vom Rand des Verschlusselements
nach innen erstreckender Schlitz (35) ausgebildet ist.
5. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (33, 233) mittels mindestens eines Federelements (37) in mindestens
einer im Bereich der Öffnung (23, 223) des Kühlraumbodens (22) vorgesehenen Rastnut
(34, 234) klemmend gehalten ist.
6. Kolben nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement als Federelement einen umlaufenden Klemmflansch aufweist.
7. Kolben nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (33, 233) als Federelemente mindestens zwei am äußeren Rand
angeordnete Federzungen (37) aufweist.
8. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (133) mit dem Kühlraumboden (22) des Kolbenunterteils (12)
verschweißt ist.
9. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (23) im Kühlraumboden (22) und das Verschlusselement (33, 133) im Wesentlichen
rund ausgebildet sind.
10. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (223) im Kühlraumboden (22) oval oder als Langloch und das Verschlusselement
(233) hierzu korrespondierend ausgebildet ist.
11. Kolben nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verschlusselement (233) mindestens zwei mittig einander gegenüberliegende Federelemente
(37) aufweist.
12. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kolbenoberteil (11) und/oder das Kolbenunterteil (12) Schmiedeteile sind.
13. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kolbenoberteil (11) und/oder das Kolbenunterteil (12) aus einem Stahlwerkstoff
hergestellt sind.
14. Kolben nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kolbenoberteil (11) und das Kolbenunterteil (12) durch Reibschweißen miteinander
verbunden sind.